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June 20, 2016

Orlando: Gewaltakt gegen Homosexuelle

Orlando: Gewaltakt gegen Homosexuelle – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Orlando: Gewaltakt gegen Homosexuelle

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Veröffentlicht: 22:22, 20. Jun. 2016 (CEST)
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Nachtclub „Pulse“ kurz nach der Tat

Florida (USA), 20.06.2016 – In der Nacht zum 12. Juni hat ein 29jähriger Mann gegen 2 Uhr morgens 49 Gäste während einer Tanzveranstaltung in Orlandos Club „Pulse“ erschossen. Der Täter stammt von afghanischen Eltern ab und arbeitete für einen privaten Wachdienst. Er war dem FBI als Unterstützer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) bekannt.

Der Nachtclub ist in der Stadt als Treffpunkt für Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transgender bekannt. Zum Zeitpunkt der Tat befanden sich dort über 300 Menschen. Nach der Schießerei nahm der Täter einige Geiseln. Er wurde einige Stunden später bei einem Schusswechsel mit der Polizei getötet. Außerdem gab es 53 Verletzte, die zum Teil noch ins Lebensgefahr schweben. Rund 100 Polizisten waren am Einsatz beteiligt.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

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September 24, 2014

Kapstadt: „Offene Moschee“ nach zwei Tagen wieder geschlossen

Kapstadt: „Offene Moschee“ nach zwei Tagen wieder geschlossen

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Veröffentlicht: 25.09.2014, 01:43 (CEST)
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Kapstadt (Südafrika), 24.09.2014 – Am 19. September hatte die „Offene Moschee“ in Kapstadt ihre Türen zum ersten Freitagsgebet geöffnet, doch nach zwei Tagen wurde sie von der Stadtverwaltung wieder geschlossen.

Die Eröffnung der Moschee hatte Aufsehen erregt, weil ihr Gründer Taj Hargey erklärt hatte, dass ihr Name Programm sei, dass in dieser Moschee alle Menschen willkommen seien. Er meinte damit ausdrücklich auch Menschen, die sich zu ihrer Homosexualität bekennen – etwas, das vom Islam kaum toleriert wird. Entgegen der ansonsten für Moscheen gültigen Regeln des Islam lud er auch ausdrücklich Menschen aller Konfessionen und Agnostiker zum Gebet ein. Dabei sollte es Frauen erlaubt sein, direkt mit den Männern zu beten und sogar zu predigen. Hargey erhielt wegen dieser als „unislamisch“ bezeichneten Regeln Morddrohungen, und eine Gruppe von islamischen Gelehrten in Südafrika, das Muslim Judicial Council, forderte alle Muslime des Landes auf, die Eröffnung der Moschee durch Proteste zu verhindern. Am Freitag versammelten sich dann auch zehn Demonstranten vor der Moschee, doch das von Harvey geleitete Gebet, in dem er auf Englisch zum Thema Zusammenleben von Christen und Muslimen predigte, verlief ohne Störungen.

Die Schließung der Moschee kam nun aber nicht wegen ihrer Ansichten oder aufgrund von Protesten. Die Stadtverwaltung von Kapstadt schloss die Moschee, da sie nicht genügend Parkplätze für Besucher bereitstelle. Nach den für das Gebäude der Moschee geltenden städtischen Bestimmungen muss jetzt für jeweils zwei Besucher ein Parkplatz vorhanden sein. Die Moschee, die sich in einem umgebauten Lagerhaus befindet, hat aber selbst nicht genug Platz auf ihrem Gelände, um dies zu gewährleisten. Eine mögliche Lösung wäre der Erwerb eines Nachbargebäudes, das dann entsprechenden Raum zu Verfügung stellen würde. Eine andere, von Hargey angestrebte Lösung sieht eine offizielle Einstufung des Gebäudes nicht mehr als Lagerhaus, sondern als Moschee vor, was die Parkraumanforderungen für die „Offene Moschee“ erfüllbar machte. Der Prozess einer Neueinstufung des Gebäudes könnte sich aber bis zu sechs Monate hinziehen, und Hargey wurde von der Stadt wenig Aussicht auf Erfolg signalisiert. Er ist aber – wie bei seinen religösen Ansichten – nicht bereit, seine Meinung zu ändern, und erklärte, die Moschee werde wieder öffnen.

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July 31, 2014

China: Klage gegen Konversionstherapie von Gericht angenommen

China: Klage gegen Konversionstherapie von Gericht angenommen

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Veröffentlicht: 31.07.2014, 03:30 (CEST)
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LGBT flag map of the People's Republic of China.svg

Peking (China), 31.07.2014 – Ende Juli wird ein für chinesische Verhältnisse sensationeller Prozess in Peking vor Gericht gebracht. Der Mann, der sich selbst als „Xiao Shen“ gegenüber den Medien vorstellte, klagt gegen die Anwendung der Reparativtherapie (auch als Konversionstherapie bekannt), die ihn – so der Anspruch der Ärzte – von seiner Homosexualität heilen sollte.

Homosexualität wurde in China 2001 von der Liste der psychischen Krankheiten gestrichen, doch die Vorurteile sind tief in der Gesellschaft verankert, und selbst chinesische Ärzte sehen die sexuelle Orientierung immer noch als durch medizinische Eingriffe als korrigierbar an. Deshalb scheuen sich viele chinesische Homosexuelle, ärztliche Hilfe bei psychologischen Problemen zu suchen, weil sie ein erzwungenes Outing befürchten. Doch rund 10 Prozent der chinesischen Homosexuellen haben bereits eine Therapie in Betracht gezogen, und viele beugen sich dem Druck vor allem ihrer Familien und unterziehen sich der in China offen beworbenen Behandlung. Eine Art der Behandlung sieht therapeutische Gespräche vor, doch die Behandlungsmethode, die jetzt vor Gericht verhandelt werden soll und einige tausend Euro kosten kann, besteht darin, die Patienten mit Elektroschocks zu behandeln. Der Kläger fand die Behandlung nach der ersten Sitzung so unerträglich, dass er sie nach nur einer Sitzung abbrach und die Klage gegen diese Therapieform anstrebte, um weiteren Betroffenen eine derartige Therapie in Zukunft zu ersparen.

In Europa und Amerika wird die Konversionstherapie schon länger nicht mehr von seriösen Ärzten oder Therapeuten angewendet, obwohl sie gerade in evangelikalen Kreisen noch immer als sinnvoll gelobt und praktiziert wird. Der Weltärztebund hat 2013 die Konversionstherapie in einem Beschluss als unwirksam und unter Umständen sogar gesundheitsschädlich strikt abgelehnt.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • „Lieber Papa, bitte akzeptiere, dass ich eine Lesbe bin.“ (31.01.2014)

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January 31, 2014

„Lieber Papa, bitte akzeptiere, dass ich eine Lesbe bin.“

„Lieber Papa, bitte akzeptiere, dass ich eine Lesbe bin.“

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Veröffentlicht: 31.01.2014, 19:05 (CET)
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Hongkong (China), 31.01.2014 – „Dear Daddy, you must accept I’m a lesbian“ (Lieber Papa, bitte akzeptiere, dass ich eine Lesbe bin…) – mit diesen Worten im Titel veröffentlichte die in Hongkong erscheinende South China Morning Post einen offenen Brief von Gigi Chao, der Tochter des Hongkonger Unternehmers Cecil Chao.

Gigi ist eines von drei Kindern, die Cecil Chao von drei verschiedenen Frauen – mit keiner war er je verheiratet – hat. Gigi Chao verfügt durch ihren Vater über ein nicht unerhebliches Vermögen, führt aber auch eine Model- und PR-Agentur, ist aber eine ansonsten unauffällige Socialite. Schon 2013 hatte es eine Aussprache zwischen Tochter und Vater gegeben, als dieser eine Belohnung von 500.000 HK$ für den Mann aussetzte, dem es gelänge, Gigi zur Hochzeit zu bewegen. Zuvor hatte Gigi ihre langjährige Partnerin Sean Eav in einer Eingetragenen Partnerschaftszeremonie im September 2012 in Frankreich geheiratet.

Nun schrieb Gigi diesen offenen Brief, nachdem ihr Vater die Belohnung auf eine Million Hongkong Dollar (umgerechnet ungefähr 95.000 €) verdoppelt hatte. Gigi entschuldigt sich in dem Brief dafür, dass sie ihren Vater bisher in dem Glauben gelassen habe, sie sei an einer Beziehung zu einem Mann interessiert, aber sie erklärt, dass alle diese Bemühungen nur von kurzer Dauer gewesen seien und dass sie mit ihrer Partnerin Sean Eav den Menschen gefunden habe, der sie rundherum glücklich mache. Sie warb bei ihrem Vater nicht um Akzeptanz für ihre Entscheidung, sondern nur darum, dass er einen normalen Umgang mit Sean pflegen würde. Der Brief erschien kurz vor dem chinesischen Neujahrsfest (2014 am 31. Januar), einem Fest, das ähnlich dem christlichen Weihnachtsfest das wichtigste Familienfest im chinesischen Kalender ist, und von daher nicht nur wegen des erhöhten Geldangebotes.

Die chinesischen Neujahrsfeiertage dauern traditionell sieben Tage und sind eine Gelegenheit, bei der mögliche zukünftige Ehepartner den möglichen zukünftigen Schwiegereltern vorgestellt werden. Nicht als Single zu den Feiertagen bei den Eltern zu erscheinen, ist für viele junge Menschen ein hoher Erwartungdruck, der sie dazu veranlasst, sich einen Freund oder eine Freundin nur für dieses Ereignis zu mieten. So bot ein Mann auf dem chinesischen Twitteräquivalent Weibo eine Million Yuan (umgerechnet ungefähr 122.000 €) für eine Frau – vorzugsweise mit Universitätsabschluss und Bonus für Frauen mit Doktortitel oder Jungfrauen –, wenn sie ihm für die Neujahrswoche als Begleitung zur Verfügung stände.

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December 25, 2013

Postume Begnadigung für Alan Turing

Postume Begnadigung für Alan Turing – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Postume Begnadigung für Alan Turing

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Veröffentlicht: 25.12.2013,15:09 (CET)
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Das Alan-Turing-Denkmal in Manchester

London (Vereinigtes Königreich), 25.12.2013 – Am 24. Dezember 2013 und damit mehr als 59 Jahre nach seinem Tod wurde der britische Mathematiker Alan Turing durch einen Gnadenerlass von Königin Elisabeth II. rehabilitiert. Turing war 1952 für einen sexuellen Akt mit einem anderen Mann entsprechend einem Gesetz aus dem Jahre 1885 verurteilt worden. Die Sektion 11 des Criminal Law Ammendment diente dazu, homosexuelle Handlungen zu verfolgen, und nach ihr war bereits Oscar Wilde verurteilt worden. Während Wilde zu „schwerer Arbeit“ verurteilt wurde, war die Strafe für Turing die chemische Kastration, bei der ihm weibliche Hormone gespritzt wurden, um seinen Sexualtrieb zu dämpfen. Zwei Jahre nach dem Urteil starb Turing. Die offizielle Todesursache wurde als Selbsttötung festgestellt, während viele jedoch von einem Unfall sprachen.

Die Verurteilung und seine letzten zwei Lebensjahre überschatteten das Leben eines Mannes, der zuvor als Held gefeiert und als mathematisches Genie verehrt worden war. Turing war Mathematiker und gilt als einer der Väter des Computers. Er war im Zweiten Weltkrieg als Codeknacker für die britische Regierung tätig, und zu seinen größten Leistungen dabei gehört es, den Code der deutschen Enigma-Maschine so weitgehend entschlüsselt zu haben, dass man direkte Maßnahmen gegen derart verschlüsselte Meldungen ergreifen konnte.

Der jetzige Gnadenakt erfolgte, nachdem zuvor bereits zwei Versuche, durch Unterschriftensammlungen eine Begnadigung zu erreichen, gescheitert waren. 2009 entschuldigte sich der damalige Premierminister Gordon Brown als Ergebnis der Petition offiziell im Namen der Regierung für das Urteil. 2011 wurde eine zweite Petition vom dafür zuständigen Staatsminister im Justizministerium Thomas McNally jedoch mit dem Hinweis darauf, dass die Verurteilung entsprechend geltendem Recht erfolgt sei, abgelehnt. Der heutige britische Justizminister Chris Grayling begrüßte nun den Gnadenerlass der Königin als für einen Mann wie Turing angemessen und gerechtfertigt bei einem Urteil, das man heute als nicht tragbar ansehen würde.

In Manchester, wo seit 1994 eine Straße nach Turing benannt ist und wo es seit 2001 ein Denkmal für ihn gibt, ehrt auch die Universität Manchester den Mathematiker, der dort die letzten sechs Jahre seines Lebens gearbeit hatte. Am 31. März 2014 – dem Jahrestag des Urteils – sollen nun die Namen aller Männer aus Manchester, die nach dem betreffenden Gesetz verurteilt wurden, in einer Zeremonie öffentlicht verlesen werden. Alan Turing wurde begnadigt, doch es steht ein genereller Gnadenerlass für mindestens 50.000 Männer aus, die nach eben diesem Gesetz verurteilt wurden, wie der Aktivist Peter Tatchell betonte. Viele Wissenschaftler hoffen jedoch, dass sich nun der öffentliche Fokus zumindest für Alan Turing auf seine wissenschaftliche Leistungen und seinen Beitrag zum Zweiten Weltkrieg verschiebt.

Der Gnadenakt in Großbritannien erfolgt zu einer Zeit, wo in Uganda das Gesetz gegen Homosexualität gerade verschäft wird und die Höchststrafe nun lebenslange Freiheitsstrafe beträgt und das oberste Gericht in Indien die seit 2009 straffreie Homosexualität wieder zu einer Straftat erklärt.

Quellen

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June 19, 2012

Augsburg: Katholische Kirche verliert Rechtsstreit wegen Kündigung einer lesbischen Erzieherin

Augsburg: Katholische Kirche verliert Rechtsstreit wegen Kündigung einer lesbischen Erzieherin

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Veröffentlicht: 20:58, 19. Jun. 2012 (CEST)
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Datei:Kindergartenfrankfurt.jpg
Bild einer Kindergartengruppe in Frankfurt am Main

Augsburg (Deutschland), 19.06.2012 – Heute fand die mündliche Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht in Augsburg statt: Verhandelt wurde der Fall einer lesbischen Erzieherin, deren Arbeitsverhältnis von der katholischen Kirche wegen ihrer sexuellen Orientierung während der Elternzeit gekündigt worden war. Das Gericht entschied: Während der Elternzeit steht die Mitarbeiterin unter besonderem Schutz, so dass die Kündigung unwirksam war.

Die 39-jährige Frau war Leiterin eines Kindergartens im Landkreis Neu-Ulm. Als sie wegen der Geburt ihres Kindes ihre Elternzeit beantragte, teilte sie der Pfarrkirchenstiftung als Betreiberin des Kindergartens mit, dass sie in einer Lebenspartnerschaft mit einer anderen Frau lebe. Die Pfarrkirchenstiftung sah hierin einen Verstoß gegen die katholische Glaubens- und Sittenlehre und möchte die Kündigung des Arbeitsverhältnisses aussprechen. Wegen des besonderen Kündigungsschutzes während der Elternzeit, benötigt sie hierzu die Zustimmung des Gewerbeaufsichtsamts, die aber nicht erteilt worden war. Deshalb kam es zum Rechtsstreit vor dem Verwaltungsgericht: Die Pfarrkirchenstiftung klagte gegen den die Regierung von Oberbayern auf Erteilung der Zustimmung zu der Kündigung.

Das Verwaltungsgericht Augsburg hat die Klage abgewiesen (Az.: Au 3 K 12.266 vom 19.06.2012). Der Präsident und Pressesprecher des VG Augsburg Ivo Moll führte aus: Auch wenn die Kirche das Verhalten der Frau als schwerwiegenden Loyalitätsverstoß einstufe, so rechtfertige dies nicht die Aufhebung der besonderen Schutzbestimmungen für Mütter in der Elternzeit: „Staatliches Recht kann mit kirchlichem kollidieren“. Die Mitarbeiterin sei seit 13 Jahren als Leiterin des Kindergartens tätig gewesen. Ihr Interesse „an einem kontinuierlichen Erwerbsleben und an der Einhaltung der Kündigungsfrist nach Ablauf der Elternzeit sei höher zu bewerten als das Interesse der Kirche, das Arbeitsverhältnis bereits während der Elternzeit zu beenden.“ Das staatliche Recht sehe Lebenspartnerschaften ausdrücklich vor. Außerdem habe nicht die Mitarbeiterin, sondern die Kirche die Lebenspartnerschaft öffentlich gemacht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Bistumssprecher Markus Kremser erklärte hierzu: „Aus Sicht der Diözese handelt es sich um einen so schwerwiegenden Verstoß gegen die Loyalitätspflicht eines Mitarbeiters, dass eine Kündigung keinen Aufschub duldet.“ Bekannt wurde der Kirche die gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft, da die Frau eine Bescheinigung über ihre „Heirat“ abgegeben hatte. Sie war sich dabei bewusst, dass die Kirche, als ihr Arbeitgeber, dies vermutlich nicht dulden würde.

Die kirchenkritische Laienbewegung „Wir sind Kirche“ äußerte sich kritisch zur Kündigung: „Die Moral wird durchgefochten – koste es, was es wolle“.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Römisch-katholische Kirche
Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Arbeitsrecht der Kirchen“.

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May 6, 2011

Kardinal Meisner entzieht schwulem Theologen die Lehrerlaubnis

Kardinal Meisner entzieht schwulem Theologen die Lehrerlaubnis

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Veröffentlicht: 22:49, 6. Mai 2011 (CEST)
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Köln (Deutschland), 06.05.2011 – Dem Lektor der Päpstlichen Glaubenskongregation und in Lublin habilitierten Neuthomisten David Berger entzog der Kölner Kardinal Joachim Meisner dessen letztes Kirchenamt. Meisner begründete diese Entscheidung damit, dass sein Vertrauen in Bergers Übereinstimmung von Lehre und Lebensführung mit den moralischen und gesetzlichen Normen der Kirche zerstört sei. Der Bischof von Köln gab Berger keine Gelegenheit – entsprechend der juristischen Regel audiatur et altera pars – seinen Standpunkt darzustellen[1]. Berger hatte sich als homosexuell geoutet[2] und ein Buch mit dem Titel „Der heilige Schein“ veröffentlicht.

Themenverwandte Artikel

Belege

  1. Samstag ist ein guter Tag, : Kardinal Meisner entzieht schwulem Theologen Lehrerlaubnis
  2. David Berger: “Ich darf nicht länger schweigen”, Frankfurter Rundschau, 22. April 2010

Quellen

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October 14, 2010

US-Gericht verbietet Strafen für offen homosexuelle Soldaten

US-Gericht verbietet Strafen für offen homosexuelle Soldaten

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Veröffentlicht: 23:01, 14. Okt. 2010 (CEST)
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San Francisco (Vereinigte Staaten), 14.10.2010 – Das US-Distriktgericht für Zentralkalifornien[1] hat den Bundesstreitkräften per einstweiliger Verfügung untersagt, gegen bekennend homosexuelle Soldaten vorzugehen. Richterin Virginia Phillips begründete die Entscheidung damit, dass diese Praxis nicht mit dem ersten Verfassungszusatz vereinbar sei. Dieses 1st amendmend ist, obwohl es der Wortlaut vermuten ließe, nicht mit dem Grundrecht auf freie Meinungsäußerung im deutschen Verfassungsrecht (Art. 5 I GG) identisch, sondern erstreckt sich auch auf viele andere Aspekte der freien Persönlichkeitsentfaltung (Art. 2 I GG).[2]

Bisher galt in der US-Armee die sogenannte „Don’t-ask, Don’t-tell-Regelung“, die es Soldaten verbietet, offen in einer homosexuellen Beziehung zu leben, während ihrer Dienstzeit ihre sexuelle Orientierung preiszugeben oder auch nur über „homosexuelle Themen“ zu sprechen. Im Gegenzug ist es Vorgesetzten untersagt, Untersuchungen über die sexuelle Orientierung ihrer Untergebenen anzustellen. Don’t ask, don’t tell war 1993 als Kompromisslösung unter Bill Clinton eingeführt worden. Homosexuelle sind in den US-Streitkräften nämlich eigentlich nicht zugelassen.[3] Dennoch gab es seit der Neuregelung ca. 14.000 Entlassungen.

Barack Obama hatte bereits im Wahlkampf versprochen, die Regelung abzuschaffen, scheiterte aber bisher am Widerstand im Senat, der nicht nur von den oppositionellen Republikanern, sondern auch von einigen Senatoren der Präsidentenpartei, der Demokraten, getragen wird. Auch in der US-amerikanischen Gesellschaft ist die Abschaffung der bisherigen Regelung umstritten. Umfragen zufolge sprechen sich aber etwa drei Viertel der US-Bürger für die Gleichbehandlung von Schwulen und Lesben im Militär aus.

Gegen den Gerichtsbeschluss ist Berufung möglich.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Geschichte der Homosexualität in den Vereinigten Staaten“.

Anmerkungen

  1. Vgl. RTT News: Pentagon Warns Against Court-Ruling On Openly Gay Military Personnel
  2. Congress shall make no law respecting an establishment of religion, or prohibiting the free exercise thereof; or abridging the freedom of speech, or of the press; or the right of the people peaceably to assemble, and to petition the Government for a redress of grievances. Vgl. Wikipedia: First Amendment to the United States Constitution
  3. “The presence in the Armed Forces of persons who demonstrate a propensity or intent to engage in homosexual acts would create an unacceptable risk to the high standards of morale, good order and discipline, and unit cohesion that are the essence of military capability.“: U. S. Army Homosexual Conduct Policy

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Diskriminierung
  • Portal:Streitkräfte der Vereinigten Staaten

Quellen

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October 12, 2010

Outing von Homosexuellen in Uganda mit Aufruf zum Mord

Outing von Homosexuellen in Uganda mit Aufruf zum Mord

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Veröffentlicht: 23:08, 12. Okt. 2010 (CEST)
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Karte zur Lage von Uganda

Kampala (Uganda), 12.10.2010 – Das ugandische Boulevardmagazin Rolling Stone (keine Verbindung zum gleichnamigen US-Magazin) hat die Bilder von 100 angeblich homosexuellen ugandischen Bürgern, teilweise mit weiteren Informationen, veröffentlicht. Die Kernaussage des Artikels, dass die Homosexuellen hinter den Kindern her wären und getötet werden sollten, wird bereits in der Überschrift „Hang Them; They Are After Our Kids!!“ deutlich und zieht sich durch den ganzen Artikel.

Die Bilder sollen dabei aus Facebook-Profilen stammen, wie ein Blog über Homosexualität in Uganda mitteilt. Der Artikel richtet sich dabei auch gegen Menschen, die Homosexuelle unterstützten oder sogar lediglich neutral über Homosexualität berichteten, wie die Journalistin Katherine Roubos, die für die größte unabhängige Tageszeitung des Landes „Daily Mirror“ einen Artikel über eine Pressekonferenz einer Ugandischen „LGBT“[1] -Organisation schrieb.

Der Artikel kann als Teil einer Kampagne evangelikaler Christen gehen Homosexualität angesehen werden. So wurde bereits versucht, ein Gesetz zu verabschieden, das für Homosexualität die Todesstrafe vorsieht[2]. Einer der Anführer dieser Bewegung ist dabei der Pastor Martin Ssempa, der sich selbst als AIDS-Aktivisten bezeichnet. Ssempa wurde durch ein Video im Internet über die Grenzen Ugandas hinaus bekannt, das bei einer Pressekonferenz aufgenommen wurde, in der er in seiner Funktion als Vorsitzender der „Taskforce against Sodomy“ umringt von weiteren religiösen Führern über Homosexualität und andere Dinge, die er als „Sodomie“ bezeichnet, spricht. Dabei zeigt er pornographische Medien mit homosexuellem Inhalt auf seinem Laptop und bezeichnet dazu Koprophagie als eine typisch schwule Praktik.[3] Er wurde vom Rolling Stone bereits mehrfach interviewt und zitiert und wird auch als Quelle dieses Artikels vermutet.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Homosexualität in Uganda“.

Themenverwandte Artikel

Quellen

Anmerkungen

  1. Lesbians, Gays, Bisexuals, Transgenders; dt. Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transsexuelle
  2. vgl. Themenverwandte Artikel
  3. Video der Pressekonferenz auf Youtube

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June 24, 2010

Simbabwe: Regierung plant, Verbot von Homosexualität in Verfassung zu verankern

Simbabwe: Regierung plant, Verbot von Homosexualität in Verfassung zu verankern

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Veröffentlicht: 07:43, 24. Jun. 2010 (CEST)
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Simbabwe

Robert Mugabe (2008)

Harare (Simbabwe), 24.06.2010 – Die Regierung von Simbabwe plant, das Verbot von Homosexualität in der Verfassung zu verankern. Auf einem Parteitag der Zanu-PF-Partei erklärte der Generalsekretär Didymus Mutasa, dass „alles, was menschliche und öffentliche Moral beschädigt, verboten werden sollte“. Dazu gehören seiner Ansicht nach „Homosexualität, Abtreibung und Sterbehilfe“.

Bereits jetzt sieht das Gesetz in Simbabwe schwere Strafen für Homosexualität vor. Robert Mugabe hatte mit seiner Partei zuletzt 2006 die Gesetze gegen Homosexualität stark verschärft und dies als „Präventivschlag“ bezeichnet.

Strafen für Homosexualität sind in Afrika weit verbreitet. Positive Ausnahme ist lediglich Südafrika, das 1996 als weltweit erster Staat in seiner Verfassung ausdrücklich ein Diskriminierungsverbot aufgrund der sexuellen Orientierung festschrieb. In 37 von 53 Staaten Afrikas sind dagegen homosexuelle Handlungen verboten. Entgegen wissenschaftlicher Erkenntnisse wird Homosexualität oft als „Import aus dem Westen“ und „heilbar“ angesehen.

Gegen Simbabwe bestehen aufgrund der Verstöße gegen Menschenrechte und fundamentale Freiheitsrechte durch die Regierung unter Robert Mugabe seit 2002 Sanktionen der Europäischen Union.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Homosexualität in Simbabwe“.

Themenverwandte Artikel

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