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March 28, 2012

Putsch in Mali wird international verurteilt

Putsch in Mali wird international verurteilt

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Veröffentlicht: 11:21, 28. Mär. 2012 (CEST)
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Mali

Kartographie: The World Factbook

Bamako (Mali) / New York City (Vereinigte Staaten), 28.03.2012 – Der Militärstreich in Mali wird international verurteilt. Die Afrikanische Union hat die Mitgliedschaft des westafrikanischen Landes suspendiert. Die Sicherheitslage in Mali, das als afrikanische Musterdemokratie galt, ist unklar. Es soll zu Plünderungen gekommen sein. Am Donnerstag (22. März) wurde von der Menschenrechtsorganisation Amnesty International bekanntgegeben, dass drei Zivilpersonen erschossen und 29 weitere verletzt worden seien. Das örtliche Rote Kreuz gab an, 40 Personen behandelt zu haben, hauptsächlich wegen Schussverletzungen. Auch am Freitag fielen in der Hauptstadt vereinzelt Schüsse, Explosionen waren zu hören. Der Flugverkehr von und nach Mali wurde eingestellt und die Grenzübergänge geschlossen.

Leutnant Amadou Konare sagte für das „Nationalkomitee für die Wiederherstellung der Demokratie und des Staates“ (CNRDR), die Verfassung sei außer Kraft gesetzt worden und es gelte eine Ausgangssperre. Die Entmachtung des Staatspräsidenten durch die Armee sei erfolgt wegen „seines Unvermögens, die Krise im Norden Malis zu bewältigen“.

Ein Mitglied der größten Oppositionspartei wurde am Freitag (23. März) nach einem Interview für Radio France Internationale (RFI) verhaftet. Kassoum Tapo hatte in dem Radiointerview erklärt, seine Partei sei gegen den Militärputsch. Er wurde nach einigen Stunden freigelassen und sagte der Nachrichtenagentur Agence France Presse, der Anführer des Staatsstreiches, Hauptmann Amadou Sanogo habe sich bei ihm für die Verhaftung entschuldigt.

Präsidentenpalast erstürmt, Plünderungen

Sanogo hat Plünderungen durch Soldaten und Polizeibeamte verurteilt, weist jedoch zurück, dass seine Leute dafür verantwortlich seien. Im malischen Fersehen beschuldigte Sanogo am späten Freitagabend Leute mit „schlechten Absichten“, die Unterstützung für den Militärputsch untergraben zu wollen.

„Ich verurteile die Akte des Vandalismus und der Plünderungen, die stattgefunden haben“, sagte Sanogo in einer Fernsehansprache, nachdem zuvor das staatliche Fernsehen vorübergehend abgeschaltet war. „Gestern habe ich konkrete Beweise dafür erhalten, dass bösgesinnte Einzelpersonen Uniformen von Polizei und der Armee tragen, um diesen Putsch zu brechen, um die Meinung gegen uns zu drehen. Noch einmal bitte ich um Entschuldigung für alle erschwerenden Umstände und, wenn die Zeit reif ist, wird es Gerechtigkeit geben und Änderungen werden vorgenommen. Und hier rufe ich die Malier nochmals auf, alle Malier, egal auf welcher Ebene, ohne weitere Verzögerung diesen Vandalismus und die Plünderungen einzustellen. Ob einer eine Unform trägt oder auf welcher Ebene, beendet Vandalismus und Plünderungen. Diese sind weder unsere Aufgabe, noch unsere Sache, noch unser Ziel.“

In einem Interview mit der British Broadcasting Corporation (BBC) sagte Sanogo, Ziel des Putsches sei die Wiederherstellung der Ordnung und die Niederschlagung des Tuareg-Aufstandes, den die Armee nach eigener Angabe unter der Regierung des abgesetzten Präsidenten Touré nicht wirksam bekämpfen konnte, weil ihr nur unzureichende Waffen zur Verfügung gestellt wurden. Er rief die Tuareg dazu auf, an Friedensverhandlungen teilzunehmen.

Putschisten hatten am Mittwoch die Kontrolle über den Präsidentenpalast übernommen, nachdem sie die Unfähigkeit der Regierung von Touré kritisiert hatten, auf die Rebellion auständischer Tuareg im Norden Malis zu reagieren. Die Machtergreifung erfolgte nur fünf Wochen vor der angesetzten Wahl eines Nachfolgers für Präsident Touré. Nach den Unruhen am Freitag rückten die Tuaregrebellen mit einer Offensive weiter auf von der Regierung gehaltenes Gebiet vor. Sie wollen schon bald Kidal, Gao und Timbuktu einnehmen.

Internationale Kritik

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen rief die meuternden Soldaten dazu auf, in die Kasernen zurückzukehren und für die Sicherheit des amtierenden Staatspräsidenten Amadou Toumani Touré zu sorgen. Touré hatte 1991 in einem Putsch die damalige Militärregierung entmachtet und hatte danach rasch einer Zivilregierung die Macht übergeben. 2002 wurde er dann demokratisch gewählter Präsident des Landes und 2007 wiedergewählt.

Der Sicherheitsrat verlangte außerdem die Freilassung aller gefangengenommenen Regierungsvertreter und die augenblickliche Wiederherstellung der Verfassung und der demokratisch gewählten Regierung. UN-Generalsekretär Ban Ki-moon appellierte an die Anführer des Staatsstreiches, sich von Aktionen zurückzuhalten, die das Land weiter destabilisieren könnten. „Die verfassungsmäßige Ordnung muss unverzüglich wiederhergestellt werden“, erklärte der deutsche Außenminister Guido Westerwelle. Das Auswärtige Amt rät von Reisen nach Mali ab. Das US-Außenministerium hat zur Ruhe in Bamako aufgerufen und erklärte, hinter Präsident Touré zu stehen. „Wir haben diesen Militärputsch verurteilt, weil wir uns dem Respekt demokratischer und verfassungsmäßiger Regeln verpflichtet fühlen“, erklärte die ehemalige Kolonialmacht Frankreich durch ihren Außenminister Alain Juppé.

Der Staatsstreich wurde von der internationalen Gemeinschaft auf breiter Front verurteilt. Auch innerhalb Malis gab es Kritik. Eine Gruppe prominenter malischer Politiker veröffentlichte am Freitag ein Communiqué, in dem der Putsch als ein für Mali „gefährlicher Schritt zurück“ bezeichnet und eine augenblickliche Rückkehr zur verfassungsmäßigen Ordnung verlangt wird.

Die Vereinigten Staaten und die Europäische Union haben den Staatsstreich gleichfalls verurteilt, und die EU sowie die Weltbank setzten Entwicklungshilfemaßnahmen in dem westafrikanischen Land aus. Die Vereinigten Staaten warnten am Freitag davor, dass sie nicht-humanitäre Hilfe für Mali ebenfalls unterbrechen könnten, wenn die Demokratie nicht wiederhergestellt wird. Die EU-Außenminister forderten in einer gemeinsamen Erklärung das „unverzügliches Ende der Gewalt und die Freilassung von Staatsvertretern, den Schutz der Zivilbevölkerung, die Wiederherstellung der zivilen, verfassungsmäßigen Regierung und wie geplant die Abhaltung demokratischer Wahlen“.

Putschistenführer Sanogo sagte am Freitag, dass das Militär zurücktreten werde, sobald ein demokratisch gewählter Präsident im Amt sei, doch könne dies einige Zeit dauern. Er sagte, Präsident Touré werde kein Leid geschehen, doch lehnte er es ab, über den Verbleib des Präsidenten zu sprechen. Touré hatte bereits angekündigt, bei der kommenden Präsidentschaftswahl am 29. April nicht mehr kandidieren zu wollen.

Afrikanische Union

AU-Kommissionsvorsitzender Jean Ping (l.) und der nigerianische AU-Botschafter B. Paul Lolo

Foto: P. Heinlein (VOA)

Der Friedens- und Sicherheitsrat der Afrikanischen Union hatte rasch gehandelt, um die Mitgliedschaft Malis in der 54 Staaten umfassenden Union zu suspendieren, zwei Tage nachdem meuternde Soldaten die Macht in Bamako ergriffen hatten. Die Suspendierung erfolgt zu einem Zeitpunkt, zu dem Mali die rotierende Präsidentschaft in dem Gremium ausübte. Da aber Mali von den Beratungen ausgeschlossen wurde, verlas der stellvertretende Vositzende, der AU-Botschafter Nigerias, B. Paul Lolo die Entscheidung des Rates.

In „Anbetracht der Weise, in der die Meuterer in Mali gegen eine verfassungsgemäße Regierung gehandelt haben und konsistent mit den verschiedenen Mitteln der Afrikanischen Unions und ECOWAS hat der Rat entschieden, dass Mali in all seinen Aktivitäten von der weiteren Teilnahme ausgeschlossen wird, bis die umgehende Wiederherstellung der Verfassungsordnung erreicht wird“, sagte Lolo.

Der Vorsitzende der Kommission der Afrikanische Union, Jean Ping teilte Reportern mit, dass zwei andere westafrikanische Staatsoberhäupter – Benins Präsident Thomas Yayi Boni und Burkina Fasos Präsident Blaise Compaoré – während des Staatsstreiches mit dem malischen Präsidenten Touré in Kontakt standen. Ping sagte, dass den beiden Präsidenten versichert wurde, dass sich der abgesetzte Staatsführer in Sicherheit an einem geheimgehaltenen Ort in der Nähe der Hauptstadt Bamako befinde, wo er von Loyalisten beschützt werde. Das Außenministerium der Vereinigten Staaten hatte Berichte örtlicher Medien dementiert, nach denen Touré in der US-Botschaft in Bamako Zuflucht gesucht haben soll.

Auch Ghana schloss sich den Forderungen von ECOWAS und AU an. Das Außenministerium in Accra rief die Militärjunta außerdem dazu auf, die Menschenrechte zu respektieren. Ghana sei bereit, im Zusammenwirken mit ECOWAS und der AU sowie der internationen Gemeinschaft eine Lösung zu erarbeiten. Der ghanaische Präsident John Evans Atta Mills wird an einem ECOWAS-Sondergipfel in Abidjan teilnehmen, der sich am Dienstag (27. März) mit den Entwicklungen in Mali befassen sollte.

Der westafrikanische Staat Mali ist neben Madagaskar der zweite Staat, dessen Mitgliedschaft in der Afrikanischen Union derzeit suspendiert ist. Madagaskars Mitgliedschaft ruht seit der Absetzung von Präsident Marc Ravalomanana im März 2009.

Gaddafis Beseitigung und der Tuareg-Aufstand

Die Tuareg leben vor allem in Mali, Burkina Faso, Algerien, Libyen und im Niger.

Der Staatsstreich gab den Tuareg im Norden des Landes die Gelegenheit, ihre Position in dem von ihnen beanspruchten Gebiet zu festigen. Sie haben nach ihren eigenen Angaben die Stadt Anéfis zwischen Gao und Kidal eingenommen. Ein Führer der aufständischen Nationalen Bewegung für die Befreiung des Azawad (MNLA) sagte dem französischsprachigen Dienst der Voice of America, dass die Rebellen die Kontrolle über das Gebiet zurückgewinnen wollen, das von ihr als Land der Tuareg betrachtet wird, unabhängig davon, wer in Bamako regiert. Er sagt, dass nach Ansicht der Rebellen das Problem nicht in einer bestimmten Regierung liege, sondern darin, was die Tuareg als Besetzung des Landes empfinden.

Im Januar hatten Tuareg-Separatisten begonnen, Militärstützpunkte anzugreifen, nachdem viele schwerbewaffnete Tuareg aus Libyen zurückgekehrt waren, wo sie auf der Seite des im Oktober 2011 getöteten Machthabers Muammar al-Gaddafi gekämpft hatten. „Die libysche Krise hat den Staatsstreich nicht ausgelöst, aber sicherlich die Malaise innerhalb der Armee enthüllt“, sagt der malische Kolumnist Adam Thiam. „Präsident Amadou Toumani Touré war nicht aktiv bei der Abwehr von Drogenschmuggel und Al-Qaida-Kämpfern, und das Aufkommen neuer Rebellenbewegungen erhöhte nur die Frustration der Offiziere.“

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen sagt, dass der Konflikt mehr als 190.000 Menschen in und um Mali heimatlos gemacht habe. Sie seien unter anderem in die Nachbarstaaten Burkina Faso, Mauretanien und Niger geflohen. Viele Soldaten seien in dem Konflikt gestorben. Das Volk der überwiegend nomadischen Tuareg besteht aus etwa 1,5 Millionen Menschen. Sie erheben sich periodisch gegen ihre Marginalisierung in den Staaten Mali und Niger.

Abdul Aziz Kebe, ein Experte für arabisch-afrikanische Beziehungen an der Universität Dakar im Senegal meint, dass der Straatsstreich das Ansehen Malis trübt, weil er demonstriere, dass das Militär in vielen afrikanischen Staaten das Primat der Politik noch akzeptieren muss. „Die westlichen Mächte haben unterschätzt, dass die Beseitigung Gaddafis schwere Nachwirkungen in der Sahelzone haben würde“, fügte er hinzu.

Aus dem Bürgerkrieg in Libyen gelangten schwere Waffen und Munition in die Region, wo außer den Tuareg Drogenschmuggler, al-Qaida und andere islamistische Kombattanten operieren. Einige Regierungsvertreter Malis beschuldigen deswegen die NATO, für die schlechte Sicherheitslage im Norden des Landes mitverantwortlich zu sein.

Die Rebellen der MNLA dürften so von dem Staatsstreich profitieren. „Wir werden wahrscheinlich nach Süden vorstoßen, um bei der Befreiung des Azawad fortzufahren“, sagte Hamma Ag Mahmoud, der in der von Amadou Toumani Touré abgesetzten Militärregierung von General Moussa Traoré Minister war. „Wir haben kein Interesse an Bamako, aber an Kidal, Timbuktu und Gao. Die Meuterer werden nicht die Feuerkraft haben, um sich uns entgegenzustellen. Sie werden irgendwann ein Friedensabkommen unterzeichnen müssen.“ Ein Offizier der Rebellen in dem Ort Tessalit im Norden Malis, das von der MNLA kontrolliert wird, stellte fest: „Das einzige, was unseren Vorstoß gefährden könnte, ist eine ausländische Intervention.“

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Putsch in Mali 2012“.

Quellen[Bearbeiten]

Bericht basiert ganz oder teilweise auf Text der Voice of America
Voice of America Logo.svg
Dieser Artikel enthält Textteile, die auf einer Übersetzung eines Artikel der Voice of America basieren. Texte und Bilder auf der Website der Voice of America sind als Werke der Bundesregierung der Vereinigten Staaten, sofern keine anderen Urheber angegeben sind, gemeinfrei.

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September 12, 2011

Tropensturm Lee: Buschfeuer in Texas und Überschwemmungen im Nordosten der USA

Tropensturm Lee: Buschfeuer in Texas und Überschwemmungen im Nordosten der USA

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Veröffentlicht: 23:07, 14. Sep. 2011 (CEST)
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Das Satellitenbild der NASA zeigt Tropensturm Lee am 3. September, etwa zum Zeitpunkt des Landfalls in Louisiana

New Orleans / Wilkes-Barre (Vereinigte Staaten), 12.09.2011 – Das verbliebene Tief des Tropensturms Lee hat in den Mittelatlantikstaaten und im Nordosten der Vereinigten Staaten zu teilweise historischen Überschwemmungen geführt. In den Bundesstaaten Pennsylvania und New York wurden mehr als 100.000 Menschen dazu aufgerufen, ihre Häuser zu verlassen. In der 45.000 Einwohner zählenden Stadt Binghampton, New York, stieg der Susquehanna River mehr als sechs Meter über die Hochwassermarke auf einen noch nie beobachteten Wert. In Wilkes-Barre, Pennsylvania, weiter flussabwärts überflutete der Fluss Teile des Stadtzentrums. Durch die Auswirkungen des Tropensturmes sind insgesamt mindestens 21 Menschen gestorben.

Lee war ein relativ schwacher tropischer Sturm, der einige Tage über dem Golf von Mexiko vor sich hin dümpelte, bevor er etwa 80 Kilometer westlich von New Orleans an Land ging. Der Sturm fachte in seinen westlichen Randbereichen in Texas einige Buschfeuer an, in denen mehr als 1.600 Häuser und Wohnwagen vernichtet wurden. Eine Frau und ihr Kleinkind kamen im Bastrop County in den Flammen um, weil sie sich nicht rechtzeitig vor dem rasch um sich greifenden Feuer hatten retten können. Von dem Brand war eine Fläche von rund 115 Quadratkilometern betroffen. Zwei weitere Tote durch ein Feuer wurden aus dem Nordosten des Bundesstaates gemeldet.

Dieses von der ISS aufgenommene Foto zeigt Rauchwolken über dem Osten von Texas. Lee hat in seinen Randbereichen Wälder und Grasland zusätzlich ausgetrocknet und so die Buschbrände begünstigt.

Foto: NASA
Sturm fachte Waldbrände an

Texas leidet seit fast einem Jahr an einer extremen Dürre, die in den Sommermonaten mehrfach neue Hitzerekorde begleiteten. Als sich Lee in der Nähe der Halbinsel Yucatán bildete, hatten viele Texaner gehofft, der Sturm würde nach Nordwesten ziehen und helfen, den laufenden Buschbränden ein Ende zu bereiten. Mehr als 180 Brände sind in Texas in den letzten Tagen ausgebrochen.

Der Gouverneur des Bundesstaates hat das Weiße Haus in Washington, D.C., dafür kritisiert, dass Planierraupen und anderes schweres Gerät der amerikanischen Armee in Fort Hood bei dem dortigen Buschfeuer nicht zum Einsatz kamen. „Es ist schwieriger als es sein sollte, diese Kategorie Bundesvermögen von der föderalen Regierung freizukriegen“, sagte Rick Perry. „Wenn man es mit Menschen zu tun hat, die verletzt werden, wenn man es insbesondere mit Menschenleben zu tun hat, die in Gefahr sind, dann ist es mir wirklich egal, wem dieses Vermögen gehört. Wenn es irgendwo auf einem Hof herumsteht und nicht Teil der Lösung des Problems ist, dann ist das ein Problem.“ Der republikanische Politiker ist einer der von der Tea Party unterstützten Bewerber um die republikanische Kandidatur für das Amt des amerikanischen Präsidenten bei der Wahl im November 2012 und bekannt dafür, gegen die Ausgabenpolitik der Bundesregierung der Vereinigten Staaten zu wettern. Nun sagte Perry, er erwarte Bundeshilfen bei der Bewältigung der Brände und ihrer Folgen.

Vor der texanischen Küste ertrank ein Surfer. Ebenfalls ertrunken ist ein Jugendlicher, der in der Nähe von Fort Morgan, Alabama, von Wellen erfasst wurde. Ein weiterer Jugendlicher, der an der gleichen Stelle ins Meer gespült wurde, sowie die Mutter eines der beiden, die den beiden hinterhergesprungen war, konnten gerettet werden. Bei Mobile, Alabama, verlor ein Autofahrer auf regennasser Fahrbahn die Kontrolle über sein Fahrzeug und prallte gegen einen Versorgungsmast. Der Fahrer starb, und die vier Beifahrer wurden verletzt. Keiner der Insassen war angeschnallt.

Der Sturm wanderte dann in Richtung Alabama und lud dabei mancherorts mehr als 300 Millimeter Regen pro Quadratmeter ab. Schließlich zog er auf der Westseite der Appalachen nordostwärts bis nach Pennsylvania und New York. In den Südstaaten, wo das Erdreich aufgrund einer langen Trockenheit aufnahmefähig war, kam es kaum zu nennenswertem Hochwasser. Weiter nördlich, wohin das immer noch immense Wassermassen mit sich führende Resttief zog, war das nicht so. Hier war das Erdreich mit Nässe gesättigt, vor allem durch die Regenfälle, die in Verbindung mit Hurrikan Irene gefallen waren.

Überschwemmungen mit neuen Höchstständen in Pennsylvania und New York

Einzugsgebiet des Susquehanna River und dessen westlichen Arms

In drei Bundesstaaten wurden in Gebieten, die der Susquehanna River zu überfluten drohte, die Bewohner aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen. Von den Evakuierungen waren rund 100.000 Personen betroffen, die meisten davon in Wilkes-Barre und Umgebung. In Wilkes-Barre galt die Evakuierungsanordnung für rund 75.000 Einwohner. Hier ging man bei Ausrufung der Evakuierung davon aus, dass die Deiche gerade ungefähr die Höhe haben, bei der die Behörden den Scheitelpunkt des Hochwassers erwarteten. Im Luzerne County ordneten die Behörden die Evakuierung aller Ortschaften an, die 1972 überschwemmt worden waren. Zahlreiche Pegel zwischen Bloomsburg in der Mitte Pennsylvanias und dem Southern Tier, dem Gebiet New Yorks, das entlang der Staatsgrenze zu Pennsylvania nach Westen streicht, meldeten Rekordwasserstände.

Der Fluss ist seit den schweren Überschwemmungen im Jahr 1972, die andauernde Regenfälle im Zusammenhang mit Hurrikan Agnes ausgelöst hatten, nicht mehr so hoch gestiegen. Wäre der Fluss nur ein wenig höher gestiegen, hätte das Hochwasser die Deichkrone überspült und tausende von Gebäuden überschwemmt. Zwar blieb der Pegel gerade noch unterhalb der kritischen Marke, doch 800 bis 900 nicht ausreichend von Dämmen geschützte Häuser wurden dennoch überflutet.

Wie die Polizei des Luzerne Countys bekanntgab, kam es während der Zeit der Evakuierung zu Plünderungen. Insgesamt zwölf Personen wurden deswegen verhaftet; ihnen droht bis zu zehn Jahre Freiheitsentzug.

Hunderte von Straßen mussten im Osten Pennsylvanias wegen Hochwassers gesperrt werden, darunter die Interstate-Autobahnen I-88, die im Tal des Susquehanna River verläuft, und I-95. Aufgrund eines Steinschlages war auch eine der Hauptzugangsrouten nach Philadelphia, der Schuylkill Expressway, geschlossen. Auch Amtrak musste den Ost-West-Verkehr in New York aussetzen. Präsident Obama rief für New York und Pennsylvania den Notstand aus und machte so das Eingreifen der FEMA möglich, um den örtlichen Behörden beizustehen.

Dämme oder freie Sicht für freie Bürger?

Flutwände wie diese oder Deiche schützten Wilkes-Barre vor der Überflutung

In Wilkes-Barre haben die Dämme gehalten und so die Stadt vor einer umfassenden Überflutung bewahrt. Nur in einzelnen Bereichen der Stadt kam es zu Flutschäden. Im Zentrum leckte ein schadhaftes Fluttor, sodass es in vier Straßenblöcken zu größeren Schäden kam. Im Norden des Stadtgebiets sorgte ein sich rückstauender Bach, der über die Ufer trat, dafür, dass hier teilweise das Wasser fast zwei Meter hoch stand.

Andere Ortschaften in der Nähe kamen nicht so glimpflich davon, etwa das 5.000 Einwohner zählende West Pittston, auf dem westlichen Flussufer. Hier hat das Hochwasser manche Häuser bis zum zweiten Stockwerk überschwemmt. Der Stadt kam nun eine vor fast 40 Jahren getroffene Entscheidung teuer zu stehen. Damals – nach dem verheerenden Hochwasser durch Hurrikan Agnes – hatten sich die Bewohner der Stadt gegen neue, höhere Deiche entschieden. Sie bewerteten den freien Ausblick auf den Fluss höher als das Risiko eines extremen Hochwassers.

Nun haben fehlende Dämme die Überflutung der Stadt nicht nur ermöglicht, sondern die Wirkung wurde wahrscheinlich dadurch verstärkt, dass das Hochwasser in dem engen Tal durch die Dämme in Wilkes-Barre gehindert wurde, nach Osten zu strömen und sich folglich Entlastung auf der anderen Flussseite suchte: durch West Pittston. Nach ersten Schätzungen kam es bei 880 Häusern in der Stadt zu Hochwasserschäden. Bei 628 davon lief nur der Keller voll, doch in 236 von ihnen stand das Wasser im Erdgeschoss. Bei 16 Häusern stieg das Wasser bis zum ersten Obergeschoss.

Die Bewohner West Pittstons machen insbesondere die Eight Street Bridge, die den Susquehanna River etwa fünf Kilometer südlich der Stadt in der Jenkins Township überquert, für die Auswirkungen des Hochwassers verantwortlich. Dieses Bauwerk – erst im Frühjahr 2011 eröffnet – habe wie ein Damm das Wasser des Flusses gestaut. Die Wasserbauingenieure haben noch keine Gelegenheit gehabt, dies anhand der gemessenen Pegelstände und der registrierten Abflussmenge nachzuvollziehen. Nach Angaben von James May, einem Sprecher für das Ministerium für Verkehr Pennsylvanias, haben die Brückenbauer die Auswirkungen von hohen Wasserständen bei ihren Planungen ausreichend berücksichtigt, doch Schilderungen einzelner Betroffener sind für die Ortsansässigen Begründung genug. So berichtete Michael Butera, ein nur eine Seitenstraße vom Flussufer wohnender Rechtsanwalt, in seinem Wohnzimmer habe nun das Wasser anderthalb Meter höher gestanden als 1972 nach dem Durchzug von Hurrikan Agnes.

Lee verhinderte Schlimmeres

Dieses Satellitenbild vom 6. September verdeutlicht, wie die über dem Festland liegenden Reste von Tropensturm Lee dem herannahenden Hurrikan Katia (rechts) den Weg versperrten.

Mehrere Tage nach dem Landfall von Lee steckte das Resttief tagelang fast bewegungslos zwischen einer Front im Westen und dem herannahenden Hurrikan Katia im Osten fest. Dass das System so verhinderte, dass Katia auf die Ostküste der Vereinigten Staaten trifft und diesen Hurrikan nach Nordosten ablenkte, ist den Bewohnern in der Region nur ein schwacher Trost, denn statt des Hurrikans überschüttete sie nun tagelanger Regen mit Unmengen Wassers.

Den im August am schwersten von den Auswirkungen durch Hurrikan Irene getroffenen Gebieten, etwa in Vermont und im Nordosten New York, blieben neuerliche Unwetter weitgehend erspart, doch das Tal des Passaic River in New Jersey traf es erneut. „Wir haben gerade die Aufräumarbeiten nach der Flut durch Irene beendet“, klagte die bei Shenectady, New York, evakuierte Edith Rodriguez. „Nun müssen wir wieder von vorne anfangen.“

124 Klär- und Wasseraufbereitungsanlagen wurden zumindest teilweise überflutet. In 14 von ihnen sei der Betrieb vollständig unterbrochen worden und ungeklärtes Wasser habe sich mit dem Hochwasser vermengt, teilte ein Behördensprecher mit. Diese Verschmutzung stellt für die Bewohner, die früh in ihre Häuser zurückkehren, um zu retten, was kaum zu retten ist, eine zusätzliche Gefährdung dar.

Die Behörden Pennsylvanias teilten mit, dass in dem Bundesstaat zwölf Personen ertrunken seien. Nach Angaben der Associated Press ertranken in Maryland eine Person und in Virginia drei Personen. Im Fairfax County in Virginia wurden bei zwei nicht zusammenhängenden Zwischenfällen zwei Personen vom Wasser erfasst und mitgerissen. Eines der Opfer, ein Kind, ertrank im Piney Branch Creek in Vienna. Bei der anderen Person handelte es sich um eine erwachsene Person. Das dritte Opfer in Virginia wurde aus dem Anne Arundel County gemeldet. Insgesamt gehen auf das Konto von Tropensturm Lee mindestens 21 Tote, einschließlich der fünf Opfer in den Südstaaten.

Ausgewählte Regenmengen durch Lee
Colonial Beach, Virginia 532 mm
Elizabethtown, Pennsylvania 396 mm
Holden, Louisiana 392 mm
Waveland, Mississippi 358 mm
Florence, Mississippi 342 mm
Harrisburg Airport, Pennsylvania 338 mm
Fyffe, Alabama 329 mm
Mobile, Alabama 328 mm
Lancaster, Pennsylvania 319 mm
Albertville, Alabama 316 mm
Cleveland, Tennessee 310 mm
Gulfport, Mississippi 297 mm
Charleston, Tennessee 292 mm
Reston, Virgina 291 mm
La Fayette, Georgia 280 mm
New Orleans/Moisant, Louisiana 279 mm
Clarksburg, Maryland 269 mm
Ringgold, Georgia 259 mm
Binghampton/Broome, New York 256 mm
Milton, Florida 255 mm
Quelle: NOAA Hydrological Prediction Center
Kritik über die Finanzierung hydrographischer Einrichtungen

Der Scheitel des Hochwassers in Wilkes-Barre wurde zunächst irrtümlich bereits am Donnerstag (8. September) in der Nacht gemeldet, doch beruhten diese Informationen auf falschen Messdaten des Pegels an der North Street Bridge auf der Ostseite des Susquehanna River. Diese hatten mehrere Stunden eine Wasserhöhe von 11,83 Metern angezeigt, weswegen man irrtümlich davon ausging, dass der Höhepunkt des Hochwassers bereits erreicht sei – gut einen halben Meter unterhalb der von den Hydrologen vorhergesagten Höhe.

Doch das Wasser stieg weiter, und inzwischen stellte sich heraus, dass bei dieser Wasserhöhe das mechanische Maximum der Messeinrichtung erreicht war. Das Gerät meldete diesen Wasserstand unbeirrlich solange weiter, bis schließlich das steigende Wasser die Elektronik zur Übertragung der Messdaten erreichte und zum Verstummen brachte – oberhalb der Marke von 12,5 Metern. Tatsächlich erreichte das Hochwasser einen Stand von 13,01 Metern, etwa einen halben Meter oberhalb der Marke von 1972, etwa 40 Zentimeter unterhalb der Krone der Deiche, die Wilkes-Barre schützten.

„Was da passiert ist, ist nicht selten bei einem Hochwasser des Ausmaßes, das wir in dieser vergangenen Woche hatten“, sagte Robert Hainly, der stellvertretende Leiter des wasserwirtschaftlichen Zentrums des United States Geological Survey (USGS) für Pennsylvania. Das Gerät „arbeitete bis zu seinem letzten Atemzug und hörte dann auf“. Die elektronische Einrichtung der Messstelle sei höher montiert, als das Hochwasser nach Hurrikan Agnes gereicht habe, teilte Hainly mit, doch plane die Behörde die Messeinrichtungen anzuheben, sodass es bei einem künftigen Hochwasser nicht mehr zu einer derartigen Konfusion kommen könne. Wie Hainly mitteilte, soll es aus dem gleichen Grund an mindestens sechs Messstellen in Pennsylvania zu einem Versagen der Messeinrichtungen gekommen sein.

Doch steht vor dem Hintergrund der vom Kongress der Vereinigten Staaten beschlossenen Sparmaßnahmen die Zukunft des gesamten Pegelnetzes zur Disposition. Rund 2,4 Millionen US-Dollar sind jährlich notwendig, um in New York, Pennsylvania und an einigen südlich davon liegenden Stellen das Vorhersage- und Warnsystem zu betreiben. Davon entfällt eine Million US-Dollar direkt auf den Betrieb von Flusspegeln und Regenmessern. Diese Geräte sind Voraussetzung für genaue Vorhersagen über das Eintreffen von Hochwasser und die Ausgabe rechtzeitiger Warnungen an die Bevölkerung. Deren Finanzierung hat der Kongress gestoppt. Der Betrieb bis zum Ende des laufenden Finanzjahres, dem 30. September 2011, wurde mit Mitteln des Umweltschutzministeriums und des USGS in Höhe von 270.000 US-Dollar sichergestellt, und der Bundesstaat will auch für die Kosten für den Betrieb der auf seinem Gebiet liegenden Einrichtungen im Jahr 2012 aufkommen, doch die Zukunft des Systems ist dennoch unklar.

Laut Susan Obleski, der Sprecherin der Kommission für das Einzugsgebiet des Susquehanna River, war bereits 2011 die Finanzierung des Messnetzes aus Mitteln verschiedener Quellen des Bundesstaates und nationaler Behörden – neben dem USGS auch durch den National Weather Service – zusammengestoppelt. Selbst wenn sich Pennsylvania wie 2011 an der Finanzierung beteilige, so Obleski, „wissen wir nicht, wie es für 2012 mit dem Rest des Systems steht“.

Obleski kritisierte den Kongress dafür, ein kosteneffektives Programm zu kürzen, obwohl es dem Schutz der öffentlichen Gesundheit und Sicherheit sowie dem allgemeinen Wohlstand diene.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Atlantische Hurrikansaison 2011“.

Quellen[Bearbeiten]

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January 30, 2011

Kunstraub im Ägyptischen Museum in Kairo: „Das waren die Wächter des Museums“

Kunstraub im Ägyptischen Museum in Kairo: „Das waren die Wächter des Museums“

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Veröffentlicht: 16:54, 30. Jan. 2011 (CET)
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Haupteingang des Ägyptischen Museums in Kairo

Kairo (Ägypten), 30.01.2011 – In einem Presseinterview äußerte sich die ehemalige Museumsdirektorin des Ägyptischen Museums in Kairo, Wafaa el-Saddik, zu dem Überfall auf das Museum am vergangenen Freitag. Ihrer Aussage zufolge waren Wachleute des Museums an den Plünderungen und Zerstörungen aktiv beteiligt. Sie erklärte, viele Figuren seien auf den Boden geworfen und zerstört worden. Es sei sicher, dass pharaonische Schmuckstücke gestohlen wurden, erklärte el-Saddik weiter. Insgesamt sollen 13 Vitrinen mit Ausstellungsstücken zertrümmert worden sein.

Die Zerstörungen betrafen alle das erste Stockwerk; dort befinden sich auch die Schätze des Tutanchamun. Nur dank dem tatkräftigen Einsatz von Demonstranten auf dem At-Tahrir-Platz sei Schlimmeres verhütet worden. Den Demonstranten gelang es, einige der Plünderer festzunehmen. Sie bildeten anschließend eine Menschenkette zum Schutz des Museums. Später übernahm das Militär den Schutz des Gebäudes.

Das Motiv der Wachleute, die das eigene Museum plünderten, erklärte el-Saddik mit der schlechten Bezahlung der Wärter: „Ein Wachmann verdient etwa 250 ägyptische Pfund, das sind 35 Euro im Monat.“

Die ehemalige Museumsdirektorin erklärte weiter, nach ihrer Kenntnis sei das Museum in Memphis und seine Magazine am Sonntagmorgen komplett ausgeraubt worden.

Themenverwandte Artikel

Quellen

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March 2, 2010

Chile: Nach den Erdbeben kommen die Plünderer

Chile: Nach den Erdbeben kommen die Plünderer

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Veröffentlicht: 20:42, 2. Mär. 2010 (CET)
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Santiago de Chile (Chile), 02.03.2010 – Drei Tage nach dem schweren Erdbeben ist die Lage im Erdbebengebiet weiterhin chaotisch. Zunehmende Probleme verursachen Plünderer, die leerstehende Häuser ausrauben. Zwar haben rund 36 Stunden nach dem Erdbeben Einheiten der Armee die Stadt Concepción erreicht, konnten aber Raubzüge nicht verhindern. Ein Kaufhaus – nach anderen Meldungen ein Supermarkt mit Einkaufszentrum – in der mehrere hunderttausend Einwohner zählenden Stadt wurde am Montag, dem 1. März in Brand gesteckt, nachdem die Polizei mit Tränengas Plünderer zurückgedrängt hatte. Diese hatten zuvor mitgenommen, was verwertbar war. Anfänglich hätten nur vereinzelt Menschen genommen, was sie dringend benötigten, aber dann entwickelten sich die Plünderungen zu organisierten Raubzügen, die vor allem Elektrogeräte zum Ziel hatten. Es gibt Berichte, dass bei diesem Brand 20 Personen getötet wurden. Für diese Information gibt es jedoch keine Bestätigung.

Die scheidende Präsidentin Michelle Bachelet entsandte weitere 5000 Soldaten in die Katastrophenregion, um der Lage Herr zu werden. Es wurde eine Ausgangssperre verhängt. Diese gilt außer für Concepción noch für Cauquenes, Constitución und Talca. Vereinzelt sind Plünderer mit Waffengewalt in Wohnhäuser eingedrungen und raubten die Bewohner aus. Mancherorts wurden deswegen Bürgerwehren aufgestellt und Straßensperren errichtet.

In Vororten Concepcións lieferten sich Soldaten und Bürgerwehren mit Plünderern Schießereien, Tote habe es gegeben. Die Deutsche Presseagentur verbreitete einen Lagebericht von Claudia Lagos, einer Lehrerin an der Universität von Chile, nach der in San Pedro de la Paz zwei Personen erschossen wurden. Vize-Innenminister Patricio Rosende sagte der Presse, dass bisher 160 Menschen festgenommen wurden. Viele Menschen sind offenbar gezwungen, sich durch Einbrüche in Lebensmittelgeschäften zu versorgen, da Trinkwasser und Lebensmittel Mangelware sind; auch die Strom- und Gasversorgung funktionieren nicht.

Zerstörungen durch den Tsunami bei San Antonio

Unterdessen ist die Zahl der Erdbeben- und Tsunamiopfer weiter gestiegen. Innenminister Edmundo Pérez Yoma nannte inzwischen die Zahl von 723 registrierten Toten, wies aber daraufhin, dass der Tsunami manche Ortschaften vollständig mitgerissen habe. „Je mehr Zeit vergeht, desto mehr schlechte Nachrichten werden wir bekommen“, stellte er fest. Viele der zwei Millionen betroffenen Bewohner sind obdachlos.

Der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva kam als erster ausländischer Politiker nach der Katastrophe nach Chile und bot dem Land die Unterstützung seines Landes an. Chile hat inzwischen bei der Europäischen Union um Unterstützung gebeten. Wie die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton mitteilte, brauche Chile Hilfe bei der Reparatur von Brücken und Telekommunikationsverbindungen. Außerdem würden Wasseraufbereitungsanlagen sowie Hilfe bei der medizinischen Versorgung benötigt. „Die Bundesregierung steht bereit, bei der Bewältigung der Folgen zu helfen“, hieß es in Berlin.

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November 19, 2006

Unruhen im Inselstaat Tonga: Militärhilfe aus Australien und Neuseeland

Unruhen im Inselstaat Tonga: Militärhilfe aus Australien und Neuseeland

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Artikelstatus: Fertig 15:44, 19. Nov. 2006 (CET)
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Lage Tongas im Pazifischen Ozean

Nuku’alofa (Tonga), 19.11.2006 – Gewalttätige Unruhen erschütterten am Donnerstag den pazifischen Inselstaat Tonga. Aufgebrachte Jugendliche warfen Autos um und zündeten sie an, Geschäfte wurden geplündert und ebenfalls in Brand gesteckt. Unruhen dieses Ausmaßes hatte es bisher in dem Inselkönigreich mit rund 100.000 Einwohnern noch nicht gegeben. 80 Prozent der Gebäude in der tongaischen Hauptstadt Nuku’alofa sollen offiziellen Angaben zufolge zerstört worden sein. Mindestens acht Menschen starben während der Unruhen, mindestens sechs der Toten sollen vor ihrem Ableben selbst aktiv daran beteiligt gewesen sein. Ihre verkohlten Leichen waren von Feuerwehrleuten gefunden worden. Militär- und Polizeieinheiten aus Australien und Neuseeland, insgesamt etwa 150 Einsatzkräfte, darunter nach Angaben des „New Zealand Herald“ 71 Soldaten und sieben Polizisten aus Neuseeland sowie laut BBC 85 Polizisten und Soldaten aus Australien, trafen gestern auf Tonga ein. Sie entsprachen damit einem Hilfeersuchen tongaischer Behörden. Neuseeländische Einheiten übernahmen gestern die Kontrolle über den Fau’amotu International Airport. Der Flugverkehr kam weitgehend zum Erliegen. Hunderte Neuseeländer, die auf Tonga leben, sowie Touristen sollen ab Montag von der Insel evakuiert werden. Auf Tonga leben nach Schätzungen etwa 600 Neuseeländer, außerdem halten sich etwa 100 Touristen dort auf. Inzwischen soll wieder relative Ruhe in der Hauptstadt eingekehrt sein, es wurde aber der Ausnahmezustand erklärt.

Der Einsatz der australischen und neuseeländischen Einheiten war von den beiden Premierministern, John Howard beziehungsweise Helen Clark, auf einer Pressekonferenz in Vietnam am Rande des APEC-Gipfels bekannt gegeben worden. Der australische Premier Howard sagte, als reichstes und größtes Land der Region müsse Australien seiner Verantwortung nachkommen zu helfen.

Die Unruhen sollen durch das geringe Reformtempo bei der Umsetzung demokratischer Reformen ausgelöst worden sein. Dabei spielte das Ende der parlamentarischen Sitzungsperiode offenbar eine auslösende Rolle. Es bestand die Befürchtung, das Parlament könne sich vertagen, ohne wesentliche Reformvorhaben beschlossen zu haben. Die Reformen sollten eine Änderung des Wahlsystems zum Ziel haben, die es ermöglichen würde, die Zusammensetzung des 30-köpfigen Parlaments durch demokratische Wahlen statt wie bisher üblich durch Ernennung zu bestimmen. Entsprechende Zusagen hatte die Regierung noch am Dienstag gegeben. 2008 sollen Parlamentswahlen stattfinden. Die Unruhen, die mit Plünderungen einher gingen, richteten sich zum Teil auch gegen Angehörige der chinesischen Minderheit, deren Geschäfte zerstört wurden. In der chinesischen Botschaft auf Tonga sollen nach eigenen Angaben 150 Personen chinesischer Herkunft Zuflucht gesucht haben, deren Häuser und Geschäfte zerstört worden waren.

Angaben eines BBC-Reporters zufolge werden Banden für die Zerstörungen verantwortlich gemacht, die mit der Demokratiebewegung in dem Königreich in Verbindung stünden. Der Premierminister Tongas, Feleti Sevele, hat nun zügige Reformen angekündigt.

König George Tupou V. hat auf Tonga eine große Machtfülle. So geht die Regierung nicht aus demokratischen Wahlen hervor, sondern es werden zehn der 14 Kabinettsmitglieder persönlich auf Lebenszeit vom König ernannt. Die fehlenden vier Sitze im Kabinett sind für den Adel reserviert. Auch im Parlament haben die Adelsfamilien die Mehrheit der Sitze inne.

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September 2, 2005

Chaos in New Orleans: Bürgermeister fordert mehr Unterstützung

Chaos in New Orleans: Bürgermeister fordert mehr Unterstützung

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Artikelstatus: Fertig 19:22, 2. Sep 2005 (CEST)
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New Orleans (Vereinigte Staaten), 02.09.2005 – Trauer und Wut beherrschen die Stimmung in dem vom Hurrikan „Katrina“ verwüsteten New Orleans. Trauer über wahrscheinlich tausende Tote, die in den Fluten ertrunken sind, nachdem die Dämme der Stadt gebrochen waren. Und Wut über die hoffnungslose Lage und nur schleppend eintreffende Hilfe seitens der Bundesregierung. In einem verzweifelten Hilferuf wandte sich der Bürgermeister der Stadt heute in einem Radiointerview an die Bundesbehörden.

„Da sind Tausende gestorben und jeden Tag sterben weitere und wir können es nicht auf die Reihe bekommen, die Hilfe zu organisieren? Jemand muss sich verdammt nochmal ins Flugzeug setzen und herkommen und diese Fragen auf der Stelle lösen!“, wetterte der Bürgermeister Ray Nagin.

Nach wie vor ist die Evakuierung des Superdome in New Orleans, der als Notunterkunft für tausende Menschen diente, nicht gelöst. Die sanitären Verhältnisse dort seien katastrophal. Auch von Vergewaltigungen war die Rede. Immer noch fehlen Busse, um die Menschen zu einem Ausweichquartier in einem Stadion in Houston (Texas) zu transportieren. Aus Houston heißt es, der Platz dort reiche auch nicht aus, um die aus dem Superdome Evakuierten aufzunehmen. Wegen Überfüllung musste die dortige Arena geschlossen werden, Flüchtende aus den Katastrophengebieten mussten abgewiesen werden. Neue Ausweichquartiere sollen nun in San Antonio (Texas), etwa 800 Kilometer von New Orleans entfernt, geschaffen werden.

Nach Angaben von Heimatschutzminister Michael Chertoff erstreckt sich das Katastrophengebiet über eine Fläche von 233.000 Quadratkilometern. Die Situation in der Region um New Orleans ist nach Aussage der Gouverneurin von Louisiana, Kathleen Blanco, nach wie vor dramatisch. Bis zu 300.000 Menschen säßen in der Region immer noch fest. Es gäbe kein Trinkwasser und keine Medikamente, die Nahrung sei knapp. Wegen dieser Not greifen die Menschen zur Selbsthilfe. Plünderungen sind an der Tagesordnung. Die Polizisten der Stadt sind der Situation nicht mehr gewachsen. Mehrere von ihnen hätten bereits den Dienst quittiert. Dies gab der Polizei-Superintendent H.L. Whitehorn bekannt. Viele Beamte hätten durch den Hurrikan selbst ihren Besitz verloren und wollten sich jetzt nicht dem Risiko aussetzen, von Plünderern erschossen zu werden.

Auch das Krisenmanagement des Präsidenten Georg Bush gerät inzwischen in die Kritik. Beim Kongress der Vereinigten Staaten hat die Regierung Mittel in Höhe von 10,5 Milliarden Dollar angefordert. Mit einer positiven Entscheidung wird gerechnet.

Regierungen aus allen Regionen der Welt haben den USA inzwischen ihre Hilfe angeboten, darunter auch Deutschland, in dessen Namen Bundeskanzler Schröder sowie der Außenminister Fischer ihre Hilfe zugesichert haben. Wie ein Pressesprecher des US-Außenministeriums mitteilte, will die US-Regierung diese Hilfsangebote auch in vollem Umfang in Anspruch nehmen: „Wir nehmen alles an, was die schwierige, tragische Situation der Menschen, die von Hurrikan Katrina betroffen sind, leichter macht“, sagte er. Er fügte hinzu: „Es sollte uns ermutigen, dass die Welt den Amerikanern in Notzeiten die Hand reicht.“

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Schwere Explosionen in New Orleans

Schwere Explosionen in New Orleans – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Schwere Explosionen in New Orleans

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Artikelstatus: Fertig 16:54, 2. Sep. 2005 (CEST)
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New Orleans (Vereinigte Staaten), 02.09.2005 – Am Ufer des Mississippi südlich des französischen Viertels gab es am Morgen (Ortszeit) mehrere Explosionen. Flammen schossen in den noch dämmrigen Himmel. Weitere kleine Explosionen folgten, dann stieg eine schwarze Rauchwolke auf. Ein Eisenbahndepot soll auch in Flammen stehen. Man spürte die Erschütterung der Detonationen bis in die überflutete Innenstadt.

Ein Polizeisprecher sagte dem Sender CNN, mehrere Waggons seien explodiert.

Der Kriminalität sind in New Orleans momentan keine Grenzen gesetzt. Am vergangenen Donnerstag fielen Schüsse, bewaffnete Überfälle finden statt, Vergewaltigungen und Plünderungen häufen sich. Auch Hilfsgütertransporte und Rettungshelfer werden angegriffen. Die Kritik am Präsidenten George W. Bush sowie an den Behörden der Staaten Mississippi, Alabama und Louisiana wächst.

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August 5, 2005

Unruhen im Sudan nach dem Tod von Ex-Rebellenführer John Garang

Unruhen im Sudan nach dem Tod von Ex-Rebellenführer John Garang

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Artikelstatus: Fertig 5. Aug. 2005 (CEST)
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Juba in der Region Bahr al-Dschabal

Juba (Sudan), 05.08.2005 – Die Unruhen nach dem Tod des ehemaligen Rebellenführers John Garang, der gerade zum Vizepräsidenten ernannt worden war, haben inzwischen nach Angaben des Internationalen Roten Kreuzes zu 130 Toten geführt.

Allein in Khartoum seien 111 Tote zu beklagen. Ebenso war Juba, vorgesehen als neue Hauptstadt des Süd-Sudan, in den letzten Tagen von schweren Unruhen erschüttert worden. Inzwischen haben Kämpfer von Ex-Rebellenführer Garang in Juba als Vertreter der Staatsmacht zusammen mit den offiziellen Regierungstruppen Stellung bezogen. Rund 1.000 Kämpfer der ehemaligen Rebellenarmee, die sich selbst als Befreiungsbewegung/Befreiungsarmee des Sudanesischen Volkes (SPLM/A) bezeichnen, trafen am Donnerstag in Juba ein, das seit dem Friedensabkommen mit der Regierung als neue Hauptstadt des autonomen Südens gilt. Dort halfen sie, die Plünderungen zu stoppen, von denen insbesondere die Märkte der Stadt betroffen waren. Juba war vorher Garnisonsstadt der regulären sudanesischen Armee, in der 40.000 bis 60.000 Regierungstruppen stationiert sind. Juba war vorher nie in die Hände der Rebellen geraten.

Der 21 Jahre andauernde Bürgerkrieg zwischen Nord- und Südsudan endete im Januar des Jahres mit einem Friedensabkommen, das als Meilenstein auf dem Weg des Sudan in eine friedliche und demokratische Zukunft des Landes gesehen wurde. Der sudanesische Präsident Omar al-Beshir ernannte heute Salva Kiir als Nachfolger John Garangs zum neuen Vizepräsidenten des Landes. Dieser ist zugleich Oberhaupt des Süd-Sudan, der nach dem Friedensabkommen relative Autonomie genießt.

John Garang war am 1. August 2005 bei einem Hubschrauberabsturz ums Leben gekommen.

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August 1, 2005

Vize-Präsident des Sudan bei Hubschrauberabsturz getötet

Vize-Präsident des Sudan bei Hubschrauberabsturz getötet

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Artikelstatus: Fertig 1. Aug. 2005 (CEST)
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John Garang im August 2004

Khartum (Sudan) / Kampala (Uganda), 01.08.2005 – Der sudanesische Vizepräsident John Garang ist bei einem Hubschrauberabsturz am Samstag ums Leben gekommen. Die sudanesische Regierung hat den Tod des 60-jährigen Politikers, Mathematiklehrers und Rebellenführer mittlerweile offiziell bestätigt.

Garang war seit 1983 Anführer seiner Rebellentruppe, der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee („SPLA“). Nach Angaben des arabischen Senders Al-Dschasira ist es in der sudanesischen Hauptstadt Khartum nach der Bekanntgabe seines Todes zu Unruhen und Plünderungen gekommen. Garang wurde erst vor drei Wochen im Rahmen des Friedensabkommens als Vizepräsident vereidigt.

Der Hubschrauber mit 14 Menschen an Bord befand sich auf dem Weg von Uganda zu seiner Residenz in dem Sudan, als er wegen Schlechtwetters an einer Bergkette im Süden Sudans nahe der Stadt New Site abstürzte. Rettungskräfte haben das Wrack des Hubschraubers bereits gefunden. Es gab keine Überlebenden des Unglücks. Mit an Bord befanden sich auch zwei Leibwächter Garangs.

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