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August 18, 2008

Pakistans Präsident Musharraf kündigt Rücktritt an

Pakistans Präsident Musharraf kündigt Rücktritt an

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Veröffentlicht: 14:11, 18. Aug. 2008 (CEST)
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Pervez Musharraf

Islamabad (Pakistan), 18.08.2008 – Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf kündigte in einer Fernsehansprache an, sein Rücktrittsgesuch dem Parlament zukommen zu lassen. Pervez Musharraf war erst am 6. Oktober 2007 nach heftigen innenpolitischen Unruhen wieder gewählt worden. Als aktuellen Auslöser seines Rücktrittgesuches wird ein mögliches Amtsenthebungsverfahren des Parlaments angesehen. Die Regierungsparteien in Pakistan, die Pakistanische Volkspartei (PPP) und die Muslim-Liga (PML-N), hatten erklärt, am Dienstag das Amtsenthebungsverfahren einzuleiten.

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March 25, 2008

Pakistan: Parlament wählte Musharraf-Gegner zum Regierungschef

Pakistan: Parlament wählte Musharraf-Gegner zum Regierungschef

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Veröffentlicht: 18:54, 25. Mär. 2008 (CET)
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Islamabad (Pakistan), 25.03.2008 – Das bei den Parlamentswahlen vom Februar 2008 in Pakistan gewählte neue Parlament wählte gestern Yusuf Raza Gilani zum neuen Premierminister. Gilani ordnete bereits gestern – vor seiner für heute geplanten Amtseinführung – die Freilassung der von Präsident Musharraf inhaftierten Richter des Obersten Gerichtshofes an. Am heutigen Dienstag wurde Gilani von Präsident Musharraf vereidigt. Die Vereidigung wurde live im pakistanischen Fernsehen übertragen.

Musharraf hatte die Richter nach der Verhängung des Ausnahmezustandes Anfang November 2007 in Haft nehmen lassen. Dies war zu einem Zeitpunkt geschehen, als eine Entscheidung des obersten Gerichts zur Überprüfung der Rechtmäßigkeit der Wiederwahl Musharrafs als Präsident unmittelbar bevorstand. Die Freilassung der Richter durch den neuen Ministerpräsidenten werteten Beobachter als politisches Signal an den noch amtierenden Präsidenten zum künftigen Regierungskurs. Die (nun ehemaligen) Oppositionsparteien, die seit der Wahl die Mehrheit im Parlament besitzen, suchen offenbar die Konfrontation mit Musharraf. Außerdem bat Gilani das Parlament um Unterstützung für eine Bitte an die Vereinten Nationen, den Mord an Benazir Bhutto zu untersuchen.

Gilani war zurzeit der zweiten Amtsperiode unter Benazir Bhutto, der ermordeten ehemaligen Ministerpräsidentin und Vorsitzenden der Pakistanischen Volkspartei, Parlamentspräsident gewesen. 2001 war er wegen Amtsmissbrauchs zu einer Haftstrafe verurteilt worden, aus der er 2006 entlassen wurde. Der neue Premierminister wurde mit 264 von 342 Stimmen von der Nationalversammlung gewählt. Er setzte sich damit klar gegen Chaudhry Pervaiz Elahi, den Kandidaten der dem Präsidenten Musharraf nahestehenden Partei PML-Q, durch, der nur 42 Stimmen auf sich vereinigen konnte. Gilanis Kandidatur war innerhalb der Pakistanischen Volkspartei Ergebnis eines längeren Tauziehens. Es ist noch nicht sicher, ob er nur ein Übergangskandidat ist oder ob er die volle Amtszeit in dieser Position bleiben wird. Der Witwer der ermordeten ehemaligen Ministerpräsidentin, Asif Ali Zardari, der der Pakistanischen Volkspartei vorsteht, zurzeit aber kein Abgeordnetenmandat hat, verfügt innerhalb der Pakistanischen Volkspartei über eine starke Hausmacht, die ihn als neuen Ministerpräsidenten favorisiert. Zardari äußerte sich gegenüber der Tageszeitung „The News“ jedoch dahingehend, dass Gilani nicht nur „für drei Monate“ im Amt bleiben werde. Gilani selbst hatte am Wochenende gesagt, er werde nur so lange im Amt bleiben, wie seine Partei dies wünsche.

Die künftige Regierungskoalition, die Gilani gestern zum neuen Premierminister wählte, setzt sich aus mehreren Parteien zusammen: der Pakistanischen Volkspartei (PPP) mit einer nach eigener Aussage sozialdemokratischen Orientierung, der Partei des ehemaligen Ministerpräsidenten Nawaz Sharif, PML-N, der (paschtunisch-nationalistischen) Awami-National-Partei und der Jamiat Ulema-i-Islam („Gemeinschaft Islamischer Gelehrter“ mit islamisch-fundamentalistischer Prägung).

Bereits in der letzten Woche hatte das neu gewählte pakistanische Parlament ein Zeichen für einen politischen Neuanfang gesetzt, indem es erstmals in der Parlamentsgeschichte des Landes eine Frau zur Parlamentspräsidentin wählte. Es handelt sich dabei um die der Pakistanischen Volkspartei angehörende Fahmida Mirza.

Bereits am Tag seiner Amtseinführung telefonierte Gilani mit dem US-amerikanischen Präsidenten George W. Bush. Dieser habe laut Reuters unter Berufung auf eine Sprecherin des Weißen Hauses „die Bedeutung des Kampfs gegen den Extremismus“ betont. Nawaz Sharif, Vorsitzender einer Koalitionspartei der neuen Regierung unter Gilani, traf heute mit dem stellvertretenden US-Außenminister John Negroponte sowie US-Außenstaatssekretär Richard Boucher zusammen. Sharif erklärte dabei, der amtierende Präsident Musharraf habe nicht die Unterstützung der Bevölkerung und sei ein unrechtmäßiger Präsident. Ein Parlamentsausschuss werde die Sicherheitslage des Landes prüfen und die von Präsident Musharraf getroffenen Entscheidungen in diesem Zusammenhang.

Die deutsche Bundesregierung hege große Erwartungen gegenüber dem heute vereidigten neuen pakistanischen Ministerpräsidenten, erklärte das Auswärtige Amt. Ein Sprecher nannte dabei als wesentliche Themenfelder die Festigung der Demokratie, die Reform der Wirtschaft sowie die Bekämpfung von Armut und Terrorismus.

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February 22, 2008

Parlamentswahlen 2008 in Pakistan

Parlamentswahlen 2008 in Pakistan – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Parlamentswahlen 2008 in Pakistan

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Veröffentlicht: 21:05, 22. Feb. 2008 (CET)
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Islamabad (Pakistan), 22.02.2008 – Pakistan wählte am 18. Februar 2008 ein neues Parlament. Knapp acht Wochen nach dem Attentat auf Oppositionsführerin Benazir Bhutto am 27. Dezember 2007 in Rawalpindi, in der Provinz Punjab, waren über hundert Millionen Pakistanis aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen.

Nach ersten Ergebnissen kommt die Pakistanische Volkspartei (Pakistan Peoples Party) PPP von Benazir Bhutto auf 86 von 252 Sitzen. Die Muslimliga (Muslimliga Nawaz Sharifs) (PML-N) von Nawaz Sharif kommt auf 65 Sitze. Die regierende Muslimliga (Pakistan Muslim League Quaid-e-Azam) (PML-Q) von Staatspräsident Pervez Musharraf musste erheblichen Stimmeneinbußen hinnehmen und stürzte von 130 auf 37 Abgeordnete ab. Die weiteren Sitze verteilen sich auf kleinere Parteien und unabhängige Kandidaten.

Während die befürchteten Wahlmanipulationen weitgehend aus blieben, lag die Wahlbeteiligung nur bei ca. 35 Prozent.

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December 17, 2007

Ausnahmezustand in Pakistan aufgehoben

Ausnahmezustand in Pakistan aufgehoben – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Ausnahmezustand in Pakistan aufgehoben

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Veröffentlicht: 23:43, 17. Dez. 2007 (CET)
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Islamabad (Pakistan), 17.12.2007 – Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf hat den seit sechs Wochen geltenden Ausnahmezustand für beendet erklärt. Ein entsprechendes Dekret vom Freitag trat am Samstagmittag in Kraft.

In einer am Abend vom staatlichen Fernsehen übertragenen Rede an die Nation sicherte Musharraf zu, die für den 8. Januar geplanten Parlamentswahlen würden „ausgewogen und transparent“ verlaufen. Von Gegnern des Regimes wird jedoch eingewandt, ein normaler Wahlkampf sei angesichts einer zu erwartenden Fortsetzung der Kontrolle der Medien und des Justizapparates kaum möglich. Musharraf hatte die Verhängung des Ausnahmezustandes mit der wachsenden Terrorismusgefahr begründet, seine Macht dann jedoch auch dazu benutzt, führende Richter auszutauschen. Außerdem sollen tausende Oppositionelle während des Ausnahmezustandes verhaftet worden sein.

Die Rechtmäßigkeit seiner Kandidatur zu den Präsidentschaftswahlen vom 6. Oktober des Jahres sollte vor Gericht angefochten werden, weil der Präsident gleichzeitig Oberbefehlshaber der pakistanischen Armee war. Ende November trat Musharraf von dieser Funktion zurück. Einem möglichen für ihn negativen Urteil des Obersten Gerichts war der Präsident durch die Absetzung des obersten Richters Iftikhar Muhammad Chaudhry zuvorgekommen, der als einer der schärfsten Gegner Musharrafs gilt. Die neu eingesetzten Richter erklärten dann die Kandidatur Musharrafs für rechtens.

Benazir Bhutto, die ehemalige Ministerpräsidentin von Pakistan, welche auch zur Wahl steht, begrüßte die Entscheidung Musharrafs als „entscheidenden Schritt vorwärts“. Als sie Mitte Oktober nach achtjährigem Exil in ihr Land zurückkehrte, ereignete sich ein folgenschwerer Anschlag bei den Feierlichkeiten, der über 130 Menschenleben forderte. Ihre Partei konnte sich mit der von Nawaz Sharif, der erst im November aus dem Exil zurückkam, nicht auf eine gemeinsame Linie einigen. Sharif hatte zu einem Boykott der bevorstehenden Wahlen aufgerufen, nachdem er zuvor als Kandidat ausgeschlossen worden war.

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November 19, 2007

Seit 2001 geheimer US-Schutz für Pakistans Atomwaffen

Seit 2001 geheimer US-Schutz für Pakistans Atomwaffen

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Veröffentlicht: 19:58, 19. Nov. 2007 (CET)
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Islamabad (Pakistan), 19.11.2007 – Unter Berufung auf die New York Times berichtet FOCUS-Online, dass die US-Regierung seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 etwa 100 Millionen US-Dollar in die Sicherung des pakistanischen Atomwaffenarsenals gegen den Zugriff durch Terrorgruppen investiert habe. Unter anderem sei Technik zur Aufspürung atomaren Materials geliefert und die Personalschulung subventioniert worden.

Mit Zunahme der Unruhen in Pakistan mehren sich die Sorgen, dass sich die Sicherungsmaßnahmen als unzureichend erweisen könnten, da Pakistan der US-Regierung angeforderte Auskünfte beispielsweise zu Lagerstätten verweigere. Stattdessen nutzt Musharraf die innenpolitischen und internationalen Ängste um das pakistanische Atomwaffenarsenal zur Rechtfertigung des von ihm verhängten Ausnahmezustandes und empfahl sich bei einem Treffen mit US-Vizeaußenminister John Negroponte in Islamabad am 17. November 2007 als einzig möglichen Garanten dafür, dass die Atomwaffen nicht in die falschen Hände geraten.

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November 17, 2007

Freie pakistanische Medien werden abgeschaltet

Freie pakistanische Medien werden abgeschaltet

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Veröffentlicht: 23:29, 17. Nov. 2007 (CET)
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Islamabad (Pakistan) / Dubai (Vereinigte Arabische Emirate), 17.11.2007 – Auf enormen Druck des pakistanischen Präsidenten, General Pervez Musharraf, wurde der aus dem Scheichtum Dubai sendende Fernsehkanal Geo TV am 16. November um null Uhr Dubai Zeit (GMT +04:00) abgeschaltet. Seit dem darf der Sender keinerlei Nachrichten, Diskussionen oder Analysen mehr senden. Gesendet werden lediglich Serien, Dramen und Musikvideos, zum Großteil Wiederholungen. Geo News galt in den Augen internationaler Beobachter als der beliebteste Fernsehsender des Landes.

Mian Mohammed Nawaz Sharif, ein Politiker der oppositionellen PML/N, wird von „thenews.com“ mit den Worten zitiert, die Schließung der Sender seien ein tragischer Moment in der Geschichte Pakistans, da das Musharraf-Regime jedes Symbol der freien Rede und der Demokratie in dem Land auslösche. Auch viele andere Vertreter der pakistanischen Öffentlichkeit zeigten sich schockiert von den jüngsten Maßnahmen der Regierung, die die freie Berichterstattung der Medien unterbinden sollen.

Die Einschränkung der freien Berichterstattung folgt der Ausrufung des Notstandes in Pakistan durch General Musharraf, bei der die Richter des Obersten Gerichtshofs entlassen worden waren. Heute wurde gemeldet, dass auch ARY One World, ein in der pakistanischen Sprache Urdu berichtender Sender, seinen Betrieb einstellen musste.

In einem Interview mit BBC am heutigen Samstag verteidigte Musharraf den Ausnahmezustand mit der Warnung, die Nuklearwaffen des Landes könnten in falsche Hände geraten, wenn bei den für Januar geplanten Wahlen Unruhen ausbrächen.

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November 5, 2007

Ausnahmezustand in Pakistan: USA überprüfen Finanzhilfen

Ausnahmezustand in Pakistan: USA überprüfen Finanzhilfen

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Veröffentlicht: 22:49, 5. Nov. 2007 (CET)
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Islamabad / Rawalpindi (Pakistan), 05.11.2007 – Zwei Tage nach der Verhängung des Ausnahmezustandes ist die Lage in Pakistan durch ein Klima der Einschüchterung und Gewalt gekennzeichnet. Mit den Worten „Die Polizei hat gnadenlos auf uns eingeprügelt“, beschrieb ein Rechtsanwalt die Situation in Rawalpindi, wo hunderte Rechtsanwälte gegen die Ausrufung des Ausnahmezustandes protestiert hatten. Die Polizei ging mit Tränengas und Schlagstöcken in mehreren Städten gegen Demonstranten vor. Augenzeugen berichteten von über 250 Festnahmen in Rawalpindi.

Große Protestaktionen mit zehntausenden Demonstranten wie im März, als der Richter Iftikhar Chaudhry abgesetzt wurde, blieben dieses Mal jedoch aus. Eine der größten Demonstrationen fand vor dem Hohen Gericht in Lahore (Ostpakistan) statt, vor dem rund tausend Menschen demonstrierten. Zunächst hatten hier etwa 2000 Anwälte im Gerichtsgebäude die Beendigung des Ausnahmezustandes gefordert. Als die Demonstranten dann versuchten, vor dem Gebäude eine Kundgebung abzuhalten, stürmten hunderte Polizisten das Gebäude. Auch hier setzte die Polizei Gummiknüppel und Tränengasgranaten ein. Rund 250 Demonstrationsteilnehmer wurden festgenommen.

Politische Beobachter vermuten, dass der Staatspräsident und Oberbefehlshaber der pakistanischen Armee, Pervez Musharraf, mit der Verhängung des Ausnahmezustandes vor allem einem für ihn ungünstigen Entscheid des Obersten Gerichts über die Zulässigkeit seiner Kandidatur bei den Präsidentschaftswahlen zuvor kommen wollte. Durch das Außerkraftsetzen der Verfassung war es dem Präsidenten möglich, den obersten Richter Iftikhar Muhammad Chaudhry, der als einer der schärfsten Gegner Musharrafs gilt, abzusetzen. Mit einer Entscheidung des Gerichts über die Rechtmäßigkeit der Präsidentschaftswahl vom 6. Oktober des Jahres war für den 15. November gerechnet worden.

Die Vereinigten Staaten gingen inzwischen auf vorsichtige Distanz zu Musharraf, Pakistan gilt als strategischer Verbündeter der USA in dieser Region, vor allem im Rahmen des Kampfes gegen den Terrorismus. Das pakistanische Grenzgebiet zu Afghanistan gilt als Rückzugsgebiet von Taliban- und al-Qaida-Kämpfern, die von hier aus ihren Kampf in Afghanistan organisieren. Die enorme strategische Bedeutung Pakistans wird zusätzlich noch durch die Tatsache bestimmt, dass das Land Nuklearwaffen besitzt. Die Reaktion der USA auf die Ausrufung des Ausnahmezustandes fiel daher vergleichsweise moderat aus, wie Beobachter einschätzten: Man wolle prüfen, ob die Finanzhilfen für Pakistan in der gegenwärtigen Form fortgesetzt werden könnten, ließ sich die US-Außenministerin Condoleezza Rice vernehmen und fügte hinzu, oberste Priorität habe für den US-Präsidenten „Amerika zu beschützen, indem er den Kampf gegen den Terror fortführt“. Seit 2001 sollen fast elf Milliarden US-Dollar nach Pakistan geflossen sein.

Die Oppositionspolitikerin Benazir Bhutto ist nun offenbar doch nach Pakistan zurückgereist, nachdem sie in der letzten Woche wegen der instabilen politischen Lage das Land verlassen hatte. Sie soll in ihrem Haus in Karachi Interviews geben, in denen sie zwar die Ausrufung des Ausnahmezustandes verurteilt, andererseits ihre Parteianhänger aber nicht zu Gegendemonstrationen aufgerufen hat. Politische Beobachter vermuten, dass im Hintergrund über eine Machtteilung mit Musharraf verhandelt wird. Politische Beobachter vermuten, ein solches Arrangement läge auch im Interesse der USA, die daran interessiert sind, in Pakistan einen verlässlichen Verbündeten in der Region zu behalten, ohne das Land zu destabilisieren. Die Oppositionsführerin Benazir Bhutto könnte dem Land als Führungspersönlichkeit wegen ihrer großen Beliebtheit in der Bevölkerung zu dem Ansehen verhelfen, das notwendig ist, um Pakistan als stabilen Faktor in der Region abzusichern. Unter Musharraf wurde Pakistan zusehends destabilisiert, die Taliban und andere islamistische Kräfte gewannen immer mehr an Einfluss. Die Grundstimmung in der Bevölkerung ist durch Anti-Amerikanismus geprägt.

Vor dem Hintergrund der zunehmenden Destabilisierung der Nuklearmacht Pakistan durch den wachsenden Druck radikalisierter islamistischer Fundamentalisten werden auch die Befürchtungen verständlich, die die jetzige Situation in den Augen der USA auslösen müssen: „Das heutige Pakistan ist eine ungleich größere Bedrohung für Amerikas Interessen als der Iran von morgen“, sagte der Islamexperte Richard Bulliet. Größer als die Befürchtungen, die der Ausnahmezustand in Pakistan auslöst, sind nur noch die Ängste, dass eine demokratische Entwicklung in Pakistan zu einer noch größeren Gefahr werden könnte, in dem nämlich islamistische, anti-amerikanische Kräfte auf legale Weise die Oberhand gewinnen könnten. Das wissen auch die Machthaber in Pakistan. Der pakistanische Informationsminister Tariq Azim Khan: „Wenn die USA die Wahl haben […] zwischen relativer Stabilität oder mehr Demokratie, die aber droht, in die Hand von Extremisten zu fallen, dann weiß ich wohl, wie sich unsere Freunde in Washington entscheiden werden.“

Die pakistanische Regierung erklärte heute, am Zeitplan für die Parlamentswahlen Mitte Januar solle trotz des Ausnahmezustandes festgehalten werden.

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  • Pakistan: Musharraf verhängt Ausnahmezustand (04.11.2007)
  • Portal:Pakistan

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November 4, 2007

Pakistan: Musharraf verhängt Ausnahmezustand

Pakistan: Musharraf verhängt Ausnahmezustand

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Veröffentlicht: 12:14, 4. Nov. 2007 (CET)
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Lage Pakistans

Islamabad (Pakistan), 04.11.2007 – Der pakistanische Staats- und Armeechef Pervez Musharraf hat gestern den Ausnahmezustand über das Land verhängt und die Verfassung außer Kraft gesetzt. Außerdem wurde der Oberste Gerichtshof in Islamabad von paramilitärischen Einheiten, die laut AFP dem Innenministerium unterstellt sind, und einigen Dutzend Polizisten umstellt. Der Sendebetrieb von privaten Fernsehsendern wurde eingestellt, auch die meisten Telefonleitungen sind tot. Im ganzen Land soll es mehrere Festnahemen gegeben haben. Laut „Geo TV“, einem privaten Fernsehsender wurde unter anderem der Präsident der „Supreme Court Bar association“, einer Juristenvereinigung inhaftiert.

Der Entscheidung, den Ausnahmezustand zu verhängen, ging eine außerordentliche Sitzung, an der neben Musharraf Minister und Vertreter von Armee und Polizei teilgenommen hatten, voran. Staatliche Medien nannten als Grund für die Verhängung des Ausnahmezustandes die zunehmende Gewalt in dem Land durch radikale Gruppen. Einen der größten Terroranschläge, bei dem 136 Menschen getötet worden waren, hatte es zuletzt im Oktober bei der Rückkehr der ehemaligen Regierungschefin Benazir Bhutto nach Pakistan gegeben. Viele Anschläge in Pakistan gehen auf das Konto des islamistischen Terrornetzwerks al-Qaida und der Taliban.

Pervez Musharraf regiert Pakistan seit 1999

In einer Fernsehansprache am Abend rechtfertigte Musharraf die Verhängung des Ausnahmezustandes mit einer terroristischen Bedrohung des Landes. Nach seinen Worten stehe das Land „am Rande der Destabilisierung“. Für die Lähmung der Regierung machte er auch eine Einmischung der Justiz verantwortlich. In seiner in englischer Sprache gehaltenen Ansprache wandte er sich an den Westen, die Verhängung des Ausnahmezustandes diene dazu, den Übergang zur Demokratie abzuschließen: „Erwarten Sie bitte nicht Ihr Niveau von Demokratie, das Sie über Jahrhunderte hinweg erlernt haben. Bitte geben Sie uns Zeit.“

Als Grund für den gewählten Zeitpunkt, an dem der Ausnahmezustand verhängt wurde, wird von politischen Beobachtern darauf hingewiesen, dass die Amtszeit Musharrafs am 15. November offiziell enden sollte. Die Wiederwahl Musharrafs am 6. Oktober war von der Opposition angefochten worden. Der Oberste Gerichtshof sollte darüber entscheiden, ob seine Kandidatur rechtens war. Eine Rolle spielte bei dieser Entscheidung, dass Musharraf gleichzeitig Staatspräsident und Militäroberbefehlshaber ist. Wie bekannt wurde, soll Richter Iftikhar Chaudhry am Obersten Gerichtshof von seinem Amt entbunden werden. „Al Jazeera“ berichtet, dass Chaudhry unter Hausarrest gestellt und durch einen anderen Richter ersetzt wurde. Es wird damit gerechnet, dass nun auch die Parlamentswahlen im Januar nicht stattfinden werden. Pervez Musharraf war 1999 durch einen Militärputsch an die Macht gekommen.

Vor zwei Tagen war die gerade nach Pakistan zurückgekehrte Benazir Bhutto zur ihrer Familie nach Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) geflogen. Sie erklärte, die unsichere politische Lage habe sie zu diesem Schritt bewogen. Nachdem zunächst ein Sprecher ihrer Pakistanischen Volkspartei (PPP) in Dubai erklärt hatte, sie könne wegen des Ausnahmezustandes vorerst nicht nach Pakistan zurückreisen, liegen dem Tagesspiegel Informationen vor, wonach Bhutto „nach Pakistan zurückkommen und sich am Sonntag zur Situation äußern“ werde.

Die US-Außenministerin Condoleezza Rice, die sich zurzeit in Istanbul aufhält, wo sie an der internationalen Irak-Konferenz teilnimmt, nannte die Verhängung des Ausnahmezustandes in Pakistan „höchst bedauerlich“.

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July 11, 2007

Al Qaida droht Vergeltungsschläge für Rushdie-Ehrung an

Al Qaida droht Vergeltungsschläge für Rushdie-Ehrung an

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Veröffentlicht: 22:01, 11. Jul. 2007 (CEST)
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Washington, D. C. (Vereinigte Staaten), 11.07.2007 – Falls das neue Tonband, das Al-Qaida-Vizechef Aiman az-Zawahiri zugeschrieben wird, echt ist, hat dieser neue Terroranschläge auf Großbritannien angedroht. Das Tonband trägt den Titel „Bösartiges Britannien und seine indischen Sklaven“ und wurde von As-Sahab, der Medienorganisation Al-Qaidas, entwickelt. Dies berichtet das Washingtoner SITE-Institut, das Extremisten-Websites begutachtet. Das Datum der Aufnahme ist unklar. Ob ein Bezug zu den Anschlagsversuchen in London und Glasgow oder der Besetzung der Roten Moschee besteht, ist ebenfalls nicht bekannt.

Die Strategie im Nahen Osten hat laut der Tonbandstimme, die al-Sawahiri gehören soll, Tragik und Niederlage nicht nur in Afghanistan und Irak, sondern auch im Zentrum der englischen Hauptstadt London gebracht.

Anlass für die Anschläge sei die Ehrung Salman Rushdies. Die islamische Welt sei dadurch herausgefordert worden, so die Tonbandstimme.

Auch die Haltung der Hamas wurde vom Sprecher kritisiert. Er rief die Muslime zum „Heiligen Krieg“ gegen den Westen auf.

Der pakistanische Präsident Pervez Musharraf erhielt weitere Kritik. Die Muslime sollten sich ihm nicht bei Wahlen entgegenstellen, sondern durch Unterstützung der Taliban, so die Tonbandstimme.

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October 31, 2006

Pakistanische Stammesangehörige protestierten gegen Militärschlag auf Koranschule

Pakistanische Stammesangehörige protestierten gegen Militärschlag auf Koranschule

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Artikelstatus: Fertig 22:48, 31. Okt. 2006 (CET)
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Khar (Pakistan), 31.10.2006 – Nach dem gestrigen Angriff der pakistanischen Luftwaffe auf eine Koranschule in einer Grenzprovinz zu Afghanistan, die nach offiziellen pakistanischen Angaben „für Terroraktivitäten und als Trainingscamp“ genutzt wurde, kam es heute in Khar, der größten Stadt im Bezirk Bajaur dieser Stammesregion, zu Massenprotesten gegen die pakistanische Regierung und die USA. 80 Menschen waren gestern laut Pressemeldungen bei dem Angriff ums Leben gekommen. Die USA sollen mit geheimdienstlichen Informationen an der Vorbereitung der Militäraktion beteiligt gewesen sein. Ein pakistanischer Militärsprecher erklärte, US-Militäreinheiten hätten nicht an dem Angriff teilgenommen. Der US-Sender ABC News hatte gemeldet, bei der Zerstörung der Koranschule sei eine Predator-Drohne der US-Armee benutzt worden. An den Protestaktionen sollen sich nach Pressemeldungen zwischen zehn- und zwanzigtausend Menschen beteiligt haben.

Während der Staatschef Pakistans, General Pervez Musharraf, die Militäraktion mit den Worten verteidigte: „Sie waren alle Militante. Sie durchliefen dort militärisches Training“, sprach der Chef eines islamischen Oppositionsbündnisses, Maulana Fazlur Rehman, von einem „unverzeihlichen Verbrechen“. Demonstranten behaupteten, bei dem Angriff seien unschuldige Schüler und Lehrer getötet worden. „Wir werden Rache nehmen für das Blut unserer Märtyrer“, erklärte der Geistliche Maulana Roohul Amin. „Unser Heiliger Krieg geht weiter, und mit Gottes Willen werden wir die Amerikaner und Briten aus Afghanistan vertreiben“, erklärte Maulana Faqir Mohammad, ein Prediger, der als talibanfreundlich eingeschätzt wird.

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  • 80 Tote bei Luftangriff auf Koranschule (01.11.2006)
  • Portal:Pakistan
  • Portal:Terrorismus

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