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February 29, 2012

Interpol: Bei einer länderübergreifenden Polizeiaktion wurden 25 mutmaßliche Anonymous-Hacker festgenommen

Interpol: Bei einer länderübergreifenden Polizeiaktion wurden 25 mutmaßliche Anonymous-Hacker festgenommen

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Veröffentlicht: 17:06, 29. Feb. 2012 (CET)
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Generalsekretariat von Interpol in Lyon

Lyon (Frankreich), 29.02.2012 – Bei einer durch Interpol koordinierten Großrazzia in den Ländern Spanien, Chile, Argentinien und Kolumbien wurden 25 mutmaßliche Hacker des Anonymous Netzwerks im Alter von 17 bis 40 Jahren festgenommen. 250 Computer, Handys und andere Geräte fielen den Ermittlern bei den Durchsuchungen in die Hände. Kreditkarten und Bargeld wurde beschlagnahmt.

Guy-Fawkes-Masken – Symbol des Anonymous-Netzwerks

Die Durchsuchungen erfolgten in 15 Städten. Vier der Festnahmen erfolgten in Spanien, zehn in Argentinien, sechs in Chile und fünf in Kolumbien. Den Personen wird vorgeworfen, die Internetseiten des kolumbianischen Verteidigungsministeriums, eines Stromunternehmens und der Nationalbibliothek in Chile angegriffen zu haben. Den in Spanien festgenommenen mutmaßlichen Hackern wird vorgeworfen, im Internet private Daten von Leibwächtern des spanischen Regierungschefs und von Mitarbeitern der Polizei veröffentlicht zu haben. Des Weiteren sollen Internetseiten blockiert und geändert worden sein.

Ein Interpol-Sprecher zu der unter dem Codenamen „Unmask“ gelaufenen Aktion: „Diese Operation zeigt, dass Verbrechen in der virtuellen Welt reale Auswirkungen auf die Verantwortlichen haben.“ Das Internet könne nicht als rechtsfreier Raum für Kriminelle gesehen werden. Eine der in Spanien festgenommenen Personen trat unter dem Pseudonymen „Thunder“ und „Pacotron“ im Internet auf. Ihr wird eine Führungsrolle in Spanien und Lateinamerika zugeschrieben. Sie habe Zugriff auf Hardware in Tschechien und Bulgarien gehabt.

Das Anonymous-Netzwerk startete nach der Polizeiaktion einen Cyberangriff auf die Internetseite von Interpol. Aufgerufen wurde dazu über Twitter. Um Mitternacht mitteleuropäischer Zeit wurde gemeldet: „interpol.int TANGO DOWN“, ein militärischer Code für die Ausschaltung eines Ziels. Der Angriff auf die Seite war erwartet worden. Durch die Masse der an die Seite gerichteten Anfragen gelang es trotzdem nicht, die Seite in Funktion zu halten. Es dürfte sich um einen Denial of Service-Angriff (DoS-Angriff) gehandelt haben.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Internet
  • Portal:Straftaten und Ermittlungsverfahren

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December 27, 2011

Kolumbien: Fünf Millionen Euro für Rolltreppen im Armenviertel

Kolumbien: Fünf Millionen Euro für Rolltreppen im Armenviertel

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Veröffentlicht: 23:30, 27. Dez. 2011 (CET)
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Medellin (Kolumbien), 27.12.2011 – Sechs Rolltreppen wurden am Montag in dem Slum Comuna 13 in der kolumbischen Stadt Medellín vom Bürgermeister Alonso Salazar der Öffentlichkeit übergeben.

Comuna 13 ist das ärmste Viertel der kolumbianischen Metropole. Die Rolltreppen sollen den Bewohnern den Aufstieg über die steilen Hänge erleichtern. Der überwundene Höhenunterschied entspricht 28 Stockwerken eines Hochhauses. 384 Meter sind die Rolltreppen lang. Über eine lange Zeit waren die Slumbewohner gezwungen, den steilen Weg mit Muskelkraft zu bewältigen. Die Fahrt mit den neuen Rolltreppen dauert rund sechs Minuten. Dafür wurden fünf Millionen Euro ausgegeben. Es handelt sich um das erste Projekt dieser Art in einem Armenviertel.

Traurige Berühmtheit hatte die Comuna 13 nach Zerschlagung des Medellín-Kartells erlangt. Arbeitslos gewordene, junge Auftragskiller agierten von dort, nachdem das Kokainkartell keine Mordaufträge mehr ausführen lassen konnte.

Links[Bearbeiten]

Video

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  • Portal:Kolumbien

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August 13, 2010

Entspannung der Beziehungen zwischen Kolumbien und Venezuela

Entspannung der Beziehungen zwischen Kolumbien und Venezuela

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Veröffentlicht: 09:12, 13. Aug. 2010 (CEST)
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Santa Marta (Kolumbien), 13.08.2010 – Der venezolanische Präsident Hugo Chávez und der kolumbianische Präsident Juan Manuel Santos trafen sich am Dienstag zu einem persönlichen Gespräch, um die bereits seit Jahren schwelenden Konflikte zwischen den beiden Staaten zu diskutieren und vor allem die seit dem 22. Juli abgebrochenen Beziehungen wieder aufzunehmen.

Entgegen ursprünglichen Meldungen trafen sich die beiden Staatschefs nicht in Bogotá, sondern in Santa Marta, dem Ort im Norden Kolumbiens, in dem 1830 der Freiheitskämpfer Simón Bolívar verstarb. Nachdem Chávez und Santos an der Gedenkstätte von Bolívar seiner gedachten, begannen die fast vierstündigen Gespräche.

Vereinbart wurde der Einsatz von fünf Kommissionen zu wirtschaftlichen und sozialen Themen sowie einer Kommission zum Thema Sicherheit. Kolumbien hatte am 22. Juli Bilder, Dokumente und Videos präsentiert, die die Anwesenheit von 1.500 Guerrillakämpfern der Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens FARC auf venezolanischem Gebiet beweisen sollten. Chávez hingegen behauptete nun auch beim persönlichen Gespräch mit Santos, dass die ausgesandten venezolanischen Patrouillen keine Camps der FARC im Grenzgebiet zu Kolumbien gefunden hätten. Weiter bestätigte er, dass seine Regierung „weder Guerrillakämpfer, noch Drogenhändler oder Terroristen auf venezolanischem Territorium unterstützt, erlaubt oder erlauben wird“. Ein weiterer Grund für die Verstimmungen zwischen Caracas und Bogotá war das Abkommen Kolumbiens mit den USA über die Stationierung von US-amerikanischen Truppen auf kolumbianischem Staatsgebiet. Chávez meinte nun dazu, dass Kolumbien ein souveräner Staat sei und jede Form von Abkommen treffen könne.

Der Annäherungsprozess der beiden Staaten wird von der Union Südamerikanischer Nationen UNASUR unter dem argentinischen Generalsekretär Néstor Kirchner begleitet werden, der auch bisher schon bei der Vermittlung in diesem Konflikt behilflich war.

Die gegenseitige Entsendung von Botschaftern wurde ebenso vereinbart, wie die Aufrechterhaltung eines direkten und offenen Dialogs zwischen den Staatschefs.

Ein heikles Thema wurde ausgespart, nämlich die Klage, die noch unter Álvaro Uribe von Kolumbien gegen Chávez beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag eingebracht wurde.

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August 10, 2010

Chávez und Santos treffen sich zu persönlichen Gesprächen

Chávez und Santos treffen sich zu persönlichen Gesprächen

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Veröffentlicht: 01:26, 10. Aug. 2010 (CEST)
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Bogotá (Kolumbien) / Caracas (Venezuela), 10.08.2010 – Der Präsident von Venezuela, Hugo Chávez, wird am Dienstag den erst kürzlich vereidigten Präsidenten von Kolumbien, Juan Manuel Santos, zu einem persönlichen Gespräch in Bogotá treffen. Die Beziehungen zwischen den beiden Nachbarstaaten sind in den letzten Wochen stark abgekühlt, nachdem die kolumbianische Regierung Venezuela beschuldigt hatte, Kämpfern der FARC Guerilla Unterschlupf zu gewähren. Daraufhin hat Chávez Panzer an der Grenze zu Kolumbien auffahren lassen und Kolumbien am Freitag eine Klage gegen den venezolanischen Staatschef beim Internationalen Gerichtshof in Den Haag eingebracht.

Juan Manuel Santos wurde am Samstag als neuer Präsident von Kolumbien vereidigt. In der Regierung seines Vorgängers, Álvaro Uribe, war Santos als Verteidigungsminister tätig und erfolgreich im Bemühen, die „Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens“ (FARC), die bereits die Hälfte des kolumbianischen Territoriums kontrollierten, zurückzudrängen. Zusammen mit den Fortschritten im Kampf gegen den Drogenhandel ist es der Regierung Uribe in den letzten acht Jahren damit gelungen, die Sicherheit im Land zu erhöhen und damit auch die Grundlage für ein solides Wirtschaftswachstum zu schaffen, das in den letzten beiden Jahren allerdings durch die Weltwirtschaftskrise etwas gedämpft wurde.

In seiner Antrittsrede hob Santos hervor, dass zu seinen vorrangigen Zielen neben der Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und der Armut sowie der Reduzierung des Budgetdefizits vor allem die Verbesserung der Beziehungen zu den Nachbarstaaten Ecuador und Kolumbien zählt. Santos betonte, dass er ein persönliches Gespräch mit Hugo Chávez einer anderen Lösung vorziehe. Die Antwort aus Caracas ließ nicht lange auf sich warten. Chávez erklärte sich bereit, eine neue Seite in den Beziehungen zu Kolumbien aufzuschlagen und zu Gesprächen nach Bogotá anzureisen. Er betonte weiters, er sei glücklich über das bevorstehende Treffen.

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February 27, 2010

Kolumbien: Präsident Uribe darf nicht für dritte Amtszeit kandidieren

Kolumbien: Präsident Uribe darf nicht für dritte Amtszeit kandidieren

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Veröffentlicht: 20:33, 27. Feb. 2010 (CET)
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Álvaro Uribe

Bogotá (Kolumbien), 27.02.2010 – Das Verfassungsgericht stoppte den Versuch des amtierenden Präsidenten Álvaro Uribe Vélez sich durch ein Referendum die Möglichkeit zu verschaffen, ein drittes Mal für das Amt des Präsidenten zu kandidieren. Eine entsprechende Verfassungsänderung hatte das Parlament vorgeschlagen.

Uribe wurde zum ersten Mal im Jahr 2002 als Präsident gewählt. Bereits bei seiner zweiten Kandidatur im Jahr 2005 hatte er nur durch eine Verfassungsänderung seine erneute Kandidatur durchgesetzen können.

Die Präsidentschaftswahl findet am 30. Mai des Jahres statt. Die Popularität Uribes in Kolumbien stützt sich vor allem auf seinen harten Kurs bei der Bekämpfung der linksgerichteten Guerilla-Bewegung FARC. Uribe gilt als enger Verbündeter der US-Regierung im Kampf gegen die Drogen-Mafia.

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  • Portal:Kolumbien

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October 11, 2008

Kolumbien: Präsident Uribe ruft Notstand im Justizwesen aus

Kolumbien: Präsident Uribe ruft Notstand im Justizwesen aus

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Veröffentlicht: 20:10, 11. Okt. 2008 (CEST)
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Bogotá (Kolumbein), 11.10.2008 – Kolumbiens Präsident Álvaro Uribe will mit einem gestern verhängten begrenzten Ausnahmezustand einen Streik im Justizwesen beenden.

Uribe begründete die Ausrufung des Notstands im Justizwesen damit, dass die öffentliche Ordnung des Staates bereits „erheblich gefährdet“ sei. Über 120.000 Urteile seien aufgrund des Streiks liegen geblieben. Auch gefährliche Gewaltverbrecher hätten, so Uribe, bereits wegen überschrittener juristischer Fristen aus der Untersuchungshaft entlassen werden müssen. Laut kolumbianischer Polizei konnten durch den Ausstand im Justizwesen etwa 700 Verhaftete nicht verurteilt werden.

Organisiert wird der bereits seit mehr als sieben Wochen andauernde Streik von der Gewerkschaft der Justizmitarbeiter, Asonal, die sich damit für höhere Gehälter im Justizwesen einsetzt. Asonal kritisierte den von Uribe ausgerufenen Notstand Medienberichten zufolge als „verfassungswidrig“. Zunächst gilt der Notstand für 90 Tage, er kann aber zweimal verlängert werden. Die Justizleitung kann mit Hilfe dieses Mittels hart gegen die Streikenden vorgehen: So ist es möglich, Justizmitarbeiter vom Dienst zu suspendieren und beispielsweise streikende Richter durch andere Kandidaten zu ersetzen.

Vertreter der Vereinten Nationen zeigten sich am Freitag besorgt über eine Welle von Massenverhaftungen in Kolumbien, die in einem Zusammenhang mit dem Streik stünden. Wie die Nachrichtenagentur EFE berichtete, sollen massenhaft Menschen in Vorbeugehaft genommen worden sein. Außerdem sei die gesundheitliche Lage in den Gefängnissen besorgniserregend. Die Aussagen sind das Ergebnis einer Untersuchung von fünf UN-Mitarbeitern, die in den letzten Tagen insbesondere die Gefängnisse, Militär- und Polizeistationen in mehreren Regionen Kolumbiens besucht haben, aus denen Nichtregierungsorganisationen schwere Fälle von willkürlichen Verhaftungen gemeldet hatten.

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  • Portal:Kolumbien

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July 3, 2008

Íngrid Betancourt ist frei

Íngrid Betancourt ist frei – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Íngrid Betancourt ist frei

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Veröffentlicht: 17:22, 3. Jul. 2008 (CEST)
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Bogotá (Kolumbien), 03.07.2008 – In einer spektakulären und unblutigen Aktion ist es dem kolumbianischen Militär in der Provinz Guaviare im Süden des Landes gelungen, die seit sechs Jahren von Rebellen der FARC in Kolumbien gefangen gehaltene ehemalige Präsidentschaftskandidatin kolumbianisch-französischer Herkunft, Íngrid Betancourt, zu befreien. Mit ihr wurden noch 14 weitere Geiseln befreit, darunter drei US-Bürger sowie elf Kolumbianer. Wie der kolumbianische Verteidigungsminister Juan Manuel Santos auf einer Pressekonferenz mitteilte, war es der Armee gelungen, verdeckt arbeitende Agenten in die Führungszirkel der FARC einzuschleusen. Diese hatten die verantwortlichen Rebellen durch einen gefälschten Befehl des FARC-Führers Alfonso Cano veranlasst, die getrennt untergebrachten Geiseln zusammenzuführen. Demzufolge sollten die FARC-Geiseln in den Süden des Landes gebracht werden. Zu diesem Transport sollte ein angemieteter Hubschrauber verwendet werden. In den zwei bereitgestellten Hubschraubern saßen jedoch als FARC-Rebellen getarnte Armeeangehörige, die sich während des Fluges als solche zu erkennen gaben und die zwei Bewacher der Geiseln entwaffneten. Santos sagte: „Es war eine beispiellose Aktion. Sie wird für ihre Kühnheit und Effektivität in die Geschichte eingehen.“ Wie Betancourt später sagte, hätten auch die Geiseln nicht gewusst, dass die Hubschrauberbesatzung aus Angehörigen der kolumbianischen Armee bestand. Überwältigt von der Nachricht, dass sie frei waren, sprangen die Geiseln in die Luft, was den Hubschrauber etwas ins Schlingern brachte. Betancourt: „Wir haben geschrien, geweint und uns umarmt. Wir konnten es nicht glauben.“

Lage der Provinz Guaviare

Betancourt erklärte nach ihrer Freilassung, sie wolle nach Frankreich fliegen um dem französischen Volk für seine Unterstützung zu danken.

Nach Angaben der kolumbianischen Regierung hält die linksgerichtete FARC noch 700 Geiseln gefangen. Der kolumbianische Präsident Alvaro Uribe appellierte an die FARC den „Weg des Friedens“ einzuschlagen. Die Regierung wolle kein Blutvergießen. Die FARC-Rebellen leben in den Weiten des kolumbianischen Dschungels. Sie finanzieren sich außer durch Entführungen durch den Handel mit Kokain. In den letzten Jahren ist die ehemals größte Rebellengruppe Südamerikas durch die Angriffe des Militärs immer stärker in die Defensive gedrängt worden. Im Mai des Jahres starb der langjährige Anführer der Guerillaorganisation Manuel Marulanda.

Offenbar spielten auch die Vereinigten Staaten eine besondere Rolle bei der Befreiungsaktion. Das teilte Gordon Johndroe, ein Sprecher des Nationalen Sicherheitsrates in Washington mit. Worin die Rolle der Vereinigen Staaten genau bestand, wurde nicht mitgeteilt. Möglicherweise gelang es mit Hilfe modernster Aufklärungstechnik aus den Vereinigten Staaten die Position der FARC-Rebellen durch das Laub des Regenwaldes hindurch genauer zu bestimmen als bisher angenommen, schreibt „Spiegel online“. Ein besonderer Glücksfall kam dem kolumbianischen Militär außerdem zu Hilfe. Der erbeutete Laptop eines getöteten FARC-Kommandanten enthielt wertvolle Informationen über die Kommunikationswege, Einzelheiten zur Kommandostruktur, den Strategien und internationalen Kontakten der FARC, die sich das kolumbianische Militär zunutze machen konnte. Dadurch war es in den vergangenen Wochen gelungen, mehrere hochrangige FARC-Führer zu lokalisieren und auszuschalten. Offenbar war die FARC durch das erfolgreiche Vorgehen des kolumbianischen Militärs derart desorganisiert, dass die interne Kommunikation nicht mehr funktionierte. Das machten sich die eingeschleusten Agenten zunutze und führten durch die gefälschten Befehle die Rebellen gezielt in die Irre.

Die Befreiung Betancourts wurde weltweit mit Erleichterung aufgenommen. Sie gelangte 2002 in die Hände der Rebellen, als sie während des Präsidentschaftswahlkampfes im Februar 2002 in ein soeben von der kolumbianischen Regierung von den FARC zurück erobertes Gebiet reiste. Bei den US-Geiseln, die zusammen mit Betancourt befreit wurden, handelte es sich um Mitarbeiter des US-Rüstungskonzerns Northrop Grumman, die im Jahr 2003 mit einem Leichtflugzeug über dem kolumbianischen Dschungel abgestürzt waren. Die drei US-Geiseln sind inzwischen an Bord einer US-Militärmaschine in Texas gelandet.

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May 25, 2008

FARC-Anführer Manuel Marulanda ist tot

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FARC-Anführer Manuel Marulanda ist tot

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Veröffentlicht: 17:17, 25. Mai 2008 (CEST)
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Manuel Marulanda

Bogotá (Kolumbien), 25.05.2008 – Nach Angaben der kolumbianischen Regierung ist der Anführer der linksgerichteten FARC-Rebellen Manuel Marulanda tot. Dies erklärte der kolumbianische Verteidigungsminister Juan Manuel Santos in einem veröffentlichten Gespräch mit dem Magazin „Semana“. Die Angaben stützten sich auf einen bislang immer zuverlässigen Informanten der Regierung, sagte er.

Manuel Marulanda sei demnach am 26. März 2008 an den Folgen eines Herzinfarktes gestorben. An diesem Tag habe es laut Santos drei Militärschläge gegen Rebellenlager im Dschungel gegeben. Manuel Marulanda, mit bürgerlichem Namen Pedro Antonio Marín, führte die Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens (FARC) seit 1964. Zuletzt wurde wiederholt berichtet, der 78-Jährige sei schwer krank. Sein Tod ist von der Regierung in Bogotá allerdings schon häufiger gemeldet worden.

Die FARC bekämpfen seit Jahrzehnten die kolumbianische Regierung und werden durch Drogengeschäfte finanziert. Außerdem hält die Rebellenorganisation mehrere hundert Menschen als Geiseln, darunter die frühere Präsidentschaftskandidatin Íngrid Betancourt. Die französisch-kolumbianische Politikerin wurde am 23. Februar 2002 entführt.

In den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union wird die FARC als terroristische Organisation angesehen.

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March 6, 2008

Ecuador und Venezuela mobilisieren Truppen an der Grenze zu Kolumbien

Ecuador und Venezuela mobilisieren Truppen an der Grenze zu Kolumbien

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Veröffentlicht: 21:37, 6. Mär. 2008 (CET)
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Rafael Correa, der Präsident Ecuadors

Quito (Ecuador) / Caracas (Venezuela), 06.03.2008 – Die Regierungen von Hugo Chávez und Rafael Correa ordneten die Mobilisierung ihrer Truppen an die kolumbianische Grenze an. Die Maßnahme erfolgte als Reaktion auf die Militäraktion der kolumbianischen Armee, die am Samstag den einheimischen Guerillaführer Raúl Reyes innerhalb des Territoriums von Ecuador tötete. Der ecuadorianische Präsident kündigte außerdem an, dass der kolumbianische Botschafter in Quito, Carlos Holguín, des Landes verwiesen werde. Er fügte hinzu, dass Ecuador von einer fremden Regierung angegriffen worden sei. Dies sei eine äußerst ernste Situation und nicht tolerierbar. Weiterhin gebe es Berichte, dass seitens Kolumbiens ein Luftangriff geplant sei, dem ein Überfall der kolumbianischen Truppen folgen solle.

Gleichzeitig hatte sich die kolumbianische Regierung bei Ecuador entschuldigt. Dabei sagte sie, „es sei zwingend notwendig gewesen, in den Ort zu gehen, von wo aus geschossen wurde.“ Correa erwiderte daraufhin: „Es gibt keine Rechtfertigung für eine ausländische Militäraktion in unserem Territorium“, und er fügte hinzu, dass „bei dieser Angelegenheit eine diplomatische Entschuldigung von der Regierung in Bogota nicht ausreichen werde“. Man fordere feste und formale Verpflichtungen gegenüber der internationalen Gemeinschaft, um sicherzustellen, dass es keine Wiederholung dieser nicht hinnehmbaren Aktion geben werde. Er habe auch mit anderen Führern der Region gesprochen.

Chavez, der die Freilassung von Entführten der kolumbianischen Guerilla vermittelt hatte, warnte vor der gegenwärtigen Situation und bot der Regierung von Correa bezüglich aller Entscheidungen in dieser Situation seine Unterstützung an.

Quellen

Spanischsprachige Quelle Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines fremdsprachigen Artikels vom 03.03.2008.

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March 5, 2008

Südamerika: Schwere Krise nach Militäraktion gegen FARC-Camp

Südamerika: Schwere Krise nach Militäraktion gegen FARC-Camp

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Veröffentlicht: 14:42, 5. Mär. 2008 (CET)
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FARC-Vizechef Raul Reyes

Quito (Ecuador) / Bogotá (Kolumbien), 05.03.2008 – Dem kolumbianischen Militär ist am Samstag ein vernichtender Militärschlag gegen die marxistische Rebellenorganisation FARC gelungen. Die kolumbianische Luftwaffe sowie Infanterieeinheiten attackierten in der Nacht auf Samstag, den 1. März 2008, ein FARC-Camp, das sich etwa 1.800 Meter von der kolumbianischen Grenze auf ecuadorianischem Territorium in der Provinz Carchi in Ecuador befand.

Der Bombenangriff habe die Rebellen in der Nacht überrascht, woraufhin sie sich in Sicherheit bringen wollten. Die nachrückende Infanterie exekutierte den Vizechef der marxistischen Guerillabewegung Fuerzas Armadas Revolucionarias de Colombia – Ejército del Pueblo (FARC), Raúl Reyes, der sich schon lange für eie diplomatische Lösung des Konfliktes zwischen der Guerilla und der kolumbianischen Regierung eingesetzt hat, sowie ein weiterer hochrangiger FARC-Kommandant und weitere 15 FARC-Rebellen auf der Flucht. Den Tod der FARC-Rebellen bestätigte auch der kolumbianische Verteidigungsminister Juan Manuel Santos. Auf einem sichergestellten Computer von Raul Reyes seien Daten gefunden worden, die beweisen würden, dass die FARC von Ecuador unterstützt werde. Der ecuadorianische Präsident Rafael Correa dementierte die Anschuldigungen umgehend. Die Regierung des konservativen Präsidenten Álvaro Uribe Vélez versucht seit einigen Jahren, die marxistische FARC zu besiegen. Dabei wird sie massiv von den Vereinigten Staaten unterstützt, die die kolumbianischen Generäle ausbilden (School of the Americas)und das Militär mit Waffen versorgen. (Bewaffneter Konflikt in Kolumbien)

Die FARC ist die größte kolumbianische Rebellengruppierung. Sie ist in Drogengeschäfte verwickelt und soll insgesamt mehr als 700 Menschen in ihrer Gewalt haben, entweder um Lösegeld zu erpressen oder aus politischen Gründen. Die FARC ließ nach Vermittlung von Chavez am 27. Februar 2008 vier frühere Abgeordnete frei. Bei den Verhandlungen zur Freilassung von Geiseln soll auch Raúl Reyes mitgewirkt haben. Die bekannteste Geisel, die franko-kolumbianische Politikerin Íngrid Betancourt, die während ihres Präsidentschaftswahlkampfes 2002 am 23. Februar 2002 entführt wurde, wurde indes noch nicht freigelassen.

Der kolumbianische Militärschlag in Ecuador hat jedoch schwere diplomatische Verwerfungen mit Ecuador ausgelöst. Die ecuadorianische Regierung in Quito unter Präsident Rafael Vicente Correa Delgado wies den kolumbianischen Botschafter aus und verlegte Truppen an die Grenze zu Kolumbien.

Auch der Linksnationalist Hugo Chávez, der Präsident Venezuelas, protestierte massiv gegen die kolumbianische Militäraktion. Er schloss die venezolanische Botschaft in Bogotá in Kolumbien. Präsident Chávez habe zehn Panzerbataillone in die Grenzregion geschickt. Am Montag konnten aber noch keine Truppenbewegungen beobachtet werden. Außerdem versetzte er seine Luftwaffe in Alarmbereitschaft; diese hat mehrere russische Kampfflugzeuge vom Typ Suchoi Su-30.

Die Bundesregierung zeigte sich angesichts der drohenden Eskalation in der Region besorgt. „Wir haben diese Entwicklung mit großer Sorge betrachtet“, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amts, Martin Jäger, am Montag in Berlin. Der Konflikt könne dazu beitragen, die Region zu destabilisieren. Deshalb hoffe die Bundesregierung auf Zurückhaltung aller Beteiligten, um eine weitere Eskalation zu vermeiden.

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