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February 8, 2008

Gazprom droht Ukraine erneut mit Gas-Lieferstopp

Gazprom droht Ukraine erneut mit Gas-Lieferstopp

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Veröffentlicht: 13:42, 8. Feb. 2008 (CET)
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Moskau (Russland) / Kiew (Ukraine), 08.02.2008 – Der russische Energiekonzern Gazprom hat der Ukraine erneut mit einem Gas-Lieferstopp gedroht. Grund seien angeblich ausstehende Zahlungen für erhöhte Gaslieferungen.

Im Januar 2006 war es bereits zu einem russisch-ukrainischen Gasstreit gekommen, in dessen Folge es auch zu Engpässen bei den Gaslieferungen nach Westeuropa gekommen war.

Die Ukraine müsse ab Montag, den 11. Februar 2008, mit einer Unterbrechung der Gasversorgung rechnen, kündigte der Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow am Donnerstagmittag im russischen Staatsfernsehen an. Russland hatte zuvor mehrfach einen Lieferstopp angedroht.

Nachdem die Lieferungen von relativ billigem Erdgas aus Turkmenistan und Zentralasien in die Ukraine verringert wurden, musste die Ukraine mehr von dem relativ teuren russischen Erdgas einkaufen, wodurch sich der Gesamtpreis erhöhte.

Die Ukraine fordert von Russland derzeit mehr Geld für die Weiterleitung von russischem Erdgas in den Westen. Obwohl die Ukraine derzeit für russisches Erdgas etwa dreieinhalb Mal mehr als noch 2006 zahlen müsse, seien die Einnahmen aus dem Transit von russischem Erdgas nach Europa unverändert geblieben.

Daher will die neue ukrainische Ministerpräsidentin Julija Tymoschenko neue Gasverträge mit Russland aushandeln. Dazu soll der ukrainische Staatspräsident Wiktor Juschtschenko am Dienstag, den 12. Februar 2008, Gespräche über die Gasverträge in Moskau führen.

Themenverwandte Artikel

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April 24, 2006

Frühjahrssprecherkonferenz der ostdeutschen katholischen Studentengemeinden in Berlin zu Ende gegangen

Frühjahrssprecherkonferenz der ostdeutschen katholischen Studentengemeinden in Berlin zu Ende gegangen

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Artikelstatus: Fertig 15:52, 24. Apr. 2006 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 24.04.2006 – Am vergangenen Wochenende fand die Frühjahrssprecherkonferenz der ostdeutschen katholischen Studentengemeinden (KSG) in Berlin statt. Zwölf Sprecher der KSGn diskutierten gemeinsam mit dem Gemeindeberater des Erzbistums Berlin, Peter Klöss, über die Verfahren der Profilfindung in den Gemeinden. Außerdem tauschten sich die KSG-Mitglieder über ihre aktuellen Ereignisse, wie auch Trends in den Gemeindeleben aus. Als „Sprecher“ werden gewählte studentische Vertreter der KSG bezeichnet.

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February 8, 2006

Interview mit Jochen Hummel (SDL) über Sprachstandards und Internationalisierung

Interview mit Jochen Hummel (SDL) über Sprachstandards und Internationalisierung

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Artikelstatus: Fertig 14:05, 8. Feb. 2006 (CET)
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Jochen Hummel im Interview mit Wikinews

Berlin (Deutschland), 08.02.2006 – Am 12. und 13. Dezember 2005 fand im Berliner Hilton-Hotel die Konferenz „Language Standards for Global Business“ statt. Experten aus der Wirtschaft und aus Standardgruppen wie ISO und OASIS diskutierten über Standardisierung von Terminologiedatenbanken, Qualitätssicherung, Übersetzungsprozesse und andere Probleme der Internationalisierung und Lokalisierung.

Am Rande der Konferenz traf sich Wikinews-Reporter Erik Möller mit Jochen Hummel, General Manager für Europa, Asien und den Nahen Osten der Firma SDL International. Hummel begründete 1984 in Stuttgart das Unternehmen Trados, das sich in den nächsten Jahren zum Marktführer für Translation-Memory-Software entwickelte, die in der computerunterstützten Übersetzung eingesetzt wird. Im Juli 2005 übernahm das US-Unternehmen SDL, das sowohl Übersetzungssoftware als auch Dienstleistungen anbietet, für 60 Millionen US-Dollar Trados.

Wikinews: Herr Hummel, was bringt eine Konferenz über Sprachstandards?

Manchmal können Standards wie eine Art Arbeitsplatzschutz für Akademiker erscheinen. Ich hätte mir eine größere Präsenz von Produktmanagern und Entwicklern gewünscht, die konkret mit der praktischen Anwendung von Standards zu tun haben.

Standards können jedoch den Aufwand für Entwickler erheblich reduzieren. Aber oft werden Standards definiert, lange nachdem es bereits De-Facto-Industriestandards gibt. Ein Beispiel dafür wäre TMX, ein Format für Translation Memories. Dieses bildet im Wesentlichen die Funktionalität der Austauschformate der führenden Produkte nach. TMX ist natürlich eine gute Sache, aber andererseits ändert sich für die meisten Anwender in der Praxis dadurch recht wenig.

Wikinews: Welche Standards halten Sie dagegen für sinnvoll?

Zunächst natürlich die offensichtlichen: Unicode, ISO-Sprachcodes, Internationalization Tags. Übrigens sollte sich jeder Entwickler intensiver mit Unicode beschäftigen, es handelt sich nicht nur einfach um eine Zeichentabelle. Dann Austauschformate. XLIFF ist ein OASIS-Format, um zu definieren, welche Aspekte eines Dokuments übersetzt werden müssen und welche nicht, in welcher Länge usw. Bisher haben Übersetzungsbüros das manuell geleistet, alle mit eigener Methodik. Das ändert sich jetzt.

Für uns sehr wichtig ist auch der TWS-Standard (Translation Web Services). Web Services sind zwar noch sehr jung und in der Hype-Phase, aber entscheidend, um Übersetzungsdienste etwa in ein Content-Management-System zu integrieren.

Insgesamt eignen sich Standards vor allem für Austauschformate, Plattformen oder APIs. Schwieriger ist es, Qualitätssicherung, Workflow-Prozesse, Segmentierung und ähnliches zu standardisieren, da hier die Lehrmeinungen stark auseinander gehen. Entsprechend gibt es in diesen Bereichen auch relativ viel Überlappung. Auch Terminologien sind hochkomplex und folglich schwer zu standardisieren. Ein Austauschformat wie TBX ist sinnvoll, aber es ist oft kaum praktikabel möglich, mehr als eine Untermenge zu implementieren.

Wikinews: Können Standards zukünftige Entwicklungen vorweg nehmen?

Innovation kommt aus der Wissenschaft, von Entwicklern oder Hobbyisten, aber ganz selten aus einem Standarddokument. Insgesamt darf man auch nicht vergessen, dass Standards immer ein Regulierungsinstrument sind – Unternehmer und vor allem Startups wünschen sich aber eigentlich eher weniger Regulierung.

Wikinews: Warum ist Lokalisierung wichtig?

Der IT-Markt ist extrem international. Während man in den Vereinigten Staaten ein Unternehmen gründen und zum Weltmarktführer aufsteigen kann, ohne sich um Lokalisierung zu kümmern, ist das etwa mit einem deutschen Softwareprodukt nicht möglich. Man kann zwar groß werden, aber nicht weltweiter Marktführer – und wenn man sich nicht rechtzeitig um Lokalisierung kümmert, kommt früher oder später der tatsächliche Marktführer und erobert den eigenen Markt.

Weil der deutsche Markt groß genug ist, kümmern sich viele Unternehmen nicht rechtzeitig um professionelle Lokalisierung. In kleineren Ländern, etwa Israel, ist es kaum denkbar, ein Softwareprojekt ohne Lokalisierung zu starten. Leider wird Übersetzung hier zu Lande oft immer noch als notwendiges Übel betrachtet und nicht als Chance, wie ja auch die Globalisierung selbst.

Wikinews: Was kann bei der Lokalisierung von Software schief gehen?

Glücklicherweise sind die meisten Entwicklertools heutzutage mehrsprachig und nehmen den Programmierern hier einiges an Vorarbeit ab. Klassische Fehler passieren aber immer noch:

  • Code und Text werden nicht klar voneinander getrennt.
  • Es werden fixe Textlängen angenommen, auch wenn eine Übersetzung sehr viel mehr Raum benötigt als der Originaltext.
  • Texte werden kompliziert mit Variablen zusammen gefügt. Das wiederum kann zu grammatikalischen Problemen führen. Es ist oftmals sinnvoller, für jede Variation eines Textes die vollständige Textkette zu speichern. Das ist zwar redundant, erleichtert aber die Lokalisierung erheblich.
  • Unterschiedliche Entwickler verwenden verschiedene Begriffe für das gleiche Konzept. Diese Begriffe werden dann auch unterschiedlich lokalisiert. Hier macht die Verwendung einer Terminologiedatenbank Sinn.
  • Entwickler arbeiten in ihrer Muttersprache. Der gesamte Output des Entwicklerteams sollte in englischer Sprache erfolgen: Variablennamen, Quellcodekommentare, Spezifikationen …

Wikinews: Worauf ist bei der Dokumentation zu achten?

Entwickler sollten nicht mit DTP- oder Office-Werkzeugen arbeiten. Statt dessen macht es Sinn, von Anfang an mit einem strukturierten XML-Format zu arbeiten, d.h., den gleichen objektorientierten Ansatz wie in der Softwareentwicklung auch für die Dokumentation zu nutzen.

Wikinews: Lokalisierung bedeutet nicht nur Übersetzung, sondern auch kulturelle Anpassung. Welche Fehler können hierbei passieren?

Farben und Piktogramme haben oft eine sehr unterschiedliche Bedeutung in verschiedenen Kulturkreisen. Bei Piktogrammen gilt das ganz besonders für Handzeichen: fast jedes mögliche Handzeichen entspricht irgendwo auf der Welt unserem „Stinkefinger“. Darüber hinaus gibt es Assoziationen, etwa „Glühbirne“ = „Idee“, die kulturspezifisch sind.

Um Unklarheiten und Doppeldeutigkeiten zu vermeiden, sollte man sich niemals allein auf ein Symbol oder eine Farbe verlassen, um eine Bedeutung zu transportieren. Darüber hinaus macht es Sinn, ein internationales Entwicklerteam zu bilden, da sich eine Feinfühligkeit für kulturelle Unterschiede dann ganz natürlich ausbildet.

Wikinews: Wird SDL International durch die Übernahme von Trados zum Monopolisten für Übersetzungssoftware?

Das könnte man vielleicht denken, aber der Markt ist sehr stark fragmentiert, und es gibt genügend Chancen für neue Unternehmen, Marktanteile zu erobern.

Quellen

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January 5, 2006

Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine beigelegt

Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine beigelegt

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Moskau (Russland) / Kiew (Ukraine), 05.01.2006 – Der Gasstreit zwischen Russland und der Ukraine ist beigelegt. Dies teilten die beiden Chefs der Energiekonzerne Russlands, Alexej Miller (Gasprom), und der Ukraine, Olexij Iwtschenko (Naftogaz), auf einer Pressekonferenz mit.

Der Konflikt hatte die internationale Gemeinschaft um die Jahreswende in Atem gehalten, weil Russland nach der Weigerung der Ukraine, die neuen von Gasprom geforderten Weltmarktpreise zu zahlen, kurzerhand die Erdgaseinleitungen stoppte, wodurch auch in Europa ein Rückgang der Versorgung feststellbar war. Russland exportiert das russische Gas durch die Ukraine nach Westeuropa und zahlt dafür an die Ukraine Durchleitungsgebühren von bisher 1,09 US-Dollar. Ein Teil des Kompromisses besteht in der Erhöhung der Durchleitungsgebühren. Die Ukraine erhält jetzt 1,65 US-Dollar für die Durchleitung des russischen Gases nach Westeuropa. Rund ein Viertel des westeuropäischen Gasbedarfs wird aus russischen Lieferungen gedeckt.

Weitere Bestandteile der Einigung sind die Verringerung des Direktimportes von russischem Gas durch die Ukraine, die dafür aber den geforderten Preis von 230 US-Dollar je 1.000 Kubikmeter rückwirkend zum ersten Januar zahlen muss. Gleichzeitig erhöht die Ukraine die Importe aus Turkmenistan und Kasachstan, die wesentlich preisgünstiger liefern können. Der Durchschnittspreis für Erdgas steigt dadurch für die Ukraine lediglich auf 95 US-Dollar je 1.000 Kubikmeter. Das Geschäft wird über einen Zwischenhändler abgewickelt. Dabei handelt es sich um die Firma RosUkrEnergo, einem Unternehmen, an dem sowohl eine Gazprom-Tochter als auch die österreichische Raiffeisen Zentralbank (RZB) Anteile besitzen.

Beide Seiten zeigten sich zufrieden mit dem Kompromiss. Auch der österreichische Wirtschaftsminister, Martin Bartenstein (ÖVP), äußerte sich für die EU-Ratspräsidentschaft wohlwollend über die gefundene Lösung. „Wir hoffen, dass die Vereinbarung auch in Zukunft die langfristige Sicherheit der Gasversorgung in die Europäische Union sicherstellen wird“, sagte Bartenstein auf einem Krisentreffen mit Energievertretern von 25 EU-Mitgliedsstaaten. Man werde jedoch aus diesem Vorgang politische Lehren ziehen. Man wollen sich unabhängiger von Zulieferern machen und die Energiepolitik auf eine breitere Basis stellen. Im Gespräch ist der Bau einer Erdgaspipeline aus dem Nahen Osten und Zentralasien über die Türkei nach Österreich. Ein Termin für den möglichen Baubeginn einer solchen Erdgasleitung wurde bereits genannt: 2011.

Der Ölmarkt hatte auf den Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sensibel reagiert. Die Ölpreise waren gestiegen. Gegenüber gestern gab der Preis nun für die Ölsorte Brent um 32 Cent je Barrel wieder nach. Der Preis lag heute bei 61,03 US-Dollar. Das leichtere Öl aus den USA fiel auf 62,90 US-Dollar je Barrel. Das entspricht einem Abschlag von 24 US-Cent je Barrel.

Themenverwandte Artikel

  • Russischer Energiekonzern Gasprom stoppt Gaslieferung an die Ukraine (01.01.2006)
  • Portal:Ölpreis

Quellen

  • Reuters.com: „Russland und Ukraine legen Gasstreit bei“ (04.01.2006) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar

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November 17, 2005

Gambia: Erneuter Appell an Staatspräsident Jammeh

Gambia: Erneuter Appell an Staatspräsident Jammeh

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Artikelstatus: Fertig 19:33, 17. Dez. 2005 (CET)
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Yahya Jammeh

Banjul (Gambia), 17.11.2005 – Am 16. Dezember 2004 wurde der gambische Journalist, Korrespondent sowie Mitbegründer und Herausgeber der gambischen Tageszeitung „The Point“, Deyda Hydara, ermordet. Die freie Organisation Reporter ohne Grenzen hat ein Jahr danach zum wiederholten Male an den gambischen Staatspräsidenten Yahya Jammeh appelliert, die Aufklärung des Mordes voranzubringen.

Hydara, der auf dem Nachhauseweg auf der Straße erschossen wurde, galt in Gambia als kritischer Journalist. Seine Zeitung „The Point“ war die erste unabhängige Tageszeitung des westafrikanischen Landes. Kurz vor seinem Tod erhielt Hydara Morddrohungen, nachdem er in seiner Zeitung die neu verabschiedeten repressiven Pressegesetze des westafrikanischen Landes kritisiert hatte.

Gestern hielt der gambischen Journalistenverbandes in der Hauptstadt Banjul eine Konferenz ab. Darin wurde unter anderem an Hydara erinnert. RoG nahm an der Konferenz nicht teil. Den offiziellen Vertreter der Organisation wurde die Einreise verweigert, nachdem die Behörden Gambias die Ausstellung der Visa verzögerten.

Quellen

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November 14, 2005

Journalisten treffen sich auf dem Hamburger jonet-Tag

Journalisten treffen sich auf dem Hamburger jonet-Tag

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Artikelstatus: Fertig 13:59, 14. Nov. 2005 (CET)
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Noch ist es leer: Über 400 Journalisten trafen sich in der Handelskammer in Hamburg. Im Albert-Schäfer-Saal (Foto) fand die Einleitungsveranstaltung statt, weitere Räume wurden anschließend für Workshops genutzt.

Hamburg (Deutschland), 14.11.2005 – „Bitte bestehen Sie im Interesse aller nicht in jedem Workshop auf einem Sitzplatz.“ Die Warnung auf der Website zum Kongress war angebracht. Rund 400 Journalisten und Experten trafen sich am Samstag in der Handelskammer in Hamburg auf dem zweiten „jonet-Tag“. Immerhin habe man zum ersten Mal einige Sponsoren gefunden. Ihre Namensschilder mussten die Teilnehmer trotzdem vor der Abreise zwecks Recycling am Empfang zurück geben.

Historisch hat sich der Journalisten-Kongress aus dem bereits 1994 gegründeten Journalisten-Netzwerk jonet entwickelt. Um nichts weniger als die Zukunft des Journalismus sollte es diesmal gehen. Vor den Prognosen kamen Definitionsversuche: „Was, bitte, war noch gleich Journalismus?“ Das war die zentrale Frage der Einleitungsdiskussion. In der „Elefantenrunde“ trafen die Vertreter neuer, nicht mehr ganz neuer und alter Medien aufeinander.

Elefantenrunde

Die Blogosphäre wurde von Johnny Haeusler repräsentiert. Haeusler ist Autor des Spreeblick-Blogs und Gründer des gleichnamigen „Weblog-Verlags“. Durch seinen im Dezember 2004 veröffentlichten „Jamba-Kurs“ brachte Haeusler das Thema „Klingelton-Abzocke“ in die deutschen Medien und wurde über Nacht zum Blogger-Star. Vor den versammelten Journalisten provozierte Haeusler mit dem Statement: „Ich halte das, was viele Blogger machen, für den klassischeren Journalismus als das, was viele Journalisten machen.“ Das liege nicht zuletzt an ihrer wirtschaftlichen Unabhängigkeit, „da man einfach kein Geld verdient.“

Auf das Lachen des Publikums erwiderte Haeusler, wenn man ohnehin für einen kleinen Artikel nur 20 oder 40 Euro erhielte, könne man auch auf diesen Rest in vielen Fällen verzichten. Der Blogger sei einfach näher am Leser dran. Mit seinem Blog-Verlag mache er zielgruppennahe Werbung für Bands, die zwar klar als solche gekennzeichnet sei, aber nicht von den Blog-Inhalten ablenke. Im Kontrast dazu verurteilte Haeusler die Generierung von „Page Impressions“, also Seitenabrufen, die von eher traditionellen Online-Medien betrieben werde, um mehr Werbebanner schalten zu können. So solle man sich bei vielen Online-Zeitungen mühsam von einer Seite auf die nächste klicken. Auch „Spiegel Online“ praktiziere dies etwa mit seinen Fotostrecken.

Dies stellte Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur von „Spiegel Online“, sogleich richtig: Die Fotostrecken seien werbefrei. Fotos und Animationen sieht Müller von Blumencron als großen Vorteil gegenüber reinen Bleiwüsten: „Bilder erzählen Geschichten, wer das ignoriert, kann nicht bestehen.“ Die Verteilung auf mehrere Seiten diene dabei vor allem der Reduzierung von Kosten. Müller von Blumencron wehrte sich gegen eine Spaltung der Medienwelt. Gelächter löste seine Feststellung aus: “Wir machen ein Blog, das heisst „Spiegel Online“.”

Nicht ohne inneren Widerspruch verurteilte der „Spiegel“-Mann dann aber gleich die Blogger als unprofessionelle Hobbyisten, die von den Qualitätsregeln der Recherche oft nichts wüssten und geringe Hemmschwellten hätten, PR-Inhalte mit persönlichen Einträgen zu vermischen. Seine Schlussfolgerung: „Wenn klassische Medien nach den Regeln Journalismus machen könnten, wie es in den Blogs geschieht, sähe es in diesem Land düster aus.“

Eröffnungspanel, unter anderem mit Jochen Wegner, Mathias Müller von Blumencron, Manfred Bissinger und Christoph Drösser

Mediendemokratisierung

Annette Milz, Chefredakteurin des MediumMagazin, sieht in Blogs weit mehr als nur einen vorübergehenden Trend. Die „Tatsache, dass sich jeder einmischen kann“, sei wichtiger als die konkreten Inhalte.

Eine echte Mediendemokratisierung bestritt dagegen Bernd Kliebhan, ein Pionier des Videojournalsimus. Zwar könnten dank moderner DV-Technik Journalisten im Alleingang Reportagen durchführen, filmen und schneiden. Dies bringe den Journalismus näher an seine Themen heran und erfülle eher dessen Definition: „Unter Journalismus verstehen wir, dass ein unabhängiger Mensch, neugierig und mit wachem Geist, die Welt beobachtet, beschreibt und analysiert.“

Doch ganz so einfach, wie manche sich es vorstellten, sei es auch mit moderner Technik nicht, eine Video-Reportage zu produzieren. Außerdem sei es entscheidend, dass die Inhalte am Ende von Redaktionen akzeptiert würden.

Manfred Bissinger, Geschäftsführer von „Hoffmann und Campe Corporate Publishing“ und ein Veteran des Journalismus, sieht die Medienlandschaft heute als in vielerlei Hinsicht weniger offen an als in vergangenen Jahrzehnten. Der Blogger Henry Steinau zitiert ihn mit den Worten: „Journalistisch getriebene Neugründungen als gedruckte Publikation wird es nicht mehr geben. Das ist vorbei. Es wird wunderbare kleine Blätter geben, aber das sind im Grunde genommen Mitteilungsblätter für eine überschaubare Gemeinde. Doch daraus ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das halte ich für ausgeschlossen, das ist vorbei.“

Einflussreiche neue Medien könne man allenfalls noch im Schutz eines „Flugzeugträgers“ gründen, also als Ableger eines existierenden großen Mediums. Das gelte etwa für die neue wissenschaftliche Zweimonats-Zeitschrift „ZeitWissen“, die ein Ableger der „Zeit“ ist. Darin stimmte ihm Christoph Drösser, Chefredakteur von „ZeitWissen“, grundsätzlich zu.

Meinung und Recherche

Bissinger beklagte auch das Ende des Meinungsjournalismus. Während früher große Figuren wie Rudolf Augstein und Marion Gräfin Dönhoff miteinander um die Zukunft der Republik stritten, seien heute alle Medien auf den gleichen „neoliberalen“ Kurs eingeschworen, es sei „alles die gleiche Soße“, eine Feststellung, für die Bissinger vereinzelten Beifall erntete. Dabei sie die Meinung „die Königsdisziplin des Journalismus“.

Auch Annette Milz bezeichnete ein Mehr an Meinung als „extrem wichtig“. Darüber hinaus wünscht sie sich mehr O-Töne und sieht den idealen Journalist als „Brückenschläger“. Klaus Liedtke, Chefredakteur des „National Geographic“, konterte, die Grundform des Journalismus sei der Versuch einer objektiven Beschreibung der Welt. „Wenn man das abschaffen wollte und sagen würde, dass das Heil des Journalismus nur in der Meinung liegt, hielte ich das für eine Verengung der Aufgaben des Journalismus.“

Mathias Müller von Blumencron betonte ebenfalls, ein reiner Meinungsjournalismus reiche nicht aus. „Meinung wollen sie alle schreiben, am liebsten gleich sofort. Aber Hintergründe recherchieren, das tut kaum jemand.“ Im Publikum kam es an dieser Stelle zu lautstarkem Widerspruch. Die Frage, wer denn für investigativen Journalismus zahle, wurde mehrfach gestellt, fiel aber unter den Tisch.

Christoph Drösser glaubt nicht, dass früher alles besser gewesen sei. Die Wissenschaft habe gezeigt, dass Erinnerungen verfälscht und verklärt würden. Beim Blättern in den Archiven der „Zeit“ sehe er immer wieder, wie sich der qualitative Standard der Wochenzeitung in den letzten Jahren erhöht habe.

Johnny Haeusler stellte fest, dass auch für Blogger ein authentischer Meinungsjournalismus nicht immer ungefährlich sei. Als Webdesigner habe er zwei große Kunden durch das Bloggen verloren. Der Tenor sei gewesen, er könne zwar eine Meinung haben, „Du musst sie aber nicht öffentlich äußern“. Die klassischen Medien seien vor allem durch als Artikel maskierte Werbung in ihrer Integrität bedroht. So sei etwa das Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ „reine Werbung“. Außerdem schaften es Unternehmen wie Lufthansa, Aldi und Lidl immer wieder, erfolgreich Druck auszuüben, um Inhalte in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Für die alten Medien zog Bernd Kliebhan den pessimistischen Schluss: „Wir werden die dominierende Rolle der Buchhalter im Journalismus nicht wieder rückgängig machen.“

Workshops

Der Einleitungsrunde folgten verschiedene parallel laufende Workshops. Dabei bestanden diese in aller Regel ebenfalls aus Diskussions-Panels mit Experten, die Fragen aus dem Publikum beantworteten. Über den Workshop zum Thema „Mikromedien“ gibt es einen eigenen Artikel in Wikinews: Hamburg: „Mikromedien“-Workshop – Journalisten diskutieren über Blogs, Wikis und Podcasting.

Weblinks

Quellen

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November 5, 2005

Erster Fernsehsender auf Esperanto

Erster Fernsehsender auf Esperanto – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Erster Fernsehsender auf Esperanto

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Artikelstatus: Fertig 10:15, 7. Nov. 2005 (CET)
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São Paulo (Brasilien), 05.11.2005 – Der Internet-Fernsehsender Internacia Televido sendet seit heute in der internationalen Sprache Esperanto und ist damit der erste Fernsehsender auf Esperanto. In der Anfangsphase wird täglich nur anderthalb Stunden Filmmaterial gesendet, das während des Tages mehrmals wiederholt wird.

Das Projekt begann im Oktober 2003 als Initiative des Brasilianers Flavio Rebelo, dem Chefredakteur des Esperanto-sprachigen Internet-Portals Ĝangalo. Anfang 2004 reiste er durch Europa, um unter europäischen Esperantisten Geld für die Initiative zu sammeln.

Das angepeilte Startkapital von 35.000 Euro wurde allerdings nie erreicht. Stattdessen hat Flavio Rebelo die Pläne etwas zurückgeschraubt, um mit den 23.000 Euro Startkapital das Projekt trotzdem zu realisieren. Durch die veränderte Planung wird jetzt in der Anfangsphase nur anderthalb anstatt vier Stunden Filmmaterial pro Tag gesendet.

Am heutigen ersten Ausstrahlungstag des Fernsehsenders werden zwei Dokumentationen über ein Volksfest im spanischen València und über den Esperanto-Weltkongress in Zagreb (2001) sowie der Zeichentrickfilm „La Fantasta Florvendejo“ gesendet.

Quellen

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September 29, 2005

Konferenz in Ilmenau: „Adaptive Motion in Animals and Machines“

Konferenz in Ilmenau: „Adaptive Motion in Animals and Machines“

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Ilmenau (Deutschland), 29.09.2005 – Am Wochenende begann in Ilmenau das dritte internationale Symposium der Vereinigung „Adaptive Motion in Animals and Machines“. Ilmenau ist somit der dritte Austragungsort nach Montreal und Kyoto. Unter anderem ist die Wahl des Standortes wegen des Deutsch-Japanischen Jahres auf Ilmenau gefallen. Neben 140 Wissenschaftlern aus den USA, Kanada, Japan und Europa reisten auch 25 Roboter an, die in kleineren Präsentationen den Wissenschaftlern und vielen Besuchern ihr Können bewiesen.

Auf der Konferenz diskutierten die Wissenschaftler über die neuen Erkenntnisse auf dem Gebiet des Laufens von Robotern. Es wurden Erkenntnisse aus dem Einsatz von Robotern im realen Leben wie Katastrophenschutz und Rettung sowie neue Erkenntnisse aus der Bionik ausgetauscht. Denn viele Roboter sind natürlichen Vorbildern nachempfunden. Wenn man aber nicht versteht, wie diese laufen, kann man es auch nicht technisch umsetzen.

Quellen

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August 29, 2005

Internationales Treffen der Klimaexperten in Nürnberg

Internationales Treffen der Klimaexperten in Nürnberg

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Nürnberg (Deutschland), 29.08.2005 – Seit dem 29. August treffen sich in Nürnberg Klimaexperten aus mehr als 20 Nationen. Rund 80 Teilnehmer aus den Bereichen Klimaforschung, Meteorologie sowie Satellitenbetrieb aus aller Welt sind eingetroffen.

Die vom Deutschen Wetterdienst (DWD) einberufene Tagung beschäftigt sich mit dem weltweiten Klimawandel. Ziel des Treffens sei laut Udo Gärtner, Präsident des DWD, weltweit die satellitengestützte Klimaüberwachung voranzutreiben. Auch in Deutschland sei der eingetretene Klimawandel an den stetig steigenden Temperaturen und häufig auftretenden Unwettern bereits erkennbar. Um rechtzeitig auf Unwetter reagieren zu können, sei eine möglichst genaue Überwachung des Klimas dringend erforderlich.

In einem Pressegespräch erklärte Gärtner weiter: „Deutschland wird mittel- und langfristig großen Nutzen aus der Klimaüberwachung durch Satelliten ziehen. Je mehr wir über das System Erde, unsere Umwelt und unser Klima wissen, um so besser können wir uns auf die bevorstehenden Veränderungen mit richtigen politischen Entscheidungen einstellen.“

Laut Gärtner macht der Klimawandel nicht an politischen Grenzen halt. Er sieht Konsequenzen des Klimawandels in allen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Bereichen. Aus diesem Grund fordert er alle Staaten auf, bei der Erforschung und Beobachtung des Klimas enger zusammenzuarbeiten. Ein hervorragendes Beispiel für diese Zusammenarbeit stellt dieses Treffen in Nürnberg dar. Gärtner bezeichnet es als einen der ersten Schritte in die richtige Richtung.

Der Präsident des DWD wies auch auf die Bedeutung der weltweit stationierten Wetterstationen und Wettersatelliten hin. Beides ergänze sich fortwährend, das Zusammentragen und Analysieren von Klimainformationen durch die nationalen Wetterdienste spiele eine wichtige Rolle. Insbesondere die engmaschigen Beobachtungsnetze der nationalen Wetterdienste verschaffen den Meteorologen einen genauen Überblick über die Steigerung der Temperaturen in den vergangenen 150 Jahren. Alleine der DWD verfügt in Deutschland über rund 3.000 Messstationen. Mehr und mehr spielen in letzter Zeit zusätzlich zur bodengestützten Klimaüberwachung weltraumgestützte Beobachtungssysteme, die Wettersatelliten, eine erweiterte Rolle. Gärtner weiter: „Wettersatelliten sind inzwischen unverzichtbare Bestandteile der Klimaüberwachung.“

Mit hoher zeitlicher und räumlicher Auflösung ermöglichen die Satelliten eine breite Erfassung von Wetter- und Umweltdaten, unabhängig davon, ob diese entweder als polarumlaufende oder als geostationäre Satelliten eingesetzt sind. Insbesondere die neuen Wettersatelliten (MSG) der europäischen Organisation EUMETSAT bieten gute Möglichkeiten, das Klimasystem vom Weltraum aus flächendeckend und unablässig zu überwachen. Besonders wichtig sind dabei Gebiete ohne Bodenmessstationen wie zum Beispiel die Meere. Einer dieser neuen Satelliten befindet sich bereits in der Umlaufbahn.

Die internationale Tagung in Nürnberg dauert noch bis einschließlich 2. September 2005.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Klimaerwärmung
  • Portal:Unbemannte Raumfahrt

Quellen

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April 9, 2005

Macromedia-Entwicklerkonferenz: Neuer Flash-Player kommt noch dieses Jahr

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San Francisco (USA), 09.04.2005 – Auf der Macromedia-Entwicklerkonferenz Flashforward 2005 in San Francisco hat der Chief Software Architect des Softwareunternehmens Kevin Lynch Anfang April erneut einen Einblick in die kommenden Versionen 8 des Flash-Players (Codenamen: „Maelstrom“) und des Flash-Autoren-Tools (Codenamen „8Ball“) gegeben. „Das wird das größte Flash-Update aller Zeiten“, zitiert die „Computerwoche“ Lynch in einem Bericht.

Zu den wichtigsten Features von „Maelstrom“ zählt eine deutliche Performancesteigerung durch das Bitmap-Caching von Vektorgrafiken (cacheAsBitmap) und eine drastische Verbesserung der Videoqualität, die durch einen neuen Codec erreicht wird. Außerdem spendiert Macromedia dem Flash Player 8 mit „Saffron“ eine neue Text-Rendering-Engine, die eine präzisere Kontrolle über das Anti-Aliasing ermöglicht und Microsofts ClearType Konkurrenz macht. Dazu kommen zahlreiche neue Echtzeit-Grafikeffekte und zusätzliche APIs. Außerdem soll die Leistungsfähigkeit von ActionScript durch die volle Kompatibilität zum Standard ECMAScript Edition 4 weiter verbessert werden.

Was „8Ball“ angeht, wird dessen Oberfläche laut „Computerwoche“ stärker denen anderer Macromedia-Anwendungen angepasst, um Entwicklern die Arbeit zu erleichtern, die diese bereits kennen. Allerlei „Eye Candy“ soll zudem neuen Endnutzer wie Video-Publisher oder Designer anlocken.

„Die Betonung von Video in Flash 8 beweist, dass Macromedia zu den Streaming-Schwergewichten Microsoft, RealNetworks und Apple aufschließen will“, schreibt die „Computerwoche“. Die nervige Auswahl des richtigen Players und der geeigneten Bandbreite sei laut Macromedia mit dem allgegenwärtigen Flash Player künftig überflüssig. Dies ist eine echte Chance für Video, im Web ein „Bürger erster Klasse zu werden“, wird Mike Downey, Technical Product Manager für Flash Authoring, zitiert.

Quellen

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