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November 28, 2014

OPEC unter Druck : Ölpreis fällt weiter

OPEC unter Druck : Ölpreis fällt weiter

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Veröffentlicht: 14:30, 28. Nov. 2014 (CET)
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OPEC in Wien

Verfahrensweise von Fracking

Wien (Österreich), 28.11.2014 – Heizöl und Benzin sind so billig wie schon lange nicht mehr. So musste man vor einem Jahr noch fast 20 Cent mehr für den Liter Benzin bezahlen, umso mehr freuen sich nun die Verbraucher über die niedrigen Benzin- und Heizölpreise auf dem Markt. Doch die Organisation der Erdöl exportierenden Länder OPEC steht durch den Preisverfall gewaltig unter Druck, da auch die Einnahmen durch den Verkauf des Rohöls sinken. Der Preis für ein Barrel (159 Liter) hat mittlerweile die Marke von 72 US-Dollar unterschritten. Die OPEC hat nun darüber beraten, die Erdölförderung zu reduzieren, um damit den Preis durch das sinkende Angebot wieder zu festigen. Diese Verfahrensweise zur Preisfestigung wurde in der Vergangenheit von der OPEC oft praktiziert.

Die offiziell festgelegte Fördermenge von 30 Millionen Barrel pro Tag wird dennoch vorerst nicht reduziert. Dies bestätigte der kuwaitische Ölminister Ali al-Omair in Wien nach Gesprächen der OPEC-Mitgliedsstaaten. OPEC-Generalsekretär Abdalla al Badri sagte dazu, man wolle die Entwicklung noch beobachten. Unter den zwölf Mitgliedsländern der OPEC herrschte dabei keine Einigkeit über ihre Haltung. Während das reiche Saudi-Arabien nichts verändern wollte, plädierte das finanziell angeschlagene Venezuela für eine Reduzierung der Fördermengen, die effektiv bei 31 Millionen Barrel pro Tag liegen. Der venezolanische Erdölminister verließ die Besprechung deshalb vorzeitig unter Protest.

Ein Grund für den Preisverfall des Rohöls um fast 30 Prozent seit dem Sommer ist, dass beim zweitgrößten Erdölverbraucher der Welt, China, der Bedarf an Erdöl genauso wie in Europa durch geringeres Wirtschaftswachstum zuletzt gefallen ist. Hinzu kommt, dass die USA als größter Verbraucher durch die umstrittene Fracking-Methode selbst sehr viel mehr eigenes Öl fördern und so auf weniger Importe angewiesen sind. Dies ist eine Herausforderung für die OPEC als Organisation, die jetzt unter Legitimierungsdruck steht. Denn: „Wozu sollte die Organisation existieren, wenn sie keine effektiven Beschlüsse zur Wahrung der Interessen ihrer Mitglieder fassen kann?“ fragen sich Experten.

Quellen[Bearbeiten]

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November 20, 2007

Chávez droht mit einem Anstieg des Ölpreises im Fall eines Angriffs auf den Iran

Chávez droht mit einem Anstieg des Ölpreises im Fall eines Angriffs auf den Iran

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Veröffentlicht: 23:28, 20. Nov. 2007 (CET)
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Riad (Saudi-Arabien), 20.11.2007 – Der Präsident von Venezuela, Hugo Chávez, hat angemerkt, dass der Preis für Erdöl 200 Dollar pro Fass erreichen könne, wenn die Vereinigten Staaten den Iran überfielen.

„Sollten die Vereinigten Staaten den Wahnsinn begehen, den Iran zu überfallen oder Venezuela erneut anzugreifen, wird der Preis für Erdöl nicht nur 100 Dollar erreichen, sondern 200 Dollar“, sagte Chávez bei der Eröffnung des dritten Gipfels der Staatsoberhäupter der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC).

Der venezolanische Präsident machte diese Äußerung, nachdem er plädiert hatte, die OPEC sollte sich eine politischere Tagesordnung zulegen, außerdem bat er darum, „dass die Drohungen gegen die Länder“ der Organisation aufhören. 100 Dollar pro Barrel bezeichnete er als einen „fairen“ Preis und erinnerte sich, dass zu der Zeit, als er die Präsidentschaft von Venezuela in 1999 antrat, der Preis auf ungefähr zehn Dollar gestiegen war.

Vor einer Woche hatten sich die Preise für Rohöl der 100-Dollar-Marke genähert, und viele Beobachter halten es für möglich, dass diese Grenze bald überschritten wird.

Themenverwandte Artikel

Quellen

Spanischsprachige Quelle Dieser Artikel ist teilweise eine Übersetzung eines fremdsprachigen Artikels vom 17.11.2007

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June 3, 2007

Zuckerrohr für Bioethanol bedrängt Kleinbauern und Regenwald in Brasilien

Zuckerrohr für Bioethanol bedrängt Kleinbauern und Regenwald in Brasilien

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Artikelstatus: Fertig 17:21, 3. Jun. 2007 (CEST)
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Zuckerrohr-Monokultur, soweit das Auge reicht in São Paulo. Allein in diesem Bundesstaat wächst auf vier Millionen Hektar Zuckerrohr.

Brasília (Brasilien), 03.06.2007 – In Brasilien steigt die Nachfrage nach Zuckerrohr für Bioethanol weiterhin massiv an – vier von fünf Neuwagen sind mittlerweile mit einem Flex-Fuel-Motor ausgestattet, der wahlweise mit Benzin oder Ethanol betankt werden kann. Die bestehenden 300 Zuckerrohrfabriken können der Nachfrage kaum mehr nachkommen, sodass in den nächsten fünf Jahren 100 weitere hinzukommen sollen. Auch der Export von Biotreibstoffen aus Brasilien soll, in Zusammenarbeit mit den USA, ausgebaut werden. Entsprechend weiten die Großgrundbesitzer ihre Zuckerrohrproduktion aus. Ethanolproduzenten und Regierung streben gar eine Verdoppelung der Anbauflächen von heute sieben Millionen Hektar an.

Ethanol aus Zuckerrohr wird seit den 1970er Jahren von der brasilianischen Regierung als Alternative zu Erdöl gefördert. So muss Benzin von Gesetzes wegen 25 % Ethanol beigemischt werden. Heute ist Brasilien weltweit führend in der Bioethanolproduktion, Ethanol macht die Hälfte des Treibstoffverbrauchs aus. In jüngerer Zeit ist das Interesse am brasilianischen Bioethanol wegen der Diskussionen um Klimaschutz und die Verknappung des Erdöls gewachsen. Die Produktion von heute 17 Milliarden Litern (von denen 14 Mia. im Inland verbraucht werden), wird Schätzungen zufolge bis 2013 auf 35 Mia. Liter steigen, während die Inlandsnachfrage 29 Mia. erreichen wird.

Für die Ausweitung der Zuckerrohr-Bioethanolproduktion mussten und müssen, vor allem im Nordosten Brasiliens, Kleinbauern weichen – die „Zuckerbarone“ vertreiben sie mit Gewalt, um ihre Plantagen zu vergrößern. Die landlos gewordenen Vertriebenen landen oftmals in den städtischen Favelas oder als Arbeiter auf den Zuckerrohrplantagen unter meist schlechten Arbeitsbedingungen. Die Landlosenbewegung MST protestiert deshalb gegen den Ausbau der Bioethanolproduktion aus Zuckerrohr, die zur weiteren Konzentration des Landbesitzes in den Händen Weniger beitrage.

Umweltschützer fürchten auch um den Amazonas-Regenwald. Denn dort weitet sich der Zuckerrohranbau zwar noch nicht aus, da das Zuckerrohr auf den nährstoffarmen Böden schlecht gedeiht. Experten vermuten aber, dass Genetiker bald Zuckerrohrpflanzen züchten werden, die auch auf gerodetem Regenwaldboden wachsen. Ähnlich ist es beim Sojaanbau geschehen, der mittlerweile als eine der größten Gefahren für den brasilianischen Regenwald gilt.

Der Atlantische Küstenurwald, die Mata Atlântica, wurde bereits in der Vergangenheit großflächig für den Anbau von Zuckerrohr, Kaffee und Soja abgeholzt.

Um der wachsenden Kritik am Einsatz von Biotreibstoffen entgegenzukommen, plant die brasilianische Regierung derweil ein Gütesiegel, das eine sozial und ökologisch verträgliche Produktion gewährleisten soll. Ein solches Zertifikat soll in drei bis vier Jahren entwickelt sein.

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Quellen

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July 30, 2006

Venezolanischer Präsident Hugo Chávez unterstützt den Iran

Venezolanischer Präsident Hugo Chávez unterstützt den Iran

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Artikelstatus: Fertig 04:19, 30. Jul. 2006 (CEST)
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Hugo Chávez

Teheran (Iran), 30.07.2006 – Der venezolanische Präsident Hugo Chávez versicherte dem iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad seine Solidarität im gemeinsamen Kampf gegen den US-„Imperialismus“. Der Präsident Venezuelas, der wegen seiner mehrfach geäußerten scharfen Kritik an der Politik der US-Regierung sowie seiner Unterstützung für das iranische Atomprogramm in Teheran herzlich willkommen geheißen wurde, hält sich seit Samstag zu einem zweitägigen Besuch im Iran auf.

Vor seinem Besuch im Iran hatte sich Chávez in Katar aufgehalten, wo er die Offensive Israels gegen die Hisbollah-Miliz mit den Taten Hitlers verglichen hatte: „Die Aktion Israels gleicht den Taten Hitlers, der Tod und Zerstörung in der Welt gesät hat.“ In einem Interview mit dem arabischen Fernsehsender Al-Dschasira hatte Chávez auch durch die folgende Äußerung für Aufsehen gesorgt: „Israel verübt an den Libanesen die selben Handlungen, wie sie Hitler an den Juden verübt hat – die Ermordung von Kindern und Hunderten unschuldigen Zivilisten.“ Die USA machte er direkt für die Militäroffensive Israels verantwortlich, diese habe den Einsatz geplant. Er verurteilte aber auch die Entführung von zwei israelischen Soldaten durch die Hisbollah, die eine Offensive dadurch provoziert habe.

Neben dem Meinungsaustausch über die Krise im Nahen Osten geht es bei dem Besuch auch um Absprachen über die Politik der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC), zu deren Gründungsmitgliedern beide Staaten gehören. Am Mittwoch hatte Chávez Russland dazu aufgefordert, an der Erzielung „fairer“ Ölpreise mitzuwirken. Darunter versteht Chávez einen Mindestölpreis von 50 US-Dollar je Barrel. Eine Obergrenze liege, so Chávez, „in der Unendlichkeit“.

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