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December 6, 2010

Urteil zum Concorde-Absturz: Geldstrafe von 200.000 Euro gegen Continental-Airlines

Urteil zum Concorde-Absturz: Geldstrafe von 200.000 Euro gegen Continental-Airlines

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Veröffentlicht: 23:35, 6. Dez. 2010 (CET)
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Startende Concorde

Paris (Frankreich), 06.12.2010 – Die nachlässige Arbeit des Mechanikers John Taylor der US-amerikanischen Fluggesellschaft Continental Airlines ist für den Absturz der Concorde auf dem Flughafen Charles de Gaulle am 25. Juli 2000 verantwortlich. So lautet das Urteil eines Pariser Gerichts. Taylor wurde wegen fahrlässiger Tötung zu einer Freiheitsstrafe von 15 Monaten verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wurde. Das Unternehmen Continental Airlines, für das Taylor arbeitete, wurde zu einer Geldstrafe von 200.000 Euro verurteilt.

Als mitschuldig an den Vorgängen, die zum Absturz des Überschallflugzeugs Concorde führten, wurde der Luft- und Raumfahrtkonzern EADS befunden. EADS trägt nach Auffassung des Gerichts aber lediglich eine zivilrechtliche Verantwortung. Entschädigungsforderungen von Geschädigten müsse sich die Firma mit Continental Airlines im Verhältnis von 30 zu 70 teilen. EADS ist inzwischen Eigentümer der Firmen, die an der Herstellung der Concorde beteiligt waren. Mögliche Entschädigungsforderungen könnten sich in siebenstelliger Größenordnung bewegen. Die französische Fluggesellschaft Air France – einem früheren Urteil zufolge nicht schuldig an den Ereignissen von vor zehn Jahren – hat bereits Zahlungen von Schmerzensgeld in Millionenhöhe an die Angehörigen geleistet.

Nach der Rekonstruktion des Unfallhergangs am 25. Juli 2000 durch das Pariser Gericht hat eine Titan-Lamelle der zuvor gestarteten Continental-Maschine den Unfall dadurch verursacht, dass sie auf die Rollbahn stürzte, auf der kurz danach die Concorde zum Start ansetzte. Das Metallteil zerfetzte dann einen Reifen der startenden Concorde, worauf Gummibrocken durch die Luft wirbelten, die dann die Tragflächen des Überschallfliegers und einen Kerosintank beschädigten. Die daraufhin folgende Explosion führte schließlich zum Absturz des Flugzeugs. 113 Menschen starben in dem Inferno, das dann folgte.

Der französische Anwalt von Continental Airlines, Olivier Metzner, kündigte an, in dem angestrebten Berufungsverfahren zu beweisen, dass die Concorde bereits brannte, als sie auf das abgefallene Metallstück der vorher gestarteten Maschine von Continental Airlines traf. Der französischen Fluggestellschaft „Air France“, die nicht angeklagt worden war, hielt er vor, Beweismaterial zurückzuhalten, das Continental Airlines entlasten könnte. Dem Gericht warf er Parteilichkeit vor: „Das Gericht hat eine Entscheidung gefällt, die ausschließlich französischen Wirtschaftsinteressen dient.“


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December 15, 2004

Concorde-Absturz abschließend geklärt

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Concorde-Absturz abschließend geklärt

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Paris (Frankreich), 15.12.2004 – Die Staatsanwaltschaft von Cergy-Pontoise bei Paris hat eine Erklärung über die Absturzursache des französischen Überschall-Verkehrsflugzeugs Concorde der Fluggesellschaft Air France veröffentlicht. Die Concorde war am 25. Juli 2000 bei Gonesse in der Nähe des Pariser Großflughafens Charles-de-Gaulle-Roissy zerschellt. Bei dem Unglück kamen damals 113 Menschen ums Leben, darunter waren 97 deutsche Passagiere.

Nach dem Bericht des Untersuchungsrichters Christoph Régnard wurden die bisher angenommen Ursachen endgültig als ausschlaggebend für den Absturz ermittelt. Demnach hat unmittelbar vor dem Start der Concorde eine gestartete DC-10 der Continental Airlines Lamellen eines Triebwerks verloren. Das Flugzeug rollte beim Start über das aus Titan hergestellte Turbinenteil, die Reifen des Hauptfahrwerks der Concorde platzten und durch aufwirbelnde Reifenteile wurde der darüber befestigte Treibstofftank leck geschlagen. Dadurch fing die Maschine sofort Feuer und stürzte ab. Eine Schwachstelle an der Verkleidung des Treibstofftanks hielt den Reifenteilen nicht stand.

Bereits 1979 hatten Flugzeugtechniker auf dieses Problem an den Tragflächen-Unterseiten hingewiesen. Das Gericht schließt jedoch „zum gegenwärtigen Zeitpunkt“ eine Verantwortung der Air France aus, ein Konstruktionsfehler an der Concorde läge nicht vor.

Derzeit prüft die Staatsanwaltschaft eine mögliche straf- und zivilrechtliche Verantwortung der US-Fluggesellschaft Continental Airlines. Eventuelle Fehler bei der Wartung der DC-10 kommen in Betracht, ebenso wie ein Herstellungsfehler der Triebwerkslamelle, die entgegen den Anforderungen nicht aus Stahl, sondern aus dem wesentlich härteren Titan gefertigt war. Continental Airlines weist hingegen jede Verantwortung für den Concorde-Absturz zurück.

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