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June 8, 2012

Schlecker-Insolvenz: Verkäuferinnen zu Erzieherinnen und Altenpflegerinnen umschulen

Schlecker-Insolvenz: Verkäuferinnen zu Erzieherinnen und Altenpflegerinnen umschulen

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Veröffentlicht: 12:11, 8. Jun. 2012 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 08.06.2012 – Der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler hatte sich bereits öffentlich über eine „Anschlussverwendung“ der betroffenen Frauen Gedanken gemacht. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz haben Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU), der Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit Frank-Jürgen Weise und der Vorsitzende der Gewerkschaft verdi Frank Bsirske nun den Vorschlag unterbreitet, dem im nächsten Jahr drohenden personellen Defizit bei der Kinderbetreuung durch die Umschulung der ehemaligen Verkäuferinnen der Drogerie-Kette Schlecker zu begegnen.

Über die näheren Einzelheiten war man sich bei dem vorangegangenen Gespräch nicht einig geworden, hieß es, sicher sei jedoch, dass in der Kinderbetreuung „händeringend“ Arbeitskräfte gesucht würden. Das gleiche gelte für die Altenpflege.

Der Arbeitsmarkt im Einzelhandel sei nicht aufnahmefähig. Den 360.000 Arbeitssuchenden in dieser Branche ständen derzeit 25.000 offene Stellen gegenüber. Von den 11.000 Beschäftigten, die im Januar 2012 entlassen worden waren, fanden bisher nur etwa 5.000 eine neue Stelle oder konnten in eine Weiterbildungsmaßnahme vermittelt werden. Nun ständen noch einmal 25.000 Entlassungen bevor. Damit handele es sich bei der Pleite der Drogerie-Kette um die größte Insolvenz der Nachkriegsgeschichte.

Von der Leyen betonte, unter den Verkäuferinnen seien „viele Frauen, viele Alleinerziehende, auch in der Arbeitslosigkeit, die Erfahrung haben im Umgang mit Kindern.“ Sie seien „selbstverständlich so gut wie jeder andere geeignet, als Erzieherinnen zu arbeiten.“ Die Arbeitsagenturen würden ihnen deshalb „beherzt ein Angebot machen.“

Bundesfamilienministerin Kristina Schröder (CDU) sagte hierzu der Süddeutschen Zeitung, sie könne sich gut vorstellen, dass „unter diesen lebenserfahrenen Frauen viele mit Freude und Engagement diese neue berufliche Chance ergreifen wollen.“ Sie könne sich weiterhin vorstellen, „dass auch andere Fachressorts noch auf bislang unbekannte oder zu wenig beachtete Möglichkeiten stoßen, den Kita-Ausbau voran zu bringen.“

Nach Angaben von Kritikern fehlen bis zum Beginn des Rechtsanspruchs auf einen Kinderbetreuungsplatz im Jahr 2013 bundesweit voraussichtlich noch zwischen 130.000 und 200.000 Betreuungsplätze.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

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March 1, 2009

Fünf Prozent mehr für die Beschäftigten der Länder im Öffentlichen Dienst

Veröffentlicht: 18:24, 1. Mär. 2009 (CET)
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Demonstration der Landesbediensteten am 3. Februar 2009 in Hannover

Demonstration der Landesbediensteten am 25. Februar 2009 in Hannover (hier vor dem Finanzministerium)

Potsdam (Deutschland), 01.03.2009 – Die Tarifpartner für die Beschäftigten der Länder im Öffentlichen Dienst einigten sich am Wochenende auf eine Gehaltserhöhung für die 700.000 Angestellten der Länder von durchschnittlich 5,8 Prozent. Das gaben die beiden Verhandlungsführer, der niedersächsische Finanzminister Hartmut Möllring (CDU) und der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), Frank Bsirske, heute in Potsdam bekannt. Zu den für den Fall einer Nichteinigung von ver.di angekündigten unbefristeten Streiks kommt es nun nicht. Die Einigung gilt nicht für die Bundesländer Berlin und Hessen. Diese sind aus der Tarifgemeinschaft der Länder ausgetreten.

In einer ersten Stufe erhöhen sich die Gehälter der Angestellten zunächst um einen Sockelbetrag von 40 Euro und dann um drei Prozent zum 1. März 2009. Eine weitere Erhöhung ist zum 1. März 2010 in Höhe von 1,2 Prozent vorgesehen. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages beträgt zwei Jahre (1. Januar 2009 bis 31. Dezember 2010). Außerdem wurde eine Einmalzahlung in Höhe von 40 Euro für Januar und Februar 2009 für alle Beschäftigten vereinbart. Nach ver.di-Angaben bedeutet der Abschluss einen durchschnittliches Einkommensplus von 119 Euro im Monat, bezogen auf zwei Jahre (2009 und 2010) seien es 156 Euro (bezogen auf ein durchschnittliches Einkommen von 2.500 Euro).

Der Abschluss gilt bisher nur für die Angestellten. Er muss dann noch auf die Beamten übertragen werden. Mehrere Landesregierungen signalisierten bereits, den Tarifabschluss auf die Beamten übertragen zu wollen.

Der Verhandlungsführer des dbb beamtenbund und tarifunion, Frank Stöhr, kommentierte das Ergebnis mit den Worten: „Viel ist erreicht, einiges konnte abgewehrt werden und manches ist uns schwer gefallen. Aber die Nullrunden- und Verzichtsideologie, die drei Runden lang vorherrschte, ist weg. Gleichzeitig berücksichtigt der Abschluss die problematische wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Arbeitgeber und Gewerkschaften haben verantwortlich gehandelt.“

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) erklärte laut einer Presseerklärung: „Die Doppel-Null, die die Arbeitgeber erzwingen wollten, ist vom Tisch. Im Schnitt 5,8 Prozent Erhöhung der Tabellenwerte bis Ende 2010 sind kein Pappenstiel. Wegen der außerordentlich hohen Beteiligung der Beschäftigten im Osten an den Arbeitskampfmaßnahmen sind die Arbeitgeber mit ihrem Ziel gescheitert, die östlichen Bundesländer bei den Gehaltszuwächsen abzukoppeln.“ Der GEW-Vorsitzende Ulrich Thöne machte wesentlich „die massiven Warnstreikaktivitäten“ von Lehrkräften für den Erfolg der Tarifverhandlungen verantwortlich. So beteiligten sich am vergangenen Freitag allein in Dresden 18.000 Lehrerinnen und Lehrer an den Warnstreiks. Durch die Kampfbereitschaft der Beschäftigten sei es den Arbeitgebern nicht gelungen, „die die östlichen Bundesländer bei den Gehaltszuwächsen abzukoppeln.“

Ver.di-Verhandlungsführer Bsirske erklärte: „Mit diesem Tarifabschluss ist uns der Anschluss an das Tarifniveau des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) gelungen. Die Beschäftigten von Bund und Kommunen und bei den Ländern haben dann endlich wieder vergleichbar viel Geld im Portmonee.“

Auch der Verhandlungsführer der Länder, Hartmut Möllring, zeigte sich zufrieden: „Wir haben einen fairen Kompromiss gefunden. Wir sind froh, dass wir einen Arbeitskampf verhindert haben.“

Themenverwandte Artikel

Quellen

  • ftd.de: „Öffentlicher Dienst erhält fünf Prozent mehr“ (01.03.2009)
  • gew.de: „GEW: ‚Die Doppel-Null ist weg – Tabellenwerte steigen um 5,8 Prozent‘“ (01.03.2009)
  • gew.de: „Sachsen: Tausende streikten in Dresden“ (27.02.2009)
  • presse.verdi.de: „Öffentlicher Dienst: Tarifabschluss für Länderbeschäftigte“ (01.03.2009)
  • presseportal.de: „dbb zu Tarifeinigung für Landesbeschäftigte – Stöhr: ‚Viel ist erreicht, etliches abgewehrt und manches ist schwer gefallen‘“ (01.03.2009)
  • inforadio.de: „Bsirske bestätigt Tarif-Einigung in Potsdam“ (01.03.2009)
  • de.reuters.com: „Tarifeinigung im öffentlichen Dienst der Länder“ (01.03.2009)
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May 2, 2006

DGB zum 1. Mai: „Deine Würde ist unser Maß!“

DGB zum 1. Mai: „Deine Würde ist unser Maß!“

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Artikelstatus: Fertig 02:10, 2. Mai 2006 (CEST)
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Wolfsburg (Deutschland), 02.05.2006 – Die Demonstrationen des Deutschen Gewerkschaftsbundes standen dieses Jahr unter dem Motto: „Deine Würde ist unser Maß!“ Damit zielte der DGB auf die Kritik an „würdelose[n] Arbeits- und Lebensbedingungen“ in Deutschland ab.

Unternehmens-Rekordgewinnen stünden weitere Entlassungen auf der anderen Seite gegenüber. Scharfe Kritik übte der DGB-Vorsitzende an den Managern in Deutschland: „Ihr Maß ist ihr eigenes Bankkonto und nicht die Menschenwürde.“

Wichtige Vorhaben der großen Koalition in Berlin standen ebenfalls am Pranger, darunter die Verlängerung der Lebensarbeitszeit, die Gesundheitsreform, die die Arbeitnehmer einseitig belaste, und die Lockerung des Kündigungsschutzes für Berufsanfänger.

Auf der zentralen DGB-Kundgebung in Wolfsburg wandte sich der DGB-Vorsitzende Michael Sommer an die Bundesregierung: „Ich warne die Bundesregierung, in der Steuerpolitik weiter die Hoch- und Höchsteinkommen zu schonen. Die Reichensteuer ist nur gerecht.“

Weitere Großkundgebungen fanden in München (mit dem Hauptredner Jürgen Peters von der IG Metall) und Berlin (Ver.di-Vorsitzender Frank Bsirske) statt.

Der 1. Mai in einigen anderen Ländern

Russland

In Russland nahmen zehntausende Menschen an den Mai-Kundgebungen teil, die vor allem von Anhängern der Kommunisten aber auch von Gewerkschaftsmitgliedern und Anhängern der Regierungspartei „Geeintes Russland“ besucht wurden. Die Sozialpolitik der Regierung Putin stand dabei im Zentrum der Ansprachen. Bürgermeister Juri Luschkow kritisierte den gesetzlichen Mindestlohn von 1.100 Rubeln als „echte Schande“. Die Kommunisten kritisierten, eine Gruppe von Oligarchen habe sich des Landes bemächtigt.

Asien

In Südostasien demonstrierten mehrere hunderttausend Menschen anlässlich des 1. Mais. In Jakarta (Hauptstadt Indonesiens) forderten zehntausende Menschen eine Rücknahme der Reform des Arbeitsgesetzes. Kritisiert wurde, dass angesichts einer Inflationsrate von 17 Prozent die Arbeitseinkommen nicht mehr zur Ernährung der Familien ausreichten. In Dhaka (Bangladesch) standen Fragen des Arbeitsschutzes im Mittelpunkt der Gewerkschaftsforderungen. Auf den Plakaten, die die Kundgebungsteilnehmer mit sich führten, waren Slogans wie „Keine Toten mehr in den Fabriken!“ zu lesen.

In Kambodscha wurden Aufmärsche anlässlich des 1. Mais mit dem Hinweis auf Verkehrsgefährdungen verboten.

In Thailand standen die Maikundgebungen im Zeichen von Forderungen zur Anhebung des Tagesmindestlohnes auf mindestens 233 Baht. Außerdem wurde die Forderung erhoben, bei allgemeinen Wahlen die Stimme in der Nähe des Arbeitsplatzes abgeben zu können. Außerdem wurde verlangt, die Privatisierung staatlicher Unternehmen zu stoppen.

Osteuropa

In Weißrussland demonstrierten trotz Demonstrationsverbots rund 2.000 Menschen in Minsk am internationalen Tag der Arbeit. Eine zentrale Forderung war die Freilassung des inhaftierten Oppositionspolitikers Alexander Milinkewitsch. Weitere Themen waren die steigenden Preise und der geplante NATO-Beitritt des Landes, der von den Kundgebungsteilnehmern abgelehnt wurde.

Quellen

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February 10, 2006

Streik im öffentlichen Dienst – 40.000 Beschäftigte ab Montag im Ausstand

Streik im öffentlichen Dienst – 40.000 Beschäftigte ab Montag im Ausstand

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Artikelstatus: Fertig 22:36, 10. Feb. 2006 (CET)
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Berlin / Stuttgart (Deutschland), 10.02.2006 – Der erste Streik im öffentlichen Dienst Deutschlands seit 14 Jahren wurde mit einem Votum von 94,5 Prozent per Urabstimmung beschlossen. Ab Montag werden öffentliche Einrichtungen in neun Bundesländern bestreikt. Das teilte ver.di-Chef Frank Bsirske heute mit.

Am Montag werden in Baden-Württemberg 20.000 Beschäftigte in einen unbefristeten Ausstand treten; ein Schwerpunkt des Streiks sind die 14 Universitätskliniken Baden-Württembergs. Die folgenden Bundesländer sind ab Wochenbeginn neben Baden-Württemberg in die Streikaktionen einbezogen: Bayern, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Schleswig-Holstein und Sachsen.

Streikziel ist es, die Wiedereinführung der 40-Stunden-Woche in den kommunalen Einrichtungen zu verhindern. Bisher gilt hier eine wöchentliche Arbeitszeit von 38,5 Stunden. Die Arbeitgeber wollen eine Verlängerung der Arbeitszeit ohne Lohnausgleich erzwingen. Deshalb kündigten sie den geschlossenen Tarifvertrag mit der Gewerkschaft. Die öffentlichen Arbeitgeber wollen mit ihrem Vorstoß vor allem Kosten sparen, während die Gewerkschaft einen Verlust von Arbeitsplätzen befürchtet.

Quellen

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April 22, 2005

Der ehemalige ÖTV-Chef, Heinz Kluncker, ist tot

Der ehemalige ÖTV-Chef, Heinz Kluncker, ist tot

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Artikelstatus: Fertig
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Stuttgart (Deutschland), 22.04.2005 – Der ehemalige Chef der Gewerkschaft „Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr“ (ÖTV), Heinz Kluncker, ist tot. Er starb gestern nach schwerer Krankheit in Stuttgart. Erst vor wenigen Wochen wurde Kluncker 80 Jahre alt.

Kluncker stammte aus einer Handwerkerfamilie in Wuppertal. Seine fast zwanzigjährige Amtszeit als ÖTV-Chef von 1964 bis 1982 war geprägt von heftigen Auseinandersetzungen und harten Tarifkämpfen. Er war mit 39 Jahren damals der jüngste Chef einer DGB-Gewerkschaft. Von guten Freunden und Kritikern gleichermaßen aufgrund seines Umfangs stets „der Dicke” genannt, galt er als der mächtigste Gewerkschaftsführer Deutschlands. Für viele Wirtschaftsbosse war er oftmals „der Buhmann der Nation”.

Der Gewerkschaftsboss setzte wegweisende Änderungen im Tarifwerk durch. Unter anderem setzte er für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst die Reduzierung ihrer Arbeitszeit durch. Mitte der 1960-er Jahre verkürzte er deren Wochenarbeitszeit auf 44 Stunden. 1970 stellte er die Gehaltszahlungen für Arbeiter auf einen Monatslohn um, 1972 hatten ihm die Angestellten die 40-Stunden-Woche zu verdanken und bereits ein Jahr später setzte er ein 13. Monatsgehalt durch.

Kluncker stellte stets das Wohl der Arbeitnehmer über die Interessen seiner Partei, der SPD. Sein damaliger Parteifreund, Willy Brandt, bekam den eisernen Willen Klunckers zu spüren. Im Februar 1974 machte Kluncker Schlagzeilen, als er zu einem dreitägigen Streik aufrief. Der Auswirkungen waren enorm. Der gesamte Müll im Land türmte sich auf, es fuhren keine Busse und keine Bahnen mehr. Kluncker, der genau wusste, dass die Regierung bei einer Lohnsteigerung von unter zehn Prozent bleiben wollte, setzte eine Erhöhung um elf Prozent durch.

Brandt-Kenner glaubten damals, dass dieser unpopuläre Streik Brandts Rücktrittsgedanken verstärkt haben. Kluncker hatte sich den Vorwurf persönlich sehr zu Herzen genommen, er hat aber niemals öffentlich darüber gesprochen.

Bereits während seiner Amtszeit warnte Kluncker vor den „Lohnverzichtstheorien”. Er sagte damals dazu: „Lohnverzicht bringt auch den Arbeitslosen nichts, sondern führt nur zu einer weiteren Konzentration der Vermögen”. Gerade in der heutigen Zeit ist dieses Thema wieder top-aktuell.

Ohne jegliche Vorwarnung und völlig überraschend trat Kluncker am 2. Juni 1982 von seinem Chefposten zurück. Aufgrund seines Gewichtes und auftretenden Gesundheitsproblemen hatten ihm die Ärzte dringend dazu geraten. Ihm folgte Monika Wulf-Mathies im Amt.

In Rente ging er deswegen noch lange nicht. Er fungierte fortan als Präsident der „Internationale der Öffentlichen Dienste“ (IÖD). Damit stellte er seine Arbeitskraft in den Dienst der internationalen Gewerkschaften und kämpfte in vielen Ländern gegen die Unterdrückung der Gewerkschaftsmitarbeiter. In den letzten Jahren lebte Kluncker zurückgezogen in Stuttgart.

Der Vorsitzender der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Nachfolgeorganisation der ÖTV, Frank Bsirske, würdigte Kluncker in einer Presseveröffentlichung heute als „eine bedeutende Persönlichkeit und einen großen Gewerkschafter“.

Themenverwandte Artikel

  • Themenportal Verstorbene Persönlichkeiten

Quellen

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