WikiNews de

February 27, 2008

Demetris Christofias hat die Präsidentschaftswahlen in Zypern gewonnen

Demetris Christofias hat die Präsidentschaftswahlen in Zypern gewonnen

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 09:51, 27. Feb. 2008 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Zypern: Im Luftbild nur eine Insel

Zypern, 27.02.2008 – Bei der zweiten Wahlrunde der zyprischen Präsidentschaftswahlen am vergangenen Sonntag konnte sich der linke Kandidat Demetris Christofias durchsetzen.

Christofias, der der „Fortschrittspartei des werktätigen Volkes“ (AKEL) angehört, erreichte 53,3 Prozent der Stimmen und konnte sich so gegen Ioannis Kassoulides behaupten. Dieser hatte die erste Wahlrunde noch knapp gewonnen, was jedoch bereits damals als Überraschung aufgefasst wurde.

Bei der ersten Wahlrunde vor einer Woche war bereits der bisherige Amtsinhaber Tassos Papadopoulos ausgeschieden, was unter anderem auf seine beharrliche Position in Sachen Wiedervereinigung des Landes zurückgeführt wurde. So hatte sich Papadopoulos 2004 gegen den sogenannten Annan-Plan ausgesprochen, der aus Sicht vieler Südzyprer nachteilig für diese war.

Obwohl die AKEL oftmals dem kommunistischen Spektrum zugeordnet wird, hat Christofias bereits versichert, nichts an dem marktwirtschaftlichen System auf der Insel ändern zu wollen. Sein Sieg wurde von Anhängern mit Sprechchören, Feuerwerken und Siegesparolen wie „Zypern gehört dem Volk“ gefeiert. Christofias gilt nach seinem Vorgänger als Hoffnungsträger in Sachen Wiedervereinigung des südlichen Teils der Insel mit dem nördlichen Teil. So wurden bereits Verhandlungen mit Mehmet Ali Talat angekündigt. Dieser ist Präsident der Türkischen Republik Nordzypern, die de facto den Nordteil der Insel beherrscht, international jedoch nicht anerkannt ist. Beide Seiten zeigten Offenheit für Gespräche, wobei Christofias auf die Wichtigkeit einer Einbindung von UN und EU hinwies. Auch politische Beobachter sehen derzeit gute Bedingungen für eine Annäherung beider Landesteile. So hat nun nicht nur der südliche Teil einen gesprächsbereiten Präsidenten, dies beruhe bei Talat auf Gegenseitigkeit, auch dieser sei offen für Verhandlungen.

Zypern ist nun der einzige EU-Staat mit einem Präsidenten, der einer kommunistischen Partei angehört.

Themenverwandte Artikel

  • Zyperns bisheriger Präsident Tassos Papadopoulos muss sein Amt abgeben (19.02.2008)

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

February 19, 2008

Zyperns bisheriger Präsident Tassos Papadopoulos muss sein Amt abgeben

Zyperns bisheriger Präsident Tassos Papadopoulos muss sein Amt abgeben

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 23:17, 19. Feb. 2008 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Nikosia (Zypern), 19.02.2008 – Bei den Präsidentenwahlen in der Republik Zypern am Sonntag, den 17. Januar 2008 konnte der Amtsinhaber Tassos Papadopoulos nur ungefähr 32 Prozent der Stimmen erlangen und ist somit überraschend bereits in der ersten Runde der Wahl ausgeschieden.

Papadopoulos’ Abwahl wird von politischen Beobachtern dabei allgemein als Entscheidung der Wähler für eine Annäherung der Republik Zypern an den Nordteil der Insel gesehen. De jure umfasst die Republik Zypern zwar das gesamte Land, im Norden hat sich jedoch die Türkische Republik Nordzypern etabliert, die staatliche Strukturen aufgebaut hat, international jedoch nicht anerkannt wird.

Der bisherige Präsident hatte zum Beispiel den sogenannten Annan-Plan der Vereinten Nationen abgelehnt, der vorsah, dass beide Landesteile föderal miteinander verbunden werden sollten.

Papadopoulos erkannte seine Niederlage schnell an und sagte: „Die Menschen haben geurteilt und entschieden. Ihre Entscheidung wird voll respektiert.“

Seine beiden Mitstreiter, Yiannakis Cassoulides und Demetris Christofias, dagegen haben angekündigt, dass es wieder Gespräche zwischen beiden Landesteilen geben solle. Diese hatte es unter Papadopoulos’ Regierung nicht gegeben.

Die Wahl hatte mit Yiannakis Cassoulides auch einen echten Überraschungssieger, denn er konnte mit knapp 34 Prozent der Stimmen die erste Wahlrunde gewinnen, obwohl ihn sehr viele im Vorfeld der Wahlen veröffentlichte Umfragen nur als Dritten sahen. Cassoulides sagte nach der Wahl, dass nun der erste Schritt gemacht sei, eine Zukunft zu ermöglichen, von der Zypern träume und die Zypern verdiene.

Zweiter wurde mit ungefähr 33 Prozent Demetris Christofias, der der als sozialdemokratisch bis kommunistisch eingestuften „Fortschrittspartei des werktätigen Volkes“ (AKEL) angehört, wobei zwischen dem Ersten und den Zweiten nur ungefähr 700 Stimmen liegen. Christofias hat derzeit das Amt des Parlamentspräsidenten inne.

Aufgrund dieses knappen Wahlausgangs versuchten beide Kandidaten bereits jetzt, sich die Unterstützung der Anhänger des ausgeschiedenen Papadopoulos zu sichern. So wurde dieser von beiden gelobt.

Für die zweite Wahlrunde am kommenden Sonntag schreiben Analysten Cassoulides leicht bessere Chancen als Christofias zu, da die Anhänger Papadopoulos’ den Kommunisten abgeneigt seien, da diese einen eigenen Kandidaten aufgestellt hatten, statt mit Papadopoulos zusammenzuarbeiten. Es wird trotzdem ein enges Rennen erwartet.

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

June 19, 2005

UNO verlängert Mandat für UNFICYP-Soldaten in Zypern

UNO verlängert Mandat für UNFICYP-Soldaten in Zypern

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche

Nikosia (Zypern) / New York (Vereinigte Staaten), 19.06.2005 – Die 15 Mitglieder des UN-Sicherheitsrates haben am vergangenen Mittwoch in New York einstimmig die Resolution 1604 gebilligt.

Betroffen sind von der Resolution rund 870 UNFICYP-Soldaten. Sie sind an der Grünen Linie zwischen der Republik Zypern und dem türkisch besetzten Nordteil stationiert. Die Resolution läuft um weitere sechs Monate bis 31. Dezember 2005 . Außer den Soldaten gehören auch etwa 50 Polizisten und circa 150 Zivilisten zur UNFICYP.

In Zypern erfolgte im Jahr 1974 ein griechisch-zypriotischer Militärputsch. Anschließend gab es eine türkische Militärintervention. Seitdem ist das Land zweigeteilt. Zypern ist seit dem 1. Mai 2004 Mitglied der Europäischen Union, das EU-Regelwerk findet jedoch nur im griechisch-zyprischen Süden des Landes Anwendung.

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.