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June 23, 2012

Paraguay: Präsident Fernando Lugo ist seines Amtes enthoben worden

Paraguay: Präsident Fernando Lugo ist seines Amtes enthoben worden

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Veröffentlicht: 18:25, 23. Jun. 2012 (CEST)
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Federico Franco (Foto 2009)

Asunción (Paraguay), 23.06.2012 – Der bisherige Vizepräsident Federico Franco ist der neue Staatschef von Paraguay. Fernando Lugo wurde vom Senat mit 39 zu 4 Stimmen seines Präsidentenamtes enthoben. Auch das Unterhaus hatte sich gegen Lugo als Präsident ausgesprochen. Hintergrund der Amtsenthebung war unter anderem, dass man Lugo die politische Verantwortung für den Tod von 17 Menschen bei Zusammenstößen zwischen Landbesetzern und Polizisten gab.

Lugo sieht seine Absetzung als Schlag gegen die Demokratie. Vier Jahre lang war er Präsident. Davor war er Bischof und hatte sich in der Politik das Ziel gesetzt, „ein Streiter für die Armen“ zu sein. Es dauerte nur wenige Stunden, bis sein Nachfolger Federico Franco von der Partido Liberal Radical Auténtico als Präsident vereidigt worden war, er soll bis August 2013 das Land führen. Zu diesem Zeitpunkt endet die reguläre Amtszeit von Lugo. Die Abgeordnetenkammer hatte die Amtsenthebungsklage beim Senat eingereicht. Lugo schickte zu der Verhandlung drei Anwälte, selbst kam er nicht. Die Verteidiger brachten vor, Lugo sei für seine Verteidigung zu wenig Zeit eingeräumt worden. Vor dem Parlament kam es zu Krawallen, die Polizei ging gegen Anhänger Lugos vor. Es wurden Wasserwerfer und Tränengas eingesetzt.

Die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) kritisierte die Amtsenthebung als übereilt. Ecuadors Präsident Rafael Correa, der sich in Quito aufhielt, erklärte, sein Land würde die neue Führung nicht anerkennen. Die Außenminister der Südamerikanischen Staaten-Union (UNASUR) sehen in dem Vorgang einen Schlag gegen die Demokratie.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Proteste gegen Privatisierungspläne der Regierung in Paraguay (04.07.2005)

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September 8, 2011

Paraguay: Geldspenden aus dem Kirchturm in die Menge

Paraguay: Geldspenden aus dem Kirchturm in die Menge

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Veröffentlicht: 21:30, 8. Sep. 2011 (CEST)
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Guarambaré (Paraguay), 08.09.2011 – Alljährlich zieht ein großes Spektakel mehr als 10.000 Menschen an. 50 Gemeindemitglieder der katholischen Kirche in Guarambaré warfen am Mittwoch Geldscheine vom Kirchturm auf den Kirchplatz. Dort hatten sich 3.000 Kinder versammelt, um möglichst viele der Scheine zu ergattern. Weitere 10.000 Menschen schauten dem Ereignis zu.

Der Pfarrer Marcos Schultz ist wenig begeistert von dieser alten Tradition: „Wir können dies nicht verhindern“ äußerte er gegenüber Agence France-Presse (AFP). Er fürchtet, dass die alte Kirche bei dem Geremple einstürzen könnte.

Nur die Kinder dürfen sich am Aufsammeln der Banknoten beteiligen. Als Dank an die Mutter Gottes schleppte sich auch ein 99-Jähriger mit Hilfe von Verwandten auf den Turm und ließ Scheine regnen. Er sagte: „Ich werfe mehr Geld herunter, weil ich noch länger leben will.“

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Römisch-katholische Kirche

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June 29, 2010

Fußball-WM: Italien spielt unentschieden gegen Neuseeland

Fußball-WM: Italien spielt unentschieden gegen Neuseeland

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Veröffentlicht: 22:56, 29. Jun. 2010 (CEST)
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Bloemfontein / Nelspruit / Johannesburg (Südafrika), 29.06.2010 – Italien hat sich mit dem Unentschieden im Spiel gegen Neuseeland in eine ungünstige Ausgangsposition für das letzte Gruppenspiel gegen die Slowakei gebracht. Diese Mannschaft hat ihr Spiel gegen Paraguay klar verloren. Ebenso eindeutig war der Sieg der brasilianischen Nationalmannschaft gegen die Mannschaft von der Elfenbeinküste. Auch nach der Suspendierung des französischen Nationalspielers Nicolas Anelka kommt die „Équipe Tricolore“ nicht zur Ruhe.

Slowakei – Paraguay
0:2 (0:1)

26.643 Zuschauer sahen im Free-State-Stadion von Bloemfontein das von Schiedsrichter Eddy Maillet von den Seychellen geleitete Spiel, in dem es vier Gelbe Karten gab: drei für die Slowaken und eine für einen Paraguayer. Paraguays Trainer Gerardo Martino zeigte sich nach dem Spiel zufrieden mit dem Punktgewinn, es sei „in einer solch ausgeglichenen Gruppe sehr wichtig, vier Punkte zu haben“.

Die Slowaken konnten den Sieg der Südamerikaner zu keiner Zeit in Gefahr bringen. Die erste Torchance hatten die Paraguayer durch Roque Santa Cruz in der dritten Spielminute, doch sein abgefälschter Schuss wurde von Ján Mucha abgewehrt. Die Südamerikaner waren zwar überlegen, konnten aber nicht nahe genug an das slowakische Tor gelangen. Die Schüsse von Cristian Riveros in der 16. Minute, von Lucas Barrios in der 23. Minute und Nelson Valdez zwei Minuten später wurden entweder abgewehrt, waren zu hoch oder gingen neben das Tor. In der 27. Minute war Mittelfeldspieler Vera schließlich erfolgreich. In der 39. Minute hatte Santa Cruz das 2:0 auf dem Fuß, doch der slowakische Torhüter konnte seinen Flachschuss mit dem Fuß parieren.

Die „Albirroja“ störten das slowakische Spiel schon in deren eigener Spielhälfte, sodass die Slowaken den Ball oft weit ins gegnerische Spielfeld droschen, um sich etwas Luft zu verschaffen. Dieser Spielverlauf setzte sich auch in der zweiten Halbzeit fort. Nur das zweite Tor für die Südamerikaner ließ auf sich warten, bis schließlich in der 86. Minute Riveros mit dem 2:0 den Endstand herstellte.

Italien – Neuseeland
1:1 (1:1)

Mit dem zweiten 1:1 in Folge hat sich der amtierende Weltmeister Italien in eine ungünstige Ausgangsposition im letzten Grupppenspiel gegen die Slowakei gebracht. 38.230 Zuschauer im Mbomela-Stadion von Nelspruit sahen das vom guatemaltekischen Schiedsrichter Carlos Batres geleitete Spiel, der drei Neuseeländer mit Gelben Karten bedachte. „Wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir mehr zeigen“, stellte Italiens Trainer Marcello Lippi nach dem Spiel selbstkritisch fest. Neuseeland und Italien sind nach dem zweiten Gruppenspiel immer noch punkt- und torgleich.

Die „Squadra Azzurra“ lief ohne Andrea Pirlo und Torhüter Gianluigi Buffon, den Rückenprobleme zu schaffen machen. Die „All Whites“ vom anderen Ende der Welt gingen überaschend in der siebten Minute in Führung. Nachdem Winston Reid, der im Spiel gegen Slowenien den Ausgleich für die Neuseeländer erzielt hatte, einen Freistoß in Richtung Strafraum weiterleitete, konnte dort nach einem Abpraller von Fabio Cannavaro der in der australischen Liga spielende Shane Smeltz den Ball ungehindert an Ersatztorhüter Federico Marchetti vorbei ins Netz der Italiener befördern. Zwar stand Smeltz in abseitsverdächtiger Position, doch Schiedsrichter Batres entschied auf Tor.

Vorläufige Tabelle der Gruppe F
Rang Land Tore Punkte
1 Paraguay Paraguay 3:1 4
2 Italien Italien 2:2 2
2 Neuseeland Neuseeland 2:2 2
4 Slowakei Slowakei 1:3 1

Die Italiener drängten nun häufig in Richtung neuseeländisches Tor, das von Mark Paston gehütet wurde. Riccardo Montolivos Schuss in der 27. Minute ging an den Pfosten. In der 29. Minute zog Tommy Smith den für AS Rom Spielenden Daniele De Rossi am Trikot. Dieser ließ sich fallen und Schiedsrichter Batres deutete auf den Elfmeterpunkt. Der Strafstoß wurde von Vincenzo Iaquinta problemlos verwandelt. Nach dem Ausgleichstor ließen die Italiener es gut sein mit der Offensive.

Nach der Pause war der Drehschuss des in der Pause eingewechselten Antonio Di Natale in der 49. Minute zunächst die einzige nennenswerte Torchance der Italiener. Erst nach über einer Stunde Spielzeit gelangte Iaquinta in eine gute Schussposition, konnte seinen Versuch aus 13 Meter Torentfernung nicht erfolgreich abschließen. Nach der Einwechslung von Giampaolo Pazzini wurden die Italiener stärker und die Neuseeländer waren in die Defensive gedrängt. Nach Ivan Vicelichs Fernschuss auf das italienische Tor, der abgewehrt wurde, konterte Italien. Der Konter in der 63. Minute endete endete mit einem Kopfball von Giorgio Chiellini neben das neuseeländische Tor. In der 70. Minute stellte Montolivo Neuseelands Schlussmann Paston auf die Probe. Die letzte Tormüglichkeit für Italien setzte Di Natale in der 81. Minute am linken Torposten vorbei ins Aus. Die Chance, das Spiel noch zu gewinnen, hatten auch die Kiewis, als in der 83. Minute Chris Wood sehr knapp das italienische Tor nicht traf.

Brasilien – Elfenbeinküste
3:1 (1:0)

In der mit 84.455 Zuschauer ausverkauften Soccer City in Johannesburg schien der französische Schiedsrichter Stéphane Lannoy mit dem teils ruppigen Spielverlauf überfordert und der sich vom Torschützen zum 2:0 verschaukeln ließ, als er ihn befragte, ob er den Ball mit der Hand gespielt habe. „Vielleicht war es die heilige Hand Gottes“, spielte Luís Fabiano nach dem Spiel auf Diego Maradonnas Viertelfinaltreffer gegen England bei der Weltmeisterschaft 1986 an. Mit dem Sieg gegen die Ivorer sicherten sich die Brasilianer bereits nach dem zweiten Spiel den Einzug ins Achtelfinale.

Die erste Torchance hatten nach 48 Sekunden die Südamerikaner. Robinho zog aus 30 Metern ab, traf jedoch knapp über das von Boubacar Barry gehütete Tor der Ivorer. Diese bemühten sich zunächst erfolgreich, die Brasilianer gar nicht erst in die Nähe des ivorischen Tores zu lassen. Nur bei Standardsituationen konnten die Brasilianer die gut gestaffelte Abwehr der Westafrikaner durchdringen. Schließlich ließ Kaká in der 25. Minute durch ein Dribbling zwei Abwehrspieler aussteigen und spielte im Strafraum zu dem freistehenden Luís Fabiano, der den Ball aus spitzem Winkel unter die Torlatte zielte.

Bis zur Pause hatten die Brasilianer keine zwingenden Tormöglichkeiten mehr, die Ivorer konnten ihrerseits die Führung der Südamerikaner nicht gefährden. Didier Drogba wurde offenbar durch die Manschette behindert, die er wegen seines Armbruches Anfang Juni trug und war wenig sichtbar. Die besten Gelegenheiten für die Elfenbeinküste konnte Aruna Dindane in der 38. und 39. Minute erspielen. Zunächst versuchte er es mit einem Volleyschuss nach Vorlage von Guy Demel, doch dieser wurde abgeblockt, eine Minute später konnte Trohüter Júlio César einen Aufsetzer Dindanes aus 18 Metern problemlos unter Kontrolle bringen.

In der 51. Minute spielte Luis Fabiano drei ivorische Abwehrspieler aus, wobei er zweimal seinen Oberarm zu Hilfe nahm, dann schloss er mit einem harten Schuss mit links die Aktion zum 2:0 ab. „Schade, dass der Schiedsrichter das nicht gesehen hat. Es ist schon so schwierig, Luís Fabiano auszuschalten – es ist noch schwieriger, wenn er vor dem Tor seine Hand benutzt“, meinte Sven-Göran Eriksson, der Trainer der Ivorer nach dem Spiel. Das 2:0 lähmte die Ivorer, die danach nur durch Drogba in der 54. Minute gefährlich werden konnte, doch dessen Kopfball verfehlte das Tor knapp. In der 61. Minute fiel dann die endgultige Entscheidung mit dem 3:0 durch Elano, der eine Vorlage von Kaká verwerten konnte.

Die Schlussphase des Spieles war von Hektik und ruppiger Spielweise geprägt. Nach einem Foul von Cheik Tioté musste Elano mit der Tragbahre vom Platz getragen werden. Kaká setzte kurz vor Schluss gegen Abdulkader Keita seine Ellenbogen ein und wurde in der 88. Minute mit Gelb-Rot vom Platz gewiesen. Der Ehrentreffer der Ivorer in der 79. Minute kam zu spät, um das Spiel noch herum zu reißen.

Anarchie in Frankreichs Team

Auch ohne den inzwischen durch Entscheidung des französischen Fußballverbandes (FFF) nach Hause geschickten Nicolas Anelka hat sich die Stimmung im französischen Team nicht verbessert. Beim Training der Mannschaft kam es am Samstag, dem 19. Juni, zu einem Disput zwischen Mannschaftskapitän Patrice Evra und dem für Fitness zuständigen Trainer Robert Duverne, in den Nationaltrainer Raymond Domenech eingriff. Die Spieler brachen daraufhin das Training ab und kehrten in ihre Unterkunft zurück. Teammanager Jean-Louis Valentin bezeichnete das Verhalten der Spieler als einen „Skandal für Frankreich, das Team und den Verband“. Die Spieler verweigerten, so Valentin, das Training aus Unzufriedenheit über die Suspendierung Anelkas. Er sei „empört“ und „angewidert“ und erkläre deswegen seinen sofortigen Rücktritt. Valentin sprach es, stieg in sein Auto und fuhr davon.

„Alle Spieler, ohne Ausnahme, protestieren gegen die Entscheidung der FFF, Nicolas Anelka zu suspendieren“, hieß es in einer von Domenech verlesenen Erklärung der Spieler. Der Verband bezeichnete das Handeln der Spieler als „inakzeptabel“, man werde sich nach dem Turnier mit den Konsequenzen befassen. Verbandsvizepräsident Christian Teinturier verlangte, Anelka dürfe „nie wieder das französische Trikot tragen“.

Anelka wurde nach Hause geschickt, nachdem die französische Sportzeitung „L′Équipe“ eine Beschimpfung des umstrittenen Trainers Domenech durch Anelka wiedergegeben hatte. Mannschaftskapitän Evra und Bayern-Spieler Franck Ribéry sind der Auffassung, dass der Zwischenfall von einem „Verräter“ an die Presse weitergegeben worden sein muss. Dieser müsse gefunden und aus dem Team geworfen werden, erklärte Evra. Ribéry stellte klar, „die Sachen, die in der Kabine passieren, müssen auch in der Kabine bleiben“.

Anelka hat inzwischen in einem Interview der Tageszeitung „France Soir“ erklärt, er habe „eine lebhafte Diskussion“ mit dem Trainer gehabt, machte jedoch deutlich, die von „L′Équipe“ gedruckte Beschimpfung seien nicht seine Worte. Die Zeitung teilte inzwischen mit, „mehr als einen Zeugen“ für Anelkas Streit mit Domenech zu haben.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Fußball
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Quellen

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June 16, 2010

Fußball-WM: Italien spielt nur remis, die Niederlande besiegen Dänemark

Fußball-WM: Italien spielt nur remis, die Niederlande besiegen Dänemark

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Veröffentlicht: 18:45, 16. Jun. 2010 (CEST)
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Bloemfontein / Johannesburg / Kapstadt (Südafrika), 16.06.2010 – Am Montag, dem 14. Juni, starteten Italien als Titelverteidiger und die Niederlande als einer der größten Favoriten in die Fußball-Weltmeisterschaft 2010. Während die Niederländer Dänemark mit 2:0 besiegten, erreichten die Italiener ein Remis gegen Paraguay. Das dritte Spiel am Montag, Japan gegen Kamerun, endete 1:0 für die Japaner.

Japan – Kamerun
1:0 (1:0)

Dem Spiel, in dem beide Mannschaften nervös agierten, fehlt es an guten Szenen. Beide Mannschaften leisteten sich viele Fehlpässe und foulten häufig. Kameruns Abwehrspieler Stephane Mbia stellte in der zehnten Minute Japans Torhüter Eiji Kawashima auf die Probe. Die Japaner konnten in der 17. Minute das erste Mal in Nähe des Tors von Kamerun gelangen. Schließlich war es der Japaner Keisuke Honda, der in der 39. Minute Grund zum Jubeln hatte, als er das einzige Tor des Spieles erzielte. Der Japaner konnte am linken Torpfosten einen langen Flankenschuss von der rechten Seite ungehindert ins Tor lenken. Hamidou Souleymanou, der Torhüter der in den letzten sieben Spielen ungeschlagenen Kamerunern, sah in dieser Szene nicht gut aus.

Vorläufige Tabelle der Gruppe E
Rang Land Tore Punkte
1 Niederlande Niederlande 2:0 3
2 Japan Japan 1:0 3
3 Kamerun Kamerun 0:1 0
4 Dänemark Dänemark 0:2 0

In der zweiten Halbzeit spielte Kamerun ob des Rückstandes lustlos und drängte nicht besonders auffallend nach vorne. Schließlich gelang dem bei Nürnberg spielenden Eric-Maxim Choupo-Moting in der 56. Minute ein Fernschuss; der bei Inter Mailand unter Vertrag stehende Stürmer Samuel Eto’o konnte jedoch die japanischen Abwehrspieler, die sich zu dritt und zu viert auf ihn stürzten, nicht überwinden. Die Japaner spielten die Halbzeit defensiv zu Ende. In der Schlussphase hatten beide Mannschaften noch je eine gute Tormöglichkeit, doch Shinji Okazakis Schuss in der 82. Minute ging nur an den Pfosten, und Mbia traf bei seiem Versuch in der 86. Minute die Latte.

Das Spiel im Free-State-Stadion in Bloemfontein sahen 30.620 Zuschauer. Der portugiesische Schiedsrichter Olegário Benquerença teilte an beide Mannschaften je eine Gelbe Karte aus.

Niederlande – Dänemark
2:0 (0:0)

Als die beiden Mannschaften aufliefen, fehlte in der Aufstellung der Niederländer Bayern-Stürmer Arjen Robben. Die Dänen standen kompakt in der Abwehr und begnügten sich dann und wann, die Niederländer mit einem Konter unter Druck zu setzen. Den Niederländern gelang es dank der zweifachen Abwehrkette allerdings kaum, in Strafraumnähe der Dänen zu gelangen. Erst kurz vor der Pause konnte sich Robin van Persie in eine aussichtsreiche Position vor dem dänischen Tor manövrieren. Dementsprechend waren bis zur Halbzeit keine Tore gefallen.

Kurz nach dem Wiederanpfiff kam es zu einer Szene, die vermutlich zum dümmsten Gegentor der Weltmeisterschaft gewählt würde, gäbe es diese Disziplin. Der für den niederländischen Erstligisten AZ Alkmaar spielende Simon Poulsen wollte eine von van Persie hereingegebene Flanke ins Toraus köpfen, traf jedoch den Rücken seines Teamkollegen Daniel Agger, von wo aus der Ball für Torhüter Thomas Sörensen unhaltbar ins Tor dopste. In der 53. Minute vereitelte Sörensen jedoch eine Großchance von van Persie. In der 67. Minute ging der zu selbstversonnen spielende Rafael van der Vaart vom Platz. Für ihn brachte Trainer Bert van Marwijk den beim HSV spielenden Eljero Elia und hatte damit einen guten Zug getan. Elia belebte das niederländische Spiel und so war es in der 85. Minute keine Überraschung, dass Elia bis in den dänischen Strafraum vordringen konnte. Seinen Abpraller vom Pfosten kickte Dirk Kuyt zum 2:0-Endstand ins dänische Netz.

Das Spiel in der Soccer City in Johannesburg verfolgten 83.465 Zuschauer. Schiedsrichter Lannoy aus Frankreich gab Gelbe Karten für die Niederländer De Jong und Van Persie sowie den Dänen Kjaer.

Italien – Paraguay
1:1 (0:1)

In der ersten Hälfte kontrollierten die Italiener die Begegnung, die sich praktisch ausschließlich in der Halfte Paraguays abspielte. Vor das Tor gelangte das von Marcello Lippi trainierte Team jedoch kaum. In der sechsten Minute wehrte Paraquays Claudio Morel einen Ball von Vincenzo Iaquinta in höchster Not ab; ein Schuss von Riccardo Montolivio in der 22. Minute hatte nicht genug Nachdruck, so dass Paraguays Schlussmann Justo Villar den Ball problemlos unter Kontrolle brachte. Nach einem Zuspiel von Lucas Barrios (Borussia Dortmund) schlug Aureliano Torres den Ball nur knapp am Tor vorbei. In der 39. Minute schließlich landete der Ball im Netz Italiens: Antolín Alcaraz verwandelte nach einem Freistoß von Torres per Kopfball.

Torhüter Gianluigi Buffon litt an einem eingeklemmten Ischiasnerv und lief nach der Pause nicht mehr auf. Er wurde durch den für Calcio spielenden Federico Marchetti ersetzt. Die zweite Halbzeit ähnelte der ersten: Italien war spielbestimmend, im Angriff jedoch nicht einfallsreich genug, und schließlich war es Paraguay ein zweites Mal gelungen, direkt vor dem italienischen Tor aufzutauchen. Der in Mexiko spielende Enrique Vera schoss aus spitzem Winkel knapp am Pfosten vorbei. Eine Niederlage der „Squadra Azzurra“ schien in der Luft zu liegen. Doch erneut wurde ein Sieg bei dieser WM durch ein Torwartfehler zunichte gemacht. Nach einem in der 63. Minute in den Fünfmeterraum getretenen Eckball von Simone Pepe sprang Torhüter Villar am Ball vorbei, sodass der am langen Pfosten stehende Daniele De Rossi den Ball mühelos ins Tor schießen konnte. Zwar kämpften beide Mannschaften noch um den Gewinn des Spieles, doch ein Fernschuss des italienischen Mittelfeldspielers Riccardo Montolivo war bis zum Spielende die einzige nennenswerte Chance. Da Torhüter Villar jedoch nun auf der Hut war, wurde nichts daraus.

Der Trainer Paraguays war mit dem Spielverlauf sichtlich zufrieden. „Es war ein Spiel auf Augenhöhe mit dem Weltmeister. Das gibt uns für den weiteren Turnierverlauf Selbstvertrauen“, sagte Gerardo Martino. Grund dazu hatte er, war doch den Paraguayern geglückt, was kein anderes Team gegen eine von Lippi trainierte italienische Nationalmannschaft bei einer Weltmeisterschaft fertiggebracht hatte: ein Tor aus einer Spielsituation heraus. Dennoch war auch Lippi voller Optimismus: „Ich bin sehr zufrieden. Die Mannschaft hat Selbstvertrauen gewonnen und wird sich steigern.“

Im Green-Point-Stadion in Kapstadt verfolgten 62.869 Zuschauer das vom mexikanischen Schiedsrichter Archundia geleitete Spiel, der jeweils einen Spieler der beiden Mannschaften mit einer Gelben Karte „beglückte“.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Fußball
  • Portal:Südafrika
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August 15, 2008

Fernando Lugo zum neuen Präsidenten Paraguays vereidigt

Fernando Lugo zum neuen Präsidenten Paraguays vereidigt

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Veröffentlicht: 21:20, 15. Aug. 2008 (CEST)
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Asunción (Paraguay), 15.08.2008 – Fernando Lugo wurde heute zum neuen Präsidenten Paraguays vereidigt. Mit der Wahl des linksgerichteten Politikers im April dieses Jahres endete die mehr als 60 Jahre andauernde Regierungszeit der Colorado-Partei, die die Diktatur von Alfredo Stroessner (1954 bis 1989) unterstützt hatte.

Fernando Lugo

Der 57-jährige Fernando Lugo war vor seiner politischen Karriere in der neu formierten Patriotischen Allianz für den Wandel (APC) elf Jahre lang katholischer Bischof. Als Bischof war ihm die arme Landbevölkerung Paraguays ein großes Anliegen. Daran anknüpfend kündigte Lugo gestern an, die Privilegierten seiner Präsidentschaft würden die Armen und die indigene Bevölkerung sein. Gestern hatte Lugo bei einer Veranstaltung vor jugendlichen Unterstützern in einem Sportstadion erklärt, auf das Präsidentengehalt in Höhe von umgerechnet 2700 Euro monatlich zu verzichten.

APC-Anhänger feiern ihren Wahlsieg (21.04.2008)

Tausende Anhänger bejubelten die Vereidigung Lugos vor dem Kongress in Asunción. Der neue Präsident hielt seine Antrittsrede auf Spanisch und Guaraní, der Sprache der indigenen Bevölkerung. Agenturberichten zufolge versprach Lugo in seiner Rede, die Korruption, die sich in der langen Regierungszeit der Colorado-Partei ausgebreitet hat, werde ein Ende haben. „Heute bricht Paraguay mit seinem Ruf als Ort der Korruption und mit den wenigen feudalistischen Herrschern der Vergangenheit“, zitiert Associated Press den neuen paraguayischen Präsidenten, bei dessen Amtsantritt acht lateinamerikanische Regierungschefs und der Präsident Taiwans anwesend waren.

Paraguay zu verändern, werde nicht einfach, aber es sei möglich, sagte Lugo weiter. Damit spielt er auf den immer noch vorhandenen Einfluss der Colorado-Partei an. Die Partei kontrolliert weiter die meisten staatlichen Institutionen, was vor allem ein Hindernis für eine Landreform darstellen könnte. In Paraguay besitzt ein Prozent der Bevölkerung 77 Prozent des Landes. Fernando Lugo hat versprochen, diesen Umstand ändern zu wollen, und fürchtet deshalb den Widerstand der alten Eliten. Paraguay könne „in Flammen aufgehen“, meinte Lugo am Donnerstag der Agentur APA zufolge.

Gegner des neuen Präsidenten werfen ihm vor, seine Politik werde zu Chaos und Unruhen führen. Niconar Duarte, Lugos Vorgänger im Amt, versprach jedoch, den neuen Präsidenten nicht sabotieren zu wollen und „in dessen Amtszeit kein feindseliges Klima gegen ihn (zu) schaffen“. Nicht desto weniger warf Lugo Duarte vor, seine Autorität bereits vor dem Amtsantritt untergraben zu haben. „Es gibt absolut keine Reserven. Stellen Sie sich vor, am 15. August die Macht zu übernehmen und es gibt keine Medikamente und keinen Diesel“, sagte Fernando Lugo in einem Zeitungsinterview.

Dass die Landreform eine akute Aufgabe des neuen Präsidenten sein wird, zeigte eine Gruppe landloser Bauern, die in dieser Woche an mehreren Orten Landbesetzungen durchführten. Laut Claudia Ruser, der Präsidentin der Soja-Bauern, haben etwa 150 Menschen am Donnerstag das Land eines brasilianischen Farmers in San Pedro gestürmt und etwa 200 Hektar Nutzpflanzen zerstört. Rafael Filizzola, der neue Innenminister, soll laut AP von den Aktivisten gefordert haben, dass sie sich aus den besetzten Farmen zurückziehen. Ansonsten werde die Polizei die Farmen räumen.

Themenverwandte Artikel

  • Paraguay: Mitte-Links-Bündnis erzielt historischen Wahlsieg (21.04.2008)

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April 21, 2008

Paraguay: Mitte-Links-Bündnis erzielt historischen Wahlsieg

Paraguay: Mitte-Links-Bündnis erzielt historischen Wahlsieg

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Veröffentlicht: 19:23, 21. Apr. 2008 (CEST)
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Lage Paraguays

Asunción (Paraguay), 21.04.2008 – Bei der Präsidentschaftswahl vom gestrigen Sonntag gelang dem ehemaligen Bischof und Befreiungstheologen Fernando Lugo an der Spitze eines Mitte-Links-Bündnisses ein grundlegender Machtwechsel, dem viele Medien das Prädikat „historisch“ zubilligten. Die seit über 60 Jahren regierende Colorado-Partei erlitt eine Niederlage. Das Bündnis „Patriotische Allianz für den Wandel“ (APC) errang mit 41 Prozent der Stimmen ein Stimmenvorsprung von über zehn Prozent gegenüber der Colorado-Partei. Für die langjährige Regierungspartei war die ehemalige Bildungsministerin Blanca Ovelar angetreten. Ovelar, die nur 31 Prozent der Stimmen der 2,8 Millionen Wahlberechtigten auf sich vereinigen konnte, gab ihre Wahlniederlage noch vor der Bekanntgabe des endgültigen Wahlergebnisses zu. Den dritten Platz belegte der ehemalige General Lino Oviedo. Die Wahlbeteiligung betrug 65 Prozent.

In einer ersten Dankesrede nach Bekanntgabe des Wahlergebnisses kündigte der 56-jährige ehemalige Bischof Lugo eine grundlegende Bodenreform sowie den Kampf gegen Korruption und Armut an. Auf einer von zehntausenden seiner Anhänger besuchten Siegesfeier in der Hauptstadt Asunción rief er den begeisterten Massen zu: „Wir haben Geschichte geschrieben mit dieser Wahl.“ Bis tief in die Nacht feierten die Lugo-Anhänger ihren Triumph mit Böllern und bunten Feuerwerkskörpern. Autofahrer veranstalteten in der Stadt ein ohrenbetäubendes Hupkonzert.

Die Geschichte des Landes war jahrzehntelang durch die Stroessner-Diktatur geprägt worden, mit der die Colorado-Partei aufs engste verbunden war, später jedoch aktiv den Sturz des deutschstämmigen Diktators betrieb. Die Gesellschaft Paraguays ist durch eine tiefe Kluft zwischen Arm und Reich geprägt. 40 Prozent der Paraguayer leben in Armut; eine kleine Elite verteilt die Reichtümer des Landes unter sich. Das sind vor allem die Erlöse aus den Exporten landwirtschaftlicher Erzeugnisse, insbesondere Soja und Rindfleisch, deren Weltmarktpreise in den letzten Jahren kräftig anzogen.

Am 15. August soll der als „Bischof der Armen“ bekannt gewordene Fernando Lugo als neuer Präsident Paraguays vereidigt werden.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Wahlen

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September 13, 2007

Waldbrände in Paraguay: Regierung ruft den Notstand aus

Waldbrände in Paraguay: Regierung ruft den Notstand aus

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Veröffentlicht: 14:40, 13. Sep. 2007 (CEST)
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Paraguay brennt – Regierung ruft den Notstand aus

Asunción (Paraguay), 13.09.2007 – Verheerende Waldbrände vor allem im Nordosten des Landes haben in Paraguay bisher mehr als 100.000 Hektar Wald, Ackerland und Weideflächen vernichtet. Zahlreiche Bauernhöfe gingen in Flammen auf. Die Feuer bedrohen zudem verschiedene Nationalparks, die Lebensraum für zahlreiche vom Aussterben bedrohte Pflanzen und Tiere sind. Wegen der schlimmsten Brände in der Geschichte des Landes verhängte die Regierung jetzt den Notstand über das ganze Land und stellte 1,3 Millionen Euro als Soforthilfe für die Opfer der Buschfeuer zur Verfügung.

Am schlimmsten wüten die Feuer in den nordöstlichen Regionen San Pedro, Concepción, Amambay und Caaguazú. Ausgelöst wurden die Brände nach Behördenangaben durch Bauern, die trotz der anhaltenden Trockenheit ihre Felder mittels Brandrodungen auf die Aussaat vorbereiten wollten.

Die Regierung Paraguays bat die Nachbarländer Argentinien und Chile um Hilfe bei der Bekämpfung der Feuer. Für rund 720.000 Euro soll außerdem jetzt ein russisches Löschflugzeug angemietet werden, das im August bereits zur Bekämpfung der Waldbrände in Griechenland eingesetzt worden war. Dies kündigte Staatspräsident Nicanor Duarte Frutos an, dem vorgeworfen wird, zu spät auf die Katastrophe reagiert zu haben.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Brände

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February 27, 2007

Dengue-Fieber: Paraguay ruft den Notstand aus

Dengue-Fieber: Paraguay ruft den Notstand aus

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Artikelstatus: Fertig 21:06, 27. Feb. 2007 (CET)
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Aedes aegypti – Überträger des Dengue-Virus

Dengue-Virus

Asunción (Paraguay), 27.02.2007 – Nach offiziellen Angaben sind in Paraguay mehr als 13.000 Menschen an Dengue-Fieber erkrankt. In den letzten Tagen kamen pro Tag etwa 650 neue Fälle hinzu. Mindestens vier Menschen sind bereits an der Infektionskrankheit gestorben. Aus diesem Grund hat das Parlament in Asunción gestern für zunächst 60 Tage den Notstand ausgerufen.

Die Viren, die beim Menschen das Dengue-Fieber auslösen, werden durch Mücken übertragen. Um die Epidemie einzudämmen, stellte das Parlament jetzt auch zusätzliche Gelder zur Bekämpfung der Mücken bereit. Der oppositionelle Abgeordnete Héctor Lacognata warf der Regierung vor, dass die offiziellen Zahlen geschönt seien. Es gebe mindestens zehnmal so viele Erkrankte, die aber oft keinen Zugang zu medizinischer Versorgung hätten und deshalb in der offiziellen Statistik nicht auftauchten. Wilde Müllablagerungen und offene Abwasserkanäle böten den Insekten außerdem ideale Vermehrungsbedingungen.

Auch im Osten des Nachbarlandes Bolivien breitet sich nach schweren Überschwemmungen neben anderen Infektionskrankheiten das Dengue-Fieber aus. Auch dort starben bereits vier Menschen an der Krankheit. Die Deutsche Welle zitiert aus der bolivianischen Zeitung „Hoy Bolivia“, wonach Boliviens Ministerpräsident Evo Morales die Schuld an den Überschwemmungen den westlichen Industrieländern zuweist, deren „völlig außer Rand und Band geratene Industrialisierung“ die Erde vernichte und die Umwelt zerstöre.

Wie die Ärztezeitung in ihrer Onlineausgabe berichtet, ist auch Brasilien von der Dengue-Epidemie betroffen. Dort seien bis Ende Januar mehr als 21.000 Fälle registriert worden.

Es gibt vier verschiedene Subtypen von Dengue-Viren. Symptome des Dengue-Fiebers sind starke Kopfschmerzen, hohes Fieber, Durchfall, Erbrechen und starke Gliederschmerzen. Für Menschen, die schon früher einmal an Dengue-Fieber erkrankt waren, ist eine erneute Infektion besonders gefährlich. Es kommt dann oft zu einer besonders schweren Verlaufsform mit inneren Blutungen, an denen bis zu 30 Prozent der Betroffenen sterben. Gegen das Dengue-Fieber gibt es weder Medikamente noch eine Impfung. Nach Schätzung der Weltgesundheitsorganisation treten weltweit pro Jahr etwa 50 Millionen Dengue-Fälle auf.

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Quellen

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August 16, 2006

Paraguay: Ex-Diktator Alfredo Stroessner ist tot

Paraguay: Ex-Diktator Alfredo Stroessner ist tot

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Artikelstatus: Fertig 23:10, 16. Aug. 2006 (CEST)
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Brasília (Brasilien), 16.08.2006 – Der ehemalige Diktator Paraguays, der deutschstämmige Alfredo Stroessner, ist tot. Der Ex-General, der sich im Juli einer Leistenoperation unterzogen hatte, litt an einer Lungenentzündung und war mit starkem Untergewicht in die Intensivstation eines Krankenhauses in Brasília eingeliefert worden, wo er künstlich beatmet werden musste. Hier erlag er nach Angaben seiner Ärzte am Mittwoch den Folgen der Lungenentzündung.

Alfredo Stroessner war der Sohn eines deutschen Einwanderers, der im Jahr 1912 in Encarnación, im Süden Paraguays, geboren wurde. Mit 17 Jahren trat Alfredo Stroessner in die Armee ein, wo er eine Blitzkarriere machte. 1948 wurde er zu dem jüngsten Brigadegeneral Südamerikas ernannt. Bereits drei Jahre später wurde er Oberbefehlshaber der Streitkräfte. Am 4. Mai 1954 ergriff er an der Spitze eines Militärputsches die Macht gegen den amtierenden Präsidenten Federico Chavez. Kurz danach wurde er Präsident Paraguays.

Stroessner war einer der brutalsten Diktatoren in der an Diktatoren nicht gerade armen Geschichte Südamerikas. Das Verschwinden von Menschen, totale Bespitzelung, politische Morde ohne Gerichtsurteil – das waren die Methoden, mit denen sich der Militärbefehlshaber an der Macht hielt. Tausende mussten dafür mit dem Leben bezahlen, verschwanden in den Gefängnissen oder wurden gefoltert. Dies alles geschah, wie seine Tochter Olivia Stroessner sagte, auf Druck der USA und im Namen der „Bekämpfung des Kommunismus“. Unter seiner Herrschaft wurde Paraguay auch zur beliebten Zuflucht ehemaliger Nazi-Kriegsverbrecher wie dem KZ-Arzt Josef Mengele.

Im Jahr 1989 wurde der Diktator mit einem Militärputsch gestürzt, so dass er des Landes verwiesen wurde und flüchten musste. Das Land Brasilien nahm ihn auf. Er erhielt politisches Asyl mit der Begründung, dass er in seiner Heimat mit dem Tod bedroht würde. In der brasilianischen Hauptstadt Brasília lebte er lange Jahre in einer luxoriösen Unterkunft. Versuche, ihn für seine Verbrechen während seiner Amtszeit zur Rechenschaft zu ziehen, schlugen fehl. Auslieferungsanträge von Paraguay wurden abgelehnt. Er wurde in Paraguay wegen Mordes und Folter angeklagt.

Die Außenministerin des Landes, Leila Rachid, kündigte an, es werde kein Staatsbegräbnis geben.

Quellen

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July 4, 2005

Proteste gegen Privatisierungspläne der Regierung in Paraguay

Proteste gegen Privatisierungspläne der Regierung in Paraguay

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Artikelstatus: Fertig 4. Jul. 2005 (CEST)
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Asunción (Paraguay), 04.07.2005 – Am vergangenen Donnerstag haben rund 5.000 Paraguayer friedlich gegen Privatisierungspläne der Regierung von Präsident Nicanor Duarte Frutos protestiert. In der Hauptstadt Asunción wurden mehrere Märsche zum Parlamentsgebäude organisiert. Die Teilnehmer setzten sich aus allen Bevölkerungsschichten des Landes zusammen; so waren Studenten, staatliche Angestellte und Bauern gleichermaßen vertreten.

Im Parlament fand zur gleichen Zeit eine Beratung über den Verkauf staatlicher Unternehmen statt. Die Demonstranten forderten: „Nein zu Privatisierungen! Ja zur nationalen Souveränität!“ Einer der Anführer der Demonstrationsbewegung, Adrian Vazquez, sagte: „Wir wollen die Regierung darauf aufmerksam machen, dass wir es nicht zulassen werden, wenn das Land geplündert wird.“ Gleichzeitig wurden in anderen Teilen des Landes Straßenblockaden errichtet, um die Demonstranten in Asunción in deren Ansinnen zu unterstützen.

Bereits früher versuchten die Regierungen in Paraguay Privatisierungen durchzusetzen. In anderen lateinamerikanischen Staaten hatte es auch funktioniert, in Paraguay hingegen sind diese Versuche immer wieder gescheitert. Entweder hatten Proteste der Bevölkerung oder Regierungswechsel den Regierenden einen Strich durch die Rechnung gemacht. Auch der neueste Versuch vom letzten Donnerstag brachte keinen Erfolg für die Regierung, im Parlament erhielt der Vorschlag nicht die notwendige Mehrheit.

Duarte wollte mit der Privatisierung den Weg freimachen für einen Verkauf der staatlichen Telefon- und Wassergesellschaften, nebenbei wollte er noch die Eisenbahngesellschaft verkaufen. Er kündigte an, durch diese Maßnahmen das Wirtschaftswachstum des Landes beschleunigen zu wollen. In Paraguay hatte von 1998 bis 2002 vier Jahre lang wirtschaftliche Stagnation geherrscht, erst 2003 hatte ein geringfügiges Wachstum eingesetzt.

Im Gegensatz zur derzeitigen Situation in Paraguay kam es im Juni im Nachbarland Bolivien zum Sturz des damaligen Präsidenten, als Bolivianer gegen die Ausbeutung der nationalen Erdgas-Vorkommen durch private Firmen protestierten.

Quellen

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