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December 15, 2005

Grippepandemie: Deutsche Ärzteschaft kritisiert Notfallplanung und schränkt Mitwirkung ein

Grippepandemie: Deutsche Ärzteschaft kritisiert Notfallplanung und schränkt Mitwirkung ein

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Artikelstatus: Fertig 20:44, 15. Dez. 2005 (CET)
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Köln (Deutschland), 15.12.2005 – Bundesärztekammer und Kassenärztliche Bundesvereinigung lehnen ab, dass Ärzte die Risikogruppen definieren, die bei einer möglichen weltweiten Grippeepidemie bevorzugt antivirale Medikamente erhalten werden. Ethische und juristische Gründe werden dafür von den beiden Organisationen der deutschen Ärzteschaft angeführt. Gleichzeitig wird der vom Robert Koch-Institut erstellte “Nationale Influenzapandemieplan” kritisiert, weil er zur vorbeugenden Medikamenteneinnahme keine konkreten Angaben mache. Die bisherige Bevorratung antiviraler Arzneimittel durch deutsche Bundesländer wird als nicht ausreichend bezeichnet, um den voraussichtlich medizinisch notwendigen Bedarf zu decken.

Die im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichte Stellungnahme nimmt Bezug auf Bitten von Landesgesundheitsbehörden, bei Planungen zur Rationierung eines knappen Vorrats an Medikamenten mitzuwirken, und stellt fest, dass ein Arzt ein Arzneimittel verordnen müsse, unabhängig davon, ob es erhältlich ist, wenn es für die Medikamenteneinnahme medizinische Gründe gebe. Zu diesen Gründen zähle auch der Kontakt zu Grippekranken unter Abwägung der Umstände des Einzelfalls. Nichtmedizinische Zuteilungskriterien zur vorbeugenden Verwendung und Zuteilungskriterien bei Arzneimittelknappheit könnten nur im politischen Meinungsbildungsprozess bestimmt werden. Die Ärzteverbände kritisieren, dass dies bisher unterblieben sei und die Bevorratung nur den Einsatz der Medikamente zur Behandlung bereits Erkrankter vorsehe.

Exemplarisch werden im Ärzteblatt-Artikel drei der möglichen Entscheidungssituationen beurteilt, die entstehen, wenn während einer Pandemie Personen ohne Grippesymptome den Arzt wegen einer Verordnung antiviraler Medikamente aufsuchen:

  • Kurzzeitprophylaxe zur Pflege von erkrankten Angehörigen und zum Schutz im Haushalt des Erkrankten lebender Kinder: Verordnung ist medizinisch begründbar, Oseltamivir ist für diese Verwendung zugelassen.
  • Langzeitprophylaxe für Mitarbeiter ärztlicher Praxen mit berufsbedingt zahlreichen Kontakten zu Grippekranken: “Medizinisch relevante” Begründung der Verordnung besteht, es gibt jedoch nur begrenzte Erkenntnisse zur dauerhaften Wirksamkeit und Verträglichkeit.
  • Langzeitprophylaxe für Mitarbeiter örtlicher Verwaltungs-, Versorgungs- und Vollzugsbehörden zur Aufrechterhaltung von Behördendiensten mit Bürgerkontakten: Anlass zur Verordnung ist aus medizinischer Sicht fraglich.

Hintergrund ist die sich unter Geflügel vor allem in Ost- und Südostasien ausbreitende Vogelgrippe vom Typ Influenza A/H5N1, deren Erreger so mutieren könnte, dass er unter Menschen Epidemien hervorruft. Ein solches Virus könnte sich gefährlich ausbreiten, bevor ein Impfstoff entwickelt ist und in ausreichender Menge hergestellt wird. Solange stehen zum Schutz nur hygienische Maßnahmen zur Verfügung sowie Medikamente, die als Virostatika die Vermehrung des Virus in befallenen Organen einschränken können. Relativ wirkungsvoll soll das Medikament Oseltamivir (Tamiflu ®) sein, das aber bisher nur von einer einzigen Firma hergestellt wird, die zudem lediglich über beschränkte, dem Bedarf bei einer möglichen Pandemie nicht angepasste Produktionskapazitäten verfügt. Inzwischen wird über die Vergabe von Lizenzen zur Herstellung von Oseltamivir an weitere Firmen verhandelt, mehrere Staaten hatten zuvor angekündigt, das Medikament auch ohne Lizenz herstellen zu lassen, um preisgünstig einen ausreichenden Vorrat anlegen zu können.

Themenverwandte Artikel

  • Themenportal Vogelgrippe

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December 8, 2005

Vernichtung der Vögel vietnamesischer Städte gestoppt

Vernichtung der Vögel vietnamesischer Städte gestoppt

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Artikelstatus: Fertig 20:05, 8. Dez. 2005 (CET)
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Lage Vietnams

Hanoi (Vietnam), 08.12.2005 – Die vietnamesische Regierung hat die in Ho-Chi-Minh-Stadt, Da Nang und Hue von den Stadtverwaltungen angeordnete Vernichtung aller wild lebenden Vögel untersagt. Das Landwirtschaftsministerium in Hà Nội bezeichnete in einem Schreiben an die drei Städte die Tötungskampagnen als ungeeignet zur Bekämpfung der Vogelgrippe und schädlich für das Ökosystem, wie BirdLife International, die internationale Dachorganisation von Natur- und Vogelschutzverbänden, mitteilt. Dem Eingreifen der Regierung war eine Intervention seitens der Welternährungsorganisation FAO vorausgegangen.

Vor zwei Wochen war vom Beginn der Vernichtungsaktionen berichtet worden. Vor allem Tauben, aber auch Reiher wurden mit Gewehrschüssen erlegt, das Insektizid Trichlorfon (Dipterex) wurde in Ho-Chi-Minh-Stadt eingesetzt. Dort war auch die Geflügelzucht verboten worden, und alle in Haushalten lebenden Vögel sollten aus der Stadt gebracht werden, bis Vietnam frei von der Tierseuche sei.

Die Seuche, deren Überspringen auf den Menschen nach einer Mutation des Erregers vom Typ Influenza A-H5N1 befürchtet wird, ist inzwischen in Südostasien und China unter wildlebenden Vögeln endemisch und verursachte bisher in 19 der 64 Provinzen Vietnams Epidemien in Geflügelhaltungen. Die Stadtbehörden wollten dem Einschleppen aus dem Umland vorbeugen.

Tierseuchenexperten der FAO lehnen die Tötung wildlebender Vögel ab, weil dies ineffektiv sei und die Aufmerksamkeit ablenke von der primär nötigen Bekämpfung der Seuche unter Hausgeflügel durch Notschlachtung, Quarantäne und Impfung. Außerdem gehe von zur Geflügelzucht gehaltenen erkrankten Tieren die eigentliche Gefahr für Menschen aus, auch seien typischerweise in Städten vorkommende wilde Vogelarten bisher weniger als Träger der Seuche aufgefallen im Unterschied zu Zugvögeln, die am Wasser und in Feuchtgebieten leben, wie wilden Enten, Gänsen oder Schwänen.

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November 16, 2005

Dramatische Lage im Kongo

Dramatische Lage im Kongo – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

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Demokratische Republik Kongo

Kinshasa (Demokratische Republik Kongo), 16.11.2005 – Am gestrigen Dienstag wies die Organisation Ärzte ohne Grenzen in einer Pressemitteilung auf die dramatischen Lage in der Demokratischen Republik Kongo hin.

Die Sterblichkeitsrate liege über der so genannten Notfallschwelle von zwei Toten am Tag pro 10.000 Menschen. Die meisten Opfer würden eigentlich behandelbare Krankheiten, wie Atemwegsinfektionen, Malaria oder Durchfallerkrankungen fordern.

Die Kosten für eine medizinische Versorgung könne ein großer Teil der Bevölkerung nicht aufbringen. Dem Bericht von Ärzte ohne Grenzen zufolge hätten deshalb zwischen 45 und 67 Prozent der Befragten keinerlei Zugang zu medizinischer Versorgung. Zusätzlich erschwere die schlechte Infrastruktur des Landes die Arbeit und es herrsche ein Mangel an Medikamenten.

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October 30, 2005

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. fordert 50.000 neue Arbeitsplätze

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club e.V. fordert 50.000 neue Arbeitsplätze

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Artikelstatus: Fertig 23:16, 30. Okt. 2005 (CET)
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Bremen / Münster (Deutschland), 30.10.2005 – Der Vorstand des Allgemeinen Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) e.V. mit Sitz in Bremen bereitet derzeit seine Bundeshauptversammlung für das Jahr 2005 vor. Im Vorfeld dazu sind die Verantwortlichen des ADFC an die Vertreter der deutschen Bundesregierung herangetreten. Nach Meinung des ADFC könnte es in Deutschland etwa 50.000 neue Arbeitsplätze geben.

Voraussetzung dafür wäre eine stärkere Förderung der Fahrradindustrie. Ferner sollte der Fahrradtourismus in Deutschland angekurbelt werden. Gerade in innerdeutschen Regionen sieht der Bundesvorsitzende des ADFC, Karsten Hübener, großes Wachstumspotential. Seine Meinung dazu gab er bereits bekannt: „Soll die Zahl der Radreisenden weiterhin jedes Jahr um neun Prozent steigen, müssen sich Politik und Touristiker um diese Kundengruppe intensiver kümmern.“

Hübener bot der Politik an, eine Koordinierungsstelle zu schaffen, durch die das gesamtdeutsche Radfernwegenetz sinnvoll ausgebaut werden könnte. Er schlägt zwölf Hauptrouten quer durch Deutschland vor. Auf denen könnten sich die Radfahrer überwiegend auf Wegen abseits des Autoverkehrs durch die verschiedenen Regionen bewegen. Dafür seien jedoch finanzielle Zuschüsse zum Straßenbau durch Bund und Länder erforderlich.

Hübener forderte auch die Deutsche Bundesbahn dazu auf, mehr für den Radtourismus in Deutschland zu tun. Er sagte: „Außerdem muss die DB endlich Ihre Blockade der Fahrradmitnahme im ICE beenden – sonst sind ganze Regionen für Fahrradreisende bald nur noch per Auto erreichbar.“

Anfang November werden bei der ADFC-Bundeshauptversammlung etwa 150 Abgeordnete aus den regionalen ADFC-Stationen zusammenkommen, um dort die politische Ausrichtung des Radwesens in Deutschland festzulegen. Neben so wichtigen Themen wie dem Ausbau des Radfernwegenetzes soll auch die Gesundheitsvorsorge durch sportliche Betätigung auf dem Fahrrad besprochen werden.

Vertreter des ADFC-Bundesvorstandes, des Bundesverkehrsministeriums Berlin, des Landesvorstandes Nordrhein-Westfalens sowie Politiker der Stadt Münster stehen der Presse vor der Bundeshauptversammlung Anfang November in Münster zur Verfügung.

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October 20, 2005

Europa bereitet sich auf die Vogelgrippe vor

Europa bereitet sich auf die Vogelgrippe vor

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Artikelstatus: Fertig 15:24, 26. Okt. 2005 (CEST)
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Brüssel (Belgien) / Bangkok (Thailand), 20.10.2005 – Am Donnerstag und Freitag beraten die EU-Gesundheitsminister mit der Europäischen Kommission über das weitere Vorgehen gegen die Ausbreitung der Vogelgrippe. Mehrere europäische Länder haben wegen der Gefahr einer Virusinfektion durch den Vogelgrippevirus H5N1 eine Stallpflicht für Geflügel angeordnet. Außerdem erweiterte die EU ihr Importverbot für Geflügel und Federn aus Russland; es gilt jetzt für ganz Russland. Der Verdacht auf Vogelgrippe in Griechenland hat sich bisher jedoch nicht bestätigt.

Nach Deutschland hat jetzt auch Österreich eine Stallpflicht bei der Geflügelhaltung erlassen. Wie die österreichische Regierung mitteilte, gelte der Stallzwang bis Ende Dezember. In Belgien gilt zwar auch eine Stallpflicht, allerdings nur für einen Umkreis von einem Kilometer um Feuchtgebiete. In den Niederlanden gilt ebenfalls eine flächendeckende Stallpflicht.

Das bisher nur für Sibirien geltende EU-Importverbot von Geflügel aus Russland wurde nach dem Auftreten weiterer infizierter Tiere in Tula, 220 Kilometer südlich von Moskau, auf das ganze Land ausgedehnt. Einige Regionen sind jedoch von diesem Einfuhrverbot ausgenommen: Dazu gehören unter anderem Kaliningrad, St. Petersburg, Karelia und Murmansk. Die Ukraine erließ ein totales Einfuhrverbot für Geflügel.

Die aus Griechenland gemeldeten Verdachtsfälle von aufgetretenen Infektionen mit der gefährlichen Virusvariante H5N1 konnten durch Laboruntersuchungen in dem für die EU arbeitenden Speziallabor in Großbritannien nicht bestätigt werden. „Wir sind derzeit nicht in der Lage, das Auftreten der Vogelgrippe in Griechenland zu bestätigen“, sagte eine EU-Sprecherin. Auch ein aus Baden-Württemberg gemeldeter Verdachtsfall hat sich nicht bestätigt.

Aus Ungarn wurde die Entwicklung eines neuen Impfstoffes gegen das Vogelgrippevirus berichtet.

Unterdessen wurde aus Thailand ein Todesfall gemeldet, der auf eine Infektion mit dem Vogelgrippevirus zurückgeführt wird. Der 48-jährige Mann aus der Provinz Kanchanaburi hatte ein krankes Huhn geschlachtet und anschließend verzehrt. Sein Sohn wird ebenfalls wegen des Verdachts einer Infektion mit dem Virus im Krankenhaus untersucht. Dieser Fall ist der dreizehnte aus Thailand bekannt gewordene Todesfall, der seit dem ersten Auftreten dieser Krankheit im Jahre 2003 durch das Vogelgrippevirus verursacht wurde. Zuletzt war im Oktober 2004 ein Todesfall im Zusammenhang mit dem Virus aufgetreten. In Thailand herrscht erhöhte Alarmbereitschaft wegen der Vogelgrippe. 21 der 76 Provinzen Thailands stehen unter Quarantäne, verschärfte Kontrollen werden durchgeführt.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Vogelgrippe

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October 16, 2005

Resistentes H5N1-Virus in Vietnam aufgetaucht

Resistentes H5N1-Virus in Vietnam aufgetaucht

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Artikelstatus: Fertig 21:01, 20. Okt. 2005 (CEST)
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Hanoi (Vietnam), 16.10.2005 – Tamiflu gilt als taugliches Mittel gegen die Vogelgrippe. Jetzt ist in Vietnam ein Virus des gefährlichen Typs H5N1 aufgetaucht, das gegen die Arznei resistent ist.

Ein Mädchen hatte sich bei seinem Bruder angesteckt. Tamiflu hatte aber nicht angeschlagen. Mittlerweile soll das Mädchen wieder gesund sein, aber die Wissenschaftler befürchten, dass Tamiflu möglicherweise nicht geeignet sei, um eine weltweite Epidemie zu verhindern.

Aus Asien kam am Freitag auch die beunruhigende Nachricht, dass eine neue Mutation des Vogelgrippe-Virus aufgetaucht sei, gegen die das Medikament Tamiflu nicht wirke. Eine Vermischung des Vogelgrippe-Virus H5N1 mit einem menschlichen Grippevirus könnte schlimme Auswirkungen haben. Die Wissenschaftler infizierten für ein Experiment ein Frettchen. Das Ergebnis war die Feststellung, dass weiterhin eine Empfindlichkeit gegen das Grippe-Medikament Relenza vorhanden sei.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Vogelgrippe

Quellen

  • swissinfo.org: „Vogelgrippe-Virus mit Resistenz gegen Tamiflu aufgetaucht“ (14.10.2005) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar

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Rumänien: Verdacht auf Vogelgrippe bestätigt

Rumänien: Verdacht auf Vogelgrippe bestätigt

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Artikelstatus: Fertig 10:42, 16. Okt. 2005 (CEST)
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Dies ist ein Artikel, der für einen Wettbewerb eingereicht wurde. Falls ein Einspruch eingelegt wird, bitte Schiedsrichter Cyper davon unterrichten.

Bukarest (Rumänien), 16.10.2005 – Die im Donaudelta verendeten Enten waren mit dem Virusstamm H5N1 infiziert, der als der gefährlichste Erreger der Vogelgrippe gilt. Das erklärte gestern ein Sprecher des britischen Umweltministeriums.

Damit bestätigt sich die Befürchtung, dass sich das Vogelgrippevirus durch Zugvögel von Asien langsam nach Europa ausbreitet. Zuvor war schon bekannt geworden, dass in der Türkei Fälle der gefährlichen Geflügelpest aufgetreten waren. Mit dem neuen Fall in Rumänien ist nun davon auszugehen, dass die Vorfälle nicht regional begrenzt bleiben, sondern sich ganz Europa dieser Virusbedrohung ausgesetzt sieht.

Das Donaudelta ist inzwischen abgeriegelt worden. Tausende Vögel werden dort getötet, um eine weitere Ausbreitung des Virus zu unterbinden.

Erste Verdachtsfälle sind auch beim Menschen aufgetreten. Im Westen der Türkei sind mehrere Menschen mit dem Verdacht einer Erkrankung an der Vogelgrippe bereits in Krankenhäuser eingeliefert worden.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in Genf zeigte sich besorgt über die gegenwärtige Entwicklung. Der Leiter des Influenza-Programms der WHO, Klaus Stöhr, sagte: „Man muss sich jetzt schon darauf vorbereiten, dass die Seuche sich weiter ausbreitet.“ Die Gefahr einer Pandemie sei real. Aktuell bestehe diese Gefahr zwar noch nicht, weil das Virus noch nicht von Mensch zu Mensch übertragbar sei. „Aber das Virus hat alle Potenzen, alle Möglichkeiten, sich zu verändern, zu mutieren und dann so eine schlimme Pandemie hervorzurufen.“ Bei einer Pandemie sei weltweit mit Millionen von Toten zu rechnen.

Die letzte große Pandemie war die so genannte spanische Grippe von 1918 bis 1920, die weltweit 25 Millionen Todesopfer gefordert hatte. Dabei handelte es sich um eine Influenza-Infektion. Die Gefahr einer Pandemie mit dem Influenzavirus besteht nach Expertenmeinung vor allem dann, wenn sich dieses Virus mit dem H5N1-Virusstamm der Vogelgrippe verbindet und eine Infektion auf dem für die Grippe typischen Infektionsweg stattfindet: durch Tröpfcheninfektion. Angesichts der heutigen weltweiten Vernetzung durch den internationalen Flugverkehr könnte sich eine Infektion mit einem solchen hoch ansteckenden Virus sehr schnell über die ganze Welt verbreiten.

Das Robert-Koch-Institut sieht gegenwärtig für Deutschland noch keine besondere Gefahr. Lediglich Personen, die unmittelbaren Umgang mit Geflügel hätten, seien im Falle einer Ausbreitung des Vogelgrippevirus nach Deutschland besonders zu schützen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Vogelgrippe
  • Vogelgrippe: Krisensitzung der EU in Brüssel (14.10.2005)
  • Vogelgrippe in Europa: Kommt eine Pandemie? (13.10.2005)

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October 14, 2005

Vogelgrippe: Krisensitzung der EU in Brüssel

Vogelgrippe: Krisensitzung der EU in Brüssel

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Artikelstatus: Fertig 21:31, 14. Okt. 2005 (CEST)
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Brüssel (Belgien), 14.10.2005 – EU-Experten kommen heute zu einer Krisensitzung wegen der Ausbreitung der so genannten Vogelgrippe nach Europa zusammen, um über mögliche Maßnahmen zur Gefahrenabwehr zu beraten.

An dem Treffen nehmen neben Vertretern der EU-Kommission auch Gesundheits- und Veterinärexperten aus den 25 EU-Ländern teil.

Anlass der Krisensitzung ist der gestern erbrachte Nachweis, dass es sich bei den in der Türkei gestorbenen Vögeln um Tiere handelt, die mit dem gefährlichen Virusstamm H5N1 infiziert waren. Noch keine endgültige Klarheit herrscht über die im Donaudelta Rumäniens gestorbenen Vögel. Das Virus wird hauptsächlich durch Zugvögel verbreitet, die es vermutlich aus Asien nach Europa einschleppten. Das Donaudelta ist ein beliebter Rastplatz der Zugvögel. Mit Untersuchungsergebnissen wird am Wochenende gerechnet.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Vogelgrippe

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October 11, 2005

KKW-Betreiber in Norddeutschland verteilen Jodtabletten an Anwohner

KKW-Betreiber in Norddeutschland verteilen Jodtabletten an Anwohner

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Kiel / Hamburg (Deutschland), 11.10.2005 – Die Anwohner im Umland norddeutscher Kernkraftwerke erhalten von den Kraftwerksbetreibern per Post Bezugsscheine für die kostenlosen Zuteilung von Jodtabletten. Adressatenkreis sind Anwohner im Umkreis von zehn Kilometern um Kernkraftwerke. Dies teilten das Kieler Innenministerium und die Hamburger Innenbehörde gestern mit. Das Land Niedersachsen beteiligt sich ebenfalls an dieser „reinen Vorsichtsmaßnahme“.

Da Jod ein Spurenelement ist, an dem in der Ernährung in Deutschland ein ständiger Mangel herrscht, reichern sich im Falle eines atomaren Unfalls bzw. der Freisetzung radioaktiven Materials schnell die radioaktiven Iod-Isotope in der menschlichen Schilddrüse an. Die Einnahme von Jodtabletten soll diesem Risiko vorbeugen.

Die beiden Ministerien teilten mit, Anlass der Aktion sei eine Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die darauf abzielt, die Erreichbarkeit von Jodtabletten zu verbessern. Bund und Länder haben in der Umgebung der deutschen Atomkraftwerke Vorräte von insgesamt 137 Millionen Jodtabletten für den Fall eines Atomunfalls angelegt. Der Maßnahme liege keine neue Einschätzung der Sicherheitslage zugrunde.

Konkret erhalten die Anwohner folgender Kernkraftwerke die entsprechenden Bezugsscheine in den nächsten Wochen zugestellt: Atomkraftwerk Krümmel (Kreis Herzogtum Lauenburg), das KKW Brokdorf (Kreis Steinburg) sowie das KKW Brunsbüttel (Kreis Dithmarschen). Menschen mit einem höheren Lebensalter als 45 Jahren wird empfohlen, von der Einnahme von Jodtabletten Abstand zu nehmen, da die Einnahme in dieser Altersgruppe eher schädlich sei.

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September 15, 2005

Versorgung der USA mit Grippeimpfstoff nicht sicher, Impfung bei niedrigem Risiko erst ab Ende Oktober

Versorgung der USA mit Grippeimpfstoff nicht sicher, Impfung bei niedrigem Risiko erst ab Ende Oktober

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Grippeschutzimpfung. Quelle: U.S. Navy

Minneapolis (USA), 15.09.2005 – Vertreter US-amerikanischer Gesundheitsbehörden haben erneut die Bemühungen um ausreichende Versorgung der USA mit Impfstoffen gegen Grippe dargestellt. Nach Schätzungen der Experten reichen die von den Impfstoffherstellern voraussichtlich angebotenen Mengen in diesem Winter aus. Dennoch wird den Ärzten empfohlen, bis zum 24. Oktober nur Personen zu impfen mit hohem Risiko, an Grippe oder an einem schweren Verlauf der Grippe zu erkranken, weil einige Hersteller die Produktion neu aufgenommen haben und noch keine ausreichenden Vorräte eingelagert sind. Außerdem hoffen die Behörden auf eine höhere Impfrate, die mit 40 Prozent bei medizinischem Personal als zu niedrig eingeschätzt wird. Auch werden Flüchtlinge aus den vom Hurrikan Katrina betroffenen Gebieten, die in Massenunterkünften untergebracht sind, der Hochrisikogruppe zugerechnet und sollen frühzeitig kostenlos geimpft werden.

Vor einem Jahr, im Herbst 2004, war es zu Versorgungsengpässen gekommen, kanadische Ärzte hatten zahlreiche US-Amerikaner geimpft, und Reiseunternehmen hatten Pauschalreisen mit Grippeimpfung nach Kanada angeboten. Zuvor hatte Chiron, einer der wichtigsten Hersteller des Grippeimpfstoffs, wegen Kontamination seine Produktionsanlage in Liverpool, England schließen müssen.

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