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December 5, 2014

Jemen: Befreiung von US-Geisel Luke Somers gescheitert

Jemen: Befreiung von US-Geisel Luke Somers gescheitert

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Veröffentlicht: 22:21, 5. Dez. 2014 (CET)
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Washington D.C. (Vereinigte Staaten) / Sanaa (Jemen), 05.12.2014 – Eine Befreiungsaktion für den im Jemen entführten und festgehaltenen US-amerikanischen Journalisten Luke Somers ist gescheitert. Das teilten das Weiße Haus und das Pentagon mit. Allerdings seien bei dem Einsatz im Distrikt Hadschr al-Sa′ar im Gouvernement Hadramaut, der bereits am 25. November stattgefunden hat, mehrere andere Geiseln aus anderen Staaten befreit worden. Somers wird nach wie vor von einem Ableger von al-Qaida festgehalten: Al-Qaida auf der Arabischen Halbinsel (AQAP) wurde 2009 gegründet, als sich saudi-arabische Fundamentalisten und al-Qaida im Jemen zusammenschlossen.

Anwar al-Awlaki, 2008

Mit der Bekanntgabe der Aktion, über die die Washington Post bereits zuvor berichtet hatte, reagierte das Weiße Haus auf das Video, das im Internet verbreitet worden war. Es zeigte auch die Geisel, die darin Angst um ihr Leben äußert. „Ich suche nach jeder Hilfe, die mich aus dieser Situation befreien kann“, sagte der 33-jährige Journalist, der vor etwas mehr als einem Jahr in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa in die Gewalt von AQAP gelangt war. „Ich bin sicher, dass mein Leben in Gefahr ist.“ Ein AQAP-Sprecher drohte in dem Video damit, Somers zu töten, sollte US-Präsident Barack Obama ihre Forderungen nicht erfüllen. Was für Forderungen das sind, geht aus dem Video nicht hervor.

AQAP beschränkte ihre Aktivitäten zunächst auf die Region, wandte sich aber dann weltweiten Zielen zu. Bekannt wurde sie durch den versuchten Anschlag des als „Unterhosenbomber“ bekanntgewordenen Nigerianers Umar Faruk Abdulmutallab auf Flug 253 der Northwest Airlines am Weihnachtstag 2009. Nach Angaben des US-Außenministeriums wird die Organisation geführt von Nasir al-Wahischi, für dessen Ergreifung die US-Behörden eine Belohnung von 10 Millionen US-Dollar ausgesetzt haben. Die US-amerikanischen Terrorfahnder fürchten allerdings stärker den mutmaßlichen Bombenbauer der Gruppierung, Ibrahim Hassan al-Asiri. Ihm wird nachgesagt, das Attentat auf den saudischen Innenminister Prinz Mohammed bin Naif geplant zu haben, bei dem al-Asiris jüngerer Bruder einen in seinem Enddarm verborgenen Sprengkörper zur Explosion brachte, wobei außer ihm selbst allerdings niemand zu Schaden kam. Im Westen bekannter ist der in New Mexico geborene und in Colorado aufgewachsene Anwar al-Awlaki, weil dieser als Führer der Außenbeziehungen der Organisation mit dem US-Militätangehörigen Nidal Malik Hasan in Kontakt stand, der 2009 in Fort Hood, Texas, 13 Personen erschossen und mehrere Dutzend weitere verletzt hatte. Hasan hatte al-Awlaki als „Lehrer, Mentor und Freund“ bezeichnet. Die US-Regierung ließ al-Awlaki im September 2011 durch einen Drohnenangriff liquidieren.

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June 5, 2011

Jemen: Präsident Saleh wird wegen Verletzung in Saudi-Arabien behandelt

Jemen: Präsident Saleh wird wegen Verletzung in Saudi-Arabien behandelt

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Veröffentlicht: 14:40, 5. Jun. 2011 (CEST)
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Sanaa (Jemen) / Riad (Saudi-Arabien), 05.06.2011 – Der Präsident des Jemen, Ali Abdullah Salih, wurde bei einem Raketenangriff auf den Präsidentenpalast am Freitag offenbar schwer verletzt. Der 68-Jährige erlitt Verletzungen durch einen Metallsplitter in der Nähe des Herzens sowie Verbrennungen zweiten Grades im Gesicht und Brustbereich. Nach Angaben des saudischen Königshauses begab sich Salih in Begleitung von Teilen seiner Familie zur medizinischen Behandlung in ein Militärkrankenhaus in Saudi-Arabien. Gegen Mitternacht soll Salih in Saudi-Arabien eingetroffen sein, berichten Medien.

Bei dem Angriff am Freitag waren elf seiner Wachleute ums Leben gekommen. Ob die Macht nun an den jemenitischen Vizepräsidenten Abed-Rabbo übergangen ist, wie es die Verfassung des Landes in solchen Fällen vorsieht, ist indes noch unklar.

Die Situation in dem Land ist von anhaltenden Protesten großer Teile der Bevölkerung gekennzeichnet, die den Rücktritt Salihs fordern. Dieser schlug bisher alle Vermittlungsversuche aus und will weiterhin an der Macht bleiben. Der Angriff auf den Präsidentenpalast stellte eine neue Stufe der Eskalation der Auseinandersetzungen im Jemen dar, da die Demonstranten bisher immer friedlich protestiert hatten. Eine Schlüsselrolle in den Auseinandersetzungen spielt offenbar auch die Rivalität zwischen der Familie des Präsidenten und der Al-Ahmar-Familie. Diese Familie unterstützt die Proteste gegen die Regierung, weil Salih beabsichtigt, die Macht an seinen ältesten Sohn Ahmed zu übergeben.

Deutschland schloss nach den Vorkommnissen vom Freitag seine Botschaft im Jemen. Die deutsche und britische Regierung sowie weitere Staaten forderten ihre Staatsbürger im Jemen dazu auf, das Land zu verlassen.

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April 24, 2011

Jemens Präsident Salih kündigt Rücktritt binnen 30 Tagen an

Jemens Präsident Salih kündigt Rücktritt binnen 30 Tagen an

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Veröffentlicht: 12:02, 24. Apr. 2011 (CEST)
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Sanaa (Jemen), 24.04.2011 – Der Präsident des Jemen, Ali Abdullah Salih, der sich seit Wochen mit Rücktrittsforderungen durch nahezu tägliche Massendemonstrationen konfrontiert sieht, kündigte am Karsamstag seinen Rücktritt innerhalb von 30 Tagen an. Salih ging damit auf einen Vermittlungsvorschlag des Golf-Kooperationsrates ein. Der Vorschlag sieht die Übergabe der Macht an seinen Stellvertreter und die Bildung einer Regierung der Nationalen Einheit vor. Salih machte seine Zustimmung zu dem Plan jedoch die Zusicherung von Immunität für seine Person (Schutz vor Strafverfolgung) zur Bedingung. Wie ein ranghohes Mitglied der Staatspartei, des Allgemeinen Volkskongresses (CPG), mitteilte, habe die Partei den Plan akzeptiert.

Binnen 60 Tagen nach der Machtübergabe an den Vizepräsidenten sollen allgemeine Wahlen stattfinden. Offenbar stimmte auch die Opposition dem Vermittlungsvorschlag zu. Sie besteht jedoch darauf, dass der amtierende Präsident Salih nicht an einer zu bildenden Regierung der nationalen Einheit beteiligt wird.

Seit Wochen hatten viele Menschen immer wieder den Rücktritt Salihs gefordert. Sicherheitskräfte waren mehrfach mit Gewalt gegen die Demonstranten vorgegangen. Dabei waren mehr als 130 Menschen getötet worden. Salih ist seit 32 Jahren im Amt.

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April 20, 2011

Jemen: Lage eskaliert weiter

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Jemen: Lage eskaliert weiter

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Veröffentlicht: 14:59, 20. Apr. 2011 (CEST)
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Ali Abdullah Salih

Sanaa / Taizz (Jemen), 20.04.2011 – In der jemenitischen Stadt Taizz marschierten am gestrigen Dienstag Demonstranten zu einem Armeeposten des abtrünnigen Generals Ali Mohsen, um dessen regierungskritische Position effektvoll zu unterstützen. Dabei wurden einige Reifen in Brand gesteckt. Danach schritt die Polizei ein und feuerte Schüsse und Tränengas in die demonstrierende Menge. Dabei soll mindestens eine Person getötet und eine weitere verletzt worden sein, berichten Ärzte.

Der seit über 40 Jahren herrschende Präsident Ali Abdullah Salih hatte zwar im März seinen Rückzug von der Führung des Landes angekündigt (Wikinews berichtete), wollte dafür jedoch zunächst die Wahlen im Jahr 2012 abwarten. Unterdessen finden in Abu Dhabi politische Verhandlungen zwischen Vertretern des jemenitischen Präsidenten und Außenministern der Golfstaaten statt, bei denen es darum geht, Bedingungen für einen möglichen Rückzug Salihs vom Präsidentenamt auszuloten. Gegner Salihs im Jemen kündigten bereits Streiks für den Fall an, dass bei den Verhandlungen keine substantiellen Fortschritte gemacht würden.

Gestern traf sich auch der UN-Sicherheitsrat zur Beratung über die Situation im Jemen. Das Treffen fand auf Initiative des deutschen UN-Botschafters Peter Wittig statt. Nach dem Treffen erklärte Wittich: „Wir haben unsere Besorgnis über die sich verschlimmernde Situation im Jemen geäußert.“ Wittig unterstrich die Bedeutung der Bemühungen des Golf-Kooperationsrates, der versucht, zwischen Gegnern und Unterstützern der Regierung zu vermitteln. Dem Sicherheitsrat gelang es jedoch nicht, zu einer gemeinsamen Haltung in der Jemen-Frage zu kommen. Eine von Deutschland und dem Libanon vorgelegte Erklärung fand keine Mehrheit, weil sie von einer Minderheit durch ihr Veto blockiert wurde. Der UN-Gesandte für den Jemen, Gamal bin Omer, informierte den Sicherheitsrat über seine zurückliegende Reise in den Jemen, bei der er Gespräche mit Präsident Ali Abdullah Salih geführt hatte.

Unterdessen gründeten abtrünnige Mitglieder der Partei des jemenitischen Präsidenten (CPG), darunter auch ehemalige Minister und Abgeordnete, eine eigene Partei. Während die parlamentarische Opposition in der neuen Partei eine „Unterstützung für die friedliche Revolte für den Wandel“ sieht, erklärten Vertreter der Regierungspartei, die neu gegründete Partei habe „keinerlei Auswirkungen auf die CPG“.

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April 10, 2011

Jemen: Tränengas und scharfe Munition gegen Demonstranten

Jemen: Tränengas und scharfe Munition gegen Demonstranten

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Veröffentlicht: 17:40, 10. Apr. 2011 (CEST)
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Karte des Jemen

Sanaa / Taizz (Jemen), 10.04.2011 – Im Jemen kam es am Samstag erneut zu gewalttätigen Angriffen von Sicherheitskräften auf Demonstranten. Medien berichten über mehrere Dutzend bis zu hunderten Verletzten unter Berufung auf Krankenhausmitarbeiter. In mehreren Städten des Landes beteiligten sich zehntausende Menschen an den regimekritischen Demonstrationen. Wie Reuters berichtet, wurden im Laufe der Woche bereits 17 Menschen getötet. Allein am Freitag waren laut Medienberichten vier Demonstranten ums Leben gekommen. Die Opposition im Jemen schätzt, dass seit Beginn der Demonstrationen gegen die Regierung vor etwa vier Wochen bereits mehr als hundert Demonstranten erschossen und Tausende verletzt wurden.

In der Stadt Taizz, im Südwesten des Jemen gelegen, eskalierte die Situation, als Demonstranten eine Polizeisperre durchbrechen wollten, um zu einem Präsidentenpalast zu gelangen. Daraufhin eröffneten Sicherheitskräfte das Feuer, außerdem wurde Tränengas gegen die Demonstranten eingesetzt. Das arabische Nachrichtenportal Al Jazeera berichtet in diesem Zusammenhang von 500 verletzten Personen. Ein Augenzeuge berichtete gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa) von 10 Personen, die von Kugeln getroffen worden sein sollen.

In der Hauptstadt des Jemen, Sanaa, gingen Sicherheitskräfte mit scharfer Munition, Tränengas, Wasserwerfern und Schlagstöcken gegen Demonstranten vor. Seit Wochen fordern die Regimegegner den Rücktritt des autokratisch regierenden Präsidenten Ali Abdullah Salih, der seit 1978 Präsident des Jemen ist.

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April 2, 2011

Jemen: Viele Tote nach Explosion einer Munitionsfabrik

Jemen: Viele Tote nach Explosion einer Munitionsfabrik

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Veröffentlicht: 20:18, 2. Apr. 2011 (CEST)
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Sanaa (Jemen), 02.04.2011 – Die Zahl der Toten nach der Explosion einer Munitionsfabrik am 28. März in der Stadt Jaʿār im Süden des Landes ist stark gestiegen. Zunächst war die Zahl der Opfer mit 78 angegeben worden, doch inzwischen wurden aus dem völlig zerstörten Bauwerk weitere Leichen geborgen. Inzwischen gehen Mitarbeiter örtlicher Behörden davon aus, dass 150 Menschen bei der Explosion ums Leben kamen.

Die genauen Umstände, die zu der Explosion geführt haben, sind unklar. Die Behörden geben an, dass al-Qaida für die Explosion verantwortlich sei. Al-Qaida-Kämpfer hätten die Fabrik überfallen und ganze Wagenladungen Munition gestohlen. Ortsansässige hätten das Gebiet nach Munition durchkämmt, die islamistische Kämpfer nach Gefechten mit Regierungstruppen am Sonntag (27. März) zurückgelassen hätten. Dabei sei es zur Explosion gekommen. Die Opposition wiederum beschuldigt die Regierung ihrerseits der Konspiration mit al-Qaida. In einer von den Joint Meeting Parties (JMP) verbreiteten Erklärung heißt es, die Explosion sei das Ergebnis „eines verzweifelten Versuches von Präsident Salih und seinesgleichen, zu beweisen, dass er recht hatte mit seiner Aussage darüber, der Jemen sei eine tickende Zeitbombe, deren Hochgehen er alleine verhindern kann“.

Die Regierung von Präsident Salih steht seit Wochen unter Druck. Demonstranten verlangen den Rücktritt des Präsidenten und Reformen. Die jemenitische Regierung ist ein Verbündeter der Vereinigten Staaten im Krieg gegen den Terrorismus, doch militante Gruppen spielen eine immer größere Rolle in dem Staat an der Südwestküste der Arabischen Halbinsel. Außerdem gibt es separatistische Bestrebungen im Süden sowie einen Aufstand schiitischer Zaiditen im Norden des Landes.

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March 22, 2011

Jemen: Präsident Salih droht mit Bürgerkrieg und kündigt Machtverzicht an

Jemen: Präsident Salih droht mit Bürgerkrieg und kündigt Machtverzicht an

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Veröffentlicht: 23:50, 22. Mär. 2011 (CET)
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Sanaa (Jemen), 22.03.2011 – Der jemenitische Präsident Ali Abdullah Salih ist politisch offenbar am Ende. Der seit Wochen anhaltende Druck der Bevölkerung, die mit Demonstrationen und der Besetzung des Platzes im Zentrum der Hauptstadt ihren Forderungen nach mehr politischem Einfluss und dem Rücktritt des seit 32 Jahren autokratisch regierenden Präsidenten Ausdruck verleiht, zeigt offenbar Wirkung. Am Sonntag hatte der Präsident das gesamte Kabinett entlassen. Mit General Ali Mohsen al-Ahmar, der die erste Panzerdivision des Heeres führt, ging ihm jetzt einer seiner wichtigsten Kampfgefährten von der Fahne. Der General erklärte, er habe sich dazu entschieden, die Demonstranten im Zentrum der jemenitischen Hauptstadt Sanaa zu schützen. Außerdem unterstütze er deren Ziele. Dem General, einem Halbbruder Salihs, werden mögliche eigene Machtambitionen nachgesagt. Er soll auch über gute Beziehungen zum saudi-arabischen Herrscherhaus verfügen. Bereits Anfang der Woche war bekannt geworden, dass zwei weitere Heereskommandeure mit der Opposition Gespräche aufgenommen hätten. Einflussreiche Stammesführer im Jemen sollen sich Medienberichten zufolge ebenfalls von Salih abgewandt haben.

Salih erklärte am Dienstag, er werde nicht erneut kandidieren. Die für 2013 vorgesehenen Wahlen sollen bereits 2012 stattfinden. Offenbar fürchtet der Präsident auch um die Loyalität der Streitkräfte. In einer Fernsehansprache erklärte er laut „Deutsche Welle“: „Jede Meinungsverschiedenheit innerhalb der Institution der Streitkräfte wird negative Auswirkungen auf das ganze Land haben.“ Und: „Dieses Land ist größer als die Ambitionen von Einzelnen, die die Macht ergreifen wollen.“ Sollte sich das Militär zu einem Putsch entschließen, würde das „automatisch in einen bewaffneten Konflikt münden.“ In der Hauptstadt Sanaa wurden Panzer in der Nähe des von der Opposition besetzten Platzes postiert.

Die politische Opposition im Jemen, die die Proteste der vergangenen Wochen organisiert hatte, lehnte das für 2012 angekündigte Rücktrittsangebot des Präsident ab. Sie fordert weiterhin seinen sofortigen Rücktritt. Außerdem fordert die Opposition die Entlassung von Familienangehörigen Salihs, mit denen Salih wichtige Positionen innerhalb des Sicherheitsapparates besetzt hat.

Am vergangenen Freitag waren 52 regierungskritische Demonstranten von Heckenschützen erschossen worden, die auf dem zentralen Platz Sanaas demonstriert hatten.

Der Jemen galt als wichtiger Verbündeter des Westens gegen den internationalen Terrorismus. Offenbar verliert der Präsident nun auch jede Unterstützung aus dem Ausland. Am Montag hatte Frankreich als erstes westliches Land offen den Rücktritt Salihs gefordert. US-Präsident Barack Obama forderte einen „friedlichen Übergang“ für den Jemen. Saudi-Arabien distanzierte sich ebenfalls von dem Regime des Präsidenten Salih.

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March 18, 2011

Jemen: Demonstranten erschossen – Regierung verhängt Ausnahmezustand

Jemen: Demonstranten erschossen – Regierung verhängt Ausnahmezustand

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Veröffentlicht: 19:27, 18. Mär. 2011 (CET)
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Sanaa (Jemen), 18.03.2011 – Mindestens dreißig oppositionelle Demonstranten fanden heute bei einer Demonstration in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa den Tod. Außerdem wurden rund 100 Menschen verletzt. Andere Quellen sprechen von mindestens 41 getöteten Demonstranten. Die Angaben stammen von Rettungskräften. Augenzeugen berichteten, Anhänger des amtierenden Präsidenten Ali Abdullah Salih hätten von Hausdächern auf den umliegenden Häusern des Platzes vor der Universität in Sanaa gezielt auf die 10.000 Demonstranten geschossen, die sich dort versammelt hatten, um friedlich den Rücktritt von Präsident Salih zu fordern, der seit 1978 in dem arabischen Land an der Südspitze der arabischen Halbinsel herrscht. Wie Saleh am Freitag mitteilte, habe der Nationale Sicherheitsrat des Landes daraufhin beschlossen, den Ausnahmezustand über das Land zu verhängen. Zuvor war die Polizei mit Tränengas und scharfer Munition gegen die Demonstranten vorgegangen.

Die Demonstranten halten den Platz seit vier Wochen besetzt. Das Massaker auf dem Platz begann, als die Demonstranten versuchten, Absperrungen abzubauen, die einen Zugang zu einer Straße blockieren sollten. Der arabische Nachrichtensender Al Jazeera berichtete, die Verletzten und Toten hätten Schusswunden an Kopf, Hals und Brust davongetragen. Für viele Verletzte bestehe noch Lebensgefahr.

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March 10, 2011

Jemen und Marokko: Proteste zeigen Wirkung

Jemen und Marokko: Proteste zeigen Wirkung

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Veröffentlicht: 19:48, 10. Mär. 2011 (CET)
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Sanaa (Jemen) / Rabat (Marokko), 10.03.2011 – Der jemenitische Alleinherrscher Ali Abdullah Salih kündigte am Donnerstag ebenso wie der marokkanische König Mohammed VI. eine grundlegende Verfassungsreform an. Beide Autokraten wollen dem Parlamentarismus mehr Gewicht geben.

In einer am Mittwoch gesendeten Ansprache des marokkanischen Königs kündigte dieser eine „umfassende Verfassungsreform“ an. Das Parlament und politische Parteien sollen größere Befugnisse erhalten. Ein aus Parteivertretern und anderen Vertretern der Zivilgesellschaft bestehendes Komitee soll bis Juni Vorschläge für eine Verfassungsreform erarbeiten, die dann in einem Referendum zur Abstimmung gestellt werden sollen. Unter anderem sehen die Pläne eine Stärkung der Rolle des Ministerpräsidenten vor, der nicht mehr vom König bestimmt, sondern auf Vorschlag der stärksten Partei ernannt werden soll. Sprecher der Regierungen Frankreichs und Spaniens begrüßten die Initiative des marokkanischen Königs.

Der Präsident des Jemen, Ali Abdullah Salih, folgte am Donnerstag dem Beispiel des marokkanischen Königs und kündigte an, bis Ende des Jahres eine neue Verfassung ausarbeiten zu wollen. Vor tausenden Anhängern erklärte Salih in der jemenitischen Hauptstadt Sanaa: „Ich schlage eine neue Initiative vor, um die Teilung des Landes zu vermeiden.“ Noch vor zwei Tagen hatten Sicherheitskräfte auf Demonstranten geschossen. Dabei waren 80 Personen verletzt worden.

Die Opposition im Jemen lehnte den Vorstoß Salihs umgehend ab: „Die Initiative des Präsidenten ist überholt, sie markiert den Tod des Regimes, dessen Ende die Demonstranten fordern.“ Salih regiert seit 32 Jahren im Jemen. Nach den Revolutionen in Tunesien und Ägypten sah sich Salih zunehmenden Protesten gegenüber, bei denen sein Rücktritt gefordert wurde. Nach der Ankündigung Salihs gingen im ganzen Land erneut Zehntausende Demonstranten auf die Straßen, um ihrer Forderung nach einem Rücktritt Salihs zu bekräftigen. Laut Amnesty International (ai) sind im Jemen seit dem Beginn der Proteste Ende Januar rund 30 Menschen ums Leben gekommen.

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February 16, 2011

Arabische Welt: Weitere Proteste gegen autoritäre Regime

Arabische Welt: Weitere Proteste gegen autoritäre Regime

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Veröffentlicht: 22:37, 16. Feb. 2011 (CET)
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Proteste im Jemen am 3. Februar 2011

Bengasi (Libyen) / Sanaa (Jemen) / Manama (Bahrain), 16.02.2011 – Nach den Umwälzungen in Tunesien und Ägypten ist die Situation in weiteren arabischen Ländern von politischer Unruhe gekennzeichnet. Entsprechende Berichte gibt es aus Libyen, dem Jemen und dem Golfstaat Bahrain. Auch im Iran kam es erneut zu Massendemonstrationen. Erstmals seit der Umwälzung im benachbarten Tunesien wurde auch aus Libyen von Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und regimekritischen Demonstranten berichtet.

In der libyschen Hafenstadt Bengasi bewarfen Demonstranten Autos mit Steinen und schleuderten Brandsätze. Es soll auch zu Zusammenstößen zwischen regimekritischen Demonstranten und Anhängern des libyschen Staatspräsidenten Muammar al-Gaddafi gekommen sein. Medien berichten über 38 Verletzte, die Mehrzahl von ihnen Angehörige von Sicherheitskräften. Anlass der Demonstrationen in Libyen war offenbar die Festnahme eines Menschenrechtlers, der Familien unterstützte, deren Angehörige in dem Gefängnis Abu Salim in Tripolis inhaftiert sind. Viele der in diesem Gefängnis inhaftierten Gefangenen sind aus Bengasi kommende Islamisten und andere Regierungsgegner. Die Zahl der in Bengasi, der zweitgrößten Stadt Libyens, demonstrierenden Menschen soll Medienberichten zufolge einige Hundert betragen haben. Dem Vorbild anderer arabischer Staaten folgend riefen Aktivisten für den kommenden Donnerstag zu einem „Tag des Zorns“ auf.

In Sanaa, der Hauptstadt des Jemen, kam es zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Demonstranten wurden an der Universität von Sanaa von regierungstreuen Demonstranten mit Knüppeln und Messern angegriffen. Seit Wochen soll der seit 30 Jahren amtierende Präsident des Jemen, Ali Abdullah Salih, zum Rücktritt gezwungen werden. Unter dem Eindruck der Massenproteste hatte Salih erklärt, im Jahr 2013 zurücktreten zu wollen.

Tausende Demonstranten zogen auch durch Manama, der Hauptstadt des Königreichs Bahrain am Persischen Golf. Die Demonstration war hier aus einer Trauerfeier für einen getöteten Demonstranten in einem Vorort der Hauptstadt, Mahus, entstanden. Das harte Durchgreifen von Sicherheitskräften am Vortag wird für den Tod des Demonstranten verantwortlich gemacht. Der Innenminister des Landes, Scheich Ratsched ben El Chalifa, kündigte im Fernsehen an, der Vorfall werde untersucht. König Hamad ibn Isa Al Chalifa sprach den Familien der getöteten Demonstranten am Dienstag sein Beileid aus. Auch in Bahrain fordern die Demonstranten den Rücktritt des autokratisch regierenden Regierungschefs Scheich Chalifa ibn Salman Al Chalifa, der seit 1971 im Amt ist. Seit Dienstag wird ein zentraler Platz in der Hauptstadt Manama, der Pearl Square, von Demonstranten besetzt gehalten. Der Platz wurde von den Demonstranten symbolisch in Tahrir-Platz umbenannt – in Anlehnung an einen Platz im Zentrum Kairos, der zum zentralen Sammelpunkt der Massendemonstrationen Anfang Februar in Ägypten geworden war, durch die schließlich der Rücktritt des ägyptischen Präsidenten Mubarak erzwungen wurde.

Das Königreich Bahrain wird von einer sunnitischen Oberschicht regiert. Die Bewohner des Landes sind jedoch mehrheitlich Schiiten (laut Schätzungen etwa 70 Prozent), die sich in ihrem Land diskriminiert fühlen.

Auch aus der iranischen Hauptstadt Teheran wird erneut über die Niederschlagung einer regierungskritischen Demonstration berichtet, zu der es am Rande der Beisetzung eines am Montag getöteten Studenten gekommen war. In den letzten Tagen war es in dem schiitischen Gottesstaat zum ersten Mal seit der Präsidentschaftswahl im Jahr 2009 wieder zu Massenprotesten gegen die Regierung gekommen. Am Montag sollen im Iran Medienberichten zufolge bei der Niederschlagung von Demonstrationen durch Sicherheitskräfte mehrere Menschen getötet worden sein.

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