Der Kosmonaut und Kommandant von „Sojus 15“ Gennadi Wassiljewitsch Sarafanow ist tot

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Moskau (Russland), 03.10.2005 – Der Kosmonaut Gennadi Wassiljewitsch Sarafanow starb am Donnerstag, den 29. September nach einer Komplikation während einer Operation. Das berichtete das Magazin „Novosti Kosmonavtiki“ auf seiner Internetseite. Er wurde 63 Jahre alt.

Er war 1974 Kommandant der erfolglosen Mission zur Raumstation „Saljut 3“ und flog zusammen mit dem Ingenieur Lew Stepanowitsch Djomin die Mission „Sojus 15“. Es war geplant, dass die beiden Raumfahrer als zweite Besatzung auf der ersten militärischen Raumstation der Sowjetunion fungieren sollten. Aber das Steuerungssystem ihrer Sojus-Kapsel fiel in der letzten Flugphase aus. Sie mussten daher am 28. August 1974 – gerade einmal zwei Tage nach ihrem Start vom Kosmodrom in Baikonyr – zur Erde zurückkehren.

Sarafanow wurde im Januar 1942 in dem russischen Dorf Sinekiye geboren. Er ging in die sowjetische Armee und wechselte nach einem Jahr im Alter von 18 Jahren zur Luftwaffe. Er wurde Kampfpilot in einem Wachregiment, bevor er im November 1965 als Mitglied der dritten Luftwaffengruppe des nationalen Weltraumprogramms ausgewählt wurde.

Nachdem er im Jahr 1967 sein erstes Kosmonauten-Trainingsprogramm absolviert hatte und 1972 in die Sojus-Gruppe berufen wurde, wurde er zusammen mit Lew Stepanowitsch Djomin für den Flug „Sojus 13“ benannt. Der Flug wurde jedoch gestrichen, da das Missionsziel, die Raumstation „Saljut 2“, in der Umlaufbahn außer Kontrolle geriet. Djomin und Sarafanow wurden daraufhin für die Mission „Sojus 14“ als Ersatzcrew bestellt, bevor sie dann mit „Sojus 15“ erstmalig in den Weltraum aufbrachen. Sarafanow blieb bis zum Juli 1986 Mitglied im russischen Weltraumprogramm.

Während der frühen 1980er Jahre wurde er für den Flug einer geplanten bemannten Version des „TKS Frachtschiffes“ benannt, aber seine Mission wurde ebenfalls gestrichen, da keine bemannten Flüge des TKS erfolgten. Die Entwicklung des TKS-System wurde später unter anderem Grundlage für das russische Modul „Sarja – Functional Cargo Block (FGB)“ der Internationalen Raumstation.

Er hinterlässt seine Frau Tamara und seine Kinder Alexei und Katja.

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Quellen