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March 16, 2007

Mars: Eiskappe am Südpol ist bis zu 3.700 Meter dick

Mars: Eiskappe am Südpol ist bis zu 3.700 Meter dick

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Artikelstatus: Fertig 20:33, 16. Mär. 2007 (CET)
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Die Pole des Planeten Mars sind von kilometerdicken Eiskappen bedeckt

Pasadena (Vereinigte Staaten), 16.03.2007 – Bis zu 3.700 Meter dick ist die Eiskappe, die den Südpol des Roten Planeten bedeckt. Zu dieser Erkenntnis kam ein Wissenschaftlerteam um Jeffrey Plaut vom California Institute of Technology (Caltech) in Pasadena. An der Auswertung der Daten, die die europäische Weltraumsonde „Mars Express“ mittels Radarmessungen bei mehr als 300 Marsumrundungen zwischen November 2005 und April 2006 gesammelt hat, waren auch deutsche Forscher aus Bochum, Katlenburg-Lindau und Dresden beteiligt.

Das Radargerät MARSIS (Mars Advanced Radar for Subsurface and Ionospheric Sounding) an Bord von Mars Express sandte Radarwellen aus, die zum Teil an der Oberfläche der Eiskappe gebrochen wurden, zum anderen Teil jedoch das Eis durchdrangen und erst an der steinigen Oberfläche des Planeten reflektiert wurden. Aus der Zeitdifferenz, mit der die gespiegelten Radarwellen wieder bei der Raumsonde eintrafen, berechneten die Wissenschaftler die Mächtigkeit der Eisschicht und zeichneten eine detaillierte Karte des Südpolgebietes. Das Volumen der Eismasse schätzen sie auf 1,6 Millionen Kubikkilometer – das sind etwa zwei Drittel der Eismenge, die Grönland bedeckt. Zudem scheint es sich um fast reines Wassereis mit nur geringen Verunreinigungen zu handeln. Dies schließen die Wissenschaftler aus der kaum gedämpften Strahlungsintensität der Wellen, die die Eisschicht durchdrungen hatten.

Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden jetzt in der englischsprachigen Fachzeitschrift Science veröffentlicht.

Eine ähnlich gewaltige Eiskappe gibt es nach Erkenntnissen eines Forscherteams um Giovanni Picardi von der Universität Rom auch am Nordpol unseres Nachbarplaneten. Picardi hatte seine Ergebnisse bereits im November 2006 der Öffentlichkeit vorgestellt.

Themenverwandte Artikel

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Quellen

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December 2, 2005

Forscher entdecken große Mengen Wasser auf dem Mars

Forscher entdecken große Mengen Wasser auf dem Mars

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Artikelstatus: Fertig 08:38, 2. Dez. 2005 (CET)
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Landegebiet um die Sonde „Viking 1“ in Chryse Planitia, Juli 1976

Paris (Frankreich) / Berlin (Deutschland), 02.12.2005 – Forscher der Europäischen Raumfahrtorganisation ESA entdeckten mit Hilfe der Sonde „Mars Express“ und deren Tiefenradar „Marsis“ eine bis zu 250 Kilometer große und teilweise einen Kilometer dicke, runde Struktur unterhalb der Oberfläche des Mars im Krater Chryse Planitia, die möglicherweise aus Eis besteht.

Mars Express ist seit dem 2. Juni 2003 auf Marskurs und umkreist unseren Nachbarplaneten seit zwei Jahren. Am 19. September hatte die ESA entschieden, die Marsmission um ein Marsjahr auszudehnen. Der Mars umkreist die Sonne in 23 Monaten einmal, braucht für eine Umrundung der Sonne also ungefähr zwei Erdenjahre.

Vermutungen über das Vorhandensein größerer Wasservorkommen auf dem Mars hatte es bereits seit längerem gegeben. Bisher war der Nachweis jedoch noch nicht gelungen. Das jetzt gefundene Wassereis beflügelt Theorien, wonach sich auf dem Mars möglicherweise einfache Lebensformen wie Mikroorganismen entwickelt haben könnten.

Die Entdeckung gelang mit Instrumenten, die den Marsboden bis zu einer Tiefe von einem Kilometer durchleuchteten. Die Wasservorkommen in dieser Tiefe seien ausgedehnte Eismassen, die eine Temperatur von minus 33 Grad Celsius hätten. Das Feld habe einen Durchmesser von 250 Kilometern.

Über die Entstehung der Wasserflächen wurde eine Theorie entwickelt, die einen Vulkanausbruch als Ursache der unter der Oberfläche vorhandenen Eisvorkommen postuliert. Der Planetenforscher Ralf Jaumann von der Deutschen Gesellschaft für Luft- und Raumfahrt vermutet, dass durch vulkanische Aktivität Wassereis auf der Oberfläche geschmolzen und durch Gesteinsrisse in die Tiefe gesickert sein könnte. Weitere Eisvorkommen werden am Mars-Nordpol und in Äquatornähe vermutet.

Die neuen Forschungsergebnisse wurden am 30. November 2005 in der Zeitschrift „Science“ veröffentlicht.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Marsmissionen

Quellen

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August 12, 2005

Der Mars Reconnaissance Orbiter ist auf dem Weg zum roten Planeten

Der Mars Reconnaissance Orbiter ist auf dem Weg zum roten Planeten

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Mars Reconnaissance Orbiter in einem Mars-Orbit

Start des Mars Reconnaissance Orbiters

Cape Canaveral (Vereinigte Staaten), 12.08.2005 – Heute ist der Mars Reconnaissance Orbiter (MRO) mit einer Atlas-V(401)-Rakete um 13:43 Uhr MESZ von Cape Canaveral aus in den Weltraum gestartet. Dabei handelt es sich um eine Raumsonde, die nach sieben Monaten Flugzeit im März 2006 in den Orbit des Mars einschwenken soll.

Bereits am Mittwoch und Donnerstag sollte die Mission schon starten, jedoch gab es technische Probleme sowie ungünstige Wetterbedingungen, so dass die NASA den Start verschieben musste.

Wichtigstes Instrument an Bord ist die hochauflösende Kamera HiRISE. Sie hat eine Länge von 1,40 Metern und einen Durchmesser von 50 Zentimetern. Das Gerät wiegt etwa 65 Kilogramm und vermag aus 300 Kilometern Höhe Aufnahmen mit einer maximalen Auflösung von 20 bis 30 Zentimetern pro Pixel zu liefern. Die Kamera verfügt über einen internen 28-GBit-Speicher, um die Aufnahmen zwischenzuspeichern, bevor sie an den Bordcomputer weitergegeben werden.

Seine wissenschaftliche Arbeit soll MRO im November 2006 beginnen. Der Einsatz ist vorläufig bis 2010 geplant. Vorher wird die Sonde etwa sechs Monate lang Aerobraking-Manöver in der Marsatmosphäre durchführen, um ihre Flughöhe zu senken. Nach der Beendigung der Manöver soll eine etwa 255 × 320 Kilometer hohe nahezu polare sonnensynchrone Bahn erreicht sein.

Neben den wissenschaftlichen Untersuchungen wie der Untersuchung des Wetters und der Suche nach Wasser- und Eisvorkommen unter dem Marsboden soll außerdem nach geeigneten Landeplätzen für die im Jahr 2007 startende Phoenix-Sonde sowie für ein Marslaboratorium 2009 gesucht werden. Zudem soll MRO als Datenrelais für diese Landemissionen dienen.

Der Orbiter soll ebenfalls nach Überresten der verunglückten Mars Polar Lander und Beagle 2 Ausschau halten. 1999 bzw. 2003 wurde der Kontakt zur Erde beim Landemanöver jeweils abgebrochen. Es wird angenommen, dass beide Sonden auf dem Marsboden zerschellt sind.

Der Marsorbiter wird wohl der letzte Marssatellit dieses Jahrzehnts sein, da die 400 Millionen Euro teure Mars-Telecommunications-Orbiter-Mission im Jahr 2009 wegen Budgetkürzungen gestrichen wurde.

Themenverwandte Artikel

  • Start der Marssonde wieder verschoben (22.03.2007)
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  • Portal:Marsmissionen

Quellen

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