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October 8, 2009

Herta Müller erhält den Nobelpreis für Literatur

Herta Müller erhält den Nobelpreis für Literatur

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Veröffentlicht: 18:37, 8. Okt. 2009 (CEST)
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Herta Müller auf der Leipziger Buchmesse 2007

Bekanntgabe durch Peter Englund

Stockholm (Schweden), 08.10.2009 – Die deutsche Schriftstellerin Herta Müller erhält in diesem Jahr den Nobelpreis für Literatur. In der Ankündigung des ständigen Sekretärs des Nobelkomitees von heute Mittag heißt es, der Preis gehe an die im rumänischen Niţchidorf geborene Herta Müller, „die mittels Verdichtung der Poesie und Sachlichkeit der Prosa Landschaften der Heimatlosigkeit zeichnet“.

In ihrem 2009 veröffentlichten Roman „Atemschaukel“ wird das Exildasein der deutschsprachigen Rumänen in der Sowjetunion geschildert. Dieser Roman wurde bereits für die Shortlist des Deutschen Buchpreises 2009 nominiert und gilt als Favorit für den Preis. 1945 waren viele Deutsch-Rumänen in die Sowjetunion deportiert worden, so auch Herta Müllers Mutter, die fünf Jahre in einem Arbeitslager in der heutigen Ukraine verbringen musste. Zwischen 1973 und 1976 studierte Müller an der Universität von Timişoara deutsche und rumänische Literatur. In dieser Zeit war sie Mitglied der Aktionsgruppe Banat, einer Gruppe von jungen deutschsprachigen Autoren, die in Opposition zu Staatspräsident Nicolae Ceaușescu standen und sich für die Meinungsfreiheit einsetzten. Ihren Beruf als Übersetzerin, den sie nach dem Studium begonnen hatte, konnte sie nicht weiterführen, weil sie sich weigerte, Informantin der Geheimpolizei Securitate zu werden. Wegen ihrer Kritik an der Ceaușescu-Regierung erhielt sie später ein Publikationsverbot. 1987 wanderte Müller zusammen mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Richard Wagner, nach Deutschland aus. Heute lebt Herta Müller in Berlin.

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October 11, 2007

Literaturnobelpreis 2007 geht an Doris Lessing

Literaturnobelpreis 2007 geht an Doris Lessing

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Veröffentlicht: 19:40, 11. Okt. 2007 (CEST)
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Doris Lessing (2006)

Stockholm (Schweden), 11.10.2007 – Nach vielen Spekulationen steht nun fest: Der Literaturnobelpreis 2007 geht an die Britin Doris Lessing, Autorin von „Das Goldene Notizbuch“ aus dem Jahr 1962.

Auf der derzeit stattfindenden Internationalen Frankfurter Buchmesse wurde diese Nachricht allgemein begrüßt, als Entscheidung, die das Werk einer bekannten Autorin auszeichnet, ohne dass die Auszeichnung selbst eine vornehmlich politische Aussage darstellt. Lessing selbst, die am 22. Oktober ihren 88. Geburtstag feiert, war seit dreißig Jahren im Gespräch für den Preis gewesen und allmählich zu der Überzeugung gelangt: „Ich bekomme ihn nie.“

Der mit zehn Millionen schwedischen Kronen (1,1 Millionen Euro) dotierte Preis wird am 10. Dezember in Stockholm verliehen.

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October 13, 2006

Orhan Pamuk erhält Literaturnobelpreis 2006

Orhan Pamuk erhält Literaturnobelpreis 2006

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Artikelstatus: Fertig 14:50, 13. Okt. 2006 (CEST)
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Stockholm (Schweden), 13.10.2006 – Die „Svenska Akademien“ hat den diesjährigen Literaturnobelpreis an den türkischen Schriftsteller Orhan Pamuk vergeben, der laut Pressemitteilung „auf der Suche nach der melancholischen Seele seiner Heimatstadt neue Sinnbilder für Streit und Verflechtung der Kulturen gefunden hat“. Es ist das erste Mal, dass diese Auszeichnung an einen türkischen Schriftsteller geht.

Der 1952 in Istanbul geborene Schriftsteller hatte im vergangenen Jahr den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels erhalten. In seinen historischen Romanen befasst er sich häufig mit der Identitätskrise, in der sich seine türkische Heimat auf dem Weg aus dem Orient in den Okzident befindet.

Die bekanntesten Romane Orhan Pamuks, „Die Weiße Festung“, „Mein Name ist Rot“ und „Schnee“, wurden in mehr als dreißig Sprachen übersetzt und mit internationalen Preisen ausgezeichnet.

In seinem Heimatland ist Orhan Pamuk sehr umstritten, da er Kritik an der türkischen Haltung zu dem Völkermord an den Armeniern während des Ersten Weltkrieges geäußert hatte und sich deshalb 2005 vor Gericht wegen „Öffentlicher Herabsetzung des Türkentums“ verantworten musste. In einem Interview mit dem Tages-Anzeiger, einer überregionalen Tageszeitung, die in Zürich aufgelegt wird, hatte er zu dem Völkermord an den Armeniern Stellung genommen: „Man hat hier 30.000 Kurden umgebracht und eine Million Armenier. Und fast niemand traut sich, das zu erwähnen. Also mache ich es. Und dafür hassen sie mich.“ Das Gerichtsverfahren hatte europaweit für Aufsehen gesorgt, drohte dem Autor doch eine mehrjährige Haftstrafe. Pamuk stellte den Prozess selbst in den Zusammenhang der Aufnahme der Türkei in die Europäische Union und sprach in diesem Zusammenhang von einer neuen Dimension: „Und diese Dimension bedeutet, dass in der Türkei die Freiheit des Gedankens und des Wortes herrschen muss, und dass die Menschenrechte gelten müssen.“ Der von der Europäischen Union kritisierte Prozess wurde Anfang 2006 eingestellt.

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  • Türkei droht Frankreich mit Sanktionen (13.10.2006)
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August 16, 2006

Günter Grass: Spätes Geständnis erhitzt die Gemüter

Günter Grass: Spätes Geständnis erhitzt die Gemüter

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Artikelstatus: Fertig 21:27, 16. Aug. 2006 (CEST)
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Günter Grass

Berlin (Deutschland), 16.08.2006 – Vergangenen Samstag gestand der bekannte deutsche Schriftsteller Günter Grass öffentlich ein, dass er in den letzten Kriegsjahren Mitglied der Waffen-SS gewesen ist. Er selbst sagte, dass er zum Zeitpunkt seines Eintritts die Waffen-SS nicht als schlecht, sondern als Elite-Einheit ansah. Seine Kritiker werfen ihm jedoch vor, erst jetzt über dieses Kapitel seines Lebens gesprochen zu haben. Er war im Alter von 17 Jahren der 10. SS-Panzer-Division „Frundsberg“ beigetreten, der bis heute keine Kriegsverbrechen nachzuweisen sind.

Besonders pikant ist, dass die Werke von Günter Grass oft vor der Kulisse des deutschen Faschismus spielen. Seine Intention dabei war das „Schreiben gegen das Vergessen“: Immer wieder behandelt er die Thematik der Verdrängung faschistischer Verbrechen.

Die Reaktionen auf dieses Geständnis fallen sehr unterschiedlich aus. Wolfgang Börnsen (CDU) forderte, dass Grass seinen Nobelpreis für Literatur zurückgeben müsse. Die Nobelstiftung selbst schloss bereits eine Aberkennung des Preises aus.

Aus Polen wurden Stimmen laut, er müsse die Ehrenbürgerschaft seiner Geburtsstadt Danzig zurückgeben, was jedoch von Danziger Politikern und Künstlern nur mit einem Kopfschütteln quittiert wird. Die Verdienste an der Stadt Danzig, für die er die Ehrenbürgerschaft bekam, seien riesengroß gewesen. Kritiker wie Lech Walesa halten aber entgegen, er hätte sie nie bekommen, wäre seine SS-Vergangenheit bekannt gewesen. Zum verspäteten Geständnis selbst vermutet ein polnischer Schriftsteller, es könne eine PR-Aktion für sein neues Buch sein.

Auch der Zentralrat der Juden in Deutschland vermutet eine PR-Aktion und kritisiert den Schriftsteller in scharfen Tönen. Charlotte Knobloch sagte: „Sein langjähriges Schweigen über die eigene SS-Vergangenheit führt nun seine früheren Reden ad absurdum.“

Viele Schriftstellerkollegen sehen das wesentlich entspannter. Der 80-jährige Schriftsteller Ralph Giordano ist der Meinung, dass es viel schlimmer sei, keine Konsequenzen aus seiner Vergangenheit zu ziehen, als sich im Termin einer Enthüllung zu irren: „Für mich verliert er durch diese Öffnung nicht an moralischer Glaubwürdigkeit – in keiner Weise, das möchte ich hier ganz klar und unmissverständlich sagen.“

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October 13, 2005

Der Nobelpreis für Literatur 2005 geht an Harold Pinter

Der Nobelpreis für Literatur 2005 geht an Harold Pinter

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Artikelstatus: Fertig 18:53, 13. Okt. 2005 (CEST)
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Stockholm (Schweden), 13.10.2005 – Der Nobelpreis für Literatur 2005 geht an Harold Pinter. Der englische Schriftsteller, „der in seinen Dramen den Abgrund unter dem alltäglichen Geschwätz freilegt und in den geschlossenen Raum der Unterdrückung einbricht“, erhält den mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro (zehn Millionen Kronen) ausgezeichneten Preis.

Pinter wurde am 10. Oktober 1930 als Sohn eines jüdischen Damenschneiders in Hackney, London, geboren. Als Dramatiker debütierte er mit dem Theaterstück „The Room“, das 1957 in Bristol uraufgeführt wurde. Ein weiteres frühes Drama ist „The Birthday Party“ (1957) – ursprünglich ein legendäres Fiasko, aber später eines seiner meistgespielten Stücke. Seinen endgültigen Durchbruch erzielte er mit „The Caretaker“ (1959).

Harold Pinter wird ganz allgemein als hervorragendster Vertreter des englischen Dramas in der zweiten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts eingestuft.

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December 10, 2004

Literaturnobelpreis für die Österreicherin Elfriede Jelinek

Literaturnobelpreis für die Österreicherin Elfriede Jelinek

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Stockholm (Schweden), 10.12.2004 – Im Rahmen der Nobelpreisverleihungen wurde in diesem Jahr der Literaturnobelpreis an die Österreicherin Elfriede Jelinek verliehen.

Die Autorin blieb der Verleihung fern, da sie Angst vor großen Menschenansammlungen hat. Ihre Dankesrede schickte sie der Kommission in Fom eines Videobandes.

Elfriede Jelinek wird den Preis, der in einer Höhe von 1,1 Millionen Euro dotiert ist, in Österreich vom Sekretär der Schwedischen Akademie, Horace Engdahl, zu einem späteren Zeitpunkt in kleiner Runde entgegen nehmen.

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  • Portal:Nobelpreise

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