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October 21, 2010

Proteste gegen neue Mülldeponie bei Neapel

Proteste gegen neue Mülldeponie bei Neapel

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Veröffentlicht: 20:04, 21. Okt. 2010 (CEST)
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Neapel (Italien), 21.10.2010 – Der Streit um eine geplante Mülldeponie bei Neapel geht in eine neue Runde. In Terzigno, 25 Kilometer südlich von Neapel, eskalierte jetzt die Auseinandersetzung um die Ansiedlung einer Mülldeponie. Demonstranten warfen mit Steinen und Feuerwerkskörpern auf Polizisten, außerdem wurden Einsatzfahrzeuge der Polizei in Brand gesetzt. Die Polizei reagierte mit dem Einsatz von Tränengas gegen einige hundert Demonstranten. Die Anwohner befürchten insbesondere gesundheitliche Probleme wegen der geplanten Anlage. Die neue Anlage soll mit einer Gesamtkapazität von drei Millionen Tonnen die größte Deponie Europas werden. Seit Jahren ist das Problem der Müllentsorgung in Neapel und Umgebung ungelöst. In den Straßen Neapels verrottet der Müll, weil die vorhandenen Deponien hoffnungslos überlastet sind.

Das organisierte Verbrechen (Stichwort: Camorra) behindert bisher eine umweltverträgliche Lösung des Müllproblems, weil sie an der illegalen Abfuhr des Mülls und seiner Entsorgung in wilden Mülldeponien Millionen verdient. Die politischen Parteien blockieren sich gegenseitig. Der Bürgermeister der Kleinstadt Terzigno, Gennaro Langella von der italienischen Regierungspartei Volk der Freiheit (PDL), trat aus Protest von seinem Amt zurück: „Ich kann so eine gefährliche und ernste Entscheidung nicht mittragen. Es handelt sich um ein sehr ernstes Problem nicht nur für die öffentliche Gesundheit, sondern auch für die öffentliche Ordnung.“

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April 1, 2008

Neapels Müll wird jetzt in Deutschland entsorgt

Neapels Müll wird jetzt in Deutschland entsorgt

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Veröffentlicht: 23:06, 1. Apr. 2008 (CEST)
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Neapel (Italien) / Leverkusen / Hamburg (Deutschland), 01.04.2008 – Italien exportiert Müll nach Deutschland. Kein Aprilscherz, sondern ein Verzweiflungsakt der italienischen Behörden, um das Müllproblem der Stadt Neapel wenigstens kurzfristig ein wenig zu lindern. Kommunen in Deutschland nehmen der italienischen Region Kampanien 160.000 Tonnen Müll ab, darunter mehrere Städte in Nordrhein-Westfalen (Bonn, Düsseldorf, Herten, Kamp-Lintfort, Köln, Leverkusen, Weisweiler und Wuppertal) sowie die Stadt Hamburg. Diese Städte verfügen über leistungsfähige Müllverbrennungsanlagen, die noch freie Kapazitäten haben. Was liegt also näher als ein Geschäft mit den vom Müllnotstand geplagten italienischen Behörden. Die Stadt Hamburg kassiert dafür 150 Euro pro Tonne, hinzu kommen noch die Transportkosten in Höhe von 200 bis 230 Euro. Nach Angaben der FAZ nimmt die Stadt Hamburg so knapp 37 Millionen Euro ein. Der Transport erfolgt auf dem Schienenweg. Darauf haben sich der Sonderbeauftragten der italienischen Regierung für den Müllnotstand und die Umweltministerien des Bundes und der Länder geeinigt. Wolfgang Hürter, Aufsichtsvorsitzender von SWB, nennt den Vorgang ein „ein Musterbeispiel für internationale Solidarität unter den Kommunen in der EU. Es entspricht dem Gedanken ‚Global denken, lokal handeln‘, dem sich die Stadt Bonn verschrieben hat.“ Ein Ministeriumssprecher des deutschen Bundesumweltministeriums sagte, dass Deutschland als einziges EU-Land über entsprechende Kapazitäten verfüge. Es existiert bereits ein Abkommen zwischen Italien und dem Bundesland Sachsen, nach dem in diesem Bundesland 35.000 Tonnen Müll entsorgt werden. Allerdings soll die Hilfe kein Dauerzustand werden. Die Verbrennung des Mülls in Hamburg und Nordrhein-Westfalen ist auf zehn Wochen befristet. Auch mit der Schweiz und Israel verhandelt der italienische Müllkommissar De Gennaro.

Neapel (2005)

Das Müllproblem in Neapel besteht bereits seit Monaten und eine kurzfristige Lösung ist nicht in Aussicht. In zwei Jahren soll eine Verbrennungsanlage in Acerra den Müll Neapels aufnehmen. Die Ursachen des Müllproblems sind vielschichtiger Natur. Eine große Rolle spielt dabei die italienische Mafia, die über Jahre eine Lösung der Müllproblematik über politische Kontakte blockierte, um selbst den Müll auf wilden Deponien zu entsorgen. 1.200 illegale Giftmüllkippen „schmiegen“ sich in die wegen ihrer landschaftlichen Reize hochgepriesene Region um Neapel. Hinzu kommen die sich im ewigen Parteienstreit blockierenden politischen Parteien, die sich gegenseitig für das Müllproblem verantwortlich machen. Die andere Seite der Müllmisere: Die Camorra erwirtschaftet Schätzungen zufolge fast 20 Milliarden Euro pro Jahr.

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  • Portal:Organisierte Kriminalität

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September 13, 2006

Elfenbeinküste: Umweltprogramm der Vereinten Nationen untersucht Giftmüll

Elfenbeinküste: Umweltprogramm der Vereinten Nationen untersucht Giftmüll

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Artikelstatus: Fertig 22:28, 13. Sep. 2006 (CEST)
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Abidjan (Elfenbeinküste), 13.09.2006 – Auf Anfrage der ivorischen Regierung werden Experten des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) untersuchen, ob der Giftmüll, der in der Großstadt Abidjan deponiert wurde, illegal aus Europa importiert wurde. Dies gab das UNEP in einer am 8. September veröffentlichten Pressemitteilung bekannt. Inzwischen sind offiziellen Angaben zufolge sechs Menschen gestorben, die dem Giftmüll ausgesetzt waren. Etwa 10.000 Menschen haben wegen Vergiftungserscheinungen (Erbrechen, Durchfall, Unwohlsein, Hautausschlägen und Kopfschmerzen) Krankenhäuser aufgesucht.

Das dem UNEP zugeordnete Sekretariat für die Basler Konvention wird nach eigenen Angaben untersuchen, wer für den Giftmüllskandal rechtlich verantwortlich ist und ob Gelder aus dem Fonds des Sekretariats zugunsten der durch den Giftmüll geschädigten Menschen eingesetzt werden können. Die Basler Konvention sieht vor, dass Staaten, die giftige Abfälle exportieren, eine schriftliche Genehmigung des Landes benötigen, das den Giftmüll importiert. Zudem muss beim Transport giftiger Abfälle ein Dokument mitgeführt werden, in dem genau aufgelistet ist, welche Stoffe die Fracht enthält. Werden die Bedingungen der Basler Konvention nicht erfüllt, müssen diejenigen, die für den illegalen Müllexport verantwortlich sind, den Müll wieder in das Ursprungsland zurückverfrachten und für die Folgekosten aufkommen. Die Europäische Union hat die Konvention in verschärfter Form ins europäische Recht aufgenommen. So ist es Mitgliedsstaaten der EU untersagt, giftige Abfälle in Entwicklungsländer zu exportieren. Achim Steiner, der Exekutivdirektor des UNEP, wird in einer Pressemitteilung des von ihm geleiteten UN-Programms mit folgenden Worten zitiert: „Die Katastrophe von Abidjan ist ein schmerzhafter Fall menschlichen Leidens, das durch illegale Müllablagerung verursacht wurde.“ Ein anderer UN-Vertreter gab am Dienstag bekannt, dass die giftigen Abfälle auch in das Meer gelangt seien und ein Gebiet belasteten, in dem Gemüse angebaut werde. Youssouf Omar, ein UN-Koordinator für humanitäre Angelegenheiten, äußerte die Befürchtung, die giftigen Abfälle könnten in die Nahrungskette gelangt sein.

Unterdessen hat der UN-Nothilfekoordinator bestätigt, dass bei ihm am 4. September eine Anfrage für internationale Unterstützung in dieser Angelegenheit eingegangen ist. Demnach ist die Elfenbeinküste nicht in der Lage, das Problem alleine zu lösen. Insgesamt werden laut UNEP-Pressemitteilung für mittel- und langfristige Maßnahmen 13,5 Millionen US-Dollar benötigt. Der UN-Nothilfekoordinator hat eine Anfrage an die EU gestellt, die einen Teil der Gelder bereitstellen soll. In den Niederlanden, dem Land, in dem das für den Transport des Abfalls von Europa in den Hafen von Abidjan zuständige Unternehmen Trafigura registriert ist, hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen. Trafigura bestreitet, für die Entsorgung des Mülls in einem Wohngebiet verantwortlich zu sein. Er hat eigene Experten nach Abidjan geschickt, die die ivorischen Behörden beraten sollen. Laut Trafigura war die ivorische Firma „Tommy“ für das Entladen des von Trafigura gecharterten griechischen Frachters zuständig gewesen. Das niederländische Unternehmen hat nach eigenen Angaben alle internationalen Verträge eingehalten. Sieben Staatsbürger der Elfenbeinküste, unter ihnen die drei Vorsitzenden der Unternehmen „Tommy“, „Puma Energie“ und „Waibs“ wurden wegen der illegalen Müllentsorgung inzwischen festgenommen.

Bei den in der Nähe von Abidjan deponierten Abfällen handelt es sich um 581 Tonnen giftige Substanzen. Die deutsche Tageszeitung „Die Welt“ bezeichnet den Vorfall in einem online veröffentlichten Artikel als den „bislang größten bekannt gewordenen Giftmüllskandal in Afrika“. Carlo Piccinini, ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes, sagte, die genaue Zusammensetzung der giftigen Abfälle sei bislang noch nicht bekannt. Wegen des Giftmüllskandals war in der letzten Woche das komplette ivorische Kabinett zurückgetreten. Die oppositionelle ivorische Zeitung „Le Jour Indépendant“ gibt der Regierung und Präsident Laurent Gbagbo eine Mitschuld an der Lagerung giftiger Abfälle in dem Wohngebiet. In einem Artikel der Zeitung heißt es, der Präsident habe von dem Müll gewusst und bewusst weggesehen.

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  • Regierung der Elfenbeinküste wegen Giftmüllskandal zurückgetreten (07.09.2006)

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July 27, 2006

GLOBAL 2000 entdeckt illegales Giftmüllager in Wien Simmering

GLOBAL 2000 entdeckt illegales Giftmüllager in Wien Simmering

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Wien (Österreich), 27.07.2006 – Die Umweltschutzorganisation GLOBAL 2000 hat im Gemeindebezirk Simmering der österreichischen Hauptstadt ein illegales Giftmülllager der Entsorgungsfirma ÖSTAB entdeckt. Dort wurden verschiedene giftige Chemikalien wie Lösungsmittel, Säuren und Laugen eingelagert. Darunter sollen sich mehrere hundert Kilogramm tödliches Cyanid völlig ungesichert befinden.

Die Umweltaktivisten waren per E-Mail über das Vorliegen eines Umwelttatbestandes informiert worden. Nachdem die Organisation unter Hinzuziehung einer „akkreditierten Prüfstelle für Umweltanalytik“ verschiedene Substanzen geprüft hatte, sperrte sie das Gelände provisorisch ab und erstattete Anzeige bei der Staatsanwaltschaft Wien gegen die ÖSTAB Abfallbeseitigungsgesellschaft m.b.H.

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September 20, 2005

Weimar will Müllgebühren um bis zu 60 Prozent erhöhen

Weimar will Müllgebühren um bis zu 60 Prozent erhöhen

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Dresden / Erfurt / Magdeburg / Weimar (Deutschland), 20.09.2005 – Nach einer Umfrage des MDR-Magazins „Umschau“ bei allen Kommunen und kreisfreien Städten in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen will ein Drittel der Gebietskörperschaften die Gebühren für die Müllentsorgung erhöhen. Über die Gründe berichtete Wikinews bereits.

Die höchste Gebührenerhöhung haben anscheinend die Bürger des Weimarer Landes zu erwarten. Hier ist eine Gebührenerhöhung um bis zu 60 Prozent geplant.

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September 13, 2005

Preissteigerung für Müllentsorgung im Kreis Hildburghausen

Preissteigerung für Müllentsorgung im Kreis Hildburghausen

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Hildburghausen (Deutschland), 13.09.2005 – Der Landkreis Hildburghausen kündigte eine Gebührenerhöhung für die Müllentsorgung von bis zu 30 Prozent an. Als Grund dafür werden die neuen Bundesrichtlinien zur Müllentsorgung genannt. Laut diesen Richtlinien darf der Müll nicht mehr unbehandelt auf einer Deponie gelagert werden. Er muss vorher zum Beispiel durch eine Müllverbrennungsanlage gehen. Was übrigbleibt, wird größtenteils wiederverwertet. Nur noch etwa 20 Prozent soll auf der Deponie landen. Wegen der neuen Richtlinien wird nun auch eine neue Müllverbrennungsanlage in Zella-Mehlis gebaut. Andere Thüringer Kreise haben auch eine Preiserhöhung angekündigt.

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June 12, 2005

Großbrand in Yverdon-les-Bains

Großbrand in Yverdon-les-Bains – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Großbrand in Yverdon-les-Bains

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Yverdon-les-Bains / Waadt (Schweiz), 12.06.2005 – In der Kehrichtverbrennungsanlage (KVA) von Yverdon-les-Bains im schweizer Kanton Waadt entstand heute Morgen ein Großbrand.

Die Anlage wurde am gestrigen Samstag wie üblich etwa um 16:30 Uhr geschlossen, am Sonntag Morgen gegen 08:30 Uhr ging der Brandalarm bei der Feuerwehr ein. Daraufhin ist die Feuerwehr mit 13 Fahrzeugen, Dutzenden von Feuerwehrleuten und zwei Ambulanzen ausgerückt.

Als die Feuerwehr bei der KVA eintraf, drang dunkler Rauch aus dem Gebäude. Der Rauch stellte sich als ungiftig heraus. Trotz allem waren die Löscharbeiten nach Behördenangaben schwierig, denn das verbrennende Abfallmaterial verglühte und setzte dabei brennbare Gase frei. Während des Wochenendes wurden rund 200 bis 300 Tonnen Müll in der KVA gelagert.

Das Feuer konnte erst am Nachmittag gelöscht werden. Während der Löscharbeiten hatte keine Explosionsgefahr bestanden. Ein Feuerwehrmann wurde leicht bei einem Sturz verletzt und wurde ins Krankenhaus gebracht. Weitere Verletzte gab es nicht.

Eines der wichtigsten Ziele bei der Brandbekämpfung war, die Ausbreitung des Feuers auf die nahe gelegene Autobahn A1 zu verhindern. Anhand von Leuchtsignalen wurden die Autofahrer frühzeitig auf die Gefahr aufmerksam gemacht. Kurzzeitig war die Kantonsstrasse von Echallens nach Yverdon blockiert.

Bisher konnte der entstandene Schaden nicht beziffert werden. Fest steht jedoch, dass die Einrichtungen der KVA zerstört sind. Der zuständige Untersuchungsrichter hat bereits ein Ermittlungsverfahren eingeleitet, um die Ursache des Großbrandes ermitteln zu können. Experten gehen jedoch davon aus, dass ein Mottbrand im eingelagerten Abfall das Feuer entfacht haben könnte. Die Feuerwehr wird zur Brandwache bis Montag vor Ort bleiben.

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  • Portal:Brände

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April 22, 2005

Der ehemalige ÖTV-Chef, Heinz Kluncker, ist tot

Der ehemalige ÖTV-Chef, Heinz Kluncker, ist tot

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Stuttgart (Deutschland), 22.04.2005 – Der ehemalige Chef der Gewerkschaft „Öffentliche Dienste, Transport und Verkehr“ (ÖTV), Heinz Kluncker, ist tot. Er starb gestern nach schwerer Krankheit in Stuttgart. Erst vor wenigen Wochen wurde Kluncker 80 Jahre alt.

Kluncker stammte aus einer Handwerkerfamilie in Wuppertal. Seine fast zwanzigjährige Amtszeit als ÖTV-Chef von 1964 bis 1982 war geprägt von heftigen Auseinandersetzungen und harten Tarifkämpfen. Er war mit 39 Jahren damals der jüngste Chef einer DGB-Gewerkschaft. Von guten Freunden und Kritikern gleichermaßen aufgrund seines Umfangs stets „der Dicke” genannt, galt er als der mächtigste Gewerkschaftsführer Deutschlands. Für viele Wirtschaftsbosse war er oftmals „der Buhmann der Nation”.

Der Gewerkschaftsboss setzte wegweisende Änderungen im Tarifwerk durch. Unter anderem setzte er für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst die Reduzierung ihrer Arbeitszeit durch. Mitte der 1960-er Jahre verkürzte er deren Wochenarbeitszeit auf 44 Stunden. 1970 stellte er die Gehaltszahlungen für Arbeiter auf einen Monatslohn um, 1972 hatten ihm die Angestellten die 40-Stunden-Woche zu verdanken und bereits ein Jahr später setzte er ein 13. Monatsgehalt durch.

Kluncker stellte stets das Wohl der Arbeitnehmer über die Interessen seiner Partei, der SPD. Sein damaliger Parteifreund, Willy Brandt, bekam den eisernen Willen Klunckers zu spüren. Im Februar 1974 machte Kluncker Schlagzeilen, als er zu einem dreitägigen Streik aufrief. Der Auswirkungen waren enorm. Der gesamte Müll im Land türmte sich auf, es fuhren keine Busse und keine Bahnen mehr. Kluncker, der genau wusste, dass die Regierung bei einer Lohnsteigerung von unter zehn Prozent bleiben wollte, setzte eine Erhöhung um elf Prozent durch.

Brandt-Kenner glaubten damals, dass dieser unpopuläre Streik Brandts Rücktrittsgedanken verstärkt haben. Kluncker hatte sich den Vorwurf persönlich sehr zu Herzen genommen, er hat aber niemals öffentlich darüber gesprochen.

Bereits während seiner Amtszeit warnte Kluncker vor den „Lohnverzichtstheorien”. Er sagte damals dazu: „Lohnverzicht bringt auch den Arbeitslosen nichts, sondern führt nur zu einer weiteren Konzentration der Vermögen”. Gerade in der heutigen Zeit ist dieses Thema wieder top-aktuell.

Ohne jegliche Vorwarnung und völlig überraschend trat Kluncker am 2. Juni 1982 von seinem Chefposten zurück. Aufgrund seines Gewichtes und auftretenden Gesundheitsproblemen hatten ihm die Ärzte dringend dazu geraten. Ihm folgte Monika Wulf-Mathies im Amt.

In Rente ging er deswegen noch lange nicht. Er fungierte fortan als Präsident der „Internationale der Öffentlichen Dienste“ (IÖD). Damit stellte er seine Arbeitskraft in den Dienst der internationalen Gewerkschaften und kämpfte in vielen Ländern gegen die Unterdrückung der Gewerkschaftsmitarbeiter. In den letzten Jahren lebte Kluncker zurückgezogen in Stuttgart.

Der Vorsitzender der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Nachfolgeorganisation der ÖTV, Frank Bsirske, würdigte Kluncker in einer Presseveröffentlichung heute als „eine bedeutende Persönlichkeit und einen großen Gewerkschafter“.

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  • Themenportal Verstorbene Persönlichkeiten

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February 2, 2005

Nürnberger Bürger müssen tiefer in die Tasche greifen

Nürnberger Bürger müssen tiefer in die Tasche greifen

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Nürnberg

Nürnberg (Deutschland), 02.02.2005 – Das neue Jahr ist gerade mal einen Monat alt und schon macht sich der Unmut in Nürnberg breit. Auf die Nürnberger Bürger kamen zum 1. Januar 2005 Preiserhöhungen zu. Und dies nicht nur in einem Bereich, sondern es ist flächendeckend ein ganzes Paket an Neuregelungen, mit dem die Nürnberger tagtäglich zu tun haben.

Die Stadt Nürnberg wiederum sah keine andere Möglichkeit, den Stadthaushalt ein wenig zu entlasten, als an der Preisschraube zu drehen. Daher hat der Stadtrat im letzten Quartal 2004 mehrere Preiserhöhungen gleichzeitig verabschiedet.

Viele Bürger machten ihrem Ärger bereits Luft. Die Zeitungsredaktionen erreichen Berge von Beschwerdebriefen, die Abonnenten von Theater-und Konzertveranstaltungen beschweren sich bei den Organisatoren. Die Angestellten von Bürgerämtern und dem Rathaus müssen aufgebrachte Nürnberger beschwichtigen. Hier ein kleine Aufzählung der angesprochenen Preiserhöhungen:

Parkgebühren

Bisher war die Benutzung des großen Parkplatzes direkt an der Meistersingerhalle bei Konzert- Musical- und Tanzveranstaltungen kostenfrei. Seit Januar sind pro Veranstaltung generell drei Euro Parkgebühren fällig. Auf dem etwas entfernteren kleinen Parkplatz wurden die Gebühren ab 1 Euro gestaffelt je nach Parkdauer.

Aus diesem Grund erreichen die Stadt auch massive Beschwerden der umliegenden Haus- und Wohnungsbesitzer sowie der Mieter. Besucher der Meistersingerhalle parken seit Januar reihum die kleinen Anliegerstraßen in der Umgebung zu.

Grundsteuer

Für alle Grundbesitzer wurde die Grundsteuer ab 1. Januar 2005 von 410 auf 490 Punkte erhöht, was insgesamt eine Erhöhung um 19 Prozent bedeutet. Auch Mieter sind von dieser Erhöhung betroffen, denn die Vermieter dürfen die höhere Steuerbelastung über die Miete anteilig weitergeben.

Zweitwohnungssteuer

Mieter, die in Nürnberg bisher nur ihren Zweitwohnsitz angemeldet haben, werden nochmals zur Kasse gebeten. Ab Jahresbeginn wurde auch eine Zweitwohnungssteuer erhoben. Diese beträgt zehn Prozent der Kaltmiete. Bisher sind 23.000 Bürger davon betroffen, denn so viele haben ihren Zweitwohnsitz in Nürnberg angemeldet.

Müllentsorgung

Auch die Müllabfuhr in Nürnberg kostet seit Januar 2005 mehr. So hat die Stadt ihre Müllgebühren um sieben Prozent erhöht. Als Begründung wurde angegeben, die Bürger nutzen immer mehr kleinere Tonnen, dadurch würde der Personalaufwand und damit auch die Kosten steigen.

Energiekosten

Der Nürnberger Energieversorger „N-Ergie“, an dem die Stadt Nürnberg mit 60 Prozent beteiligt ist, hat den Preis der Kilowattstunde Strom um 0,51 Cent verteuert. Das Unternehmen wollte eigentlich fast das Doppelte verlangen, doch hat das Wirtschaftsministerium dieser starken Erhöhung nicht zugestimmt.

Tiergarten

Auch die Besucher des Nürnberger Tiergartens müssen tiefer in die Tasche greifen. Einzelkarten für Erwachsene kosten künftig sieben statt 6,50 Euro, die Familienkarte wurde auf 17 anstatt 15 Euro erhöht. Der Besuch des Delfinariums kostet ab Januar 4,50 anstatt vier Euro. Die Stadt Nürnberg begründet diese Erhöhung mit dem erweiterten Angebot durch die neue Eisbären und Schneelöwenanlage.

Schwimmbäder

Der Eintritt in eines der Nürnberger Schwimmbäder wird teurer. Ab 1. Januar 2005 erhöht sich der Preis für Einzelkarten um zehn oder 20 Cent, bei den 20er-Karten um einen Euro. Auch Vereine und Schulen zahlen höhere Gebühren.

Hundesteuer

Für etwa 10.000 Hundebesitzer in Nürnberg erhöht sich die Hundesteuer um zehn Prozent. Die Hunde-Abgabe verändert sich von 120 auf 132 Euro im Jahr.

Die Vorsitzenden des Nürnberg-/Fürther Tierheimes haben bereits massiv gegen diese Erhöhung protestiert, da sie befürchten, viele Nürnberger könnten sich die Tierhaltung nicht mehr leisten und würden die Hunde im Tierheim abgeben.

Öffentlicher Nahverkehr

Auch das Bus- und Bahnfahren wurde teurer. Die städtischen Verkehrsbetriebe VAG bzw. VGN haben die Preise um ca. 3,91 Prozent erhöht. Die MobiCard kostet nun 26,80 statt 25,50 Euro im Monat, das Tagesticket Plus erhöht sich auf 6,20 statt 5,90 Euro.

Quellen

  • Gewährsfrau Montegoblue

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December 25, 2004

Umwelt-TÜV ist beschlossene Sache

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Umwelt-TÜV ist beschlossene Sache

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Berlin (Deutschland), 25.12.2004 – Der deutsche Umweltschutz wird ausgebaut. Der bereits lange erwartete Umwelt-TÜV ist beschlossene Sache. Entgegen bisherigen Gepflogenheiten ist es künftig gesetzlich vorgeschrieben, bei Planungsverfahren für Bauvorhaben bereits im Anfangsstadium die Maßnahmen auf eventuelle Schäden für Menschen oder Natur zu überprüfen. Betroffen ist davon der Gebäude- und Straßenbau, ebenso wie Bauten zur Müllentsorgung. Damit wird bundesweit der Umweltschutz bei Neubauten zur Pflicht.

Das Gesetz für die Einführung des Umwelt-TÜVs wurde in dieser Woche im Bundestag mit den Stimmen von Rot-Grün beschlossen. Bürger und Verbände deutscher Städte haben dadurch mehr Mitspracherechte im Baubereich, deren Beteiligungsrechte an Bauvorhaben gestärkt werden. Abgelehnt wurde das Gesetz von den Abgeordneten der Union mit der Begründung, es würde eine ungerechtfertigte Überregulierung im Bauwesen hervorrufen und eine Belastung des Wirtschaftsstandortes Deutschand bedeuten. Wann das Gesetz in Kraft tritt wurde noch nicht bekannt gegeben.

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