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October 5, 2011

Experten rätseln: Die Killeralge Caulerpa taxifolia verschwindet aus dem Mittelmeer

Experten rätseln: Die Killeralge Caulerpa taxifolia verschwindet aus dem Mittelmeer

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Veröffentlicht: 06:27, 5. Okt. 2011 (CEST)
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Caulerpa taxifolia

Mittelmeer, 05.10.2011 – 1984 wurde die Alge erstmals vor Monaco entdeckt. Seitdem warnen Wissenschaftler vor einer Gefährdung des Ökosystems. Alle Bekämpfungsmaßnamen liefen ins Leere. Nun verschwindet Caulerpa taxifolia von alleine.

Bis ins Jahr 2004 breitete sich die Alge extrem im Mittelmeer aus. Seitdem verringern sich die Bestände extrem. An manchen Stellen ist das Mittelmeer wieder algenfrei, an den meisten anderen sind die Bestände der Alge um 50 bis 80 Prozent zurückgegangen. Der Vorgang ist für die Wissenschaft unerklärlich. Sie hatte mit Horrorszenarien im Mittelmeer gerechnet.

Natürliche Feinde hat die Alge im Mittelmeer nicht. Angestammte Arten wurden von ihr verdrängt, für diese blieben zu wenig Licht und Nährstoffe. Hypothesen über den Rückgang wurden aufgestellt, Temperaturschwankungen, eine Auslaugung des Meeresgrundes oder genetische Veränderungen, nichts erwies sich als tragfähige Erklärung. Anscheinend hat die Natur ein eigenes Mittel gefunden.

Alexandre Meinesz vom Umweltlabor der Mittelmeerküste (LEML) hält die Gefahr für noch nicht gebannt. Jederzeit könne sich die Alge wieder ausbreiten. Er spricht von einer „Globalisierung der Meere“ und meint damit das Einschleppen fremder Arten durch Schiffe.

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May 8, 2008

WWF mahnt zu vermehrten Anstrengungen zur Erhaltung der Artenvielfalt in Deutschland

WWF mahnt zu vermehrten Anstrengungen zur Erhaltung der Artenvielfalt in Deutschland

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Veröffentlicht: 22:28, 8. Mai 2008 (CEST)
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Nabu-Biotop im Erkelenzer Wahnenbusch

Frankfurt am Main (Deutschland), 08.05.2008 – Anlässlich des Umweltgipfels der Vereinten Nationen zum „Übereinkommen über die biologische Vielfalt“ (CBD), der vom 19. bis 30. Mai in Bonn stattfinden wird, legte der WWF (World Wide Fund For Nature) gestern eine neue Studie unter dem Titel „Naturschutz in Deutschland. Schutzgebiete und das Biodiversitätsziel 2010“ zur Situation in Deutschland vor. Darin zieht der renommierte Tierschutzverband eine negative Bilanz der Anstrengungen zum Schutz der Arten in Deutschland. Der Studie zufolge „ist die Zahl der bedrohten Biotope trotz aller Schutzbemühungen zwischen 1994 bis 2006 von 68,7 auf 72,5 Prozent gestiegen“. Die Hälfte aller Biotope in Deutschland sei langfristig bedroht.

Der Umwelt- und Tierschutzpolitik in Deutschland stellt der WWF ein schlechtes Zeugnis aus. Diese Politik habe zwar in den letzten Jahrzehnten für eine beeindruckende Zahl von ausgewiesenen Naturschutz- und Landschaftsschutzgebieten gesorgt, die über 7.000 Landschaftsschutzgebiete und knapp 100 großen Naturparks in Deutschland seien jedoch nahezu wirkungslos. Auch die 14 Nationalparks erreichten nicht alle die international gültigen Standards. Diese sehen vor, die darin befindlichen Flächen zu mindestens drei Viertel sich selbst zu überlassen. Dieses Kriterium sei jedoch nur in jedem vierten Nationalpark erreicht worden.

Seeadler am Greifswalder Bodden

Es gebe jedoch, so der WWF, auch einige Erfolge bei einzelnen bedrohten Tierarten zu verzeichnen. Die Situation der zuvor als stark bedroht geltenden Seeadler, Kraniche, Biber und Seehunde habe sich entspannt. Erfreulich sei auch die Rückkehr des Wolfes in Deutschland. Andererseits wird die Rote Liste der bedrohten Arten in Deutschland immer länger. Diese enthält inzwischen 39 Prozent aller bislang überhaupt untersuchten Arten, insgesamt 16.306 Tier- und Pflanzenarten. Nach Expertenschätzungen ist jede dritte Tierart vom Aussterben bedroht.

Wenn es Deutschland ernst meine mit seinen ehrgeizigen Naturschutzzielen, müssten zunächst bestimmte Industrieprojekte umgehend gestoppt werden, fordert der WWF. Dazu gehörten neue Ölbohrungen im Nationalpark Wattenmeer, der Bau eines Kohlekraftwerks am Rande des FFH-Gebietes Greifswalder Bodden und die Zerstörung geschützter Flusslandschaften in Elbe, Weser und Ems.

Weißdornblüten

Die Umweltminister der Länder und des Bundes setzten am Mittwoch bei ihrem Treffen zur Vorbereitung des UN-Umweltgipfels die Frage des Artenschutzes auf ihre Tagesordnung. Laut Bundesumweltminister Sigmar Gabriel (SPD) gehe es, um „harte ökonomische Fragen“. So sei die pharmazeutische Industrie von der natürlichen Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten abhängig, weil neue Medikamente auf der Basis natürlich vorkommender Wirkstoffe entwickelt würden. Die Bedrohung der weltweiten Fischbestände ist nach den Worten Gabriels ein Problem der Welternährung. Gabriel wies darauf hin, dass ab dem Jahr 2050 kein kommerzieller Fischfang mehr möglich sei, wenn die dramatische Abnahme der Bestände nicht gestoppt werde.

„Biofrankfurt“, ein Zusammenschluss von zwölf Instituten des Forschungs-, Bildungs- und Naturschutzsektors weist darauf hin, dass weltweit jede fünfte Pflanzenart als Heilpflanze in Frage komme. Insgesamt gebe es auf der Erde etwa 80.000 Heilpflanzen. Die Erhaltung der Pflanzenvielfalt sei eine globale Herausforderung. Die Zahl der vom Aussterben bedrohten Blüten- und Farnpflanzen beziffert das Netzwerk mit 15.000. Die medizinische Behandlung der Bevölkerung in den Ländern Afrikas sei zudem zum großen Teil direkt auf pflanzliche Wirkstoffe angewiesen. So werde in Burkina Faso jede dritte Pflanze medizinisch nutzbar gemacht. In Deutschland gehören Johanniskraut, Baldrian, Schlüsselblume und Weißdorn zu den am häufigsten verwendeten Naturheilkräutern.

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April 16, 2008

Der älteste Baum ist eine Fichte, steht in Schweden und ist fast 10.000 Jahre alt

Der älteste Baum ist eine Fichte, steht in Schweden und ist fast 10.000 Jahre alt

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Veröffentlicht: 22:11, 16. Apr. 2008 (CEST)
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Schweden, 16.04.2008 – Aus Schweden wird ein neuer spektakulärer Weltrekord gemeldet: Der älteste lebende Baum der Welt soll dort stehen. Es handelt sich um eine Fichte, deren Alter mit Hilfe der 14C-Methode auf 9.550 Jahre bestimmt werden konnte. Das teilte die Universität Umeå mit. Die 14C-Datierung ist eine spezielle Altersbestimmungsmethode, die sich die Zerfallsrate des radioaktiven Kohlenstoff-14-Isotops (14C) zunutze macht.

Bisher galten einige Grannen-Kiefern in den White Mountains in Kalifornien als die ältesten Bäume der Erde, deren Alter auf vier- bis fünftausend Jahre geschätzt wird.

Als die ältesten Bäume Deutschlands gelten unter anderem einige tausendjährige Eichen. Einer der ältesten Bäume soll die Linde von Schenklengsfeld sein. Ihr Alter wird auf 600 bis 1000 Jahre geschätzt.

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February 26, 2008

Spitzbergen: Größte Samenbank der Welt wird eröffnet

Spitzbergen: Größte Samenbank der Welt wird eröffnet

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Veröffentlicht: 15:52, 26. Feb. 2008 (CET)
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Longyearbyen

Longyearbyen (Norwegen), 26.02.2008 – In der Nähe des kleinen Flughafens Longyearbyen auf der norwegischen Insel Spitzbergen, nur 800 Kilometer vom Nordpol entfernt, wird heute „der wichtigste Kühlschrank der Welt“, eine Saatgutbank mit Platz für 4,5 Millionen Samenproben von Nutz- und Kulturpflanzen, seiner Bestimmung übergeben. Zur feierlichen Eröffnung dieser größten Saatgutbank der Welt haben EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso, der norwegische Regierungschef Jens Stoltenberg und die kenianische Friedensnobelpreisträgerin Wangari Muta Maathai ihr Kommen angekündigt.

Die auf Spitzbergen eingelagerten Vorräte sollen unter anderem sicherstellen, dass auch nach globalen Naturkatastrophen oder Kriegen noch Samen für den Anbau von Nutzpflanzen zur Verfügung stehen. Der norwegische Landwirtschaftsminister Terje Riis-Johansen bezeichnete das Projekt als „eine moderne Arche Noah“, das in erster Linie jedoch der Bewahrung der Artenvielfalt für zukünftige Generationen dienen soll. Von den vor 80 Jahren in Mexiko angebauten Maissorten beispielsweise gebe es heute nur noch 20 Prozent, sagt der Genforscher und Projektleiter Ola Westengen.

Um die Samen sicher zu lagern, wurde 130 Meter über dem Meeresspiegel ein 120 Meter langer Tunnel durch den Permafrostboden in einen Berg gebohrt. Der Gang führt zu drei sechs Meter hohen Hallen, die auf eine konstante Temperatur von -18 Grad Celsius gekühlt werden. Bei dieser Temperatur ist das eingelagerte Saatgut auch nach vielen hundert Jahren noch keimfähig. Erste Samenproben sind bereits an ihrem Bestimmungsort eingetroffen. Aus dem nigerianischen Internationalen Institut für Tropfen-Landwirtschaft kamen 20 Kisten mit 7.000 Samenproben, die aus 36 afrikanischen Ländern stammen. Auf den Philippinen wurden Proben von 70.000 verschiedenen Reissorten gesammelt, die nun nach Spitzbergen geschickt werden sollen. Auch ein Teil der insgesamt über 10.000 Samenproben aus Deutschland ist bereits auf Spitzbergen angekommen. Unter diesen bisher 2.589 Proben, die das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung Gatersleben (IPK) gesammelt hat, befinden sich Samen von Bohnen, Kichererbsen, Hafer, Gerste und Weizen. Insgesamt wollen sich 175 Länder der Welt an dem Projekt beteiligen, für dessen Realisierung die norwegische Regierung bisher rund 50 Millionen Kronen (6,3 Millionen Euro) aufgewandt hat. Die laufenden Kosten werden von Norwegen und den Vereinten Nationen getragen.

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June 25, 2006

Saatgutbunker auf norwegischer Inselgruppe

Saatgutbunker auf norwegischer Inselgruppe

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Artikelstatus: Fertig 20:44, 25. Jun. 2006 (CEST)
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Luftbild von Spitzbergen

Longyearbyen (Norwegen), 25.06.2006 – Auf der norwegischen Insel Spitzbergen, die Teil der Svalbard-Inselgruppe ist, wurde am 19. Juni der Grundstein für eine katastrophensichere Genbank gelegt. Im „Svalbard International Seed Vault“ soll das Erbgut von drei Millionen Pflanzensorten vor der Zerstörung geschützt und für die landwirtschaftliche Nutzung gesichert werden. Der Bunker wird in einen Berg hinein gebaut, dicke Betonmauern, Sicherheitstüren mit Luftschleusen und das arktische Permafrostklima sollen Schutz gegen Schädlingsbefall, Verunreinigung durch genetisch veränderte Pflanzen und sogar nukleare Verseuchung bieten. Die Baukosten für das Projekt werden sich auf drei Millionen US-Dollar belaufen, gezahlt von der norwegischen Regierung. An den laufenden Kosten sollen sich später der Global Crop Diversity Trust sowie mehrere Agrarkonzerne beteiligen.

Bisher gibt es weltweit etwa 1.400 Genbanken, von denen viele jedoch auf Grund ihrer tropischen Lage keinen ausfallsicheren Schutz bieten – bei einem Stromausfall wäre die wichtige Kühlung nicht mehr gewährleistet. Der Bedarf für eine sichere Genbank ist groß, in den letzten Jahren bedrohen weitläufige Schädlingsepidemien und Krankheiten wichtige Kulturpflanzen wie Weizen und Kartoffeln. Auch die Vermischung mit gentechnisch manipulierten Pflanzensorten stellt nach einem Bericht der Konsultativgruppe für internationale Agrarforschung (CGIAR) von 2004 eine große Bedrohung dar. Hier sind vor allem Mais, Raps, Reis und Baumwolle betroffen.

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May 27, 2005

Forscherteam: Globale Erwärmung nicht zu stoppen

Forscherteam: Globale Erwärmung nicht zu stoppen

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Kapstadt (Südafrika), 27.05.2005 – Auch wenn die Treibhaus-Emissionen spürbar beschränkt werden, ist die globale Erwärmung des Klimas auf der Erde nicht mehr aufzuhalten. Für die Pflanzenwelt hat dies besonders gravierende Folgen. Zu dieser alarmierenden Erkenntnis gelangte ein internationales Forscherteam mit französischen, portugiesischen, britischen und schwedischen Mitarbeitern.

Nach Einschätzung des Forscherteams ist mehr als die Hälfte der Pflanzen in Europa durch den Klimawandel gefährdet. Selbst bei den strengsten Maßnahmen gegen eine Zunahme der Treibhausgase hätte die Erderwärmung „schwerwiegende Auswirkungen“, erklärte Sandra Lavorel vom Forschungsinstitut für alpine Ökologie in Grenoble.

Das Forscherteam präsentierte seine Studie in den Berichten der US-Akademie der Wissenschaften. Zum Team gehören Wilfried Thuiller, Sandra Lavorel, Miguel B. Araújo, Martin T. Sykes und I. Colin Prentice.

In der Bergwelt Europas könnten – bei einem angenommenen Anstieg der Temperaturen zwischen 1,8 und 3,6 Kelvin – bis zum Jahr 2080 maximal 42 Prozent der Pflanzenarten verschwinden, befürchtet das Forscherteam. Die Wissenschaftler prophezeien, im Norden Europas werde man viele Pflanzenarten aus den gemäßigten Klimazonen finden, während die Mittelmeer-Flora sich nach Zentraleuropa ausdehnen werde.

Das Forscherteam wurde von dem französischen Wissenschaftler Wilfried Thuiller vom Südafrikanischen Institut für Biodiversität in Kapstadt geleitet. Es berechnete die Verteilung von 1.350 europäischen Pflanzen in sieben verschiedenen Klimaszenarien. Außerdem befasste sich das Team mit der Frage, ob die Pflanzen in günstigere Klimazonen abwandern oder nicht.

Wenn es keine solche Ortsveränderung gibt, könnten nach der Prognose des Forscherteams etwa 22 Prozent aller untersuchten Pflanzen als extrem gefährdet angesehen werden. Bis 2080 existierten bereits zwei Prozent davon nicht mehr. Günstiger sieht das Szenario aus, wenn die Pflanzen in andere Gebiete übersiedeln.

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