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March 18, 2012

Polen: 17 Verletzte eines Jugendfußball-Teams bei Busunfall

Polen: 17 Verletzte eines Jugendfußball-Teams bei Busunfall

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Veröffentlicht: 17:56, 18. Mär. 2012 (CET)
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Polnisches Polizeifahrzeug

Kromolin Stary (Polen), 18.03.2012 – Am Samstag, wenige Tage nach dem Busunglück in der Schweiz, ereignete sich an einer Kreuzung in der Nähe von Kromolin Stary in der zentralpolnischen Region Lodz erneut ein Unfall mit einem Bus. Nach ersten Berichten hatte der Fahrer beim Überholen die Kontrolle über sein Fahrzeug (Bild) verloren, nachdem er von einem Pkw touchiert wurde. Der Bus überschlug sich. 17 Jugendliche, die zu einem Fußballteam gehören, wurden zum Teil schwer verletzt.

Im Bus befanden sich 19 Personen vom Sportverein Warta Sieradz im Alter von 16 bis 18 Jahren. Sie kehrten von einem Fußballspiel zurück. Leszek Blaszczyk, der Einsatzleiter der Feuerwehr, sagte gegenüber dem Nachrichtensender TVN 24: „Dass alle überlebten, ist ein großes Glück.“ Vier der Jugendlichen sind schwer verletzt, keiner schwebt in Lebensgefahr. Neun der jungen Fußballer befanden sich auch am Sonntag noch zur Behandlung im Krankenhaus.

Unfallursache dürfte gewesen sein, dass ein Pkw, der von dem Busfahrer überholt wurde, unerwartet abbiegen wollte und dabei gegen den Bus fuhr. Der Bus kam ins Schlingern und überschlug sich schließlich zweimal. Die Straße wurde gesperrt, bei dem Rettungseinsatz kamen Hubschrauber zum Einsatz. Die Verletzen wurden auf verschiedene Krankenhäuser in der Region Lodz verteilt.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Verkehrsunfälle

Quellen[Bearbeiten]

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October 8, 2011

Polnische Polizei nimmt zwei Männer wegen der Bombenanschläge auf IKEA fest

Polnische Polizei nimmt zwei Männer wegen der Bombenanschläge auf IKEA fest

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Veröffentlicht: 21:33, 8. Okt. 2011 (CEST)
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IKEA in Tschechien (Archivaufnahme)

Polen, 08.10.2011 – In der Woiwodschaft Kujawien-Pommern ist es der polnischen Polizei gelungen, die 39-jährigen Polen Mikolaj G. und Adam K. festzunehmen. Gegen beide besteht der dringende Verdacht, das Unternehmen IKEA erpresst und als Druckmittel in mehreren Filialen Sprengkörper gezündet zu haben. Die Explosionen ereigneten sich von Mai bis September in den Filialen der schwedischen Kette in Deutschland, Belgien, Frankreich, Holland und Tschechien.

Der Chef der polnischen Ermittler Andrzej Matejuk: „Die Attentäter bereiteten ihre Taten sorgfältig vor. Sie wählten für ihre Anschläge Orte aus, die weit von Polen entfernt liegen, um nicht mit dem Land in Verbindung gebracht zu werden. Es wird wegen Gefährdung von Menschenleben und anderer Straftaten ermittelt. Es liegen erhebliche Beweise für die Schuld der Männer vor.“ Die Männer wurden dem Haftrichter vorgeführt, dieser hat für drei Monate eine Untersuchungshaft angeordnet.

Bei ihrer Festnahme hatten die beiden Polen Masken, Perücken, Laptops und Mobiltelefone bei sich. Einer der Männer soll in der Vergangenheit als Manager bei mehreren großen Unternehmen gearbeitet haben, der andere ist wegen Drogendelikten vorbestraft. Beide stammen aus der Hafenstadt Gdingen.

Zum Bau der Bomben wurden umgebaute Wecker verwendet. Am 10. Juni 2011 explodierte ein Sprengsatz der 39-Jährigen in der Dresdner IKEA-Filiale. Zwei Kunden wurden leicht verletzt.

An den Ermittlungen waren hunderte polnische Beamte und weitere Beamte aus den Ländern beteiligt, in denen die unkonventionellen Sprengvorrichtungen (USBV) gezündet worden waren.

Themenverwandte Artikel

Quellen

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March 10, 2011

Großrazzia in einer Zigarettenfabrik nahe Warschau

Großrazzia in einer Zigarettenfabrik nahe Warschau

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Veröffentlicht: 19:44, 10. Mär. 2011 (CET)
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Łazy (Polen), 10.03.2011 – Millionen Zigaretten und 50 Tonnen Tabak wurden in einer Fabrik im Ort Łazy in Polen sichergestellt. 150 Polizeibeamte unterstützt von einer Anti-Terror-Einheit waren an der Aktion beteiligt, bei der außer der Sicherstellung 32 Personen aus Polen, Bulgarien und Litauen festgenommen wurden. Auch der litauische Chef der Bande ging den Ermittlern ins Netz.

Die Ware in der Fabrik war für den westeuropäischen Markt bestimmt. Die Produktion erfolgte mit neuster Technik. Dem polnischen Staat gingen Steuereinnahmen von 25 Millionen Zloty, entspricht 6,5 Millionen Euro, verloren.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Straftaten und Ermittlungsverfahren

Quellen

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March 19, 2010

Auschwitz-Diebe zu Haftstrafen verurteilt

Veröffentlicht: Wolf-Dieter 17:33, 19. Mär. 2010 (CET)
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Schriftzug „Arbeit macht frei“

Krakau (Polen), 19.03.2010 – Drei der fünf Diebe des Schriftzugs „Arbeit macht frei“ von der Auschwitz-Gedenkstätte wurden vom Landgericht Krakau zu Freiheitsstrafen zwischen 18 und 30 Monaten verurteilt.

Das Geständnis ermöglichte es dem Gericht, dem Antrag der Angeklagten folgend, ohne Verhandlung zu einer Strafe zu gelangen.

Die Täter hatten im Dezember 2009 den Schriftzug zersägt und von dem ehemaligen nationalsozialistischen Konzentrationslager gestohlen. Der mutmaßliche Auftraggeber, ein 34 Jahre alter schwedischer ehemaliger Neonazi-Anführer, befindet sich in Stockholm in Untersuchungshaft. Die polnischen Behörden haben einen Auslieferungsantrag gegen ihn gestellt. Auch zwei weitere mutmaßliche Diebe, die Kontakt zu dem 34-Jährigen hatten, werden erst nach dessen Auslieferung angeklagt werden.

Am Tatort und im benachbarten Vernichtungslager Birkenau wurden von den Nationalsozialisten zwischen 1940 und 1945 mehr als eine Million Menschen ermordet, wovon die meisten Opfer Juden waren. Aufgrund der schweren Zwangsarbeit, die die Opfer ausführen mussten, gilt der Schriftzug als besonders zynisches Symbol für die nationalsozialistische Menschenverachtung.

[Bearbeiten] Themenverwandte Artikel

[Bearbeiten] Quellen

  • spiegel.de: „Auschwitz-Schriftzug: Gericht verurteilt drei Diebe zu Haftstrafen“ (18.03.2010)
  • dpa via focus.de: „Kriminalität: Drei Auschwitz-Diebe zu Haftstrafen verurteilt“ (18.03.2010)
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January 2, 2010

Mit Auschwitz-Diebstahl sollten möglicherweise Waffenkäufe finanziert werden

Mit Auschwitz-Diebstahl sollten möglicherweise Waffenkäufe finanziert werden

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Veröffentlicht: 18:02, 2. Jan. 2010 (CET)
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Oświęcim (Polen) / Stockholm (Schweden), 02.01.2010 – Der Diebstahl des Schriftzugs „Arbeit macht frei“ von der Auschwitz-Gedenkstätte gibt weitere Fragen auf. Spekuliert wird über einen rechtsextremistischen Hintergrund des Diebstahls. Wie die schwedische Boulevardzeitung Aftonbladet unter Berufung auf einen Informanten berichtet, wollten Neonazis angeblich mit dem Verkauf des Schildes Waffenkäufe finanzieren. Andere Medien halten jedoch den Informanten der Zeitung für unglaubwürdig und die Behauptungen für spekulativ.

Ein europäischer Auftraggeber soll nach polnischen Quellen die Gedenkstätte ausgekundschaftet haben. Der polnische Fernsehsender TVP1 macht schwedische Neonazis verantwortlich für den Diebstahl. Ein Sprecher des schwedischen Geheimdiensts Säkerhetspolisen bestätigte lediglich, dass Untersuchungen über mögliche Anschläge auf das Parlamentsgebäude in Stockholm, das Außenministerium und das Haus des Ministerpräsidenten Frederik Reinfeldt stattfänden. Ob es einen Zusammenhang zu dem Diebstahl in Auschwitz gebe, wurde weder bestätigt noch dementiert.

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December 21, 2009

Gedenkstätte Auschwitz: Gestohlener Schriftzug „Arbeit macht frei“ wiedergefunden

Gedenkstätte Auschwitz: Gestohlener Schriftzug „Arbeit macht frei“ wiedergefunden

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Veröffentlicht: 21:39, 21. Dez. 2009 (CET)
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„Arbeit macht frei“ in Auschwitz I

Oświęcim (Polen), 21.12.2009 – Nachdem vor wenigen Tagen der Schriftzug „Arbeit macht frei“ vom ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz entwendet worden war, hat die Polizei diesen wiedergefunden. Fünf Verdächtige wurden festgenommen.

Bei den Tätern handelt es sich nach Polizeiangaben nicht um Rechtsradikale, jedoch sei es nicht auszuschließen, dass ein rechtsgerichteter Sammler den Auftrag zu dem Diebstahl erteilt habe.

Der Schriftzug war von den Tätern in drei Teile zerlegt und vergraben worden. Die Verdächtigen halfen der Polizei beim Auffinden des Verstecks, so dass der Schriftzug vor dem 65. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 wieder angebracht werden kann. Die Tat sorgte weltweit für Empörung.

Zwischen 1939 und 1945 wurden in Auschwitz ungefähr 1,1 Millionen Menschen ermordet, davon eine Million Juden.

Themenverwandte Artikel

  • Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau: Was geschieht nach dem Tod des letzten Überlebenden? (10.02.2009)

Quellen

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September 21, 2008

Polen: Premier Tusk will Kastration von Pädophilen ermöglichen

Polen: Premier Tusk will Kastration von Pädophilen ermöglichen

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Veröffentlicht: 21:00, 21. Sep. 2008 (CEST)
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Warschau (Polen), 21.09.2008 – Die liberale Regierung Polens arbeitet an einem Gesetz, das die chemische Kastration von verurteilten Pädophilen, also Straftätern, die sich des sexuellen Missbrauchs von Kindern schuldig gemacht haben, erlaubt. Dieser Gesetzesentwurf soll in den nächsten Wochen vorgestellt werden. Angedacht ist nach den Worten von Premier Tusk auch eine Pflichtbehandlung für Sexualstraftäter nach der Haftentlassung; dafür sei eine Heilanstalt für Pädophile geplant, so wie sie auch für Alkohol- und Drogensüchtige angewandt werde. Der Premier will ein Absicherungssystem für den Opferschutz.

Premier Donald Tusk sieht keinen Widerspruch zu den Menschenrechten, da es sich bei den Tätern lediglich um „Kreaturen handele“. Die Basler Zeitung zitiert Tusk mit den Worten: „Ich glaube nicht, dass man solche Individuen – solche Kreaturen – Menschen nennen kann. Darum kann man in diesem Fall auch nicht mit Menschenrechten argumentieren“. Verfassungsrechtler sehen in diesem Gesetz, das quer durch alle Parteien Polens von Links bis Rechts breiten Zuspruch findet, einen Verfassungsbruch. Ärztliche Behandlung gegen den Willen des Patienten ist nach internationalem Recht nicht erlaubt, auch nach der Verfassung Polens nicht. In der polnischen Öffentlichkeit wird der Vorschlag Tusks jedoch durchaus kontrovers diskutiert. So warnte der polnische Moralphilosoph Pawel Lukow gegenüber der polnischen Nachrichtenagentur PAP, Zwangskastration sei ein „Akt der Rache“. Nach diesem Prinzip könne man Dieben auch Hände abhacken.

Der Anlass für diesen Gesetzesentwurf dürfte der kürzlich bekannt gewordene Fall von Inzest sein, in dem ein Vater seine heute 21-jährige Tochter jahrelang einsperrte. Die Frau hat zwei Kinder von ihm.

In dieser Form wäre das Gesetz, wenn es in Kraft treten würde, weltweit einzigartig und das härteste Europas. Allerdings steht Tusk mit seinem Vorschlag innerhalb Europas nicht allein. In Frankreich, Schweden und Italien gibt es eine Behandlung mit Medikamenten für Sexualstraftäter, allerdings nur mit deren Einverständnis. In der Schweiz dürfen „dauerhaft urteilsunfähige Personen“ seit 2005 in Ausnahmefällen gegen ihren Willen sterilisiert werden. Aber auch in anderen europäischen Ländern wird die Möglichkeit der chemischen Kastration rechtskräftig verurteilter Pädophiler immer mal wieder diskutiert. In Frankreich unternahm der französische Staatspräsident Nicolas Sarkozy zuletzt im August des vergangenen Jahres einen entsprechenden Vorstoß. Und im Februar 2008 äußerte sich in Italien der Rechtspopulist Gianfranco Fini in ähnlicher Weise. Fini wörtlich: „Pädophile sind kranke Menschen. Es genügt nicht, die Strafen zu verschärfen. Eine Therapie ist notwendig: die chemische Kastration.“ In Spanien ist ein entsprechendes Gesetzgebungsverfahren bereits eingeleitet worden. Darüber soll im Herbst dieses Jahres entschieden werden. Auch im österreichischen Parlament unternahm die rechtspopulistische BZÖ einen Vorstoß zur Verschärfung des Sexualstrafrechts. Der der FPÖ angehörende Abgeordnete Leopold Mayerhofer brachte anlässlich dieser Debatte im Oktober 2007 einen Entschließungsantrag in das Parlament ein, in dem er „die chemische Kastration von Sexualstraftätern auch ohne deren Zustimmung“ forderte. Der FPÖ-Antrag wurde jedoch von der Parlamentsmehrheit abgelehnt.

Der Aufsehen erregende polnische Gesetzentwurf kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Regierung in einem Umfragetief steckt. Nach 300 Tagen Amtszeit sind nur 38 Prozent der Bevölkerung mit der Amtsführung der Regierung Tusks zufrieden.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Gesetzgebung
  • Portal:Polen

Quellen

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July 21, 2006

Warschau: Ermittlungsverfahren gegen „taz“-Redakteur eingeleitet

Warschau: Ermittlungsverfahren gegen „taz“-Redakteur eingeleitet

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Artikelstatus: Fertig 19:47, 21. Jul. 2006 (CEST)
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Warschau (Polen), 21.07.2006 – Im Fall einer „taz“-Satire, in der der polnische Staatspräsident Lech Kaczyński mit einer Kartoffel verglichen worden war, hat die Warschauer Staatsanwaltschaft heute ein Ermittlungsverfahren wegen Beleidigung gegen den „taz“-Autor Peter Köhler eröffnet.

Die Staatsanwaltschaft beruft sich dabei auf Artikel 135, Paragraph 2 des polnischen Strafrechts, wonach eine Beleidigung des Staatspräsidenten mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden könnte. Die „taz“-Satire hatte die deutsch-polnischen Beziehungen belastet, weil der polnische Staatspräsident nach dem Erscheinen des Artikels von der deutschen Bundesregierung „Konsequenzen“ gegen die „taz“ gefordert hatte. Im polnischen Rundfunk meldete sich der polnische Präsident Lech Kaczyński erneut über den Vorgang zu Wort. Mit dem Artikel seien „alle Grenzen überschritten“ worden. Außerdem kenne er „keinen vergleichbaren Angriff auf Politiker und ihre Familien“. Wegen der in Deutschland üblichen Praxis, eigene Staatsbürger nicht an das Ausland auszuliefern, wird in der polnischen Presse jetzt darüber spekuliert, ob der verantwortliche Redakteur möglicherweise per europäischem oder internationalem Haftbefehl nach Polen überführt werden könnte.

Das neue Europäische Haftbefehlsgesetz (EuHbG), das erst in einigen Wochen in Kraft tritt, lässt jedoch eine Auslieferung nur dann zu, wenn das Delikt in beiden Staaten strafbar ist. Im Falle der „taz“-Satire hat die deutsche Bundesregierung bereits deutlich gemacht, dass sie keinen juristischen Handlungsbedarf sieht.

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July 15, 2006

Deutsch-polnischer „Kartoffelkrieg“ geht in die nächste Runde

Deutsch-polnischer „Kartoffelkrieg“ geht in die nächste Runde

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Artikelstatus: Fertig 22:07, 15. Jul. 2006 (CEST)
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Warschau (Polen), 15.07.2006 – Im Falle der in der taz erschienenen Satire „Polens neue Kartoffel. Schurken, die die Welt regieren wollen“ über den polnischen Staatspräsidenten Lech Kaczyński ermittelt jetzt die Warschauer Staatsanwaltschaft wegen Beleidigung. In Polen gilt Beleidigung als Straftatbestand und kann mit bis zu zwei Jahren Haft (lt. AFP drei Jahren) bestraft werden. Die eingeleiteten Vorermittlungen könnten dann zu einer Anklageerhebung führen.

Der Fraktionsvorsitzende der Regierungspartei Recht und Gerechtigkeit (PiS) im polnischen Sejm, Przemyslaw Gosiewski, hatte bereits einen internationalen Haftbefehl gegen den Autor der taz-Satire gefordert. Nachdem der taz-Artikel auch auf der Internetseite des polnischen Außenministeriums in polnischer Übersetzung erschienen war, trat der Sprecher des Außenministeriums zurück. Ein Zusammenhang des Rücktritts mit der taz-Satire wurde jedoch ausdrücklich dementiert. Die Internetseite ist inzwischen nicht mehr frei zugänglich, was die Opposition zu der Vermutung veranlasste, hier werde Zensur ausgeübt: „Sie wurde zu dem Zeitpunkt vorgenommen, als ein für die Regierung unangenehmer Artikel erschien“, sagte der SLD-Generalsekretär Grzegorz Napieralski. Scharfe Töne waren auch von polnischen Medien über die deutsche Presselandschaft zu hören. Die überregionale Tageszeitung „Nasz Dziennik“ warf den deutschen Journalisten eine feindselige Berichterstattung vor, seitdem die Brüder Kaczynski sich geweigert hätten, Zugeständnisse an die deutsche Politik zu machen. Und die deutschen Journalisten hätten sich daran gewöhnt, „dass man die Polen ungestraft beleidigen darf“.

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