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March 28, 2011

Todesstrafe: Bilanz der Menschenrechtsorganisation Amnesty International

Todesstrafe: Bilanz der Menschenrechtsorganisation Amnesty International

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Veröffentlicht: 21:54, 28. Mär. 2011 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 28.03.2011 – Im Jahr 2010 wurden in 23 Ländern mindestens 527 Todesstrafen vollstreckt, bei mehr als 2.000 Menschen lautete das Urteil „Todesstrafe“, 17.833 Personen warten weltweit auf die Vollstreckung. Hinrichtungen in China werden von Amnesty International (AI) nicht in die Statistik aufgenommen, halbwegs gesichertes Zahlenmaterial ist nicht zu erlangen. AI geht davon aus, dass in China mehr Hinrichtungen stattfinden, als in jedem anderen Land, die Zahl dürfte deutlich über den weltweit bekanntgewordenen 527 Vollstreckungen liegen. Auch für Singapur und Vietnam liegen keine belastbaren Zahlen vor, in beiden Ländern wird von jeweils mehr als einem vollstreckten Todesurteil ausgegangen.

Hinrichtungen 2010
Land Hinrichtungen
Volksrepublik China 1.000
Iran 252
Nordkorea 60
Jemen 53
Vereinigte Staaten 46
Saudi-Arabien 27
Libyen 18
Syrien 17
Bangladesch 9
Somalia 8
Sudan 6
Palästinensische Autonomiegebiete 5
Taiwan 4
Guinea 4
Ägypten 4
Japan 2
Weißrussland 2
Irak 1
Bahrain 1
Botsuana 1
Quelle: Amnesty International

Hinweis: Bei dem Zeichen wird von höheren Zahlen ausgegangen.

Im Bericht von AI wird festgestellt, dass die Zahl der Länder weiter abgenommen hat, in denen Todesstrafen verhängt oder vollstreckt werden. Getötet wird mit der Giftspritze, dem Schwert, durch Kugeln aus Gewehren, in Gaskammern, am Galgen und auf dem elektrischen Stuhl. Im Iran droht Ehebrechern die Steinigung; der Staat schreibt dabei vor, wie weit das Opfer eingegraben wird: Männer bis zur Hüfte, Frauen bis zum Hals.

Laut amnesty international hat die Todesstrafe keinerlei präventive Wirkung. Als Beleg wird auf das Beispiel Kanada verwiesen. In diesem Land gingen die Morde nach Abschaffung der Todesstrafe in den 1970-er Jahren zurück, so ein AI-Sprecher. In Europa ist Weißrussland der einzige Staat, in dem die Todesstrafe verhängt wird.

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December 26, 2005

Kabul: Entführer der Italienerin Cantoni zum Tode verurteilt

Kabul: Entführer der Italienerin Cantoni zum Tode verurteilt

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Artikelstatus: Fertig 22:02, 26. Dez. 2005 (CET)
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Kabul (Afghanistan) / Rom (Italien), 26.12.2005 – Ein halbes Jahr nach der Freilassung der italienischen CARE-Mitarbeiterin Clementina Cantonis (am 09.07.2005) hat am vergangenen Donnerstag ein Gericht in Afghanistan das Urteil über die Entführer gesprochen. Die zwei Männer wurden zum Tode verurteilt. Die Männer, die dem Urteil zufolge auch den Sohn eines afghanischen Geschäftsmannes ermordet haben sollen, wollen gegen das Urteil Berufung einlegen. Ein weiterer Angeklagter erhielt eine Gefängnisstrafe von 20 Jahren.

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November 2, 2005

Singapur: 25-jähriger Australier soll wegen Drogenschmuggels hingerichtet werden

Singapur: 25-jähriger Australier soll wegen Drogenschmuggels hingerichtet werden

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Singapur / Melbourne (Australien), 02.11.2005 – Wird der 25-jährige Van Tuong Nguyen diesen Freitag offiziell gehängt? Singapurs Präsident Sellapan Rama Nathan hatte am 21. Oktober das letzte Gnadengesuch des Australiers vietnamesischer Abstammung abgelehnt, nachdem ein Gericht ihn am 20. März dieses Jahres zum Tod verurteilte. Laut der Verfassung von Singapur ist es durchaus möglich, einen zum Tode Verurteilten zu verschonen, wenn er der Polizei hilft, eventuelle Hintermänner zu verhaften. Die australischen Behörden haben nach der Verhaftung Ermittlungen angestellt und versucht, die Regierung in Singapur von der Strafe abzubringen – bisher ohne Erfolg.

Der junge Mann wurde im Dezember 2002 mit fast 400 Gramm Heroin auf dem Singapore Changi Airport festgenommen, als er von Kambodscha auf dem Weg zurück nach Australien war. Nun muss er die Todesstrafe fürchten. Er gab an die Drogen zu schmuggeln, um seinem verschuldeten Zwillingsbruder zu helfen. Nguyen Tuong Van ist seit 1993 wieder der erste australische Staatsangehörige, der wegen Vergehen in dem asiatischen Stadtstaat hingerichtet werden soll. Seit 1991 wurden über 400 Menschen hingerichtet, größtenteils wegen Drogendelikten. Mengen ab 15 Gramm der Droge werden gewöhnlich mit dem Tod bestraft, wie es das Gesetz „Misuse of Drugs Act“ empfiehlt. Erst im Frühjahr diese Jahres kam es in der Öffentlichkeit von Singapur zu Diskussionen, als Shanmugam Murugesu wegen Besitzes von mindestens einem Kilogramm Cannabis hingerichtet werden sollte. Am 15. Mai wurde das Urteil ungeachtet der Proteste vollstreckt. Hinrichtungen finden in Singapur im Allgemeinen freitags statt.

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April 6, 2005

Amnesty international prangert Hinrichtungen in China an

Amnesty international prangert Hinrichtungen in China an

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Berlin (Deutschland), 06.04.2005 – Die Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) hat eine Statistik zur Todesstrafe für das Jahr 2004 veröffentlicht. Daraus geht hervor, dass im vergangenen Jahr so viele Menschen wie noch nie in den vergangenen 25 Jahren hingerichtet wurden. Mit geschätzten 3.400 vollstreckten Todesurteilen führt China die Statistik von „ai“ an.

Weil in China keine offizielle Zahl der vollstreckten Todesurteile veröffentlicht wird, basiert die Zahl, die ai angibt, auf chinesischen Berichten, die in Zeitungen oder im Internet zu lesen waren. Möglicherweise liege die Zahl noch deutlich höher. Im Bericht der Menchenrechtsorganisation wird ein Delegierter des Nationalen Volkskongress im März 2004 mit den Worten zitiert, in China würden jährlich fast 10.000 Menschen hingerichtet.

Weltweit wurden 2004 laut ai-Statistik mindestens 3.797 Menschen hingerichtet und 7.395 Todesurteile gesprochen. Ähnlich wie in den vergangenen Jahren wurden in vier Ländern besonders viele Todesurteile vollstreckt, darunter befinden sich China (mindestens 3.400), Iran (mindestens 159), Vietnam (mindestens 64) und die USA (59), die meisten davon (23) im Bundesstaat Texas.

In 84 Ländern wurde die Todesstrafe für jede Art von Verbrechen abgeschafft (Stand 2004). Im vergangenen Jahr schafften Bhutan, Griechenland, Samoa, Senegal und die Türkei die Todesstrafe vollständig ab. In weiteren Ländern gibt es bei der Todesstrafe Memoranden oder bestimmte Ausnahmen.

Amnesty international begrüßt im Bericht die Entscheidung des Obersten Gerichts der USA vom März 2005, wonach die Todesstrafe für Minderjährige abgeschafft wurde. Die Organisation fordert die UN-Menschenrechtskommission auf, einen klaren Beschluss gegen die Todesstrafe bei Minderjährigen zu fassen.

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