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May 10, 2007

Beste Hauptschule Deutschlands liegt im Sauerland

Artikelstatus: Fertig 21:13, 10. Mai 2007 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 10.05.2007 – Einen Preis als beste Hauptschule Deutschlands erhielt die Möhnesee-Schule in Körbecke, einem Ortsteil der Gemeinde Möhnesee im Sauerland. Ihr umfassendes Konzept zur Berufsorientierung, in dessen Rahmen die Schüler schon ab der fünften Klasse durch Information, Beratung, Praktika und zahlreiche andere Maßnahmen an die Berufswelt herangeführt werden, überzeugte die Jury, die über die Vergabe des deutschen Hauptschulpreises 2007 zu entscheiden hatte, so dass sie die Möhnesee-Schule unter den mehr als 500 teilnehmenden Schulen auf den ersten Platz wählte.

Den zweiten Platz belegte die Hauptschule Weinbergerstraße in Neumarkt/Bayern und auf Platz drei landete die Grund- und Hauptschule Schafflund in Schleswig-Holstein. Bei der Preisübergabe am 10. Mai in Berlin fand Bundespräsident Horst Köhler lobende Worte für die Hauptschullehrer: „Engagierte Pädagogen, die keinen Schüler verloren geben, die darauf brennen, den ihnen anvertrauten jungen Menschen etwas beizubringen und die dabei auch unter schwierigen Voraussetzungen Großartiges leisten, sind für mich Helden des Alltags.“

Um den deutschen Hauptschulpreis, der von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, der Robert-Bosch-Stiftung und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände ausgeschrieben wird, bewarben sich diesmal mehr als 500 Schulen. Der Preis ist mit insgesamt 240.000 Euro dotiert und wird seit 1999 alle zwei Jahre vergeben.

Die Bildungsgewerkschaft GEW bezeichnete die Vergabe eines Hauptschulpreises als Mittel, um von der realen Misere der Hauptschule abzulenken. Eine Schulexpertin der Gewerkschaft sagte: „Das große Engagement der Lehrerinnen und Lehrer an vielen Hauptschulen kann nicht stark genug gewürdigt werden. Wenn aber suggeriert wird, dass nur mit dem Engagement der Pädagogen ein durch und durch krankes Schulsystem gerettet werden kann, werden Lehrkräfte verhöhnt, die sich tagtäglich aufopfern und dennoch den Niedergang ihrer Schulform nicht aufhalten können.“ Die GEW verweist darauf, dass die Unzufriedenheit mit dem dreigliedrigen Schulsystem Deutschlands wachse. Das zeige die Situation in Baden-Württemberg, wo 100 Schulleitungen in einem offenen Brief an Kultusminister Helmut Rau (CDU) gegen die frühe Auslese von Kindern im herkömmlichen dreigliedrigen Schulsystem aufbegehrten. Die Schulleiter argumentieren mit empirischen Untersuchungen, die belegten, dass Begabungen im dreigliedrigen Schulsystem nicht genügend gefördert würden, weil das dreigliedrige Schulsystem die Kinder faktisch nach Herkunft und nicht nach Leistung sortiere. Die GEW fordert ein integratives Schulsystem, dass mit der Sortierung der Viertklässler in die drei Schulzweige Schluss mache.

Von den rund 7000 deutschen Schulen, an denen der Hauptschulabschluss erworben werden kann, nahmen nach GEW-Angaben 353 Schulen an dem Wettbewerb um die beste Hauptschule teil. Es konnten auch Schulen teilnehmen, die nach einem integrierten System arbeiten wie Integrierte Gesamtschulen oder verbundene Haupt-/Realschulen, die neben anderen Abschlüssen auch den Hauptschulabschluss vergeben.

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