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January 15, 2013

Somalia: Französischer Geiselbefreiungsversuch geht schief

Somalia: Französischer Geiselbefreiungsversuch geht schief

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Veröffentlicht: 11:24, 15. Jan. 2013 (CET)
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Somalia liegt am sogenannten Horn von Afrika

Mogadischu (Somalia) / Paris (Frankreich), 15.01.2013 – Der Versuch der Befreiung des französischen Geheimagenten Denis Allex, der sich seit Juli 2009 in der Gewalt der islamistischen Miliz al-Shabaab befunden haben soll, ist am vergangenen Freitag, dem 11. Januar, fehlgeschlagen. Dies bestätigte das französische Verteidigungsministerium am Samstag in Paris. Verteidungsminister Jean-Yves Le Drian sagte am Montag, aller Wahrscheinlichkeit nach sei die Geisel bei der Aktion getötet worden. „Alle Hinweise bestätigen uns in dieser Annahme“, so Le Drian. Allerdings gibt es widersprüchliche Angaben zu der Kommandoaktion.

Das 45-minütige Feuergefecht trug sich etwa einhundert Kilometer nordwestlich von Mogadischu zu. Bei der Militäraktion seien Paris zufolge zwei französische Soldaten und 17 „Terroristen“ getötet worden. Al-Schabaab behauptete über Twitter zudem, dass zahlreiche weitere französische Soldaten bei der Aktion verletzt worden seien. Zu dieser Angabe der Islamisten gibt es keine Bestätigung aus Paris. Den Islamisten zufolge sei, im Gegensatz zu den Verlautbarungen des französischen Verteidigungsministeriums, die Geisel allerdings noch am Leben. Lokale Augenzeuge sagen, dass acht unbeteiligte Zivilisten unter den Getöteten seien.

Al-Schabaab veröffentlichte nun über Twitter drei Bilder, die einen getöteten französischen Soldaten zeigen sollen. Die Bilder zeigen außer dem Leichnam auch Waffen und andere Ausrüstungsgegenstände. Ein silbernes Kreuz an einer Halskette ist deutlich zu sehen. „Die Wiederkehr der Kreuzritter. Doch auch sein Kreuz konnte ihn nicht vor dem Schwert bewahren“, twitterten die Islamisten. „François Hollande, war es das wert?“ hieß es in einem separaten Tweet. Allerdings wurde bislang noch nicht bestätigt, dass die Bilder tatsächlich einen der getöteten Franzosen zeigen.

Allex – vermutlich ein Deckname – und ein Kollege waren am 14. Juli 2009 in Mogadischu gefangengenommen und verschleppt worden. Der Kollege konnte später fliehen. Al-Schabaab will einen islamistischen Staat in Somalia errichten und beherrscht vor allem Teile des Südens des Landes. Das letzte Lebenszeichen des mutmaßlichen Agenten des Auslandsgeheimdiensts DGSE stammt vom letzten Herbst; in einem Video übermittelte der Franzose die Forderung der Islamisten unter anderem danach, dass Frankreich seine Unterstützung der Mission der Afrikanischen Union in Somalia einstellen solle und diese Friedenstruppen abgezogen werden sollten.

Die französische Militäraktion sei von den US-Streitkräften technisch unterstützt worden, bestätigte US-Präsident Barack Obama in einem Schreiben an den Kongress der Vereinigten Staaten, jedoch seien US-Soldaten nicht direkt in die Aktion involviert gewesen. „US-Kampfflugzeuge traten kurzzeitig in somalischen Luftraum ein, um die Rettungsaktion falls nötig zu unterstützen“, so Obama. Aktiv hätten US-Soldaten nicht eingegriffen, schrieb der amerikanische Präsident. US-Medien schrieben, der US-Einsatz sei erst erfolgt, als die Franzosen auf hartnäckige Gegenwehr gestoßen waren. Es ist nicht bekannt geworden, ob die Amerikaner ihren Einsatz nicht fortführten, weil die Lage dies nicht ermöglichte, oder ob von französischer Seite ein Eingreifen von US-Kräften nicht angefordert wurde.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Frankreich
  • Portal:Somalia
  • Portal:Arabische Welt

Quellen[Bearbeiten]

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June 13, 2011

Somalia: Bombenanschlag tötet Innenminister

Somalia: Bombenanschlag tötet Innenminister

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Veröffentlicht: 11:04, 13. Jun. 2011 (CEST)
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Karte Map Somalia.gif

Mogadischu (Somalia), 13.06.2011 – Durch die Explosion einer Bombe wurde der somalische Innenminister Abdi Schakur Hassan in seinem Haus in der somalischen Hauptstadt Mogadischu getötet. Bei dem Anschlag handelte es sich um den dritten Selbstmordanschlag in Mogadischu innerhalb von zwei Wochen. Am 9. Juni wurden durch eine Bombenexplosion im Hafen Mogadischus eine Person getötet und vier weitere verletzt. Bereits am 30. Mai hatte ein Mann durch eine Bombenexplosion zwei Soldaten der Afrikanischen Union (AU) getötet. Bei dem Angriff kamen auch zwei weitere mutmaßliche Attentäter ums Leben.

Der Kommandeur der Truppen der Afrikanischen Union, die in Somalia stationiert sind und die Übergangsregierung stützen, Generalmajor Nathan Mugisha, bezeichnete den Tod des ermordeten Innenminister als „einen traurigen und sinnlosen Verlust“. Übergangspräsident Sharif Sheikh Ahmed kündigte eine Untersuchung an.

Inzwischen hat sich die Miliz al-Shabaab zu dem Anschlag auf Abdi bekannt. Die Erklärung wurde von einer islamistischen Website verbreitet. „Durch die Gnade des allmächtigen Gottes wurde der Innenminister der abtrünnigen Regierung und [Minister] ihrer nationalen Sicherheit am Freitagnachmittag getötet… eine von den Mudschaheddin installierte Bombe explodierte in seinem Haus, genauer unter seinem Bett. Nach der Explosion wurde er ins Krankenhaus gebracht, doch nichts war übrig, nur ein verrotteter Leichnam“[1], hieß es in der Erklärung.

Nach Behördenberichten soll es sich bei der Selbstmordattentäterin um die Nichte des Innenministers handeln. Diese hatte ihren Onkel wiederholt besucht und sei deswegen nicht ausreichend kontrolliert worden. Die Teenagerin wurde durch die Explosion auf der Stelle getötet. Der Minister erlag seinen schweren Verletzung an Beinen und Unterleib im Benadir-Krankenhaus, bevor er zur weiteren Behandlung nach Kenia geflogen werden konnte.

Nach Polizeiangaben wurden zwei Verdächtige festgenommen. Einer der Verhafteten soll ein Bruder der Attentäterin sein. Bei der Explosion kamen keine weiteren Personen zu Schaden. Der Minister war eine Schlüsselfigur in den Bemühungen der Regierung, gegen die aufständische Al-Shabaab-Miliz vorzugehen. Analysten gehen deswegen davon aus, dass der Anschlag eine Vergeltungsmaßnahme war.

Die amerikanische Bundespolizei FBI gab am Donnerstag (9. Juni) bekannt, dass der Attentäter, der am 30. Mai in Mogadischu sich und zwei AU-Soldaten tötete, ein Mann aus dem US-Bundesstaat Minnesota gewesen sei. Dies habe man anhand von Fingerabdrücken festgestellt. Der 27-jährige Farah Mohamed Beledi, der nach Angaben der Tageszeitung Minneapolis-St. Paul Star Tribune ein langes Vorstrafenregister haben soll, habe die Vereinigten Staaten 2009 verlassen und sich den Islamisten angeschlossen. Beledi gehörte zu einer Gruppe von 13 Personen, denen von einer Grand Jury in Minnesota „terroristische Vergehen“ zur Last gelegt werden. Das FBI prüft noch, ob unter den beiden weiteren bei dem Attentat getöteten Angreifern andere US-Bürger waren.

Unterdessen kam es in der Hauptstadt Mogadischu und anderen Teilen des Landes zu teilweise gewaltsamen Protesten, bei denen in der Stadt nach Aussagen von Augenzeugen und Behörden fünf Personen getötet wurden. Die Demonstranten wandten sich gegen einen Kompromiss um die Verlängerung des Mandates der derzeitigen Präsidenten und des Parlaments. Der Kompromiss sieht den Rücktritt von Premierminister Mohamed Abdullahi Mohamed innerhalb von 30 Tagen vor. Die Demonstranten, unter ihnen viele Regierungssoldaten, verlangten ein Verbleiben Mohameds im Amt, da sie ihn für den einzigen ehrlichen Politiker Somalias seit Jahren hielten. Demonstriert wurde auch in Belet Hawo, einer Stadt in Grenznähe zu Kenia und in Galcaiyo, nordöstlich von Mogadischu gelegen.

Das Mandat für die derzeitige Übergangsregierung wäre normalerweise im August ausgelaufen, doch Übergangspräsident Sharif Sheikh Ahmed und Parlamentspräsident Sharif Hassan Sheikh Aden haben sich darauf geeinigt, die Mandate von Parlament und Staatspräsident zu verlängern und erst im August 2012 Wahlen auszuschreiben. Die Unterzeichnung des Abkommens erfolgte am Donnerstag in der ugandischen Hauptstadt Kampala in Anwesenheit des UN-Sondergesandten für Somalia, Augustine Mahiga. Nach Ansicht von Beobachtern behinderte der Streit zwischen den beiden Politikern (Sharif Ahmed und Aden) gegen islamistische Militante und gefährdete die erzielten militärischen Fortschritte gegen die Rebellen.

Seit dem Sturz des Diktators Mohamed Siad Barre im Jahr 1991 ist Somalia ohne wirksame Zentralregierung. Die Übergangsregierung kontrolliert mit Hilfe der Truppen der Afrikanischen Union nur Teile der Hauptstadt Mogadischus. Der Rest des Landes am Horn von Afrika wird von Kriegsherren und Milizen beherrscht. Im Norden des Landes bestehen mit Somaliland und Puntland zwei praktisch unabhängige stabilisierte Defacto-Regime. Die Mitte und der Süden Somalias stehen unter Kontrolle islamistischer Milizen.

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Quellen

Einzelnachweise

  1. Wortlaut des englischen Originals lt. Reuters: „By the grace of God Almighty, the interior minister of the apostate government and its national security (interior) minister was killed in the afternoon on Friday… a bomb exploded planted by the mujahideen inside the home, specifically under his bed. After the blast he was taken to hospital but nothing was left, only a rotten corpse.“

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August 27, 2010

Mogadischu: Attentäter stürmen Hotel, erschießen Abgeordnete

Mogadischu: Attentäter stürmen Hotel, erschießen Abgeordnete

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Veröffentlicht: 09:43, 27. Aug. 2010 (CEST)
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Somalia

Mogadischu (Somalia), 27.08.2010 – Schwerbewaffnete Attentäter haben am 24. August das Hotel Muna in der Nähe des Präsidentenpalastes im Stadtteil Elgaab in Mogadischu gestürmt und um sich geschossen. Mindestens 31 Opfer forderte der Anschlag, zu dem sich die islamistische Miliz al-Schabab bekannte. Unter den Opfern sind nach Angaben von Informationsminister Abdirahman Osman sechs Abgeordnete des somalischen Parlamentes. Zeugen berichteten, dass zwei der Attentäter, nachdem sie die im Hotel anwesenden Personen getötet hätten, auf das Dach des Gebäudes geklettert seien, wo sie sich dann in die Luft gesprengt hätten. Ein dritter Attentäter konnte verhaftet werden.

Bereits am Montag, dem 23. August, kam es in Mogadischu zu Gefechten zwischen Regierungstruppen und Anhängern der al-Schabab. Der Leiter des städtischen Ambulanzdienstes Mogadischus, Ali Muse, teilte der Presse mit, dass bei diesen Kämpfen mindestens 40 Zivilisten getötet und 130 weitere verletzt worden seien. Amtliche Stellen nannten 29 Opfer, darunter habe die Armee „mehr als 15“ Aufständische getötet.

In Somalia herrscht seit fast zwanzig Jahren Bürgerkrieg, die prowestliche Übergangsregierung wird von 6.000 Soldaten der Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) beschützt. Al-Schabab steht al-Qaida nahe und kontrolliert einen Großteil der somalischen Hauptstadt. Das Ziel der Aufständischen ist die Absetzung der prowestlichen Regierung. Seit 2007 wurden mehr als 21.000 Zivilisten bei den Kämpfen getötet, rund 1,5 Millionen Menschen sind ins Ausland geflohen.

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June 17, 2010

Somalia: Fernsehzuschauer der Fußball-WM von Islamisten getötet

Somalia: Fernsehzuschauer der Fußball-WM von Islamisten getötet

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Veröffentlicht: 18:35, 17. Jun. 2010 (CEST)
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Somalia

Mogadischu (Somalia), 17.06.2010 – Die islamistische Organisation Hizbul al-Islam hat am 13. Juni zwei Männer getötet, die in einem Haus das Fußballspiel zwischen Argentinien und Nigeria im Fernsehen verfolgten. Zehn weitere Personen wurden verschleppt. Ein Sprecher der Islamisten-Gruppe, Scheich Mohamed Abdi Aros, warnte „die gesamte Jugend Somalias, es nicht zu wagen, diese Weltmeisterschaftsspiele anzusehen. Es ist eine Verschwendung von Geld und Zeit, und sie werden keine Vorteile davon haben, noch irgendetwas davon lernen, wenn sie verrückte Männer beim Auf- und Abspringen beobachten“.

Auch die militante Organisation al-Shabaab hatte die Übertragungen der Weltmeisterschaftsspiele mit einem Bann belegt. Grundlage des Banns ist ein Gesetz der Union Islamischer Gerichte, unter deren Kontrolle sich der größte Teil Somalias im Jahr 2006 befunden hatte. Damals wurden unter Berufung auf die Scharia alle „unislamische“ Unterhaltungsveranstaltungen verboten, darunter Videospiele, öffentliche Sportveranstaltungen, Musik und Tanz.

Die Union Islamischer Gerichte wurde durch eine Intervention Äthiopiens von der Macht gedrängt. Aus ihr gingen jedoch militante Milizen wie al-Shabaab hervor. Diese Milizen kontrollieren den Süden des Landes sowie den größten Teil der Hauptstadt. Nur kleine Teile des Landes werden noch von der Regierung und den Friedenstruppen der Afrikanischen Union kontrolliert

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June 6, 2010

Piraterie vor Somalia: Seeleute befreien sich selbst

Piraterie vor Somalia: Seeleute befreien sich selbst

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Veröffentlicht: 14:29, 6. Jun. 2010 (CEST)
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Mogadischu (Somalia), 06.06.2010 – Zehn Seeleute, die seit dem 3. Februar an Bord des unter libyscher Flagge fahrenden Frachters „RIM“ von somalischen Piraten festgehalten wurden, ist es am 2. Juni gelungen, sich selbst zu befreien und die Kontrolle über den 4600-Tonnen-Frachter zurückzugewinnen. Diese Selbstbefreiung ist offenbar nicht ohne Blutvergießen abgelaufen. Wie NAVFOR Atalanta in Brüssel mitteilte, wurden vermutlich mehrere Piraten getötet. Ein Mitglied der Besatzung wurde schwer verletzt. Nach Angaben des rumänischen Außenministeriums wurden zwei Besatzungsmitglieder verletzt, darunter der Rumäne. Er sei in stabilem Zustand. Fünf Piraten wurden getötet, ein sechster konnte sich in einer Kammer einschließen, von wo er telefonisch Hilfe durch andere Piraten anforderte, teilte Abdiaziz Aw Yusuf mit, der die Lokalregierung des Distriktes Garacad führt.

Die spanische Fregatte Victoria, die im Rahmen der Operation Atalanta am Horn von Afrika operiert, eilte an den Ort des Geschehens. Es herrschte zunächst Verwirrung darüber, ob nicht bereits andere Piraten erneut an Bord des Schiffes gelangt waren, doch dann wurde „schnell klar, dass die Besatzung die Kontrolle über das Schiff hatte“. Ein Hubschrauber wurde eingesetzt, um andere somalische Piraten daran zu hindern, das Schiff erneut zu kapern. Diese hätten den Versuch nach Warnungen vom Hubschrauber aus aufgegeben. Warnschüsse seien jedoch nicht abgegeben worden. Der Zwischenfall ereignete sich vor Garacad an der Nordküste Somalias, teilte NAVFOR mit. Außerdem leisteten die spanischen Soldaten erste Hilfe.

Die Piraten hatten für das im Golf von Aden vor der Küste Jemens gekidnappte Schiff ein Lösegeld von drei Millionen US-Dollar verlangt. Das Schiff gehört der libyschen Reederei White Sea Shipping, fährt jedoch unter nordkoreanischer Flagge. An Bord des Schiffes waren neun Syrer und ein Rumäne. Über die Ladung ist nichts bekannt.

Kurz zuvor haben schwerbewaffnete Piraten im Golf von Aden den unter panamesischer Flagge fahrenden 15.000-Tonnen-Frachter „QSM Dubai“ mit 24 Besatzungsmitgliedern geentert. An Bord des aus Brasilien kommenden Schiffes waren 24 Besatzungsmitglieder aus Ägypten, Bangladesch, Ghana und Pakistan. Das Schiff befand sich zum Zeitpunkt der Kaperung innerhalb des „international empfohlenen Transitkorridors“, teilte NAVFOR mit. Auch diese Entführung endete blutig. Als Soldaten Puntlands das Schiff stürmten, kam es zu einem Kampf. Zwar konnten sieben Piraten festgenommen werden, doch der Kapitän des Schiffes wurde nach Angaben von Mohamed Raage, dem Minister Puntlands für Häfen und den Seeverkehr, von den Piraten getötet.

Derzeit befinden sich mindestens zwanzig Schiffe in der Gewalt von somalischen Piraten. Die Piraterie vor der Küste Somalias ist zu einer Gefahr für die Schifffahrt geworden. Somalische Piraten erpressen von den Eignern der Schiffe hohe Lösegelder. Aus diesem Grund operiert eine internationale Flotte im Indischen Ozean, um die Schifffahrt zu sichern. Nach den Angaben des International Maritime Bureau (IMB) wurden im ersten Quartal 2010 nur noch 67 Zwischenfälle von Piraterie verzeichnet. Das ist ein Rückgang von 34 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres, als 102 Fälle von Piraterie gemeldet wurden.

Themenverwandte Artikel

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Mogadischu: Tote bei Gefechten zwischen Aufständischen und AU-Truppen

Mogadischu: Tote bei Gefechten zwischen Aufständischen und AU-Truppen

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Veröffentlicht: 20:07, 6. Jun. 2010 (CEST)
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Mogadischu (Somalia), 06.06.2010 – Mindestens 21 Zivilisten und eine nicht bekannte Zahl an Kombattanten wurden bei Gefechten zwischen der aufständischen Miliz al-Shabaab und Soldaten der Afrikanischen Union getötet. Die Kämpfe stehen im Zusammenhang mit einer Offensive, die am Donnerstag, den 3. Juni von der Regierung gestartet wurde, um einige von den Aufständischen eingenommene Stadtteile zurückzuerobern. Die genaue Anzahl der Opfer ist unklar. Der Direktor des städtischen Ambulanzdienstes, Ali Muse, sagte der Presse am Donnerstag, dass unter den Todesopfern sechs Frauen sowie eine fünfköpfige Familie seien, deren Haus von einer Mörsergranate getroffen worden sei. Nach seinen Angaben wurden mindestens 61 Zivilisten bei den Kämpfen verletzt, die meisten von ihnen im Stadtbezirk Kaaran, wo heftiges Granatfeuer ausgetauscht wurde.

Nach Angaben von Oberst Ahmed Ibrahim von der Übergangsregierung Somalias rückten die Truppen gegen Stellungen der Aufständischen vor. „Sie übernahmen die Kontrolle von mehreren Vierteln, die von den Rebellen gehalten wurden… Mehrere Leichen sind auf den Straßen verstreut“, schilderte Ibrahim die offizielle Seite der Situation.

Doch Scheich Ali Mohamoud Rage sagte für die nach eigenen Angaben mit Osama bin Laden verbundene Organisation, der Angriff der Regierungstruppen und der Afrikanischen Union sei zurückgeschlagen worden. Die Aufständischen kontrollieren einen großen Teil Südsomalias. In den von den Islamisten kontrollierten Gebieten wurde die Scharia eingeführt.

Als sich der von der Afrikanischen Union gestützte somalische Präsident Sharif Sheikh Ahmed auf einem Besuch in der Türkei befand, hatten Al-Shabaab und mit ihr verbündete Islamisten am 21./22. Mai den Angriff auf Mogadischu begonnen. Es gelang ihnen, große Teile der im Norden der Stadt liegenden Stadtteile Shibis und Bondhere einzunehmen und so in direkte Nähe wichtiger Regierungseinrichtungen zu gelangen.

In der Region Galgadud im Zentrum Somalias war es am Mittwoch, dem 2. Juni, zu Zusammenstößen zwischen al-Shabaab und Ahlu Sunna Waljamaca, einer regierungstreuen Miliz, gekommen. Bei diesen Gefechten wurden mindestens 24 Personen getötet.

Somalia ist seit 19 Jahren ohne funktionierende Regierung. Westliche Regierungen und die Regierungen der Nachbarstaaten sagen, dass das Land ein Hafen für islamistische Terroristen sei.

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April 8, 2010

Somalische Piraten kapern türkisches Schiff

Somalische Piraten kapern türkisches Schiff

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Veröffentlicht: 22:30, 8. Apr. 2010 (CEST)
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Mogadischu (Somalia) / Nairobi (Kenia) / Den Haag (Niederlande), 08.04.2010 – Somalische Piraten haben am 7. April gegen 15:15 Uhr UTC (17:15 MESZ) vor der Küste Kenias ein türkisches Containerschiff unter ihre Kontrolle gebracht. Die „Yasin C“ habe sich zum Zeitpunkt ihrer Entführung rund 250 Seemeilen (etwa 460 km) östlich ihres Bestimmungshafens Mombasa befunden, teilte der Sprecher der Operation Atalanta, Hauptmann John Harbour, der Presse mit. An Bord des Schiffes befinden sich 25 Seeleute.

Andrew Mwangura vom „East African Seafarers′ Assistance Programme“ teilte der Presse mit, dass der südkoreanische Öltanker Samho Dream, dessen Ladungswert auf knapp 170 Millionen US-Dollar geschätzt wird, inzwischen in somalischen Gewässern angelangt sei. Mwangura teilte auch mit, dass drei indische Schiffe, die bislang in der Gewalt von Piraten waren, freigegeben worden seien. Als Grund führt Mwangura an, dass diesen Schiffen der Treibstoff ausgegangen sei.

Die russische Regierung äußerte Kritik an der laxen rechtlichen Verfolgung der Piraten. Aufgrund von zu gutmütigen Gesetzen in zahlreichen Staaten, die sich an der international maritimen Taskforce beteiligten und wegen der Schwierigkeiten bei der juristischen Aufarbeitung der Piraterie in den Staaten der Region, erwartet der Kreml ein Anwachsen der Piraterie am Horn von Afrika. „Das Problem ist weiterhin vorhanden, und in gewisser Weise nimmt es zu“, sagte der Botschafter Russlands bei den Vereinten Nationen, Witali Tschurkin, nach einem Treffen des UN-Sicherheitsrates hinter verschlossenen Türen. „Wir denken, dass eines der schwachen Glieder in der ganzen Angelegenheit die juristische Verfahrensweise ist.“

Rear Admiral Peter Hudson, der die „Operation Atalanta“ befehligt, räumte ein, dass festgenommene Piraten wieder freigelassen werden müssten, weil sich niemand finde, diese anzuklagen. Tschurkin sagte, die russische Regierung sei über diese Entwicklung „besorgt“. Russland erwägt deswegen, die Einrichtung eines Sondertribunals zur Verurteilung von Piraten vorzuschlagen.

Am 1. April hatte die Regierung Kenias bekannt gegeben, keine von der internationalen Seestreitkraft festgenommenen Piraten mehr vor Gericht zu stellen und zu verurteilen, weil die internationale Gemeinschaft ihren Versprechungen nicht nachgekommen sei, sich an den Kosten für die Gerichtsverfahren und die Unterbringung der Verurteilten zu beteiligen. Derzeit sind mehr als 100 somalische Piraten in Kenia inhaftiert.

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April 6, 2010

Niederländische Marine befreit deutsches Schiff vor Somalia

Niederländische Marine befreit deutsches Schiff vor Somalia

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Veröffentlicht: 19:37, 6. Apr. 2010 (CEST)
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Den Haag (Niederlande) / Seoul (Südkorea) / Mogadischu (Somalia), 06.04.2010 – Die niederländische Marine hat mit einer Kommandoaktion das unter deutsche Flagge fahrende Schiff „MS Taipan“ befreit. Somalische Piraten hatten das Schiff am Morgen des Ostermontags etwa 800 Kilometer vor der Küste gekapert. Das Schiff war auf dem Weg von Mombasa nach Dschibuti. Zunächst hatte ein Hubschrauber die Brücke des Containerschiffes beschossen, dann hätten sich Elitesoldaten abgeseilt, informierte das niederländische Verteidigungsministerium. An der Befreiuungsaktion, in deren Verlauf zehn Piraten festgenommen wurden, war die niederländische Fregatte „Tromp′s Lynx“ beteiligt. Ein niederländischer Soldat wurde bei einem Schusswechsel mit den Piraten verletzt.

Die 15 Besatzungsmitglieder des Schiffes – unter ihnen zwei Deutsche – hatten unmittelbar bevor die Piraten die Kontrolle über das Schiff übernommen hatten die Maschinen des Schiffes abgestellt, sodass es nicht mehr manövrierfähig war. Dann hatten sie sich verschanzt. Sie blieben bei der Befreiungsaktion unverletzt. Das Schiff konnte anschließend seine Fahrt fortsetzen.

Am Mittag des 5. April hatte der dänische Tanker „Torm Ragnhild“ im Golf von Aden einen Notruf abgesendet, als das Schiff von Piraten bedrängt wurden. Die Piraten wurden von einem französischen Flugzeug in die Flucht geschlagen. Sie kehrten zu ihrem Mutterschiff zurück, der unter indischer Flagge fahrenden Dhau „Safina Al-Gayatri“. Dieses Schiff wurde von einer türkischen Fregatte bis an die Küste verfolgt, wo die Piraten das Schiff verließen.

Nicht vereiteln konnte die internationale Seestreitkraft die Kaperung des südkoreanischen Tankers „Samho Dream“, etwa 1100 Kilometer von der Küste Somalias entfernt und damit rund 550 Kilometer außerhalb des Patrouillengebietes der Operation Atalanta. Der 300.000-Tonnen-Tanker war auf dem Weg vom Irak in die Vereinigten Staaten. An Bord befinden sich fünf südkoreanische und 19 philippinische Besatzungsmitglieder. Presseberichten zufolge hat ein südkoreanisches Kriegsschiff die Verfolgung des Schiffes aufgenommen. Es gehöre aber nicht zu den Befehlen an den Zerstörer, das Schiff abzufangen. Nach Andeutungen des Sprechers von Valero Energy, dem Eigentümer des an Bord befindlichen Rohöls, könnte der Wert der Ladung eines Öltankers dieser Größe etwa 170 Millionen US-Dollar betragen.

In den letzten Wochen war es zu einem Anstieg von Piratenüberfällen am Horn von Afrika gekommen. Nach Angaben der internationalen maritimen Taskforce ist dies auf die Wettersituation im Indischen Ozean zurückzuführen, da die See sich im April und Mai beruhigt.

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March 25, 2010

Somalia: Gefangene Piraten wieder freigelassen

Somalia: Gefangene Piraten wieder freigelassen

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Veröffentlicht: 19:39, 25. Mär. 2010 (CET)
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Mogadischu (Somalia), 25.03.2010 – Die von der spanischen Fregatte Navarra festgenommenen Piraten sind wieder auf freien Fuß gesetzt worden. Nach Angaben von Hauptmann John Harbour, einem Sprecher der EU-Operation Atalanta, soll dies notwendig geworden sein, da sowohl der Kapitän des angegriffenen Schiffes MV Almezaan als auch die am Schusswechsel beteiligte private Wachmannschaft keine Aussage machen wollen.

Bei dem Angriff am 23. März 2010 war ein Pirat bei einem Schusswechsel mit der Wachmannschaft getötet worden. Dies ist der erste bekannt gewordene Fall dieser Art.

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Somalia: Erstmals Pirat durch Wachmann erschossen

Somalia: Erstmals Pirat durch Wachmann erschossen

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Veröffentlicht: 11:16, 25. Mär. 2010 (CET)
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Die Abbildung zeigt das Horn von Afrika mit Piratenangriffen des Jahres 2008.

Grafik: US Africa Command

Mogadischu (Somalia), 25.03.2010 – Bei dem Versuch, das unter der Flagge Panamas fahrende Schiff MV Almezaan zu entern, wurde ein Pirat durch einen sich an Bord befindlichen Wachmann erschossen. Dies bestätigte Hauptmann John Harbour, ein Sprecher der multinationalen Militärmission der Europäischen Union EU NAVFOR, besser bekannt als Operation Atalanta. Piraten hatten sich demnach zweimal dem Schiff genähert. Bei der zweiten Annäherung ist es zu einem Schusswechsel zwischen Wachleuten und den Piraten gekommen.

„Normalerweise feuern die privaten Sicherheitsfirmen Warnschüsse ab,“ erklärte Harbour. Dies langt üblicherweise, um die Piraten zu vertreiben, doch dieses Mal hätten sich die Piraten ein zweites Mal genähert und das Feuer eröffnet. Die Wachleute hätten zurückgeschossen und hätten die Piraten dadurch in die Flucht geschlagen. Die spanische Fregatte Navarra eilte an den Ort des Geschehens. Von einem Hubschrauber aus wurden zwei Boote und ein „Mutterschiff“ gesichtet. Die flüchtenden Piraten wurden daraufhin gestellt. Sechs Piraten wurden festgenommen, ein siebter wurde tot aufgefunden. Das „Mutterschiff“ wurde anschließend durch die spanische Fregatte versenkt.

Der Zwischenfall stärkt Befürchtungen, dass die Anwesenheit bewaffneter Wachmannschaften auf den Schiffen und die immer stärkere Bewaffnung der Piraten die Gefahrlichkeit der Gewässer am Horn von Afrika weiter erhöhen könne. Darauf haben mehrere Organisationen hingewiesen, darunter das International Maritime Bureau. Zwar sei schon bei einigen Piratenübergriffen Seeleute getötet worden, aber bislang sei nur ein einziger Fall bekannt, bei dem ein Seemann exekutiert wurde.

Der Direktor der Anti-Piraterie-Initiative des Büros für Drogen und Verbrechen der Vereinten Nationen, Alan Cole, wies darauf hin, dass vermutlich hunderte von Piraten auf See geblieben sind. Die meisten von ihnen seien verdurstet, weil ihnen der Treibstoff ausging und sie mit ihren Schnellbooten das Land nicht mehr erreichen konnten. Nach Angaben von Harbour wurden in den letzten zwölf Monaten etwa ein Dutzend Piraten von der Marineeinheiten der im Seegebiet operierenden Staaten getötet, die Involvierung eines privaten Wachmanns in die Tötung eines Piraten ist jedoch allem Anschein nach ein Novum.

Zwar wurden im Rahmen der Operation Atalanta in den vergangenen drei Wochen 17 Piratenüberfälle vereitelt, dennoch ist die Piraterie in den Seegewässern am Horn von Afrika durch die internationale Präsenz nicht zurückgegangen. Am 23. März wurde das ostwärts fahrende türkische Schiff Frigia mit 19 Seeleuten an Bord rund 1.800 Kilometer östlich der somalischen Küste, weit außerhalb des Operationsgebietes der europäischen Marineeinheiten, gekapert und auf einen anderen Kurs gebracht. Es sei nun auf dem Weg nach Haradheere, erklärte ein Pirat, der seinen Namen mit Ali angab, in einem Telefongespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Vor der Küste Omans brachten Piraten das auf Bermuda registriertes Schiff Talca unter ihre Kontrolle. Im Jahr 2009 kaperten somalische Piraten insgesamt 47 Schiffe und verlangten Lösegeld. Nach Expertenmeinung lässt sich die Problematik nur wirksam beseitigen, wenn die staatlichen Strukturen Somalias wiederhergestellt werden.

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