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January 15, 2013

Somalia: Französischer Geiselbefreiungsversuch geht schief

Somalia: Französischer Geiselbefreiungsversuch geht schief

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Veröffentlicht: 11:24, 15. Jan. 2013 (CET)
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Somalia liegt am sogenannten Horn von Afrika

Mogadischu (Somalia) / Paris (Frankreich), 15.01.2013 – Der Versuch der Befreiung des französischen Geheimagenten Denis Allex, der sich seit Juli 2009 in der Gewalt der islamistischen Miliz al-Shabaab befunden haben soll, ist am vergangenen Freitag, dem 11. Januar, fehlgeschlagen. Dies bestätigte das französische Verteidigungsministerium am Samstag in Paris. Verteidungsminister Jean-Yves Le Drian sagte am Montag, aller Wahrscheinlichkeit nach sei die Geisel bei der Aktion getötet worden. „Alle Hinweise bestätigen uns in dieser Annahme“, so Le Drian. Allerdings gibt es widersprüchliche Angaben zu der Kommandoaktion.

Das 45-minütige Feuergefecht trug sich etwa einhundert Kilometer nordwestlich von Mogadischu zu. Bei der Militäraktion seien Paris zufolge zwei französische Soldaten und 17 „Terroristen“ getötet worden. Al-Schabaab behauptete über Twitter zudem, dass zahlreiche weitere französische Soldaten bei der Aktion verletzt worden seien. Zu dieser Angabe der Islamisten gibt es keine Bestätigung aus Paris. Den Islamisten zufolge sei, im Gegensatz zu den Verlautbarungen des französischen Verteidigungsministeriums, die Geisel allerdings noch am Leben. Lokale Augenzeuge sagen, dass acht unbeteiligte Zivilisten unter den Getöteten seien.

Al-Schabaab veröffentlichte nun über Twitter drei Bilder, die einen getöteten französischen Soldaten zeigen sollen. Die Bilder zeigen außer dem Leichnam auch Waffen und andere Ausrüstungsgegenstände. Ein silbernes Kreuz an einer Halskette ist deutlich zu sehen. „Die Wiederkehr der Kreuzritter. Doch auch sein Kreuz konnte ihn nicht vor dem Schwert bewahren“, twitterten die Islamisten. „François Hollande, war es das wert?“ hieß es in einem separaten Tweet. Allerdings wurde bislang noch nicht bestätigt, dass die Bilder tatsächlich einen der getöteten Franzosen zeigen.

Allex – vermutlich ein Deckname – und ein Kollege waren am 14. Juli 2009 in Mogadischu gefangengenommen und verschleppt worden. Der Kollege konnte später fliehen. Al-Schabaab will einen islamistischen Staat in Somalia errichten und beherrscht vor allem Teile des Südens des Landes. Das letzte Lebenszeichen des mutmaßlichen Agenten des Auslandsgeheimdiensts DGSE stammt vom letzten Herbst; in einem Video übermittelte der Franzose die Forderung der Islamisten unter anderem danach, dass Frankreich seine Unterstützung der Mission der Afrikanischen Union in Somalia einstellen solle und diese Friedenstruppen abgezogen werden sollten.

Die französische Militäraktion sei von den US-Streitkräften technisch unterstützt worden, bestätigte US-Präsident Barack Obama in einem Schreiben an den Kongress der Vereinigten Staaten, jedoch seien US-Soldaten nicht direkt in die Aktion involviert gewesen. „US-Kampfflugzeuge traten kurzzeitig in somalischen Luftraum ein, um die Rettungsaktion falls nötig zu unterstützen“, so Obama. Aktiv hätten US-Soldaten nicht eingegriffen, schrieb der amerikanische Präsident. US-Medien schrieben, der US-Einsatz sei erst erfolgt, als die Franzosen auf hartnäckige Gegenwehr gestoßen waren. Es ist nicht bekannt geworden, ob die Amerikaner ihren Einsatz nicht fortführten, weil die Lage dies nicht ermöglichte, oder ob von französischer Seite ein Eingreifen von US-Kräften nicht angefordert wurde.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Frankreich
  • Portal:Somalia
  • Portal:Arabische Welt

Quellen[Bearbeiten]

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March 24, 2012

Somalia: EU-Verteidigungsminister einigen sich auf Erweiterung des Einsatzes gegen Piraten

Somalia: EU-Verteidigungsminister einigen sich auf Erweiterung des Einsatzes gegen Piraten

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Veröffentlicht: 11:46, 24. Mär. 2012 (CET)
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Brüssel (Belgien) / Somalia, 24.03.2012 – Der EU-Einsatz „Atalanta“ gegen die von Somalia aus agierenden Seeräuber soll nach einem Beschluss der EU-Verteidigungsminister ausgeweitet werden. Die Minister einigten sich darauf, dass die Stützpunkte und Schiffe der Piraten auch an Land zerstört werden können.

Die Außenminister der 27 Mitgliedstaaten hatten gezögert, das Mandat auszuweiten, um Luftangriffe auf Stellungen der somalischen Piraten an Land zu ermöglichen. Insbesondere aus Deutschland kamen kritische Stimmen, die einen Beschluss verzögerten. Auch nach dem Beschluss verstummten die mahnenden Stimmen nicht. Die SPD und Die Grünen sind empört. Reinhard Bütikofer von den Grünen hält den Beschluss für völkerrechtswidrig, er sei ein weiterer Schritt in Richtung Militarisierung der Problemlösung: „Die EU-Außenminister ignorieren, dass Piraten Kriminelle und keine feindlichen Kämpfer sind. Piraten an Land zu beschießen, ohne dass von ihnen direkte Gefahr ausgeht, ist schlicht völkerrechtswidrig.“ Bütikofer weiter: „Die Wahrscheinlichkeit, dass EU-Militärkräfte Zivilisten verletzen oder sogar töten ist ausgesprochen hoch.“

Außenminister Westerwelle begründete die Zustimmung: Die Bekämpfung der somalischen Piraten müsse „ernst, robust und nachhaltig“ organisiert sein. Es sei für die eingesetzten Soldaten unzumutbar, dass sie auf hoher See gegen die Piraten vorgehen könnten, aber nicht, sobald diese sich mit ihren Waffen auf dem Strand befänden. Die Ausweitung des Mandats sei eine nationale Pflicht, um Leib und Leben der Seeleute nicht zu gefährden.

Der Einsatz von Soldaten an Land ist nicht vorgesehen. 291 Soldaten der Bundeswehr und das Versorgungsschiff „Berlin“ sind an der Operation Atalanta beteiligt.

Einsatzgruppenversorger Berlinklasse

Die Zustimmung des Bundestages zur Mandatserweiterung ist erforderlich, dafür reicht die Mehrheit der Regierungsparteien aus. Kritik der Opposition ist zu erwarten. Die EU-Mission Atalanta begann Ende 2008. Es handelt sich um eine multinationale Mission der EU zum Schutz von humanitären Hilfslieferungen nach Somalia, der freien Seefahrt und zur Bekämpfung der Piraterie vor der Küste Somalias am Horn von Afrika im Golf von Aden. Die Abkürzung NAVFOR steht für Naval Forces. Der Operationsname Atalanta lehnt sich an die jungfräuliche Jägerin Atalante aus der griechischen Mythologie an.

Weblinks[Bearbeiten]

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Piraterie in Somalia“.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

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June 13, 2011

Somalia: Bombenanschlag tötet Innenminister

Somalia: Bombenanschlag tötet Innenminister

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Veröffentlicht: 11:04, 13. Jun. 2011 (CEST)
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Karte Map Somalia.gif

Mogadischu (Somalia), 13.06.2011 – Durch die Explosion einer Bombe wurde der somalische Innenminister Abdi Schakur Hassan in seinem Haus in der somalischen Hauptstadt Mogadischu getötet. Bei dem Anschlag handelte es sich um den dritten Selbstmordanschlag in Mogadischu innerhalb von zwei Wochen. Am 9. Juni wurden durch eine Bombenexplosion im Hafen Mogadischus eine Person getötet und vier weitere verletzt. Bereits am 30. Mai hatte ein Mann durch eine Bombenexplosion zwei Soldaten der Afrikanischen Union (AU) getötet. Bei dem Angriff kamen auch zwei weitere mutmaßliche Attentäter ums Leben.

Der Kommandeur der Truppen der Afrikanischen Union, die in Somalia stationiert sind und die Übergangsregierung stützen, Generalmajor Nathan Mugisha, bezeichnete den Tod des ermordeten Innenminister als „einen traurigen und sinnlosen Verlust“. Übergangspräsident Sharif Sheikh Ahmed kündigte eine Untersuchung an.

Inzwischen hat sich die Miliz al-Shabaab zu dem Anschlag auf Abdi bekannt. Die Erklärung wurde von einer islamistischen Website verbreitet. „Durch die Gnade des allmächtigen Gottes wurde der Innenminister der abtrünnigen Regierung und [Minister] ihrer nationalen Sicherheit am Freitagnachmittag getötet… eine von den Mudschaheddin installierte Bombe explodierte in seinem Haus, genauer unter seinem Bett. Nach der Explosion wurde er ins Krankenhaus gebracht, doch nichts war übrig, nur ein verrotteter Leichnam“[1], hieß es in der Erklärung.

Nach Behördenberichten soll es sich bei der Selbstmordattentäterin um die Nichte des Innenministers handeln. Diese hatte ihren Onkel wiederholt besucht und sei deswegen nicht ausreichend kontrolliert worden. Die Teenagerin wurde durch die Explosion auf der Stelle getötet. Der Minister erlag seinen schweren Verletzung an Beinen und Unterleib im Benadir-Krankenhaus, bevor er zur weiteren Behandlung nach Kenia geflogen werden konnte.

Nach Polizeiangaben wurden zwei Verdächtige festgenommen. Einer der Verhafteten soll ein Bruder der Attentäterin sein. Bei der Explosion kamen keine weiteren Personen zu Schaden. Der Minister war eine Schlüsselfigur in den Bemühungen der Regierung, gegen die aufständische Al-Shabaab-Miliz vorzugehen. Analysten gehen deswegen davon aus, dass der Anschlag eine Vergeltungsmaßnahme war.

Die amerikanische Bundespolizei FBI gab am Donnerstag (9. Juni) bekannt, dass der Attentäter, der am 30. Mai in Mogadischu sich und zwei AU-Soldaten tötete, ein Mann aus dem US-Bundesstaat Minnesota gewesen sei. Dies habe man anhand von Fingerabdrücken festgestellt. Der 27-jährige Farah Mohamed Beledi, der nach Angaben der Tageszeitung Minneapolis-St. Paul Star Tribune ein langes Vorstrafenregister haben soll, habe die Vereinigten Staaten 2009 verlassen und sich den Islamisten angeschlossen. Beledi gehörte zu einer Gruppe von 13 Personen, denen von einer Grand Jury in Minnesota „terroristische Vergehen“ zur Last gelegt werden. Das FBI prüft noch, ob unter den beiden weiteren bei dem Attentat getöteten Angreifern andere US-Bürger waren.

Unterdessen kam es in der Hauptstadt Mogadischu und anderen Teilen des Landes zu teilweise gewaltsamen Protesten, bei denen in der Stadt nach Aussagen von Augenzeugen und Behörden fünf Personen getötet wurden. Die Demonstranten wandten sich gegen einen Kompromiss um die Verlängerung des Mandates der derzeitigen Präsidenten und des Parlaments. Der Kompromiss sieht den Rücktritt von Premierminister Mohamed Abdullahi Mohamed innerhalb von 30 Tagen vor. Die Demonstranten, unter ihnen viele Regierungssoldaten, verlangten ein Verbleiben Mohameds im Amt, da sie ihn für den einzigen ehrlichen Politiker Somalias seit Jahren hielten. Demonstriert wurde auch in Belet Hawo, einer Stadt in Grenznähe zu Kenia und in Galcaiyo, nordöstlich von Mogadischu gelegen.

Das Mandat für die derzeitige Übergangsregierung wäre normalerweise im August ausgelaufen, doch Übergangspräsident Sharif Sheikh Ahmed und Parlamentspräsident Sharif Hassan Sheikh Aden haben sich darauf geeinigt, die Mandate von Parlament und Staatspräsident zu verlängern und erst im August 2012 Wahlen auszuschreiben. Die Unterzeichnung des Abkommens erfolgte am Donnerstag in der ugandischen Hauptstadt Kampala in Anwesenheit des UN-Sondergesandten für Somalia, Augustine Mahiga. Nach Ansicht von Beobachtern behinderte der Streit zwischen den beiden Politikern (Sharif Ahmed und Aden) gegen islamistische Militante und gefährdete die erzielten militärischen Fortschritte gegen die Rebellen.

Seit dem Sturz des Diktators Mohamed Siad Barre im Jahr 1991 ist Somalia ohne wirksame Zentralregierung. Die Übergangsregierung kontrolliert mit Hilfe der Truppen der Afrikanischen Union nur Teile der Hauptstadt Mogadischus. Der Rest des Landes am Horn von Afrika wird von Kriegsherren und Milizen beherrscht. Im Norden des Landes bestehen mit Somaliland und Puntland zwei praktisch unabhängige stabilisierte Defacto-Regime. Die Mitte und der Süden Somalias stehen unter Kontrolle islamistischer Milizen.

Themenverwandte Artikel

Quellen

Einzelnachweise

  1. Wortlaut des englischen Originals lt. Reuters: „By the grace of God Almighty, the interior minister of the apostate government and its national security (interior) minister was killed in the afternoon on Friday… a bomb exploded planted by the mujahideen inside the home, specifically under his bed. After the blast he was taken to hospital but nothing was left, only a rotten corpse.“

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April 6, 2011

Lampedusa: Flüchtlingsboot in rauer See gekentert

Lampedusa: Flüchtlingsboot in rauer See gekentert

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Veröffentlicht: 18:58, 6. Apr. 2011 (CEST)
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CP 290.jpg

Lampedusa e Linosa (Italien), 06.04.2011 – In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch kenterte ein mit afrikanischen Flüchtlingen besetztes Boot 60 km vor der Küste der italienischen Insel Lampedusa. Die „Internationale Organisation für Migration“ (IOM) geht davon aus, dass 300 Personen an Bord waren. Erst 48 Menschen konnten aus der stürmischen See gerettet werden. 20 Leichen wurden bis Mittwochmorgen geborgen.

Überlebende sagen aus, das viele Kinder und Frauen an Bord gewesen seien. Die italienische Küstenwache hat Informationen, dass das Boot vor zwei Tagen aus Syrien aufgebrochen sei und die Flüchtlinge aus Eritrea und Somalia stammen sollen. Bei dem gekenterten Boot handelte es sich im ein Fischerboot, das mit 300 Personen besetzt dem Sturm auf See nicht trotzen konnte.

Über ein Satellitentelefon hatten die in Seenot geratenen um Hilfe gerufen. Beim Versuch der Bergung kenterte das Schiff. Die Rettungsaktion wurde von Hubschraubern unterstützt. Sie entdeckten die im Meer schwimmenden Leichen.

Italien betrachtet die Insel als einen Vorposten, um illegale Einwanderer und Schmuggler auf ihrem Weg nach Europa abzufangen. 2011 gelangten wegen der Unruhen in Nordafrika tausende Flüchtlinge auf die Insel, das Land hat deshalb den Humanitären Notstand ausgerufen und Kritik an der EU wegen mangelnder Unterstützung geäußert. Verärgert zeigte sich der italienische Staatschef Berlusconi über die Franzosen, die Flüchtlinge an der italienisch/französischen Grenze aufgreifen und nach Italien zurückschieben. Die italienische Marine hat dieses Jahr bereits mehrere hundert Flüchtling nach Sizilien gebracht, weitere Flüchtlinge in andere Auffanglager des Landes. Eine Lösung des Flüchtlingsproblem sieht die italienische Regierung in der Erteilung von Schengenvisa, mit diesen können die Immigranten in alle Schengenstaaten weiterreisen. Tunesien will er finanziell beim Aufbau einer wirksamen Küstenwache unterstützen. Vor dort starten die meisten Flüchtlingsboote Richtung Italien.

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Quellen

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February 10, 2011

Oman: Supertanker durch Piraten gekapert

Oman: Supertanker durch Piraten gekapert

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Veröffentlicht: 17:52, 10. Feb. 2011 (CET)
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Maskat (Oman), 10.02.2011 – Am Mittwochmorgen, dem 9. Februar 2011, wurde der Tanker „Irene SL“ der griechische Reederei Enesel von Piraten vor der Küste Omans geentert. Der Tanker hat zwei Millionen Barrel Rohöl im Wert von 200 Millionen Dollar an Bord. Seit die Piraten das Schiff übernommen haben, besteht kein Funkkontakt mehr. Sieben Griechen, ein Georgier und 17 Philippiner bilden die Besatzung des Supertankers; über ihr Schicksal ist nichts bekannt.

Vor zwei Wochen kaperten Piraten die „Beluga Nomination“ einer deutschen Reederei und brachten sie in somalische Gewässer. Ende Dezember 2010 konnte ein Schiff seine Fahrt nach acht Monaten fortsetzen. Zuvor waren 5,5 Millionen Dollar gezahlt worden. Die Gefährdungslage verschärft sich im indischen Ozean. Die Anstrengungen der international zusammengesetzten Marineeinheiten zur Sicherung des Seewegs werden durch die Seeräuber unterlaufen. Die Vereinigung der Tanker-Eigner Intertanko befürchtet, dass ohne wirkungsvolle Maßnahmen die Route nicht mehr befahren werden kann. Dies würde zu Engpässen bei der Versorgung mit Rohöl führen.

Seit Jahren agieren Banden von Somalia aus und bringen Schiffe in ihre Gewalt. Das Land befindet sich in der Hand lokaler Clans, Kriegsherren, radikal-islamischer Gruppen und von Piraten. Bei Festnahmen von Tätern ergeben sich regelmäßig Probleme, ein Gericht zu finden, das sich für das Strafverfahren zuständig erklärt.

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Quellen

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February 5, 2011

Schiffspiraterie: Möglicherweise Tote an Bord des deutschen Frachters „Beluga Nomination“

Schiffspiraterie: Möglicherweise Tote an Bord des deutschen Frachters „Beluga Nomination“

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Veröffentlicht: 16:27, 5. Feb. 2011 (CET)
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Länder am Horn von Afrika

Bremen (Stadt) (Deutschland) / Harardheere (Somalia), 05.02.2011 – Wie die Beluga-Reederei in Bremen mitteilte, sind möglicherweise drei Besatzungsmitglieder an Bord ihres vor der somalischen Küste entführten Frachters „Beluga Nomination“ ums Leben gekommen. Zwei Seeleute sind vermutlich von somalischen Piraten erschossen worden. Das dritte Opfer ist mutmaßlich der leitende Schiffsingenieur, der bei einem Fluchtversuch ertrunken ist. Der genaue Hergang an Bord des Schiffes ist bisher noch unklar.

Der Frachter der Bremer Reederei war vor rund zwei Wochen mit zwölf Besatzungsmitgliedern aus der Ukraine, Russland, Polen und den Philippinen vor der somalischen Küste von Piraten gekapert worden. Die Besatzung konnte sich zunächst in einen besonders gepanzerten Schutzraum retten. Nach zwei Tagen war es den Piraten jedoch gelungen, die Stahltüren aufzubrechen. In dieser Zeit war die Besatzung des Schiffes auf sich allein gestellt. Mit einem dänischen Kriegsschiff und einem Patrouillenboot der Seychellen soll es später zu einem Feuergefecht gekommen sein, in dessen Verlauf nach Medienberichten zwei Piraten getötet wurden. Zwei Matrosen der Beluga Nomination unternahmen dabei einen Fluchtversuch mit einem Motorboot. Ob diese beiden Matrosen gerettet werden konnten oder durch Schüsse der Piraten getötet wurden, darüber gibt es in den Berichten unterschiedliche Darstellungen.

Das Schiff ankert gegenwärtig in Harardheere in Somalia. Die Reederei, die in telefonischem Kontakt mit der Besatzung des Schiffes steht, erklärte, den sieben verbliebenen Besatzungsmitgliedern ginge es den Umständen entsprechend gut. Eine konkrete Lösegeldforderung gebe es zurzeit nicht. Die Reederei kündigte an, ab sofort privates Sicherheitspersonal auf den Schiffen dieser Route einsetzen zu wollen.

Nils Stolberg, geschäftsführender Gesellschafter der Reederei, erhob gegen die NATO, die EU und die Seychellen schwere Vorwürfe in Zusammenhang mit dem Befreiungsversuch der Besatzung: „Wir sind der Überzeugung, dass der tragische Tod einer unserer Kollegen hätte verhindert werden können, wenn es nur ein professionelles, koordiniertes, abgestimmtes Vorgehen seitens der Einsatzkräfte vor Ort gegeben hätte.“

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August 27, 2010

Mogadischu: Attentäter stürmen Hotel, erschießen Abgeordnete

Mogadischu: Attentäter stürmen Hotel, erschießen Abgeordnete

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Veröffentlicht: 09:43, 27. Aug. 2010 (CEST)
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Somalia

Mogadischu (Somalia), 27.08.2010 – Schwerbewaffnete Attentäter haben am 24. August das Hotel Muna in der Nähe des Präsidentenpalastes im Stadtteil Elgaab in Mogadischu gestürmt und um sich geschossen. Mindestens 31 Opfer forderte der Anschlag, zu dem sich die islamistische Miliz al-Schabab bekannte. Unter den Opfern sind nach Angaben von Informationsminister Abdirahman Osman sechs Abgeordnete des somalischen Parlamentes. Zeugen berichteten, dass zwei der Attentäter, nachdem sie die im Hotel anwesenden Personen getötet hätten, auf das Dach des Gebäudes geklettert seien, wo sie sich dann in die Luft gesprengt hätten. Ein dritter Attentäter konnte verhaftet werden.

Bereits am Montag, dem 23. August, kam es in Mogadischu zu Gefechten zwischen Regierungstruppen und Anhängern der al-Schabab. Der Leiter des städtischen Ambulanzdienstes Mogadischus, Ali Muse, teilte der Presse mit, dass bei diesen Kämpfen mindestens 40 Zivilisten getötet und 130 weitere verletzt worden seien. Amtliche Stellen nannten 29 Opfer, darunter habe die Armee „mehr als 15“ Aufständische getötet.

In Somalia herrscht seit fast zwanzig Jahren Bürgerkrieg, die prowestliche Übergangsregierung wird von 6.000 Soldaten der Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) beschützt. Al-Schabab steht al-Qaida nahe und kontrolliert einen Großteil der somalischen Hauptstadt. Das Ziel der Aufständischen ist die Absetzung der prowestlichen Regierung. Seit 2007 wurden mehr als 21.000 Zivilisten bei den Kämpfen getötet, rund 1,5 Millionen Menschen sind ins Ausland geflohen.

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July 13, 2010

Bombenanschläge in Uganda fordern mehrere Dutzend Menschenleben

Bombenanschläge in Uganda fordern mehrere Dutzend Menschenleben

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Veröffentlicht: 09:49, 13. Jul. 2010 (CEST)
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Lage Ugandas in Afrika

Kampala (Uganda), 13.07.2010 – Mindestens 74 Menschenleben haben zwei Bombenanschläge in der ugandischen Hauptstadt Kampala gefordert. Unter den Opfern ist ein US-Amerikaner. Vermutlich zwei Selbstmordattentäter haben in einem Restaurant und in einem Rugby-Club, wo viele Menschen Fernsehübertragungen des Finalspiels der Fußball-Weltmeisterschaft 2010 zwischen Spanien und den Niederlanden verfolgten, Bomben zur Explosion gebracht. Mehrere Dutzend Personen wurden zum Teil schwer verletzt.

Somalische Extremisten hatten zu Anschlägen in Uganda und Burundi aufgerufen. Truppen beider Staaten sind an der Friedenstruppe der Afrikanischen Union in Somalia beteiligt und kämpfen im Rahmen dieser Mission gegen die islamistische Miliz al-Schabab. Ein ugandischer Regierungssprecher bestätigte, dass die Ermittlungen der ugandischen Behörden in diese Richtung führten. Einer der Rebellenführer, Yusuf Sheik Issa, zeigte sich befriedigt über den Anschlag. „Uganda ist einer unserer Feinde. Was sie zum Weinen bringt, macht uns glücklich“, erklärte Issa gegenüber Associated Press, machte aber keine Angaben, ob die Miliz in den Anschlag verwickelt gewesen sei oder nicht. Der Polizeichef der ugandischen Hauptstadt, Kale Kaihura, hatte die Gruppierung für den Anschlag verantwortlich gemacht.

Die beiden Bomben explodierten im Abstand von etwa 50 Minuten, wobei der zweite Anschlag in dem Rugby-Club mit mindestens 49 Toten der folgenschwerere war. Dieser ereignete sich gegen Ende der zweiten Halbzeit des Fußballspiels.

Der somalische Präsident Sharif Sheikh Ahmed bezeichnete den Anschlag auf friedlich zusammensitzende Menschen, die eine Fußballübertragung verfolgen, als „barbarisch“. Auch der deutsche Bundesaußenminister Guido Westerwelle zeigte sich bestürzt, der Anschlag sei „an Heimtücke kaum zu überbieten“. FIFA-Präsident Sepp Blatter verurteilte den Anschlag und sagte, er sei „sehr traurig“ und betroffen über den Anschlag. Fußball könne so viel Gutes in die Welt tragen.

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  • Portal:Terrorismus

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June 17, 2010

Somalia: Fernsehzuschauer der Fußball-WM von Islamisten getötet

Somalia: Fernsehzuschauer der Fußball-WM von Islamisten getötet

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Veröffentlicht: 18:35, 17. Jun. 2010 (CEST)
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Somalia

Mogadischu (Somalia), 17.06.2010 – Die islamistische Organisation Hizbul al-Islam hat am 13. Juni zwei Männer getötet, die in einem Haus das Fußballspiel zwischen Argentinien und Nigeria im Fernsehen verfolgten. Zehn weitere Personen wurden verschleppt. Ein Sprecher der Islamisten-Gruppe, Scheich Mohamed Abdi Aros, warnte „die gesamte Jugend Somalias, es nicht zu wagen, diese Weltmeisterschaftsspiele anzusehen. Es ist eine Verschwendung von Geld und Zeit, und sie werden keine Vorteile davon haben, noch irgendetwas davon lernen, wenn sie verrückte Männer beim Auf- und Abspringen beobachten“.

Auch die militante Organisation al-Shabaab hatte die Übertragungen der Weltmeisterschaftsspiele mit einem Bann belegt. Grundlage des Banns ist ein Gesetz der Union Islamischer Gerichte, unter deren Kontrolle sich der größte Teil Somalias im Jahr 2006 befunden hatte. Damals wurden unter Berufung auf die Scharia alle „unislamische“ Unterhaltungsveranstaltungen verboten, darunter Videospiele, öffentliche Sportveranstaltungen, Musik und Tanz.

Die Union Islamischer Gerichte wurde durch eine Intervention Äthiopiens von der Macht gedrängt. Aus ihr gingen jedoch militante Milizen wie al-Shabaab hervor. Diese Milizen kontrollieren den Süden des Landes sowie den größten Teil der Hauptstadt. Nur kleine Teile des Landes werden noch von der Regierung und den Friedenstruppen der Afrikanischen Union kontrolliert

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June 6, 2010

Piraterie vor Somalia: Seeleute befreien sich selbst

Piraterie vor Somalia: Seeleute befreien sich selbst

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Veröffentlicht: 14:29, 6. Jun. 2010 (CEST)
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Mogadischu (Somalia), 06.06.2010 – Zehn Seeleute, die seit dem 3. Februar an Bord des unter libyscher Flagge fahrenden Frachters „RIM“ von somalischen Piraten festgehalten wurden, ist es am 2. Juni gelungen, sich selbst zu befreien und die Kontrolle über den 4600-Tonnen-Frachter zurückzugewinnen. Diese Selbstbefreiung ist offenbar nicht ohne Blutvergießen abgelaufen. Wie NAVFOR Atalanta in Brüssel mitteilte, wurden vermutlich mehrere Piraten getötet. Ein Mitglied der Besatzung wurde schwer verletzt. Nach Angaben des rumänischen Außenministeriums wurden zwei Besatzungsmitglieder verletzt, darunter der Rumäne. Er sei in stabilem Zustand. Fünf Piraten wurden getötet, ein sechster konnte sich in einer Kammer einschließen, von wo er telefonisch Hilfe durch andere Piraten anforderte, teilte Abdiaziz Aw Yusuf mit, der die Lokalregierung des Distriktes Garacad führt.

Die spanische Fregatte Victoria, die im Rahmen der Operation Atalanta am Horn von Afrika operiert, eilte an den Ort des Geschehens. Es herrschte zunächst Verwirrung darüber, ob nicht bereits andere Piraten erneut an Bord des Schiffes gelangt waren, doch dann wurde „schnell klar, dass die Besatzung die Kontrolle über das Schiff hatte“. Ein Hubschrauber wurde eingesetzt, um andere somalische Piraten daran zu hindern, das Schiff erneut zu kapern. Diese hätten den Versuch nach Warnungen vom Hubschrauber aus aufgegeben. Warnschüsse seien jedoch nicht abgegeben worden. Der Zwischenfall ereignete sich vor Garacad an der Nordküste Somalias, teilte NAVFOR mit. Außerdem leisteten die spanischen Soldaten erste Hilfe.

Die Piraten hatten für das im Golf von Aden vor der Küste Jemens gekidnappte Schiff ein Lösegeld von drei Millionen US-Dollar verlangt. Das Schiff gehört der libyschen Reederei White Sea Shipping, fährt jedoch unter nordkoreanischer Flagge. An Bord des Schiffes waren neun Syrer und ein Rumäne. Über die Ladung ist nichts bekannt.

Kurz zuvor haben schwerbewaffnete Piraten im Golf von Aden den unter panamesischer Flagge fahrenden 15.000-Tonnen-Frachter „QSM Dubai“ mit 24 Besatzungsmitgliedern geentert. An Bord des aus Brasilien kommenden Schiffes waren 24 Besatzungsmitglieder aus Ägypten, Bangladesch, Ghana und Pakistan. Das Schiff befand sich zum Zeitpunkt der Kaperung innerhalb des „international empfohlenen Transitkorridors“, teilte NAVFOR mit. Auch diese Entführung endete blutig. Als Soldaten Puntlands das Schiff stürmten, kam es zu einem Kampf. Zwar konnten sieben Piraten festgenommen werden, doch der Kapitän des Schiffes wurde nach Angaben von Mohamed Raage, dem Minister Puntlands für Häfen und den Seeverkehr, von den Piraten getötet.

Derzeit befinden sich mindestens zwanzig Schiffe in der Gewalt von somalischen Piraten. Die Piraterie vor der Küste Somalias ist zu einer Gefahr für die Schifffahrt geworden. Somalische Piraten erpressen von den Eignern der Schiffe hohe Lösegelder. Aus diesem Grund operiert eine internationale Flotte im Indischen Ozean, um die Schifffahrt zu sichern. Nach den Angaben des International Maritime Bureau (IMB) wurden im ersten Quartal 2010 nur noch 67 Zwischenfälle von Piraterie verzeichnet. Das ist ein Rückgang von 34 Prozent im Vergleich zum selben Zeitraum des Vorjahres, als 102 Fälle von Piraterie gemeldet wurden.

Themenverwandte Artikel

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