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November 19, 2011

Gesetzloser Raum in der Sinai-Wüste: Erpresserischer Menschenraub und Organhandel

Gesetzloser Raum in der Sinai-Wüste: Erpresserischer Menschenraub und Organhandel

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Veröffentlicht: 09:01, 19. Nov. 2011 (CET)
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El Arish (Ägypten), 19.11.2011 – Nach Berichten der ägyptischen Menschenrechtsorganisation „New Generation Foundation for Human Rights“ starben tausende von Flüchtlingen seit dem Untergang des Mubarakregimes auf der Sinai-Halbinsel an der Grenze zu Israel. Sie werden entführt, vergewaltigt, Lösegeld wird erpresst. Ärzte aus Kairo kommen mit mobilen Operationszelten, um den Jungen unter den Flüchtigen in Zusammenarbeit mit verarmten Beduinen Organe für den späteren Handel zu entnehmen.

Betroffen sind vor allem Flüchtlinge aus Eritrea und Äthiopien auf ihrem langen Weg in ein „besseres Leben“, auf dem sie die Sinai-Halbinsel durchqueren müssen. Mehr als 200 Menschen aus Eritrea sollen in Höhlen festgehalten werden. Die Angehörigen werden um Lösegeld für die Freilassung erpresst. Es geht um Beträge bis zu 20.000 Dollar. Die Entführten werden in Ketten gehalten und regelmäßig vergewaltigt. Zahlen die Angehörigen nicht, so werden Organe für den Verkauf entnommen. Wertlos für die Täter gewordene Flüchtlinge werden ermordet.


Israelisch-ägyptische Grenze bei Eilat

 

Karte der Sinai-Halbinsel

Bestätigt werden die Aussagen durch einen Bericht der Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in Göttingen, italienische und israelische Menschenrechtler, sowie Zeugenaussagen und Funde ausgeweideter Leichen. Die ägyptische Polizei hat sich seit dem Sturz des Mubarak-Regimes im Februar 2011 weitgehend aus dem Gebiet zurückgezogen, kriminelle Menschen- und Organhändler haben dadurch freie Hand bei der Verwirklichung der menschenverachtenden Taten.

Der CNN strahlte kürzlich eine Dokumentation über die Verhältnisse in den betroffenen Gebieten aus. Als Reaktion wurden hunderte von gefangenen Flüchtlingen durch die Beduinen freigelassen, berichtete Hamdi al Azzazy von der Menschenrechtsorganisation New Generation Foundation for Human Rights.

Nach einem Bericht aus dem Jahr 2005 zahlen wohlhabende arabische Transplantationspatienten 100.000 bis 500.000 Dollar für eine Operation.

Am vergangenen Sonntag töteten Beduinen einen Angehörigen des al Nakhalwa-Clans. Diese Person steht im Verdacht an dem Verbrechen beteiligt gewesen zu sein. Seinen engsten Mitarbeiter nahmen sie gefangen und übergaben ihn der Polizei.

Der illegale Organhandel ist mittlerweile weltweit verbreitet. Laut Interpol handelt es sich um einen schnell wachsenden Bereich krimineller Aktivitäten. „In den entwickelten Ländern mit einer alternden Bevölkerung und einer Zunahme von Diabetes werden immer mehr Organtransplantationen notwendig. Und dieses Verbrechen wird noch lukrativer“, so die Behörde.

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June 15, 2011

Vulkanasche behindert Luftverkehr in Ostafrika, Australien und Südamerika

Vulkanasche behindert Luftverkehr in Ostafrika, Australien und Südamerika

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Veröffentlicht: 09:29, 15. Jun. 2011 (CEST)
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Asche des Vulkans Nabro (rechte untere Bildecke) zieht nach Nordwesten über Äthiopien in den Sudan (links oben)

Foto: NASA MODIS

Toulouse (Frankreich) / Addis Abeba (Äthiopien) / Melbourne (Australien), 15.06.2011 – Vulkanische Asche durch den Ausbruch des eritreischen Vulkans Nabro – manche Meldungen schrieben den Ausbruch irrtümlich dem benachbarten Stratovulkan Dubbi zu – hat zu Behinderungen im Flugverkehr in Ostafrika geführt. Wie das für Europa und Afrika zuständige Volcanic Ash Advisory Center (VAAC) von Météo-France in Toulouse mitteilte, wurde durch den Ausbruch des Vulkans Asche des Vulkans bis zu 15 Kilometer hoch in die Luft gestoßen. Zunächst war zwar nur der Luftverkehr in Äthiopien und Eritrea direkt betroffen, doch seien Behinderungen in anderen Staaten wahrscheinlich.

Der Vulkan war am Sonntagabend (12. Juni) um 23:00 MESZ ausgebrochen, und dies dauerte den ganzen Montag an. Die Aschewolke zog zwischen Nordwest und Südwest überwiegend nach Westen. Jean Nicolau von Météo-France schloss jedoch aus, dass es zu einer ähnlich kritischen Situation wie bei dem kürzlichen Ausbruch des isländischen Vulkans Grimsvötn kommen werde, dazu sei der Luftverkehr in der betroffen Region zu unbedeutend. „Falls die Wolke jedoch Ägypten, Israel oder die Arabische Halbinsel erreicht, wären die Auswirkungen auf den Luftverkehr deutlich“, erklärte Nicolau. Derzeit könne man dies jedoch noch nicht abschätzen.

Hillary Clinton brach Staatsbesuch ab

Durch die Aschewolke war die US-Außenministerin Hillary Clinton gezwungen, einen Staatsbesuch in Addis Abeba abzubrechen. Ein Regierungsvertreter erklärte, die Delegation habe die äthiopische Hauptstadt vorzeitig verlassen, „weil die Aschewolke in Richtung Addis zieht und die Stadt bedecken könnte… auf unbestimmte Dauer“. Man habe sich deswegen auf die Empfehlung der US-Luftwaffe verlassen und sei abgereist. Hilton hielt sich in Addis Abeba auf, um mit Premierminister Meles Zenawi zu sprechen und um vor den 53 Mitgliedern der Afrikanischen Union eine Rede zu halten.

Die deutsche Fluggesellschaft Lufthansa gab bekannt, dass sie zwei Flüge in die Region abgesagt habe. Nach Angaben eines Lufthansa-Pressesprechers in Berlin betraf dies die Verbindungen Frankfurt–Addis Abeba und Frankfurt–Dschidda–Asmara, wobei letzterer nur zwischen Dschidda und Asmara ausfiel.

Es ist unbekannt, wann der 2218 Meter hohe Vulkan das letzte Mal ausgebrochen war. Innerhalb der letzten 150 Jahre ist kein Ausbruch dokumentiert.

Dieses Satellitenbild der NASA vom 13. Juni zeigt weite Teile Argentiniens und Uruguays unter der Aschewolke

Foto: NASA MODIS
Auch Ban Ki-moon musste Reisepläne ändern

Unterdessen musste auch UN-Generalsekretär Ban Ki-moon seine Reiseroute ändern. Seine Pläne wurden durch die Eruption des Puyehue durchkreuzt. Ban war auf dem Weg in die argentinische Hauptstadt Buenos Aires, musste jedoch in Córdoba im Norden des Landes landen und zu seinem Treffen mit Staatspräsidentin Cristina Kirchner rund 650 Kilometer mit dem Auto weiterreisen. Auch in Uruguay fielen zahlreiche Flüge aus.

Der Puyehue war bereits Anfang Juni ausgebrochen, doch eine Aschewolke war westwärts über den südlichen Pazifik gezogen und hat auch in Australien und Neuseeland zu einem Chaos geführt. Der neuseeländische Luftraum war zwar nicht direkt betroffen, aber zahlreiche Flüge von und nach Australien mussten gestrichen werden. Qantas annullierte während des vergangenen Wochenendes mehr als 110 Flüge, etwa 30.000 Reisende saßen fest. Betroffen waren vor allem die Verbindungen von und nach Tasmanien und Neuseeland sowie alle Flüge von und nach Melbourne. Ähnliche Maßnahmen ergriffen auch die Tochtergesellschaft Jetstar und die Fluggesellschaft Virgin Australia.

In Australien lagen Tasmanien, Victoria und der Süden von New South Wales unter der Aschewolke, in Neuseeland vor allem die Südinsel. Der Luftverkehr von und nach Australien werde von Zeit zu Zeit durch Vulkanausbrüche im Pazifikraum gestört, doch dies sei das erste Mal seit zwei Jahrzehnten, dass vulkanische Asche direkt auf den australischen Kontinent gelange, teilte Andrew Tuppe, der Direktor des zuständigen VAAC beim Bureau of Meteorology in Darwin der Presse mit.

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February 18, 2010

Hubschrauber für die Friedenstruppe in Darfur

Hubschrauber für die Friedenstruppe in Darfur

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Veröffentlicht: 22:33, 18. Feb. 2010 (CET)
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Karte von Darfur

Addis Abeba (Äthiopien), 18.02.2010 – Die Friedenstruppe in Darfur hat von der Regierung des Nachbarstaates Äthiopien fünf Hubschrauber zur Verfügung gestellt bekommen. Kommandeure der Truppe hatten die Weltgemeinschaft schon länger vergeblich um mindestens 18 Hubschrauber gebeten, um das große Gebiet kontrollieren zu können. Auf dem Weg zu Hilfsbedürftigen müssen die Hilfsorganisationen bei dem Weg über Land häufig die Gebiete verschiedener Rebellengruppierungen durchqueren.

Die UN-Friedenstruppe UNAMID, die unter dem gemeinsamen Kommando der Vereinten Nationen und der Afrikanischen Union steht, war 2008 in den Sudan entsendet worden, um den Frieden in der seit 2003 vom Darfur-Konflikt betroffenen Region zu sichern. Nichtregierungsorganisationen bescheinigen dem bisherigen Einsatz eine schlechte Bilanz, welche insbesondere auf den gravierenden, seit Beginn bestehenden Mangel an Soldaten und Ausrüstung zurückzuführen sei. Besonders die westlichen Nationen wurden für ihre fehlende Unterstützung trotz vorhandener Mittel vielfach scharf kritisiert. Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) kritisiert bereits seit Jahren, dass die Maßnahmen der internationalen Staatengemeinschaft mit den Problemen in der Region nicht Schritt hielten.

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January 31, 2010

Der Staatspräsident Malawis, Mutharika, ist neuer Präsident der Afrikanischen Union

Der Staatspräsident Malawis, Mutharika, ist neuer Präsident der Afrikanischen Union

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Veröffentlicht: 19:48, 31. Jan. 2010 (CET)
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Bingu wa Mutharika

Addis Abeba (Äthiopien), 31.01.2010 – Auf ihrem Gipfeltreffen in der äthiopischen Hauptstadt Addis Abeba wählten die Repräsentanten der Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union den Staatspräsidenten von Malawi, Bingu wa Mutharika, zu ihrem neuen Vorsitzenden. Er löst den Staatspräsidenten Libyens, Muammar al-Gaddafi, in dieser Funktion turnusgemäß ab. Auf der Tagesordnung des Treffens stand unter anderem die Lage in Somalia. Die Afrikanische Union hat seit drei Jahren ein Truppenkontingent von 5.000 Soldaten in das Land am Horn von Afrika entsandt. Somalia ist seit rund 20 Jahren faktisch ohne handlungsfähige Regierung. Seepiraten gehen vor der Küste auf Jagd nach internationalen Großtankern und anderen Frachtern.

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  • Portal:Afrika

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January 25, 2010

Flugzeug stürzt vor der libanesischen Küste ins Meer

Flugzeug stürzt vor der libanesischen Küste ins Meer

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Veröffentlicht: 22:26, 25. Jan. 2010 (CET)
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Eine baugleiche Boeing 737-800 auf dem Flughafen Entebbe

Foto: Hansueli Krapf

Beirut (Libanon), 25.01.2010 – Kurz nach dem Start auf dem Rafiq-al-Hariri-Flughafen in Beirut gegen 2:30 Uhr Ortszeit (1:30 Uhr Mitteleuropäische Zeit) ist eine Boeing 737-800 der Ethiopian Airlines ins Meer gestürzt. An Bord der Maschine waren 82 Passagiere und acht Besatzungsmitglieder, davon 22 Äthiopier und 54 Libanesen sowie einige Angehörigen anderer Nationen, darunter jedoch keine Personen aus dem deutschen Sprachraum. Inzwischen wird davon ausgegangen, dass niemand den Absturz überlebt hat. Lokale Medien gaben zunächst an, die libanesische Armee habe sieben Personen gerettet, die libanesischen Behörden konnten diese Angaben jedoch nicht bestätigen. Die französische Botschaft bestätigte, dass die Ehefrau des französischen Botschafters in Beirut, Marla Sanchez Pietton, in dem abgestürzten Flugzeug gesessen habe.

Der libanesische Präsident Michel Sulaiman schloss sowohl einen Anschlag als auch Sabotage aus. Ein Flughafensprecher gab an, das Flugzeug sei von einem Blitz getroffen worden. Seit Sonntagabend herrschte in Beirut schlechtes Wetter mit Gewitter und Regen. Augenzeugen berichteten, sie hätten das Flugzeug brennend ins Meer stürzen sehen. Die Absturzstelle liegt nach Angaben der libanesischen Armee etwa dreieinhalb Kilometer von der Küste entfernt in der Nähe der Ortschaft Na’ameh. An der Suche nach Überlebenden nahmen Hubschrauber und Schiffe der libanesischen Streitkräfte sowie Schiffe der internationalen Friedenstruppe UNIFIL teil, darunter auch zwei Schiffe der Deutschen Marine, das Minensuchboot „Laboe“ und das Versorgungsschiff „Mosel“, das die Suchaktion koordinierte.

Ethiopian Airlines wurde 2008 als beste Fluggesellschaft auf dem afrikanischen Kontinent prämiert und verfügt über eine relativ junge Flotte. Die Airline fliegt außerhalb Äthiopiens 56 Flughäfen auf vier Kontinenten an.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Luftfahrt
  • Portal:Libanon

Quellen

Weblinks

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Ethiopian-Airlines-Flug 409“.

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October 13, 2009

Alternative Nobelpreise 2009: Politisches und soziales Engagement zum Wohle der Menschen gewürdigt

Alternative Nobelpreise 2009: Politisches und soziales Engagement zum Wohle der Menschen gewürdigt

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Veröffentlicht: 17:48, 13. Okt. 2009 (CEST)
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Bekanntgabe des Preises durch Ole von Uexküll

David Suzuki erhält den Ehrenpreis

Bekanntgabe im Pressezentrum des schwedischen Außenministeriums

Stockholm (Schweden), 13.10.2009 – Der sogenannte alternative Nobelpreis, der seit 1980 auf Initiative Jakob von Uexkülls vergeben wird und offiziell „Right Livelihood Award“ heißt, geht in diesem Jahr an vier Personen aus Kanada, dem Kongo, Neuseeland und Äthiopien. Mit dem Preis wird ihr besonderer Einsatz für drängende Probleme regionaler oder globaler Art gewürdigt.

Den undotierten Ehrenpreis erhält David Suzuki aus Kanada, von Beruf Zoologe und Fernsehmoderator, für sein Lebenswerk. Der 1936 in Japan geborene Suzuki rief 1979 das Wissenschaftsmagazin „The Nature of Things“ (Die Natur der Dinge) ins Leben, das inzwischen in über 80 Ländern ausgestrahlt wird und in dem er unermüdlich vor den Gefahren des Klimawandels warnte. Ole von Uexküll von der Stiftung, die den Preis jedes Jahr vergibt, sagte über den Preisträger: „Suzuki hat vielleicht noch intensiver als Friedensnobelpreisträger Al Gore mit seinem berühmten Film über den Klimawandel aufgeklärt.“

Für seinen Einsatz für die Erhaltung des Regenwaldes in seiner Heimat, dem Kongo, wurde René Ngongo ausgezeichnet. Der 1961 in Kisangani geborene Biologe gründete 1994 die Umweltorganisation „Ocean“ (Organisation Concertée des Ecologistes et Amis de la Nature), die sich mit vielfältigen Aktionen gegen die Abholzung der Regenwälder im Kongo einsetzt. Wie er dazu kam, sich für den Schutz des Regenwaldes zu engagieren, beschreibt er in einem Interview, das er Greenpeace 2007 gegeben hat so: „Ich denke, jeder von uns hatte ganz besondere und ganz eigene Schlüsselerlebnisse. Für mich war das der Augenblick, als man mir eine Satellitenkarte des Kongos zeigte und ich selbst sah, wie weit die Entwaldung schon fortgeschritten war. Ich habe gemerkt, dass es schon auf allen Ebenen und in sehr vielen Richtungen Firmen gibt, die sich des Holzes bemächtigen und was das für die Bevölkerung bedeutet.“

Alyn Ware (47) stammt aus Neuseeland. Er erhält den Preis für „seinen Einsatz und seine internationalen Initiativen über zwei Jahrzehnte zur Stärkung der Friedenserziehung und Schaffung einer atomwaffenfreien Welt“. Ware ist einer breiteren Öffentlichkeit kaum bekannt und wirkt mehr im Hintergrund. Er hat mehrere friedenspolitische Initiativen ergriffen und wirkt in mehreren Organisationen mit. So ist er Mitbegründer und Koordinator des Parlamentarischen Netzwerks für Nukleare Abrüstung und Nichtverbreitung (PNND). Dabei handelt es sich um ein Forum für Politiker, die Strategien für die nukleare Abrüstung entwickeln wollen. Das Netzwerk berät Abgeordnete bei Gesetzesinitiativen in ihren Parlamenten. Außerdem arbeitet Ware in der „Peace Foundation“ mit, die sich der Verbreitung einer Friedenspädagogik für Kinder verschrieben hat, und berät das „Anwaltskomitee für Atompolitik“ (USA) und die „Internationale Organisation der Anwälte gegen Atomwaffen“. Ware gehört auch zu den Unterstützern des weltweiten Marsches für Frieden und Gewaltfreiheit, der am 2. Oktober 2009 begann und zu dem auch von vielen anderen bedeutenden Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aufgerufen wird.

Vierte Preisträgerin ist die australische Ärztin Catherine Hamlin (85), die seit 1959 in Äthiopien als Hebamme und Gynäkologin arbeitet. Zusammen mit ihrem Mann entwickelte sie eine Behandlungsmethode zur Behandlung von Frauen, die bei der Geburt ihrer Kinder innere Verletzungen der Blasenwand erlitten, einer in Europa kaum bekannten Krankheit. In Afrika leiden tausende Frauen unter dieser Krankheit. Hamlin gründete ein eigenes Hospital zur Behandlung der Krankheit und kann so bis zu 3.000 Mütter jährlich behandeln. Ein Drittel ihrer Patientinnen stammt aus Äthiopien. In der Begründung für die Verleihung des Preises heißt es, sie erhalte den Preis, weil sie sich „seit 50 Jahren der Behandlung von Patientinnen mit Geburtsfisteln widmet und dabei die Gesundheit, Hoffnung und Würde von Tausenden ärmster afrikanischer Frauen wiederhergestellt hat“. Das von ihr gegründete Krankenhaus wird ausschließlich durch Spenden finanziert.

Hamlin, Ware und Ngongo teilen sich das Preisgeld von 150.000 Euro. Die Preisverleihung findet am 9. Dezember im schwedischen Parlament statt. Der alternative Nobelpreis definiert sich in Abgrenzung zum offiziellen Nobelpreis, der vor allem Preisträger aus der westlichen Welt auszeichnet und an feste Kategorien gebunden ist. Für den alternativen Nobelpreis kann jeder Vorschläge einbringen. Ausgezeichnet werden Menschen, die sich durch besonderes Engagement bei der Lösungen von Problemen auszeichnen und dafür praktische Lösungen anbieten. Die Jury begründete ihre Wahl mit den Worten, es würden dieses Jahr Menschen ausgezeichnet, die sich Verdienste dabei erworben hätten, um „den Klimawandel zu begrenzen, die Welt von Atomwaffen zu befreien und um lebenswichtige medizinische Behandlung auch für die Armen und Benachteiligten bereitzustellen“.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Nobelpreise

Weblinks

Commons-logo.svg Wikimedia Commons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema „Category:The Right Livelihood Award 2009“.

Quellen

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November 8, 2007

Sorge um neuen Krieg zwischen Eritrea und Äthiopien

Sorge um neuen Krieg zwischen Eritrea und Äthiopien

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Veröffentlicht: 22:35, 8. Nov. 2007 (CET)
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Brüssel (Belgien) / Asmara (Eritrea) / Addis Abeba (Äthiopien), 08.11.2007 – Nach einem Bericht der International Crisis Group könnte ein Krieg zwischen den beiden Ländern um den umstrittenen Grenzverlauf unmittelbar bevorstehen. Sie verlangt daher ein Eingreifen von UNO und den Vereinigten Staaten in den Konflikt.

Mittlerweile sind jeweils über 100.000 Soldaten an der Grenze stationiert. Die International Boundary Commission gab den Kontrahenten bis Ende November Zeit, sich auf eine gemeinsame Grenze zu einigen, oder es werde eine Grenze festgelegt. Ausländische Diplomaten befürchteten, dies könne einen Krieg heraufbeschwören.

Äthiopien hatte am 25. September diesen Jahres damit gedroht, das im Jahr 2000 in der algerischen Hauptstadt vereinbarte Friedensabkommen aufzukündigen. Als Reaktion beschuldigte Eritrea die andere Seite, wiederholt das Abkommen verletzt zu haben.

Etwa 80.000 Tote verursachte die kriegerische Auseinandersetzung zwischen 1998 und 2000. Seitdem sind 1.700 Blauhelme auf dem Gebiet Eritreas stationiert und überwachen die Pufferzone.

Quellen

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June 11, 2007

Äthiopien: Gericht spricht 38 Oppositionspolitiker schuldig

Äthiopien: Gericht spricht 38 Oppositionspolitiker schuldig

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Veröffentlicht: 23:10, 11. Jun. 2007 (CEST)
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Addis Abeba (Äthiopien), 11.06.2007 – Im Zusammenhang mit gewaltsamen Unruhen nach den Parlamentswahlen im Mai 2005 hat ein äthiopisches Gericht heute 38 Oppositionspolitiker für schuldig erklärt. Dies berichten verschiedene Nachrichtenagenturen unter Berufung auf lokale Medien. Den Politikern wird vorgeworfen, die Verfassung gebrochen zu haben.

Laut Reuters begann der Prozess gegen 131 Aktivisten aus der Zivilgesellschaft, Oppositionspolitiker und Journalisten im Dezember 2005. Inzwischen wurden 45 Personen freigesprochen und 36 in Abwesenheit verurteilt. Den Angeklagten sei unter anderem Hochverrat, Anstiftung zu Gewalt und versuchter Völkermord vorgeworfen worden. Den umstrittenen Anklagepunkt „versuchter Völkermord“ hatte der zuständige Richter fallen lassen. In einem anderen Verfahren waren 55 Mitglieder der oppositionellen „Coalition for Unity and Democracy“ wegen Beteiligung an einem bewaffneten Aufstand angeklagt. Sollten die Angeklagten im aktuellen Prozess tatsächlich rechtskräftig verurteilt werden – was Reuters zufolge im nächsten Monat (laut „metimes.com“ und AP am 8. Juli) geschehen könnte – droht den Oppositionspolitikern die Todesstrafe oder eine lebenslängliche Haftstrafe.

Bis zu 200 Menschen kamen bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften während der Massenproteste gegen die Parlamentswahlen 2005 ums Leben. Unter den Toten waren sechs Polizisten und mindestens 193 Zivilisten. Die Unruhen in der Hauptstadt des Landes dauerten von Juni bis November 2005 an. Die Opposition hatte das Ergebnis und den Verlauf der Wahl kritisiert. Der Regierung von Ministerpräsident Meles Zenawi warf die Opposition vor, die Wahl gefälscht zu haben. Meles Zenawi hatte diese Vorwürfe zurückgewiesen und die Opposition beschuldigt, sie wolle seine Regierung gewaltsam stürzen. Zudem brüstete sich die Regierung damit, nach Jahren der Militärherrschaft ein Mehrparteiensystem eingeführt zu haben. Beobachter der EU sprachen im Zusammenhang mit der Wahl von Unregelmäßigkeiten, die die Wahl ruiniert hätten. Aufgrund des gewaltsamen Vorgehens der Sicherheitskräfte stellten einige Geldgeber, darunter das Vereinigte Königreich und die Europäische Union, Hilfszahlungen für Äthiopien zum Teil ein. BBC News berichtete, dass eine unabhängige Untersuchung durch einen äthiopischen Richter zu dem Schluss gekommen sei, dass die Polizei damals übermäßige Gewalt ausgeübt habe.

Laut BBC News erkannten die Oppositionspolitiker das Gericht nicht an und brachten keine Beweise zu ihrer Verteidigung vor. Aus diesem Grund habe der Richter keine andere Möglichkeit gesehen, als auf schuldig zu plädieren. Laut der Nachrichtenagentur AP sind nur neun der Angeklagten mit einem Rechtsanwalt vor Gericht erschienen. Internationale Menschenrechtsorganisationen haben den Prozess verurteilt. Die äthiopische Opposition hält das Verfahren für „politisch motiviert“.

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December 29, 2006

Krieg in Somalia: Islamisten ziehen sich aus Mogadischu zurück

Krieg in Somalia: Islamisten ziehen sich aus Mogadischu zurück

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Artikelstatus: Fertig 13:34, 29. Dez. 2006 (CET)
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Mogadischu (Somalia), 29.12.2006 – Eine neue Entwicklung im Somalia-Krieg: Die Islamisten ziehen sich aus der Metropole Mogadischu zurück, die sie seit Juni 2006 unter ihrer Kontrolle hatten. Sie überlassen der Übergangsregierung das Feld. Deren Regierungschef Ali Mohamed Geidi kehrte vom provisorischen Regierungssitz Baidoa in die Hauptstadt zurück.

Die Wende in dem Land gelang, als die äthiopische Armee in die Kämpfe eingriff. Als Folge des Einmarschs der Armee wurden die Verbote, die durch die Islamisten erlassen wurden, wieder aufgehoben. Kinos dürfen wieder öffnen, auch darf wieder Unterhaltungsmusik gehört werden.

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December 25, 2006

Kriegserklärung Äthiopiens gegen somalische Islamisten

Kriegserklärung Äthiopiens gegen somalische Islamisten

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Artikelstatus: Fertig 19:11, 25. Dez. 2006 (CET)
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Mogadischu (Somalia) / Addis Abeba (Äthiopien), 25.12.2006 – In Somalia herrscht Krieg. Die äthiopische Regierung erklärte gestern offiziell den Kriegszustand gegenüber den islamistischen Milizen Somalias. Nach einer Kriegserklärung vom Sonntagabend flog Äthiopiens Luftwaffe Angriffe auf den vor kurzem wieder eröffneten Flughafen von Mogadischu sowie einen weiteren ehemaligen Militärflughafen, der 110 Kilometer von Mogadischu entfernt liegt (Ballidogle). Im Grenzgebiet gingen äthiopische Bodentruppen gegen islamistische Milizionäre in der Nähe des Grenzortes Beledweyne vor. Es wird von schweren Gefechten berichtet, die zur Rückeroberung der islamistischen Hochburg geführt hätten. Bei den Kämpfen sollen mehrere hundert Menschen getötet worden sein. Zehntausende Menschen sollen sich in der Region auf der Flucht befinden. Die Europäische Union (EU) warnte in einer Erklärung vor einer Ausweitung der Kämpfe zu einem Flächenbrand, der die gesamte Region am Horn von Afrika in Mitleidenschaft ziehen könnte.

Der äthiopische Ministerpräsident Meles Zenawi begründete die Kriegserklärung am Sonntagabend in einer Fernsehansprache: „Um uns gegen den Angriff der Union der Islamischen Gerichte zu wehren, sind wir heute gezwungen, in den Krieg zu ziehen.“ Das Parlament habe eine Resolution zur Verteidigung der Souveränität Äthiopiens gefasst. Mit seinem Angriff unterstützt Äthiopien die international anerkannte somalische Übergangsregierung gegen den so genannten „Rat der Islamischen Gerichte“, der große Teile des Landes kontrolliert. Äthiopien will in dem Nachbarland, mit dem es bereits mehrfach Krieg führte, einen islamischen Gottesstaat verhindern. Die Übergangsregierung unterstützte das Eingreifen Äthiopiens und schloss die Grenzen des Landes. Die Islamisten sollen wiederum mit Waffen aus Eritrea unterstützt werden. Eritrea ist mit Äthiopien verfeindet.

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