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February 12, 2006

Die Stimme des Vatikans sendet seit 75 Jahren

Die Stimme des Vatikans sendet seit 75 Jahren

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Artikelstatus: Fertig 00:57, 12. Feb. 2006 (CET)
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Vatikanstadt, 12.02.2006 – Der Vatikan feiert derzeit ein Jubiläum nach dem anderen. Erst am 22.01.2006 wurde das 500-jährige Jubiläum der Schweizergarde gefeiert – Wikinews berichtete –, und am heutigen Sonntag feierte Radio Vatikan seinen 75-jährigen Geburtstag.

Geschichte

Nach dem Abschluss der Lateranverträge – und damit auch der Anerkennung des Vatikans durch Italien – war es dem Heiligen Stuhl möglich einen eigenen Hörfunksender zu eröffnen. Erster Direktor wurde am 21. September 1930 der Jesuitenpater Giuseppe Gianfranceschi. Der Radiosender des Vatikans ging am 12.02.1931 mit einer persönlichen Ansprache von Papst Pius XI. auf Sendung. Er sendet seit damals über Kurzwelle und mittlerweile auch via Satellit und Internet Nachrichten von der Kirche und dem Vatikan in die ganze Welt. Anfangs war das recht unregelmäßige Programm für die Kardinäle und Vertreter des Heiligen Stuhls auf der ganzen Welt gedacht. Man versandte sogar Radios, damit die Worte des Papstes überall gehört werden konnten.

Während und nach dem zweiten Weltkrieg nutzte man den Sender auch, um Suchmeldungen nach Personen auszustrahlen. Außerdem wurden damals erstmals gleiche Nachrichten in verschiedenen Sprachen, darunter auch Deutsch, im Radio Vatikan ausgestrahlt. Kritiker meinten aber, dass sich der Sender viel mehr gegen das deutsche Regime hätte wenden sollen. Ihnen waren die Informationen aus der Kirche und die wenigen Kommentare, die teils auch gegen das Regime zielten, nicht genug. Während des Kalten Krieges wurde das Programm auch in Sprachen des Ostblocks ausgestrahlt. Heute sind die Nachrichten des Vatikans in 47 Sprachen zu hören. Dabei versucht man die Sendeplätze so zu legen, dass jeder seine Sprache am Morgen und am Abend hört.

Bedeutsam war auch 1954, als ein Großteil der vatikanischen Sendeanlagen an seinen heutigen Standort bei Santa Maria di Galeria ausgelagert wurde, und, dass sie in 1957 eingeweiht wurden.

Durch die Vergrößerung Roms zogen auch immer mehr Menschen in die unmittelbare Umgebung der Sendeanlage. Im Jahr 2000 wurden Häufungen von Leukämiefällen in der Umgebung in direktem Zusammenhang mit der Sendeanlage gebracht. Eine Bürgerinitiative zog gegen den Sender auf. Jedoch wurde durch ein Gericht festgestellt, dass man den Sender nicht belangen kann, da er auf exterritorialem Gebiet steht. Entgegen der Vermutung von Anwohnern beteuert Radio Vatikan, immer die EU-Richtlinien eingehalten zu haben. Man fuhr sogar die Sendeleistung herunter und verlagerte die Sendungen teilweise auf die Sendestation in Montecarlo.

Dass der Vatikan große Stücke auf seinen Sender hält, ist heute vor allem durch die Ausgaben zu sehen. Die Kosten sollen sich auf 20 Millionen Euro belaufen. Das entspricht zehn Prozent des Haushaltes des kleinsten Staates der Welt. Des Weiteren erhielt die „Stimme des Vatikans“ auch von Papst Benedikt XVI. die Rechte an der „Stimme des Papstes“.

Redaktion

Heute besteht die Redaktion des Senders aus mehreren sprachlich getrennten Redaktionen. Die Leitung des Senders liegt seit ihrer Gründung in der Hand des Jesuitenordens. Die wichtigsten Stellen im Sender liegen daher fest in der Hand von Jesuiten. Dennoch sind auch Laien als Chefs von Sprachabteilungen und als Redakteure eingesetzt. Die deutsche Redaktion wird durch Pater Eberhard von Gemmingen SJ geführt.

Sendeanlagen

Die erste Sendeanlage stand mit einem Zehn-Kilowatt-Kurzwellensender und zwei Richtantennen in den Vatikanischen Gärten. Sie wurde hier durch belgische, britische und italienische Techniker nach den Plänen von Guglielmo Marconi erbaut. Jedoch stand den Radiomachern am Anfang nur eine Sprechkabine zur Verfügung. Erst 1937 wurde der Sender mit einem 25 Kilowatt-Kurzwellensender und neuen Richtantennen ausgestattet. Zuzüglich erhielt er 1939 ein eigenes Studio in der ehemaligen Sternwarte.

Ab 1954 erbaute man innerhalb von drei Jahren eine weitere Sendeanlage in Santa Maria di Galeria. Grund dafür war, dass eine Erweiterung um einen Zehn-Kilowatt-Kurz- und einen 100-Kilowatt-Mittelwellensender nicht mehr auf das Gelände des kleinen Vatikanstaates passte. Dennoch verblieben einige Sendeanlagen des vatikanischen Hörfunks im Vatikan selbst. Das 440 Hektar große Gebiet bei Santa Maria di Galeria wurde bereits 1952 für exterritorial erklärt.

Von 1961 bis 1962 konnten zwei weitere 100-Kilowatt-Sender durch Spenden erbaut werden. Unter dem Pontifikat von Papst Paul VI. wurde die Sendestation 1975 um einen 500-Kilowatt-Kurzwellensender erweitert.

Seit 2004 sendet Radio Vatikan auch einige Sendungen über digitale Kurzwelle, das so genannte Digital Radio Mondiale (DRM).

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Quellen

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April 2, 2005

Karol Wojtyla ist tot

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Karol Wojtyla ist tot

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Vatikanstadt, 02.04.2005 – Papst Johannes Paul II., der in der Nacht zum Freitag einen Herzinfarkt erlitten hatte, ist heute Abend um 21:37 Uhr in seiner Wohnung im apostolischen Palast im Alter von 84 Jahren verstorben. Dies teilte Joaquin Navarro-Valls, ein Sprecher des Vatikans, mit.

Der in der polnischen Stadt Wadowice als Karol Józef Wojtyła geborene, war nach Pius IX. (1846-1878) und Petrus (33-67) der am längsten amtierende Papst, vom 16. Oktober 1978 bis zu seinem Tod, am Abend des 2. April 2005.

Johannes Paul II. zu Lebzeiten

In den vergangenen Tagen hatte sich der Zustand des Papstes massiv verschlechtert. In der Nacht zu Freitag erlitt er einen Zusammenbruch des Herz- Kreislaufsystems und eine Blutvergiftung. Zuletzt hatte der Papst hohes Fieber und verlor zunehmend das Bewusstsein. Seit Jahren litt der Papst an der Parkinson-Krankheit.

Berichten des Italienischen Fernsehens zufolge habe Wojtyla noch einen letzten Zettel, der an polnische Schwestern und Priester gerichtet gewesen seien soll, mit den Worten: „Ich bin froh, seid ihr es auch.“ geschrieben.

In Deutschland läuteten kurz nach 22:00 Uhr die Kirchenglocken. In allen Städten gingen die Menschen in die Kirchen und beteten für den Papst. Die Anteilnahme vor Ort in Rom, aber auch in Polen und Köln war überwältigend und die Kirchen bis spät in die Morgenstunden geöffnet.

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