WikiNews de

November 15, 2015

Großer Mafia-Prozess: Mehr als 40 Angeklagte stehen vor Gericht

Großer Mafia-Prozess: Mehr als 40 Angeklagte stehen vor Gericht

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 18:55, 16. Nov. 2015 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Flüchtlinge im Mittelmeer vor Italien, Juni 2015

Rom (Italien), 15.11.2015 – Am 5. November 2015 begann in der italienischen Hauptstadt ein großangelegter Prozess gegen die Mafia. Im Mittelpunkt steht Massimo Carminati, der im Dezember 2014 verhaftet worden war. Aus Sicherheitsgründen erscheint er nicht persönlich, sondern wird per Videoübertragung am Prozess teilnehmen. Die Angeklagten sollen Bestechungsgelder bezahlt haben, um staatliche Aufträge bei der Abfallbeseitigung, dem Betrieb von Flüchtlingsheimen, der Parkreinigung oder dem Straßenbau zu erhalten. Die Washingtonpost schrieb, dass die Mafia insbesondere an den Flüchtlingen, deren Zustrom in Italien in den vergangenen Jahren zugenommen habe, verdienen würde. Hierfür habe Massimo Carminati ein Netzwerk aufgebaut. So soll ein Politiker im italienischen Innenministerium 20 000 Euro im Monat erhalten haben, damit immer dieselbe Firma mit der Unterbringung und der Verpflegung der Flüchtlinge beauftragt wurde.

Italien ist das erste Ziel von zahlreichen Flüchtlingen, die über das Mittelmeer aus Nordafrika kommen. 2014 wurden in Italien mehr als 10% der Asylanträge in der EU gestellt. Aufgrund des großen Ansturms ließ der Staat im Laufe des Jahres die Flüchtlinge – ohne sie zu registrieren – in die Nachbarländer durchreisen. Dies führte – zusammen mit verstärkten kriegerischen Auseinandersetzung in Syrien – zur Flüchtlingskrise in Europa 2015.

Im Vorfeld des jetzigen Gerichtsprozesses waren seit Dezember 2014 zahlreiche Beschuldigte festgenommen worden. Auf der Angeklagebank sitzen nunmehr über 40 Personen. Sofern einem Anegklagten die Mitgliedschaft in der Mafia nachgewiesen werden kann, fällt die Strafe erheblich höher aus. Da einige bereits ein Geständnis abgelegt haben, kann das Verfahren in diesen Einzelfällen verkürzt werden. Es wird damit gerechnet, dass der Prozess bis Juli 2016 dauern wird.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Wikinews-logo.svg   Portal:Italien

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

August 16, 2014

Lebenslange Freiheitsstrafe für Mord an Phoolan Devi

Lebenslange Freiheitsstrafe für Mord an Phoolan Devi

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 16:08.2014, 06:12 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Neu-Delhi (Indien), 16.08.2014 – Nachdem letzte Woche der Prozess um den Mord der indischen Politikerin Phoolan Devi nach 13 Jahren mit einem Schuldspruch für den Hauptangeklagten Sher Singh Rana und dem Freispruch von zehn weiteren Angeklagten zu Ende gegangen ist, wurde nun das Strafmaß verkündet. Rana wurde wegen Mordes und versuchten Mordes zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Ihm wurde weiterhin eine Geldstrafe von 100.000 Rupien auferlegt. Die Anklage hatte die Todesstrafe gefordert. Der Angeklagte hatte um ein mildes Urteil gebeten, da er sich um seine alte Mutter kümmern müsse.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Schuldspruch im Prozess um Mord an Phoolan Devi ergangen (10.08.2014)

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

August 10, 2014

Schuldspruch im Prozess um Mord an Phoolan Devi ergangen

Schuldspruch im Prozess um Mord an Phoolan Devi ergangen

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 10.08.2014, 16:21 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Neu-Delhi (Indien), 10.08.2014 – 13 Jahre nach dem Beginn des Prozesses um den Mord an Phoolan Devi, die als Banditenkönigin bekannt wurde, und die später Politikerin und indische Parlamentsabgeordnete war, ist am Freitag ein Schuldspruch von einem Gericht in Delhi ergangen. Der Angeklagte Sher Singh Rana, der von Anfang an als der Hauptverdächtige in dem Fall galt, wurde schuldig gesprochen, während zehn Mitangeklagte aus Mangel an Beweisen freigesprochen wurden. Ein weiterer Angeklagter war 2013 nach einem Herzinfarkt im Gefängnis gestorben. Bei der Urteilsverkündung wurden vier der elf Angeklagten aus dem Gefängnis vorgeführt, die anderen befanden sich gegen Kaution bereits in Freiheit. Der Richter befand Rana des Mordes, des versuchten Mordes und der Verschwörung für schuldig. Als der Richter den Schuldspruch verkündete, rief Rana empört aus, warum er denn allein verurteilt würde, es seien doch auch andere bei der Tat anwesend gewesen.

Mit dem Prozess waren im Laufe der Jahre bereits zwölf weitere Richter beschäftigt, und das Gericht hörte 171 Zeugen für die Anklage. Kriminaltechnische Untersuchungen von Kleidung und einer Waffe, die von der Polizei nach der Flucht der Täter sichergestellt wurden, ordnen diese eindeutig Rana zu und identifizieren die Pistole als eine der Tatwaffen. Insgesamt wurden drei maskierte und bewaffnete Männer am Tatort gesehen.

Rana soll den Mord an der Politikerin der Samajwadi Party maßgeblich geplant und durchgeführt haben, um sich als Führer der Thakur, eines indigenen indischen Volkes, herauszustellen, so die offizielle Ansicht des Gerichts. Aber vor allem in der Öffentlichkeit hält sich die Ansicht, dass es Rache für den Mord an einem Cousin Ranas war, den Devi verübt haben soll, um sich ihrerseits für eine Vergewaltigung zu rächen. Noch andere Erklärungen für den Mord zielen auf Devis Herkunft aus einer niedrigen Kaste und stellen den Zusammenhang mit dem Mord an Ranas Cousin dadurch her, dass er nur einer von 22 Getöteten war, die alle aus einer höheren Kaste als Devi kamen.

Rana war bereits 2001, nur zwei Tage nach dem Mord verhaftet und später angeklagt worden, doch ihm gelang 2004 die Flucht aus dem Tihar-Gefängnis in Delhi. 2006 wurde er in Kalkutta erneut verhaftet und in eine Hochsicherheitsabteilung im gleichen Gefängnis gebracht. Durch die fluchtbedingte Unterbrechung wurde die Verhandlung in die Länge gezogen, doch Prozesse, die sich über viele Jahre erstrecken, sind für die indische Justiz generell eher die Regel als die Ausnahme.

2012 erstritt Rana vor Gericht sein Recht, sich aus dem Gefängnis heraus als unabhängiger Kandidat um einen Sitz im Parlament des indischen Teilstaates Uttar Pradesh zu bewerben; er scheiterte allerdings bei der Wahl. Im gleichen Jahr veröffentlichte er eine Autobiographie mit dem Titel „Jail Diary“.

Das Strafmaß soll am 12. August verkündet werden. Eine Berufung gegen das Urteil vor einem der höchsten indischen Gerichte, dem High Court von Delhi, ist dabei vom Gericht ausdrücklich nicht ausgeschlossen worden.

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

July 31, 2014

China: Klage gegen Konversionstherapie von Gericht angenommen

China: Klage gegen Konversionstherapie von Gericht angenommen

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 31.07.2014, 03:30 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.
LGBT flag map of the People's Republic of China.svg

Peking (China), 31.07.2014 – Ende Juli wird ein für chinesische Verhältnisse sensationeller Prozess in Peking vor Gericht gebracht. Der Mann, der sich selbst als „Xiao Shen“ gegenüber den Medien vorstellte, klagt gegen die Anwendung der Reparativtherapie (auch als Konversionstherapie bekannt), die ihn – so der Anspruch der Ärzte – von seiner Homosexualität heilen sollte.

Homosexualität wurde in China 2001 von der Liste der psychischen Krankheiten gestrichen, doch die Vorurteile sind tief in der Gesellschaft verankert, und selbst chinesische Ärzte sehen die sexuelle Orientierung immer noch als durch medizinische Eingriffe als korrigierbar an. Deshalb scheuen sich viele chinesische Homosexuelle, ärztliche Hilfe bei psychologischen Problemen zu suchen, weil sie ein erzwungenes Outing befürchten. Doch rund 10 Prozent der chinesischen Homosexuellen haben bereits eine Therapie in Betracht gezogen, und viele beugen sich dem Druck vor allem ihrer Familien und unterziehen sich der in China offen beworbenen Behandlung. Eine Art der Behandlung sieht therapeutische Gespräche vor, doch die Behandlungsmethode, die jetzt vor Gericht verhandelt werden soll und einige tausend Euro kosten kann, besteht darin, die Patienten mit Elektroschocks zu behandeln. Der Kläger fand die Behandlung nach der ersten Sitzung so unerträglich, dass er sie nach nur einer Sitzung abbrach und die Klage gegen diese Therapieform anstrebte, um weiteren Betroffenen eine derartige Therapie in Zukunft zu ersparen.

In Europa und Amerika wird die Konversionstherapie schon länger nicht mehr von seriösen Ärzten oder Therapeuten angewendet, obwohl sie gerade in evangelikalen Kreisen noch immer als sinnvoll gelobt und praktiziert wird. Der Weltärztebund hat 2013 die Konversionstherapie in einem Beschluss als unwirksam und unter Umständen sogar gesundheitsschädlich strikt abgelehnt.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • „Lieber Papa, bitte akzeptiere, dass ich eine Lesbe bin.“ (31.01.2014)

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

July 9, 2014

Vorstand der HSH-Nordbank freigesprochen

Vorstand der HSH-Nordbank freigesprochen

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 10.07.2014, 09:15 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Strafjustizgebäude des Landgerichts Hamburg

Gebäude der HSH Nordbank in Kiel

Hamburg (Deutschland), 09.07.2014 – Das Landgericht Hamburg hat sechs ehemalige Mitglieder des Vorstands der HSH Nordbank überraschend freigesprochen. Darunter waren der frühere Vorstandsvorsitzende Hans Berger sowie sein Nachfolger Dirk Jens Nonnenmacher. Angeklagt waren sie wegen Untreue in einem besonders schweren Fall. Die Richter begründeten ihre Entscheidung damit, dass die Angeklagten ihre Pflichten nicht vorsätzlich verletzt hätten. Die “Grauzone in Richtung Strafbarkeit” sei nicht überschritten worden. Die Staatsanwaltschaft kündigte an, zu prüfen, ob sie beim Bundesgerichtshof Revision einlegen will.

2007 hatten die Angeklagten das umstrittene Kreditgeschäft “Omega 55” abgeschlossen. Nach Meinung der Staatsanwaltschaft hätten sie die Risiken nicht abschätzen können. Der dabei entstandene wirtschaftliche Schaden wird auf knapp 53 Millionen Euro geschätzt.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

March 3, 2013

Strafprozess gegen ehemalige Gesellschafter der Oppenheimbank eröffnet

Strafprozess gegen ehemalige Gesellschafter der Oppenheimbank eröffnet

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 22:12, 3. März 2013 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Köln (Deutschland), 03.03.2013 – Am Mittwoch, den 27. Februar wurde vor dem Landgericht in Köln der Strafprozess gegen vier ehemalige Führungspersonen der 1789 gegründeten Privatbank Sal. Oppenheim jr. & Cie. AG & Co. KGaA und gegen einen Bauunternehmer eröffnet. Ihnen wird Untreue in besonders schweren Fällen vorgeworfen, der Schaden wird auf insgesamt rund 134 Millionen Euro geschätzt. Angeklagt sind Friedrich Carl Janssen, Christopher Freiherr von Oppenheim, Dieter Pfundt und Matthias Graf von Krockow – sie waren persönlich haftende Gesellschafter der Bank.

Außerdem steht der Bauunternehmer und Immobilienentwickler Josef Esch vor Gericht, der seine meisten Projekte in Zusammenarbeit mit der Privatbank durchführte. Seine Immobilienprojekte sollen jährliche Renditen von bis zu 25 Prozent erbracht haben. Er hatte im Bankhaus ein eigenes Büro und nahm an den Gesellschafterversammlungen teil. Eines seiner Projekte waren die Nordhallen der Kölner Messe. Der Auftrag wurde ohne öffentliche Ausschreibung an Esch vergeben, die Sparkasse KölnBonn war in die Geschäfte verwickelt. Im Jahr 2010 entstand ein Verlust in Höhe von 34 Millionen Euro. Bei Fernsehstudios in Köln-Ossendorf und Hürth summierten sich bis zum Jahr 2008 die Verluste auf 80 bis 100 Millionen Euro.

Das Verfahren ist einer der größten Wirtschaftsstrafprozesse der Nachkriegszeit. Sal. Oppenheim galt 2008 noch als die größte unabhängige Privatbankgruppe Europas. Am 28. Oktober 2009 wurde die Übernahme des Gesamtkonzerns durch die Deutsche Bank bekannt gegeben. Die Führung wurde komplett ausgewechselt, und damit endete nach 220 Jahren die Geschichte als familiengeführte Privatbank.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Wirtschaft

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

April 28, 2012

Fall Timoschenko: SPD Chef Gabriel fordert Politiker zum Boykott der EM auf

Fall Timoschenko: SPD Chef Gabriel fordert Politiker zum Boykott der EM auf

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 14:56, 28. Apr. 2012 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Timoschenko im Sitzungssaal beim ersten Strafprozess gegen sie in der Ukraine

Berlin (Deutschland) / Kiew (Ukraine), 28.04.2012 – Die umstrittene Strafhaft gegen die Ex-Ministerpräsidentin Julija Tymoschenko wird ohne Rücksicht auf die wachsende Kritik im Ausland fortgesetzt, eine notwendige Behandlung im Ausland verweigert. Der Parteivorsitzende der SPD, Sigmar Gabriel, forderte jetzt zum Boykott der Fußball-Europameisterschaft auf. Auch Mitglieder anderer deutscher Parteien zeigten Unverständnis und sprachen sich für Konsequenzen aus.

Sigmar Gabriel
(Archivbild 2012)

Im engen Benehmen mit der Bundesregierung hatte Bundespräsident Joachim Gauck erst vor wenigen Tagen bekanntgegeben, dass er wegen des Umgangs der Ukraine mit der inhaftierten und schwer erkrankten Ex-Ministerpräsidentin Julia Tymoschenko, nicht an einem Treffen der zentraleuropäischen Staatsoberhäupter in Jalta teilnehmen wird. Wolfgang Bosbach (CDU) ist Sprecher des Innenausschusses im Bundestag; er äußerte sich ebenfalls, Europa müsse dem Regime in der Ukraine jetzt entschlossen entgegentreten. SPD-Chef Gabriel: „Solange in der Ukraine Menschen aus politischen Gründen in Haft gehalten und misshandelt werden, kann es keinen normalen Umgang mit dem Land geben. Unter diesen Umständen kann auch das Assoziierungsabkommen mit der EU nicht ratifiziert werden“, man müsse aufpassen, dass man nicht zu Claqueuren des Regimes werde. Denn möglicherweise sitze man in den Stadien neben Gefängnisdirektoren und Geheimpolizisten. Der CSU-Innenexperte Hans-Peter Uhl forderte weitere Gesten der Missbilligung durch deutsche Regierungsvertreter. „Der Umgang mit Frau Timoschenko wird Konsequenzen haben für den Umgang der EU mit Visa-Erleichterungen für Ukrainer“, sagte Philipp Mißfelder von der CDU.

Timoschenko ist weiter im Hungerstreik. Sie soll im Gefängnis von einer Wärterin geschlagen worden und ernstlich erkrankt sein.

Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) forderte die Führung der Ukraine auf, die Inhaftierte ausreisen zu lassen, um ihr eine ärztliche Behandlung zu ermöglichen. Man solle die Möglichkeiten der Europameisterschaft nutzen, sich positiv darzustellen. Der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz (SPD): „Die EU ist eine Werte- und Rechtsgemeinschaft und erwartet von Ländern, mit denen wir solche Assoziierungsabkommen schließen, dass sie sich an diese Werte halten.“ Er sieht das das Abkommen mit der EU über wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit in Gefahr. Er gab an, selbst nach einer Lösung zu suchen, bei der alle Beteiligten ihr Gesicht wahren könnten.

Timoschenko selbst sprach sich gegen eine Absage der Europameisterschaft aus. Gaucks Absage nannte sie „ein sehr starkes Signal der Unterstützung und Solidarität“.

Richter Konstantin Sadowski eröffnete vor einer Woche in der Stadt Charkow den Prozess gegen Timoschenko wegen angeblicher Steuerhinterziehung und Veruntreuung; hier drohen ihr nochmals zwölf Jahre Haft. Die Verhandlung wurde dann auf den 21. Mai vertagt. Die Anwälte der Angeklagten, die wegen eines Wirbelbruchs nur noch liegen kann, sagten, sie sei prozessunfähig und müsse, wie von Ärzten der Berliner Charité empfohlen, im Ausland behandelt werden. Vor dem Gerichtsgebäude kam es zu Protesten von Anhängern und Gegnern der Ex-Ministerpräsidentin.

In der Heimatstadt Dnjepropetrowsk von Timoschenko explodierten am Freitag bei einer Serie von Anschlägen vier Bomben, 29 Menschen wurden verletzt. Daraufhin wurden Sicherheitsbedenken zur Durchführung einer Großveranstaltung laut.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 11, 2012

Dachau: Staatsanwalt im Gericht erschossen

Dachau: Staatsanwalt im Gericht erschossen

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 21:31, 11. Jan. 2012 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Dachau (Deutschland), 11.01.2012 – Während eines Prozesses im Amtsgericht Dachau hat der Angeklagte am Mittwochnachmittag den Staatsanwalt niedergeschossen. Der 31-jährige Beamte erlag im Krankenhaus seinen Verletzungen.

Dem 54-jährigen Angeklagten wurde in der mündlichen Verhandlung vorgeworfen, Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von insgesamt 44.000 Euro nicht gezahlt zu haben. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Informationen der Nachrichtenagentur dapd. Die Strafhöhe für das Vergehen liegt zwischen einer Geldstrafe und fünf Jahren Haft.

Gegen 16.00 Uhr, bei der Urteilsverkündung, zog der Angeklagte plötzlich eine Waffe und schoss auf den Staatsanwalt. Dieser wurde von drei Kugeln in Arm, Schulter und Bauch getroffen. Auch auf den Richter soll geschossen worden sein; ob dieser verletzt wurde, ist nicht bekannt. Polizisten überwältigten den Täter; der Staatsanwalt wurde in das Krankenhaus gebracht. Mehrere Personen im Gerichtssaal erlitten einen Schock.

Wie der Täter die Waffe in den Gerichtssaal schmuggeln konnte, ist noch nicht bekannt. Trotz erhöhter Sicherheitsvorkehrungen wegen Anschlägen in den vergangenen Jahren habe es in dem Gebäude keine Personenkontrollen gegeben. Noch am heutigen Abend wollen die Behörden auf einer Pressekonferenz über Einzelheiten der Tat unterrichten.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Portal:Tötungsdelikte

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

October 23, 2011

Paris: Deutscher Arzt zu 15 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt

Paris: Deutscher Arzt zu 15 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 19:52, 23. Okt. 2011 (CEST)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.
Injection Syringe 01.jpg

Paris (Frankreich), 23.10.2011 – Der 76-jährige deutsche Arzt Dieter K. wurde von einem Pariser Schwurgericht zu 15 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Er wurde für schuldig befunden, im Juli 1982 seine 14-jährige Stieftochter Kalinka Bamberski in Lindau am Bodensee getötet zu haben. Das Urteil lautet auf Körperverletzung mit Todesfolge.

In der Nacht vom 9. auf den 10. Juli 1982 starb das Mädchen im Haus des Arztes Dieter K., nachdem dieser ihr eine Spritze gegeben hatte. Dort hatte die 14-Jährige zusammen mit dem Bruder, die Mutter und deren neuen Lebensgefährten besucht. Der jetzt 76-Jährige hatte nach dem Auffinden der Leiche keine Polizei verständigt, obwohl er dies mit dem Notarzt so abgesprochen hatte. Er rief lediglich einen Bestattungsunternehmer, der nach seinem Eintreffen die Polizei verständigte. Ein Gerichtsmediziner stellt zahlreiche Einstiche und eine „ungewöhnlich fortgeschrittene Fäulnis“ an der Leiche fest. An den Genitalien weißliche Flüssigkeit, die Schamlippe ist verletzt, in der Vagina befinden sich Blutspuren. Die Verletzung wird als post mortem eingestuft. Die Beschuldigung, der Arzt habe das Mädchen betäubt und vergewaltigt, wurde nie ausgeräumt, die deutsche Justiz lehnte eine Auslieferung nach Frankreich ab. Im September 1987 hatte sich das Oberlandesgericht München letztinstanzlich in Deutschland mit dem Fall beschäftigt und festgestellt, dass die Spritze nicht ursächlich für den Tod von Kalinka gewesen ist.

Der Stiefvater leugnet bis heute die Tat. Er habe dem Mädchen lediglich ein Eisenpräparat gespritzt und später eine Schlaftablette gegeben. Dabei galt das Mädchen als gesund, eine Anämie, wie sie der Stiefvater behandeln wollte, war nicht bekannt. Weitere Erklärungen des jetzt Verurteilten machen seine Angaben nicht glaubwürdiger. Ein Bräunungsmittel habe er ihr verabreicht und sieben weitere Medikamente im Zeitraum von sechs Stunden injiziert, dabei muss die Leichenstarre längst eingetreten sein, was einem Arzt nicht entgangen sein dürfte.

Vielleicht wäre bei einer konsequenten Verfolgung der Tat 1997 einem 16-jährigem Mädchen der Missbrauch durch Dieter K. erspart geblieben. Sie war Patientin des Arztes und hatte ihn wegen Vergewaltigung angezeigt, nachdem er sie betäubt und in diesem Zustand sexuell missbraucht hatte. Im Laufe des in Paris geführten Prozesses wurden Akten von Beschwerden von sieben Frauen vorgelegt, die er in den 1990er Jahren mit eindeutigem Motiv belästigt haben soll. Weitere Mädchen meldeten sich und gaben an von dem Arzt missbraucht worden zu sein. 1997 war er wegen der Vergewaltigung der 16-Jährigen zu zwei Jahren Haft auf Bewährung verurteilt worden. Damals verlor er die Zulassung als Arzt, illegal übte er den Beruf weiter aus.

Zu dem Prozess in Paris kam es nur, weil Kalinka französische Staatsbürgerin war. In Deutschland musste der Arzt nach dem Urteil des Oberlandesgerichts München nicht mehr mit einer Strafe rechnen. Die französische Justiz verurteilte 1995 Dieter K. in Abwesenheit zu 15 Jahren Gefängnis. Dieses Urteil wurde später wegen Verfahrensfehlern aufgehoben. Der leibliche Vater von Kalinka, André Bamberski konnte sich nie damit abfinden, dass der Arzt nicht zur Verantwortung gezogen wurde. 2009 ließ er ihn deshalb nach Frankreich entführen und lieferte ihn dem Zugriff der Strafverfolgungsbehörden aus. Bei der Entführung wurde Dieter K. übel zusammengeschlagen und leidet noch jetzt an den Folgen der Prügel.

Das Bundesjustizministerium und die deutsche Botschaft in Paris haben sich mit dem Fall befasst. Erreicht wurde dadurch lediglich die konsularische Betreuung. Grundsätzlich sind die deutschen Behörden der Meinung, dass sich Dieter K. in einem Rechtsstaat wie Frankreich ausreichend selbst gegen vermeintliches Unrecht wehren kann.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Frankreich
  • Portal:Tötungsdelikte

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

March 12, 2011

USA: Serienmörder erneut vor Gericht

USA: Serienmörder erneut vor Gericht – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

USA: Serienmörder erneut vor Gericht

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 18:25, 12. Mär. 2011 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Seattle (Vereinigte Staaten), 12.03.2011 – Gary Ridgway (62) wurde in den Vereinigten Staaten als Green-River-Killer bekannt. Im Zeitraum von 17 Jahren tötete er mindestens 49 Mädchen und Frauen im Alter zwischen 15 und 36 Jahren. 2001 konnte er festgenommen werden. Am 5. November 2003 bekannte er sich wegen 48-fachem Mord für schuldig, nachdem er zuvor immer wieder seine Unschuld beteuert hatte. Um der Todesstrafe zu entgehen hatte er begonnen mit der am 16. Januar 1984 ins Leben gerufenen Green River Task Force zusammen zu arbeiten. Er zeigte, wo er die getöteten Frauen abgelegt hatte und legte Geständnisse ab, auch zu dem jetzt verhandelten Mord an der 20 Jahre alte Rebecca Marrero, die er vor 28 Jahren getötet hatte.

Die Leiche von Rebecca wurde im Dezember 2010 gefunden. Erst der Fund machte den Prozess möglich. Bei der Vielzahl von Morden hatte sich Ridgway nicht mehr an die Einzelheiten jeder Tat erinnert und Sachverhalte durcheinandergebracht. Die Todesstrafe droht ihm auch jetzt nicht, die Staatsanwaltschaft hatte auf die Verhängung verzichtet, im Gegenzug legte Ridgway 2003 sein Geständnis ab.

Seit 1982 hatte er regelmäßig Prostituierte und Ausreißerinnen entführt, diese in seinem Lkw oder zu Hause vergewaltigt, ermordet und die Leichen versteckt. Mehrere davon in der Nähe des Green River. Als Motiv gab er an, dass er Prostituierte hassen würde und er hätte sie für ihre Dienste nicht bezahlen wollen. Zudem nahm er an, dass diese Frauen niemand vermissen würde.

Im aktuellen Prozess wollte er sich entschuldigen. Zuhörer brachten ihn mit Zwischenrufen zum Schweigen. „Tötet ihn“, forderte Mary Marrero, die Schwester des Opfers. Bereits im ersten Prozess wurde er zu lebenslanger Freiheitsstrafe verurteilt.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Tötungsdelikte
Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Gary Ridgway“.

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.
Older Posts »