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January 16, 2011

Dioxinskandal: Weitere 934 Tiermast- und Legehennenbetriebe gesperrt

Dioxinskandal: Weitere 934 Tiermast- und Legehennenbetriebe gesperrt

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Veröffentlicht: 12:43, 16. Jan. 2011 (CET)
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Hannover / Berlin (Deutschland), 16.01.2011 – Das Bundesministerium für Verbraucherschutz gab am Samstag bekannt, dass in Niedersachsen weitere 934 landwirtschaftliche Betriebe wegen der Belieferung mit dioxinhaltigen Futtermitteln gesperrt wurden. Darunter sind 110 Legehennenbetriebe, 403 Schweinemastbetriebe und 248 Ferkelmastbetriebe. Ein Futtermittelhersteller im niedersächsischen Damme hatte offenbar nicht alle belieferten Betriebe angegeben. Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) forderte Konsequenzen. Der Vorgang sei ein „Skandal im Skandal.“ Sie forderte den niedersächsischen Ministerpräsidenten David McAllister (CDU) zum Handeln auf. Sie erwarte bis heute Nachmittag einen ausführlichen Bericht des Ministerpräsidenten, erklärte Aigner weiter.

Das Land Niedersachsen schaltete die Staatsanwaltschaft ein, weil von Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit ausgegangen werden müsse. Der Unternehmer habe erst auf „massiven Druck“ hin die vollständigen Listen ausgehändigt.

Wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium am Samstag in Hannover mitteilte, wurde offenbar dioxinverseuchtes Tierfutter nach Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Bayern geliefert. Es müsse weiter davon ausgegangen werden, dass rund zehn Tage lang unbemerkt zum Verzehr bestimmte, mit Dioxin belastete Produkte, hauptsächlich Eier, verkauft worden sind. Der Fall wurde erst durch eine Prüfung des niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) bekannt. Es liegen noch keine Informationen dazu vor, wie hoch die Dioxinbelastung der betroffenen Produkte ist.

Offenbar sind nach wie vor viele Eier, die in Deutschland in den Verzehr gelangen, mit Dioxin belastet. Das teilte das Bundesverbraucherschutzministerium mit. Nach Tests wiesen 24 von insgesamt 90 Proben überhöhte Dioxinwerte auf. Die Proben wurden offenbar nicht aus den 934 heute neu gesperrten Betrieben, sondern aus bereits früher gesperrten Betrieben genommen, um festzustellen welche Chargen zurückzurufen und welche zu verzehren sind. Möglicherweise dioxinbelastetes Schweinefleisch sei nach Polen und Tschechien geliefert und dort verzehrt worden.

Aigner erklärte, sie wolle nun schärfere staatliche Kontrollen für Futterhersteller einführen. Zu einem gestern in Berlin vorgestellten 10 Punkte umfassenden Aktionsplan gehören eine Zulassungsverpflichtung für Hersteller von Futterfetten, außerdem die Trennung der Herstellung von Futterfett und technischem Fett auf EU-Ebene, die Einführung einer Meldepflicht für private Labore, die bei Untersuchungen die Überschreitung von Grenzwerten für gesundheitsgefährdende Stoffe feststellen, die Verpflichtung von Futtermittelherstellern zum Abschluss einer Betriebs- und Produkthaftpflichtversicherung, die Einrichtung eines Frühwarnsystem durch bessere Vernetzung der Datenbestände zu Dioxinen in Lebensmitteln, Futtermitteln und in der Umwelt. Die Ministerin forderte außerdem die Verbesserung der Lebensmittel- und Futtermittelüberwachung der Länderbehörden. Zukünftig sollen auch Informationen zu Rechtsverstößen durch Grenzwertüberschreitungen sowie Informationen der Lebensmittelüberwachung umfassend veröffentlicht werden.

Kritik an den Vorschlägen der Ministerin kam unter anderem von der Versicherungswirtschaft. Bei kriminellen Handlungen wie sie bei dem aktuellen Dioxinskandal zu Tage getreten ist, sei eine Haftung durch Versicherungsleistungen ausgeschlossen. Weiterhin seien höhere Verbraucherpreise wahrscheinlich, da Versicherungen beim Abschluss von verpflichtenden Haftpflichtverträgen immer vom größten anzunehmenden Schaden ausgingen.

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January 13, 2011

Dioxinskandal: Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch insolvent

Dioxinskandal: Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch insolvent

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Veröffentlicht: 09:30, 13. Jan. 2011 (CET)
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Betriebsgelände der Firma Harles & Jentzsch in Uetersen

Itzehoe (Deutschland), 13.01.2011 – Der Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch in Uetersen (Schleswig-Holstein) stellte am Mittwoch beim Landgericht Itzehoe einen Insolvenzantrag, so eine Sprecherin des Landgerichts. Der Firmeninhaber hatte in einem Interview zugegeben, Mischfettsäure für die Futtermittelherstellung verwendet zu haben. Dadurch ist vermutlich Dioxin in die so hergestellten Futtermittel gelangt. Die Firma hat insgesamt mindestens 527 Tonnen des belasteten Fetts an Futtermittelbetriebe in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Hamburg und Sachsen-Anhalt ausgeliefert. Wie genau diese giftigen Verbindungen in das Futterfett gelangt sind, konnte bisher jedoch noch nicht aufgeklärt werden.

Gegen das Unternehmen läuft ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Itzehoe. Nach dem gegenwärtigen Erkenntnisstand soll die schleswig-holsteinische Firma schon im März 2010 dioxinbelastetes Fett in den Handel gebracht haben. Der Futtermittelhersteller sieht sich außerdem mit Schadenersatzforderungen betroffener Bundesländer und von Landwirten konfrontiert. Die Landwirtschaftsministerien von Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen haben angekündigt, die Verursacher des Dioxinskandals für die Kosten von Kontroll- und Überwachungsaktionen verschiedener Landesbehörden in Regress zu nehmen. Über 4.000 landwirtschaftliche Betriebe, meist Halter von Legehennen, Schweinen und Puten, waren gesperrt worden. Inzwischen wurde die Sperre für einen großen Teil dieser Betriebe wieder aufgehoben. Schwerpunkt der Sperrungen war das Bundesland Niedersachsen. Aber auch in anderen Bundesländern wurden Betriebe gesperrt.

Das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in Hannover erklärte am Mittwoch, dass offenbar auch dioxinbelastetes Schweinefleisch in den Handel gelangt ist. Bei einer Probeschlachtung im Landkreis Verden war bei Schweinen eine Dioxinbelastung festgestellt worden, die um 50 Prozent über dem zulässigen Höchstwert lag. Von diesem Betrieb sollen 180 Schweine nach Sachsen-Anhalt verkauft worden sein.

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January 11, 2011

Nordrhein-Westfalen: Weitere 113 landwirtschaftliche Betriebe wegen dioxinverseuchten Tierfutters gesperrt

Nordrhein-Westfalen: Weitere 113 landwirtschaftliche Betriebe wegen dioxinverseuchten Tierfutters gesperrt

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Veröffentlicht: 12:56, 11. Jan. 2011 (CET)
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Düsseldorf (Deutschland), 11.01.2011 – Im Bundesland Nordrhein-Westfalen wurden am Montag erneut 113 Betriebe wegen verunreinigten Tierfutters gesperrt. Ein Sprecher des Verbraucherschutzministeriums erklärte, Hintergrund seien neue Lieferlisten aus Niedersachsen, die dem Ministerium vorlägen. Am vergangenen Wochenende waren bei mehreren Betrieben die Sperren wieder aufgehoben worden. Die gesperrten Betriebe dürfen weder Eier noch Fleisch verkaufen.

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January 9, 2011

Deutschland: Dioxin erstmals auch in Fleisch von Legehennen nachgewiesen

Deutschland: Dioxin erstmals auch in Fleisch von Legehennen nachgewiesen

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Veröffentlicht: 15:21, 9. Jan. 2011 (CET)
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Berlin (Deutschland), 09.01.2011 – Das Bundesministerium für Ernährung (BMELV) in Berlin teilte heute mit, Untersuchungen des Fleisches von Legehennen aus Betrieben in Nordrhein-Westfalen hätten erhöhte Dioxin-Gehalte aufgewiesen. Das Fleisch dieser Tiere sei jedoch nicht in den Handel gelangt, die Tiere seien getötet worden. Die Eier des Betriebes seien zurückgerufen worden.

Die gemessenen Dioxin-Werte im Fettgewebe der Legehennen betrugen laut BMELV 4,99 Pikogramm Dioxin pro Gramm Fleisch. Der zulässige Höchstwert von 2 Pikogramm Dioxin wurde um nahezu 150 Prozent überschritten. Dem Ministerium liegen außerdem die Ergebnisse einer geringen Zahl (zwischen drei und sechs) von betrieblichen Eigenkontrollen von Hähnchen, Mastputen und Schweinen vor. Diese hätten bisher keine Überschreitung der zulässigen Höchstwerte von Dioxin ergeben.

Nach Auffassung des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) bestehe bei kurzfristigem Verzehr von Eiern und Geflügelfleisch mit den bisher gemessenen Werten keine akute gesundheitliche Gefährdung.

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January 8, 2011

Dioxinskandal: Vertrauen in die Kontrollmechanismen erschüttert

Dioxinskandal: Vertrauen in die Kontrollmechanismen erschüttert

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Veröffentlicht: 12:09, 8. Jan. 2011 (CET)
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Kennzeichnung von Hühnereiern (roter Aufdruck), hier ein Bio-Ei mit der leitenden Null

Berlin / Uetersen / Kiel (Deutschland), 08.01.2011 – Verbraucher in Deutschland reagieren verunsichert auf die jüngsten Nachrichten über dioxinverseuchte Lebensmittel. Supermärkte verzeichnen einen starken Rückgang im Verkauf von Eiern aus konventioneller Landwirtschaft. Bio-Eier dagegen verzeichnen eine wachsende Nachfrage, da sie bislang als unbelastet gelten.

Bundesweit sind nach Angaben des Bundesverbandes der Lebensmittelkontrolleure (BVLK) 2.500 Überwacher für 1,1 Millionen Betriebe zuständig. Nach Meinung von Verbandschef Müller fehlen bundesweit rund 1.500 Kontrolleure, um den „notwendigen Überwachungsdruck auf die Branche“ zu erzielen. Krisenexperten bezeichneten das Vertrauen der Verbraucher in die gegenwärtigen Kontrollmechanismen als „erschüttert“.

Heute wurde bekannt, dass die Firma Harles & Jentzsch in Uetersen (Kreis Pinneberg), die als Verursacher des gegenwärtigen Dioxinskandals gilt, die verseuchten Futtermittel schon über einen längeren Zeitraum als bisher angenommen verkauft hat. Schon am 19. März 2010 hatte ein von der Firma beauftragtes privates Labor Futtermittelproben von Harles & Jentsch untersucht. Dabei war eine Überschreitung der Grenzwerte für Dioxin festgestellt worden. Die zuständigen Behörden waren von der Firma jedoch nicht darüber informiert worden. Erst am 27. Dezember hat das Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume Schleswig-Holstein von dem Dioxinproblem bei Harles & Jentsch erfahren. Am 4. Januar stellte das Ministerium Strafanzeige gegen die Firma. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe ermittelt. Gegenüber der Deutschen Presse-Agentur sagte Bundesverbraucherministerin Ilse Aigner (CSU): „Wenn sich der Verdacht erhärtet, dass das verantwortliche Unternehmen bereits seit Monaten von der Dioxin-Belastung wusste und trotzdem nicht die zuständigen Landesbehörden informiert hat, ist das hochgradig kriminell und völlig unverantwortlich.“ Außerdem wurde bekannt, dass seitens Harles & Jentsch eine Partnerspedition, die Firma Lübbe in Bösel [1], benutzt wurde, um sich gezielt der staatlichen Kontrolle der verkauften Futtermittel zu entziehen. In Schleswig-Holstein seien nach Ministeriumsangaben 61 Landwirte mit dioxin-verseuchten Futtermitteln beliefert worden, teilte das Ministerium weiter mit.

Bei der Firma Lübbe in Bösel wurden im Auftrag von Harles & Jentsch Fette unterschiedlicher Zusammensetzung, darunter technische Fette, pflanzliche Fette und tierische Fette in Tanks gelagert und dann nach Bedarf gemischt. Die kontaminierten Fette der Firma Lübbe seien dann an sieben Mischfutterhersteller in Niedersachsen sowie an je einen Hersteller in Sachsen-Anhalt und Hamburg geliefert worden, erklärte das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Verbraucherschutz und Landesentwicklung zusammenfassend. Als Grund für die Kontamination mit Dioxin gab die Firma Lübbe „menschliches Versehen“ an. Aus einem Tank sei ein technisches Fett mit Futtermittelfett vermischt worden. Eine Probe dieses Fettes war hoch belastet. Die Untersuchung ergab 123 Nanogramm Dioxin pro Kilogramm Fett.

Das Landwirtschaftsministerium von Schleswig-Holstein gab heute weitere Ergebnisse bisher untersuchter Rückstellproben der Firma vom März bekannt. Die Dioxingehalte der 18 analysierten Proben lagen zwischen 0,66 und 58,17 Nanogramm. Der zulässige Höchstwert von 0,75 Nanogramm wurde in neun Fällen überschritten. Nach Einschätzung des Ministeriums sind die bisher ermittelten 18 Proben wegen der Überschreitung der Höchstwerte für die Futtermittelherstellung nicht geeignet.

Am gestrigen Donnerstag wurden außerdem Untersuchungsergebnisse aktueller Proben mitgeteilt. Diese enthielten bis zu 10,05 Nanogramm Dioxin und damit mehr als das Zehnfache des zulässigen Höchstwertes von 0,75 Nanogramm.

Bundesweit sind rund 4.700 betroffene Betriebe wegen der Belieferung mit belasteten Futtermitteln gesperrt. 95 Prozent davon liegen in Niedersachsen. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) gab heute Erzeuger-Kennzeichnungen von Hühnereiern bekannt, bei denen eine Überschreitung der zulässigen Dioxin-Höchstwerte festgestellt wurde. Diese Nummern sind auf die Eier meist in roter Farbe direkt aufgedruckt. Es handelt sich um die Nummern 2-DE-0355461, 3-DE-0312141, 2-DE-0312142, 2-DE-0312151 und 2-DE-0350384.[2].

Nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums wurden von der Firma Lübbe insgesamt 2.482 Tonnen Futtermischfette hergestellt, die an 20 verschiedene niedersächsische Futtermittelunternehmer geliefert wurden. Das Ministerium geht weiterhin davon aus, dass diese Fette in Mengen zwischen zwei und 10 Prozent mit anderen Futtermitteln vermischt wurden, so dass sich ihr Dioxingehalt entsprechend gegenüber dem kontaminierten Ausgangsfett verringerte. Das Ministerium hat außerdem errechnet, dass in Niedersachsen eine mit Dioxin belastete Futtermittelmenge von 25.000 bis 125.000 Tonnen an Tiere verfüttert worden ist.

Die Slowakei und Südkorea haben inzwischen ein Importverbot für Eier und Geflügelfleisch aus Deutschland verhängt. In Südkorea erstreckt sich das Einfuhrverbot auch auf deutsches Schweinefleisch. Dioxin-verseuchte Eier waren auch in die Niederlande gelangt. Über den Umweg der Mayonnaiseherstellung waren belastete Lebensmittel von den Niederlanden auch nach Großbritannien gelangt. In weitere Länder wurden nach bisherigem Kenntnisstand keine dioxin-belasteten Produkte aus Deutschland geliefert.

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Quellen[Bearbeiten]

  1. ml.niedersachsen.de
  2. laves.niedersachsen.de

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January 4, 2011

Dioxin in verseuchtem Tierfutter stammt aus Biodiesel-Anlage

Dioxin in verseuchtem Tierfutter stammt aus Biodiesel-Anlage

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Veröffentlicht: 16:29, 4. Jan. 2011 (CET)
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Biodiesel

Hannover / Uetersen (Deutschland), 04.01.2011 – Die Herkunft des Dioxins in verseuchtem Tierfutter in Deutschland ist inzwischen offenbar geklärt. Der Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch (in Uetersen, Kreis Pinneberg) hat eingeräumt, jahrelang Reste aus der Biodiesel-Herstellung sowie der Nahrungsmittelindustrie aufgekauft zu haben und bei der Futtermittelherstellung verwendet zu haben. „Wir waren leichtfertig der irrigen Annahme, dass die Mischfettsäure, die bei der Herstellung von Biodiesel aus Palm-, Soja- und Rapsöl anfällt, für die Futtermittelherstellung geeignet ist“, sagte der Firmeninhaber in einem Interview.

Zu den Lieferanten der für die Futtermittelherstellung verwendeten Fettsäuren gehörte ein holländischer Hersteller, der wiederum seine Grundstoffe von dem Biodiesel-Hersteller Petrotec in Emden bezog. Die Firma Petrotec wies jedoch jegliche Verantwortung für die Verseuchung des Tierfutters zurück. Die in dem Emder Betrieb hergestellten technischen Fette seien nicht zur Viehfutterherstellung bestimmt gewesen.

Von dem Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch in Schleswig-Holstein wurden insgesamt 527 Tonnen des belasteten Fetts an sieben Futtermittelbetriebe in Niedersachsen, drei in Nordrhein-Westfalen und jeweils einen Betrieb in Hamburg und Sachsen-Anhalt ausgeliefert. Diese Futtermittelhersteller sollen Höfe in Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Sachsen und Brandenburg beliefert haben. Vorsorglich waren am Montag in Niedersachsen über 1.000 Bauernhöfe gesperrt worden. Wie viele dioxin-belastete Lebensmittel inzwischen in den Handel gelangt sind, ist noch unklar. Klarheit werden erst weitere Labortests bringen. Weil diese Tests auf Dioxin relativ aufwändig sind, wird erst ab kommenden Montag mit ersten Ergebnissen gerechnet. Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat Ermittlungen gegen den Futtermittelhersteller in Uetersen aufgenommen.

Niedersächsische Landwirte sehen bei dem Dioxin-Skandal kriminelle Energie am Werk. So äußerte sich heute der ammerländische Kreislandwirt Manfred Gerken. Der niedersächsische Landesverband der „Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft“ erklärte, manche chemische Reststoffe würden offenbar dem Futter beigemengt, um Entsorgungskosten zu sparen. Der Vorsitzende des Landvolkes Vechta, Norbert Meyer, sagte gegenüber NDR 1 Niedersachsen am Montag: „Die Sperrung kann für Betriebe zu einer Katastrophe werden, wenn der Verdacht nicht schnell entkräftet wird.“

Der Dioxin-Skandal führte unterdessen zu einer Diskussion über die politische Verantwortung für die Situation. Reinhild Benning, Agrarexpertin des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), bemängelte am Dienstag im ARD-„Morgenmagazin“ die Informationspolitik der Bundesregierung. So seien 120.000 dioxin-belastete Eier in Nordrhein-Westfalen in den Handel gelangt. Benning erklärte dazu: „Hier erwarte ich eigentlich von Agrar- und Verbraucherschutzministerin Aigner, dass sie die Verbraucher aufklärt, welche Firmen, welche Supermärkte haben diese Eier verkauft.“ Die Lieferketten für Futtermittel seien inzwischen enorm verzweigt, dadurch würden Risiken schnell weit gestreut. Benning zog daraus die Schlussfolgerung, dass das System der verzweigten Lieferverhältnisse durchbrochen werden müsse: „Daher empfehlen wir, lieber auf lokale Futtermittel zurückzugreifen – dazu bräuchte es zahlreiche Gesetzesänderungen.“

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Quellen

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January 3, 2011

Dioxin-Skandal: Über 1.000 Bauernhöfe in Niedersachsen geschlossen

Dioxin-Skandal: Über 1.000 Bauernhöfe in Niedersachsen geschlossen

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Veröffentlicht: 22:10, 3. Jan. 2011 (CET)
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Hannover / Uetersen (Deutschland), 03.01.2011 – Verunreinigungen mit Stoffen der hoch krebserregenden Chemikaliengruppe der Dioxine wurden in Hühnerfutter festgestellt. Wie das niedersächsische Landwirtschaftsministerium in Hannover heute mitteilte, werden vorsorglich 1.000 Bauernhöfe gesperrt. Konkret bedeutet das: Von diesen Höfen dürfen keine Legehennen, Schweine und Puten mehr verkauft werden. Auch in Sachsen-Anhalt wurden Betriebe gesperrt. Ebenfalls betroffen sind Nordrhein-Westfalen und Thüringen. Hier sollen Höfe geschlossen werden, sobald dort entsprechende Dioxinwerte festgestellt werden. In Nordrhein-Westfalen wurden 8.000 Legehennen einer Hühnerfarm im Kreis Soest vorsorglich geschlachtet. 120.000 belastete Eier sollen in dem Bundesland bereits in den Verkauf gelangt sein. Trotzdem besteht laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung für Verbraucher zurzeit kein gesundheitliches Risiko: „Die derzeit ermittelten Dioxingehalte liegen bei einigen Proben über dem in der Europäischen Union festgelegten Höchstgehalt. Sie stellen jedoch keine akute Gesundheitsgefahr für Verbraucher dar“, erklärte die Behörde.

Die Ursachenforschung bezüglich der aktuellen Dioxin-Verseuchung läuft noch. Heute wurde bekannt, dass ein holländischer Händler dem schleswig-holsteinischen Futtermittelhersteller Harles & Jentzsch (in Uetersen, Kreis Pinneberg) dioxinbelastete Fettsäure geliefert haben soll. Die Fettsäure soll zu Tierfuttermittel verarbeitet worden sein. So könnte das Dioxin in die Eier gelangt sein. Die Spur der Fettsäure führe weiter, so berichtet der NDR, zu einer Biodiesel-Anlage der Petrotec AG in Emden. Die Firma Petrotec in Borken (Nordrhein-Westfalen) hat die Vorwürfe jedoch zurück gewiesen. Experten rätseln bisher noch darüber, wie das Dioxin in das Futtermittel gelangt ist. Dioxin entstehe normalerweise nicht bei der Herstellung des Pflanzenkraftstoffs, hieß es.

Dioxine gelten als krebserregend. Außerdem kommen weitere Symptome bei einem langfristigen Kontakt mit Dioxin in Betracht, berichtet Reuters: Störungen des Immunsystems, schwere Erkrankungen der Haut, der Atemwege, der Schilddrüse und des Verdauungstraktes. Die giftigen Stoffe entstehen laut Umweltbundesamt bei bestimmten Temperaturen als unerwünschte Nebenprodukte in Verbrennungsprozessen in Anwesenheit von Chlor und organischem Kohlenstoff. Eine Temperatur von 300 Grad Celsius muss jedoch mindestens erreicht werden, damit der Stoff entsteht, zum Beispiel bei Waldbränden und Vulkanausbrüchen. Diese Bedingungen sind jedoch bei der regulären Herstellung von Biodiesel nicht gegeben.

Ein anderes Szenario für die Dioxinverseuchung von Lebensmitteln entsteht bezüglich der Situation in Thüringen. Dort soll eine Schweinezuchtanlage 52 Tonnen belastetes Futter von einem Werk aus Sachsen-Anhalt erhalten und an Schweine verfüttert haben. Die so versorgten Ferkel gelangten bereits in den Handel. Wohin genau, ist noch unklar.

Die Staatsanwaltschaft Itzehoe hat inzwischen Ermittlungen aufgenommen. Ein Sprecher der Behörde teilte am Montag mit: „Wir prüfen das Vorliegen des Anfangsverdachts einer Straftat.“

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  • Portal:Verbraucherschutz
  • Portal:Landwirtschaft

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November 25, 2010

Thanksgiving: Obama „begnadigt“ zwei Truthähne

Thanksgiving: Obama „begnadigt“ zwei Truthähne

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Veröffentlicht: 19:57, 25. Nov. 2010 (CET)
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Meleagris gallopavo (Truthuhn)

Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 25.11.2010 – Anlässlich des US-amerikanischen Erntedankfestes (Thanksgiving) folgte der US-Präsident am gestrigen Vorabend dieses Familienfestes einer alten Tradition und begnadigte zwei Truthähne. So bewahrte er sie vor dem sicheren Ende in einem Backofen, das ihren Artgenossen bestimmt ist. Anlässlich von Thanksgiving werden in den USA jedes Jahr 45 Millionen Truthähne geschlachtet.

Die beiden begnadigten, jeweils rund 20 Kilogramm (45 US-amerikanische Pfund) schweren Vögel, deren klangvolle Namen „Apple“ und „Cider“ lauten, haben, wie Obama sich ausdrückte, den Hauptpreis gewonnen – ihr Leben und kostenlosen Transport zum Weißen Haus. Sie werden ihren Lebensabend in einem Gehege in Mount Vernon verbringen. Hier hatte der Staatsgründer George Washington einst seinen Landsitz. In den vorangegangenen Jahren waren die begnadigten Truthähne nach Disneyland gebracht worden, was jedoch Proteste von Tierschützern hervorgerufen hatte, die den Tieren einen geruhsameren Lebensabend wünschten – abseits von gaffenden Touristen.

Die Ursprünge dieser Zeremonie der Begnadigung eines Truthahns liegen im Dunkeln. Unterschiedliche Versionen dazu kursieren. So soll AFP zufolge das Ritual der Begnadigung eines Truthahn-Pärchens von dem 16. Präsidenten der USA, Abraham Lincoln, eingeführt worden sein. Andere Quellen schreiben den ersten Gnadenakt dieser Art dem Vorgänger des amtierenden Präsidenten, dem 43. US-Präsidenten George W. Bush, zu. Der englischen Ausgabe von Wikipedia zufolge, soll letzterer jedenfalls 2002 als erster Präsident ein weibliches Tier dieser Tierart, also ein Truthuhn, begnadigt haben. Immer spielt jedoch offensichtlich die Geflügelindustrie in den USA bei den Zeremonien eine Rolle, die den Gnadenakt zu PR-Zwecken nutzt.

Bei der Zeremonie, die im Rosengarten des Weißen Hauses stattfand, scherzte Obama, der von seinen beiden Töchtern Sasha und Malia begleitet wurde, in Anspielung auf die Niederlage der Demokraten bei den Parlamentswahlen Anfang November, bei dieser Zeremonie sei es ihm immerhin gelungen, „wenigstens einen Schlag abzuwenden“. (Im englischen Orginal: „Now, for the record, let me say that it feels pretty good to stop at least one shellacking this November.“) Der US-Präsident schilderte dann das hochkomplexe Auswahlverfahren, das zu der Entscheidung geführt hatte, die die beiden Truthähne Cider und Apple ins Weiße Haus brachte. Das Pärchen stammt von einer Ranch in Kalifornien (Foster Farms Wellsford Ranch bei Modesto) und wurde unter Aufsicht des Vorsitzenden der Nationalen Truthahn Vereinigung von einer Jury ausgewählt. Die Namen für die beiden Tiere wurden aus über 200 Vorschlägen von Schulkindern ausgewählt, die im Unterricht erfuhren, wie die Truthähne für das jährliche Thanksgivingfest aufgezogen werden.

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October 25, 2010

Niedersachsen: Immer mehr Antibiotika für Masthühner

Niedersachsen: Immer mehr Antibiotika für Masthühner

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Veröffentlicht: 17:25, 25. Okt. 2010 (CEST)
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Hannover (Deutschland), 25.10.2010 – Die Massentierhaltung von Hühnern ist die Kehrseite der wachsenden Nachfrage nach Hühnerfleisch durch den Verbraucher. Wie jetzt das niedersächsische Landwirtschaftsministerium gegenüber NDR Info bestätigte, werden immer mehr Antibiotika eingesetzt, um die Hühner, die unter den Bedingungen der Massentierhaltung leben, vor einem vorzeitigen Tod zu bewahren. Wie eine Ministeriumssprecherin mitteilte, würden viele Tiere sonst nicht bis zum Ende ihrer Mastzeit überleben.

Wurden vor zehn Jahren noch 1,7 Behandlungen mit Antibiotika pro Tier im Durchschnitt in den Hühnerstallungen der „Intensivmast“ gezählt, sollen es aktuell bereits 2,3 Behandlungen sein. Zu dieser Zunahme des Antibiotikaeinsatzes ist es trotz der Tatsache gekommen, dass Antibiotika seit 2006 nicht mehr als Wachstumsförderer verfüttert werden dürfen. Tierärzte dürfen solche Medikamente nur noch verabreichen, wenn Tiere krank sind.

Seit Jahren ist bekannt, dass die Hühnerhaltung von einer artgerechten Haltung der Tiere weit entfernt ist. Die Mastanlagen mit häufig tausenden von Tieren ist allein an dem Ziel ausgerichtet, eine möglichst schnelle Gewichtszunahme zu erzielen, damit die Tiere früher geschlachtet werden können. Ein Masthähnchen nimmt pro Tag etwa 100 Gramm zu. (Vor 50 Jahren lag dieser Wert noch bei 25 Gramm pro Tag.) Untersuchungen aus dem Jahr 2008 in Großbritannien kamen zu Ergebnis, dass nach 40 Tagen 27,6 Prozent der Tiere an deutlich erkennbaren Bewegungsstörungen litten, 3,3 Prozent konnten gar nicht mehr laufen. Als Ursache wird die schnelle Gewichtszunahme der Hühner angeführt. Mehr als die Hälfte deutscher Hühnermastbetriebe sind in Niedersachsen angesiedelt.

Der Antibiotikaeinsatz gilt auch deshalb als höchst problematisch, weil Rückstände der Medikamente im Hühnerfleisch zu einer Resistenz von virulenten Bakterien gegen Antibiotika führen könnten. Diese Antibiotika wären dann für die medizinische Therapie infizierter Menschen zunehmend nutzlos.

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January 12, 2010

Report Mainz: Tierquälerei bei dem Geflügelzüchter Wiesenhof

Report Mainz: Tierquälerei bei dem Geflügelzüchter Wiesenhof

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Veröffentlicht: 17:44, 12. Jan. 2010 (CET)
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Lage Twistringens im Landkreis Diepholz

Twistringen (Deutschland), 12.01.2010 – In einem Betrieb des Geflügelhändlers Wiesenhof in Twistringen (Landkreis Diepholz, Niedersachsen) werden laut einem Beitrag des SWR-Fernsehmagazins Report Mainz vom Montag Hühner und Hähne in massiver Weise gequält. Das belegen Videos, die in der Fernsehsendung gezeigt wurden. Der Geflügelzüchter hat die Vorwürfe bereits eingeräumt, bezeichnet den Vorgang jedoch als Einzelfall. Die Tierschutzorganisation PETA erstattete Anzeige gegen Wiesenhof. Der Wiesenhofkonzern prüft umgekehrt auch eine Anzeige gegen PETA.

Auf der Hühnerfarm bei Twistringen werden laut Report Mainz 25.000 Hühner und Hähne gehalten. Von einer artgerechten Tierhaltung kann jedoch nicht gesprochen werden, sollten die Videobeweise zutreffen. Die Tiere müssen auf ihrem eigenen Kot leben und werden von Mitarbeitern der Firma in brutaler Weise geschlagen und in Transportkisten geworfen. Den Tieren wurde auf den Videoaufnahmen auch ohne vorherige Betäubung das Genick gebrochen um sie zu töten. Die Aufnahmen waren von Mitarbeitern der Firma heimlich auf Video aufgenommen und Report Mainz zur Verfügung gestellt worden.

Wiesenhof wies in einer Stellungnahme eine Verantwortung für die Zustände auf der Geflügelfarm zurück, verantwortlich sei allein der Pächter. Gegen diesen wolle Wiesenhof Anzeige erstatten. Der Mann sei seiner Aufsichtspflicht nicht nachgekommen und habe Verstöße gegen das Tierschutzgesetz zugelassen. Wiesenhof behauptet weiterhin, möglicherweise habe der Pächter mit der Tierschutzorganisation zusammengearbeitet. Wiesenhof-Sprecher Frank Schroeter: „Uns würde nicht wundern, wenn der Farmleiter von Peta benutzt worden ist, um selbst die Missstände herbeizuführen und zu filmen.“

Die Diepholzer Kreisveterinärin Anja Eisenack kündigte an, ihre Behörde werde zusätzliche Kontrollen bei dem Geflügelmäster durchführen. Mögliche rechtliche Konsequenzen würden noch geprüft.

Wiesenhof gehört zur PHW-Gruppe und machte 2008 einen Umsatz von 1,1 Milliarden Euro.

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  • Portal:Tiere

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