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December 6, 2014

Philippinen: Hunderttausende fliehen vor Supertaifun Hagupit

Philippinen: Hunderttausende fliehen vor Supertaifun Hagupit

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Veröffentlicht: 14:25, 6. Dez. 2014 (CET)
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Nach den Prognosen des Joint Typhoon Warning Centers zieht Supertaifun Hagupit direkt über die Philippinen hinweg.

Manila (Philippinen), 06.12.2014 – Tausende Bewohner der Philippinen fliehen vor dem Supertaifun Hagupit, der ab Samstagabend Mitteleuropäischer Zeit die Philippinen überqueren wird, doch Ausläufer des tropischen Wirbelsturms wirken sich bereits aus. Der Sturm war vor knapp einer Woche östlich von Palau entstanden und zog in west-nordwestlicher Richtung über die Philippinensee. Am 5. Dezember um 19:00 Uhr MEZ lag der Sturm noch einige hundert Kilometer östlich der Küste und erreichte andauernde Windgeschwindigkeiten von 240 km/h und in Böen 295 km/h, teilte das Joint Typhoon Warning Center (JTWC) in Honolulu mit. Allerdings wird angenommen, dass der Sturm bei der Annäherung an die Küste an Kraft verliert.

„Ruby“, wie der Taifun von der PAGASA getauft wurde, ist ein extrem niederschlagsreicher Sturm. Nach Messungen des GPM Microwave Imager (GMI) fallen am Rand der Eyewall 76 mm Niederschlag pro Stunde, an der Südseite des Sturmes noch mehr. Aufgrund von Beobachtungen mit dem Suomi-NPP-Satellit von NASA und NOAA, der über den Sturm hinweggeflogen war, hatte das Auge des Taifuns am 5. Dezember einen Durchmesser von 19 km.

Supertaifun Hagupit am 4. Dezember um 3:12 Uhr MEZ

Etwa 50 philippinische Provinzen sind gefährdet durch den Wirbelsturm, dessen Landfall an der Ostküste der Insel Samar erwartet wird, darunter auch Gebiete, die unter den Auswirkungen von Taifun Haiyan besonders gelitten haben. PAGASA, der nationale Wetterdienst der Philippinen, sagt dann eine Zugbahn durch die zentralen Inselgruppen des Inselstaates voraus, während das JTWC, dessen Warnungen vor allem für Einrichtungen der Vereinigten Staaten in der Region bestimmt sind, eine etwas weiter im Norden liegende Zugbahn prognostiziert, die den Sturm knapp südlich an der Millionenmetropole Manila vorbeiführen könnte.

Nach Angaben des Ministeriums für soziale Wohlfahrt und Entwicklung wurden bislang eine halbe Million Bewohner in Sicherheit gebracht, doch könnte diese Zahl noch steigen. „Dieses Mal wird niemand etwas riskieren – weder die Regierung, noch die Bevölkerung oder die internationalen Hilfsorganisationen“, sagt Bradley Mellicker von der Internationalen Organisation für Migration. „Alle erinnern sich daran, was letztes Jahr passierte, und bereiten sich vor, soweit es ihnen möglich ist.“ Doch der Vorsitzende des Philippinischen Roten Kreuzes warnt: Zwar sei das Land diesmal besser vorbereitet, doch „hat die Natur die Angewohnheit, zurückzuschlagen und dich in deinen Hintern zu beißen, man muss also vorbereitet sein auf Überraschungen.“

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

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July 20, 2014

Taifun Rammasun trifft auf den Südwesten Chinas

Taifun Rammasun trifft auf den Südwesten Chinas

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Veröffentlicht: 04:59, 20. Jul. 2014 (CEST)
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Prognostizierte Zugbahn am 18.07.2014

Honolulu (Vereinigte Staaten) / Manila (Philippinen), 20.07.2014 – Taifun Rammasun, der stärkste Taifun der letzten Jahre im Nordwesten des Südchinesischen Meeres, traf am Freitagnachmittag (Ortszeit, 18. Juli) auf die Nordostspitze der Insel Hainan. Zuvor hatte der tropische Wirbelsturm, der vom Joint Typhoon Warning Center als „Supertaifun“ eingestuft wurde, die Philippinen überquert. Rammasun erreichte am frühen Samstagmorgen (Ortszeit) das chinesische Festland in der Provinz Guandong und bewegte sich mit einer Geschwindigkeit von 20 Stundenkilometern in nordöstlicher Richtung. Bislang kamen durch die Auswirkungen des Taifuns mindestens 70 Menschen ums Leben, darunter 40 auf den Philippinen und eine Person auf Hainan. Die chinesischen Behörden haben 26.000 Menschen vor dem stärksten Sturm, der Hainan in den letzten 40 Jahren getroffen hat, vorsorglich evakuiert. Zahlreiche Touristen sind auf Hainan gestrandet, nachdem die China Southern Airlines allein 96 Flüge von Sanya und Haikuo streichen musste. Auch auf dem Flughafen von Shenzhen wurden 55 Flüge vorsorglich gestrichen.

Taifun Rammasun mit Zentrum im Nordwesten von Hainan

Auswirkungen des Sturmes in Manila

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September 25, 2013

Dutzende Tote durch Taifun Usagi

Dutzende Tote durch Taifun Usagi – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Dutzende Tote durch Taifun Usagi

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Veröffentlicht: 20:52, 26. Sep. 2013 (CEST)
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Usagi streifte Taiwan und die Philippinen und traf dann östlich von Hongkong auf das Festland

Hongkong / Guangzhou (Volksrepublik China) / Manila (Philippinen), 25.09.2013 – Die Zahl der Opfer durch Taifun „Usagi“, der am Sonntag (23.09.) gegen 12:00 Uhr MESZ auf das chinesische Festland getroffen war, ist auf mindestens achtundvierzig gestiegen. „Usagi“ ist der neunzehnte tropische Sturm im westlichen Pazifik und der bisher intensivste Sturm in diesem Jahr weltweit. Der Wirbelsturm hatte sich einige hundert Kilometer östlich der Insel Luzon gebildet und sich rasch in einen Taifun intensiviert. An der Nordspitze Luzons erreichte „Usagi“ in Böen bis zu 250 Kilometer pro Stunde. Der Taifun war dann in einer grob west-nordwestlichen Richtung durch die Luzonstraße gezogen. Sein Durchzug hatte auf den Philippinen und in Taiwan erhebliche Starkregenfälle ausgelöst. Im Großraum Manila, wo mehr als 100 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gefallen waren und außerhalb wurden niedrig gelegene Gebiete überflutet. Nach Angaben des UK Met Office fielen auf Taiwan bis zu 700 Liter Regen pro Quadratmeter.

In der chinesischen Provinz Guangdong starben durch die Auswirkungen des Taifuns fünfundzwanzig Menschen, dreizehn davon in der Stadt Shanwei und ihrer Umgebung. Zuvor kamen beim Durchzug des „Kaninchens“, so die deutsche Bedeutung des japanischen Namens des Taifuns, zwei Personen auf Taiwan und über zwanzig auf den Philippinen um. Zwei Personen waren in der Provinz Aurora ertrunken, als ihr Boot durch hohen Wellengang kenterte. Fünfzehn Bewohner der Stadt Subic in der Provinz Zambales wurden durch zwei Erdrutsche verschüttet und waren tot, als man sie ausgrub, teilte der Bürgermeister des Ortes, Jeffrey Khonghun, mit. Bei zwei weiteren Erdrutschen in derselben Provinz kamen weitere fünf Menschen um. Die Erdrutsche wurden durch die Starkregenfälle ausgelöst, die der Sturm mit sich führte.

Der Taifun kurz vor dem Auftreffen auf das chinesische Festland

Die chinesischen Behörden hatten vor dem Eintreffen des Wirbelsturms 226.000 Bewohner küstennaher, durch den Taifun gefährdeter Gebiete evakuieren lassen. In Hongkong wurden Schulen geschlossen und am internationalen Flughafen der Stadt 370 Flüge gestrichen. Auch auf dem chinesischen Festland fielen hunderte von Flügen aus, und der Hochgeschwindigkeitszugverkehr zwischen Guangzhou und Peking wurde vorübergehend eingestellt. Der Taifun traf die Region zu einer Zeit, in der wegen des in China, Korea, Taiwan und Japan gefeierten Mondfestes besonders viele Reisende unterwegs sind. Außerdem wurden der Vormittagshandel an der Wertpapierbörse ausgesetzt und der öffentliche Nahverkehr eingestellt. Die Meteorologen hatten zunächst vorausgesagt, dass der Taifun die 7,1 Millionen Einwohner zählende Metropole direkt treffen würde, doch dieser blieb der Stadt erspart, weil der Landfall weiter östlich bei Shanwei erfolgte, äquivalent zur Stärke eines Kategorie-2-Hurrikans. Hongkong lag somit auf der schwächeren Seite des Sturms. Dennoch wurden 17 Personen wegen Verletzungen behandelt, die durch die Auswirkungen des Sturmes verursacht wurden. Das Hong Kong Observatory meldete Windgeschwindigkeiten um 65 Kilometer pro Stunde und in Böen 80 Kilometer pro Stunde sowie rund 100 Liter Regen pro Quadratmeter.

Infolge des Sturms wurden in der Provinz Guangdong 7100 Häuser zerstört, und der Sachschaden wurde vorläufig auf 500 Millionen US-Dollar geschätzt, teilte Xinhua mit. 170.000 Haushalte verloren zeitweise die Versorgung mit elektrischem Strom, weil starker Wind und Sturzfluten Versorgungsleitungen niederrissen. Vier der sechs Reaktoren des Kernkraftwerks Daya Bay wurden aus Sicherheitsgründen in der Leistung reduziert, bis der Sturm vorübergezogen war. Ein steigender Wasserspiegel ermöglichte es zwei Nilpferden, aus dem Zoo von Shantou auszubüchsen. Die Geflohenen konnten inzwischen wieder eingefangen werden. In der Nachbarprovinz Fujian wurden mehr als 80.000 Bewohner in Sicherheit gebracht. Mehr als 70.000 Fischerboote mussten in beiden Provinzen im Hafen bleiben, und die Fahren zwischen Hngkong und Macao beziehungsweise Taiwan stellten ihren Betrieb ein.

Unterdessen zieht der schwere Tropensturm Pabuk auf Japan zu – die Meteorologen gehen aber davon aus, dass dieser keine Gefahr für Land bedeutet, sondern zuvor nach Nordosten abdreht – und die Wettermodelle sagen die Bildung eines weiteren tropischen Systems im Laufe der Woche im Südchinesischen Meer voraus. Der September ist auf der Nordhalbkugel traditionell der Monat mit den meisten tropischen Wirbelstürmen. Im Atlantik und im östlichen Pazifik ist es derzeit allerdings außergewöhnlich ruhig, nachdem in der vergangenen Woche gleich zwei tropische Wirbelstürme auf Mexiko getroffen waren.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

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Quellen[Bearbeiten]

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September 27, 2011

Taifun „Nesat“ trifft auf die Philippinen

Taifun „Nesat“ trifft auf die Philippinen

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Veröffentlicht: 02:55, 27. Sep. 2011 (CEST)
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Voraussichtliche Zugbahn des Taifuns

Grafik: JTWC

Manila (Philippinen), 27.09.2011 – Taifun „Nesat“, der 17. benannte Wirbelsturm und achte Taifun der pazifischen Taifunsaison, ist mit 150 Stundenkilometern (gemittelter Wert) auf den Osten Luzons, der nördlichen Hauptinsel der Philippinen getroffen. In der Provinz Albay wurden am Montag im Zuge des für Dienstag in der Region erwarteten Taifuns etwa 50 000 Menschen in Sicherheit gebracht, weitere 60 000 sollten ebenfalls ihre Häuser verlassen. „Die Evakuierungen sind eine Vorsichtsmaßnahme, weil die Leute in Regionen mit Überschwemmungs- und Erdrutschgefahr wohnen“, sagte der Gouverneur von Albay, Joey Salceda.

In der 325 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Manila gelegenen Provinz wurden auch Schulen geschlossen und Boote in die Häfen zurückbeordert. Sechs Fischer galten am Montagabend als vermisst. Sie waren am Sonntag in See gestochen. 34 Inlandsflüge wurden gestrichen. In mehreren Provinzen wurden Schulen geschlossen und der Fährverkehr eingestellt. Rund drei Dutzend Inlandsflüge wurden am Montag (26.September) gestrichen. Die Behörden gingen davon aus, dass der Landfall des Taifuns mit andauernden Windgeschwindigkeiten von 140 Kilometern pro Stunden und Böen von 170 Kilometern pro Stunden bei Casiguran in der Provinz Aurora erfolgt.

„Nesat“ am 25. September 2011

Foto: MODIS

Durchschnittlich treffen jährlich sechs bis sieben Taifune auf die Philippinen. Ende August 2011 hatte Taifun Nanmadol den äußersten Norden Luzons gestreift und dabei erheblichen Schaden angerichtet, etwa 35 Menschen kamen damals ums Leben. Mindestens 70 Menschen starben bei zwei weiteren Tropenstürmen im Juli. Besonders schlimme Auswirkungen hatte jedoch eine Abfolge von mehreren tropischen Wirbelstürmen im September und Oktober 2009. Der folgenschwerste davon, Taifun „Ketsana“, war auf den Tag genau vor zwei Jahren auf Luzon getroffen und hatte im Großraum Luzon zum Ertrinken von 464 Personen geführt. An dieses Ereignis erinnerte die damalige Gouverneurin der Provinz Isabela bei einem Gottesdienst zum Gedenken der damals Gestorbenen. „Als es anfing zu regnen, sagte ich, ‚okay, wir werden an Onday erinnert.‘ Als es heftiger schüttete, rief ich ‚Herr, wir haben verstanden‘“, sagte Padaca der philippinischen Zeitung „Inquirer“.

Die Behörden haben Taifunwarnungen für die den Großraum Manila und die Provinzen Ilocos Norte, Ilocas Sur, Abra, Apayao, La Union, Benguet, Pangasinan, Zambales, Tarlac, Pampanga, Bulacan, Rizal, Quezon, Bataan, Camarines Norte, Camarines Sur und Catanduanes ausgelöst. Wenn „Pedring“, wie der Name des Taifuns auf den Philippinen lautet, Luzon überquert hat, setzt er seinen Weg über das südchinesische Meer fort und wird voraussichtlich auf die Insel Hainan treffen, so das Joint Typhoon Warning Center der US-Navy.

Themenverwandte Artikel

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Pazifische Taifunsaison 2011“.

Quellen

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June 10, 2011

Streit um Hoheit über die Spratly-Inseln verschärft sich

Streit um Hoheit über die Spratly-Inseln verschärft sich

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Veröffentlicht: 21:37, 10. Jun. 2011 (CEST)
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Lage der umstrittenen Inselgruppe

Karte der Inseln

Manila (Philippinen) / Peking (Volksrepublik China) / Hanoi (Vietnam), 10.06.2011 – Der diplomatische Streit über die Spratly-Inseln im Südchinesischen Meer verschärft sich. Peking warnte inzwischen die Philippinen davor, in dem Gebiet Erkundungsbohrungen durchzuführen. In der Region werden große Mengen Erdgas und Erdöl vermutet. Nicht weniger als sechs Staaten machen Ansprüche auf Teile der Inselgruppe geltend: Die Republik China, die Philippinen, Brunei, Malaysia, Vietnam und die Volksrepublik China. Alle Staaten, bis auf die Republik China und Brunei, halten einige der nur wenige Hektare großen Inseln, die zu der Gruppe zählen, besetzt. Die Volksrepublik betrachtet das gesamte Südchinesische Meer als chinesisches Binnenmeer. Aus Verärgerung darüber haben die Philippinen das Meer in „West Philippine Sea“ umbenannt.

In der vergangenen Woche hatte der philippinische Staatspräsident Benigno Aquino III. die Volksrepublik China beschuldigt, einen Zwischenfall provoziert zu haben, bei dem ein chinesisches Schiff auf philippinische Fischer geschossen haben soll. Der chinesische Botschafter auf den Philippinen wies diesen Vorwurf zurück. Liu Jianchao sagte in Manila, man habe die Angaben überprüft und festgestellt, dass es keine Schüsse auf philippinische Fischer gegeben habe. Aquino wirft der Volksrepublik China insgesamt sieben solcher Vorfälle innerhalb der vergangenen vier Monate vor. Aquinos Sprecher Edwin Lacierda erklärte am 9. Juni in Manila, das Land halte an multilateralen Verhandlungen über die Gebietsanspruche fest, doch philippinische „Territorialrechte müssen mit Entschlossenheit durchgesetzt werden“.

Vorwürfe Manilas über chinesische Einschüchterungsversuche beruhten auf „Gerüchten“. „Es ist ziemlich unglücklich, dass diese Frage … mit einem bösen Gerücht aufgeworfen wurde“, reagierte Liu auf Berichte, nach dem unter anderem zwei chinesische Kampfflugzeuge über den Spratly-Inseln sehr nah an einen philippinischen Jet gekommen seien. Einige der Zwischenfälle seien Missverständnisse, bei denen wissenschaftliche Erkundungen als militärische Aktivitäten verstanden worden seien. Er betonte, dass die Volksrepublik China den Streit um den Besitz des Gebietes friedlich lösen wolle. Dies müsse in bilateralen Gesprächen erfolgen, ohne Einmischung der Vereinigten Staaten. US-Verteidigungsminister Robert Gates hatte am 4. Juni Befürchtungen geäußert, dass es zu Gefechten kommen könnte, wenn die Staaten, die sich um die Inseln streiten, keinen Mechanismus zu einer friedlichen Beilegung beschließen würden. In Anbetracht des bestimmten Auftretens der chinesischen Marine wachsen bei den Regierungen in der Region die Zweifel am Willen Pekings zu einer friedlichen Lösung.

Lui sagte, die Volksrepublik werde sich an einen im Jahr 2002 zwischen China und den zehn Mitgliedern der Vereinigung der südostasiatischen Staaten geschlossenen Pakt halten. In dem Vertrag hatten sich die Unterzeichnerstaaten verpflichtet, Maßnahmen zu unterlassen, durch welche die Spannungen in dem Gebiet erhöht werden könnten. Der Botschafter erklärte jedoch in einer Pressekonferenz, dass die Volksrepublik China im Recht sei, wenn sie ihre Souveränität in den Spratly-Inseln schütze, auch wenn sie sich zu militärischer Zurückhaltung im Südchinesischen Meer verpflichtet habe. „Wir üben die Jurisdiktion über dieses Gebiet aus, also werden wir alles tun, was angemessen ist, für uns zu tun, um unsere Jurisdiktion auszuüben“, sagte Lui vor der Presse.

Auch zwischen Vietnam und der Volksrepublik China droht der Disput zu eskalieren. Hacker beider Nationen stellten Beleidigungen und nationale Symbole auf Regierungswebsites des jeweils anderen Landes ein. Am Sonntag (5. Juni) hatten sich in Hanoi vor der Botschaft der Volksrepublik China hunderte von Demonstranten gegen das chinesische Vorgehen im Südchinesischen Meer gewandt. In dem kommunistischen, autoritär regierten Vietnam sind solche Demonstrationen sehr selten.

Am Donnerstag (9. Juni) hatte Hanoi offiziell in Peking diplomatisch protestiert, weil ein chinesisches Fischerboot die seismologischen Messkabel eines vietnamesischen Erkundungsschiffes „absichtlich gerammt“ habe. Das vom staatlichen Energiekonzern PetroVietnam gecharterte Schiff operierte innerhalb der 200 Seemeilen umfassenden ausschließlichen Wirtschaftszone Vietnams, behauptet die vietnamesische Regierung.

Die Pressesprecherin des vietnamesischen Außenministeriums bezeichnete den Vorfall als „inakzeptabel für Vietnam“ und teilte mit, dass der chinesischen Botschaft in Hanoi mitgeteilt wurde, man sei mit solchen Akten nicht einverstanden. Nguyễn Phương Nga bezeichnete den Zwischenfall vor der Presse von China als „vorbedacht und sorgfältig geplant“, um ein unumstrittenes Gebiet in den Territorialstreit einzubringen. Nga betonte, dass das Operationsgebiet des vietnamesischen Schiffes vollständig unter der Souveränität Hanois stehe, im Einklang mit der 1982 beschlossenen Seerechtskonvention der Vereinten Nationen. Nga sagt, dass das vietnamesische Forschungsschiff durch den Zwischenfall daran gehindert worden sei, normal zu operieren.

Erst am 26. Mai haben nach Angaben aus Hanoi drei chinesische Küstenwachboote die Erkundungskabel eines anderen vietnamesischen Ölsuchschiffes, der „Binh Minh 2“, beschädigt. Auch dieser Zwischenfall soll sich in der ausschließlichen Wirtschaftszone Vietnams ereignet haben. Die vietnamesische Regierung teilte mit, dass das Forschungsschiff nun von acht Schiffen „eskortiert“ werde, machte hierzu jedoch keine näheren Angaben. Peking hatte anschließend Vietnam aufgefordert, „Abstand vom Schaffen von Probleme zu nehmen“ und gesagt, dass die Operation der vietnamesischen Schiffe „illegal“ sei.

Der vietnamesische Premierminister Nguyễn Tấn Dũng erklärte seine Entschlossenheit, die „unanfechtbare“ Souveränität Vietnams zu schützen. In einem in der Tageszeitung „Thanh Niên“ veröffentlichten Artikel bestätigte er „die unanfechtbare maritime Souveränität hinsichtlich beider Archipele, den Paracel-Inseln und den Spratly-Inseln“, zu deren Verteidigung Volk und Armee „aufs stärkste entschlossen“ seien. In Vietnam haben sich wegen der territorialen Dispute um die vermutlich ölreichen Gewässer in der letzten Zeit antichinesische Ressentiments verstärkt, und die Beziehungen zwischen Peking und Hanoi sind auf dem schlechtesten Stand seit Jahren.

Quellen

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May 30, 2011

Taifun Songda verschont Philippinen

Taifun Songda verschont Philippinen – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Taifun Songda verschont Philippinen

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Veröffentlicht: 22:45, 30. Mai 2011 (CEST)
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Die Grafik zeigt die Zugbahn des Wirbelsturmes

Manila (Philippinen), 30.05.2011 – Taifun Songda, der zweite benannte tropische Wirbelsturm im nordwestlichen Pazifischen Ozean in diesem Jahr, hat beigedreht und den Osten der philippinischen Hauptinsel Luzon nur gestreift. Infolge des Wirbelsturmes starben auf den Philippinen drei Menschen. In der Bicol-Region ertranken ein 70-Jähriger und ein 27-Jähriger Mann in getrennten Zwischenfällen. Das dritte Opfer war ein Bergarbeiter in der Provinz Benguet, der in einem Stollen eingeschlossen wurde und nach über 24 Stunden durch den weiter ansteigenden Wasserstand ertrank. Einige Küstengebiete waren evakuiert worden. Starkregen führte örtlich zu Überschwemmungen und behinderte den Verkehr. Wie Landschaftsminister Proceso Alcala bekanntgab, waren die Schäden in der Landwirtschaft „sehr gering“, da viele Felder bereits abgeerntet seien.

Der Sturm, der den Namen eines Flussarmes des Mekong in Vietnam trägt, zog in der Folge nordwärts und passierte Taiwan an dessen Ostseite, während er die Inseln der japanischen Präfektur Okinawa, die einige hundert Kilometer südlich der japanischen Hauptinseln liegen, überquerte.

Diese TRMM-Satellitenaufnahme zeigt Songda nordöstlich der Philippinen am 27. Mai. Die stärksten Niederschläge (rote Flächen) fallen über dem Meer.

Foto: NASA

Der bisher stärkste Sturm der diesjährigen Taifunsaison gelangte somit über kühleres Wasser, wodurch die Transition in ein außertropisches Frontensystem einsetzte. Den Prognosen zufolge wird der Sturm keine hohen Windgeschwindigkeiten mehr entwickeln, wenn er etwa 150 bis 200 km südlich des havarierten Kernkraftwerkes Fukushima vorüberzieht, möglich sind jedoch starke Niederschläge, auch im Zusammenhang mit dem jahreszeitlich bedingten Südwestmonsun.

Wie die Japan Meteorological Agency (JMA) mitteilte, zogen 2004 acht tropische Stürme über Ostjapan hinweg, vergangenes Jahr kamen zwei Taifune näher als 300 Kilometer an das Kernkraftwerk heran. Die Betreibergesellschaft Tokyo Electric Power Co. (Tepco) will bis zum Oktober eine Abdeckung über beschädigte Reaktorgebäude fertigstellen. Takeo Iwamoto, ein Sprecher von Tepco, bestätigte in einem Telefoninterview, dass man zwar Maßnahmen wegen des Taifuns überlege, konnte jedoch keine detaillierteren Absichten bekanntgeben. Tepco ist seit dem Unglück wegen seiner Informationspolitik in die Kritik geraten.

Auch nach dem Abzug von Chedeng, wie der Taifun von der philippinischen Meteorologiebehörde PAGASA getauft wurde, kam es auf Luzon und im Westen von Visayas noch zu erheblichen Niederschlägen. Der Wetterdienst warnte deswegen auch weiterhin vor Sturzfluten, Überschwemmungen und Erdrutschen. Für dieses Jahr geht PAGASA davon aus, dass 18 bis 21 tropische Wirbelstürme Auswirkungen auf den Inselstaat haben würden. Für den Monat Juni rechnet die Behörde mit drei solchen Wetterereignissen. Aufgrund von tropischen Wirbelstürmen kommen jedes Jahr zahlreiche Bewohner Ostasiens und Südostasiens um.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Philippinen
  • Portal:Japan
  • Portal:Naturkatastrophen

Quellen

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October 21, 2010

Taifun Megi bedroht nun Südchina

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Taifun Megi bedroht nun Südchina

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Veröffentlicht: 13:46, 21. Okt. 2010 (CEST)
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Taifun Megi im Südchinesischen Meer am 20. Oktober 2010

Foto: NASA

Karte des Südchinesischen Meeres

Tōkyō (Japan) / Manila (Philippinen) / Honolulu (Vereinigte Staaten), 21.10.2010 – Taifun Megi, einer der stärksten jemals beobachteten Taifune, hat die philippinische Hauptinsel Luzon überquert und das Südchinesische Meer erreicht. Inzwischen hat der tropische Wirbelsturm eine nördliche Zugrichtung eingeschlagen. Den gegenwärtigen Prognosen des US-amerikanischen Joint Typhoon Warning Center (JTWC) zufolge wird das Zentrum des Taifuns am 23. Oktober etwa 250 Kilometer östlich von Hongkong in der Provinz Guandong auf die Küste Chinas treffen. Nach Angaben der staatlichen Meeresbehörde wird dann mit einer Wellenhöhe von sieben Metern gerechnet. Um 14:00 Uhr Hongkonger Zeit befand sich der Taifun rund 600 Kilometer südöstlich der Stadt.

Auf den Philippinen sind durch die Auswirkungen des Wirbelsturmes mindestens 15 Menschen gestorben. Der Taifun war am Montag, dem 18. Oktober mit einem minimalen Luftdruck in seinem Zentrum von 885 Hektopascal auf die Ostküste Luzons getroffen und hatte dann die Insel westwärts ziehend überquert. Dabei handelte es sich um den niedrigsten jemals bei einem tropischen Wirbelsturm aufgezeichneten Luftdruck beim Landfall. Durch die Einwirkungen des Landes hat sich der Taifun bei der Überquerung Luzons abgeschwächt; über dem offenen Wasser des Südchinesischen Meeres intensiviert sich der Sturm derzeit wieder. Das JTWC nimmt an, dass „Megi“ am Mittwoch, dem 21. Oktober einminütige andauernde Windgeschwindigkeiten von 230 Kilometern pro Stunde erreicht, bevor eine allmähliche Abschwächung des Taifuns einsetzen wird.

Voraussichtliche Zugbahn von Taifun Megi (magenta)

Grafik: JTWC

Chinas Präsident Hu Jintao und Premierminister Wen Jiabao haben größere Anstrengungen von den örtlichen Behörden verlangt, um Menschen sowie Hab und Gut vor Flutwasser und Windschäden zu schützen. Im Süden Chinas sind nach einer Reihe von tropischen Wirbelstürmen die Wasserstände vieler Gewässer in den Provinzen Hainan und Guangdong hoch. Mehr als 2000 Menschen sind in diesem Jahr im Süden Chinas bereits durch Hochwasser umgekommen.

Die Schäden an Infrastruktur, Landwirtschaft und der Fischerei auf Luzon werden bislang vom nationalen Katastrophenschutzrat mit 1,4 Milliarden Philippinischen Pesos angegeben; mindestens 518 Häuser wurden durch die Auswirkungen von „Megi“ zerstört und mindestens 4392 weitere beschädigt.

Die Zahl der Toten wurde bislang mit 19 angegeben. Gemessen an der Stärke des Taifuns „Megi“ ist diese Zahl verhältnismäßig gering. Im Juli 2010 waren bei einem Taifun auf den Philippinen mehr als 100 Menschen gestorben; im September und Oktober 2009 kamen innerhalb einer Woche durch die beiden Taifune Ketsana und Parma mehr als 1000 Bewohner der Philippinen ums Leben.

Themenverwandte Artikel

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Pazifische Taifunsaison 2010“.

Quellen

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October 18, 2010

Taifun Megi trifft Philippinen

Taifun Megi trifft Philippinen – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Taifun Megi trifft Philippinen

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Veröffentlicht: 15:43, 18. Okt. 2010 (CEST)
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Taifun Megi am 17. Oktober

Foto: NASA

Manila (Philippinen), 18.10.2010 – Taifun „Megi“, der stärkste Taifun seit mehr als zwei Jahrzehnten, zieht derzeit über den Norden den philippinischen Hauptinsel Luzon hinweg. Der Sturm, der von den philippinischen Behörden den Namen „Juan“ erhielt, war nach Berechnungen der Japan Meteorological Agency (JMA) mit andauernden zehnminütigen Windgeschwindigkeiten von bis zu 230 km/h und einem zentralen minimalen Luftdruck von 885 Hektopascal auf die Küste der Provinz Isabela geprallt. Sollten sich diese Werte bestätigen, handelt es sich bei „Megi“ um den stärksten Sturm beim Erreichen der Küste seit dem Labour-Day-Hurrikan von 1935. Es wird erwartet, dass sich der Wirbelsturm nach dem Abschwächen während des Überquerens von Luzon im Südchinesischen Meer wieder intensiviert und Kurs auf China nimmt. Nach den Vorhersagen der US-Marine wird „Megi“ beim Landfall an der chinesischen Küste Windgeschwindigkeiten von 185 Kilometern pro Stunde erreichen.

Der philippinische Staatspräsident Benigno Aquino hat die Behörden in Bereitschaft versetzt.

Zugbahn des Taifuns

Grafik: Cyclonebiskit

Über Schäden und Opfer gibt es noch keine genauen Angaben. Es wird befürchtet, dass die Auswirkungen des tropischen Wirbelsturmes die Reisernte gefährden. Besonders vernichtend sind bei tropischen Wirbelstürmen nicht nur die starken Winde, sondern vor allem die diese Tiefdruckgebiete begleitenden Niederschläge, die mehrere hundert Millimeter innerhalb von 24 Stunden erreichen können. Bislang wurde ein Opfer des Sturmes gemeldet. Ein Mann war bei Tuguegarao in der Provinz Cagayan in einem Fluss ertrunken.

Die Philippinen werden jedes Jahr von mehreren Taifunen getroffen. Die Insel Luzon wurde jedoch in der vergangenen Taifunsaison von einer Reihe von schweren Taifunen heimgesucht. Die beiden Taifune „Ketsana“ und „Parma“ hatten Ende September/Anfang Oktober 2009 innerhalb weniger Tage Luzon überquert und mehr als 1000 Menschenleben gefordert. Der damalige Schaden summierte sich auf rund 4,3 Milliarden US-Dollar. Im Juli 2010 hatte Taifun „Conson“ nach Angaben des nationalen Katastrophenkoordinierungsrates 102 Menschen getötet und mehr als 70.000 Häuser beschädigt oder zerstört.

Themenverwandte Artikel

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  • Portal:Naturkatastrophen

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August 25, 2010

Geiseldrama in Manila: Acht Touristen aus Hongkong tot

Geiseldrama in Manila: Acht Touristen aus Hongkong tot

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Veröffentlicht: 08:52, 25. Aug. 2010 (CEST)
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Der beschädigte Reisebus nach dem Polizeieinsatz

Foto: Sakuradate

Manila (Philippinen), 25.08.2010 – Acht Touristen aus Hongkong starben am Montag während eines Befreiungsversuchs der Polizei bei einer Geiselnahme in Manila, sieben weitere Chinesen wurden dabei verletzt. Der Geiselnehmer, ein ehemaliger Polizist, der seine Wiedereinstellung verlangte, wurde ebenfalls getötet. Er hatte die Insassen eines Reisebusses in seine Gewalt gebracht. Nach der Flucht des Busfahrers erschoss der Geiselnehmer zunächst zwei Geiseln, dann begann die Polizei mit der Erstürmung des Busses.

Die philippinische Polizei räumte inzwischen ein, Fehler begangen zu haben: Es seien „klare Mängel hinsichtlich der Leistungsfähigkeit und der verwendeten Taktik zu erkennen gewesen“, stellte Polizeichef Leocadio Santiago in einem lokalen Fernsehprogramm fest. Experten aus Hongkong sind in die philippinische Hauptstadt gereist, um die Ermittlungen zu beobachten.

Das Vorgehen der Polizei ist in China scharf kritisiert worden. Nach einem Bericht von Radio China International habe der Chefadministrator der Sonderverwaltungszone Hongkong, Donald Tsang, angeordnet, dass die Fahnen in Hongkong auf Halbmast gesetzt werden. Die Regierung habe für die Philippinen eine Reisewarnung ausgerufen. Nach Angaben des Hongkonger Tourismusverbandes würden alle Pauschalreisen auf die Philippinen bis zum 8. September abgesagt.

Themenverwandte Artikel

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October 21, 2009

Vor neuem Taifun: Massenevakuierungen auf den Philippinen

Vor neuem Taifun: Massenevakuierungen auf den Philippinen

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Veröffentlicht: 00:22, 21. Okt. 2009 (CEST)
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Vorhersagekarte

Grafik: Joint Typhoon Warning Center

Manila (Philippinen), 21.10.2009 – Den Philippinen droht eine weitere Wirbelsturmkatastrophe: Taifun „Lupit“ nähert sich von Osten und droht auf die bereits schwer von den Taifunen „Ketsana“ und „Parma“ getroffenen Provinzen auf der Insel Luzon zu treffen. Der Taifun ist der 18. Wirbelsturm, der dieses Jahr auf den Inselstaat trifft. Üblicherweise bekommen die Philippinen etwa 20 Wirbelstürme jährlich zu spüren. Der Landfall des Taifuns, der auf den Philippinen den lokalen Namen „Ramil“ trägt, wird für Donnerstag, den 22. Oktober erwartet. Das Zentrum des Taifuns befand sich nach den Angaben von PAGASA am Dienstagmorgen mitteleuropäischer Zeit rund 890 km östlich der Provinz Cagayan und erreichte mit andauernden einminütigen Windgeschwindigkeiten von 195 km/h die Kategorie 4 auf der fünfstufigen Saffir-Simpson-Hurrikan-Skala. „Wir erwarten, dass Lupit ein viel stärkerer Taifun sein wird als die beiden Wettersysteme, die wir in den vergangenen vier Wochen hatten“, erklärte Prisco Nilo, der Direktor der philippinischen Meteorologiebehörde Pagasa vor der Presse. Nach Nilos Angaben lade der Taifun vermutlich weiteren Starkregen ab. „Lupit“, der Name des Taifuns, stammt aus dem Philippinischen und bedeutet „gemein“. Für 15 Provinzen wurden inzwischen Sturmwarnungen und Sturmvorwarnungen verhängt.

Satellitenbild vom 19. Oktober

Foto: NASA MODIS

Die Auswirkungen der beiden früheren Tropenstürme waren verheerend, und noch immer sind deswegen rund 266.000 Menschen in Notunterkünften untergebracht. Die beiden Stürme hatten zusammen mindestens 858 Menschen getötet und Schäden an Infrastruktur und in der Landwirtschaft von mehr als 580 Millionen US-Dollar verursacht. Aufgrund der durch die Regenfälle verursachten Überschwemmungen kam es zu Krankheiten. Mehr als 1,7 Millionen Einwohner waren in der Metro Manila von den Überschwemmungen betroffen, landesweit waren es mehr als sieben Millionen Menschen. Nach Angaben der Gesundheitsbehörden wurden 1.336 an Leptospirose erkrankte Filipinos in Krankenhäusern behandelt, 96 von ihnen starben an der Krankheit. Nach amtlichen Angaben der Katastrophenkoordinierungskommission starben durch die Auswirkungen des Taifuns „Ketsana“ 380 Menschen, rund 4,34 Million Einwohner vor allem in Manila und der Umgebung waren von dem Wirbelsturm betroffen. Der Tropensturm „Parma“ überquerte die Insel innerhalb einer Woche dreimal. Durch Überflutungen und Erdrutsche wurden 438 Personen getötet, rund 3,8 Millionen Einwohner vor allem im Norden Luzons waren von den Auswirkungen betroffen.

Tausende von Bewohnern der Küstenstriche und Bergregionen im Norden Luzons haben inzwischen begonnen, sicherere Gebiete aufzusuchen. Nach Angaben von Oberstleutnant Ernesto Torres, einem Sprecher der philippinischen Katastrophenkoordinierungskommission, werden sie dabei von Einheiten der Armee unterstützt. „In diesen Tagen haben wir nicht mehr das Problem, die Anwohner zur Evakuierung zu überreden“, erklärte der Polizeichef der Provinz Benguet, Loreto Espineli. In dieser Provinz waren bei der Passage des Taifuns „Parma“ rund 300 Menschen gestorben. „Wir werden [die Bewohner] zum Verlassen zwingen, falls sie nicht wollen“, fügte er hinzu. „Es ist einfacher, die Menschen zu evakuieren, als ihre Leichen nach einem Erdrutsch auszubuddeln.“

Präventiv wird an fünf großen Stauseen den Wasserstand gesenkt, um die erwarteten Niederschläge von 20–25 mm pro Stunde aufnehmen zu können. Am Magat-Staudamm werden 1824 Kubikmeter pro Sekunde abgelassen – das entspricht in etwa der Abflussmenge des französischen Flusses Rhone. Abgelassen wird Wasser auch an den Staudämmen San Rogue, Pantabangan, Binga und Ambuklao. Nach dem Durchzug von Taifun „Parma“ hatten einige der im nächsten Jahr zur Wiederwahl stehenden Politiker kritisiert, dass die Staudammbetreiber zu plötzlich und ohne Vorwarnung Wasser aus den Stauseen abgelassen hätten. Dies habe zur Überflutung von Städten und Reisfeldern geführt, auch Straßen seien dadurch zerstört worden. Die National Power Corporation hat inzwischen ihre internen Regeln geändert. Nun müssen Warnungen an die betroffene Bevölkerung sechs Stunden vor dem Öffnen der Fluttore erfolgen, zwei Stunden eher als bisher, und die Menge, die pro Sekunde abgelassen wird, soll bekanntgegeben werden.

Die philippinische Präsidentin Gloria Arroyo machte den Klimawandel für das extreme Wetter und seine Folgen verantwortlich. Kritiker führen die Gründe für das Ausmaß der Katastrophe jedoch auf schlechte Stadtplanung zurück. Da viele der Elendsviertel Manilas in den Überschwemmungsgebieten der Flüsse liegen, behindern sie so den Abfluss von Hochwasser. Fast sechs Millionen Einwohner Manilas wohnen in Hüttensiedlungen.

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