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January 14, 2010

Tausende Tote nach verheerendem Erdbeben in Haiti

Tausende Tote nach verheerendem Erdbeben in Haiti

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Veröffentlicht: 21:45, 14. Jan. 2010 (CET)
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Lage des Epizentrums des Erdbebens

USGS-Karte mit Erschütterungszonen um das Epizentrum

Port-au-Prince (Haiti) / Berlin (Deutschland), 14.01.2010 – Auf der Karibikinsel Hispaniola werden nach dem schwersten Erdbeben in der Region seit über 200 Jahren, das sich am Dienstagnachmittag ereignete, tausende Tote befürchtet. Das Rote Kreuz Haitis schätzt, dass die Zahl der Toten auf bis zu 50.000 ansteigen könnte. Etwa drei Millionen Menschen sind verletzt oder obdachlos. Das Erdbeben ereignete sich laut dem United States Geological Survey (USGS) am Dienstag um 16:53 Uhr Ortszeit, (22:53 Uhr MEZ) 15 Kilometer südwestlich der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince mit einer Stärke von 7,0 auf der Momenten-Magnituden-Skala in einer Tiefe von etwa 10 Kilometern. In der Hauptstadt Haitis wurden neben den Elendsvierteln auch der Präsidentenpalast sowie das Gebäude der UN-Vertretung dem Erdboden gleichgemacht. Es folgten mehrere Nachbeben mit einer Stärke von 5,9. Für die gesamte Inselregion Kuba, Haiti, die Bahamas und die Domikanische Republik wurde vorsorglich höchster Tsunami-Alarm ausgerufen, nach einigen Stunden aber wieder aufgehoben. Unter den Opfern sind auch Mitglieder der UN-Friedensmission MINUSTAH aus Brasilien, China und Jordanien. Am Abend des 13. Januars wurden noch viele Mitglieder der UN-Mission vermisst, darunter auch UN-Botschafter in Haiti, der Tunesier Hédi Annabi. René Préval, der Präsident des Staates im Westen der Insel Hispaniola sagte vor der Presse, Annabi sei tot, doch UN-Pressesprecher Nicholas Birnback erklärte, den Tod Annabis bislang nicht bestätigen zu können. Préval selbst überlebte die Zerstörung seines Amtssitzes.

Der Botschafter des Landes in den USA rief die Weltgemeinschaft zur Hilfe auf. Fast sofort setzte die Arbeit der vor Ort anwesenden Hilfsorganisationen ein. „Ärzte ohne Grenzen“ sowie das Internationale Rote Kreuz kündigten an, die Zahl der Helfer in der Region zu erhöhen. Gestern Nachmittag machte sich ein vierköpfiges Erkundungsteam des deutschen Technischen Hilfswerks in Richtung Port-au-Prince auf. Das Team soll die Arbeit der deutschen Botschaft vor Ort unterstützen. Ein Einsatz der THW-Schnell-Einsatz-Einheit-Bergung-Ausland (SEEWA) ist in Vorbereitung. Diese Einsatzeinheit verfügt über spezielle Fähigkeiten der Trinkwasseraufbereitung und der Instandsetzung zerstörter Wasserversorgungssysteme. Mehrere Regierungen sagten rasche logistische Unterstützung bei der Hilfe für die Bevölkerung zu. Mehrere Helfer kleiner und mittlerer Hilfsorganisationen sind im benachbarten Santo Domingo (Dominikanische Republik) nach Angaben der Tagesthemen gestern am späten Abend eingetroffen. Sie wollen sich in der Nacht zur Grenze aufmachen und versuchen, ins Krisengebiet und damit zu den in Not geratenen Erdbebenopfern zu gelangen.

In dem Inselstaat Haiti reiben zwei tektonische Platten aneinander: die Karibische Platte und die Nordamerikanische Platte. Erstere bewegt sich laut USGS-Angaben mit einer Geschwindigkeit von 20 Millimetern pro Jahr in östlicher Richtung gegenüber der Nordamerikanischen Platte, die in westlicher Richtung wandert. Dabei subduziert die Karibische Platte unter die Nordamerikanische. Durch Erdfalten baut sich ein Kompessionsdruck in den aufeinander liegenden Platten auf, der sich bisweilen schlagartig entlädt. Weitere Erdfalten tragen zu den seismischen Aktivitäten in der Region bei. Außerdem liegt Haiti auf dem Pazifischen Feuerring, wodurch die Situation weiter eskaliert. Das Land wird zudem regelmäßig von Überschwemmungen heimgesucht; auch treten häufig Wirbelstürme in der Region auf. All dies ist nach Angaben der Tagesthemen ein Ergebnis des Raubbaus an der Natur, vornehmlich des Abholzens der Regenwälder zur Befriedigung des Konsumverhaltens europäischer Nationen.

Haiti gilt als das ärmste Land der westlichen Hemisphäre. Es ist flächenmäßig so groß wie das Saarland, aber proportional überbevölkert. Das Land steht in der Blüte von Korruption und Amtsmissbrauch und gilt außerdem als das Mekka des Drogenhandels.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Erdbeben in Haiti 2010“.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Naturkatastrophen

Quellen

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March 5, 2009

Nach Den Haager Haftbefehl gegen den sudanesischen Präsidenten: Hilfsorganisationen des Landes verwiesen

Nach Den Haager Haftbefehl gegen den sudanesischen Präsidenten: Hilfsorganisationen des Landes verwiesen

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Veröffentlicht: 23:40, 5. Mär. 2009 (CET)
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Den Haag (Belgien) / Khartum (Sudan), 05.03.2009 – Nach dem Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen den sudanesischen Staatschef Umar Hasan al-Baschir wurden zehn ausländische Hilfsorganisationen, die in der Krisenregion Darfur tätig waren, des Landes verwiesen. Eine Regierungsbehörde hatten laut der Nachrichtenagentur Reuters behauptet, Hilfsorganisationen hätten Informationen an den Strafgerichtshof weitergeleitet, mit denen der Haftbefehl begründet worden sei. Zu den betroffenen Hilfsorganisationen gehören unter anderem Oxfam, Save The Children, Care, Ärzte ohne Grenzen und das International Rescue Committee. Ärzte ohne Grenzen war bereits vor dem Erlass des Haftbefehls aufgefordert worden, bis zum 4. März das Land zu verlassen. Angesichts des bevorstehenden Haftbefehls gegen den Präsidenten könne für die Sicherheit der Mitarbeiter der Hilfsorganisation keine Garantie übernommen werden. Laut einer Erklärung der Hilfsorganisation wird der erzwungene Abzug des medizinischen Personals von Ärzte ohne Grenzen die Bevölkerung des Landes schwer treffen. Mehrere Projekte der Organisation, in denen medizinische und allgemeine humanitäre Hilfe geleistet wurde, müssten nun aufgegeben werden. In einigen Gebieten wird die Bevölkerung nun keinerlei medizinische Hilfe mehr erhalten können. Die Organisation betont, dass politische Neutralität und Unabhängigkeit von staatlichen Institutionen zu den Grundsätzen ihrer Arbeit gehöre.

Hintergrund des Haftbefehls gegen den sudanesischen Präsidenten ist eine Anklage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen in der Region Darfur. Umar Hasan al-Baschir soll persönliche Verantwortung für Morde, Vertreibungen, Folterungen und Vergewaltigungen tragen. Der Antrag des Chefanklägers Luis Moreno Ocampo, Umar Hasan auch wegen Völkermordes anzuklagen, fand jedoch nicht die Unterstützung des Den Haager Gerichtshofes. Die Regierung des Sudans wurde aufgefordert, den Haftbefehl zu vollstrecken. Es war das erste Mal, dass der Internationale Strafgerichtshof einen Haftbefehl gegen einen amtierenden Präsidenten eines Staates ausstellte.

Weblinks

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „den Darfur-Konflikt“.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Sudan

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February 12, 2009

Morgan Tsvangirai als Ministerpräsident Simbabwes vereidigt

Morgan Tsvangirai als Ministerpräsident Simbabwes vereidigt

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Veröffentlicht: 12:23, 12. Feb. 2009 (CET)
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Harare (Simbabwe), 12.02.2009 – Der Führer der oppositionellen „Bewegung für demokratischen Wandel“ (MDC), Morgan Tsvangirai wurde gestern von seinem schärfsten politischen Gegner, Robert Mugabe, als Ministerpräsident vereidigt. Welchen politischen Spielraum Tsvangirai unter der Präsidentschaft Mugabes tatsächlich haben wird, ist noch unklar. Der heute 84-jährige Mugabe herrschte mit Hilfe seiner Partei ZANU-PF seit 27 Jahren uneingeschränkt. Nach seiner Wahlniederlage am 29. März 2008 gegen seinen Herausforderer Morgan Tsvangirai versuchte er mit allen Mitteln, auch der Anwendung von Gewalt, seinen Widersacher von der MDC von der politischen Macht fernzuhalten. Die MDC warf der Regierung unter anderem Manipulation der Wahlergebnisse vor. Tsvangirai selbst wurde mehrfach verhaftet. Die heutige Vereidigung Tsvangirai ist Ergebnis eines fast einjährigen Verhandlungsmarathons, in dem das Land immer weiter in Misswirtschaft, Korruption, Arbeitslosigkeit, Hunger und einer verheerenden Choleraseuche versank. Nur auf Druck der Nachbarstaaten zeigte sich Mugabe nun zu einer Teilung der Macht bereit.

Tsvangirai hat an der Spitze einer Einheitsregierung 18 Monate Zeit, um eine neue Verfassung für das völlig am Boden liegende Land auszuarbeiten, dann stehen erneut Neuwahlen an. Die Probleme des Landes sind gigantisch und dulden keinen Aufschub. Nur etwa 20 Prozent der Bevölkerung haben Arbeit. Das Gesundheitswesen des Landes ist angesichts leerer Staatskassen und einer zusammengebrochenen Infrastruktur nicht mehr in der Lage der Choleraseuche und der rasanten Ausbreitung von AIDS etwas entgegenzusetzen. Nach WHO-Angaben sind in Simbabwe fast 68.000 Menschen mit dem Cholera-Erreger infiziert, der sich vor allem über verseuchtes Wasser verbreitet. Seit Beginn der Epidemie im August 2008 starben bereits 3371 Menschen an der Seuche. Die Ausbreitung der Cholera wird durch den Zusammenbruch der öffentlichen Kanalisation begünstigt. „Das Abwassersystem ist zusammengebrochen, die Fäkalien fließen durch die Straßen.“ Mit diesen Worten beschreibt der Geschäftsführer von Ärzte ohne Grenzen (Deutschland), Frank Dörner, die Situation in dem südafrikanischen Land. Die Hilfsorganisation behandelt etwa 75 Prozent aller Cholerainfizierten in dem Land. Eine weitere tödliche Bedrohung für die Bevölkerung des Landes ist die Immunschwäche AIDS. Nach Ansicht Dörners sterben täglich etwa 400 Menschen an der Virusinfektion. Bis zu einem Fünftel der erwachsenen Bevölkerung des Landes ist bereits infiziert.

Auch wer nicht an einer der tödlichen Infektionen, die in Simbabwe grassieren, erkrankt ist, muss um seine Existenz kämpfen. Knapp die Hälfte der Bevölkerung ist unterernährt. Rund fünf Millionen Menschen sind laut UNO daher auf Lebensmittelspenden aus den westlichen Industrieländern angewiesen um zu überleben. Aufgrund der katastrophalen Lebensverhältnisse beträgt die Lebenserwartung nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bei Männern 44 Jahre, Frauen werden im Durchschnitt 43 Jahre alt. Beim Amtsantritt Mugabes lag die durchschnittliche Lebenserwartung der Menschen noch bei 60 Jahren. Drei Millionen Menschen versuchten den katastrophalen Lebensbedingungen durch eine Flucht in ein Nachbarland zu entgehen.

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May 14, 2008

Myanmar: Die Arbeit von Hilfsorganisationen wird weiter behindert

Myanmar: Die Arbeit von Hilfsorganisationen wird weiter behindert

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Veröffentlicht: 12:48, 14. Mai 2008 (CEST)
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Genf (Schweiz), 14.05.2008 – Vor einer zweiten – humanitären – Katastrophe nach dem tropischen Wirbelsturm „Nargis“ in der Nacht vom 2. auf den 3. Mai hat Elizabeth Byrs vom UN-Büro zur Koordinierung von Hilfsmaßnahmen (OCHA) gestern in Genf gewarnt. Rund zwölf Tage, nachdem 1,5 Millionen Menschen direkt oder indirekt durch die Auswirkungen des verheerenden Zyklons nun auf Hilfe angewiesen sind, konnte mit etwa 270.000 Menschen bisher weniger als ein Drittel der Hilfsbedürftigen erreicht werden.

Elizabeth Byrs forderte einen Luft- und Seekorridor, um Hilfe in wesentlich größerem Maßstab als bisher ins Land zu bringen. An die Regierung Myanmars appellierte sie, den Hilfsorganisationen größere Unterstützung zukommen zu lassen. Dafür gebe es auch erste positive Anzeichen.

Die Visaerteilung für internationale Helfer verlief gestern jedoch weiterhin schleppend. So erhielten 13 Experten auf dem Gebiet der Trinkwasseraufbereitung des Technischen Hilfswerks (THW) aus Deutschland die erforderlichen Einreisegenehmigungen. Am Dienstag wurde seitens der Behörden des Landes laut taz jedoch erneut deutlich gemacht, dass in Myanmar ausländische Helfer nicht erwünscht seien. Die Verteilung von Hilfsgütern werde durch das Militär vorgenommen, wenn die Hilfsorganisationen nicht über einheimische Helfer verfügten.

Unter Berufung auf staatliche Organe in Myanmar teilte die Weltgesundheitsorganisation gestern mit, durch den Zyklon Nargis seien 31.938 Menschen ums Leben gekommen. 1.403 Menschen seien verletzt worden, und 29.770 Menschen würden vermisst.

Ärzte ohne Grenzen teilte gestern mit, drei Flugzeuge der Hilfsorganisation seien gestern in Rangun mit 110 Tonnen Hilfsgütern gelandet. Eine weitere Frachtmaschine sei noch unterwegs. 22 Teams der Organisation seien im Irawaddy-Delta unterwegs. Der Organisation zufolge wurde eine große Zahl einheimischer Mitarbeiter eingestellt, so dass für die Verteilung der Güter und andere logistische Unterstützung nun mehr als 200 Helfer zur Verfügung stehen. Weitere Ladungen mit Hilfsgütern und zusätzliche Helfer warten aber noch auf eine Einreisegenehmigung. Ärzte ohne Grenzen ist seit 1992 in Myanmar tätig. 43 internationale und mehr als 1.200 nationale Mitarbeiter der Organisation sind nach Aussagen der Organisation in dem Land im Einsatz. Jährlich werden in den Stationen der Organisation etwa eine Millionen Menschen medizinisch versorgt.

Unterdessen werden auf internationaler politischer Ebene weiterhin Möglichkeiten erörtert, wie den von Seuchen und Hunger bedrohten Menschen in Myanmar effektiver geholfen werden könnte. Eine Forderung Frankreichs nach der Einschaltung des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen wurde durch die Sicherheitsratsmitglieder China und Indonesien abgelehnt. Der thailändische Ministerpräsident Surayud Chulanont bemühte sich bisher vergeblich um Vermittlung zwischen der internationalen Gemeinschaft und der Militärregierung Myanmars. Ein erster Versuch war am Sonntag ergebnislos verlaufen. In der letzten Woche war ein Besuch von der Junta mit dem Hinweis abgelehnt worden, man sei zu sehr beschäftigt, um ihn zu empfangen. Am Mittwoch will Chulanont einen weiteren diplomatischen Vermittlungsversuch unternehmen.

Die Europäische Union hat die Regierung von Myanmar erneut zur Kooperation aufgefordert. EU-Kommissar Louis Michel brach ebenfalls zu einer diplomatischen Mission nach Myanmar auf. Auch die Möglichkeit, die Versorgung der Bevölkerung notfalls mit militärischen Mitteln abzusichern, steht inzwischen zur Diskussion. Die deutsche Bundesentwicklungshilfeministerin Heidemarie Wieczorek-Zeul sprach sich gegen die Anwendung von Gewalt aus. Zwar sei politischer Druck notwendig, das habe aber nichts mit „Sanktionen zu tun oder militärischen Aktionen“. Überraschend sprach sich der Linkspolitiker Wolfgang Nešković für die Anwendung von militärischer Gewalt zur Absicherung von Hilfeleistungen für die Opfer der Flut- und Sturmkatastrophe in Myanmar aus. Die Linkspartei hatte bisher immer ein militärisches Engagement der Bundeswehr im Ausland abgelehnt. Gegenüber dem Tagesspiegel sagte der Linkspolitiker: „Es ist so, wie Sarkozy das sagt: Man kommt mit Militär an und verteilt die Güter. Und wenn sich dann das dortige Militär einem entgegenstellt, dann stellt man sicher, dass man die Güter weiter verteilen kann. Ich räume ein, dass dafür eigentlich ein Beschluss des UN-Sicherheitsrat nötig ist.“ Zur Rechtfertigung berief sich Nešković auf einen „übergesetzlichen Notstand“ angesichts der Notsituation der Menschen in dem Land.

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland gab auf seiner Internetseite gestern eine partielle Reisewarnung für Myanmar heraus. Aufgrund der großflächigen Zerstörung der Infrastruktur in mehreren Regionen des Landes sollte „von Reisen in diese Gebiete […] daher abgesehen werden.“

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Myanmar
  • Ärzte ohne Grenzen zur Situation in Myanmar: „Wir brauchen dringend mehr Unterstützung, denn das Ausmaß der Katastrophe ist enorm.“ (22.07.2008)

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December 3, 2006

Thailand bricht Patentschutz für Merck-Aids-Medikament Efavirenz

Thailand bricht Patentschutz für Merck-Aids-Medikament Efavirenz

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Artikelstatus: Fertig 20:18, 3. Dez. 2006 (CET)
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Bangkok (Thailand), 03.12.2006 – Die thailändische Gesundheitsbehörde gab am letzten Mittwoch bekannt, dass sie das von dem US-Pharmakonzern Merck & Co. vertriebene AIDS-Medikament Efavirenz ab sofort mit einer Zwangslizenz belegt. Dadurch kann das Medikament zu einem günstigeren Preis angeboten werden. Merck & Co., das die exklusiven Rechte für den Vertrieb in Thailand besaß, verlangte 41 US-Dollar je Patient und Monat für das Medikament. Die thailändische Regierung hatte den Schritt damit begründet, dass die Kosten für das Medikament angesichts wachsender Zahlen HIV-infizierter Patienten für Thailand nicht mehr finanzierbar seien. Durch die Zwangslizenz verbilligt sich der Preis für das Medikament in Thailand auf 38,50 US-Dollar.

Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“, die die Entscheidung der thailändischen Regierung ausdrücklich begrüßte, erklärte, indische Generika-Produzenten hätten das Medikament bisher schon für 22 US-Dollar angeboten. Der staatliche thailändische Pharmaproduzent GPO werde in sechs Monaten außerdem auch für den thailändischen Markt ein Nachahmerprodukt für Efavirenz produzieren, berichteten thailändische Medien. Ein Sprecher von „Ärzte ohne Grenzen“ sagte außerdem, Mercks Belieferung des thailändischen Marktes mit Efavirenz sei nicht verlässlich gewesen, „was Behandlungsunterbrechungen zur Folge hatte“.

Das Medikament Efavirenz hemmt ein Protein des HI-Virus. Bei diesem Protein handelt es sich um das Enzym „Reverse Transkriptase“, mit dessen Hilfe sich HIV in menschlichen Körperzellen vermehrt.

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  • Portal:Gesundheit
  • Portal:Thailand

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August 17, 2006

Viele Tote durch Überschwemmungen in Äthiopien

Viele Tote durch Überschwemmungen in Äthiopien

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Artikelstatus: Fertig 23:49, 17. Aug. 2006 (CEST)
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Dire Dawa (Äthiopien), 17.08.2006 – In Äthiopien kam es wegen anhaltender schwerer Regenfälle zu Überschwemmungen, durch die viele Menschen starben. Das Land hat die internationale Gemeinschaft um Unterstützung gebeten.

Tanasee in Äthiopien

Durch die Überschwemmungen kamen laut einem Artikel der Nachrichtenagentur Reuters 900 Menschen ums Leben, zehntausende Menschen befinden sich auf der Flucht. Die äthiopische Polizei beziffert die Anzahl der Menschen, die durch die Überschwemmungen gestorben sind, auf 626, befürchtet aber weitere Tote. Seit Beginn des Monats sind weite Teile des Landes überflutet. Die äthiopische Regierung warnt vor möglichen weiteren Überschwemmungen in allen Teilen des Landes. Die wichtigsten Dämme des Landes befänden sich nahe der Grenze der Belastbarkeit. Nach Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mussten 10.000 Menschen ihre Heimat nahe dem Tanasee im Norden Äthiopiens verlassen. Die Hilfsorganisation geht davon aus, dass sich die Zahl in den nächsten Wochen auf 35.000 Menschen erhöhen könnte. Helfer konnten nach eigenen Angaben im Süden Äthiopiens 6.000 Menschen vor den Fluten retten. Dort starben am Sonntag aufgrund der Überschwemmung des Omo-Flusses über 300 Menschen. Auch der Awash-Fluss im Norden Äthiopiens ist über die Ufer getreten. In dieser Region mussten laut Behördenangaben 7.000 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Nach den schweren Überschwemmungen wird der Ausbruch von Cholera befürchtet.

Die Überschwemmungen sind Folge der seit zwölf Tagen anhaltenden heftigen Regenfälle. Die Regenzeit könnte nach Angaben des Leiters der griechischen Sektion von „Ärzte ohne Grenzen“ in diesem Jahr bis September andauern. Wettervorhersagen kündigen für die nächsten Wochen für ganz Äthiopien Regenfälle an, die heftiger sein werden als üblich. Üblich ist eine Regenzeit von Juni bis August. Schwere Regenfälle im Hochland führen zu den schweren Überschwemmungen in tiefer gelegenen Gebieten. Auch in den vergangenen Jahren waren Gebiete im Süden und Osten Äthiopiens von Überflutungen betroffen. Im letzten Jahr litt das Land am Horn von Afrika unter einer Dürre.

Angesichts des Ausmaßes der Katastrophe hat das Land die internationale Gemeinschaft um Unterstützung gebeten. Der Hilferuf erfolgte durch einen Behördenvertreter, der sich zuvor mit einem Hubschrauber aus der Luft einen Überblick verschaffte. Bisher hätten nicht näher definierte „Hilfstrupps“ 6.000 Menschen aus dem Überschwemmungsgebiet gerettet. Entlegene Regionen sollen mit Hubschraubern und Schnellbooten erreicht werden, da dort noch viele Viehhirten vom Wasser eingeschlossen sind.

Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) hat in der Zwischenzeit damit begonnen, etwa 10.000 Menschen in der Region Dire Dawa im Osten des Landes, die von den Behörden zum Katastrophengebiet erklärt wurde, mit Lebensmitteln zu versorgen. Laut einer am Dienstag veröffentlichten Pressemitteilung des WFP wurden zunächst 2.000 Menschen in Hütten mit Lebensmitteln versorgt. Für die kommenden Wochen sind weitere Hilfsmaßnahmen geplant, da die Infrastruktur in der Region teilweise zerstört ist. In der Region Dire Dawa dienen Klassenzimmer und ungenutzte Lagerhäuser derzeit als Unterschlupf für Menschen, die ihre Dörfer verlassen mussten. Die nationalen Rettungsdienste einschließlich der Armee und die internationalen Organisationen sind trotz der angelaufenen Hilfe jedoch überlastet. So sagte der für die Omo-Region zuständige Kokoordinator für Naturkatastrophen, Deftalgne Tessema, gegenüber der BBC, dass nur 14 Motorboote im Einsatz seien, um Menschen in Sicherheit zu bringen, die auf Inseln festsäßen. Die Boote sind laut Deftalgne Tessema zudem recht klein. Tegaye Mununhe, der Polizeichef der betroffenen Region, sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP, dass nun weitere Boote im Einsatz seien und die Suche nach Überlebenden und Vermissten Tag und Nacht fortgeführt werde.

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November 16, 2005

Dramatische Lage im Kongo

Dramatische Lage im Kongo – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Dramatische Lage im Kongo

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Demokratische Republik Kongo

Kinshasa (Demokratische Republik Kongo), 16.11.2005 – Am gestrigen Dienstag wies die Organisation Ärzte ohne Grenzen in einer Pressemitteilung auf die dramatischen Lage in der Demokratischen Republik Kongo hin.

Die Sterblichkeitsrate liege über der so genannten Notfallschwelle von zwei Toten am Tag pro 10.000 Menschen. Die meisten Opfer würden eigentlich behandelbare Krankheiten, wie Atemwegsinfektionen, Malaria oder Durchfallerkrankungen fordern.

Die Kosten für eine medizinische Versorgung könne ein großer Teil der Bevölkerung nicht aufbringen. Dem Bericht von Ärzte ohne Grenzen zufolge hätten deshalb zwischen 45 und 67 Prozent der Befragten keinerlei Zugang zu medizinischer Versorgung. Zusätzlich erschwere die schlechte Infrastruktur des Landes die Arbeit und es herrsche ein Mangel an Medikamenten.

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September 17, 2005

Ärzte ohne Grenzen: Kindersterben in Niger geht weiter

Ärzte ohne Grenzen: Kindersterben in Niger geht weiter

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Artikelstatus: Fertig 21:07, 17. Sep. 2005 (CEST)
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Dies ist ein Artikel, der für einen Wettbewerb eingereicht wurde. Falls ein Einspruch eingelegt wird, bitte Schiedsrichter Cyper davon unterrichten.

Niamey (Niger), 17.09.2005 – Trotz der gewachsenen Spendenbereitschaft für die vom Hunger bedrohten Kinder in dem westafrikanischen Land hat sich die Situation nach Angaben der internationalen Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen in einigen Gebieten weiter verschlechtert.

Obwohl durch das Welternährungsprogramm der UNO (WFP) Lebensmittel an 1,2 Millionen Menschen ausgegeben wurden, gibt die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (Médecins sans Frontières) an, in 58 der 67 Regionen des Landes herrschten alarmierende Zustände. Am stärksten betroffen seien die Regionen Maradi, Zinder und Tahoua. Dort seien in der letzten Woche 2000 Kinder wegen lebensbedrohlicher Unterernährung in die Behandlung der Hilfsorganisation übergeben worden.

Die MSF kritisieren auch die UNO-Hilfsorganisation WFP, die die Weltgemeinschaft viel zu spät auf die Hungersnot in Niger aufmerksam gemacht habe.

Nach Angaben des WFP leiden in Niger 34 Prozent der Bevölkerung an Unterernährung, in absoluten Zahlen: 3,7 Millionen von 10,8 Millionen Einwohnern des Landes.

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April 4, 2005

Marburg-Virus Epidemie in Angola

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Marburg-Virus Epidemie in Angola

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Angola

Uige (Angola), 04.04.2005 – In der Provinz Uige in Angola sind 224 Fälle eines durch den Marburg-Virus verursachten hämorrhagischen Fiebers dokumentiert, davon sind 207 bereits verstorben.

Unter den Opfern der seltenen, aber schwer verlaufenden Viruserkrankung befinden sich auch zwölf Mitarbeiter eines Hospitals. Es befindet sich eine von der WHO entsandte mobile Einheit des Canadian National Microbiology Laboratory vor Ort, die eine Isolationsanlage von Ärzte ohne Grenzen unterstützen sollen. Weitere Hilfen durch die WHO sind in Vorbereitung.

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  • Zahl der Todesopfer in Angola steigt (05.04.2005)
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