Drei Skelette von Sauriern in Thüringen entdeckt

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 18:39, 29. Jul. 2006 (CEST)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Skelett von Dimetrodon grandis im National Museum of Natural History, Washington, DC

Gotha (Deutschland), 29.07.2006 – Wissenschaftler haben gestern auf dem „Bromacker“ in Thüringen drei Saurierskelette gefunden. An dieser Stelle wurden schon häufiger Fossilien aus der Zeit des Perm (einem Erdzeitalter vor zirka 280 Millionen Jahren) entdeckt. Ein Fossil ist so gut erhalten, dass aus ihm eventuell ein 60 Zentimeter langes Reptilienskelett vollständig rekonstruiert werden kann.

Dabei handelt es sich nach Angaben von Teamleiter Thomas Martens um das Skelett eines Pelycosauriers, einer Segelechse. Die Steine werden in die USA gebracht, wo sie in den nächsten Monaten am „Carnegie Museum of Natural History“ in Pittsburgh präpariert werden sollen. David Berman, der am Carnegie Museum arbeitet, berichtete davon, dass ein Skelett derselben Saurierart bereits in Amerika gefunden worden sei, wobei das Tier allerdings zirka zehn Millionen Jahre jünger gewesen sein soll. Das unterstütze die These, dass die Kontinente damals noch zusammenhingen. „Die Tiere sind offensichtlich von der Gegend des heutigen Europas über Asien in die Vereinigten Staaten eingewandert.“ Funde von Fossilien derselben Art aus Asien sind jedoch unbekannt.

Stuart Sumida, Professor an der California State University in San Bernadino, freut sich ebenfalls über den Fund: „Nirgendwo sonst auf der Welt gibt es so wundervolle Funde wie hier.“ Die Skelette, die in den letzten Jahren in den USA und Mexiko gefunden wurden, seien bei weitem nicht so gut erhalten. Seit 14 Jahren kommen die Amerikaner jeden Sommer nach Tambach-Dietharz und präparieren anschließend die Fundstücke, auch wenn diese danach wieder an Thüringen zurückgegeben werden müssen.

Das Fundgebiet, der „Bromacker“, liegt bei Tambach-Dietharz im Thüringer Wald. Dort wurden bis zu vier Steinbrüche angelegt, um Sandsteinplatten für die Bauindustrie zu liefern. Seit 1974 werden dort immer wieder Wirbeltierskelette geborgen.

Quellen