Dritthöchster Wasserfall der Welt entdeckt

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Artikelstatus: Fertig 22:27, 16. Mrz. 2006 (CET)
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Chachapoyas (Peru), 16.03.2006 – Einem von dem deutschen Entwicklungshelfer Stefan Ziemendorff (32) geleiteten deutsch-peruanischen Team ist es gelungen, in drei Expeditionen einen bisher nur Einheimischen unter dem Namen „Gocta“ bekannten Wasserfall zu vermessen. Mit 771 Metern Höhe (plus/minus 13,5 Meter) handelt es sich dabei um den dritthöchsten Wasserfall der Welt. Der bisherige drittplatzierte Wasserfall Yosemite (USA) wurde mit 739 Metern auf den vierten Platz verwiesen. Nur der Salto Angel (972 Meter, Venezuela) und die Tugela Falls (948 Meter, Südafrika) sind noch höher.

Die Nachricht schlug im peruanischen Amazonasdepartment hohe Wellen. Jetzt bereiten sich die lokalen Autoritäten darauf vor, den Tourismusansturm in geordnete Bahnen zu lenken, um die Einnahmen zum Schutze der Umgebung des Wasserfalls zu verwenden. In einem Umkreis von zwei Kilometern um den Wasserfall wächst zur Zeit ein fast noch unberührter Regenwald mit vielen vom Aussterben bedrohten Tieren (Brillenbär, Puma, Tukane und seltene Kolibri- und Papageienarten). Im Moment wird dieses Naturparadies von extensiver Landwirtschaft (Zuckerrohr) bedroht, die bisher die einzige Einkommensquelle der nahe gelegenen Dörfer Coca und Cocachimba ist.

Geführt wurde die Expedition von dem Einheimischen Telesforo Santillan (60 Jahre), der die Gegend wie seine Westentasche kennt. Auch er zeigte sich überrascht und stolz von der Nachricht, dass nur wenige Kilometer von seinem Haus einer der höchsten Wasserfälle der Welt liegt. Er hofft, dass für sein Dorf etwas von den zu erwartenden Einnahmen abfällt, denn bisher gibt es nicht einmal ein Telefon, um mit seinen weit entfernt wohnenden Kindern zu kommunizieren.

Um Gocta ranken sich zahlreiche Legenden, welche von den Einheimischen außerordentlich ernst genommen werden. So geht die Legende von einer schönen Sirene um, die in der Lagune des Wasserfalls wohnt, Mutter der Fische des Flusses ist und einen Goldschatz beschützt. Eines ihrer Opfer, Juan Mendoza, ist vor wenigen Jahren auf unerklärliche Weise in der Nähe des Wasserfalls verschwunden.

Der Deutsche Ziemendorff ist gebürtiger Greifswalder und zurzeit Koordinator des „Planes 100.000 Trinkwasseranschlüsse“. In einem Interview mit der BBC erklärte er: „Der Anblick dieses Wasserfalls ist einfach spektakulär.“

Quellen