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January 4, 2014

Neue Vorwürfe an die NSA: Die Privatsphäre soll abgeschafft werden

Neue Vorwürfe an die NSA: Die Privatsphäre soll abgeschafft werden

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Veröffentlicht: 04.01.2014, 7:48 (MEZ)
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Greenwald gilt als Vertrauter von Snowden

Hamburg (Deutschland), 04.01.2014 – Das Hackertreffen des Chaos-Computer-Clubs (CCC) in Hamburg feierte vom 27. bis zum 30. Dezember 2013 seinen 30. Geburtstag. Der CCC wurde am 12. September 1981 gegründet. Im Dezember 1984 fand im Eidelstedter Bürgerhaus in Hamburg-Eidelstedt der erste Chaos Communication Congress statt. Das diesjährige Treffen wird kurz als 30C3 bezeichnet.

Der Journalist Glenn Greenwald, der für die britische Tageszeitung The Guardian arbeitet, kündigte neue Enthüllungen aufgrund von Dokumenten an, die er von dem ehemaligen NSA-Mitarbeiter Edward Snowden erhalten habe. Greenwald hält sich gegenwärtig in Brasilien auf, sein Vortrag wurde deshalb für die mehrere tausend Teilnehmer des 30C3 mit dem Internettelefonprogramm Skype übertragen. Nach der Darstellung Greenwalds ist es das Ziel der Regierungen der USA, Großbritanniens, Australiens, Kanadas und Neuseelands, die Privatsphäre der Menschen abzuschaffen.

Nach einer repräsentativen Umfrage im Auftrag der dpa glauben zwar 84 Prozent der deutschen Internet-Nutzer, dass die Überwachung durch den US-Geheimdienst NSA und deren britisches Gegenstück und Kooperationspartner GCHQ gegen die Bürgerrechte in Deutschland verstoße, eine Änderung des Verhaltens finde aber kaum statt. Die Privatsphäre gilt in Deutschland im Rahmen der Grundrechte, wie sie als Persönlichkeitsrechte im Grundgesetz Artikel 1, Absatz 1, und Artikel 2, Absatz 2, beschrieben werden, als besonders geschützt. Nach Greenwalds Ansicht helfen aber weder Politik noch internationale Abkommen beim Schutz privater Daten, sondern ausschließlich technische Vorkehrungen. Doch dass auch die in Deutschland als sicher beworbenen De-Mails nicht sicher sind, stellte der Computerexperte Linus Neumann ebenfalls auf dem 30C3 in einem Vortrag fest. Allein Roger Dingledine sprach davon, dass man sich im Anonymisierungsnetzwerk Tor bereits gegen Anfragen der NSA zum möglichen Eintritt durch „Hintertüren“ ausgesprochen habe, ohne sich der Hoffnung hinzugeben, dass man damit gegen alle Eingriffe gesichert sei. Der Journalist Jacob Appelbaum hatte dazu nämlich bereits Anfang November 2013 auf einer Konferenz in Berlin erklärt, Spezialeinheiten der NSA würden auch speziell präparierte Computer bzw. Zubehör an Zielpersonen verschicken. Politiker der Grünen sprachen angesichts dieser neuen Vorwürfe von „krimineller Energie“, die die Geheimdienste entfalten würden, und verlangten von der Bundesregierung, dass sie den Rechtsstaat wiederherstelle.

Wer in dieser Situation allerdings nur warnend den Finger gegen die NSA und ihre Verbündeten erhebt, der unterschätzt die Möglichkeiten der staatlichen chinesischen und russischen Hacker, die denen anderer Länder nicht unterlegen sein dürften.

Quellen

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January 10, 2008

Hacken für die Demokratie: Chaos-Computer-Club will Einsatz unsicherer Wahlcomputer verhindern

Hacken für die Demokratie: Chaos-Computer-Club will Einsatz unsicherer Wahlcomputer verhindern

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Veröffentlicht: 18:10, 10. Jan. 2008 (CET)
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Berlin (Deutschland), 10.01.2008 – Der Chaos-Computer-Club will durch eine einstweilige Anordnung vor dem Hessischen Staatsgerichtshof den Einsatz von für unsicher gehaltenen Wahlcomputern bei den hessischen Landtagswahlen am 27. Januar unterbinden. Die Geräte vom Typ ESD1 und ESD2 zählen und speichern die Stimmen ausschließlich elektronisch. Damit ist keine nachträgliche Überprüfung unabhängig von den elektronisch hinterlegten Daten möglich. Ob diese vor, während oder nach der Wahl manipuliert worden sind, kann folglich nicht gegengeprüft werden.

Wie leicht Wahlcomputer manipulierbar sind und dass die Manipulation ohne weiteres während des Wahlvorgangs in einer Wahlkabine vollzogen werden kann, ist laut Sicht vieler Kritiker eindrucksvoll belegt worden: Die Wahlcomputer der niederländischen Firma Nedap ließen sich schon 2006 vor laufenden Kameras „in weniger als einer Minute öffnen, manipulieren und wieder schließen“. In den Niederlanden zog man daraus schon 2007 Konsequenzen und stimmt dort seitdem wieder per Papier ab. Das Computermodell, das in Hessen für die Landtagswahl eingesetzt werden soll, unterscheidet sich nur geringfügig von den 2006 versuchsweise manipulierten Geräten.

Aus Sicht der Befürworter der „traditionellen“ Wahlmethode ohne Wahlcomputer ist das Dilemma, eine elektronisch durchgeführte Wahl gleichsam sicher und überprüfbar zu halten, noch nicht gelöst. Wird die Funktionsweise zum Schutz vor Manipulationen geheim gehalten, könne die Funktionsweise nicht von unabhängigen Personen überprüft werden. Ist die detaillierte Funktionsweise der Wahlcomputer dagegen bekannt, steige das Risiko von Manipulationen. Geheimhaltung und Intransparenz der Informationsverarbeitungsprozesse könne eine Manipulation bestenfalls hinauszögern, sie jedoch nicht verhindern. Dabei seien die Geräte von Nedap keine Ausnahme: Mitgliedern des Chaos-Computer-Clubs gelang es bereits im Oktober 2007, den elektronischen Wahlstift, der am 24. Februar in Hamburg eingesetzt werden soll, mit einem Trojaner zu manipulieren.

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January 19, 2006

Amtsgericht Charlottenburg erlässt einstweilige Verfügung gegen die Wikimedia Foundation

Amtsgericht Charlottenburg erlässt einstweilige Verfügung gegen die Wikimedia Foundation

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Artikelstatus: Fertig 11:08, 19. Jan. 2006 (CET)
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Berlin (Deutschland), 19.01.2006 – Das Amtsgericht Charlottenburg von Berlin hat am 14.12.2005 eine einstweilige Verfügung gegen die Wikimedia Foundation erlassen. Erwirkt haben die einstweilige Verfügung die Eltern eines toten Computerhackers aus Berlin.

Er war unter dem Pseudonym Tron bekannt geworden, als er als erster die Verschlüsselung von Pay-TV- und Telefonkarten knackte. 1998, im Alter von 26 Jahren, verstarb er. Nach dem – von einigen bezweifelten – Ergebnis der staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen handelte es sich um Selbstmord.

Dem Wikimedia-Projekt Wikipedia soll mit der Verfügung verboten werden, den vollständigen bürgerlichen Namen zu nennen. Begründet wird dies damit, dass der Hacker nie unter seinem richtigen Namen gearbeitet habe. Wikimedia hält bisher dagegen, dass auch in Artikeln anderer Pseudonymträger der bürgerliche Name steht, soweit dieser bekannt ist.

Schwierig wird die Durchsetzung der Verfügung, da die Wikimedia Foundation ihren Sitz nicht auf dem Boden der Bundesrepublik, sondern im US-Bundestaat Florida hat. Ob sie die Verfügung befolgt und inwieweit die Anwälte weitere rechtliche Handhabe besitzen, ist bisher unklar. Klar ist jedoch, dass der richtige Name des Hackers in den letzten Wochen in vielen anderen Medien genannt wurde.

Entgegen einigen Meldungen in anderen Medien beteiligt sich der Chaos Computer Club e.V. nicht an diesem Streitfall. Nach Mitteilung des Vereins handele es sich um Aktivitäten einzelner Mitglieder, die jedoch nicht für den ganzen Club handelten. Auch private Vermittlungsversuche durch Mitglieder sollten nicht als parteiliche Einmischung des Vereins in den Streitfall angesehen werden.

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Hinweis: Auf Grund einer Abstimmung wird der bürgerliche Name des als „Tron“ bekannten Hackers nicht in diesem Artikel genannt.


Themenverwandte Artikel

  • Wikipedia.de außer Betrieb (19.01.2006)

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December 29, 2005

Chaos Computer Club-Kongress in Berlin

Chaos Computer Club-Kongress in Berlin – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Chaos Computer Club-Kongress in Berlin

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Artikelstatus: Fertig 19:18, 1. Jan. 2006 (CET)
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Berlin / Ilmenau (Deutschland), 29.12.2005 – Vom 27. bis zum 30. Dezember findet im Berliner Congress Center die 22. „europäische Hackerkonferenz“ des Chaos Computer Club e.V. (CCC) statt. Erstmals dauert die Konferenz, die jährlich zwischen Weihnachten und Silvester stattfindet, vier Tage. Die Konferenz steht unter dem Motto „Private Investigations“.

In diesem Jahr werden mit Hilfe von Mitgliedern der Forschungsgemeinschaft elektronische Medien e.V. aus Ilmenau und anderen Helfern die Vorträge auf der Konferenz aufgenommen und im Internet zur Verfügung gestellt. Es finden immer vier Vorträge parallel im Kongresszentrum statt. Auf dem Kongress finden Vorträge, Workshops und Diskussionen zu den fünf Themenbereichen Hacking, Science (Wissenschaft und Forschung), Community (Treffen unterschiedlicher Aktivisten- und Entwicklergruppen), Society (gesellschaftspolitische Themen) und Culture (Kultur) statt.

Auch das Projekt Wikipedia ist in Berlin vertreten. Unter Anderem wird Henriette Fiebig einen Vortrag über die inhaltliche Qualität von Wikipedia-Artikeln halten.

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February 21, 2005

Prominente starten Unterschriftenaktion gegen die Kriminalisierung der Privatkopie

Prominente starten Unterschriftenaktion gegen die Kriminalisierung der Privatkopie

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Artikelstatus: Fertig 21. Feb. 2005 (CET)
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Berlin (Deutschland), 21.02.2005 – Mindestens acht Millionen Franzosen haben irgendwann einmal rechtlich geschützte Musik über das Internet heruntergeladen und sich damit strafbar gemacht. Über 20.000 davon sind in die Offensive gegangen und fordern eine öffentliche Debatte über die aktuelle Rechtslage.

Seit heute 10:30 MEZ gibt es nun auch in Deutschland eine Unterschriftenaktion gegen die Kriminalisierung der Privatkopie. Die Nutzer von Tauschbörsen sollen weder verunsichert noch eingesperrt werden. Auch die Perspektive, dass der Staatsanwalt im Morgengrauen klingelt und den Rechner der Familie beschlagtnahmt, weil geschützte Medien getauscht wurden, soll der Vergangenheit angehören. Stattdessen soll eine Kulturflatrate von fünf Euro pro Nutzer und Monat die Künstler entschädigen.

Zu den prominenten Erstunterzeichnern zählen Frank Fenstermacher von den Fehlfarben, der Ingeborg-Bachmann-Preisträger Peter Glaser, der Bremer Jura-Professor Wolfgang Däubler, der Wuppertaler Umweltwissenschaftler Wolfgang Sachs, Katja Husen, Mitglied im Bundesvorstand der Grünen, Frank Rosengart vom Chaos Computer Club, Rena Tangens vom FoeBuD, Professor Elmar Altvater und Georg Greve, Präsident der Free Software Foundation (FSF) Europe.

Die Erklärung kann im Internet unter fairsharing.odem.org eingesehen werden und dort auch unterschrieben werden. Es steht eine Druckversion zur Verfügung und an einer anonymisierten Möglichkeit zur Unterzeichnung wird derzeit noch gearbeitet. Das bekannte Verfahren, eine Unterzeichnung erst dann aufzunehmen, wenn sie per E-Mail bestätigt wurde, sichert die Unterschriftenliste gegen Mißbrauch. Der Hautpsitz des deutschen Fairsharing Netzwerk ist in Berlin angesiedelt.

Natürlich ist auch eine Kulturflatrate nicht ohne Probleme, erinnert sie doch viele an die ungeliebte GEZ Gebühr für den Fernseher. Trotzdem, so argumentiert die Initiative, ist eine Flatrate das geringere Übel, da sie die Kontrolle der Musikindustrie über die Verteilmechanismen vermindern würde. Deren Lobby versucht daher, den alternativen Ansatz der Flatrate einstweilen zu blockieren.

Eine andere, bereits seit längerer Zeit laufende Initiative hat zur Petition Rettet die Privatkopie bereits mehr als 48.000 Unterschriften gesammelt. Aber auch die Parteien selber werden bereits aktiv, so etwa eine Initiative der Jungen Union in Hessen.

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