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July 3, 2015

Dänische Regierung stellt Asylreform vor

Dänische Regierung stellt Asylreform vor

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Veröffentlicht: 18:54, 9. Juli 2015 (CEST)
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Lars Løkke Rasmussen (51), seit 28. Juni 2015 dänischer Ministerpräsident

Kopenhagen (Dänemark), 03.07.2015 – Die liberale dänische Regierung von Ministerpräsident Lars Løkke Rasmussen hat einen Gesetzesentwurf zur Reform der Asylpolitik vorgelegt. Hauptziel der Reform ist es, die Einwanderung von Asylbewerbern zu verringern und den dänischen Staatshaushalt um 134 Mio. € jährlich zu entlasten. So sollen die Bezüge von alleinstehenden Asylsuchenden von 1.453 € auf 805 € verringert werden, im Gegenzug soll es für schnell Dänisch Lernende eine Sprachprämie geben.

Auch die von Dimitris Avramopoulos, EU-Kommissar für Inneres und Migration, vorgelegten Pläne zielen auf eine Verringerung der Lasten durch die Aufnahme von Flüchtlingen ab. EU-Migrationskommissar Avramopoulos favorisiert in seinem bereits vorgelegten Konzept jedoch eine verstärkte Abschiebung von illegalen Flüchtlingen. Diese hätten kein Recht auf Asyl, derzeit würden seiner Aussage nach aber nur 39 von Hundert abgeschoben.

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October 3, 2011

Dänemark erhebt Steuer auf fetthaltige Nahrungsmittel

Dänemark erhebt Steuer auf fetthaltige Nahrungsmittel

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Veröffentlicht: 11:45, 3. Okt. 2011 (CEST)
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Kopenhagen (Dänemark), 03.10.2011 – Dänemark hat als erstes Land der Welt eine Steuer auf fetthaltige Nahrungsmittel eingeführt. Seit Samstag, dem 1. Oktober 2011, kostet jedes Kilogramm gesättigte Fettsäure 16 Kronen. Das entspricht 2,15 Euro – egal, ob sie sich in Butter, Milch, Fleisch, Pizzen oder Fertiggerichten befindet. Dadurch soll die Bevölkerung des Landes davon abgehalten werden, zu viel ungesunde Fette zu sich zunehmen. Die dänische Bevölkerung reagierte mit Hamstereinkäufen. Der dänische Industrieverband beklagte währenddessen einen „bürokratischen Albtraum“.

„Wir mussten unsere Lager mit tonnenweise Butter und Margarine auffüllen, um unsere Kunden bedienen zu können“, äußerte sich Sören Jörgensen vom Molkerei-Konzern Arla. Christian Jensen, Leiter eines Supermarktes in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen, sprach von einer „chaotischen“ Woche. „Es gab viele leere Regale. Die Leute haben ihre Tiefkühltruhen gefüllt“, so Christian Jensen. Auswirkungen auf das Konsumentenverhalten erwarte Jensen durch die Steuer jedoch nicht. „Wenn die Leute einen Kuchen kaufen wollen, dann kaufen sie ihn.“

Eine Sprecherin des dänischen Industrieverbandes sprach von einem komplizierten System, das den Lebensmittelproduzenten viel Arbeit bereite. Nicht nur das Fett in den Lebensmitteln müsse ermittelt werden, sondern auch das Fett, welches zur Zubereitung von Speisen benutzt werde, wie etwa Frittieröl. Jetzt müssten für alle Lebensmittel neue Preise gesetzt werden, wodurch zu guter Letzt der Verbraucher die Kosten trage.

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  • Portal:Dänemark

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February 4, 2011

Dänemark: Westergaard-Angreifer wegen Terrorismus verurteilt

Dänemark: Westergaard-Angreifer wegen Terrorismus verurteilt

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Veröffentlicht: 22:38, 4. Feb. 2011 (CET)
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Aarhus (Dänemark), 04.02.2011 – Ein 29-jähriger Somalier wurde von einem Gericht im dänischen Aarhus zu einer neunjährigen Haftstrafe und anschließender Abschiebung aus dem Königreich Dänemark verurteilt. Ihm wird vorgeworfen, sich mithilfe einer Axt Zugang zur Wohnung des Karikaturisten Kurt Westergaard verschafft zu haben, um ihn zu töten. Der verurteilte Somalier legte Berufung gegen das Urteil ein.

Westergaard hatte sich 2005 an einem Zeitungswettbewerb beteiligt, bei der die gelungenste Karikatur des muslimischen Propheten Mohammed gekürt werden sollte. Er zeichnete Mohammed mit einem wütenden Gesichtsausdruck und einer sich kurz vor der Explosion befindenden Bombe auf dem Turban. Weil eine bildliche Darstellung Mohammeds im Allgemeinen und eine dazu noch nachteilige Darstellung im Besonderen von strenggläubigen Muslimen als eine Beleidigung ihrer Religion aufgefasst wird, hatte Westergaard damals den Zorn eifriger Muslime auf der ganzen Welt auf sich gezogen.

Der nun, allerdings noch nicht letztinstanzlich, verurteilte Somalier hat nach Ansicht des Gerichts am Sylvesterabend 2009 versucht, Westergaard mit einer Axt zu erschlagen. Der Karikaturist konnte sich in einen vor unerwünschten Eindringlingen besonders geschützten Raum in seinem Haus verbergen und von dort aus die Polizei rufen. Der verurteilte Somalier habe vor und in dem Haus mit seiner Axt um sich geschlagen und nach Rache gerufen.

Der Täter habe sich vorher ein Bahnticket von Kopenhagen nach Aarhus ohne Rückfahrschein besorgt, um zum Wohnhaus Westergaards anzureisen. Insbesondere wegen des fehlenden Rückfahrscheins ist das Gericht davon ausgegangen, dass es sich nicht „nur“ um einen Mordversuch, sondern darüberhinaus um einen Terroranschlag gehandelt habe. Offensichtlich habe der Verurteilte einen „Märtyrertod“ geplant. Die Klassifizierung des Delikts als Terrorvergehen ist für die relativ hohe Strafe – Westergaard ist letztlich nichts geschehen – verantwortlich.

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December 30, 2010

Dänemark: Terrorverdächtige dem Haftrichter vorgeführt

Dänemark: Terrorverdächtige dem Haftrichter vorgeführt

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Veröffentlicht: 20:24, 30. Dez. 2010 (CET)
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Glostrup (Dänemark), 30.12.2010 – Drei der gestern festgenommenen Männer, die verdächtig sind, einen Terroranschlag auf die dänische Zeitung Jyllands-Posten geplant zu haben, wurden heute dem Haftrichter vorgeführt. Ihnen wird nach Auskunft der Staatsanwaltschaft „Terrorismus“ und „Verstoß gegen das Waffengesetz“ vorgeworfen. Alle drei Beschuldigten wiesen die Anschuldigungen zurück.

Nach Aussage des Leiters des dänischen Geheimdienstes (PET), Jakob Scharf, waren bei den Verdächtigen gestern ein automatisches Gewehr, eine 9-Millimeter-Pistole sowie mehr als 100 Schuss Munition sichergestellt worden.

Die drei Verdächtigen lebten in Schweden und waren gestern bei der Einreise nach Dänemark festgenommen worden. Einer von ihnen ist in Tunesien, ein anderer im Irak geboren. Der dritte ist schwedischer Staatsbürger mit unbekanntem ethnischen Hintergrund.

Ein Richter in dem Kopenhagener Vorort Glostrup ordnete zunächst eine vierwöchige Untersuchungshaft für die drei Männer an, die ersten zwei Wochen sollen in Einzelhaft verbracht werden. Der vierte Verdächtige, ein irakischer Asylbewerber, wurde vorerst wieder auf freien Fuß gesetzt, da für eine Festnahme keine ausreichenden Haftgründe vorlagen. Der 26-jährige Mann bleibt jedoch unter Polizeibeobachtung.

Es gab noch einen fünften Verdächtigen, der jedoch nicht in Dänemark, sondern in Stockholm (Schweden) festgenommen worden war. Es handelt sich dabei um einen 37-jährigen Schweden tunesischer Herkunft. Dieser wurde im Laufe des Tages in Schweden einem Haftrichter vorgeführt. Der Richter ordnete in diesem Fall eine zweiwöchige Untersuchungshaft an. Ihm werden die „Vorbereitung terroristischer Verbrechen“ zur Last gelegt.

Die dänische Zeitung Jyllands-Posten hatte im September 2005 Karikaturen mit Darstellungen des Propheten Mohammed veröffentlicht. Dies hatte weltweit den Protest vieler Muslime hervorgerufen.

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December 29, 2010

Anschlag auf dänische Zeitung „Jyllands-Posten“ vereitelt

Anschlag auf dänische Zeitung „Jyllands-Posten“ vereitelt

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Veröffentlicht: 18:03, 29. Dez. 2010 (CET)
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Kopenhagen (Dänemark), 29.12.2010 – Dem dänischen Geheimdienst PET gelang es heute offenbar, einen geplanten Terroranschlag auf die Redaktionsräume der dänischen Tageszeitung „Jyllands-Posten“ zu verhindern. Wie mitgeteilt wurde, konnten vier Verdächtige festgenommen werden. Behördenleiter Jacob Scharf erklärte, die vier Tatverdächtigen wollten „in das Gebäude eindringen und so viele Menschen wie möglich töten“.

Drei der vier Männer stammten nach PET-Angaben aus Schweden; alle gehörten radikal-islamistischen Organisationen an. Im September 2005 war die dänische Zeitung Jyllands-Posten durch die Veröffentlichung der so genannten Mohammed-Karikaturen international bekannt geworden. In islamischen Ländern gab es von gläubigen Muslimen heftige Proteste gegen die Veröffentlichung der Karikaturen, die darin eine Beleidigung des Propheten Mohammed sahen. Dabei kam es teilweise zu gewaltsamen Aktionen. Die dänische Botschaft in Jakarta wurde von Muslimen gestürmt. Auch das Leben des Karikaturisten Kurt Westergaard war mehrfach bedroht worden. International sorgte der Karikaturenstreit für eine Diskussion um die Freiheit der Presse.

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June 22, 2009

Mehr Autonomie für Grönland

Mehr Autonomie für Grönland – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Mehr Autonomie für Grönland

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Veröffentlicht: 21:53, 22. Jun. 2009 (CEST)
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Kopenhagen / Nuuk (Dänemark), 22.06.2009 – Bereits im November des vergangenen Jahres hatte sich die Mehrheit der etwa 56.000 Einwohner Grönlands für mehr Unabhängigkeit vom Mutterland Dänemark ausgesprochen. Nun wurde ein neues Gesetz zur Selbstverwaltung beschlossen, das mit Dänemark ausgehandelt wurde. Darin wird der Status der Grönlander als eigenes Volk festgeschrieben. Gestern, am grönländischen Nationalfeiertag, übergab Königin Margarethe II. von Dänemark dem Parlament den von ihr unterzeichneten „Selbststeuerungsakt“. Seit 1979 hatte die Regierung bereits einen halbautonomen Status.

Die Grönländer feierten gestern die Autonomie-Erweiterung mit Volksfesten. In der grönländischen Hauptstadt Nuuk nahm auch Königin Margrethe II. an der Feier teil. Prinzgemahl Henrik trug zwei selbstverfasste Gedichte vor, die „Ode an Grönland“ und „Die Eiskappe“. In ihnen beschreibt er die Schönheit und Einzigartigkeit der Insel und ihrer Menschen.

Zukünftig hat die dänische Regierung nur noch ein Mitspracherecht bei der Sicherheits-, Außen- und Geldpolitik für den Landesteil. Dänemark verzichtet auch auf Ansprüche auf die Bodenschätze Grönlands, die insbesondere aus Öl-, Gas- und Mineralienvorkommen bestehen.

Experten gehen davon aus, dass Grönland, das zurzeit zu mehr als 50 Prozent von Zahlungen aus Dänemark abhängig ist, in 15 bis 20 Jahren finanziell völlig selbständig werden könnte. Völlig unabhängig werden soll Grönland im Jahr 2021 zum 300. Jahrestag der Kolonisation durch Dänemark.

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Quellen


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November 27, 2008

Mehrheit der Grönländer spricht sich für mehr Unabhängigkeit von Dänemark aus

Mehrheit der Grönländer spricht sich für mehr Unabhängigkeit von Dänemark aus

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Veröffentlicht: 22:38, 27. Nov. 2008 (CET)
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Grönland

Kopenhagen / Nuuk (Dänemark), 27.11.2008 – In einem Referendum, das am 25. November 2008 in Grönland stattfand, sprach sich eine Mehrheit der Grönländer für mehr Unabhängigkeit von Dänemark aus. 76 Prozent der etwa 39.000 Wahlberechtigten stimmten für, 24 Prozent gegen die Ausweitung von Befugnissen für die einheimische Regierung. Zukünftig kümmert sich die Regierung Grönlands alleine um die Polizei und die Justiz sowie die Meeresumwelt. Außerdem werden die Grönländer als eigenes Volk anerkannt. Grönländisch soll auch offizielle Amtssprache der Insel werden.

Weiterhin wurden auch Richtlinien über die Aufteilung der Einnahmen aus Ölvorkommen vor der Küste verabschiedet. Grönland soll pro Jahr die ersten 10 Millionen Euro aus Öleinnahmen behalten dürfen. Der darüber hinausgehende Betrag soll zu gleichen Teilen unter Grönländern und Dänen aufgeteilt werden. Die dänischen Subventionen von etwa 460 Millionen Euro jährlich, die etwa zwei Drittel der grönländischen Wirtschaft ausmachen, sollen künftig wegfallen. Die 86 Schulen und drei Gymnasien, die Kindergärten, Krankenhäuser und Infrastruktureinrichtungen muss der Landesteil nun selbst finanzieren.

Für die Außen- und Sicherheitspolitik bleibt weiterhin Dänemark zuständig.

Seit 1953 ist die ehemalige Kolonie gleichberechtigter Teil Dänemarks. Seit 1979 hat sie den Status einer inneren Autonomie. Experten sehen in dem Referendum den ersten Schritt zu einer vollständigen Unabhängigkeit des Landes von Dänemark.

Quellen

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February 5, 2008

Färöer bekommen Mitte-Linksregierung

Färöer bekommen Mitte-Linksregierung – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Färöer bekommen Mitte-Linksregierung

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Veröffentlicht: 18:23, 5. Feb. 2008 (CET)
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Die Färöer im Nordatlantik streben weiterhin ihre Unabhängigkeit von Dänemark an

Tórshavn (Färöer), 05.02.2008 – Die autonomen Färöer haben eine neue Landesregierung. In der Koalition aus Sozialdemokraten, Linksrepublikanern und Christdemokraten gibt es erstmals drei weibliche Minister und einen eigenen Außenminister. Ein Referendum über eine eigene Verfassung ist bis 2010 geplant.

Nach den Wahlen zum färöischen Løgting am 19. Januar 2008 wurden die Linksrepublikaner Tjóðveldi von Høgni Hoydal stärkste Partei. Die seit 2004 bestehende Regierungskoalition unter dem Sozialdemokraten Jóannes Eidesgaard mit konservativer Volkspartei und dänemarktreuen Unionisten hätte aber mit einer Parlamentsmehrheit von 20:13 Sitzen weiter regieren können.

Stattdessen einigte man sich zur Kyndilsmessa (Lichtmess am 2. Februar) auf eine Koalition aus Sozialdemokraten (sechs Sitze), Linksrepublikanern (acht Sitze) und Christdemokraten (Miðflokkurin, drei Sitze). Zusammen verfügen sie über eine knappe Parlamentsmehrheit von einem Sitz (17:16).

Am 4. Februar konnte Eidesgaard seine neue Regierungsmannschaft vorstellen. Erstmals in der Geschichte der Färöer gibt es gleich drei Frauen in der Regierung und einen Außenminister. Das Amt des Außenministers wurde zuvor vom Ministerpräsidenten in Personalunion wahrgenommen.

Die neuen Minister sind:

  • Jóannes Eidesgaard, Ministerpräsident
  • Høgni Hoydal, Außenminister
  • Karsten Hansen, Finanzminister
  • Tórbjørn Jacobsen, Fischerei- und Resourcenminister
  • Helena Dam á Neystabø Justizministerin
  • Kristina Háfoss, Bildungs-, Forschungs- und Kulturministerin
  • Hans Pauli Strøm, Gesundheits- und Sozialminister
  • Bjørt Samuelsen, Wirtschaftsministerin

Politisch gesehen ist es eine Mitte-Linksregierung mit deutlicher Betonung auf links, denn die Sozialdemokraten stehen inhaltlich bei der skandinavischen Sozialdemokratie, und die Republikaner entsprechen sozialpolitisch am ehesten den dänischen Sozialisten. Der kleinere Koalitionspartner Miðflokkurin ist eine christdemokratische Partei, die sich eine Ordnung nach christlichen Grundsätzen vorstellt, sozialpolitisch aber „linke“ Ziele verfolgt. Während Christdemokraten und besonders die Republikaner für die staatliche Unabhängigkeit der seit 1948 autonomen Färöer eintreten, vertreten die Sozialdemokraten eher einen moderaten Kurs, der aber eine Mehrheitsentscheidung des Volkes über sein Schicksal respektieren würde.

In den Jahren 2004 bis 2008 erreichte Eidesgaards Regierung mehr Fortschritte in Richtung Selbständigkeit der Färöer als alle Regierungen vor ihm. Die neue Regierung will diesen Kurs weiter fahren, die jährlichen Blockzuschüsse aus Dänemark weiter senken und bis 2010 ein Referendum über das Grundgesetz der Färöer durchführen. Mit dem Grundgesetz würden die Färöer ihre künftige Staatsform festlegen, entweder als autonomer oder sogar souveräner Teil der dänischen Monarchie oder als Republik wie Island.

Zum Thema

Quellen

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December 17, 2006

Straßenkrawalle gegen Räumung eines Jugendhauses in Kopenhagen

Straßenkrawalle gegen Räumung eines Jugendhauses in Kopenhagen

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Artikelstatus: Fertig 20:02, 17. Dez. 2006 (CET)
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Das „Ungdomshuset“ in Kopenhagen

Kopenhagen (Dänemark), 17.12.2006 – Gegen die Räumung eines Jugendhauses („Ungdomshuset“ im Kopenhagener Stadtteil Nørrebro) demonstrierten am Samstag Jugendliche in der dänischen Hauptstadt Kopenhagen. Bei der zunächst friedlich verlaufenen Demonstration sorgte jedoch eine Gruppe von über 300 vermummten Demonstranten für gewalttätige Auseinandersetzungen mit der Polizei. Pflastersteine flogen auf Polizisten und in Schaufensterscheiben. Auch Barrikaden aus Weihnachtsbäumen, Mülltonnen und Fahrrädern sollen laut Reuters errichtet und angezündet worden sein. Die Polizei ging mit Tränengas und gepanzerten Fahrzeugen gegen die Demonstranten vor. Ein Polizeisprecher teilte am heutigen Sonntag mit, das 213 Personen festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt worden seien. Darunter befanden sich auch 20 Deutsche. Ein Polizeisprecher beschrieb die Situation so: „Es sah aus wie ein Kriegsgebiet und es ist Jahre her, dass wir zuletzt Tränengas auf den Straßen einsetzen mussten.“

Das Jugendzentrum galt nach seiner Besetzung durch Jugendliche im Jahr 1982 als Treffpunkt der so genannten linken Szene Kopenhagens. Damals befand sich das Gebäude noch in städtischem Besitz. Nach dem Verkauf des Gebäudes verlangte der private Besitzer mit Hilfe einer richterlichen Anordnung die Räumung des Gebäudes. Die Jugendlichen leisteten jedoch Widerstand und forderten eine Lösung auf politischer Ebene.

Autonome aus Deutschland, Schweden und Norwegen waren in der letzten Woche zur Unterstützung der Demonstration nach Kopenhagen gekommen.

Commons-logo.svg Wikimedia Commons: Weitere Bilder, Videos oder Audiodateien zum Thema „Ungdomshuset“.

Themenverwandte Artikel

Quellen

  • de.today.reuters.com: „Schwere Straßenkrawalle in Kopenhagen – Hunderte Festnahmen“ (17.12.2006, 10:59 Uhr) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar
  • handelsblatt.com: „Straßenkrawalle erschüttern Kopenhagen“ (17.12.2006, 15:30 Uhr)

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December 15, 2006

„Homo-Gesetz“ auf den Färöern beschlossen

„Homo-Gesetz“ auf den Färöern beschlossen

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Artikelstatus: Fertig 12:43, 15. Dez. 2006 (CET)
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Tórshavn (Färöer), 15.12.2006 – Das Parlament (Løgting) der autonomen Färöer hat heute ein Gesetz beschlossen, das die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung unter Strafe stellt.

Unerwartet stimmten die Mitglieder des Løgtings in einer Vorabstimmung am 13. Dezember mit 17 zu 13 Stimmen (bei einer ungültigen Stimme) für eine Änderung des „Rassismusparagraphen“ 266 b des Strafgesetzes, in dem es auf den Färöern bisher nur strafbar ist, Menschen aufgrund ihrer Rasse, Hautfarbe, nationaler oder ethnischer Herkunft oder Religion zu bedrohen, verhöhnen oder herabzusetzen. Heute wurde das Gesetz mit 17 zu 15 Stimmen endgültig angenommen [1].

Bereits 2005 beantragten zwei Abgeordnete der oppositionellen Linksrepublikaner (Tjóðveldisflokkurin), Annita á Fríðriksmørk und Finnur Helmsdal, eine ausdrückliche Erwähnung der sexuellen Orientierung, wie es im Mutterland Dänemark schon seit 1987 der Fall ist – als erstem Land der Welt. Die dänische Gesetzgebung in innnenpolitischen Angelegenheiten muss immer erst vom Løgting ratifiziert werden, um auch auf den Färöern zu gelten. Im Falle des Paragraphen 266 b des dänischen Strafgesetzes[2] gab es also fast 20 Jahre eine abweichende Lesart auf den Färöern.

Obwohl Regierungschef Jóannes Eidesgaard sich für ein Diskriminierungsverbot stark machte, versagten ihm seine Sozialdemokraten (Javnaðarflokkurin) und die Regierungskoalition mit den liberalen Unionisten (Sambandsflokkurin) und konservativen Volkspartei (Fólkaflokkurin) die geschlossene Gefolgschaft. Der Riss ging in dieser Frage durch alle vier großen Parteien.

Erstmals gerieten die Färöer dann im Oktober 2006 in die internationalen Schlagzeilen, als der Musiker Rasmus Rasmussen, der auf den Färöern kürzlich zum besten Gitarristen gewählt wurde, als bekennender Schwuler auf offener Straße zusammengeschlagen wurde. Anschließend erhielt Rasmussen auch Morddrohungen und musste aus psychischen Gründen stationär behandelt werden.[3][4]

Die dänische Studentin Nynne Nørup startete im Internet die Kampagne „Act against Homophobia“ und konnte damit über 20.000 Unterschriften von zumeist Färingern, Isländern und Dänen aus aller Welt sammeln[5]. Diese wurden am 7. November dem Präsidenten des Løgtings überreicht. Auf den Färöern selbst gab es eine weitere Unterschriftensammlung, die von einer Gruppe Frauen organisiert war und noch einmal 2.000 Unterschriften beisteuern konnte[6].

Lage der Färöer-Inseln

Während die Parlamentssitzung am 7. November ergebnislos blieb, kam es am 13. Dezember zur entscheidenden Vorabstimmung. Finnur Helmsdal sagte anschließend der dänischen Zeitung „Politiken“: „Ein großer Teil der Färinger glaubte Jahrzehnte lang, dass Menschenrechte im Widerspruch zum Christentum stünden. Mit dieser Abstimmung senden wir das erste Mal in der Geschichte der Färöer ein klares Signal, dass wir eine tolerante Gesellschaft wollen.“

Zwar war dies erst die zweite Lesung des Gesetzentwurfs, aber Helmsdal ging davon aus, dass die dritte Abstimmung am Freitag dem 15. Dezember nur noch eine Formsache ist. So kam es auch: Alle 17 Ja-Stimmen blieben standhaft, und es gab 15 Gegenstimmen.

Die Färöer sind das letzte Land in Nordeuropa, das Homosexuelle gesetzlich vor Schikane schützt.

Quellen

  1. Portal.fo: „Broytingin í revsilógini samtykt (Änderung im Strafgesetz beschlossen)“ (Färöischsprachige Quelle) (15.12.2006, 11:51 Uhr MEZ)
  2. Dänische Wikipedia: „Straffeloven“ (dänischsprachige Quelle) (Stand vom 15.12.2006)
  3. Politiken.dk: „Overfald åbner færøsk homo-debat (Überfall eröffnet färöische Homo-Debatte)“ (dänischsprachige Quelle) (08.10.2006)
  4. Sueddeutsche.de: „Eiland – nur für Heteros“ (21.10.2006)
  5. www.act-against-homophobia.underskrifter.dk: „Act Against Homophobia“ (englischsprachige Quelle) (unbekannt)
  6. Politiken.dk: „Lokale kvinder støtter færøske homoseksuelle (Lokale Frauen unterstützen färöische Homosexuelle)“ (dänischsprachige Quelle) (29.10.2006)

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