WikiNews de

February 5, 2008

Färöer bekommen Mitte-Linksregierung

Färöer bekommen Mitte-Linksregierung – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Färöer bekommen Mitte-Linksregierung

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 18:23, 5. Feb. 2008 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Die Färöer im Nordatlantik streben weiterhin ihre Unabhängigkeit von Dänemark an

Tórshavn (Färöer), 05.02.2008 – Die autonomen Färöer haben eine neue Landesregierung. In der Koalition aus Sozialdemokraten, Linksrepublikanern und Christdemokraten gibt es erstmals drei weibliche Minister und einen eigenen Außenminister. Ein Referendum über eine eigene Verfassung ist bis 2010 geplant.

Nach den Wahlen zum färöischen Løgting am 19. Januar 2008 wurden die Linksrepublikaner Tjóðveldi von Høgni Hoydal stärkste Partei. Die seit 2004 bestehende Regierungskoalition unter dem Sozialdemokraten Jóannes Eidesgaard mit konservativer Volkspartei und dänemarktreuen Unionisten hätte aber mit einer Parlamentsmehrheit von 20:13 Sitzen weiter regieren können.

Stattdessen einigte man sich zur Kyndilsmessa (Lichtmess am 2. Februar) auf eine Koalition aus Sozialdemokraten (sechs Sitze), Linksrepublikanern (acht Sitze) und Christdemokraten (Miðflokkurin, drei Sitze). Zusammen verfügen sie über eine knappe Parlamentsmehrheit von einem Sitz (17:16).

Am 4. Februar konnte Eidesgaard seine neue Regierungsmannschaft vorstellen. Erstmals in der Geschichte der Färöer gibt es gleich drei Frauen in der Regierung und einen Außenminister. Das Amt des Außenministers wurde zuvor vom Ministerpräsidenten in Personalunion wahrgenommen.

Die neuen Minister sind:

  • Jóannes Eidesgaard, Ministerpräsident
  • Høgni Hoydal, Außenminister
  • Karsten Hansen, Finanzminister
  • Tórbjørn Jacobsen, Fischerei- und Resourcenminister
  • Helena Dam á Neystabø Justizministerin
  • Kristina Háfoss, Bildungs-, Forschungs- und Kulturministerin
  • Hans Pauli Strøm, Gesundheits- und Sozialminister
  • Bjørt Samuelsen, Wirtschaftsministerin

Politisch gesehen ist es eine Mitte-Linksregierung mit deutlicher Betonung auf links, denn die Sozialdemokraten stehen inhaltlich bei der skandinavischen Sozialdemokratie, und die Republikaner entsprechen sozialpolitisch am ehesten den dänischen Sozialisten. Der kleinere Koalitionspartner Miðflokkurin ist eine christdemokratische Partei, die sich eine Ordnung nach christlichen Grundsätzen vorstellt, sozialpolitisch aber „linke“ Ziele verfolgt. Während Christdemokraten und besonders die Republikaner für die staatliche Unabhängigkeit der seit 1948 autonomen Färöer eintreten, vertreten die Sozialdemokraten eher einen moderaten Kurs, der aber eine Mehrheitsentscheidung des Volkes über sein Schicksal respektieren würde.

In den Jahren 2004 bis 2008 erreichte Eidesgaards Regierung mehr Fortschritte in Richtung Selbständigkeit der Färöer als alle Regierungen vor ihm. Die neue Regierung will diesen Kurs weiter fahren, die jährlichen Blockzuschüsse aus Dänemark weiter senken und bis 2010 ein Referendum über das Grundgesetz der Färöer durchführen. Mit dem Grundgesetz würden die Färöer ihre künftige Staatsform festlegen, entweder als autonomer oder sogar souveräner Teil der dänischen Monarchie oder als Republik wie Island.

Zum Thema

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

December 15, 2006

„Homo-Gesetz“ auf den Färöern beschlossen

„Homo-Gesetz“ auf den Färöern beschlossen

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 12:43, 15. Dez. 2006 (CET)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Tórshavn (Färöer), 15.12.2006 – Das Parlament (Løgting) der autonomen Färöer hat heute ein Gesetz beschlossen, das die Diskriminierung von Menschen aufgrund ihrer sexuellen Orientierung unter Strafe stellt.

Unerwartet stimmten die Mitglieder des Løgtings in einer Vorabstimmung am 13. Dezember mit 17 zu 13 Stimmen (bei einer ungültigen Stimme) für eine Änderung des „Rassismusparagraphen“ 266 b des Strafgesetzes, in dem es auf den Färöern bisher nur strafbar ist, Menschen aufgrund ihrer Rasse, Hautfarbe, nationaler oder ethnischer Herkunft oder Religion zu bedrohen, verhöhnen oder herabzusetzen. Heute wurde das Gesetz mit 17 zu 15 Stimmen endgültig angenommen [1].

Bereits 2005 beantragten zwei Abgeordnete der oppositionellen Linksrepublikaner (Tjóðveldisflokkurin), Annita á Fríðriksmørk und Finnur Helmsdal, eine ausdrückliche Erwähnung der sexuellen Orientierung, wie es im Mutterland Dänemark schon seit 1987 der Fall ist – als erstem Land der Welt. Die dänische Gesetzgebung in innnenpolitischen Angelegenheiten muss immer erst vom Løgting ratifiziert werden, um auch auf den Färöern zu gelten. Im Falle des Paragraphen 266 b des dänischen Strafgesetzes[2] gab es also fast 20 Jahre eine abweichende Lesart auf den Färöern.

Obwohl Regierungschef Jóannes Eidesgaard sich für ein Diskriminierungsverbot stark machte, versagten ihm seine Sozialdemokraten (Javnaðarflokkurin) und die Regierungskoalition mit den liberalen Unionisten (Sambandsflokkurin) und konservativen Volkspartei (Fólkaflokkurin) die geschlossene Gefolgschaft. Der Riss ging in dieser Frage durch alle vier großen Parteien.

Erstmals gerieten die Färöer dann im Oktober 2006 in die internationalen Schlagzeilen, als der Musiker Rasmus Rasmussen, der auf den Färöern kürzlich zum besten Gitarristen gewählt wurde, als bekennender Schwuler auf offener Straße zusammengeschlagen wurde. Anschließend erhielt Rasmussen auch Morddrohungen und musste aus psychischen Gründen stationär behandelt werden.[3][4]

Die dänische Studentin Nynne Nørup startete im Internet die Kampagne „Act against Homophobia“ und konnte damit über 20.000 Unterschriften von zumeist Färingern, Isländern und Dänen aus aller Welt sammeln[5]. Diese wurden am 7. November dem Präsidenten des Løgtings überreicht. Auf den Färöern selbst gab es eine weitere Unterschriftensammlung, die von einer Gruppe Frauen organisiert war und noch einmal 2.000 Unterschriften beisteuern konnte[6].

Lage der Färöer-Inseln

Während die Parlamentssitzung am 7. November ergebnislos blieb, kam es am 13. Dezember zur entscheidenden Vorabstimmung. Finnur Helmsdal sagte anschließend der dänischen Zeitung „Politiken“: „Ein großer Teil der Färinger glaubte Jahrzehnte lang, dass Menschenrechte im Widerspruch zum Christentum stünden. Mit dieser Abstimmung senden wir das erste Mal in der Geschichte der Färöer ein klares Signal, dass wir eine tolerante Gesellschaft wollen.“

Zwar war dies erst die zweite Lesung des Gesetzentwurfs, aber Helmsdal ging davon aus, dass die dritte Abstimmung am Freitag dem 15. Dezember nur noch eine Formsache ist. So kam es auch: Alle 17 Ja-Stimmen blieben standhaft, und es gab 15 Gegenstimmen.

Die Färöer sind das letzte Land in Nordeuropa, das Homosexuelle gesetzlich vor Schikane schützt.

Quellen

  1. Portal.fo: „Broytingin í revsilógini samtykt (Änderung im Strafgesetz beschlossen)“ (Färöischsprachige Quelle) (15.12.2006, 11:51 Uhr MEZ)
  2. Dänische Wikipedia: „Straffeloven“ (dänischsprachige Quelle) (Stand vom 15.12.2006)
  3. Politiken.dk: „Overfald åbner færøsk homo-debat (Überfall eröffnet färöische Homo-Debatte)“ (dänischsprachige Quelle) (08.10.2006)
  4. Sueddeutsche.de: „Eiland – nur für Heteros“ (21.10.2006)
  5. www.act-against-homophobia.underskrifter.dk: „Act Against Homophobia“ (englischsprachige Quelle) (unbekannt)
  6. Politiken.dk: „Lokale kvinder støtter færøske homoseksuelle (Lokale Frauen unterstützen färöische Homosexuelle)“ (dänischsprachige Quelle) (29.10.2006)

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

August 31, 2005

Island und die Färöer bilden gemeinsame Wirtschaftszone

Island und die Färöer bilden gemeinsame Wirtschaftszone

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 14:55, 2. Sep. 2005 (CEST)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Hoyvík (Färöer) / Reykjavík (Island), 31.08.2005 – Island und die Färöer vereinbaren eine gemeinsame Wirtschaftszone. Für die Färöer ist es der größte selbstständige außenpolitische Schritt ihrer Geschichte.

Das Abkommen wurde vom isländischen Außenminister Davíð Oddsson und dem färöischen Ministerpräsidenten Jóannes Eidesgaard im Nationalmuseum der Färöer in Hoyvík unterschrieben, einem Vorort der Inselhauptstadt Tórshavn.

Von nun an herrscht freier Waren- und Dienstleistungsverkehr zwischen beiden nordatlantischen Ländern. Isländische und färöische Firmen und Einzelpersonen genießen volle Freizügigkeit im jeweils anderen Partnerland. Bereits am 2. September trat die Aufhebung aller Zölle in Kraft.

Die historischen und kulturellen Bindungen zwischen den Färöern und Island gelten als besonders eng. Beide Völker besiedelten diese Inseln ab dem 9. Jahrhundert und stammen von norwegischen Wikingern ab. Die isländische Sprache und das Färöische sind nah miteinander verwandt und daher gegenseitig verständlich. Beide Länder waren über Jahrhunderte norwegische und später dänische Kolonien. Während Island heute eine Republik ist (seit dem 17. Juni 1944), gehören die Färöer außenpolitisch noch zu Dänemark, befinden sich aber in einem stetigen Autonomieprozess, der dieses Jahr mit dem Vertrag von Fámjin eine neue Grundlage erhalten hat.

Wichtigster Wirtschaftsfaktor beider nordischer Länder ist die Fischerei. Beide sind nicht Mitglied der EU und haben eine 200-Seemeilen-Zone errichtet, in denen keine anderen Nationen ohne Sondergenehmigung fischen dürfen. Einzige traditionelle Ausnahme: die Färinger dürfen vor Island fischen und umgekehrt dürfen die Isländer in färöischen Gewässern fischen. Auch wenn die Fischerei in dem neuen Abkommen vorerst ausgeklammert ist, so geht man auf beiden Seiten davon aus, dass auch hier sehr bald alle noch bestehenden gegenseitigen Beschränkungen aufgehoben werden.

Chronik der isländisch-färöischen Beziehungen

  • 7. und 8. Jahrhundert – die ersten bekannten Menschen auf den Färöern sind irische Mönche. Vermutlich wurden sie von Wikingern vertrieben und zogen weiter nach Island.
  • 9. Jahrhundert – um 825 lässt sich mit Grímur Kamban der erste Wikinger auf den Färöern nieder. Ein anderer früher Siedler ist Naddoddur, der eines Tages auf einer Fahrt von Norwegen zurück auf die Färöer, jene verpasst und stattdessen Island entdeckt. Er nennt es “Schneeland”. Ihm folgen dann weitere Siedler, die teilweise von oder über die Färöer kommen.
  • Nach der Landnahme sind die Färöer und Island jeweils Freistaaten mit eigenen Parlamenten. Das Alþingi und das Løgting gelten als die ältesten heute noch bestehenden Parlamente der Welt.
  • Um 1000 – König Olav II. Haraldsson von Norwegen christianisiert nicht nur sein Land, sondern auch die Färöer und Island.
  • 13. Jahrhundert – Beide Länder geraten endgültig unter die Herrschaft Norwegens. Durch die Personalunion Norwegens mit Dänemark ab 1380 sind sie nun auch Teil des dänischen Großreichs.
  • 1536 – Die Reformation in Dänemark führt zur Auflösung des norwegischen Reichsrates. Dessen nordatlantischen Besitzungen werden nun endgültig dänische Provinzen und von Kopenhagen aus regiert. Während sich die isländische Sprache in Kirche, Bildungswesen und Literatur halten kann, wird das Färöische durch das Dänische verdrängt – überlebt aber in den färöischen Balladen, die teilweise von isländischem Sagenstoff inspiriert sind.
  • 1720-1776 – Die Färöer werden als Teil der dänischen Kolonie Island von Reykjavík aus verwaltet.
  • 1814 – Nach dem Kieler Frieden wird Norwegen von Dänemark abgetrennt. Die Färöer und Island fallen an Dänemark.
  • 1848 – Die Färöer werden der Islandabteilung des dänischen Innenministeriums unterstellt.
  • Zweiter Weltkrieg – Während Dänemark von Deutschland besetzt ist, rücken die Alliierten auf den Färöern und Island ein. Wirtschaftlich bedeutsam für alle Seiten ist das Engagement der färöischen Seefahrer und Fischer, die isländischen Fisch nach Großbritannien transportierten. Während der Versuch der Errichtung einer färöischen Republik scheitert, proklamiert Island am 17. Juni 1944 die Republik. Dennoch haben die Färöer während der Kriegsjahre eine eigene provisorische Regierung, und bekommen 1948 eine Teilautonomie innerhalb des Königreichs zugesprochen.
Wikipedia-logo.png Wikipedia bietet Hintergrundinformationen zum Thema: Geschichte Islands

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

June 25, 2005

Dänisches Kronprinzenpaar auf den Färöern

Dänisches Kronprinzenpaar auf den Färöern

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Tórshavn (Färöer), 25.06.2005 – Die Königinnenfamilie Dänemarks wurde bei ihrem Besuch vom 20.06. bis 23.06.2005 auf der zum Königreich gehörenden nordatlantischen Inselgruppe begeistert empfangen. Im Mittelpunkt des Interesses stand Kronprinzessin Mary, die im Oktober ein Kind erwartet, das einst Thronfolger der ältesten Monarchie der Welt werden wird. Es war ihr letzter Staatsbesuch vor der Schwangerschaftspause.

Königin Margrethe und ihr Gemahl Prinz Henrik wurden am Dienstag in Vágur begrüßt. Die beiden waren schon oft auf den Färöern.
Anmerkung: Alle Fotos in diesem Artikel entstanden bei dieser Gelegenheit.

Die Ankunft von Königin Margrethe, Prins Henrik, Kronprinz Frederik und Mary erfolgte bereits am Sonntag dem 19. Juni auf dem Flughafen Vágar, während die Königliche Jacht “Dannebrog” bereits am Vortage im benachbarten Sørvágur eintraf. Das offizielle Programm begann aber am Morgen des 20. Juni mit dem Empfang im Hafen von Tórshavn.

Montag, 20. Juni

Die “Dannebrog” auf den Färöern.

Beim Empfang durch den färöischen Ministerpräsidenten Eidesgaard wurde die färöische Nationalhymne vom Jungstar Brandur Enni vorgetragen, den die deutschen Fußballfans noch vom EM-Qualifikationsspiel 2003 in der Landeshauptstadt Tórshavn in Erinnerung haben. Begleitet von vielen Schaulustigen folgte die Königsfamilie zu einem Empfang bei der Landesregering auf der Halbinsel Tinganes, dem historischen Stadtkern.

Dort stand der 9jährige Magnus í Niðristovu Djurhuus aus Vestmanna im Mittelpunkt des Geschehens. Er wurde unlängst zum Helden des Jahres 2004 ernannt, nachdem er seinem 4jährigen Bruder das Leben gerettet hat. Der Kleine fiel beim Radfahren im Hafen ins eiskalte Wasser. Magnus sprang hinterher und befahl einem dritten Jungen, Hilfe zu holen, während er seinen kleinen Bruder über Wasser hielt. Die Königin fragte: “War das nicht kalt?” – “Doch”, sagte er. Dieser Programmpunkt dauerte auf Wunsch von Margrethe länger als vorgesehen, was Beobachter als recht ungewöhnlich für die Königin bezeichneten.

Nach dem Besuch des Färöischen Lögtings und der Tórshavner Domkirche, bat der Stadtrat zum Lunch. Weitere Ereignisse waren der Besuch des Nationalmuseums, des Kunstmuseums, die Grundsteinlegung der neuen Kirche im nördlichen Vorort Hoyvík und der Besuch der dänischen Garnision in Mjørkadalur, die jeweils vom Königinnenpaar oder dem Kronprinzenpaar absolviert wurden.

Der Empfang im Haus des Nordens am Abend bildete mit Eivør Pálsdóttirs Auftritt den musikalischen Höhepunkt. Umrahmt wurde das Programm von einer Modeschau aktueller Kleidung aus färöischer Wolle. Auch im weiteren Verlauf des Besuches bekam Mary immer wieder speziell für sie geschneiderte Kreationen als Geschenk der jeweiligen Kommunen überreicht.

Der republikanische Oppositionspolitiker Høgni Hoydal jedoch, nahm am Rest des königlichen Besuchs nicht mehr teil. Grund: Margrethe hielt bei dem abendlichen Empfang eine Rede, teilweise auf Färöisch, wo sie über das künftige Verhältnis zwischen Dänemark und den Färöern nach der „Fámjinakte“ referierte. Hoydal empfand dies als Verletzung des royalen Neutralitätsgebotes, während Politiker aus der Regierungskoalition meinen, dass ein Gesetzeswerk, welches von beiden Parlamenten verabschiedet wurde, durchaus auch von der Königin positiv gewürdigt werden darf. Während im Volk viele Menschen Hoydal zumindest eine gewisse Konsequenz zu Gute hielten, so empfanden es die Mehrheit der Diskutanten in Internetforen als äußerst peinlich.

Dienstag, 21. Juni

Kronprinzessin Mary (l.) und Kronprinz Frederik (r.) zusammen mit einer Vertreterin der Stadt Vágur.

Der Dienstag stand ganz im Zeichen des Besuchs der beiden südlichen Inseln Sandoy und Suðuroy. Sandoy ist bekannt für seine archäologischen Funde aus der Wikingerzeit auf den Färöern, wie zum Beispiel dem Münzfund von Sandur. Entsprechend gab es originalgetreue Nachbildungen von hier gefundenen Broschen aus jener Zeit zum Geschenk.

Auf der Südinsel Suðuroy gestaltete sich die Ankunft in Vágur erneut als Massenereignis für die Insulaner. Unter anderem besuchte die königliche Familie das Ruth-Smith-Museum und die restaurierte Schaluppe “Johanna”, die gerade erst von einer historischen Erinnerungsfahrt an die Zeit der Färöer im Zweiten Weltkrieg nach Island und Aberdeen zurückkam, was den Beitrag der Färinger zu den weltweiten Feierlichken zum 60. Jahrestag des alliierten Sieges 1945 darstellte.

Gegen Abend ging es weiter in die andere Stadt auf der Südinsel nach Tvøroyri, wo unter anderem das Altersheim besucht wurde. Hier überraschte die 10jährige Halla Káradóttir sogar die königlichen Leibwächter und färöische Polizei, als sie plötzlich mit einem kleinen Geschenkpaket vor Kronprinzessin Mary stand. Diese fragte, was denn drin sei, und bekam zur Antwort: “Babysocken”. Dafür bekam sie eine herzliche Umarmung. Der Presse verriet Halla, dass sie nicht wie alle anderen Kinder der werdenden Mutter einfach nur Blumen schenken wollte, sondern etwas Persönliches. Also pumpte sie ihre Mutter um Geld an und kaufte der Kronprinzessin was Praktisches fürs Baby.

Mittwoch, 22. Juni

Besonders die weiblichen Fans hatten sich – wie auch Margrethe und Mary selbst – herausgeputzt in den heute noch üblichen färöischen Volkstrachten. Tóra, Cecilia und Arnóra (v.l.n.r.) aus Vágur (siehe Vortag) hatten zudem ihr Abitur just an dem Tage bestanden, als die Hoheiten zu Besuch waren. Entsprechend tragen sie stolz ihre typisch färöischen Abiturientenmützen.

Am 22. Juni standen die Nordinseln und Eysturoy auf dem Programm. Wie schon an den Tagen zuvor in Tórshavn und Vágur war auch der Empfang in Klaksvík geprägt von sehr vielen Kindern mit selbstgebastelten Kronen auf dem Kopf, die extra Schulfrei bekamen. Während sich die Jungs meist für Kronprinz Frederik begeisterten, so war bei den Mädchen im ganzen Land nur zu hören “Mary”. Entsprechend fielen auch die Sprechchöre in Klaksvík aus, wo unter anderem ein Altersheim besucht wurde und Mary die kleine australische Community der Färöer kennen lernte. Wie sich im Fernsehen später zeigte, sprachen diese Einwanderer von “Downunder” bestes Färöisch, obwohl man auf den Färöern meist auch Englisch versteht.

Weiter ging es für Frederik und Mary zum nördlichsten Ort der Färöer ins festlich geschmückte Viðareiði, während Margrethe und Henrik den im Bau befindlichen Nordinselntunnel besuchten. Eigentlich war prognostiziert worden, dass der historische Durchstich des künftigen unterseeischen Straßentunnels zwischen Eysturoy und Klaksvík just an jenem Tag passieren könnte, doch nun wurde er doch um ein paar weitere Tage verzögert und fand erst am 25. Juni gegen 17 Uhr Ortszeit statt. Margrethe und Henrik präsentierten sich gut gelaunt in Gummistiefeln, Sicherheitswesten und Helmen, bevor es in die tiefe, etwa 6 Kilometer lange Röhre ging.

Nach dem Lunch mit dem Stadtrat von Klaksvík ging es weiter nach Fuglafjørður, dem größten Ort auf Eysturoy. Auch hier ein Meer von färöischen und dänischen Fahnen. In Leirvík wusste der Direktor des dortigen Bootsmuseums so manche Anekdote zu erzählen, was mit allgemeinem Gelächter der königlichen Familie honoriert wurde. Dabei sprach er das breiteste Gøtudanskt, die färöische Art, die dänische Sprache so auszusprechen, wie sie eigentlich geschrieben wird.

Für die 3jährige Mary Petersen und ihre Mutter ging ihr größter Wunsch in Erfüllung, mit der Kronprinzessin sprechen zu dürfen. Mary und Mary haben nämlich nicht nur den selben Namen, sondern auch am gleichen Tag Geburtstag. Mit dem Unterschied, dass Mary aus Tasmanien am 5. Februar 1972 geboren ist, Mary aus Glyvur jedoch 30 Jahre später 2002. Beim königlichen Besuch im Bootsmuseum durften sie mit dabei sein, was sonst nur Offiziellen gestattet war.

Letzte Station auf Eysturoy war das idyllische Dorf Gjógv im Norden, dessen Hafen sich in einer Felsspalte befindet. Da dieser spektakuläre Naturhafen eine besonders schöne Akkustik bildet, sang hier ein Kammer-Chor. Rúni Brattaberg, den man auch als Bass an der Mainzer Oper kennt, war mit von der Partie.

Zurück in Tórshavn gab es einen Empfang für geladene Gäste auf der “Dannebrog”.

Donnerstag, 23. Juni

Prinz Henrik in bester Laune bei bestem Sonnenschein. Doch das sehr schnell wechselnde Wetter auf den Färöern war nicht immer so schön, und so fiel der geplante Besuch auf der berühmten Vogelinsel Mykines am letzten Tag aus Sicherheitsgründen aus.

Am letzten Tag des königlichen Besuchs ging es zurück auf die Insel Vágar. Damit hat die Königsfamilie alle Regionen der Färöer besucht, und so allen Inselbewohnern die Möglichkeit geboten, sie zu begrüßen, wovon auch reichlich Gebrauch gemacht wurde. Nachdem die “Dannebrog” wieder in Sørvágur anlegte, standen Museumsbesuche in Sandavágur und Miðvágur auf dem Programm.

Der Besuch im 12-Einwohner-Flecken Gásadalur war eine ganz besonderere Geste, konnte man doch bis vor Kurzem nur zu Fuß über einen beschwerlichen Bergpfad oder per Hubschrauber hierher gelangen. Nun gibt es aber seit letztem Jahr einen Straßentunnel. Gásadalur galt als eines der isoliertesten Dörfer Europas und bildete u.a. Stoff eines in Dänemark bekannten Dokumentarfilms mit dem Titel “1.700 Meter weit weg von der Zukunft”. Der königliche Besuch war ein weiterer Beweis, dass diese Menschen nie vergessen wurden.

Das eigentliche Highlight sollte der Flug auf die vorgelagerte Insel Mykines werden, die als Vogelparadies weltbekannt ist. Doch wie so oft, beim Versuch nach Mykines zu gelangen, machte auch heute schweres Wetter einen Strich duch die Rechnung, und so musste der Abstecher zum westlichsten Außenposten Europas auf diesem Breitengrad verzichtet werden.

Bei der abschließenden Pressekonferenz bedankten sich die dänischen Royals für die überwältigende Gastfreundschaft überall im Lande. Besonders für Mary sei es eine wichtige Erfahrung gewesen, das erste Mal auf den Färöern. Auf die Frage, wann sie wiederkämen, antworteten die werdenden Eltern “recht bald”. Die Färöer können sich dann also auf den Besuch der neuen kleinen dänischen Kronprinzessin bzw. -prinzen freuen.

Die Abreise erfolgte auf dem selben Wege, wie sie gekommen waren: Mit zwei kleinen Passagierjets der Königlich Dänischen Luftwaffe, während die “Dannebrog” wieder den Seeweg antrat.

Offizielle Fotostrecke des Königshauses

Videos des färöischen Fernsehens

Auf Färöisch, aber oft selbstredend:

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

May 23, 2005

Mary und Frederik auf den Färöern

Mary und Frederik auf den Färöern – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Mary und Frederik auf den Färöern

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche

Tórshavn (Färöer), 23.05.2005 – Das Programm für den Besuch der dänischen Königsfamilie vom 20. bis 23. Juni steht fest. Kronprinzessin Mary besucht die Färöer das erste Mal und wird auch die zehn dort ansässigen australischen Staatsbürger treffen. Ihr Gemahl Frederik war schon früher als Soldat auf den Färöern, aber nie zu einem offiziellen Staatsbesuch. Mit von der Partie sind Königin Margrethe und ihr Gemahl Prinz Henrik.

Traditionell werden die königlichen Damen in färöischer Tracht erwartet. Für Mary ist es der einzige Staatsbesuch nach Bekanntwerden ihrer Schwangerschaft.

Programm

Montag, 20. Juni. Ankunft in Tórshavn mit der Königlichen Yacht „Dannebrog“.

  • Nach dem Empfang am Tórshavner Hafen Besuch der Regierungshalbinsel Tinganes und des Løgtings.
  • Das Kronprinzenpaar besucht die Domkirche und das Jugendzentrum „Magarinefabrik“.
  • Der Rat der Kommune Tórshavn bittet zum Lunch.
  • Das Königinpaar Margrethe und Henrik besucht unter anderem das Nationalmuseum, legt den Grundstein der neuen Kirche zu Hoyvík und besichtigt das William-Heinesen-Haus.
  • Das Kronprinzenpaar besucht derweil unter anderem das Kunstmuseum der Färöer und die dänische Marine-Garnison.
  • Am Abend bittet Ministerpräsident Eidesgaard zum Gala-Empfang im Haus des Nordens. Hauptstar auf der Bühne ist die junge Sängerin Eivør Pálsdóttir.

Dienstag, 21. Juni. Ankunft der „Dannebrog“ in Sandur, Übersetzen mit dem Beiboot.

  • Besuch der Königsfamilie in der Kirche von Sandur und der dortigen Ausgrabungsstätten.
  • Weiterfahrt mit der „Dannebrog“ nach Suðuroy, Lunch beim Rat der Kommune Vágur.
  • Das Königinpaar besichtigt das Ruth-Smith-Museum, während das Kronprinzenpaar die färöische Wollfabrik Sirri besucht.
  • Zusammen geht die Königsfamilie dann zum Museumsschiff „Johanna“.
  • Im Anschluss Besuch in Tvøroyri. Das Königinpaar schaut sich die Gallerie Oyggin und den alten Stützpunkt des Kgl. Monopolhandels an, während das Kronprinzenpaar das Krankenhaus und Altersheim besucht.
  • Am Abend Empfang des Rates der Kommune Tvøroyri in Trongisvágur

Mittwoch, 22. Juni. Ankunft „Dannebrog“ in Klaksvík.

  • Das Königinpaar besucht unter anderem den Nordinselntunnel und die Christianskirche. Gerüchten zufolge könnte der Durchstich des Nordinselntunnels just an diesem Tag erfolgen. Er soll im August 2006 dem Verkehr übergeben werden.
  • Währenddessen besucht das Kronprinzenpaar Viðareiði. Danach findet in Klaksvík das Treffen mit der australischen Community auf den Färöern statt.
  • Der Rat der Kommune Klaksvík bittet anschließend zum Lunch.
  • Die Königsfamilie fährt auf dem färöischen Küstenwachschiff „Brimil“ weiter nach Fuglafjørður.
  • Auf dem Landweg geht es nach Leirvík ins dortige Bootsmuseum.
  • Während das Königinpaar Elduvík besucht, fahren Frederik und Mary nach Gjógv.
  • Zurück in Tórshavn gibt es einen Empfang an Bord der „Dannebrog“ für geladene Gäste

Donnerstag, 23. Juni. Ankunft „Dannebrog“ in Sørvágur.

  • Die Königsfamilie besucht Gásadalur, bis vor kurzem eines der isoliertesten Orte Europas.
  • Danach besucht das Königinpaar die historischen Museen in Sandavágur und Miðvágur.
  • Währenddessen fliegt das Kronprinzenpaar mit dem Hubschrauber nach Mykines.
  • Nach dem Besuch des Behinderten- und Altersheims bittet der Rat der Kommune Miðvágur zum Lunch.
  • Am Nachmittag endet der königliche Besuch auf den Färöern mit einer Pressekonferenz im Hotel Vágar gegenüber dem Flughafen.

Themenverwandter Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

March 29, 2005

Färinger erhalten mehr Einfluss in der Außenpolitik Dänemarks

Färinger erhalten mehr Einfluss in der Außenpolitik Dänemarks

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 29. Mär. 2005 (CEST)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Per Stig Møller und Jóannes Eidesgaard in Fámjin am 29.3.2005

Fámjin (Dänemark), 29.03.2005 – Der dänische Außenminister Per Stig Møller und der Ministerpräsident der Färöer Jóannes Eidesgaard unterzeichneten im Dorf Fámjin auf Suðuroy eine gemeinsame Erklärung zwischen beiden Regierungen, die künftig den autonomen Färöern ein Mitspracherecht in der dänischen Außen- und Sicherheitspolitik garantiert.

Das bilaterale Abkommen sichert den Färöern die Teilnahme in allen internationalen Verhandlungen, die ihre Belange berühren. Gleichzeitig erhalten die Färöer das Recht, alle diplomatischen Einrichtungen Dänemarks mitzubenutzen, wann und wo immer es die Autonomieregierung für nötig erachtet. Einen eigenen Außenministerposten in der färöischen Regierung wird es vorerst aber nicht geben. Derzeit nimmt der Ministerpräsident, genannt Løgmaður, dieses Amt wahr.

Das heutige Vertragswerk muss noch sowohl vom dänischen Folketing als auch vom färöischen Løgting ratifiziert werden. Nach seinem voraussichtlichen Inkrafttreten am 1. September 2005 bedeutet der Vertrag von Fámjin (Fámjinsskjalið) einen Meilenstein im Souveränitätsprozess der Färöer seit der Autonomie von 1948.

Ort des Geschehens: Das idyllische Dorf Fámjin an der Westküste der Südinsel Suðuroy

Per Stig Møller und Jóannes Eidesgaard trafen sich im historischen Ort Fámjin, wo das erste Exemplar der Flagge der Färöer aufbewahrt wird. Neben diesem hohen symbolischen Stellenwert des Ortes wurde er auch gewählt, weil Suðuroy die Heimatinsel Eidesgaards ist, und Fámjin aufgrund seiner Lage als besonders naturschön gilt. Das Treffen war bereits für letztes Jahr geplant gewesen, ist aber aus terminlichen Gründen verschoben worden.

Møller erklärte im Vorfeld seines Staatsbesuchs: : „Ich freue mich sehr, den Färöern einen Besuch abzustatten, und namentlich die gemeinsame Prinzipienerklärung über die Mitwirkung und Einbeziehung der Färöer in die Außen- und Sicherheitspolitik mitsamt eines Vertrages über die Zusammenarbeit zu unterzeichnen. Die Erklärung ist ein sehr wichtiges Dokument, das den Wunsch der Regierung unterstreicht, dass die Färöer eine echte Einbeziehung und Einflussnahme auf gleicher Augenhöhe in allen Fragen bekommen, wo Dänemark und die Färöer involviert sind. Mit der Annahme des Vertrages über gegenseitige Zusammenarbeit erwarten wir einen Fortschritt in der Erleichterung der täglichen Zusammenarbeit zwischen dem Büro des Ministerpräsidenten der Färöer und dem dänischen Außenministerium in allen außenpolitischen Interessen der Färöer. Ich freue mich auch auf die Treffen mit dem Løgmaður und dem Außenausschuss des Løgtings im Hinblick auf die Besprechung aktueller außenpolitischer Fragen und die färöischen Meinungen und Interessen.“

Ankunft der Staatsmänner auf dem Beiboot der „Brimil“ in Fámjin. Im Hintergrund die Kirche, wo die erste Flagge der Färöer von 1919 aufbewahrt ist. Hier wurde angesichts des historischen Tages doppelt gehisst.

Nach seiner Ankunft auf dem Flughafen Vágar ist Møller mit dem färöischen Küstenwachschiff “Brimil“ von Miðvágur direkt nach Fámjin gefahren. Jóannes Eidesgaard, der gerade aus seinem Osterurlaub zurückkehrte, hielt zusammen mit dem Außenausschuss des Løgtings auf der Schiffsfahrt eine Konferenz über die aktuelle Lage der dänischen Außenpolitik. Bei der Unterredung ging es auch um den Ausbau der Beziehungen der Färöer zur Europäischen Union, der sie im Gegensatz zu Dänemark nicht angehören.

Auf der Pressekonferenz in Fámjin um 17:15 Uhr Ortszeit (GMT) erklärten Eidesgaard und Møller übereinstimmend, dass nur mehr ein neues Kapitel in der Geschichte der Färöer aufgeschlagen wurde. Møller betonte, dass den bisherigen Unklarheiten in den Beziehungen beider Länder ein Ende gemacht wurde, und dass beide Völker im Königreich künftig als gleichwertig gelten.

Die Dokumente wurden unmittelbar nach ihrer Unterzeichnung auf der Website des dänischen Außenministeriums (um.dk) veröffentlicht.

Stationen im Autonomieprozess der Färöer

Die Regierungshalbinsel Tinganes in der färöischen Hauptstadt Tórshavn: Über 1000 Jahre Tradition in der Landespolitik

  • zirka 900-1035 sind die Färöer eine freie Siedlerrepublik, bis sie unter die norwegische und später dänische Krone fallen.
  • 1852 wird das Løgting als gesetzgebende Versammlung wieder eingeführt, nachdem es 1816 abgeschafft wurde, als die Färöer ein dänisches Amt wurden. Das Løgting wird seitdem vom färöischen Volk gewählt und hatte von Anfang an weit mehr Befugnisse als ein dänischer Kreistag.
  • 1856 wird der Königliche Monopolhandel über die Färöer aufgehoben. In der Folge bauen die Färöer eine eigene Fischerei- und Handelsflotte auf und entwickeln sich von einer Agrargesellschaft zu einer Fischereination.
  • 1888 formiert sich die färöische Nationalbewegung mit kulturellen und später auch politischen Forderungen nach Eigenständigkeit
  • 1938 wird die färöische Sprache als Unterrichtssprache in den Schulen der Färöer anerkannt.
  • 1940-45 sind die Färöer im Zweiten Weltkrieg vom Mutterland abgeschnitten und regieren sich selbst.
  • 1946 findet eine Volksabstimmung auf den Färöern über ihre Eigenstaatlichkeit statt. Obwohl sich eine hauchdünne Mehrheit für die Loslösung von Dänemark ausspricht, wird das Ergebnis vom dänischen König für nichtig erklärt.
  • 1948 bekommen die Färöer als Kompromiss in der anhaltenden Verfassungskrise seit 1946 den Status einer autonomen Nation innerhalb des dänischen Königreiches. Die Färinger erhalten in der Folge eigene Pässe, Geldscheine, Autokennzeichen, Briefmarken usw.
  • 1973 treten die Färöer nicht zusammen mit Dänemark der EU bei.
  • 1977 erweitern die Färöer ihre Hoheitsgewässer auf die heute geltende 200-Seemeilen-Zone.
  • 1992 erhalten die Färöer die volle Verfügungsgewalt über alle Rohstoffe. Das betrifft insbesondere die vermuteten Erdölvorkommen im Schelf.
  • 2000 brechen die Verhandlungen zwischen den Färöern und Dänemark über die Selbstständigkeit vorläufig zusammen.

Bisherige Auslandsvertretungen der Färöer

  • Kopenhagen. Gesandschaft beim Nordischen Rat
  • London. Gesandschaft bei der Internationalen Maritimen Organisation Faroeislands.org.uk
  • Brüssel. Gesandschaft bei der EU Faroes.be

Fotos

Dokumente

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.