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January 15, 2015

Schlagabtausch in den Medien: die FAZ und die „Putinversteher“

Schlagabtausch in den Medien: die FAZ und die „Putinversteher“

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Veröffentlicht: 09:11, 15.01.2015 (CET)
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Ein Redakteur der 1949 gegründeten FAZ steht in der Kritik

Frankfurt am Main (Deutschland), 14.01.2015 – „Rassistische Esoterik“, „Falschdarstellungen“ und „böswillige Unterstellungen“ – mit diesen vorwurfsvollen Worten zieht ein Rezensent der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) gegen das Buch „Wir sind die Guten. Ansichten eines Putinverstehers oder wie uns die Medien manipulieren“ zu Felde. Und um das gleich am Anfang zu belegen, bringt er ein Zitat aus dem Buch über die ukrainische Sprache, die „als Bauernsprache keine Worte für die Tiere hat, die nicht auf Feld und Flur leben“. Doch schon ein Blick in das Buch, das im September vergangenen Jahres im Frankfurter Westend-Verlag erschien, beweist, welcher Zitiermethode sich Reinhard Veser als Redakteur der ansonsten seriösen Tageszeitung bedient. Das von ihm gebrachte Zitat stammt nicht von Mathias Bröckers und Paul Schreyer, den Verfassern des Buches, sondern von dem russischen Schriftsteller Michail Bulgakow, der „den entstehenden ukrainischen Nationalismus aber noch viel furchtbarer findet“, wie die beiden Autor in ihrem aktuellen Blog schreiben. Bulgakow ist hauptsächlich als Satiriker bekannt.

Der russische Satiriker Bulgakow

Doch der Blog beschränkt sich nicht auf die Auseinandersetzung um das Buch. Reinhard Veser werfen die beiden Buchautoren vor, er habe seit längerer Zeit „mit Verve in Dutzenden von Artikeln und Kommentaren verbal gegen die russische Politik zu Felde“ gezogen. Außerdem habe er schon im November 2013 gefordert, Putin bei den Verhandlungen über die Ukraine auszuschließen.

Die FAZ verfügt über eines der größten Korrespondentennetzwerke der Welt und gilt bisher eher als bürgerlich-konservatives Medium. Mathias Bröckers schreibt für die linke taz und das Magazin Telepolis. Paul Schreyer ist ein freier Journalist, der ebenfalls für Telepolis schreibt. Bekannt wurden die Autoren durch voneinander unabhängige Recherchen zu den Hintergründen der Ereignisse vom 11. September 2001.

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October 29, 2010

WDR-Mitarbeiter geben gefälschte Hauszeitung heraus: „Auferstanden von den Quoten“

WDR-Mitarbeiter geben gefälschte Hauszeitung heraus: „Auferstanden von den Quoten“

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Veröffentlicht: 19:54, 29. Okt. 2010 (CEST)
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Köln (Deutschland), 29.10.2010 – Als täuschend echt wirkende WDR-interne Hauszeitung „WDR Print“ erschien jetzt ein von rund 50 anonym bleibenden, mutmaßlichen WDR-Mitarbeitern zusammengestelltes Plagiat mit einigen utopisch wirkenden, aber durchaus ernst gemeinten Vorschlägen zur Umgestaltung der WDR-internen Macht- und Programmstrukturen.

Das 16 Seiten starke Blatt macht mit einem fingierten Zitat der WDR-Intendantin Monika Piel auf: „Es war ein großer Fehler, bei der Programmgestaltung ständig auf die Einschaltquoten zu schielen.“ Zur Begründung wird der Intendantin dann noch folgender Satz in den Mund gelegt: „Die Quote“ sei, so die r Intendanti„ein Gnrammment des Kommerzfernsehens, und Profite zu generieren, ist nicht unser Auftrag.” Recherche, Hintergrund, Dokmmentationen, Kultur seien das eigentliche Kerngeschäft des WDR als öffentlich-rechtlicher Sender.

Für die Entrümpelung des WDR-Programms von „Quotenbringern“ hat sich das Team der Plagiateure einen besonderen Vorschlag ausgedacht. Alle diese Sendungen, die ihre Existenz allein der Erwartung verendken, dass sie die Einschaltquoten des WDR steigern, werden in einer einzigen Sendung zusammengefasst, die Margarethe Schreinemakers moderieren soll. Wammm Schreinemakers? Zitat: „Erstens spricht niemand so schnell wie Margarethe – deshalb können wir mehr unterbringen in der neuen Sendung. Zweitens ist sie als Frau natürlich ein geborenes Multi-Tasking-Talent. Und drittens ist ihr Marktwert derzeit recht überschaubar – das macht die Sache für uns finanziell so reizvoll.“ Die neue Show mit dem bezeichnenden Titel „Ein Aufwasch“ soll gleich mehrere Formate überflüssig machen. Schreinemakers soll – alles in einer Sendung – Quizfragen stellen, fremde Wohnungen einrichten, Erziehungstipps für missratene Kinder geben, Produkte testen, Heimatlieder singen, durch reizvolle Landschaften in Nordrhein-Westfalen führen und vieles mehr. Der so gewonnene Sendeplatz zur besten Sendezeit würde dann endlich frei für sinnvolle Projekte.

Noch eine weitere revolutionär anmutende Idee bringen die Autoren der gefälschten WDR-Hauspostille aufs Tapet. Der Westdeutsche Rundfunk soll nicht mehr wie bisher durch einen vom Parteienproporz bestimmten Rundfunkrat regiert werden, sondern dieser wird „durch ein demokratisch gewähltes 40-köpfiges Parlament der Zuschauer und Zuhörer ersetzt.“

Die (Original-) WDR-Intendantin Piel, in der Plagiatszeitung mit Lederkostüm und Revolver dargestellt (Emma Peel aus der Fernsehserie „Mit Schirm, Charme und Melone“ lässt grüßen!), kommentierte das Erscheinen der Untergrundzeitung mit den Worten: „Wer bislang noch behauptet hat, im WDR gebe es keinen hintergründigen Humor, der ist spätestens heute eines Besseren belehrt worden.“

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April 3, 2009

Aprilscherz über Grundeinkommen: Agentur für Arbeit reagiert gereizt

Aprilscherz über Grundeinkommen: Agentur für Arbeit reagiert gereizt

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Veröffentlicht: 21:18, 3. Apr. 2009 (CEST)
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Nürnberg (Deutschland), 03.04.2009 – Am 1. April hat sich die Bürgerinitiative für Grundeinkommen e. V. aus Berlin einen Aprilscherz erlaubt. Diese stellte eine Internetseite mit dem Namen Bundesagentur für Einkommen ins Netz, auf der man ein bedingungsloses Grundeinkommen beantragen konnte. Die Internetseite glich im Design der offiziellen Internetseite der Bundesagentur für Arbeit sehr. Auch der Antrag sieht sehr offiziell aus. Der Aprilscherz kam gut an und wurde tausendfach, millionenfach im Internet im Schneeballsystem weiterverteilt. Spiegel online wählte den Aprilscherz auf Platz 3 aller Aprilscherze.

Nun scheinen einige Menschen tatsächlich den Antrag für ein bedingungsloses Grundeinkommen auszufüllen und an die Bundesagentur für Arbeit zu verschicken. Vielleicht, weil man dem Aprilscherz aufgesessen ist, vielleicht aber aus Trotz. Die Bundesagentur für Arbeit ist darüber nun gar nicht erfreut und dementiert auf ihrer Homepage. Sie kündigt eventuelle rechtliche Schritte an.

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August 21, 2006

Landgericht München I lehnte Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung Podolskis ab

Landgericht München I lehnte Antrag auf Erlass einer einstweiligen Verfügung Podolskis ab

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Artikelstatus: Fertig 18:50, 21. Aug. 2006 (CEST)
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München (Deutschland), 21.08.2006 – Das Landgericht München I hat am 28. Juni 2006 den Antrag des Fußballspielers Lukas Podolski auf Erlass einer einstweiligen Verfügung gegen den Radiosender Eins Live des WDR abgewiesen. Podolski wollte die Einstellung der Satiresendung über sich erreichen, die seit der Fußball-WM 2006 in unregelmäßigen Abständen unter dem Namen „Lukas’ Tagebuch“ ausgestrahlt wird.

Die Beiträge seien „handwerklich so schlecht gemacht, inhaltlich so dumm dreist, dass sie auf die Antragsgegnerin selbst zurückfallen“, so die Kammer für Zivilsachen in ihrem Beschluss. (Az. 9 O 11200/06). Nach Meinung der Richter kämen Eins-Live-Hörer auch nicht auf die Idee, dass Podolski „auch nur entfernt so geistesschwach sein könnte, wie er dargestellt wird“.

Zwar nannte Podolskis Berater Kon Schramm die Sendung „geschmacklos und niveaulos“, dennoch wurde laut Gericht keine Beschwerde gegen den Beschluss eingereicht.

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December 29, 2005

Mann kauft seine gestohlene Kamera bei eBay

Mann kauft seine gestohlene Kamera bei eBay

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Artikelstatus: Fertig
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Berlin (Deutschland), 29.12.2005 – Ein deutscher Geschäftsmann, dessen Kamera in einem Restaurant gestohlen wurde, fand das gleiche Kameramodell bei eBay und kaufte es dort. Zu seiner Überraschung war es seine eigene gestohlene Kamera.

Der Grund, weshalb er das gleiche Modell erwerben wollte, war das passende Zubehör. Der Verkäufer war aus seiner Heimatstadt, was die ganze Sache noch vereächtiger machte. Die Polizei vernahm den 34-jährigen Verkäufer. Er behauptete, er habe die Kamera auf einem Flohmarkt erworben, aber auch andere Kameras im Internet angeboten.

Quellen

englischsprachige Quelle Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines fremdsprachigen Artikels vom 29.12.2005

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December 28, 2005

An Silvester werden die Uhren eine Sekunde lang angehalten

An Silvester werden die Uhren eine Sekunde lang angehalten

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Artikelstatus: Fertig 11:42, 28. Dez. 2005 (CET)
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… die letzte Sekunde …

Braunschweig (Deutschland), 28.12.2005 – Das Jahr 2005 geht zwar wie geplant zu Ende, aber das neue Jahr beginnt gleich mit einer kleinen Zugabe an Zeit. Gehörten Sie auch zu denjenigen Mitbürgern, die bisher das Gefühl hatten, es sei für alles zu wenig Zeit da? Die Lösung dieses Problems erreicht uns auf unerwartete Weise: Genau eine Stunde nach Mitternacht um 00:59:59 Uhr des neuen Jahres hält die Welt eine Sekunde lang inne, bevor es mit dem neuen Jahr weitergehen kann! Kein Scherz. Die Uhren werden genau eine Sekunde lang angehalten. Lang aufgeschobene Wünsche, die bisher aus Zeitgründen einfach nicht zu realisieren waren, können nun endlich erledigt werden! Also planen Sie schon einmal, was Sie mit dieser Sekunde alles anfangen wollen!

Bekanntlich ist in unserer wohlorganisierten Welt für alles eine Behörde zuständig. Zuständig für die besondere Aktion der Sekundeneinfügung ist der Internationale Erd-Rotations-Service (IERS) in Paris. In Deutschland wird die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) in Braunschweig den Atomuhren den entsprechenden Dämpfer verpassen. Die Atomuhren auf der Welt gehen etwas genauer als unsere gute, alte Erde tickt. Seit der Einführung der atomaren Zeitmessung im Jahre 1967 wird nun die 23. Schaltsekunde eingefügt. Dieser Schritt wurde notwendig, weil sich die Erde infolge der Gezeitenkräfte im Laufe der Zeit geringfügig verlangsamt. Die meisten würden es allerdings erst sehr, sehr viel später merken, dass mit der Zeit etwas nicht stimmt. Schließlich verlangsamt sich die Erde pro Jahr nur um eine Dreiviertelsekunde. Damit die reale Erdzeit und die Zeit der Atomuhren langfristig jedoch nicht auseinanderdriften, wurde die Schaltsekunde eingeführt. Die Atomuhren sind anders geeicht als die Erde. Wie lange dauert eine Sekunde? Gewöhnlich würden wir sagen: Eine Sekunde ist der sechzigste Teil einer Minute, die der sechzigste Teil einer Stunde ist, die wiederum den vierundzwanzigsten Teil eines Tages darstellt. Der Tag ist wiederum der 365. Teil eines Jahres. Wie wir bereits wissen, stimmt diese Rechnung schon lange nicht mehr, da die Erde nicht ganz genau 365 Tage braucht, um die Sonne einmal zu umkreisen. Dafür gibt es den Schalttag, mit dem wir alle vier Jahre beglückt werden. Das reicht aber offensichtlich noch nicht. Zurück zur Atomuhr. Sie ist so geeicht: Eine Sekunde einer Atomuhr entspricht dem 9.192.631.770fachen der Periodendauer einer Schwingung im Cäsiumatom. Das hätten wir uns ja auch denken können! Wenn nicht: Auf unsere Funkuhren ist – der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt sei Dank – Verlass. Diese machen auf Anordnung der PTB an Sylvester genau eine Sekunde Pause. Wer nichts anderes zu tun hat, kann das mit seinen Augen an Neujahr auf seinem Funkwecker verfolgen!

Man sollte meinen, der Internationale Erd-Rotations-Service wäre nicht wirklich damit ausgelastet, entsprechende Schaltsekunden einzufügen. Aber weit gefehlt! Es wird darüber diskutiert, die so „häufig“ eingefügten Schaltsekunden durch wesentlich seltenere „Schaltstunden“ zu ersetzen! Das wäre schließlich eine wesentliche Arbeitserleichterung. Die zuständigen Kollegen hätten zwischen dem Einfügen der Schaltstunden jeweils 4800 Jahre Ruhe. Bisher konnten sich die Kollegen aus der Arbeitsgruppe der Internationalen Telekommunikationsunion damit jedoch nicht durchsetzen.

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October 9, 2005

Jakob Maria Mierscheid: Student schrieb Diplomarbeit unter anderem über den bekannten Politiker

Jakob Maria Mierscheid: Student schrieb Diplomarbeit unter anderem über den bekannten Politiker

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Artikelstatus: Fertig 09:50, 10. Okt. 2005 (CEST)
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Hamburg (Deutschland), 09.10.2005 – Ein Hamburger Student aus dem Fachbereich Design, Stefan Schröter, widmete seine Diplomarbeit seiner großen Leidenschaft: Phantome in Politik und Kultur. Neben bekannten Persönlichkeiten wie Erika Mustermann, Zorro, dem Regisseur Alan Smithee, dem Diplomaten und Ministerialrat Edmund F. Dräcker, Nessie, Jerry Cotton und dem Yeti begeisterte Schröter auch der deutsche Politiker Jakob M. Mierscheid.

Der Student verfolgte in seiner Diplomarbeit die Spuren dieser Phantome. Er hat herausgefunden, dass es bereits seit Jahrzehnten in Deutschland humorvolle Politiker gibt, die dem Spaß eine Chance geben. Mit Geschichten über erfundene Kollegen unterhalten sie ihre Mitmenschen.

Der SPD-Abgeordnete aus Rheinland-Pfalz, Jakob Maria Mierscheid, zieht bereits seit 1979 seine Kreise im Deutschen Bundestag. Seit damals erregt er durch außergewöhnliche Vorschläge für Gesetzesänderungen Aufsehen. Seine Formel für die Berechnung von Wahlprognosen, das so genannte Mierscheid-Gesetz, ist über die Grenzen hinaus bekannt. Als Mierscheid im Sommer 2005 angeblich aus der SPD ausgetreten war und der Linkspartei beitreten wollte, meldeten einige Nachrichtenagenturen diesen Wechsel sogar als politische Information mit Wahrheitsgehalt. Mierscheid selbst war es, der dieses Vorhaben umgehend dementierte.

Schröter bezeichnete die Lebensläufe seiner Hauptpersonen in seiner Diplomarbeit als “Holographie”. Er beschrieb darin Reisen in die Scheinwelten seiner Phantome. Besonders interessierten den Studenten die Entstehungsgeschichten seiner Lieblinge. Um in kein Fettnäpfchen zu treten, hatte Schröter den SPD-Mann Mierscheid angeschrieben. Er bat um Genehmigung, ihn offiziell als Phantom bezeichnen zu dürfen. Die Antwort Mierscheids ließ auch nicht lange auf sich warten. Der Politiker antwortete umgehend per E-Mail. Er gab zur Kenntnis, ihm sei bekannt, dass er von vielen Mitmenschen als fiktive Person angesehen würde. Ihn würde dies jedoch nicht stören, da er hierdurch seine Mitarbeit im Bundestag aus dem Hintergrund sehr wirkungsvoll betreiben könne.

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Sonderwirtschaftszone mit chinesischem Recht in Sachsen-Anhalt

Sonderwirtschaftszone mit chinesischem Recht in Sachsen-Anhalt

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Artikelstatus: Fertig 13:04, 17. Okt. 2005 (CEST)
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Dies ist ein Artikel, der für einen Wettbewerb eingereicht wurde. Falls ein Einspruch eingelegt wird, bitte Schiedsrichter Cyper davon unterrichten.

Halle (Saale) (Deutschland), 09.10.2005 – Auf einer öffentlichen Anhörung im September sind Pläne für eine „Sonderwirtschaftszone China“ in Sachsen-Anhalt vorgestellt worden. Nach Angaben der Initiatoren sollen in einem 8.000 Quadratkilometer großen Gebiet um Halle (Saale) die Gesetze der Volksrepublik China gelten. Ein entsprechender Staatsvertrag sei bereits geschlossen worden.

Ein Unternehmer, der nach eigenen Angaben schon länger in China aktiv ist und aus Kasachstan stammt, sprach von bis zu 600.000 Arbeitsplätzen, die der chinesische Investor „Mainland Developments“ in den nächsten fünf Jahren schaffen wolle. Diese sollten mit chinesischen Arbeitern, aber auch mit Deutschen besetzt werden, sagte er. Ihm seien die 1-Euro-Jobs bekannt, diese Überbezahlung werde man aber nicht mittragen.

Neben Vertretern von „Mainland Developments“ waren auch Experten von der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau und des örtlichen Instituts für Wirtschaftsforschung sowie ein Professor für Siedlungs-Soziologie aus Wien gekommen, um sich der Diskussion zu stellen.

Es gab Stimmen, die befürchteten, andere Bundesländer könnten einspringen, falls das Projekt nicht in Sachsen-Anhalt verwirklicht werde. Andere zeigten sich besorgt, sie könnten wie in der DDR eingesperrt werden.

Die Fassade blieb während der gesamten Veranstaltung gewahrt. Den wenigsten anwesenden Bürgern war am Ende klar, dass es sich um eine Parodie handelte. Alle angeblichen Wirtschaftsvertreter waren Schauspieler, die Experten eingeweiht.

Hinter der Idee steckt der Grazer Architekt Johannes Fiedler. Gegenüber tagesschau.de sagte er, er habe zeigen wollen, dass eine Wiederbelebung mancher Regionen nicht ohne Veränderung möglich sei. Außerdem habe er zum Nachdenken anregen wollen, warum in China niedrige Löhne akzeptiert werden.

Er gab zu, am Ende sei es makaber gewesen, aber das habe es in der Wirklichkeit auch schon gegeben. Fiedler sagte auch, da sei noch eine Provokation „im Busch“. Wie diese aussieht, verriet er verständlicherweise nicht.

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September 27, 2005

Jakob Maria Mierscheid: Diesmal versagte auch seine Wahlprognose

Jakob Maria Mierscheid: Diesmal versagte auch seine Wahlprognose

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Artikelstatus: Fertig 17:42, 9. Okt. 2005 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 27.09.2005 – Wahlprognosen sind vor jeder Bundestagswahl täglich in allen Nachrichtenmagazinen zu finden. Doch nicht nur große Meinungsforschungsunternehmen veröffentlichen die Ergebnisse ihrer Umfragen. Auch Privatleute und sogar Phantome geben ihre Meinung bekannt. So geschehen vor der Bundestagswahl 2005.

Nur gab es diesmal einen bemerkenswerten Unterschied. Während in den vergangenen 25 Jahren die Wahlprogrognosen des SPD-Bundestagsabgeordneten Jakob M. Mierscheid immer sehr präzise waren, lag er dieses Mal völlig neben dem tatsächlichen Endergebnis. Doch es erging 2005 nicht nur Mierscheid so, auch große Demoskopie-Institute blamierten sich mit ihren Vorhersagen.

Der Berechnungsmodus der Unternehmen ist derart professionell, dass oft bis auf die Nachkommastelle das exakte Ergebnis vorhergesagt werden kann, Trefferquoten bis zu über 90 Prozent sind möglich. Anders hingegen bei den meisten Privatleuten. Mit wissenschaftlichen Formeln ist deren Berechnungsmodus nicht nachvollziehbar. Vollkommen losgelöst von Meinungsumfragen ermitteln sie das Wahlverhalten der Bevölkerung. Auch sie benutzen Formeln, die den Meinungsforschern jedoch völlig unbekannt sind. Jeder von ihnen hat seine eigene Art und Weise das Ergebnis zu ermitteln.

Dass Jakob M. Mierscheid bei der diesjährigen Wahl nicht das richtige Ergebnis vorhersagen konnte, hat nun doch überrascht. Im Gegensatz zu anderen Einzelpersonen ist seine Formel zur Errechnung des Wahlergebnisses wohl bekannt. Mierscheid berechnet das Wahlverhalten der Bürger anhand des direkten Zusammenhangs zwischen der westdeutschen Stahlerzeugung und dem SPD-Stimmenanteil. Wieviele Stimmen die SPD erhält, errechnet sich laut Mierscheid aus den Indexzahlen der Rohstahlproduktion in Deutschland in den alten Bundesländern. Gemessen wird der Rohstahl in Millionen Tonnen jeweils im Jahr der Bundestagswahl.

Diese Art der Berechnung hatte jahrelang bessere Ergebnisse erbracht als die der Meinungsforschungsunternehmen. So erreichte die SPD im Jahr 1994 ein Ergebnis von 37,5 Prozent bei der Bundestagswahl, während die Hochöfen in Westdeutschland im gleichen Jahr 37,9 Millionen Tonnen Rohstahl bearbeiteten. In den Jahren 1998 und 2002 lag Mierscheid noch näher am tatsächlichen Ergebnis: Seine Differenz zu den Endergebnissen betrug jeweils nur 0,1 Prozent. So wird dieses Jahr die Rohstahlproduktion aller Vorhersehbarkeit nach bei rund 38,5 Millionen Tonnen liegen. Das Ergebnis der SPD lag aber in der Tat nur bei 34,3 Prozent. Noch kurz vor der Wahl war Mierscheid optimistisch und sagte in einem Interview gegenüber der taz sehr selbstbewusst: „Die Demoskopen betreiben Demoskopie, wir reden hier über Gesetzmäßigkeiten.“ Seit der Wahl 2005 ist nun der Ruf Mierscheids in Sachen Wahlvorhersage stark geschädigt.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Mierscheid-Gesetz“.

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  • Spiegel Online: „Alchimisten in der Zahlenküche“ (26.09.2005) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar

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September 21, 2005

Jakob Maria Mierscheid: Neuwahlen müssen her

Jakob Maria Mierscheid: Neuwahlen müssen her

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Berlin (Deutschland), 21.09.2005 – Seit den Bundestagsneuwahlen 2005 ist ein Abgeordneter abgängig: Jakob Maria Mierscheid. Von der Öffentlichkeit unbemerkt, ist der beliebteste Politiker Deutschlands seit Sonntag nicht mehr im Bundestag anzutreffen.

Insgesamt gehörte Mierscheid dem Deutschen Bundestag seit 25 Jahren an. Festgestellt wurde das Fehlen Mierscheids anhand der alphabetischen Abgeordnetenliste des 16. Deutschen Bundestages. Mierscheid war laut Medienberichten bis Juli 2005 Mitglied der SPD und sei dann ausgetreten. Er selbst dementierte dies jedoch als Falschmeldung, ebenso sagte er, er wolle im Bundestag verbleiben. Der einzige Weg für Mierscheid, wieder in den Bundestag einziehen zu können, sind jetzt Neuwahlen.

Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Jakob M. Mierscheid“.

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