WikiNews de

March 6, 2008

Ecuador und Venezuela mobilisieren Truppen an der Grenze zu Kolumbien

Ecuador und Venezuela mobilisieren Truppen an der Grenze zu Kolumbien

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Veröffentlicht: 21:37, 6. Mär. 2008 (CET)
Bitte keine inhaltlichen Veränderungen vornehmen.

Rafael Correa, der Präsident Ecuadors

Quito (Ecuador) / Caracas (Venezuela), 06.03.2008 – Die Regierungen von Hugo Chávez und Rafael Correa ordneten die Mobilisierung ihrer Truppen an die kolumbianische Grenze an. Die Maßnahme erfolgte als Reaktion auf die Militäraktion der kolumbianischen Armee, die am Samstag den einheimischen Guerillaführer Raúl Reyes innerhalb des Territoriums von Ecuador tötete. Der ecuadorianische Präsident kündigte außerdem an, dass der kolumbianische Botschafter in Quito, Carlos Holguín, des Landes verwiesen werde. Er fügte hinzu, dass Ecuador von einer fremden Regierung angegriffen worden sei. Dies sei eine äußerst ernste Situation und nicht tolerierbar. Weiterhin gebe es Berichte, dass seitens Kolumbiens ein Luftangriff geplant sei, dem ein Überfall der kolumbianischen Truppen folgen solle.

Gleichzeitig hatte sich die kolumbianische Regierung bei Ecuador entschuldigt. Dabei sagte sie, „es sei zwingend notwendig gewesen, in den Ort zu gehen, von wo aus geschossen wurde.“ Correa erwiderte daraufhin: „Es gibt keine Rechtfertigung für eine ausländische Militäraktion in unserem Territorium“, und er fügte hinzu, dass „bei dieser Angelegenheit eine diplomatische Entschuldigung von der Regierung in Bogota nicht ausreichen werde“. Man fordere feste und formale Verpflichtungen gegenüber der internationalen Gemeinschaft, um sicherzustellen, dass es keine Wiederholung dieser nicht hinnehmbaren Aktion geben werde. Er habe auch mit anderen Führern der Region gesprochen.

Chavez, der die Freilassung von Entführten der kolumbianischen Guerilla vermittelt hatte, warnte vor der gegenwärtigen Situation und bot der Regierung von Correa bezüglich aller Entscheidungen in dieser Situation seine Unterstützung an.

Quellen

Spanischsprachige Quelle Dieser Artikel ist eine Übersetzung eines fremdsprachigen Artikels vom 03.03.2008.

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 11, 2007

Ecuador und Kolumbien einigen sich im Streit um Herbizideinsatz

Ecuador und Kolumbien einigen sich im Streit um Herbizideinsatz

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 22:57, 11. Jan. 2007 (CET)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Karte von Kolumbien und seinen Nachbarländern

Quito (Ecuador), 11.01.2007 – Ecuador hat im Streit um den Einsatz eines Totalherbizids nach eigenen Angaben eine Einigung mit Kolumbien erzielt. Im Rahmen seines Antidrogenprogramms, dem Plan Colombia, versprüht Kolumbien das Herbizid Glyphosat aus der Luft; auch an der Grenze zum Nachbarland Ecuador. Glyphosat ist ein Produkt, das unter der Bezeichnung Roundup von Monsanto produziert wird. Die Auseinandersetzung hatte zu einem diplomatischen Konflikt zwischen den beiden Ländern geführt, den Ecuador gestern vor die Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) gebracht hat. Der Konflikt führte im Dezember zur Abberufung des ecuadorianischen Botschafters aus Bogotá und zur Absage eines Besuchs von Rafael Correa, dem neu gewählten ecuadorianischen Präsidenten bei dessen kolumbianischen Amtskollegen Álvaro Uribe Vélez. Laut Rafael Correa erfolgte die Einigung heute auf einem Treffen mit Álvaro Uribe Vélez am Rande der Amtseinführung des neuen Präsidenten von Nicaragua, Daniel Ortega. Worauf sich die Präsidenten im Detail geeinigt haben, wurde bisher nicht bekannt gegeben. „News.bbc.co.uk“ berichtet, dass Kolumbien sein südwestliches Nachbarland in Zukunft vor dem Einsatz des Herbizids informieren will.

Die kolumbianische Regierung bezeichnet den Einsatz des Herbizids an der gemeinsamen Grenze mit Ecuador als eine unerlässliche Maßnahme gegen den illegalen Cocaanbau. Zudem befänden sich die betroffenen Gebiete unter der Kontrolle von Rauschgifthändlern und linksgerichteten Rebellen, so die kolumbianische Regierung, die Ecuador vorwirft, den Cocaanbau auf ecuadorianischem Territorium auf einer Fläche von 15 Hektar zu dulden. Kolumbien hat für das Programm gegen den Cocaanbau von den USA mehrere Milliarden US-Dollar erhalten. Die ecuadorianische Regierung kritisiert den Einsatz von Glyphosat vor allem in Hinblick auf dadurch verursachte gesundheitliche Risiken, Umweltschäden und die Vernichtung legaler Nutzpflanzen. Ecuador befürchtet zudem eine Flüchtlingsbewegung als Folge des Herbizideinsatzes.Als einen „feindlichen Akt“ hatte der ecuadorianische Außenminister Francisco Carrion das Versprühen des Totalherbizids in der Grenzregion bezeichnet. Statt mit Herbiziden sollten die Cocapflanzen aus der Sicht Ecuadors manuell beseitigt werden. Trotz der Kritik aus Ecuador, die bereits gegen Ende des letzten Jahres geäußert wurde, hat Kolumbien das Herbizid in dieser Woche weiter versprüht. Kolumbien ist der weltgrößte Kokainproduzent.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

October 16, 2006

Präsidentenwahl in Ecuador: Stichwahl zwischen Álvaro Noboa und Rafael Correa

Präsidentenwahl in Ecuador: Stichwahl zwischen Álvaro Noboa und Rafael Correa

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 19:38, 16. Okt. 2006 (CEST)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Quito (Ecuador), 16.10.2006 – Nach vorläufigen Ergebnissen der ecuadorianischen Präsidentenwahl vom Sonntag hat keiner der Kandidaten im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht. Am 26. November wird es nun zu einer Stichwahl zwischen dem linksgerichteten Kandidaten Rafael Correa und dem konservativen, wirtschaftsliberalen Álvaro Noboa kommen.

Für Álvaro Noboa, einen der reichsten Männer des Landes, der mit dem Handel von Bananen zum Milliardär wurde, stimmten nach Angaben des Obersten Wahlgerichts nach Auszählung der Hälfte der Stimmen mehr als 27 Prozent der Wähler. 22 Prozent stimmten demnach für den Wirtschaftswissenschaftler und ehemaligen Finanzminister Rafael Correa, der als Verbündeter des venezolanischen Präsidenten Hugo Chávez gilt. 16 Prozent der Stimmen entfielen auf León Roldós Aguilera, der in internationalen Medien als gemäßigter Sozialist bezeichnet wird.

Rafael Correa ordnete das Ergebnis des ersten Wahlganges als einen historischen Sieg ein, der trotz einer millionenschweren Kampagne seines Konkurrenten gefeiert werden konnte. Aus der Sicht Rafael Correas hat Álvaro Noboa im Wahlkampf den Eindruck erwecken wollen, dass Rafael Correa Ecuador zu einem neuen Kuba machen wolle. Den Vorwurf, er wolle ein kommunistisches System installieren, hatte Rafael Correa abgestritten. Rafael Correa zweifelt die Richtigkeit der vorläufigen Ergebnisse an und erklärte sich in einer ersten Reaktion zum Sieger des ersten Wahlgangs. Álvaro Noboa bezeichnete seinen Konkurrenten laut Nachrichtenagentur „sda“ als „Freund von Terrorismus, von Chavez und Kuba“, der nun von seinen Mitbürgern Prügel bezogen habe. Im Wahlkampf hatte sich Álvaro Noboa für den Abbruch der diplomatischen Beziehungen mit Kuba und Venezuela eingesetzt. Eine gegensätzliche Position vertreten die beiden Politiker hinsichtlich eines Freihandelsabkommens mit den USA. Rafael Correa will nach Angaben der Nachrichtenagentur „dpa“ kein derartiges Abkommen mit den USA abschließen, während das Freihandelsabkommen eine der wesentlichen Forderungen von Álvaro Noboa ist. Laut Beobachtern der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) verlief die Wahl normal. Unregelmäßigkeiten konnten laut Rafael Bielsa, dem Chef der OAS-Beobachtermission, nicht festgestellt werden.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.