WikiNews de

December 12, 2005

Tödlicher Anschlag auf Dschubran Tueni

Tödlicher Anschlag auf Dschubran Tueni – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Tödlicher Anschlag auf Dschubran Tueni

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Beirut (Libanon), 12.12.2005 – In einem Vorort der libanesischen Hauptstadt Beirut wurde heute Morgen ein Anschlag auf den libanesischen Abgeordneten Dschubran Tueni verübt. Dschubran Tueni sowie drei weitere Personen starben. Das gepanzerte Auto des Abgeordneten wurde im Viertel Mekalis in die Luft gesprengt, das vor allem von Christen bewohnt wird.

Dschubran Tueni ist nicht nur Abgeordneter, sondern auch Chefredakteur der Tageszeitung „An Nahar“. Er hatte sich mehrfach syrienkritisch geäußert und lebte zuletzt, aus Angst vor Anschlägen, in Frankreich. Als Grund für den Anschlag wird seine syrienkritische Haltung genannt. Syrien war Besatzer des Libanon, hat aber auch den Anschlag auf Tueni scharf kritisiert.

Der Anschlag reiht sich in eine Reihe von Anschlägen auf Kritiker Syriens ein. Ihr populärstes Opfer ist der ehemalige Ministerpräsident Rafik Hariri.

Themenverwandte Artikel

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

November 14, 2005

Journalisten treffen sich auf dem Hamburger jonet-Tag

Journalisten treffen sich auf dem Hamburger jonet-Tag

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig 13:59, 14. Nov. 2005 (CET)
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Noch ist es leer: Über 400 Journalisten trafen sich in der Handelskammer in Hamburg. Im Albert-Schäfer-Saal (Foto) fand die Einleitungsveranstaltung statt, weitere Räume wurden anschließend für Workshops genutzt.

Hamburg (Deutschland), 14.11.2005 – „Bitte bestehen Sie im Interesse aller nicht in jedem Workshop auf einem Sitzplatz.“ Die Warnung auf der Website zum Kongress war angebracht. Rund 400 Journalisten und Experten trafen sich am Samstag in der Handelskammer in Hamburg auf dem zweiten „jonet-Tag“. Immerhin habe man zum ersten Mal einige Sponsoren gefunden. Ihre Namensschilder mussten die Teilnehmer trotzdem vor der Abreise zwecks Recycling am Empfang zurück geben.

Historisch hat sich der Journalisten-Kongress aus dem bereits 1994 gegründeten Journalisten-Netzwerk jonet entwickelt. Um nichts weniger als die Zukunft des Journalismus sollte es diesmal gehen. Vor den Prognosen kamen Definitionsversuche: „Was, bitte, war noch gleich Journalismus?“ Das war die zentrale Frage der Einleitungsdiskussion. In der „Elefantenrunde“ trafen die Vertreter neuer, nicht mehr ganz neuer und alter Medien aufeinander.

Elefantenrunde

Die Blogosphäre wurde von Johnny Haeusler repräsentiert. Haeusler ist Autor des Spreeblick-Blogs und Gründer des gleichnamigen „Weblog-Verlags“. Durch seinen im Dezember 2004 veröffentlichten „Jamba-Kurs“ brachte Haeusler das Thema „Klingelton-Abzocke“ in die deutschen Medien und wurde über Nacht zum Blogger-Star. Vor den versammelten Journalisten provozierte Haeusler mit dem Statement: „Ich halte das, was viele Blogger machen, für den klassischeren Journalismus als das, was viele Journalisten machen.“ Das liege nicht zuletzt an ihrer wirtschaftlichen Unabhängigkeit, „da man einfach kein Geld verdient.“

Auf das Lachen des Publikums erwiderte Haeusler, wenn man ohnehin für einen kleinen Artikel nur 20 oder 40 Euro erhielte, könne man auch auf diesen Rest in vielen Fällen verzichten. Der Blogger sei einfach näher am Leser dran. Mit seinem Blog-Verlag mache er zielgruppennahe Werbung für Bands, die zwar klar als solche gekennzeichnet sei, aber nicht von den Blog-Inhalten ablenke. Im Kontrast dazu verurteilte Haeusler die Generierung von „Page Impressions“, also Seitenabrufen, die von eher traditionellen Online-Medien betrieben werde, um mehr Werbebanner schalten zu können. So solle man sich bei vielen Online-Zeitungen mühsam von einer Seite auf die nächste klicken. Auch „Spiegel Online“ praktiziere dies etwa mit seinen Fotostrecken.

Dies stellte Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur von „Spiegel Online“, sogleich richtig: Die Fotostrecken seien werbefrei. Fotos und Animationen sieht Müller von Blumencron als großen Vorteil gegenüber reinen Bleiwüsten: „Bilder erzählen Geschichten, wer das ignoriert, kann nicht bestehen.“ Die Verteilung auf mehrere Seiten diene dabei vor allem der Reduzierung von Kosten. Müller von Blumencron wehrte sich gegen eine Spaltung der Medienwelt. Gelächter löste seine Feststellung aus: “Wir machen ein Blog, das heisst „Spiegel Online“.”

Nicht ohne inneren Widerspruch verurteilte der „Spiegel“-Mann dann aber gleich die Blogger als unprofessionelle Hobbyisten, die von den Qualitätsregeln der Recherche oft nichts wüssten und geringe Hemmschwellten hätten, PR-Inhalte mit persönlichen Einträgen zu vermischen. Seine Schlussfolgerung: „Wenn klassische Medien nach den Regeln Journalismus machen könnten, wie es in den Blogs geschieht, sähe es in diesem Land düster aus.“

Eröffnungspanel, unter anderem mit Jochen Wegner, Mathias Müller von Blumencron, Manfred Bissinger und Christoph Drösser

Mediendemokratisierung

Annette Milz, Chefredakteurin des MediumMagazin, sieht in Blogs weit mehr als nur einen vorübergehenden Trend. Die „Tatsache, dass sich jeder einmischen kann“, sei wichtiger als die konkreten Inhalte.

Eine echte Mediendemokratisierung bestritt dagegen Bernd Kliebhan, ein Pionier des Videojournalsimus. Zwar könnten dank moderner DV-Technik Journalisten im Alleingang Reportagen durchführen, filmen und schneiden. Dies bringe den Journalismus näher an seine Themen heran und erfülle eher dessen Definition: „Unter Journalismus verstehen wir, dass ein unabhängiger Mensch, neugierig und mit wachem Geist, die Welt beobachtet, beschreibt und analysiert.“

Doch ganz so einfach, wie manche sich es vorstellten, sei es auch mit moderner Technik nicht, eine Video-Reportage zu produzieren. Außerdem sei es entscheidend, dass die Inhalte am Ende von Redaktionen akzeptiert würden.

Manfred Bissinger, Geschäftsführer von „Hoffmann und Campe Corporate Publishing“ und ein Veteran des Journalismus, sieht die Medienlandschaft heute als in vielerlei Hinsicht weniger offen an als in vergangenen Jahrzehnten. Der Blogger Henry Steinau zitiert ihn mit den Worten: „Journalistisch getriebene Neugründungen als gedruckte Publikation wird es nicht mehr geben. Das ist vorbei. Es wird wunderbare kleine Blätter geben, aber das sind im Grunde genommen Mitteilungsblätter für eine überschaubare Gemeinde. Doch daraus ein Geschäftsmodell zu entwickeln, das halte ich für ausgeschlossen, das ist vorbei.“

Einflussreiche neue Medien könne man allenfalls noch im Schutz eines „Flugzeugträgers“ gründen, also als Ableger eines existierenden großen Mediums. Das gelte etwa für die neue wissenschaftliche Zweimonats-Zeitschrift „ZeitWissen“, die ein Ableger der „Zeit“ ist. Darin stimmte ihm Christoph Drösser, Chefredakteur von „ZeitWissen“, grundsätzlich zu.

Meinung und Recherche

Bissinger beklagte auch das Ende des Meinungsjournalismus. Während früher große Figuren wie Rudolf Augstein und Marion Gräfin Dönhoff miteinander um die Zukunft der Republik stritten, seien heute alle Medien auf den gleichen „neoliberalen“ Kurs eingeschworen, es sei „alles die gleiche Soße“, eine Feststellung, für die Bissinger vereinzelten Beifall erntete. Dabei sie die Meinung „die Königsdisziplin des Journalismus“.

Auch Annette Milz bezeichnete ein Mehr an Meinung als „extrem wichtig“. Darüber hinaus wünscht sie sich mehr O-Töne und sieht den idealen Journalist als „Brückenschläger“. Klaus Liedtke, Chefredakteur des „National Geographic“, konterte, die Grundform des Journalismus sei der Versuch einer objektiven Beschreibung der Welt. „Wenn man das abschaffen wollte und sagen würde, dass das Heil des Journalismus nur in der Meinung liegt, hielte ich das für eine Verengung der Aufgaben des Journalismus.“

Mathias Müller von Blumencron betonte ebenfalls, ein reiner Meinungsjournalismus reiche nicht aus. „Meinung wollen sie alle schreiben, am liebsten gleich sofort. Aber Hintergründe recherchieren, das tut kaum jemand.“ Im Publikum kam es an dieser Stelle zu lautstarkem Widerspruch. Die Frage, wer denn für investigativen Journalismus zahle, wurde mehrfach gestellt, fiel aber unter den Tisch.

Christoph Drösser glaubt nicht, dass früher alles besser gewesen sei. Die Wissenschaft habe gezeigt, dass Erinnerungen verfälscht und verklärt würden. Beim Blättern in den Archiven der „Zeit“ sehe er immer wieder, wie sich der qualitative Standard der Wochenzeitung in den letzten Jahren erhöht habe.

Johnny Haeusler stellte fest, dass auch für Blogger ein authentischer Meinungsjournalismus nicht immer ungefährlich sei. Als Webdesigner habe er zwei große Kunden durch das Bloggen verloren. Der Tenor sei gewesen, er könne zwar eine Meinung haben, „Du musst sie aber nicht öffentlich äußern“. Die klassischen Medien seien vor allem durch als Artikel maskierte Werbung in ihrer Integrität bedroht. So sei etwa das Magazin der „Süddeutschen Zeitung“ „reine Werbung“. Außerdem schaften es Unternehmen wie Lufthansa, Aldi und Lidl immer wieder, erfolgreich Druck auszuüben, um Inhalte in ihrem Sinne zu beeinflussen.

Für die alten Medien zog Bernd Kliebhan den pessimistischen Schluss: „Wir werden die dominierende Rolle der Buchhalter im Journalismus nicht wieder rückgängig machen.“

Workshops

Der Einleitungsrunde folgten verschiedene parallel laufende Workshops. Dabei bestanden diese in aller Regel ebenfalls aus Diskussions-Panels mit Experten, die Fragen aus dem Publikum beantworteten. Über den Workshop zum Thema „Mikromedien“ gibt es einen eigenen Artikel in Wikinews: Hamburg: „Mikromedien“-Workshop – Journalisten diskutieren über Blogs, Wikis und Podcasting.

Weblinks

Quellen

Originäre Berichterstattung
Plume ombre.png
Dieser Artikel enthält Journalismus aus erster Hand. Siehe auch die Diskussionsseite für Details.

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

October 2, 2005

Ehemaliger Chefredakteur von „stern“ und „GEO“ gestorben

Ehemaliger Chefredakteur von „stern“ und „GEO“ gestorben

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche

Hamburg (Deutschland), 02.10.2005 – Am vergangenen Donnerstag starb der ehemalige Chefredakteur der Nachrichtenmagazine „stern“ und „„GEO““, Rolf Winter. Er wurde 78 Jahre alt. Dies gab der Verlag Gruner + Jahr am Freitag bekannt.

Winter war von 1984 bis 1986 Chefredakteur beim „stern“. Ein Vorstandsmitglied des „stern“, Bernd Buchholz, würdigte Winter als einen „großen Journalisten“, Winter habe sich um den Verlag verdient gemacht. Er war seit 1967 Amerikakorrespondent beim „stern“, 1975 beteiligte er sich an der Neugründung der Zeitschrift „GEO“, deren Herausgeber er zeitweise auch war. 1984 wurde er dann Chefredakteur beim „stern“. Zu seinen Aufgaben gehörte es, die Glaubwürdigkeit des Blattes wieder herzustellen. Der Ruf des „stern“ war nach der Affäre um die gefälschten Hitler-Tagebücher schwer geschädigt.

1988 übernahm er auch noch den Posten des Chefredakteurs bei der Zeitschrift „sport“. Nebenbei war er Chefberater für den Vorstand von Gruner + Jahr und schrieb ab und zu Beiträge für „GEO“. Winter hinterlässt zwei Söhne.

Quellen[Bearbeiten]

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

April 17, 2005

Endspurt für das „Spiel des Jahres“

Endspurt für das „Spiel des Jahres“

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Marburg

Marburg (Deutschland), 17.04.2005 – In Marburg an der Lahn läuft derzeit der Endspurt für die Auswahl des „Spiels des Jahres“. Alljährlich werden im Frühsommer die Spiele des Jahres für Erwachsene sowie für Kinder von dem Verein „Spiel des Jahres e.V.“ bekannt gegeben.

Die Hauptarbeit der Jurymitglieder besteht derzeit aus Spielen, Spielen, Spielen. Die Jury für die Erwachsenenspiele setzt sich aus elf Journalisten und Rundfunkredakteuren zusammen, für die Kinderspiele wurden noch einmal vier Beiräte ernannt. Sie alle arbeiten sich derzeit durch Berge von neuen Spielen.

Sie haben nur noch kurz Zeit, denn bereits in zwei Wochen müssen alle aktuellen Spielerscheinungen gesichtet sein. Anfang Mai findet dann eine Klausurtagung in Marburg statt, auf der über die Neuheiten beraten und abgestimmt wird.

Das Ergebnis dieser Abstimmung veröffentlicht der Verein „Spiel des Jahres e.V.“ am 8. Mai gegen 18:00 Uhr MESZ auf seiner Homepage. Danach steht fest, welches die nominierten Spiele in beiden Sparten sein werden und welche Spiele auf die Empfehlungsliste 2005 kommen.

Die Preisträger des Jahres 2005 werden am 27. Juni 2005 in Berlin bekannt gegeben.

Themenverwandte Artikel

Quellen

Montegoblue / Gewährsfrau

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.

January 7, 2005

Neusässer Schüler erwirkt Pressefreiheit für Bayerns Schülerzeitungen

Neusässer Schüler erwirkt Pressefreiheit für Bayerns Schülerzeitungen

aus Wikinews, einem freien Wiki für Nachrichten
Wechseln zu: Navigation, Suche
Artikelstatus: Fertig
Bitte keine weiteren inhaltlichen Veränderungen vornehmen, sondern einen Folgeartikel schreiben.

Neusäß (Deutschland), 07.01.2005 – Der 17-jährige Schülerzeitungsredakteur Dominik Mai aus dem Justus-von-Liebig-Gymnasium in Neusäß hat mit einer Petition an den bayerischen Landtag erwirkt, dass Schülerzeitungen in Bayern zukünftig das Recht der Pressefreiheit genießen.

Bislang galt in Bayern die Pressefreiheit nicht für Schülerzeitungen. Nach bisheriger Gesetzeslage lag die Verantwortung für den Inhalt von Schülerzeitungen bei der Schulleitung, die deshalb ein Recht der Zensur besaß. Die Rektorin Christa Lacher des Neusässer Gymnasiums hatte von diesem Privileg reichlich Gebrauch gemacht und im Juli 2002 zum Missfallen der Redakteure vierzehn von etwa sechzig Seiten der Schülerzeitung “Spektrum” zensiert. Bereits seit dreißig Jahren fordern Bayerns Schülerzeitungsredakteure vergeblich gegen den Widerstand der CSU Pressefreiheit.

Nun gab der Bildungsausschuss des Landtages der Petition, die Dominik Mai gemeinsam mit der Jungen Presse Bayern eingereicht hatte, Recht. Die Gesetzesänderung soll im Frühjahr 2005 in Kraft treten.

Quellen

This text comes from Wikinews. Permission is granted to copy, distribute and/or modify this document under the terms of the Creative Commons Attribution 2.5 licence. For a complete list of contributors for this article, visit the corresponding history entry on Wikinews.