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December 27, 2010

Tausende fliehen aus der Elfenbeinküste ins Nachbarland Liberia

Tausende fliehen aus der Elfenbeinküste ins Nachbarland Liberia

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Veröffentlicht: 14:38, 27. Dez. 2010 (CET)
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Abidjan (Elfenbeinküste), 27.12.2010 – Nach Angabe des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) flohen im abgelaufenen Monat etwa 14.000 Menschen aus dem westafrikanischen Staat Elfenbeinküste in das Nachbarland Liberia.

In der Elfenbeinküste findet ein Kampf um die politische Macht statt. Nach der Präsidentschaftswahl Ende November beanspruchen sowohl Ex-Präsident Laurent Gbagbo als auch sein Herausforderer Alassane Ouattara den Sieg für sich.

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May 24, 2010

Naomi Campbell wird 40 – und hat Ärger

Naomi Campbell wird 40 – und hat Ärger

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Veröffentlicht: 22:29, 24. Mai 2010 (CEST)
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Naomi Campbell

Den Haag (Niederlande), 24.05.2010 – Supermodel Naomi Campbell, nicht nur für ihre Schönheit weltbekannt, sondern auch wegen ihrer Wutausbrüche gefürchtet, wurde am 22. Mai vierzig Jahre alt. Ihren Geburtstag hat sie standesgemäß gefeiert. An der französischen Riviera feierte sie mit ihrem derzeitigen Freund, dem russischen Milliardär Wladimir Doronin, eine berauschende Geburtstagsparty, an der den Berichten zufolge viele Gäste des Filmfestivals von Cannes teilnahmen. Campbell war das erste schwarze Fotomodell, das auf einem Titelbild der britischen Ausgabe von Vogue abgebildet war. Doch auch Gerichtssäle sind dem Fotomodell nicht unbekannt. So wurde sie im Jahr 2000 in Toronto angeklagt, weil sie ihre persönliche Assistentin Georgina Galanis mit ihrem Mobiltelefon attackiert haben soll. 2006 wurde sie wegen eines ähnlichen Zwischenfalls in New York City verhaftet. Hinzu kommen Skandale um Alkohol und Drogen sowie eine langjährige Feindschaft mit Kollegin Tyra Banks. Als vor zwei Jahren ihr Gepäck auf dem Flughafen London-Heathrow nicht auffindbar war, beschimpfte sie zwei Polizisten. Anfang des Jahres 2010 soll sie ihren Fahrer verprügelt haben.

Pünktlich zu ihrem Geburtstag bekam die Diva nun von ganz ungewohnter Seite Ärger: Im Verfahren gegen den vor dem Sondergerichtshof für Sierra Leone angeklagten Charles Taylor, den ehemaligen Staatspräsidenten von Liberia, soll Campbell als Zeugin vorgeladen werden. Das Verfahren findet aus Sicherheitsgründen am Sitz des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag statt. Dem 62-jährigen Taylor werden Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg in Sierra Leone in elf Fällen vorgeworfen. In diesem Bürgerkrieg wurden etwa 120.000 Menschen getötet. Campbell soll vernommen werden, weil sie nach den Angaben der Schauspielerin Mia Farrow und ihrer früheren Agentin Carole White von Taylor einen Diamanten als Geschenk angenommen haben soll.

Bei diesem Diamanten handelte es sich möglicherweise um einen sogenannten Blutdiamanten, dessen Handel nach Entscheidung des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen verboten ist. Campbell war wie Farrow im September Gast bei einem Abendessen, das der damalige südafrikanische Präsident Nelson Mandela gegeben hat. White hat den Dokumenten der Anklage zufolge gehört, dass Taylor Campbell Diamanten als Geschenk versprochen habe, und will anwesend gewesen sein, als Campbell ein Päckchen mit „einem halben Dutzend“ Rohdiamanten übergeben worden sei. Dem Nachrichtensender Fox News verlautbarte Mia Farrow in einem Interview mit dem US-Fernsehsender ABC, Campbell habe seinerzeit zu ihr gesagt, sie wolle die Steine dem Kinderhilfsfonds Mandelas spenden. Dieser Fonds hat jedoch nach eigenen Angaben keine Steine von Campbell empfangen, meldet Fox News. Die Anklage will auch White und Farrow vor dem Gericht aussagen lassen.

Charles Taylor, der in Den Haag seit 2008 vor Gericht steht, wird unter anderem Mord, Vergewaltigung und Rekrutierung von Kindersoldaten, Versklavung und Plünderei vorgeworfen. Er soll außerdem mit den im Kimberley-Prozess gebannten illegalen Diamanten aus Sierra Leone gehandelt haben und damit zur Finanzierung der Rebellen von der Revolutionary United Front (RUF) beigetragen haben. Die Anklage hält die Aussage Campbells für notwendig, da dadurch der Verdacht bekräftigt wird, dass Taylor sich mit Rohdiamanten „persönlich bereicherte“ und diese zu Waffenkäufen für Sierra Leone genutzt habe.

Campbell hat eine freiwillige Aussage vor dem Gericht abgelehnt, weil sie um ihre Sicherheit fürchte. Im April hatte sie erbost ein Interview abgebrochen, als sie auf Taylors Diamanten angesprochen wurde und eine Kamera umgestoßen. In der Talkshow von Oprah Winfrey weigerte sie sich ebenfalls, über das Thema zu sprechen. „Ich will nicht in das Verfahren dieses Mannes verwickelt werden – er hat einige schreckliche Dinge gemacht, und ich will nicht meine Familie in Gefahr bringen“, sagte Campbell.

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December 9, 2007

Ehemaliger Präsident von Liberia verhaftet

Ehemaliger Präsident von Liberia verhaftet

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Veröffentlicht: 10:43, 9. Dez. 2007 (CET)
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Monrovia (Liberia), 09.12.2007 – Der ehemalige Übergangspräsident von Liberia, Gyude Bryant, wurde von der Polizei verhaftet, nachdem er es versäumt hatte, vor Gericht zu erscheinen.

Ihm wird Unterschlagung in Millionenhöhe während seiner zweijährigen Amtszeit vorgeworfen, was Bryant jedoch bestreitet. Bei einer Untersuchung der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft Ecowas wurden Beweise für Korruption von Bryant entdeckt. Bei der letzten Wahl im vergangen Jahr siegte Ellen Johnson-Sirleaf, die versprochen hatte, Bestechung zu bekämpfen.

Auf dem Weg ins Gefängnis sagte Bryant, dies sei „ein sehr sehr schwarzer Tag für Liberia“ und der Dank dafür, dass er Frieden und die Demokratie in Liberia wiederhergestellt habe. Nach 14 Jahren Bürgerkrieg hatte der Politiker das Amt im Jahr 2003 von Charles Taylor übernommen, als Rebellen in die Außenbezirke der Hauptstadt Monrovia eindrangen. Taylor soll wegen Kriegsverbrechen angeklagt werden.

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June 4, 2007

Prozess gegen Charles Taylor beginnt in Den Haag

Prozess gegen Charles Taylor beginnt in Den Haag

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Artikelstatus: Fertig 21:44, 4. Jun. 2007 (CEST)
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Den Haag (Niederlande), 04.06.2007 – Vor dem Sondergerichtshof in Den Haag beginnt der Prozess gegen den liberianischen Ex-Präsidenten und -Kriegsherrn Charles Taylor wegen Kriegsverbrechen im sierra-leonischen Bürgerkrieg. Es handelt sich um das erste Mal, dass sich ein ehemaliger afrikanischer Staatschef vor einem internationalen Gericht verantworten muss.

Diamantensuche in Sierra Leone; die Diamantenvorkommen spielten im Bürgerkrieg 1991–2002 eine wesentliche Rolle

Taylor war ab 1989 als Warlord im liberianischen Bürgerkrieg aktiv gewesen. Ab 1991 unterstützte er die Rebellen der Revolutionary United Front (RUF), die im benachbarten Sierra Leone einen Bürgerkrieg begannen und für die Ermordung, Vergewaltigung und vor allem das Abhacken von Gliedmaßen von Zivilisten berüchtigt wurden. Er soll für die RUF „Blutdiamanten“ verkauft und Waffen beschafft haben.

1997 wurde Charles Taylor zum Präsidenten Liberias gewählt, wobei seine Wahl vor allem aus der Furcht heraus resultierte, er würde im Falle einer Nichtwahl den Bürgerkrieg wieder beginnen. Ab 1999 nahmen Rebellenbewegungen in Liberia den bewaffneten Kampf gegen Taylor auf und verdrängten ihn 2003 nach Nigeria ins Exil. Zugleich wurde er vor dem UN-Sondergerichtshof für Sierra Leone – der nach Ende des Bürgerkrieges 2002 in Sierra Leone eingerichtet worden war – wegen seiner Beteiligung an dem Krieg angeklagt, und die 2006 gewählte Präsidentin Liberias Ellen Johnson-Sirleaf drängte bei der nigerianischen Regierung auf seine Auslieferung. Daraufhin versuchte Taylor zu flüchten, wurde aber kurz darauf im nigerianisch-kamerunischen Grenzgebiet gefasst und dem Sondergerichtshof überstellt. Aus Sicherheitsgründen wurde der Prozess nach Den Haag verlegt und findet nun in den dortigen Räumlichkeiten des Internationalen Strafgerichtshofs statt.

Die Anklage gegen Taylor umfasst elf Punkte, darunter Mord, sexuelle Sklaverei und Gewalt, Versklavung, Rekrutierung von Kindersoldaten und weitere Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Diese Akte soll er angeordnet, unterstützt oder mitbegangen haben. Taylor hat sämtliche Punkte abgestritten und dem Gericht zudem die Legitimation abgesprochen. Er weigerte sich, dem Prozess beizuwohnen, da er keinen fairen Prozess erwarte und zu wenige Verteidiger habe. Er könne, wie er sich in einem Brief äußerte, „nicht an dieser Scharade teilnehmen, die den Menschen von Liberia und Sierra Leone Unrecht tut“.

Der Prozess wurde in der sierra-leonischen Hauptstadt Freetown auf vier Großbildschirmen live übertragen. Er wird voraussichtlich 18 Monate dauern.

Falls Charles Taylor für schuldig befunden wird, wird er seine Strafe voraussichtlich in Großbritannien verbüßen.

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April 28, 2007

UN-Sicherheitsrat hebt Diamanten-Embargo gegen Liberia auf

UN-Sicherheitsrat hebt Diamanten-Embargo gegen Liberia auf

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Artikelstatus: Fertig 19:39, 28. Apr. 2007 (CEST)
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Diamantenschürfen in Sierra Leone

New York (Vereinigte Staaten), 28.04.2007 – Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat gestern ein seit sechs Jahren bestehendes Exportverbot für Diamanten aus Liberia aufgehoben. Das Gremium votierte einstimmig für die entsprechende Resolution 1753, mit der die Resolution 1521 aus dem Jahr 2003 nichtig wird. Das Embargo hatte den Zweck, den Handel mit „Blutdiamanten“ zu stoppen und hatte alle Staaten dazu aufgefordert, keine Diamanten aus Liberia zu importieren, unabhänig davon, ob sie dort abgebaut worden sind. Diverse bewaffnete Gruppen, die in Westafrika, insbesondere in Liberia und im benachbarten Sierra Leone an Bürgerkriegen beteiligt waren, füllten ihre Kassen mit Erlösen aus dem Diamantengeschäft, wodurch die Kriege verlängert wurden.

Die Handelsbeschränkungen konnten aufgehoben werden, weil Liberia aus der Sicht des Sicherheitsrats die notwendigen internen Kontrollen etabliert hat, die den Mindestanforderungen des Kimberley-Prozesses entsprechen. Im Jahr 2000 hatten die diamantenproduzierenden Staaten Afrikas den Kimberley-Prozess ins Leben gerufen. Anschließend einigten sie sich im November 2002 im schweizerischen Interlaken auf ein internationales Zertifizierungsschema für Rohdiamanten.

Der britische UN-Botschafter Emyr Jones Parry sagte nach der Sitzung, er hoffe, dass Liberia sich dem Kimberley-Prozess nun vollständig anschließen werde. Großbritannien ist in diesem Monat Vorsitzender des UN-Sicherheitsrats. Die Entscheidung spiegele das Vertrauen in Liberia und seine Führung wieder, so Jones Parry weiter. Lami Kawah, der Botschafter Liberias, wird in einer Pressemitteilung der Vereinten Nationen mit folgenden Worten zitiert: „Diese Entscheidung bedeutet viel für Liberia und seine Bevölkerung, weil wir nun voranschreiten können.“

Die gestern verabschiedete Resolution sieht eine Überprüfung nach 90 Tagen vor. Bis dahin sollen Berichte der zuständigen Expertengruppe der Vereinten Nationen und des „Kimberley-Prozesses“ über die Umsetzung der Richtlinien in Liberia vorliegen.

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  • Portal:Vereinte Nationen

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March 29, 2006

Ex-Präsident von Liberia in Nigeria festgenommen

Ex-Präsident von Liberia in Nigeria festgenommen

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Artikelstatus: Fertig 15:06, 29. Mrz. 2006 (CEST)
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Monrovia (Liberia) / Abuja (Nigeria), 29.03.2006 – Nach Polizeiangaben wurde der frühere liberianische Präsident Charles Taylor heute im Bundesstaat Borno, im Norden Nigerias, an der Grenze zu Kamerun festgenommen. Nigerias Präsident Olusegun Obasanjo will Charles Taylor nun an Liberia ausliefern lassen. Der Ort, an dem Charles Tayler festgenommen wurde, ist mehr als 1.500 km von Calabar entfernt, wo sich der liberianische Ex-Präsident seit 2003 aufhielt.

Nach Angaben von lokalen Regierungsbeamten war Charles Tayler mit einem Jeep unterwegs. Charles Tayler soll viele US-Dollars in einem großen Koffer bei sich getragen haben. Die amtierende liberianische Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf hatte unter dem Druck der US-Regierung im März dieses Jahres von Nigeria die Auslieferung des Ex-Präsidenten gefordert. In der letzten Woche hatte die liberianische Präsidentin ihre Forderung erneuert. Sie will, dass sich Taylor in Sierra Leone einem Gericht stellt. In Sierra Leone ist Charles Tayler wegen der Unterstützung von Rebellen angeklagt.

Am Montagabend war der Staatschef Liberias, Charles Taylor, verschwunden. Vor zwei Jahren, im Jahr 2003, wurde er vom Amt enthoben. Er ging damals ins Exil nach Nigeria. Inzwischen wurde er als Kriegsverbrecher angeklagt. Wie und warum Taylor untergetaucht ist, war mysteriös, denn für ihn waren fünf Sicherheitsleute zu seiner persönlichen Bewachung abgestellt. Nigerias Präsident Olusegun Obasanjo hatte angeordnet, das Verschwinden Taylors aufzuklären, da auch eine Entführung in Frage kommen könne.

Am heutigen Mittwoch weilte Präsident Olusegun Obasanjo in Washington. Ob ihn George W. Bush empfangen würde, wie es geplant war, ist nicht bekannt.

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  • Fußballstar George Weah stellte sich in Liberia zur Wahl (11.10.2005)

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December 23, 2005

IWF: Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Erde

IWF: Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Erde

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Artikelstatus: Fertig 00:48, 23. Dez. 2005 (CET)
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Washington, D. C. (Vereinigte Staaten), 23.12.2005 – Der Internationale Währungsfonds (IWF) gab gestern einen Schuldenerlass für 19 der 20 ärmsten Länder der Erde bekannt. Auf ihrem Gipfeltreffen in Gleneagles hatten die Regierungschefs der führenden Industrienationen und Russlands beschlossen, einen solchen Schuldenerlass herbeizuführen.

Der Beschluss, dem nun das Exekutivdirektorium des IWF zugestimmt hat, umfasst ein finanzielles Volumen von 3,3 Milliarden US-Dollar. Diesen Betrag schulden die ärmsten Länder dem IWF, der Weltbank sowie der Afrikanischen Entwicklungsbank. Durch den Schuldenerlass soll diesen Ländern der finanzielle Spielraum zur Entwicklung ihrer Wirtschaft gegeben werden. Der Beschluss steht im Zusammenhang mit den Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, die bis zum Jahre 2015 eine Halbierung der weltweiten Armut vorsehen.

In den Genuss des Schuldenerlasses, der am 1. Januar 2006 in Kraft tritt, gelangen zunächst die folgenden vorwiegend afrikanischen Länder: Benin, Burkina Faso, Äthiopien, Ghana, Madagaskar, Mali, Mosambik, Niger, Ruanda, Senegal, Tansania, Uganda und Sambia. Vier mittel- bzw. südamerikanische Länder gehören ebenfalls dazu: Bolivien, Guyana, Honduras, Nicaragua, außerdem die asiatischen Länder Kambodscha und Tadschikistan.

Bilaterale Schulden sind von diesem Schuldenerlass ausgenommen, ebenso wie Schulden bei anderen Banken und Organisationen neben dem IWF, der Weltbank und der Afrikanischen Entwicklungsbank. Mauretanien, das zu den 20 ärmsten Ländern der Erde gehört, muss noch nachweisen, dass die durch den Schuldenerlass eingesparten Gelder tatsächlich für die Armutsbekämpfung eingesetzt werden. Es sei möglich, so Rodrigo Rato, Generaldirektor des IWF, dass weiteren Ländern die Schulden erlassen werden. Diese müssten jedoch noch weitere Fortschritte aufweisen.

Zu den Ländern, denen eventuell ebenfalls die Schulden erlassen werden, zählen Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Komoren, Malawi, Myanmar, Laos, Liberia, die Republik Kongo, Sao Tomé und Príncipe, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Togo, Tschad und die Zentralafrikanische Republik. Dazu wurden aber noch keine Beschlüsse gefasst.

Die Hilfsorganisation Oxfam begrüßte die Entscheidung des IWF, fordert aber einen umfangreicheren Schuldenerlass. Weitere 60 Länder benötigten ebenfalls einen Schuldenerlass, um die Armut zu bekämpfen, sagte Max Lawson, ein Sprecher der Hilfsorganisation.

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November 12, 2005

Liberia: Forderung nach Wiederholung der Präsidentschaftswahl

Liberia: Forderung nach Wiederholung der Präsidentschaftswahl

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Monrovia (Liberia), 12.11.2005 – Die Partei von George Weah forderte am Samstag die Wiederholung der Stichwahl um das Amt des liberianischen Präsidenten. In der Stichwahl hatte sich die ehemalige Finanzministerin Ellen Johnson-Sirleaf gegen den ehemaligen Fußballprofi George Weah durchgesetzt.

Nach Auszählung der Stimmen aus 97 Prozent aller Wahllokale kommt Ellen Johnson-Sirleaf auf 59,4 Prozent der Stimmen. Die Partei „Congress for Democratic Change“ (CDC) von George Weah bezeichnet die Wahl als das Gegenteil einer freien und fairen Wahl. Bei der Wahl ist es nach Meinung der Partei des unterlegenen Kandidaten zu schwerwiegenden Unregelmäßigkeiten gekommen. George Weah hat beim obersten Gerichtshof Liberias eine Klage eingereicht, mit der er einen Abbruch der Stimmenauszählung erreichen will. Internationale Wahlbeobachter hatten die Wahl als grundsätzlich frei und fair bezeichnet. Die Wahl sollte einen Schlussstrich unter den Bürgerkrieg in Liberia ziehen.

Am Freitag demonstrierten Anhänger Weahs in Monrovia gegen das Wahlergebnis. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit UN-Blauhelmsoldaten. Mehrere hundert Menschen zogen von der Parteizentrale der CDC zur Wahlkommission und zur US-Botschaft. Paul Risley, Sprecher der UN-Mission in Liberia, sagte, die Demonstranten hätten mit Steinen geworfen, worauf die UN-Soldaten Tränengas eingesetzt hätten. Bei den Zusammenstößen verletzten sich zwei Menschen. George Weah forderte seine Anhänger im Anschluss zum Verzicht auf Gewalt auf.

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Quellen

  • Irinnews: „LIBERIA: Tear gas fired as Weah supporters take to streets“ (englischsprachige Quelle) (11.11.2005) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar
  • Reuters: „Weah party demands election rerun“ (englischsprachige Quelle) (12.11.2005) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar

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October 11, 2005

Fußballstar George Weah stellte sich in Liberia zur Wahl

Fußballstar George Weah stellte sich in Liberia zur Wahl

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Monrovia (Liberia), 11.10.2005 – Im westafrikanischen Staat Liberia findet heute die Wahl des Staatspräsidenten sowie eines neuen Parlaments statt. Auf der Wahlliste stehen 22 Kandidaten, darunter auch George Weah, Weltfußballer des Jahres 1995.

Mit dieser Wahl, zu der rund 1,3 Millionen Menschen aufgerufen sind, geht in Liberia eine Übergangszeit zu Ende. Vor zwei Jahren, im Jahr 2003, wurde der damalige Staatschef Charles Taylor aus dem Amt enthoben. Er ging damals ins Exil nach Nigeria. Seit diesem Zeitpunkt halten sich 15.000 Friedenssoldaten der UNO in Liberia auf, die UNOMIL-UN-Mission. Sie sollen die Sicherheit im Land garantieren. Vorher herrschte 14 Jahre lang Bürgerkrieg in Liberia.

Der neu gewählte Staatspräsident hat schwierige Aufgaben vor sich. Er muss das verarmte Land wieder aufbauen und Stabilität in die politische Lage bringen.

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