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June 9, 2011

Cholera-Ausbruch in der Elfenbeinküste

Cholera-Ausbruch in der Elfenbeinküste – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Cholera-Ausbruch in der Elfenbeinküste

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Veröffentlicht: 15:30, 9. Jun. 2011 (CEST)
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Abidjan (Elfenbeinküste), 09.06.2011 – Erste Erkrankungen an der lebensbedrohlichen bakteriellen Infektionskrankheit Cholera traten in der Hauptstadt der Elfenbeinküste, Abidjan, auf. Im Distrikt Koumassi sollen laut UNICEF-Angaben vom Dienstag bereits zehn Cholerafälle aufgetreten sein. Die häufig durch verunreinigtes Wasser verbreitete Durchfallerkrankung könnte sich durch die einsetzende Regenzeit rasch zu einer Epidemie entwickeln, befürchtet das UN-Kinderhilfswerk UNICEF. Durch den monatelangen Bürgerkrieg in dem Land an der westafrikanischen Küste haben sich die hygienischen Verhältnisse weiter verschlechtert. Sauberes Trinkwasser steht oft nicht zur Verfügung.

In den Städten Daloa und Bouaflé ließ die UNICEF insgesamt 19 große Wassertanks installieren. Außerdem werden Medikamente, Seife, Chlor und Tabletten eingesetzt, um der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben ihr Trinkwasser zu reinigen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Gesundheit

Quellen

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April 5, 2011

Elfenbeinküste: Machtkampf fordert weitere Menschenleben

Elfenbeinküste: Machtkampf fordert weitere Menschenleben

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Veröffentlicht: 15:19, 5. Apr. 2011 (CEST)
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Laurent Gbagbo

Alassane Ouattara

Abidjan (Elfenbeinküste), 05.04.2011 – Vor vier Monaten gewann Alassane Ouattara die Stichwahl zum Präsidenten. Neun Prozent mehr Stimmen als Laurent Gbagbo konnte er auf sich vereinen. Gbagdo betrachtet sich weiter als Staatsoberhaupt und machte den Weg für eine Übergabe des Amtes nicht frei. Beide legten den Amtseid als Staatspräsident ab; faktisch hat das Land jetzt zwei Präsidenten. Ouattara wurde von den Vereinten Nationen, den USA und der Europäischen Union als rechtmäßig gewählter Präsident anerkannt. Die Situation eskaliert in einer bewaffneten Auseinandersetzung, die täglich weitere Menschenleben fordert.

Ouattara wird durch die Forces Nouvelles de Côte d’Ivoire (FN) und die am 17. März gegründeten Forces républicaines de Côte d’Ivoire (FRCI) unterstützt, Gbagbo von Teilen der regulären Armee und der Jugendorganisation Jeunes Patriotes (COJEP).

In der Stadt Duekoue wurden in wenigen Tagen nach Angaben der Caritas bereits mehr als 1.000 Menschen getötet. Eine Folge von Massakern, an denen auch Anhänger von Quattara beteiligt waren. Sein Ansehen ist dadurch erheblich beschädigt.

In der Stadt Abidjan toben heftige Kämpfe. Hier hat Gbagbo viele Anhänger. Der staatliche Fernsehsender wird von Gbagbo kontrolliert, seine Anhänger haben ihn vor wenigen Tagen zurückerobert. Dies gelang, obwohl Polizei und große Teile der Truppen zwischenzeitlich die Gefolgschaft verweigern. Ein Embargo soll dafür sorgen, dass Gbagbo das Geld ausgeht, um seine Unterstützer zu bezahlen. Dies trifft vor allem den Kakao- und Kaffeehandel, die Hauptexportgüter des Landes.

UN-Chef Ban Ki-moon ordnete den Einsatz von UN-Truppen an: „Ich habe die Mission angewiesen, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um den Einsatz von schweren Geschützen gegen die Zivilbevölkerung zu verhindern“. Ban Ki-moon betonte, dass die Vereinten Nationen nicht Konfliktpartei seien. Der UN-Generalsekretär beruft sich dabei auf die Resolution des Weltsicherheitsrates zur Opération des Nations Unies en Côte d’Ivoire (ONUCI) zum Schutz der Bevölkerung der Elfenbeinküste. Französische Truppen hätten am Montagabend auf Ersuchen von ONUCI Artilleriestellungen und gepanzerte Fahrzeuge in der Nähe der Residenz Gbagbos mit Kampfhubschraubern angegriffen, teilten die Vereinten Nationen mit. Der Angriff erfolge, um Zivilisten und UN-Personal vor dem Einsatz schwerer Waffen durch die Truppen Gbagbos zu verhindern.

Bei Angriffen mit schwerkalibrigen Schusswaffen, Mörsergranaten und Panzerfäusten auf UN-Patrouillen durch Einheiten, die Gbagbo unterstützen, waren vier UN-Soldaten verletzt worden.

Im Land leben 12.000 Franzosen. Der französische Botschafter in der Elfenbeinküste, Jean-Marc Simon, erklärte, es gebe keine Evakuierung der Staatsbürger, es gebe eine Sicherungsmission. Frankreich hat seine Truppen um 900 Soldaten verstärkt. Somit sind jetzt 1400 französische Soldaten im Land. Die Sicherung das Flughafens wurde durch sie übernommen.

Von ehemals 200 Deutschen sollen noch etwa 30 im Land sein. Viele ivorische Staatsbürger sind auf der Flucht in die Nachbarländer; allein in Liberia sollen es bereits 100.000 sein.

Nach Angaben von Alain Lobognon, einem Sprecher von Inisterpräsident Guillaume Soro, soll Gbagbo, der sich in einem Bunker unter seiner Residenz aufhalten soll, über den französischen Botschafter eine Kapitulation aushandeln. „Unsere Truppen haben deutliche Vorstöße gemacht“, erklärte Soto telefonisch, wie die New York Times berichtete, und fügte hinzu: „In ein paar Stunden ist alles vorbei. Wir sind heute in die Stadt Abidjan gekommen, und ich denke, es wird bald beendet sein.“

Präsidentschaftswahlen 2010

Ergebnis der Wahl vom 31. Oktober 2010

Übersichtskarte Elfenbeinküste (Republik Côte d’Ivoire)

Präsidentschaftswahlen in der Elfenbeinküste 2010
Kandidat Partei Erste Runde[1]
absolut prozentual
Laurent Gbagbo Front Populaire Ivoirien 1.756.504 38,04 %
Alassane Ouattara Rassemblement des Républicains 1.481.091 32,07 %
Henri Konan Bédié Parti Démocratique de Côte d’Ivoire 1.165.532 25,24 %
Albert Mabri Union for Democracy and Peace in Côte d’Ivoire 118.671 2,27 %
Konan Gnamien Union for Côte d’Ivoire 17.171 0,37 %
Francis Wodié Ivorian Workers’ Party 13.406 0,29 %
Siméon Konan parteilos 12.357 0,27 %
Jacqueline Lohoues parteilos 12.273 0,27 %
Pascal Tagoua parteilos 11.674 0,25 %
Innocent Anaky Movement of the Forces of the Future 10.663 0,23 %
Adama Dolo parteilos 5.972 0,13 %
N’Douba Enoh Aka parteilos 5.311 0,12 %
Félix Akoto Yao parteilos 4.773 0,10 %
Henri Tohou Socialist Union of the People 2.423 0,05 %
Registierte Wähler 5.711.753
Abgegebene Stimmen 4.843.445 83,73 %
Gültige Stimmen 4.617.823

Stichwahl am 28. November 2010

Die offizielle Frist zur Verkündung des Wahlergebnisses (laut Verfassung spätestens 72 Stunden nach Schließung der Wahllokale) verstrich ergebnislos.

Am 2. Dezember 2010 verkündete die Wahlkommission das vorläufige Ergebnis der Stichwahl, wonach Ouattara der Sieger sei. Er habe 54 Prozent der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von über 81 Prozent erhalten. Der Verfassungsrat erklärte das vorläufige Ergebnis der Wahlkommission für ungültig, da das Ergebnis nicht fristgerecht verkündet worden war. Er kündigt eine Prüfung von Wahlbeschwerden an, nachdem sich Gbagbos Partei um eine Annullierung der Wahlergebnisse in drei Wahlkreisen des Nordens bemüht hatte.[2] Es handelt sich um die Regionen Savanes, Denguélé und Worodougou.

Einen Tag später, am 3. Dezember 2010, erklärte schließlich der Verfassungsrat Amtsinhaber Gbagbo mit 51,45 Prozent und einer Wahlbeteiligung von 71,28 Prozent zum Sieger. Der Verfassungsrat hatte die Stimmen aus sieben Wahlkreisen, die etwa 13 Prozent der Wahlberechtigten repräsentieren, für ungültig erklärt.

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Quellen

Fußnoten

  1. ceici.org: Le Conseil Constitutionnel confirme les résultats de la CEI | Commission Electorale Indépendante de Côte d’Ivoire (CEI), Zugriff am 9. Januar 2011
  2. Der Standard: Wahlkommission: Oppositionskandidat gewinnt Präsidentschaftswahl, abgerufen 5. April 2011.

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January 19, 2011

UNO stockt Blauhelmkontingent in der Elfenbeinküste um 2000 Mann auf

UNO stockt Blauhelmkontingent in der Elfenbeinküste um 2000 Mann auf

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Veröffentlicht: 23:48, 19. Jan. 2011 (CET)
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Abidjan (Elfenbeinküste), 19.01.2011 – Nach dem Scheitern eines erneuten Vermittlungsversuchs durch Diplomaten der Afrikanischen Union beschloss der UN-Sicherheitsrat eine Aufstockung der UN-Mission UNOCI in der Elfenbeinküste.

Als Vermittler hatte die Afrikanische Union (AU) den kenianischen Regierungschef Raila Odinga in die Elfenbeinküste geschickt. Dieser gab dem ehemaligen Präsidenten der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, die Schuld am Scheitern des Vermittlungsversuchs.

Der Vermittlungsversuch sollte dazu beitragen, eine Lösung für die verfahrene Situation nach den Präsidentschaftswahlen vom November vergangenen Jahres zu suchen. Die beiden Präsidentschaftskandidaten der Stichwahl beanspruchen beide den Sieg für sich. Die UNO und die meisten westlichen Regierungen erkannten Alassane Ouattara als Sieger der Wahl an, während sich der ehemalige Präsident Laurent Gbagbo seinerseits als rechtmäßiger Gewinner der Wahl betrachtet. Gbagbo kann sich jedoch auf die Macht des Militärs stützen.

Ab Juni steigt damit des UN-Kontingent auf 11.500 Soldaten.

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December 27, 2010

Tausende fliehen aus der Elfenbeinküste ins Nachbarland Liberia

Tausende fliehen aus der Elfenbeinküste ins Nachbarland Liberia

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Veröffentlicht: 14:38, 27. Dez. 2010 (CET)
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Abidjan (Elfenbeinküste), 27.12.2010 – Nach Angabe des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) flohen im abgelaufenen Monat etwa 14.000 Menschen aus dem westafrikanischen Staat Elfenbeinküste in das Nachbarland Liberia.

In der Elfenbeinküste findet ein Kampf um die politische Macht statt. Nach der Präsidentschaftswahl Ende November beanspruchen sowohl Ex-Präsident Laurent Gbagbo als auch sein Herausforderer Alassane Ouattara den Sieg für sich.

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December 23, 2010

Elfenbeinküste: Fast 200 Tote nach Unruhen

Elfenbeinküste: Fast 200 Tote nach Unruhen

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Veröffentlicht: 18:09, 23. Dez. 2010 (CET)
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Lage der Elfenbeinküste an der westafrikanischen Küste

Abidjan (Elfenbeinküste) / Genf (Schweiz), 23.12.2010 – Nach Angaben der US-Botschafterin in Genf, Betty E. King, wurden im Verlauf der vergangenen Woche mindestens 173 Menschen bei Zusammenstößen zwischen den verfeindeten politischen Lagern des Landes getötet und 500 Personen inhaftiert. Die Botschafterin nahm an einer Sitzung der UN-Menschenrechtskommission teil, die zurzeit wegen der Krise in dem westafrikanischen Land in Genf tagt.

Die UNO bestätigte auch Berichte, wonach liberianische Söldner in dem Land auf der Seite des Ex-Präsidenten Laurent Gbagbo an den Auseinandersetzungen beteiligt seien. Die ivorische Armee steht zurzeit offenbar noch hinter Gbagbo.

Die UNO sowie mehrere westliche Regierungen hatten den Oppositionskandidaten Alassane Ouattara als Sieger der Präsidentschaftswahlen vom 31. Oktober 2010 anerkannt. Gbagbo betrachtet sich jedoch seinerseits als Wahlsieger. Zurzeit gibt es zwei Regierungen in dem Land: die des Ex-Präsidenten Gbagbo und die seines Herausforderers Ouattara. Mehrere Länder hatten Gbagbo zum Rücktritt aufgefordert. Dieser hält sich jedoch nach wie vor für den rechtmäßigen Präsidenten und denkt nicht daran zurückzutreten. Er stützt sich auf den Verfassungsrat, der das von der offiziellen Wahlkommission bekannt gegebene Wahlergebnis für ungültig erklärte.

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland hat eine Reisewarnung für das Land ausgesprochen. Es stützt sich dabei auf die Einschätzung, dass mit einer weiteren „Verschlechterung der Sicherheitslage“ sowie „neuen Ausschreitungen und Gewaltausbrüchen“ gerechnet werden müsse. Deutschen Staatsangehörigen wird die Ausreise empfohlen.

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December 20, 2010

Elfenbeinküste: Ex-Präsident Gbagbo fordert UN-Truppen zum Verlassen des Landes auf

Elfenbeinküste: Ex-Präsident Gbagbo fordert UN-Truppen zum Verlassen des Landes auf

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Veröffentlicht: 22:59, 20. Dez. 2010 (CET)
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Laurent Gbagbo

Abidjan (Elfenbeinküste), 20.12.2010 – Laurent Gbagbo, der bisherige Präsident der Elfenbeinküste, fordert die Truppen der UN-Mission UNOCI vor zwei Tagen dazu auf, das Land zu verlassen. Die UNO hatte den von Gbagbo für sich in Anspruch genommenen Wahlsieg bei der Stichwahl zu den Präsidentschaftswahlen am 28. November 2010 nicht anerkannt.

Eine Sprecherin des Ex-Präsidenten erklärte im staatlichen Fernehen, die UN-Truppen hätten sich im Streit um den Ausgang der Wahl nicht neutral verhalten. Die UNO reagierte zunächst nicht auf die Erklärung. Nach der Wahl hatte die UNO – ebenso wie die USA, Frankreich und die Afrikanische Union – überraschend eindeutig gegen Gbagbo Stellung bezogen und forderte die Anerkennung des von der Wahlkommission veröffentlichte Ergebnis, nach dem sein Herausforderer Alassane Ouattara die Wahl gewonnen hat. Der dem Ex-Präsidenten nahestehende Verfassungsrat des Landes hatte das Ergebnis jedoch für ungültig erklärt da es nach Ablauf der vorgeschriebenen Frist verkündet worden sei. Er annullierte darauf Stimmen aus sieben, von Rebellen kontrollierten Departements im Norden des Landes wegen angeblichem Wahlbetrug und erklärte aufgrund der so veränderten Zahlen Gbagbo zum Sieger.

Nach der Wahl legten beide rivalisierenden Politiker einen Amtseid auf die Verfassung ab und erklärten sich zu Präsidenten. Beide begannen mit der Ernennung eines Regierungskabinetts, so dass das Land jetzt zwei Regierungen hat.

Zwischen den rivalisierenden Kräften kam es in den letzten Wochen wiederholt zu gewaltsamen Zusammenstößen. Unter anderem sollen am vergangenen Donnerstag zwischen 20 und 30 Menschen getötet worden sein. Eine Patrouille der Blauhelme war in der Nacht von Freitag auf Samstag beschossen worden. Zurzeit befinden sich im Rahmen der UN-Mission UNOCI 7.700 Soldaten, 1.300 Polizisten und 1.400 zivile Mitarbeiter in dem Land. An der Mission sind mehr als 50 Staaten beteiligt.

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December 8, 2010

Elfenbeinküste: Menschen fliehen vor drohender Gewalt

Elfenbeinküste: Menschen fliehen vor drohender Gewalt

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Veröffentlicht: 13:58, 8. Dez. 2010 (CET)
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Lage des Staates „Elfenbeinküste“

Abidjan (Elfenbeinküste), 08.12.2010 – Nach der Präsidentschaftswahl Ende November spitzt sich die Staatskrise in dem westafrikanischen Land Elfenbeinküste weiter zu. Die Menschen flüchten zu Hunderten aus dem Land. Sie fürchten die weitere Eskalation der Gewalt zwischen den rivalisierenden politischen Kräften des Landes.

Die Stichwahl vom 28. November hatte laut amtlicher Wahlkommission der Oppositionsführer Alassane Ouattara gewonnen. Er erhielt nach den offiziellen Zahlen 54,1 Prozent der Stimmen. Der zum Zeitpunkt der Wahl amtierende Präsident des Landes, Laurent Gbagbo, hatte das Wahlergebnis jedoch nicht anerkannt. Beide politischen Führer ließen sich am Wochenende vereidigen und beanspruchen das Präsidentenamt für sich. Außerdem beriefen sie jeweils die Minister einer neuen Regierung, so dass das Land zurzeit zwei Regierungen hat. Vermittlungsbemühungen des ehemaligen Präsidenten Südafrikas, Thabo Mbeki, waren vor drei Tagen gescheitert.

Auch die UNO begann mit der Evakuierung ihrer Mitarbeiter in die Nachbarländer. Die 10.000 Soldaten starke Blauhelmtruppe (Opération des Nations Unies en Côte d’Ivoire, UNOCI) soll jedoch im Land bleiben. Die UNO hatte offiziell Ouattara als Wahlsieger anerkannt.

Da Ouattara vor allem im einstigen Rebellengebiet im Norden des Landes die Unterstützung der Bevölkerung genießt und der ehemalige Rebellenführer Guillaume Soro in dem von Ouattara ernannten Kabinett zum Ministerpräsidenten ernannt wurde, halten es Beobachter für möglich, dass es zur Wiederaufnahme von Kampfhandlungen durch die Rebellen des Nordens kommen könnte, wenn Gbagbo den Wahlsieg seines Kontrahenten nicht anerkennen sollte. Beobachter ziehen auch in Betracht, dass Milizen im Nachbarland Liberia in den Machtkampf hineingezogenen werden könnten. Nach Angaben des liberianischen Informationsministers Cletus Sieh sei es bereits zu Gesprächsversuchen zwischen ivorischen Politikern und ehemaligen liberianischen Warlords gekommen.

Auf diplomatischer Ebene hat die Weigerung Gbagbos zur Suspendierung der Elfenbeinküste aus der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft geführt. Bei dem Treffen in Nigeria wurde Ouattara als neuer Präsident der Elfenbeiküste anerkannt und der bisherige Amtsinhaber Gbagbo aufgefordert, augenblicklich die Macht abzugeben. Unterdessen gerieten Russland und die Vereinigten Staaten in Streit darüber, ob das Mandat der Vereinten Nationen ausreiche, Ouattara zum Wahlsieger zu erklären. Russland „blockiere“ eine dementsprechende Erklärung des UN-Sicherheitsrates, hieß es aus Kreisen von US-Diplomaten in New York City. Die UN-Botschafterin der Vereinigten Staaten, Susan Rice verteidigte eine solche Initiative. Der Friedensvertrag von 2002 habe UNOCI beauftragt, das Wahlergebnis zu bestätigen. „Dies ist ein wichtiger Moment für den Sicherheitsrat. Die Ergebnisse sind bekannt, die Fakten klar, und es ist notwendig, diese zu bestätigen und zu akzeptieren“, sagte Rice.

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December 3, 2010

Elfenbeinküste: Opposition warnt vor einem Bürgerkrieg

Elfenbeinküste: Opposition warnt vor einem Bürgerkrieg

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Veröffentlicht: 22:11, 3. Dez. 2010 (CET)
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Lage des Staates „Elfenbeinküste“

Abidjan (Elfenbeinküste), 03.12.2010 – Die Partei von Präsident Laurent Gbagbo will den von der Wahlkommission verkündeten Sieg des Oppositionskandidaten Alassane Ouattara bei der Präsidentschaftswahl nicht anerkennen. Der Vorsitzende des Verfassungsrats bezeichnete die Erklärung der Wahlkommission kurz nach ihrer Bekanntgabe als „ungültig“. Er erklärte, in vier Regionen im Norden des Landes, wo die Hochburgen der Opposition liegen, sei die Wahl manipuliert worden. Am Donnerstag riegelte das dem Präsidenten treue Militär die Grenzen des Landes ab und unterbrach den Flugverkehr. Ausländische Sender wie France 24 (das französische Auslandsfernsehen) und Radio France Internationale sowie CNN waren nicht mehr zu empfangen.

Die Regierungen Frankreichs und der USA appellierten an die Führung des Landes, das Wahlergebnis zu tolerieren. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen drohte mit Sanktionen für den Fall, dass die Arbeit der Wahlkommission behindert würde. Alassane Ouattara hatte laut Wahlkommission 54,1 Prozent der Stimmen gewonnen, für den amtierenden Präsidenten wurden 45,9 Prozent der Stimmen abgegeben. Am Freitag gab der Verfassungsrat dann ein korrigiertes Wahlergebnis bekannt, bei dem die Ergebnisse in den nördlichen Hochburgen der Opposition herausgerechnet worden waren und das nun wiederum von den Parteigängern Ouattaras nicht anerkannt wurde. Danach erhielt Präsident Gbagbo 51,45 und der oppositionelle Gegenkandidat Ouattara nur 48,55 Prozent der Stimmen.

Am heutigen Freitag öffneten viele Geschäfte nicht. Soldaten patrouillierten durch die Straßen der Hauptstadt. Polizei und Militär sollen in den Tagen nach der Wahl bereits bis zu 16 Menschen erschossen haben. Die Opposition warnt vor einem Bürgerkrieg.

Die Elfenbeinküste ist der wichtigste Kakao-Produzent weltweit. Nach den Unruhen stiegen an den Terminmärkten die Preise für die braunen Bohnen um ein bis zwei Prozent. An der Londoner Börse notierte der Kakaopreis bei 1960 Pfund je Tonne, zwei Prozent höher als am Vortag.

Die Präsidentschaftskandidaten

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June 24, 2007

Giftmüllskandal in der Elfenbeinküste: Enttäuschung über die Entschädigung

Giftmüllskandal in der Elfenbeinküste: Enttäuschung über die Entschädigung

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Veröffentlicht: 20:47, 24. Jun. 2007 (CEST)
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Abidjan (Elfenbeinküste), 24.06.2007 – Am Freitag gab der ivorische Staatspräsident Laurent Gbagbo Details zu Entschädigungszahlungen für Opfer des Giftmüllskandals vom August letzten Jahres bekannt. Die Betroffenen sind über die Höhe der angekündigten Entschädigung enttäuscht und fordern ein Treffen mit dem Präsidenten.

Im August letzten Jahres wurden giftige Abfälle, die auf einem vom niederländischen Unternehmen Trafigura gecharterten Schiff transportiert worden waren, illegal in Abidjan entsorgt. Atemprobleme, Erbrechen und Durchfall waren die Folgen für die Anwohner. 16 Menschen starben an den Folgen der Umweltverschmutzung und Tausende erkrankten. Trafigura hat sich zwar zu einem Ausgleich für die Opfer der illegalen Müllentsorgung bereit erklärt, bestreitet aber laut Reuters, falsch gehandelt zu haben. Das Unternehmen argumentiert, dass es eine ivorische Firma mit der Müllentsorgung beauftragt habe und damit nicht direkt verantwortlich sei. Trafigura zufolge handelte es sich bei dem Giftmüll um Reststoffe von Benzin, die mit ätzenden Lösungen vermischt waren. Zunächst sollten die Abfälle an Bord der „Probo Koala“ im Amsterdamer Hafen entsorgt werden. Das dies nur unter strengen Auflagen genehmigt wurde, die Trafigura nicht akzeptierte, wollte das Unternehmen den Müll in Nigeria entsorgen, wo es dafür aber keine lokalen Subunternehmen finden konnte. Auf diesem Weg gelangte die „Probo Koala“ nach Abidjan.

Nun sollen ab nächster Woche an die Familien verstorbener Personen umgerechnet 205.100 US-Dollar und 4.102 US-Dollar an 75 Personen, die sich aufgrund des Kontaktes mit den giftigen Substanzen im Krankenhaus behandeln lassen mussten, gezahlt werden. Personen, die kein Krankenhaus aufgesucht haben , sollen 408 US-Dollar erhalten. Diese Gruppe ist mit über 100.000 Menschen die größte. Für längerfristige Maßnahmen, wie die immer noch unvollständige Entsorgung der gesundheitsschädlichen Stoffe, Verbesserungen in den Krankenhäusern und den Bau einer Müllverbrennungsanlage will die Regierung 140,9 Millionen US-Dollar bereitstellen. Dies kritisiert Denis Papira Yao, der Vorsitzende eines Dachverbandes von Organisationen, die sich für die Rechte von Opfern derartiger Müllentsorgung einsetzen. Er sagte laut Reuters, dass die Zahlung von 408 US-Dollar für nichthospitalisierte Menschen eine Beleidigung sei. „Das ist bedeutungslos. Es wäre besser, nichts auszubezahlen“, so Denis Papira Yao. Yao fordert, dass die Regierung einen größeren Anteil der insgesamt 198 Millionen US-Dollar aus dem Vergleich, der mit Trafigura Anfang des Jahres erzielt wurde, an die Opfer ausschüttet.

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September 13, 2006

Elfenbeinküste: Umweltprogramm der Vereinten Nationen untersucht Giftmüll

Elfenbeinküste: Umweltprogramm der Vereinten Nationen untersucht Giftmüll

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Artikelstatus: Fertig 22:28, 13. Sep. 2006 (CEST)
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Abidjan (Elfenbeinküste), 13.09.2006 – Auf Anfrage der ivorischen Regierung werden Experten des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) untersuchen, ob der Giftmüll, der in der Großstadt Abidjan deponiert wurde, illegal aus Europa importiert wurde. Dies gab das UNEP in einer am 8. September veröffentlichten Pressemitteilung bekannt. Inzwischen sind offiziellen Angaben zufolge sechs Menschen gestorben, die dem Giftmüll ausgesetzt waren. Etwa 10.000 Menschen haben wegen Vergiftungserscheinungen (Erbrechen, Durchfall, Unwohlsein, Hautausschlägen und Kopfschmerzen) Krankenhäuser aufgesucht.

Das dem UNEP zugeordnete Sekretariat für die Basler Konvention wird nach eigenen Angaben untersuchen, wer für den Giftmüllskandal rechtlich verantwortlich ist und ob Gelder aus dem Fonds des Sekretariats zugunsten der durch den Giftmüll geschädigten Menschen eingesetzt werden können. Die Basler Konvention sieht vor, dass Staaten, die giftige Abfälle exportieren, eine schriftliche Genehmigung des Landes benötigen, das den Giftmüll importiert. Zudem muss beim Transport giftiger Abfälle ein Dokument mitgeführt werden, in dem genau aufgelistet ist, welche Stoffe die Fracht enthält. Werden die Bedingungen der Basler Konvention nicht erfüllt, müssen diejenigen, die für den illegalen Müllexport verantwortlich sind, den Müll wieder in das Ursprungsland zurückverfrachten und für die Folgekosten aufkommen. Die Europäische Union hat die Konvention in verschärfter Form ins europäische Recht aufgenommen. So ist es Mitgliedsstaaten der EU untersagt, giftige Abfälle in Entwicklungsländer zu exportieren. Achim Steiner, der Exekutivdirektor des UNEP, wird in einer Pressemitteilung des von ihm geleiteten UN-Programms mit folgenden Worten zitiert: „Die Katastrophe von Abidjan ist ein schmerzhafter Fall menschlichen Leidens, das durch illegale Müllablagerung verursacht wurde.“ Ein anderer UN-Vertreter gab am Dienstag bekannt, dass die giftigen Abfälle auch in das Meer gelangt seien und ein Gebiet belasteten, in dem Gemüse angebaut werde. Youssouf Omar, ein UN-Koordinator für humanitäre Angelegenheiten, äußerte die Befürchtung, die giftigen Abfälle könnten in die Nahrungskette gelangt sein.

Unterdessen hat der UN-Nothilfekoordinator bestätigt, dass bei ihm am 4. September eine Anfrage für internationale Unterstützung in dieser Angelegenheit eingegangen ist. Demnach ist die Elfenbeinküste nicht in der Lage, das Problem alleine zu lösen. Insgesamt werden laut UNEP-Pressemitteilung für mittel- und langfristige Maßnahmen 13,5 Millionen US-Dollar benötigt. Der UN-Nothilfekoordinator hat eine Anfrage an die EU gestellt, die einen Teil der Gelder bereitstellen soll. In den Niederlanden, dem Land, in dem das für den Transport des Abfalls von Europa in den Hafen von Abidjan zuständige Unternehmen Trafigura registriert ist, hat die Staatsanwaltschaft Ermittlungen aufgenommen. Trafigura bestreitet, für die Entsorgung des Mülls in einem Wohngebiet verantwortlich zu sein. Er hat eigene Experten nach Abidjan geschickt, die die ivorischen Behörden beraten sollen. Laut Trafigura war die ivorische Firma „Tommy“ für das Entladen des von Trafigura gecharterten griechischen Frachters zuständig gewesen. Das niederländische Unternehmen hat nach eigenen Angaben alle internationalen Verträge eingehalten. Sieben Staatsbürger der Elfenbeinküste, unter ihnen die drei Vorsitzenden der Unternehmen „Tommy“, „Puma Energie“ und „Waibs“ wurden wegen der illegalen Müllentsorgung inzwischen festgenommen.

Bei den in der Nähe von Abidjan deponierten Abfällen handelt es sich um 581 Tonnen giftige Substanzen. Die deutsche Tageszeitung „Die Welt“ bezeichnet den Vorfall in einem online veröffentlichten Artikel als den „bislang größten bekannt gewordenen Giftmüllskandal in Afrika“. Carlo Piccinini, ein Mitarbeiter des Roten Kreuzes, sagte, die genaue Zusammensetzung der giftigen Abfälle sei bislang noch nicht bekannt. Wegen des Giftmüllskandals war in der letzten Woche das komplette ivorische Kabinett zurückgetreten. Die oppositionelle ivorische Zeitung „Le Jour Indépendant“ gibt der Regierung und Präsident Laurent Gbagbo eine Mitschuld an der Lagerung giftiger Abfälle in dem Wohngebiet. In einem Artikel der Zeitung heißt es, der Präsident habe von dem Müll gewusst und bewusst weggesehen.

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  • Regierung der Elfenbeinküste wegen Giftmüllskandal zurückgetreten (07.09.2006)

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