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June 9, 2011

Cholera-Ausbruch in der Elfenbeinküste

Cholera-Ausbruch in der Elfenbeinküste – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Cholera-Ausbruch in der Elfenbeinküste

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Veröffentlicht: 15:30, 9. Jun. 2011 (CEST)
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Abidjan (Elfenbeinküste), 09.06.2011 – Erste Erkrankungen an der lebensbedrohlichen bakteriellen Infektionskrankheit Cholera traten in der Hauptstadt der Elfenbeinküste, Abidjan, auf. Im Distrikt Koumassi sollen laut UNICEF-Angaben vom Dienstag bereits zehn Cholerafälle aufgetreten sein. Die häufig durch verunreinigtes Wasser verbreitete Durchfallerkrankung könnte sich durch die einsetzende Regenzeit rasch zu einer Epidemie entwickeln, befürchtet das UN-Kinderhilfswerk UNICEF. Durch den monatelangen Bürgerkrieg in dem Land an der westafrikanischen Küste haben sich die hygienischen Verhältnisse weiter verschlechtert. Sauberes Trinkwasser steht oft nicht zur Verfügung.

In den Städten Daloa und Bouaflé ließ die UNICEF insgesamt 19 große Wassertanks installieren. Außerdem werden Medikamente, Seife, Chlor und Tabletten eingesetzt, um der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben ihr Trinkwasser zu reinigen.

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  • Portal:Gesundheit

Quellen

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April 5, 2011

Elfenbeinküste: Machtkampf fordert weitere Menschenleben

Elfenbeinküste: Machtkampf fordert weitere Menschenleben

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Veröffentlicht: 15:19, 5. Apr. 2011 (CEST)
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Laurent Gbagbo

Alassane Ouattara

Abidjan (Elfenbeinküste), 05.04.2011 – Vor vier Monaten gewann Alassane Ouattara die Stichwahl zum Präsidenten. Neun Prozent mehr Stimmen als Laurent Gbagbo konnte er auf sich vereinen. Gbagdo betrachtet sich weiter als Staatsoberhaupt und machte den Weg für eine Übergabe des Amtes nicht frei. Beide legten den Amtseid als Staatspräsident ab; faktisch hat das Land jetzt zwei Präsidenten. Ouattara wurde von den Vereinten Nationen, den USA und der Europäischen Union als rechtmäßig gewählter Präsident anerkannt. Die Situation eskaliert in einer bewaffneten Auseinandersetzung, die täglich weitere Menschenleben fordert.

Ouattara wird durch die Forces Nouvelles de Côte d’Ivoire (FN) und die am 17. März gegründeten Forces républicaines de Côte d’Ivoire (FRCI) unterstützt, Gbagbo von Teilen der regulären Armee und der Jugendorganisation Jeunes Patriotes (COJEP).

In der Stadt Duekoue wurden in wenigen Tagen nach Angaben der Caritas bereits mehr als 1.000 Menschen getötet. Eine Folge von Massakern, an denen auch Anhänger von Quattara beteiligt waren. Sein Ansehen ist dadurch erheblich beschädigt.

In der Stadt Abidjan toben heftige Kämpfe. Hier hat Gbagbo viele Anhänger. Der staatliche Fernsehsender wird von Gbagbo kontrolliert, seine Anhänger haben ihn vor wenigen Tagen zurückerobert. Dies gelang, obwohl Polizei und große Teile der Truppen zwischenzeitlich die Gefolgschaft verweigern. Ein Embargo soll dafür sorgen, dass Gbagbo das Geld ausgeht, um seine Unterstützer zu bezahlen. Dies trifft vor allem den Kakao- und Kaffeehandel, die Hauptexportgüter des Landes.

UN-Chef Ban Ki-moon ordnete den Einsatz von UN-Truppen an: „Ich habe die Mission angewiesen, die erforderlichen Maßnahmen zu ergreifen, um den Einsatz von schweren Geschützen gegen die Zivilbevölkerung zu verhindern“. Ban Ki-moon betonte, dass die Vereinten Nationen nicht Konfliktpartei seien. Der UN-Generalsekretär beruft sich dabei auf die Resolution des Weltsicherheitsrates zur Opération des Nations Unies en Côte d’Ivoire (ONUCI) zum Schutz der Bevölkerung der Elfenbeinküste. Französische Truppen hätten am Montagabend auf Ersuchen von ONUCI Artilleriestellungen und gepanzerte Fahrzeuge in der Nähe der Residenz Gbagbos mit Kampfhubschraubern angegriffen, teilten die Vereinten Nationen mit. Der Angriff erfolge, um Zivilisten und UN-Personal vor dem Einsatz schwerer Waffen durch die Truppen Gbagbos zu verhindern.

Bei Angriffen mit schwerkalibrigen Schusswaffen, Mörsergranaten und Panzerfäusten auf UN-Patrouillen durch Einheiten, die Gbagbo unterstützen, waren vier UN-Soldaten verletzt worden.

Im Land leben 12.000 Franzosen. Der französische Botschafter in der Elfenbeinküste, Jean-Marc Simon, erklärte, es gebe keine Evakuierung der Staatsbürger, es gebe eine Sicherungsmission. Frankreich hat seine Truppen um 900 Soldaten verstärkt. Somit sind jetzt 1400 französische Soldaten im Land. Die Sicherung das Flughafens wurde durch sie übernommen.

Von ehemals 200 Deutschen sollen noch etwa 30 im Land sein. Viele ivorische Staatsbürger sind auf der Flucht in die Nachbarländer; allein in Liberia sollen es bereits 100.000 sein.

Nach Angaben von Alain Lobognon, einem Sprecher von Inisterpräsident Guillaume Soro, soll Gbagbo, der sich in einem Bunker unter seiner Residenz aufhalten soll, über den französischen Botschafter eine Kapitulation aushandeln. „Unsere Truppen haben deutliche Vorstöße gemacht“, erklärte Soto telefonisch, wie die New York Times berichtete, und fügte hinzu: „In ein paar Stunden ist alles vorbei. Wir sind heute in die Stadt Abidjan gekommen, und ich denke, es wird bald beendet sein.“

Präsidentschaftswahlen 2010

Ergebnis der Wahl vom 31. Oktober 2010

Übersichtskarte Elfenbeinküste (Republik Côte d’Ivoire)

Präsidentschaftswahlen in der Elfenbeinküste 2010
Kandidat Partei Erste Runde[1]
absolut prozentual
Laurent Gbagbo Front Populaire Ivoirien 1.756.504 38,04 %
Alassane Ouattara Rassemblement des Républicains 1.481.091 32,07 %
Henri Konan Bédié Parti Démocratique de Côte d’Ivoire 1.165.532 25,24 %
Albert Mabri Union for Democracy and Peace in Côte d’Ivoire 118.671 2,27 %
Konan Gnamien Union for Côte d’Ivoire 17.171 0,37 %
Francis Wodié Ivorian Workers’ Party 13.406 0,29 %
Siméon Konan parteilos 12.357 0,27 %
Jacqueline Lohoues parteilos 12.273 0,27 %
Pascal Tagoua parteilos 11.674 0,25 %
Innocent Anaky Movement of the Forces of the Future 10.663 0,23 %
Adama Dolo parteilos 5.972 0,13 %
N’Douba Enoh Aka parteilos 5.311 0,12 %
Félix Akoto Yao parteilos 4.773 0,10 %
Henri Tohou Socialist Union of the People 2.423 0,05 %
Registierte Wähler 5.711.753
Abgegebene Stimmen 4.843.445 83,73 %
Gültige Stimmen 4.617.823

Stichwahl am 28. November 2010

Die offizielle Frist zur Verkündung des Wahlergebnisses (laut Verfassung spätestens 72 Stunden nach Schließung der Wahllokale) verstrich ergebnislos.

Am 2. Dezember 2010 verkündete die Wahlkommission das vorläufige Ergebnis der Stichwahl, wonach Ouattara der Sieger sei. Er habe 54 Prozent der Stimmen bei einer Wahlbeteiligung von über 81 Prozent erhalten. Der Verfassungsrat erklärte das vorläufige Ergebnis der Wahlkommission für ungültig, da das Ergebnis nicht fristgerecht verkündet worden war. Er kündigt eine Prüfung von Wahlbeschwerden an, nachdem sich Gbagbos Partei um eine Annullierung der Wahlergebnisse in drei Wahlkreisen des Nordens bemüht hatte.[2] Es handelt sich um die Regionen Savanes, Denguélé und Worodougou.

Einen Tag später, am 3. Dezember 2010, erklärte schließlich der Verfassungsrat Amtsinhaber Gbagbo mit 51,45 Prozent und einer Wahlbeteiligung von 71,28 Prozent zum Sieger. Der Verfassungsrat hatte die Stimmen aus sieben Wahlkreisen, die etwa 13 Prozent der Wahlberechtigten repräsentieren, für ungültig erklärt.

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Quellen

Fußnoten

  1. ceici.org: Le Conseil Constitutionnel confirme les résultats de la CEI | Commission Electorale Indépendante de Côte d’Ivoire (CEI), Zugriff am 9. Januar 2011
  2. Der Standard: Wahlkommission: Oppositionskandidat gewinnt Präsidentschaftswahl, abgerufen 5. April 2011.

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January 19, 2011

UNO stockt Blauhelmkontingent in der Elfenbeinküste um 2000 Mann auf

UNO stockt Blauhelmkontingent in der Elfenbeinküste um 2000 Mann auf

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Veröffentlicht: 23:48, 19. Jan. 2011 (CET)
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Abidjan (Elfenbeinküste), 19.01.2011 – Nach dem Scheitern eines erneuten Vermittlungsversuchs durch Diplomaten der Afrikanischen Union beschloss der UN-Sicherheitsrat eine Aufstockung der UN-Mission UNOCI in der Elfenbeinküste.

Als Vermittler hatte die Afrikanische Union (AU) den kenianischen Regierungschef Raila Odinga in die Elfenbeinküste geschickt. Dieser gab dem ehemaligen Präsidenten der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, die Schuld am Scheitern des Vermittlungsversuchs.

Der Vermittlungsversuch sollte dazu beitragen, eine Lösung für die verfahrene Situation nach den Präsidentschaftswahlen vom November vergangenen Jahres zu suchen. Die beiden Präsidentschaftskandidaten der Stichwahl beanspruchen beide den Sieg für sich. Die UNO und die meisten westlichen Regierungen erkannten Alassane Ouattara als Sieger der Wahl an, während sich der ehemalige Präsident Laurent Gbagbo seinerseits als rechtmäßiger Gewinner der Wahl betrachtet. Gbagbo kann sich jedoch auf die Macht des Militärs stützen.

Ab Juni steigt damit des UN-Kontingent auf 11.500 Soldaten.

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December 27, 2010

Tausende fliehen aus der Elfenbeinküste ins Nachbarland Liberia

Tausende fliehen aus der Elfenbeinküste ins Nachbarland Liberia

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Veröffentlicht: 14:38, 27. Dez. 2010 (CET)
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Abidjan (Elfenbeinküste), 27.12.2010 – Nach Angabe des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR) flohen im abgelaufenen Monat etwa 14.000 Menschen aus dem westafrikanischen Staat Elfenbeinküste in das Nachbarland Liberia.

In der Elfenbeinküste findet ein Kampf um die politische Macht statt. Nach der Präsidentschaftswahl Ende November beanspruchen sowohl Ex-Präsident Laurent Gbagbo als auch sein Herausforderer Alassane Ouattara den Sieg für sich.

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December 23, 2010

Elfenbeinküste: Fast 200 Tote nach Unruhen

Elfenbeinküste: Fast 200 Tote nach Unruhen

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Veröffentlicht: 18:09, 23. Dez. 2010 (CET)
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Lage der Elfenbeinküste an der westafrikanischen Küste

Abidjan (Elfenbeinküste) / Genf (Schweiz), 23.12.2010 – Nach Angaben der US-Botschafterin in Genf, Betty E. King, wurden im Verlauf der vergangenen Woche mindestens 173 Menschen bei Zusammenstößen zwischen den verfeindeten politischen Lagern des Landes getötet und 500 Personen inhaftiert. Die Botschafterin nahm an einer Sitzung der UN-Menschenrechtskommission teil, die zurzeit wegen der Krise in dem westafrikanischen Land in Genf tagt.

Die UNO bestätigte auch Berichte, wonach liberianische Söldner in dem Land auf der Seite des Ex-Präsidenten Laurent Gbagbo an den Auseinandersetzungen beteiligt seien. Die ivorische Armee steht zurzeit offenbar noch hinter Gbagbo.

Die UNO sowie mehrere westliche Regierungen hatten den Oppositionskandidaten Alassane Ouattara als Sieger der Präsidentschaftswahlen vom 31. Oktober 2010 anerkannt. Gbagbo betrachtet sich jedoch seinerseits als Wahlsieger. Zurzeit gibt es zwei Regierungen in dem Land: die des Ex-Präsidenten Gbagbo und die seines Herausforderers Ouattara. Mehrere Länder hatten Gbagbo zum Rücktritt aufgefordert. Dieser hält sich jedoch nach wie vor für den rechtmäßigen Präsidenten und denkt nicht daran zurückzutreten. Er stützt sich auf den Verfassungsrat, der das von der offiziellen Wahlkommission bekannt gegebene Wahlergebnis für ungültig erklärte.

Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik Deutschland hat eine Reisewarnung für das Land ausgesprochen. Es stützt sich dabei auf die Einschätzung, dass mit einer weiteren „Verschlechterung der Sicherheitslage“ sowie „neuen Ausschreitungen und Gewaltausbrüchen“ gerechnet werden müsse. Deutschen Staatsangehörigen wird die Ausreise empfohlen.

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December 20, 2010

Elfenbeinküste: Ex-Präsident Gbagbo fordert UN-Truppen zum Verlassen des Landes auf

Elfenbeinküste: Ex-Präsident Gbagbo fordert UN-Truppen zum Verlassen des Landes auf

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Veröffentlicht: 22:59, 20. Dez. 2010 (CET)
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Laurent Gbagbo

Abidjan (Elfenbeinküste), 20.12.2010 – Laurent Gbagbo, der bisherige Präsident der Elfenbeinküste, fordert die Truppen der UN-Mission UNOCI vor zwei Tagen dazu auf, das Land zu verlassen. Die UNO hatte den von Gbagbo für sich in Anspruch genommenen Wahlsieg bei der Stichwahl zu den Präsidentschaftswahlen am 28. November 2010 nicht anerkannt.

Eine Sprecherin des Ex-Präsidenten erklärte im staatlichen Fernehen, die UN-Truppen hätten sich im Streit um den Ausgang der Wahl nicht neutral verhalten. Die UNO reagierte zunächst nicht auf die Erklärung. Nach der Wahl hatte die UNO – ebenso wie die USA, Frankreich und die Afrikanische Union – überraschend eindeutig gegen Gbagbo Stellung bezogen und forderte die Anerkennung des von der Wahlkommission veröffentlichte Ergebnis, nach dem sein Herausforderer Alassane Ouattara die Wahl gewonnen hat. Der dem Ex-Präsidenten nahestehende Verfassungsrat des Landes hatte das Ergebnis jedoch für ungültig erklärt da es nach Ablauf der vorgeschriebenen Frist verkündet worden sei. Er annullierte darauf Stimmen aus sieben, von Rebellen kontrollierten Departements im Norden des Landes wegen angeblichem Wahlbetrug und erklärte aufgrund der so veränderten Zahlen Gbagbo zum Sieger.

Nach der Wahl legten beide rivalisierenden Politiker einen Amtseid auf die Verfassung ab und erklärten sich zu Präsidenten. Beide begannen mit der Ernennung eines Regierungskabinetts, so dass das Land jetzt zwei Regierungen hat.

Zwischen den rivalisierenden Kräften kam es in den letzten Wochen wiederholt zu gewaltsamen Zusammenstößen. Unter anderem sollen am vergangenen Donnerstag zwischen 20 und 30 Menschen getötet worden sein. Eine Patrouille der Blauhelme war in der Nacht von Freitag auf Samstag beschossen worden. Zurzeit befinden sich im Rahmen der UN-Mission UNOCI 7.700 Soldaten, 1.300 Polizisten und 1.400 zivile Mitarbeiter in dem Land. An der Mission sind mehr als 50 Staaten beteiligt.

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December 14, 2010

UN und EU erwägen Sanktionen gegen Elfenbeinküste

UN und EU erwägen Sanktionen gegen Elfenbeinküste

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Veröffentlicht: 21:18, 14. Dez. 2010 (CET)
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Lage der Elfenbeinküste

New York (Vereinigte Staaten) / Brüssel (Belgien), 14.12.2010 – Die Vereinten Nationen und die Europäische Union erwägen unabhängig voneinander die Verhängung von Sanktionen gegen den Staat Elfenbeinküste, sollte der bisherige Staatspräsident Laurent Gbagbo trotz seiner Wahlniederlage weiter an seinem Amt festhalten. Bereits am 8. Dezember hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen nach langem diplomatischem Ringen in einer bisher präzedenzlosen Presseerklärung seine Unterstützung für den Oppositionsführer Alassane Ouattara ausgesprochen. Ouattara hat nach Angaben der Wahlkommission die Wahl klar gewonnen, während der Verfassungsrat, der nach der Verfassung der Elfenbeinküste das Wahlergebnis bestätigen muss, Gbagbo zum Sieger erklärte. Beide wurden zwischenzeitlich als Präsident des Landes vereidigt und haben jeweils eigene Kabinette benannt.

Der Sicherheitsrat hatte drei Tage hinter verschlossenen Türen debattiert. Aus Diplomatenkreisen wurde bekannt, dass die übrigen Mitglieder des Sicherheitsrates – insbesondere die drei Staaten, die Afrika derzeit in das Gremium entsendet – starken diplomatischen Druck auf Russland ausgeübt hatten, das sich vehement gegen eine Entschließung gewandt hatte. Russland ist der Meinung, dass die Vereinten Nationen kein Mandat hätten, um sich auf diese Weise in die inneren Angelegenheiten des Landes einzumischen, doch die Vereinigten Staaten argumentierten, dass durch den Friedensvertrag von 2002, mit dem der Bürgerkrieg in dem westafrikanischen Land beendet wurde, die UN-Friedensmission ONUCI (Opération des Nations Unies en Côte d’Ivoire, auch englisch UNOCI abgekürzt) beauftragt worden sei, das Wahlergebnis zu bestätigen. Das Einlenken Moskaus kam, nachdem die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) am 7. Dezember eine klare Unterstützung für Ouattara ausgesprochen hatte. ECOWAS hat die Mitgliedschaft der Elfenbeinküste vorläufig suspendiert, um Gbagbo zum Rücktritt zu bewegen.

Die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union haben sich darauf verständigt, für solche Personen Visa-Beschränkungen einzuführen und deren Bankkonten einzufrieren, die die Amtsübernahme durch Ouattara blockieren, falls Gbagbo nicht zurücktrete. Außerdem wolle man in dem Fall Entwicklungshilfezahlungen in Höhe von 340 Millionen zurückhalten.

Ein Berater des Gbagbos, Yao Gnamien, wies die angekündigten Sanktionen der EU als irrelevant zurück und warnte die afrikanischen Staaten davor, dass sich die internationale Staatengemeinschaft auch in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten des Kontinents einmischen könnte. „Welche Art von Richter ist die Europäische Union, wenn sie nicht die Position [oder eine] Stellungnahme des Präsidenten Gbagbos hören will? Und, ich denke, was sich in der Elfenbeinküste abspielt, muss eine Art Lektion für den afrikanischen Kontinent sein. So müssen wir vorsichtig sein nach der Elfenbeinküste, welches wird das Land sein, das diese Erfahrung der Ungerechtigkeit machen wird?“ sagte Gnamien gegenüber der Voice of America. „Wenn ein Land wie die Elfenbeinlüste eine wirtschaftliche Macht in der Subregion werden will, dann denken sich die, die nicht wollen, dass sich die afrikanischen Völker entwickeln, irgendein Szenario aus, um, sagen wir, dieses Land herunterzuziehen. Das ist bei der Elfenbeinküste der Fall.“

Die unklare Situation hatte teilweise zu Zusammenstößen geführt und etliche Menschen zur Flucht in die Nachbarstaaten veranlasst. Ellen Johnson-Sirleaf, die Präsidentin Liberias, hat frühere liberianische Rebellenkämpfer davor gewarnt, sich in die politische Auseinandersetzung in dem Nachbarland hineinziehen zu lassen.

Präsident Ouattara residiert derzeit in einem von ONUCI und früheren Rebellen bewachten Luxushotel. Die UN-Friedensmission ist mit einer Stärke von rund 8.000 Mann in dem Land vertreten. In größerer Entfernung wurde das Hotel jedoch auch von Gbagbo-treuen Einheiten abgeriegelt.

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December 8, 2010

Elfenbeinküste: Menschen fliehen vor drohender Gewalt

Elfenbeinküste: Menschen fliehen vor drohender Gewalt

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Veröffentlicht: 13:58, 8. Dez. 2010 (CET)
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Lage des Staates „Elfenbeinküste“

Abidjan (Elfenbeinküste), 08.12.2010 – Nach der Präsidentschaftswahl Ende November spitzt sich die Staatskrise in dem westafrikanischen Land Elfenbeinküste weiter zu. Die Menschen flüchten zu Hunderten aus dem Land. Sie fürchten die weitere Eskalation der Gewalt zwischen den rivalisierenden politischen Kräften des Landes.

Die Stichwahl vom 28. November hatte laut amtlicher Wahlkommission der Oppositionsführer Alassane Ouattara gewonnen. Er erhielt nach den offiziellen Zahlen 54,1 Prozent der Stimmen. Der zum Zeitpunkt der Wahl amtierende Präsident des Landes, Laurent Gbagbo, hatte das Wahlergebnis jedoch nicht anerkannt. Beide politischen Führer ließen sich am Wochenende vereidigen und beanspruchen das Präsidentenamt für sich. Außerdem beriefen sie jeweils die Minister einer neuen Regierung, so dass das Land zurzeit zwei Regierungen hat. Vermittlungsbemühungen des ehemaligen Präsidenten Südafrikas, Thabo Mbeki, waren vor drei Tagen gescheitert.

Auch die UNO begann mit der Evakuierung ihrer Mitarbeiter in die Nachbarländer. Die 10.000 Soldaten starke Blauhelmtruppe (Opération des Nations Unies en Côte d’Ivoire, UNOCI) soll jedoch im Land bleiben. Die UNO hatte offiziell Ouattara als Wahlsieger anerkannt.

Da Ouattara vor allem im einstigen Rebellengebiet im Norden des Landes die Unterstützung der Bevölkerung genießt und der ehemalige Rebellenführer Guillaume Soro in dem von Ouattara ernannten Kabinett zum Ministerpräsidenten ernannt wurde, halten es Beobachter für möglich, dass es zur Wiederaufnahme von Kampfhandlungen durch die Rebellen des Nordens kommen könnte, wenn Gbagbo den Wahlsieg seines Kontrahenten nicht anerkennen sollte. Beobachter ziehen auch in Betracht, dass Milizen im Nachbarland Liberia in den Machtkampf hineingezogenen werden könnten. Nach Angaben des liberianischen Informationsministers Cletus Sieh sei es bereits zu Gesprächsversuchen zwischen ivorischen Politikern und ehemaligen liberianischen Warlords gekommen.

Auf diplomatischer Ebene hat die Weigerung Gbagbos zur Suspendierung der Elfenbeinküste aus der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft geführt. Bei dem Treffen in Nigeria wurde Ouattara als neuer Präsident der Elfenbeiküste anerkannt und der bisherige Amtsinhaber Gbagbo aufgefordert, augenblicklich die Macht abzugeben. Unterdessen gerieten Russland und die Vereinigten Staaten in Streit darüber, ob das Mandat der Vereinten Nationen ausreiche, Ouattara zum Wahlsieger zu erklären. Russland „blockiere“ eine dementsprechende Erklärung des UN-Sicherheitsrates, hieß es aus Kreisen von US-Diplomaten in New York City. Die UN-Botschafterin der Vereinigten Staaten, Susan Rice verteidigte eine solche Initiative. Der Friedensvertrag von 2002 habe UNOCI beauftragt, das Wahlergebnis zu bestätigen. „Dies ist ein wichtiger Moment für den Sicherheitsrat. Die Ergebnisse sind bekannt, die Fakten klar, und es ist notwendig, diese zu bestätigen und zu akzeptieren“, sagte Rice.

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December 3, 2010

Elfenbeinküste: Opposition warnt vor einem Bürgerkrieg

Elfenbeinküste: Opposition warnt vor einem Bürgerkrieg

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Veröffentlicht: 22:11, 3. Dez. 2010 (CET)
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Lage des Staates „Elfenbeinküste“

Abidjan (Elfenbeinküste), 03.12.2010 – Die Partei von Präsident Laurent Gbagbo will den von der Wahlkommission verkündeten Sieg des Oppositionskandidaten Alassane Ouattara bei der Präsidentschaftswahl nicht anerkennen. Der Vorsitzende des Verfassungsrats bezeichnete die Erklärung der Wahlkommission kurz nach ihrer Bekanntgabe als „ungültig“. Er erklärte, in vier Regionen im Norden des Landes, wo die Hochburgen der Opposition liegen, sei die Wahl manipuliert worden. Am Donnerstag riegelte das dem Präsidenten treue Militär die Grenzen des Landes ab und unterbrach den Flugverkehr. Ausländische Sender wie France 24 (das französische Auslandsfernsehen) und Radio France Internationale sowie CNN waren nicht mehr zu empfangen.

Die Regierungen Frankreichs und der USA appellierten an die Führung des Landes, das Wahlergebnis zu tolerieren. Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen drohte mit Sanktionen für den Fall, dass die Arbeit der Wahlkommission behindert würde. Alassane Ouattara hatte laut Wahlkommission 54,1 Prozent der Stimmen gewonnen, für den amtierenden Präsidenten wurden 45,9 Prozent der Stimmen abgegeben. Am Freitag gab der Verfassungsrat dann ein korrigiertes Wahlergebnis bekannt, bei dem die Ergebnisse in den nördlichen Hochburgen der Opposition herausgerechnet worden waren und das nun wiederum von den Parteigängern Ouattaras nicht anerkannt wurde. Danach erhielt Präsident Gbagbo 51,45 und der oppositionelle Gegenkandidat Ouattara nur 48,55 Prozent der Stimmen.

Am heutigen Freitag öffneten viele Geschäfte nicht. Soldaten patrouillierten durch die Straßen der Hauptstadt. Polizei und Militär sollen in den Tagen nach der Wahl bereits bis zu 16 Menschen erschossen haben. Die Opposition warnt vor einem Bürgerkrieg.

Die Elfenbeinküste ist der wichtigste Kakao-Produzent weltweit. Nach den Unruhen stiegen an den Terminmärkten die Preise für die braunen Bohnen um ein bis zwei Prozent. An der Londoner Börse notierte der Kakaopreis bei 1960 Pfund je Tonne, zwei Prozent höher als am Vortag.

Die Präsidentschaftskandidaten

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June 29, 2010

Fußball-WM: Italien spielt unentschieden gegen Neuseeland

Fußball-WM: Italien spielt unentschieden gegen Neuseeland

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Veröffentlicht: 22:56, 29. Jun. 2010 (CEST)
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Bloemfontein / Nelspruit / Johannesburg (Südafrika), 29.06.2010 – Italien hat sich mit dem Unentschieden im Spiel gegen Neuseeland in eine ungünstige Ausgangsposition für das letzte Gruppenspiel gegen die Slowakei gebracht. Diese Mannschaft hat ihr Spiel gegen Paraguay klar verloren. Ebenso eindeutig war der Sieg der brasilianischen Nationalmannschaft gegen die Mannschaft von der Elfenbeinküste. Auch nach der Suspendierung des französischen Nationalspielers Nicolas Anelka kommt die „Équipe Tricolore“ nicht zur Ruhe.

Slowakei – Paraguay
0:2 (0:1)

26.643 Zuschauer sahen im Free-State-Stadion von Bloemfontein das von Schiedsrichter Eddy Maillet von den Seychellen geleitete Spiel, in dem es vier Gelbe Karten gab: drei für die Slowaken und eine für einen Paraguayer. Paraguays Trainer Gerardo Martino zeigte sich nach dem Spiel zufrieden mit dem Punktgewinn, es sei „in einer solch ausgeglichenen Gruppe sehr wichtig, vier Punkte zu haben“.

Die Slowaken konnten den Sieg der Südamerikaner zu keiner Zeit in Gefahr bringen. Die erste Torchance hatten die Paraguayer durch Roque Santa Cruz in der dritten Spielminute, doch sein abgefälschter Schuss wurde von Ján Mucha abgewehrt. Die Südamerikaner waren zwar überlegen, konnten aber nicht nahe genug an das slowakische Tor gelangen. Die Schüsse von Cristian Riveros in der 16. Minute, von Lucas Barrios in der 23. Minute und Nelson Valdez zwei Minuten später wurden entweder abgewehrt, waren zu hoch oder gingen neben das Tor. In der 27. Minute war Mittelfeldspieler Vera schließlich erfolgreich. In der 39. Minute hatte Santa Cruz das 2:0 auf dem Fuß, doch der slowakische Torhüter konnte seinen Flachschuss mit dem Fuß parieren.

Die „Albirroja“ störten das slowakische Spiel schon in deren eigener Spielhälfte, sodass die Slowaken den Ball oft weit ins gegnerische Spielfeld droschen, um sich etwas Luft zu verschaffen. Dieser Spielverlauf setzte sich auch in der zweiten Halbzeit fort. Nur das zweite Tor für die Südamerikaner ließ auf sich warten, bis schließlich in der 86. Minute Riveros mit dem 2:0 den Endstand herstellte.

Italien – Neuseeland
1:1 (1:1)

Mit dem zweiten 1:1 in Folge hat sich der amtierende Weltmeister Italien in eine ungünstige Ausgangsposition im letzten Grupppenspiel gegen die Slowakei gebracht. 38.230 Zuschauer im Mbomela-Stadion von Nelspruit sahen das vom guatemaltekischen Schiedsrichter Carlos Batres geleitete Spiel, der drei Neuseeländer mit Gelben Karten bedachte. „Wenn wir weiterkommen wollen, müssen wir mehr zeigen“, stellte Italiens Trainer Marcello Lippi nach dem Spiel selbstkritisch fest. Neuseeland und Italien sind nach dem zweiten Gruppenspiel immer noch punkt- und torgleich.

Die „Squadra Azzurra“ lief ohne Andrea Pirlo und Torhüter Gianluigi Buffon, den Rückenprobleme zu schaffen machen. Die „All Whites“ vom anderen Ende der Welt gingen überaschend in der siebten Minute in Führung. Nachdem Winston Reid, der im Spiel gegen Slowenien den Ausgleich für die Neuseeländer erzielt hatte, einen Freistoß in Richtung Strafraum weiterleitete, konnte dort nach einem Abpraller von Fabio Cannavaro der in der australischen Liga spielende Shane Smeltz den Ball ungehindert an Ersatztorhüter Federico Marchetti vorbei ins Netz der Italiener befördern. Zwar stand Smeltz in abseitsverdächtiger Position, doch Schiedsrichter Batres entschied auf Tor.

Vorläufige Tabelle der Gruppe F
Rang Land Tore Punkte
1 Paraguay Paraguay 3:1 4
2 Italien Italien 2:2 2
2 Neuseeland Neuseeland 2:2 2
4 Slowakei Slowakei 1:3 1

Die Italiener drängten nun häufig in Richtung neuseeländisches Tor, das von Mark Paston gehütet wurde. Riccardo Montolivos Schuss in der 27. Minute ging an den Pfosten. In der 29. Minute zog Tommy Smith den für AS Rom Spielenden Daniele De Rossi am Trikot. Dieser ließ sich fallen und Schiedsrichter Batres deutete auf den Elfmeterpunkt. Der Strafstoß wurde von Vincenzo Iaquinta problemlos verwandelt. Nach dem Ausgleichstor ließen die Italiener es gut sein mit der Offensive.

Nach der Pause war der Drehschuss des in der Pause eingewechselten Antonio Di Natale in der 49. Minute zunächst die einzige nennenswerte Torchance der Italiener. Erst nach über einer Stunde Spielzeit gelangte Iaquinta in eine gute Schussposition, konnte seinen Versuch aus 13 Meter Torentfernung nicht erfolgreich abschließen. Nach der Einwechslung von Giampaolo Pazzini wurden die Italiener stärker und die Neuseeländer waren in die Defensive gedrängt. Nach Ivan Vicelichs Fernschuss auf das italienische Tor, der abgewehrt wurde, konterte Italien. Der Konter in der 63. Minute endete endete mit einem Kopfball von Giorgio Chiellini neben das neuseeländische Tor. In der 70. Minute stellte Montolivo Neuseelands Schlussmann Paston auf die Probe. Die letzte Tormüglichkeit für Italien setzte Di Natale in der 81. Minute am linken Torposten vorbei ins Aus. Die Chance, das Spiel noch zu gewinnen, hatten auch die Kiewis, als in der 83. Minute Chris Wood sehr knapp das italienische Tor nicht traf.

Brasilien – Elfenbeinküste
3:1 (1:0)

In der mit 84.455 Zuschauer ausverkauften Soccer City in Johannesburg schien der französische Schiedsrichter Stéphane Lannoy mit dem teils ruppigen Spielverlauf überfordert und der sich vom Torschützen zum 2:0 verschaukeln ließ, als er ihn befragte, ob er den Ball mit der Hand gespielt habe. „Vielleicht war es die heilige Hand Gottes“, spielte Luís Fabiano nach dem Spiel auf Diego Maradonnas Viertelfinaltreffer gegen England bei der Weltmeisterschaft 1986 an. Mit dem Sieg gegen die Ivorer sicherten sich die Brasilianer bereits nach dem zweiten Spiel den Einzug ins Achtelfinale.

Die erste Torchance hatten nach 48 Sekunden die Südamerikaner. Robinho zog aus 30 Metern ab, traf jedoch knapp über das von Boubacar Barry gehütete Tor der Ivorer. Diese bemühten sich zunächst erfolgreich, die Brasilianer gar nicht erst in die Nähe des ivorischen Tores zu lassen. Nur bei Standardsituationen konnten die Brasilianer die gut gestaffelte Abwehr der Westafrikaner durchdringen. Schließlich ließ Kaká in der 25. Minute durch ein Dribbling zwei Abwehrspieler aussteigen und spielte im Strafraum zu dem freistehenden Luís Fabiano, der den Ball aus spitzem Winkel unter die Torlatte zielte.

Bis zur Pause hatten die Brasilianer keine zwingenden Tormöglichkeiten mehr, die Ivorer konnten ihrerseits die Führung der Südamerikaner nicht gefährden. Didier Drogba wurde offenbar durch die Manschette behindert, die er wegen seines Armbruches Anfang Juni trug und war wenig sichtbar. Die besten Gelegenheiten für die Elfenbeinküste konnte Aruna Dindane in der 38. und 39. Minute erspielen. Zunächst versuchte er es mit einem Volleyschuss nach Vorlage von Guy Demel, doch dieser wurde abgeblockt, eine Minute später konnte Trohüter Júlio César einen Aufsetzer Dindanes aus 18 Metern problemlos unter Kontrolle bringen.

In der 51. Minute spielte Luis Fabiano drei ivorische Abwehrspieler aus, wobei er zweimal seinen Oberarm zu Hilfe nahm, dann schloss er mit einem harten Schuss mit links die Aktion zum 2:0 ab. „Schade, dass der Schiedsrichter das nicht gesehen hat. Es ist schon so schwierig, Luís Fabiano auszuschalten – es ist noch schwieriger, wenn er vor dem Tor seine Hand benutzt“, meinte Sven-Göran Eriksson, der Trainer der Ivorer nach dem Spiel. Das 2:0 lähmte die Ivorer, die danach nur durch Drogba in der 54. Minute gefährlich werden konnte, doch dessen Kopfball verfehlte das Tor knapp. In der 61. Minute fiel dann die endgultige Entscheidung mit dem 3:0 durch Elano, der eine Vorlage von Kaká verwerten konnte.

Die Schlussphase des Spieles war von Hektik und ruppiger Spielweise geprägt. Nach einem Foul von Cheik Tioté musste Elano mit der Tragbahre vom Platz getragen werden. Kaká setzte kurz vor Schluss gegen Abdulkader Keita seine Ellenbogen ein und wurde in der 88. Minute mit Gelb-Rot vom Platz gewiesen. Der Ehrentreffer der Ivorer in der 79. Minute kam zu spät, um das Spiel noch herum zu reißen.

Anarchie in Frankreichs Team

Auch ohne den inzwischen durch Entscheidung des französischen Fußballverbandes (FFF) nach Hause geschickten Nicolas Anelka hat sich die Stimmung im französischen Team nicht verbessert. Beim Training der Mannschaft kam es am Samstag, dem 19. Juni, zu einem Disput zwischen Mannschaftskapitän Patrice Evra und dem für Fitness zuständigen Trainer Robert Duverne, in den Nationaltrainer Raymond Domenech eingriff. Die Spieler brachen daraufhin das Training ab und kehrten in ihre Unterkunft zurück. Teammanager Jean-Louis Valentin bezeichnete das Verhalten der Spieler als einen „Skandal für Frankreich, das Team und den Verband“. Die Spieler verweigerten, so Valentin, das Training aus Unzufriedenheit über die Suspendierung Anelkas. Er sei „empört“ und „angewidert“ und erkläre deswegen seinen sofortigen Rücktritt. Valentin sprach es, stieg in sein Auto und fuhr davon.

„Alle Spieler, ohne Ausnahme, protestieren gegen die Entscheidung der FFF, Nicolas Anelka zu suspendieren“, hieß es in einer von Domenech verlesenen Erklärung der Spieler. Der Verband bezeichnete das Handeln der Spieler als „inakzeptabel“, man werde sich nach dem Turnier mit den Konsequenzen befassen. Verbandsvizepräsident Christian Teinturier verlangte, Anelka dürfe „nie wieder das französische Trikot tragen“.

Anelka wurde nach Hause geschickt, nachdem die französische Sportzeitung „L′Équipe“ eine Beschimpfung des umstrittenen Trainers Domenech durch Anelka wiedergegeben hatte. Mannschaftskapitän Evra und Bayern-Spieler Franck Ribéry sind der Auffassung, dass der Zwischenfall von einem „Verräter“ an die Presse weitergegeben worden sein muss. Dieser müsse gefunden und aus dem Team geworfen werden, erklärte Evra. Ribéry stellte klar, „die Sachen, die in der Kabine passieren, müssen auch in der Kabine bleiben“.

Anelka hat inzwischen in einem Interview der Tageszeitung „France Soir“ erklärt, er habe „eine lebhafte Diskussion“ mit dem Trainer gehabt, machte jedoch deutlich, die von „L′Équipe“ gedruckte Beschimpfung seien nicht seine Worte. Die Zeitung teilte inzwischen mit, „mehr als einen Zeugen“ für Anelkas Streit mit Domenech zu haben.

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Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Fußball-Weltmeisterschaft 2010“.

Quellen

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