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December 24, 2008

Guineas Präsident Conté verstorben

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Guineas Präsident Conté verstorben

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Veröffentlicht: 14:53, 24. Dez. 2008 (CET)
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Lage Guineas im Westen Afrikas

Conakry (Guinea), 24.12.2008 – Wie die britische BBC vermeldet, ist der amtierende 74-jährige Präsident Lansana Conté in Conakry nach langer, schwerer Krankheit gestorben. Der Tod des guineanischen Staatsoberhauptes sei vom Parlamentspräsidenten Aboubacar Somparé im staatlichen Fernsehen mitgeteilt worden. Zudem soll dieser das oberste Gericht angewiesen haben, Neuwahlen in den nächsten 60 Tagen zu organisieren. Experten erwarten, dass Somparé zum Interimspräsidenten ernannt wird.

Die Afrikanische Union berät heute in Addis Abeba in einer Dringlichkeitssitzung zur Situation in dem westafrikanischen Land. Gestern war von Putschisten erklärt worden, sie hätten in Guinea die Macht übernommen und eine 30-köpfige Militärjunta eingesetzt. Dem widersprach jedoch der amtierende Ministerpräsident des Landes, Ahmed Tidiane Souare.

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February 12, 2007

Erneuter Generalstreik in Guinea

Erneuter Generalstreik in Guinea – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Erneuter Generalstreik in Guinea

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Artikelstatus: Fertig 23:42, 12. Feb 2007 (CET)
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Conakry (Guinea), 12.02.2007 – Heute nahmen Gewerkschafter in Guinea ihren Generalstreik wieder auf, mit dem sie Präsident Lansana Conté zum Rücktritt zwingen wollen. Die Wiederaufnahme des Streiks war von Protesten und Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften begleitet, bei denen laut Nachrichtenagentur Reuters mindestens drei Menschen getötet wurden.

Die Lage Guineas

Am Freitag hatte Präsident Lansana Conté nach einem 18-tägigen Streik Eugène Camara zum neuen Premierminister ernannt. Dieser wird von den Gewerkschaften aber nicht anerkannt, weil er als Vertrauter des Präsidenten gilt. Eugène Camara war für einige Jahre Regierungsmitglied und unter anderem Minister für präsidiale Angelegenheiten. In einem vor zwei Wochen zwischen den Gewerkschaften und dem Präsidenten geschlossenen Abkommen hatte sich dieser bereit erklärt, einen unabhängigen, konsensfähigen Premierminister zu ernennen, an den der Präsident einen Teil seiner Macht abgeben sollte. Gemäß einer Forderung der Gewerkschaften sollte der neue Premierminister keine Verbindungen zur Regierung und zur Regierungspartei haben. Nach der Unterzeichnung des Abkommens am 27. Januar war der Generalstreik beendet worden. Bei den Protesten gegen Lansana Conté wurden im vergangenen Monat etwa 60 Menschen getötet. Die meisten starben, als Sicherheitskräfte mit scharfer Munition auf Demonstranten geschossen hatten, die ins Zentrum der Hauptstadt Conakry ziehen wollten.

Heute, am ersten Tag des neuen Streiks, fielen Augenzeugenberichten zufolge in der Nähe von Kasernen in Conakry Schüsse. Soldaten hindern Demonstranten daran, das Stadtzentrum von Conakry zu erreichen. Insbesondere wird die Brücke des 8. November, die ins Regierungsviertel führt, von der Armee blockiert. Auch an Banken und Tankstellen wurden Soldaten und Polizisten positioniert. „BBC News“ berichtet, dass Jugendliche mit Keulen und Macheten bewaffnet durch einige Vorstädte der guineischen Hauptstadt ziehen. Nach Angaben eines BBC Korrespondenten kam es auch in weiteren Städten des Landes zu Protesten. In Guekedou, einer Stadt im Süden Guineas, hätten Protestierende eine Polizeistation geplündert. Laut Reuters wurden in der im Südosten Guineas gelegenen Stadt Nzerekore an der Grenze zu Liberia 20 Menschen verletzt. Dort hatte eine Menschenmenge das Büro des Gouverneurs und ein Gefängnis in Brand gesteckt. In Kankan wurde laut „allafrica.com“ am Wochenende die lokale Zentrale des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen (WFP) angegriffen. Dabei wurde Reis gestohlen. Auch Sicherheitskräfte sollen sich an den Plünderungen beteiligt haben.

Einem Reuters-Bericht zufolge drangen heute Mitglieder der Präsidentengarde in das Studio des privaten Radiosenders „FM Liberte“ ein, wo sie zwei Journalisten festnahmen. Zuvor hatte ein Anrufer über den Sender den Präsidenten zum Rücktritt aufgerufen. In der Hauptstadt und in anderen Städten blieben heute Märkte, Geschäfte, Schulen, Banken und öffentliche Einrichtungen geschlossen. Im staatlichen Radio wurde berichtet, dass die Regierung die Gewerkschaften, weitere Vertreter der Zivilgesellschaft und religiöse Führer zu einem Treffen aufgerufen hat, um über Wege aus der Krise zu diskutieren.

Ibrahima Fofana, Generalsekretär der Arbeitergewerkschaft des westafrikanischen Landes, erneuerte seine Forderung nach einem Rücktritt des Präsidenten: „Wir erkennen diesen Premierminister nicht an. Es ist auch keine Frage eines Premierministers mehr. Wir verlangen den Weggang von Lansana Conté“, so der Gewerkschaftsführer. Aus der Sicht der Gewerkschaften ist der amtierende Präsident zu krank, um die Amtsgeschäfte zu führen. Zudem soll Lansana Conté zwei bekannte Personen, die wegen Korruption angeklagt waren, schützen. Der 72-jährige Präsident, der das westafrikanische Land seit 1984 regiert, ist an Diabetes erkrankt und zeigt sich selten in der Öffentlichkeit. 1984 war Lansana Conté durch einen Putsch an die Macht gekommen; anschließend ließ er seine Präsidentschaft durch drei Wahlen bestätigen.

Der Streik im Januar hatte Auswirkungen auf die guinesische Wirtschaft, besonders auf die Bauxitproduktion. Das Land ist der größte Exporteur dieses Aluminiumerzes. Auch durch den heute wiederaufgenommen Streik wird die strategisch wichtige Bauxitindustrie unterbrochen, an der der US-amerikanische Aluminiumhersteller Alcoa und der russische Konzern RUSAL beteiligt sind. Die wenigen internationalen Fluggesellschaften, die Flüge nach Guinea anbieten, haben diese am Wochenende aus Sicherheitsgründen eingestellt.

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December 23, 2005

IWF: Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Erde

IWF: Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Erde

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Artikelstatus: Fertig 00:48, 23. Dez. 2005 (CET)
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Washington, D. C. (Vereinigte Staaten), 23.12.2005 – Der Internationale Währungsfonds (IWF) gab gestern einen Schuldenerlass für 19 der 20 ärmsten Länder der Erde bekannt. Auf ihrem Gipfeltreffen in Gleneagles hatten die Regierungschefs der führenden Industrienationen und Russlands beschlossen, einen solchen Schuldenerlass herbeizuführen.

Der Beschluss, dem nun das Exekutivdirektorium des IWF zugestimmt hat, umfasst ein finanzielles Volumen von 3,3 Milliarden US-Dollar. Diesen Betrag schulden die ärmsten Länder dem IWF, der Weltbank sowie der Afrikanischen Entwicklungsbank. Durch den Schuldenerlass soll diesen Ländern der finanzielle Spielraum zur Entwicklung ihrer Wirtschaft gegeben werden. Der Beschluss steht im Zusammenhang mit den Entwicklungszielen der Vereinten Nationen, die bis zum Jahre 2015 eine Halbierung der weltweiten Armut vorsehen.

In den Genuss des Schuldenerlasses, der am 1. Januar 2006 in Kraft tritt, gelangen zunächst die folgenden vorwiegend afrikanischen Länder: Benin, Burkina Faso, Äthiopien, Ghana, Madagaskar, Mali, Mosambik, Niger, Ruanda, Senegal, Tansania, Uganda und Sambia. Vier mittel- bzw. südamerikanische Länder gehören ebenfalls dazu: Bolivien, Guyana, Honduras, Nicaragua, außerdem die asiatischen Länder Kambodscha und Tadschikistan.

Bilaterale Schulden sind von diesem Schuldenerlass ausgenommen, ebenso wie Schulden bei anderen Banken und Organisationen neben dem IWF, der Weltbank und der Afrikanischen Entwicklungsbank. Mauretanien, das zu den 20 ärmsten Ländern der Erde gehört, muss noch nachweisen, dass die durch den Schuldenerlass eingesparten Gelder tatsächlich für die Armutsbekämpfung eingesetzt werden. Es sei möglich, so Rodrigo Rato, Generaldirektor des IWF, dass weiteren Ländern die Schulden erlassen werden. Diese müssten jedoch noch weitere Fortschritte aufweisen.

Zu den Ländern, denen eventuell ebenfalls die Schulden erlassen werden, zählen Burundi, die Demokratische Republik Kongo, Elfenbeinküste, Gambia, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Komoren, Malawi, Myanmar, Laos, Liberia, die Republik Kongo, Sao Tomé und Príncipe, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Togo, Tschad und die Zentralafrikanische Republik. Dazu wurden aber noch keine Beschlüsse gefasst.

Die Hilfsorganisation Oxfam begrüßte die Entscheidung des IWF, fordert aber einen umfangreicheren Schuldenerlass. Weitere 60 Länder benötigten ebenfalls einen Schuldenerlass, um die Armut zu bekämpfen, sagte Max Lawson, ein Sprecher der Hilfsorganisation.

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