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May 3, 2012

Athen: Bilder von HIV-positiven Prostituierten veröffentlicht

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Veröffentlicht: 18:53, 3. Mai 2012 (CEST)
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In Griechenland veröffentlichte Bilder von Prostituierten die HIV-positiv getestet wurden (Fotos: griechische Polizei)

Athen (Griechenland), 03.05.2012 – Die griechischen Gesundheitsbehörden hatten bei einer Aktion gegen die illegale Prostitution 100 Damen des ältesten Gewerbes der Welt festnehmen und auf den HI-Virus testen lassen, bei elf der Frauen mit positivem Ergebnis. Nachdem diese eingeräumt hatten, mit Freiern ungeschützten Geschlechtsverkehr gehabt zu haben, ordnete die Staatsanwaltschaft die Veröffentlichung von Bildern im Internet an, die die Gesichter der Frauen zeigen.

Hintergrund der Veröffentlichung: Man will die Männer erreichen, die sich möglicherweise infiziert haben, um die weitere Ausbreitung des Virus zu vermeiden. Seitdem melden sich zahlreiche bei den Gesundheitszentren der griechischen Hauptstadt und lassen sich auf das Humane-Immundefizienz-Virus testen, bei dreien der Männer wurde das Virus im Blut gefunden.

Laut Polizeiangaben sind in der Innenstadt von Athen 3.000 illegale Prostituierte tätig. Oft sind sie drogenabhängig und wurden von skrupellosen Menschenhändlern nach Griechenland gebracht. Der griechische Gesundheitsminister Andreas Loverdos sagte, nicht nur die Frauen, sondern auch die Männer hätten verantwortungslos gehandelt. „Man müsste eigentlich auch ihre Fotos veröffentlichen, damit man sieht, welche Idioten in diesem Land nicht verhüten.“

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  • Portal:AIDS
  • Portal:Griechenland

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April 8, 2011

WHO: Die Welt steuert auf ein post-antibiotisches Zeitalter zu

WHO: Die Welt steuert auf ein post-antibiotisches Zeitalter zu

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Veröffentlicht: 18:32, 8. Apr. 2011 (CEST)
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O. oeni.jpg

Genf (Schweiz), 08.04.2011 – Am gestrigen Weltgesundheitstag sprach Margaret Chan, die WHO-Generaldirektorin, eine deutliche Warnung aus. Wegen des sorg- und verantwortungslosen Umgangs mit Antibiotika drohen immer mehr dieser Mittel ihre Wirkung zu verlieren. Mehr und mehr Keime und Bakterien entwickeln Resistenzen und sprechen nicht mehr auf eine Behandlung an. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürchtet, dass schon bald einfache Infektionen nicht mehr geheilt werden können und bei den Erkrankten zum Tod führen.

Die WHO-Europazentrale in Kopenhagen gab bekannt, dass in den EU-Ländern im Jahr 2010 etwa 25.000 Menschen durch Infektionen starben. Die Infektionen finden dabei häufig in Krankenhäusern statt. Werden Behandlungen nicht fachgerecht durchgeführt, so überleben die hartnäckigsten Bakterien und vermehren sich. So entstehen Bakterienstämme, die gegen ein oder mehrere Antibiotikapräparate Resistenzen entwickelt haben. Bei den Klinikinfektionen besonders gefürchtet ist der Keim „Methicillin-resistentes Staphylococcus aureus (MRSA)“.

Die 2010 gemeldeten 440.000 neuen Tuberkuloseerkrankungen (TBC) stellen ein besonderes Problem dar. Hier dauert eine fachgerechte Behandlung sechs Monate. Besonders in Entwicklungsländern werden solche Behandlungen immer wieder unterbrochen, beispielsweise weil das Antibiotikum nicht vorrätig ist: genau das Szenario, bei dem es zu Resistenzbildungen kommt. Diese besonders gefährlichen Bakterienstämme verbreiten sich schnell weltweit. Ähnliche Probleme gibt es bei dem AIDS-Erreger HIV und bei der Malaria.

Besorgniserregend sei insbesondere, dass Antibiotika in 14 von 21 osteuropäischen Ländern ohne ärztliches Rezept frei verkäuflich sind. Dies kommen beispielsweise in Tiermastbetrieben zum Einsatz, wo es vorbeugend verabreicht wird.

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March 3, 2011

HIV-infizierter Rentner wegen Kindesmissbrauchs zu neun Jahren Haft verurteilt

HIV-infizierter Rentner wegen Kindesmissbrauchs zu neun Jahren Haft verurteilt

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Veröffentlicht: 22:21, 3. Mär. 2011 (CET)
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Prostituierte in Pattaya

Lüneburg (Deutschland), 03.03.2011 – Ein ehemaliger 66-jähriger Volksmusiker aus Celle wurde heute vom Landgericht Lüneburg zu neun Jahren Haft verurteilt. Ihm wurde vorgeworfen von Mai 2005 bis November 2009 im Badeort Pattaya in Thailand in 399 Fällen Kinder und Jugendliche sexuell missbraucht zu haben. Sieben der Mädchen sollen unter 14 Jahren gewesen sein. Das war dem Täter bewusst.

Seine HIV-Erkrankung hatte er den Minderjährigen verschwiegen, weshalb er neben dem schweren sexuellen Missbrauch, auch wegen gefährlicher Körperverletzung verurteilt wurde. Sein Verteidiger hielten eine Freiheitsstrafe von sieben Jahren und sechs Monaten für angemessen, ein weitere von ihm beauftragter eine Freiheitsstrafe von deutlich unter neun Jahren. Die Staatsanwaltschaft hatte neben einer Freiheitsstrafe die anschließende Sicherungsverwahrung beantragt. Das Gericht folgte dem nicht, es schätzte den Mann nicht als Triebtäter sondern als Gelegenheitstäter ein. Man glaubte dem Mann, dass er einen Schlussstrich ziehen wolle. Schon wegen des hohen Alters und der Infektion ging das Gericht davon aus, dass keine Gefahr mehr von dem Verurteilten ausgehen werde, wenn dieser nach Jahren aus der Haft entlassen wird. Ein kleines Restrisiko sah auch der Richter. Dies reiche nicht aus, um die „schwerste Keule der Justiz“ die Sicherheitsverwahrung, die einen Freiheitsentzug bis zum Tod bedeuten kann, auszupacken.

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  • Portal:Straftaten und Ermittlungsverfahren

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November 21, 2010

Papst rückt von striktem Kondom-Verbot ab

Papst rückt von striktem Kondom-Verbot ab

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Veröffentlicht: 22:32, 21. Nov. 2010 (CET)
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Vatikanstadt, 21.11.2010 – Papst Benedikt XVI. ist erstmals vom strikten Verbot des Gebrauchs von Kondomen für Katholiken abgerückt. In einem Interview erklärte er, dass in Einzelfällen zur Vermeidung einer Ansteckungsgefahr der Gebrauch erlaubt sei. Noch auf seiner Afrikareise im letzten Jahr hatte der Papst den bisherigen Standpunkt der Kirche vertreten, dass eheliche Treue und nicht Kondome die Antwort auf die Ausbreitung von AIDS seien. Das Verbot war auch kirchenintern kritisiert worden, so von der Initiative „Wir sind Kirche“ und der Theologin Uta Ranke-Heinemann.

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  • Portal:Papst
  • Portal:Römisch-katholische Kirche

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December 1, 2008

AIDS: Rund 3.000 Neuinfektionen im Jahr 2008 in Deutschland

AIDS: Rund 3.000 Neuinfektionen im Jahr 2008 in Deutschland

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Veröffentlicht: 21:08, 1. Dez. 2008 (CET)
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Red Ribbon, das rote Band des Welt-Aids-Tages

Berlin (Deutschland), 01.12.2008 – Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember informieren die Massenmedien in aller Welt ausführlich zum Stand der Ausbreitung der tödlichen Immunschwächekrankheit, die durch das HI-Virus ausgelöst wird. In Deutschland leben im Jahr 2008 zwischen 60.000 und 67.000 Menschen, die entweder mit HIV infiziert oder bereits an AIDS erkrankt sind. Im laufenden Jahr kamen in Deutschland rund 3.000 Neuinfizierte hinzu. Diese Zahlen legte das Robert Koch-Institut in Berlin anlässlich des Welt-Aids-Tages vor. In Deutschland steigt die Gesamtzahl der lebenden HIV-Infizierten seit 1995 durch die Einführung der erfolgreichen antiretroviralen Kombinationstherapien wieder an; der Gleichgewichtszustand zwischen der Zahl an Neuinfizierten und den an AIDS gestorbenen Patienten, der sich zuvor herausgebildet hatte, wurde damit beendet. Die verbesserten therapeutischen Möglichkeiten führten zu einer Verringerung der Zahl von AIDS-Todesfällen (AIDS-Mortalität), wodurch die Zahl der insgesamt lebenden HIV-positiven und an AIDS erkrankten Menschen zunahm. Trotz der (oder gerade wegen der) steigenden Zahl der HIV-Infizierten in Deutschland lassen sich also Erfolge des medizinischen Kampfes gegen die Immunschwächekrankheit nachweisen. Trotzdem bleibt die Tatsache, dass in Deutschland seit dem Ausbruch der Seuche (etwa Ende der 1970-er Jahre) rund 27.500 Menschen an AIDS starben. Im Jahr 2008 starben in Deutschland 650 Infizierte an AIDS.

Für Europa fällt die Bilanz der Weltgesundheitsorganisation (WHO) deutlich negativ aus. Seit dem Jahr 2000 stieg die Zahl der in Europa erfassten Neuinfektionen von 21.787 (im Jahr 2000) auf 41.949 (2007) jährlich an. Die niedrigsten Infektionsraten weisen Ungarn und Tschechien auf (11,8 pro einer Million Einwohner). Das Schlusslicht bilden drei Länder: Estland (472), die Ukraine (185) und Portugal (217). Deutschland liegt mit 20,5 Fällen pro einer Million Einwohner im Mittelfeld dieser Tabelle. Als besonders schwierig ist die Entwicklung in der Ukraine einzuschätzen, wo sich die Epidemie nahezu ungebremst ausbreitet. Nach Angaben der WHO beträgt die Zahl der HIV-Infizierten in der Ukraine 440.000, darunter sind 190.000 Frauen. Der Fernsehjournalist Karsten Hein beschreibt die Ursachen dafür in einem Interview mit „Zeit online“ so: „Man kann die Aids-Epidemie nicht den Spezialisten der Medizin und Entwicklungshilfe überlassen, falls ich die Ursachenkette der Epidemie halbwegs richtig herleite: Gleichgültigkeit, Armut, Tuberkulose, Verwahrlosung und eine epidemische Drogensucht sind zu nennen.“

Vergleicht man die Verteilung der HIV-Infizierten nach anderen Gesichtspunkten, wie dem Geschlecht, so sind nach wie vor Männer die Hauptbetroffenen. Aber auch Frauen sehen sich in wachsendem Maße mit dem Risiko, an AIDS zu erkranken beziehungsweise sich mit dem HI-Virus zu infizieren, konfrontiert. In Deutschland sind rund ein Fünftel der Infizierten Frauen. Eine weitere Risikogruppe sind inzwischen auch Kinder unter 15 Jahren, von denen laut WHO und UNAIDS etwa zwei Millionen mit HIV infiziert sind. Im Jahr 2007 infizierten sich etwa 370.000 Kinder neu mit dem HI-Virus.

Hauptgrund für die Ausbreitung von AIDS aus medizinischer Sicht ist nach wie vor der ungeschützte Geschlechtsverkehr zwischen Männern. Fast drei Viertel der Neuinfizierten infizieren sich auf diese Weise mit dem Erreger. Für diese Ursachenanalyse spricht auch das parallel beobachtete Ansteigen solcher sexuell übertragbarer Krankheiten wie Syphilis oder Gonorrhoe.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:AIDS
  • Welt-Aids-Tag 2006 – Die Situation in Deutschland (02.12.2006)

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June 28, 2008

Nelson Mandela wird 90

Nelson Mandela wird 90 – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Nelson Mandela wird 90

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Veröffentlicht: 21:02, 28. Jun. 2008 (CEST)
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Nelson Mandela (Archivbild)

London (Großbritanien), 28.06.2008 – Zum 90. Geburtstag des früheren südafrikanischen Präsidenten und Friedensnobelpreisträgers Nelson Mandela gaben am gestrigen Freitag zahlreiche Künstler ein Benefizkonzert gegen Aids. Auf der Bühne im Londoner Hyde Park standen unter anderem Annie Lennox, Amy Winehouse und die britische Rockband Queen.

Die rund 45.000 Zuschauer jubelten dem 90-jährigen ehemaligen Präsidenten Südafrikas bei seiner Rede zu, in der er die junge Generation aufforderte, jetzt die Verantwortung im Kampf gegen die Immunschwächekrankheit Aids zu übernehmen. Es sei an der Zeit, dass nun „neue Hände die Last“ dieses Kampfes tragen. Mandela, dem es sichtlich schwer fiel, die Stufen zum Podium mit seinem Gehstock zu erklimmen, wandte sich mit einer eindringlichen politischen Botschaft an die erschienenen Gäste: „Wo Armut und Krankheiten wie Aids herrschen, wo Menschen unterdrückt werden, ist noch viel Arbeit zu tun.“

Die insgesamt 46.664 verkauften Eintrittskarten erinnern an die Gefangenen-Nummer des ehemaligen politischen Gefangenen Nelson Mandela, der wegen seines politischen Kampfes gegen die Apartheid in Südafrika 27 Jahre auf der Gefangeneninsel Robben Island gefangen gehalten worden war. Der Erlös der verkauften Eintrittskarten soll der von Mandela ins Leben gerufenen Aids-Stiftung zugute kommen.

In den Vereinigten Staaten gilt Mandela wie auch die anderen Mitglieder der Regierung Südafrikas seit dieser Zeit des Anti-Apartheid-Kampfes des African National Congress (ANC), dessen Führer Mandela gewesen ist, als „Gefährder“. Eine Einreise in die USA ist ihm nur mit einer Sondergenehmigung möglich. Den beiden Häusern des US-Kongresses wurde jetzt ein Gesetzentwurf zugeleitet, der mit dieser politischen Altlast aus der Zeit des Kalten Krieges Schluss machen soll. Wie der Abgeordnete Howard Berman von der Demokratischen Partei erklärte, wolle man nun die Stigmatisierung des ANC beenden. In den 1960-er Jahren war der ANC in den USA als „Terrororganisation“ eingestuft worden.

Bei seiner Einreise ins Vereinigte Königreich am vergangenen Mittwoch, hatte Mandela erstmals die Führung Simbabwes öffentlich kritisiert. Er sprach von einem tragischen „Versagen der politischen Führung“ in dem Nachbarland Südafrikas.

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May 7, 2008

Deutschland: Zahl der HIV-Infektionen weiter gestiegen

Deutschland: Zahl der HIV-Infektionen weiter gestiegen

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Veröffentlicht: 12:06, 7. Mai 2008 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 07.05.2008 – Die Zahl der neu diagnostizierten HIV-Infektionen in Deutschland ist 2007 gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent gestiegen. Die absolute Zahl der Neuinfektionen beträgt 2.752 im Jahr 2007 gegenüber 2.643 im Jahr 2006. Der größte Anstieg war dabei in der Gruppe der Männer mit einem homosexuellen Infektionsrisiko zu verzeichnen. Demgegenüber ist die Zahl der HIV-Neudiagnosen bei Frauen um zwölf Prozent gesunken (Absolutwerte: 444 Neu-Infektionen im Jahr 2007, 503 im Jahr 2006). Das Robert Koch-Institut (RKI) legte diese Zahlen in seinem Halbjahresbericht II/2007 vor. Sie spiegeln den Stand vom 1. März 2008 wider.

Ein besonderer Problembereich, dem das weitere Interesse der Forscher gilt, ist innerhalb der Gruppe der durch homosexuelle Kontakte gefährdeten Männer (MSM) in Zusammenhang mit der Ausbreitung der ebenfalls sexuell übertragbaren Krankheit Syphilis zu sehen. Innerhalb der MSM-Gruppe, die am stärksten von Neuinfektionen mit HIV gefährdet ist, stieg ebenfalls die Zahl der Syphiliserkrankungen. Für den Zusammenhang dieser beiden sexuell übertragbaren Krankheiten, die durch das zeitlich koordinierte gemeinsame Ansteigen der entsprechenden Fallzahlen nahegelegt wird, diskutiert das RKI verschiedene Szenarien. Das Institut weist zunächst darauf hin, dass mehrere Untersuchungen belegt haben, dass „gleichzeitig vorliegende andere Infektionen bei HIV-Infizierten zu einer Immunaktivierung führen können, in deren Folge auch die HIV-Vermehrung zunimmt“. Zur Bestimmung eines solchen Ko-Faktoren-Effektes sind nach Ansicht des RKI genauere statistische Untersuchungen erforderlich, die zurzeit geplant werden. Im Zeitraum von Januar 2001 bis Juni 2004 lag die statistische Korrelation bei zehn Prozent. Wenn sich dieser Zusammenhang statistisch fundiert belegen ließe, hätte dies weitreichende Konsequenzen für die entsprechenden Präventionsmaßnahmen. Die aus der Öffentlichkeitsarbeit zum Thema „Safer Sex“ bekannten Ratschläge sind nur bedingt geeignet, um auch einer Syphilisinfektion vorzubeugen. Insbesondere der persönliche Beratungsbedarf in den betroffenen Gruppen steigt.

Neben der Entwicklung der HIV-Infektionen ist die Zahl der Erkrankungen an der Immunschwächekrankheit AIDS in diesem Zusammenhang von genauso großem Interesse. Im Jahresverlauf 2007 stieg die Zahl der an AIDS erkrankten Personen in Deutschland um 647. Damit ist in Deutschland die Zahl insgesamt gemeldeter Fälle mit einem AIDS-Vollbild seit dem Beginn der statistischen Erfassung der Epidemie im Jahr 1982 auf insgesamt 26.013 gestiegen. Dabei rügt das Institut zugleich eine nur bruchstückhafte Erfassung und Meldung der entsprechenden Fallzahlen in Niedersachsen und den südlichen Bundesländern Bayern, Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Saarland, Thüringen und Sachsen. Dies lässt sich aus einem Abweichen der Zahl der durch AIDS verursachten Todesfälle und der Zahl der gemeldeten AIDS-Erkrankungen herleiten.

Ein Vergleich der gemeldeten Fallzahlen mit der Bevölkerungszahl in den einzelnen Bundesländern und Großstädten zeigt ein erhöhtes HIV-Infektionsrisiko in den städtischen Ballungsräumen. Die größte Zahl an AIDS-Erkrankungen ist in der Stadt Frankfurt am Main mit 230,46 Fällen pro 100.000 Einwohner aufgetreten. Es folgen Berlin mit 170,21 Fällen, Düsseldorf mit 157,05 Fällen pro 100.000 Einwohner sowie Hamburg (137,96) und Köln (126,39). Der niedrigste Wert wurde in Thüringen mit 1,08 AIDS-Erkrankungen pro 100.000 Einwohner ermittelt. Seit 1982 starben in Deutschland 13.803 Menschen an der Immunschwächekrankheit AIDS (Tabelle 5 des RKI-Berichtes).

Themenverwandte Artikel

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  • Portal:AIDS

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November 27, 2007

Zahl der HIV-Infektionen in Deutschland wieder steigend

Zahl der HIV-Infektionen in Deutschland wieder steigend

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Veröffentlicht: 21:02, 27. Nov. 2007 (CET)
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Die Rote Schleife als Symbol der Solidarität mit HIV-positiven und AIDS-kranken Menschen

Berlin (Deutschland), 27.11.2007 – Trotz erhöhter Bemühungen der Gesundheitsbehörden zur Aufklärung über die Krankheit ist die Anzahl der Neuinfektionen in Deutschland in diesem Jahr angestiegen. Etwa 3.000 Menschen haben sich Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge in den vergangenen elf Monaten mit dem Virus infiziert. Das sind etwa fünf Prozent mehr als im Jahr 2006.

Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt warnte davor, die Krankheit auf die leichte Schulter zu nehmen. „AIDS ist immer noch tödlich. AIDS ist nicht heilbar“, äußerte sich Schmidt am gestrigen Montag in Berlin. Bei der Verhinderung von HIV-Infektionen müssten „Aufklärung, Schutz und Verantwortung für sich selber und andere“ oberste Priorität haben. Auch der Präsident des RKI, Reinhard Kurth, wies darauf hin, dass es bislang keine Heilungsmöglichkeiten für HIV-positive Menschen gebe. Auch die Impfstoffentwicklung bleibe schwierig.

Susanne Glasmacher, Sprecherin des RKI, erklärte, dass etwa 15 Prozent aller HIV-Infizierten erst mit dem Auftreten der ersten AIDS-Symptome von ihrer Krankheit erführen. Die Zahl der mit dem Virus infizierten Menschen in Deutschland wird auf 59.000 geschätzt. Die Anzahl der HIV-Neuinfektionen, die in Deutschland registriert wurde, stieg von 1.443 im Jahr 2001 auf 2.638 in 2006. Wie vom RKI mitgeteilt wurde, geht aber etwa die Hälfte des Anstiegs auf verbesserte Erstdiagnosen zurück. Auch gehe ein Teil der gestiegenen Zahl von Fällen auf eine höhere Testbereitschaft zurück.

Die Anzahl der Todesfälle durch HIV bis zum Jahresende schätzt das RKI auf etwa 650.

Während Jugendliche inzwischen bei zwei Dritteln der sexuellen Kontakte Kondome benutzen – so die Leiterin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, Elisabeth Pott –, ist die Risikobereitschaft unter homosexuellen Männern laut Ministerin Schmidt gestiegen. Laut Angaben des RKI sind 72 Prozent der in diesem Jahr Neuinfizierten (etwa 2.400) der letzteren Gruppe zuzuordnen. Dagegen hätten sich nur etwa 600 Frauen und 25 Kinder mit HIV angesteckt.

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September 12, 2007

Rückrufaktionen für Stiefel in den USA und 20 Millionen Kondome in Südafrika

Rückrufaktionen für Stiefel in den USA und 20 Millionen Kondome in Südafrika

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Veröffentlicht: 23:36, 12. Sep. 2007 (CEST)
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Kapstadt (Südafrika) / New York (Vereinigte Staaten), 12.09.2007 – Die Regierung in Südafrika hat vorsorglich mehr als 20 Millionen Kondome zurückgerufen, weil bei sieben Millionen Kondomen des Lieferanten Schäden festgestellt wurden. Der Schuhhersteller „Wolverine World Wide“ hat sein Stiefelmodell der Marke „Caterpillar“ in den Vereinigten Staaten zurückbeordert, weil die Stahlkappe nicht gegen Stromstöße geschützt ist.

Bei den Kondomen handelt es sich um eine Marge, die vom Gesundheitsministerium bestellt worden ist und kostenlos verteilt werden sollte. Vermutlich hat die Herstellerfirma einen Mitarbeiter des Sicherheitsprüfungsamtes bestochen. Es wurden sieben Firmen von der Regierung beauftragt, bis Ende Februar kommenden Jahres 850 Millionen Präservative kostenlos auszuliefern, um die Bevölkerung zu Safer Sex zu animieren, da Südafrika eine hohe Rate mit HIV-infizierten Menschen aufweist.

Die Stiefel wurden in China hergestellt und sind seit September 2006 verkauft worden.

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July 25, 2007

Fünf bulgarische Krankenschwestern und ein palästinensischer Arzt aus Libyen ausgewiesen

Fünf bulgarische Krankenschwestern und ein palästinensischer Arzt aus Libyen ausgewiesen

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Veröffentlicht: 13:34, 25. Jul. 2007 (CEST)
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Landkarte von Libyen

Tripolis (Libyen), 25.07.2007 – Nachdem ein am 6. Mai 2004 im so genannten HIV-Prozess gegen fünf bulgarische Krankenschwestern und einen palästinensischen Arzt gesprochenes Todesurteil aufgrund internationaler Proteste sowie der intensiven Bemühungen der Europäischen Union und zuletzt auch des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy und seiner Ehefrau Cecilia Sarkozy in lebenslange Freiheitsstrafen umgewandelt worden war, hat Libyen am Dienstag, den 24. Juli die Verurteilten des Landes verwiesen und nach Bulgarien ausfliegen lassen. Dort wurden sie sofort vom bulgarischen Staatspräsidenten Georgi Parwanow begnadigt und auf freien Fuß gesetzt.

Die Überstellung des verurteilten Klinikpersonals an Bulgarien erfolgte offenbar nach einer Einigung bei Verhandlungen, die das Ziel hatten, Libyens Status gegenüber der Europäischen Union zu verbessern und den Weg zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen Libyen und der EU zu ebnen. Ein entsprechendes Abkommen unterzeichnete die EU-Außenkommissarin Benita Ferrero-Waldner am Wochenende in Tripolis. Die Vereinbarung sieht auch eine lebenslange medizinische Betreuung und Unterstützung der AIDS-Opfer der libyschen Klinik vor.

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