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January 12, 2007

Esperanto-Atmosphäre auf der Wewelsburg

Esperanto-Atmosphäre auf der Wewelsburg

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Artikelstatus: Fertig 21:36, 12. Jan. 2007 (CET)
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Das Esperanto-Symbol

Büren (Deutschland), 12.01.2007 – Vom 27. Dezember 2006 bis zum 3. Januar 2007 fand auf der Wewelsburg in der Nähe von Paderborn die 50. Internationale Woche (auf Esperanto: „internacia semajno“ (IS)) statt. 209 junge (und junggebliebene) Esperantosprecher – hauptsächlich aus Europa – kamen dort zusammen, um gemeinsam den Jahreswechsel zu erleben. Zu den Teilnehmern des IS gehörten als Ehrengäste auch ehemalige Organisatoren und Teilnehmer vorangegangener Tagungen.

Die Internationale Woche ist ein großes Jugendtreffen, das schon seit dem Jahreswechsel 1957/58 alljährlich von der Deutschen Esperanto-Jugend organisiert wird. Das erste IS stand damals unter dem Thema „Kulturelle, politische und ökonomische Fragen zur Vereinigung Europas“.

Zum Programm des IS gehörten Esperantokurse für Anfänger und Fortgeschrittene, Seminare für aktive und zukünftige Esperanto-Lehrer, Vorlesungen über die politische Geschichte des Welt-Esperanto-Bundes und vieles mehr.

Bei einer Führung durch die Burg und das örtliche Museum zur Kriegsgeschichte erfuhren die Teilnehmer der Internationalen Woche vieles über die nationalsozialistische Vergangenheit der Wewelsburg, die während des 3. Reiches vom Leiter der SS-Organisation, Heinrich Himmler, zu einem Zentrum des „tausendjährigen“ deutschen Imperiums gemacht werden sollte. In dieser Zeit diente die Burg als Ort für Treffen der SS-Führer und als Grab für SS-Angehörige. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde die Burg renoviert, und seitdem wird sie als Jugendherberge genutzt.

Wegen des Jubiläums gab es auch ein umfangreiches Konzertprogramm, bei dem einige Teilnehmer die Gelegenheit zum Tanz nutzten. Aber auch die nächtlich stattfindenden Diskos luden zum Tanzen ein. Eine ruhigere Atmosphäre war im „Gufujo“ anzutreffen. Dort wurden eine große Auswahl an Teesorten, leise Musik, mitternächtliche Konzerte und Puppentheateraufführungen angeboten. Eine andere Möglichkeit zur Entspannung bot das Spielzimmer: Dort verbrachten die Esperantisten ihre Zeit in freundschaftlicher Runde mit ansprechenden und unterhaltsamen Brettspielen. Offenbar war Go dieses Jahr das beliebteste Spiel. Auch bei vielen Neulingen weckte das Spiel Interesse.

Das Ausflugsprogramm bot die Gelegenheit, das Computermuseum in Paderborn zu besichtigen, die Umgebung der Wewelsburg näher kennenzulernen, eine Waldorfschule und eine Biogasanlage zu besichtigen oder ins Schwimmbad zu gehen.

Die 51. Internationale Woche wird im kommenden Jahr in Würzburg stattfinden.

Weiterführende Informationen

Quellen

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December 26, 2006

Radio Polonia will Esperanto-Sendungen einstellen

Radio Polonia will Esperanto-Sendungen einstellen

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Artikelstatus: Fertig 15:54, 26. Dez. 2006 (CET)
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Warschau (Polen), 26.12.2006 – Vor einigen Monaten hat der polnische Rundfunk „Radio Polonia“ beschlossen, die täglichen Radiosendungen in der internationalen Sprache Esperanto auf Kurzwelle und per Satellit einzustellen und die zuständige Redaktion zu entlassen. Informationen in Esperanto sollen lediglich in einzelnen Hörbeiträgen als Podcast im Internet zur Verfügung gestellt werden. Laut einem Bericht der polnischen Nachrichtenagentur PAP von Freitag, dem 15. Dezember, hat der Vizepräsident des polnischen Rundfunks diese Entscheidung gegen Esperanto mit der jüdischen Herkunft von Ludwig Zamenhof, dem Begründer des Esperanto, in Verbindung gebracht. Zamenhof wurde im polnischen Bialystok geboren und hat das erste Esperanto-Lehrbuch 1887 in Warschau veröffentlicht. Radio-Sendungen in Esperanto produziert Radio Polonia seit 1959 täglich.

Die Nachrichtenagentur PAP zitiert einen Bericht der Zeitung „Gazeta Wyborcza“, die den Vizepräsidenten von Radio Polonia, Jerzy Targalski, interviewt hat. Befragt zu einer Äußerung vor ein paar Tagen sagte Targalski, er habe erläutert, wenn Polen esperantosprachige Sendungen mache, weil es stolz sei auf Zamenhof, dann müsse auch Israel in Esperanto senden, weil es wahrscheinlich auch stolz sei auf ihn. In der Diskussion zur Äußerung von Targalski auf den Internetseiten von Gazeta Wyborcza sind bisher etwa 270 Beiträge eingestellt worden. Titel ist „Zamenhof do Izraela“, Zamenhof nach Israel. Dies nimmt Bezug auf die Forderung antisemitischer Kreise, die Juden sollten nach Israel auswandern.

Der Präsident von Radio Polonia, Krzysztof Czabanski, hat die Äußerung des Vizepräsidenten, Jerzy Targalski, zur jüdischen Herkunft von Ludwig Zamenhof als unglücklich und falsch bezeichnet. Auch Targalski selbst drückte in einem Schreiben von Freitagnachmittag sein Bedauern aus, dass seine Äußerung den Polnischen Rundfunk und seine Person in einem falschen Licht erscheinen ließe. Sowohl er als auch „Radio Polonia“ seien weit davon entfernt, untolerante und fremdenfeindliche Haltungen zu glauben und zu verbreiten. Der Brief von Targalski wandte sich an den Chefredakteur von „Gazeta Wyborcza“, Adam Michnik. Kopien wurden an den Präsidenten des polnischen Senats Bogdan Borusewicz, den Kulturminister Kazimierz Ujazdowski und den Vizeaußenminister Pawel Kowal gesandt. Der Kulturminister sagte im polnischen Radio, die Äußerung von Targalski sei unklug, unvorsichtig und schlecht. Pawel Sados´, Sprecher des polnischen Außenministeriums, das Radio Polonia finanziert, hat gegenüber der „Gazeta Wyborcza“ erklärt, das Ministerium unterstütze die Fortsetzung der Esperanto-Sendungen.

Im Interview mit Gazeta Wyborcza hat Targalski die Esperantosprecher als eine Hobbybewegung bezeichnet. Es ist zutreffend, dass Esperanto weltweit im wesentlichen in der Freizeit und bei Reisen benutzt wird.

Für das Jahr 2009 war bisher Polen als Veranstaltungsland des Esperanto-Weltkongresses im Gespräch; gewöhnlich kommen mehr als 2.000 Esperantosprecher aus aller Welt eine Woche lang zum Weltkongress zusammen. Wie der Präsident des Esperanto-Weltbundes, Renato Corsetti, vor einiger Zeit mitteilte, wird diese Planung nach der Entscheidung des Polnischen Rundfunks möglicherweise überdacht werden.

Die Entscheidung des polnischen Rundfunks, die Sendungen in Esperanto einzustellen, war bei Esperantosprechern in aller Welt auf Unverständnis gestoßen. Die Sendungen haben seit 1959 eine treue Hörerschaft in aller Welt und haben im ersten Halbjahr 2006 insgesamt 1.825 Hörerbriefe erhalten. Demgegenüber erhielt die belorussische Redaktion in diesem Zeitraum nur 56 Hörerbriefe, die ukrainische lediglich zehn – und gerade die Sendungen in diesen beiden Sprachen sollen ausgebaut werden. So haben die polnischen Botschaften in den letzten Wochen weltweit Protestbriefe von Esperantosprechern erhalten, in Japan ebenso wie in Brasilien, in Spanien und in Indien. Häufig wurde erläutert, Radio Polonia in Esperanto sei eine wichtige Informationsquelle über Polen.

Hintergrund der Entscheidung, die Esperanto-Sendungen zu beenden und die Redaktion zu entlassen, sind Andeutungen zufolge möglicherweise auch persönliche Gründe. Der Vizepräsident des Polnischen Rundfunks, J. Targalski, ist Professor für Slawistik an der Universität Warschau. Einer seiner Doktoranden ist Adam Burakowski, der Vizedirektor von Radio Polen wurde, obwohl dies seine erste Anstellung ist. Burakowski soll die Entscheidung gefällt haben, die Esperanto-Redaktion aufzulösen und die Mitarbeiter zu entlassen.

Quellen

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November 5, 2005

Erster Fernsehsender auf Esperanto

Erster Fernsehsender auf Esperanto – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Erster Fernsehsender auf Esperanto

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Artikelstatus: Fertig 10:15, 7. Nov. 2005 (CET)
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São Paulo (Brasilien), 05.11.2005 – Der Internet-Fernsehsender Internacia Televido sendet seit heute in der internationalen Sprache Esperanto und ist damit der erste Fernsehsender auf Esperanto. In der Anfangsphase wird täglich nur anderthalb Stunden Filmmaterial gesendet, das während des Tages mehrmals wiederholt wird.

Das Projekt begann im Oktober 2003 als Initiative des Brasilianers Flavio Rebelo, dem Chefredakteur des Esperanto-sprachigen Internet-Portals Ĝangalo. Anfang 2004 reiste er durch Europa, um unter europäischen Esperantisten Geld für die Initiative zu sammeln.

Das angepeilte Startkapital von 35.000 Euro wurde allerdings nie erreicht. Stattdessen hat Flavio Rebelo die Pläne etwas zurückgeschraubt, um mit den 23.000 Euro Startkapital das Projekt trotzdem zu realisieren. Durch die veränderte Planung wird jetzt in der Anfangsphase nur anderthalb anstatt vier Stunden Filmmaterial pro Tag gesendet.

Am heutigen ersten Ausstrahlungstag des Fernsehsenders werden zwei Dokumentationen über ein Volksfest im spanischen València und über den Esperanto-Weltkongress in Zagreb (2001) sowie der Zeichentrickfilm „La Fantasta Florvendejo“ gesendet.

Quellen

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