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October 11, 2014

Diskussion um Sterbehilfe in Deutschland

Diskussion um Sterbehilfe in Deutschland

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Veröffentlicht: 11.10.2014, 00:22 (CEST)
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Bremen (Deutschland), 11.10.2014 – Als Justizministerin hatte Sabine Leutheuser Schnarrenberger (FDP) in der vergangenen Legislaturperiode (2009-2013) einen Gesetzentwurf zur Sterbehilfe vorgelegt, um die gewerbsmäßige Hilfe zur Selbsttötung unter Strafe zu stellen. In der gegenwärtigen Legislaturperiode legte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) keinen neuen Entwurf vor. Stattdessen sollen die Bundestagsabgeordneten ein Gesetz vorschlagen.

Im Frühjahr diesen Jahres hatte ein „Bundesweiter Arbeitskreis Säkulare Grüne“ von Bündnis 90 / GRÜNE zur offenen Auseinandersetzung mit dem Thema aufgerufen. In Bremen veranstaltete die Partei dazu am 2. Oktober ein Fachforum in der Stadtbibliothek, an dem Prof. Ulrich Bonk vom Deutschen Hospiz- und Palliativ-Verband und Prof. Dieter Birnbacher von der Deutschen Gesellschaft für Humanes Sterben teilnahmen. Moderiert wurde die Veranstaltung von Kirsten Kappert-Gonther, Abgeordnete in der Bremischen Bürgerschaft mit den Schwerpunkten Gesundheitspolitik und Religionspolitik. Im Vordergrund stand die Frage, ob und was an den geltenden Gesetzen in Deutschland zu ändern sei. So wurde die Regelung in der Schweiz von Professor Birnbacher als ein mögliches Modell genannt, während die Liberalisierung etwa in Belgien und den Niederlanden als Gefahr gesehen wurde. Professor Bonk betonte, durch die negativen Erfahrungen in Deutschland mit der Euthanasie in der Zeit des Nationalsozialismus sei eine sachliche Auseinandersetzung oft schwierig. Zur Diskussion konnten auch betroffene Angehörige aus dem Publikum inhaltlich beitragen. Seitens der Religionsgemeinschaften war ein Pastor unter den Zuhörern, der nur einen Kommentar abgeben wollte und zwar, dass ihn der “Begriff Menschenwürde” stört.

In der benachbarten Kreisstadt Osterholz-Scharmbeck hatte die SPD-Bundestagsfraktion zu einer Diskussionsveranstaltung mit gleicher Thematik eingeladen. Gäste waren die Osterholzer Superintendentin Jutta Rühlemann und der Chefarzt des Kreiskrankenhauses, Dr. Christian Remke. Die Bundestagsabgeordnete Christina Jantz erklärte dazu: „Wir möchten, dass eine möglichst breite gesellschaftliche Debatte über den Umgang mit diesem existenziellen Thema geführt wird.“ Es herrschte Einmütigkeit darüber, dass bei einer Gesetzesänderung in Deutschland eine Tötung auf Verlangen nicht ermöglicht werden dürfe. Entwicklungen wie in Belgien, wo aktive Sterbehilfe auch bei Kindern und Jugendlichen zulässig ist, werden hierzulande mit großer Sorge betrachtet,

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Quellen[Bearbeiten]

Originäre Berichterstattung
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July 2, 2008

Hamburgs Ex-Senator Roger Kusch leistete Sterbehilfe

Hamburgs Ex-Senator Roger Kusch leistete Sterbehilfe

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Veröffentlicht: 12:46, 2. Jul. 2008 (CEST)
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Würzburg (Deutschland), 02.07.2008 – Hamburgs ehemaliger Justizsenator Roger Kusch hat nach eigenen Angaben am Samstag, den 28. Juni, bei einer 79-jährigen Rentnerin aus Würzburg Sterbehilfe geleistet. Dies gab er am Montag, 30. Juni auf einer Pressekonferenz bekannt, auf der er auch ein Video der Getöteten präsentierte. Die Frau war weder unheilbar krank noch hatte sie Schmerzen. Vielmehr hatte sie Angst, in ein Pflegeheim eingewiesen zu werden. Der Tötungsautomat, den Kusch im April der Öffentlichkeit vorgestellt hatte, kam bei der Tat nicht zum Einsatz. Stattdessen trank die Frau das Malaria-Medikament Chloroquin und das Beruhigungsmittel Diazepam aus zwei Bechern. Die Medikamente hatte sich die Frau angeblich selbst besorgt. Laut Kusch war diese erste Sterbehilfe kostenlos.

Die Staatsanwaltschaft hat inzwischen ein reguläres Ermittlungsverfahren eingeleitet, da die Frau nicht eines natürlichen Todes gestorben ist. Aktive Sterbehilfe ist in Deutschland verboten. Der Vorstand der Deutschen Hospiz-Stiftung, Eugen Brysch, nannte Kusch einen „politischen Amokläufer“.

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March 30, 2006

Erster Todestag Terri Schiavos

Erster Todestag Terri Schiavos – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Erster Todestag Terri Schiavos

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Artikelstatus: Fertig 18:20, 30. Mrz. 2006 (CEST)
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Gruppe Protestierender vor Schiavos Krankenhaus

Pinellas Park (Vereinigte Staaten), 30.03.2006 – Am 31. März 2005, dreizehn Tage nach Entfernung der Magensonde, starb die Patientin Terri Schiavo in Pinellas Park. Sie lag zuvor 15 Jahre im Koma. Auch ein Jahr nach ihrem Tod geht der 1998 entstandene Streit zwischen ihrem Mann, den Eltern und der Schwester weiter.

Kurz vor dem ersten Todestag hat ihr Ehemann ein Buch auf den Markt gebracht: „Terri – Die Wahrheit“. Er begründete die Herausgabe damit, Anschuldigungen entgegentreten zu wollen, die ihn der Misshandlung und des Mordes an seiner Frau beschuldigten. Seine Frau hätte bei der Aussichtslosigkeit ihres Zustandes sterben wollen. Er sagte: „Ich habe nur für sie gekämpft.“ Schiavos Gehirn war laut dem Autopsiebericht des zuständigen Gerichtsmediziners extrem geschädigt, eine Heilung sei ausgeschlossen gewesen.

Die Herausgabe des Buches hat jetzt den Streit zwischen dem Mann, den Eltern und der Schwester Schiavos neu aufleben lassen. Die Eltern und die Schwester gaben am Dienstag eine schriftliche Gegendarstellung in literarischer Form heraus. In dieser Gegendarstellung dementieren sie den Wunsch ihrer Tochter, sterben zu wollen. Sie begründeten dies damit, Schiavo hätte noch kurz vor ihrem Tod auf Besuche reagiert. Auch die Politik hatte sich 2005 in das Schicksal Schiavos eingeschaltet. Einige US-Gerichte wurden von den Streitparteien eingeschaltet.

Dieser erneute, öffentlich ausgetragene Streit hat nun in ganz USA die Debatte über die Rechtmäßigkeit passiver Sterbehilfe neu aufleben lassen.

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June 17, 2005

Komapatientin Terri Schiavo: Gehirn war unheilbar geschädigt

Komapatientin Terri Schiavo: Gehirn war unheilbar geschädigt

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Pinellas Park / Florida (USA), 17.06.2005 – Als die Komapatientin Terri Schiavo am 31. März 2005, dreizehn Tage nach Entfernung der Magensonde, starb, war ihr Gehirn extrem geschädigt. Dies geht aus dem jetzt veröffentlichten Autopsiebericht des zuständigen Gerichtsmediziners in Florida hervor.

Nach diesem Bericht war die 41-jährige Patientin chancenlos. An eine Wiederherstellung ihrer Gesundheit war nicht im Geringsten zu denken. Keine medizinische Behandlung hätte jemals ihren Zustand verbessern können.

Anzeichen auf Misshandlung durch ihren Ehemann konnte der Mediziner ebenfalls nicht feststellen. Ihm wurde nachgesagt, die Erkrankung seiner Frau käme daher.

Der Anwalt Michael Schiavos, George Felos, kündigte die Veröffentlichung mehrerer Gehirn- Obduktionsfotos an. Allerdings konnte auch durch die Autopsie nicht endgültig der Grund für ihren Komazustand geklärt werden.

Ursprünglich war ein Kaliummangel als Folge einer Essstörung vermutet worden. An dieser Theorie bestehen nach wie vor Zweifel.

Quellen

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March 31, 2005

Terri Schiavo ist tot

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Terri Schiavo ist tot

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Gruppe Protestierender vor Schiavos Krankenhaus

Pinellas Park / Florida (USA), 31.03.2005 – Die Komapatientin Theresa Marie Schiavo, allgemein bekannt als Terri Schiavo, starb heute Morgen um 09:05 Ortszeit, 13 Tage nach Entfernung der Magensonde, an Wassermangel und Entkräftung.

Terris Ehemann hatte sich darum bemüht, die künstliche Ernährung nicht weiter durchzuführen. Ihre Eltern gingen durch mehrere Gerichtsinstanzen, darunter sowohl das Oberste Bundesgericht als auch vor mehrere Bezirksgerichte, um die Aufrechterhaltung der künstlichen Ernährung zu erreichen.

Schiavo befand sich seit einer Kaliumunterversorgung, welche durch eine falsche Ernährung hervorgerufen wurde, im Wachkoma (Apallisches Syndrom). Damals wurde ihr Gehirn durch Sauerstoffmangel schwer geschädigt. Die meisten Ärzte Schiavos waren zu dem Schluss gekommen, es wäre nicht mehr möglich, die Patientin aus dem Wachkoma aufzuwecken. Der erlittene Gehirnschaden wäre zu groß gewesen.

Auch die amerikanische Bundespolitik hatte versucht, im „Fall Schiavo“ zu intervenieren.

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March 27, 2005

Kranker Papst erteilt stumm den Ostersegen

Kranker Papst erteilt stumm den Ostersegen

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Vatikan (Vatikanstaat), 27.03.2005 – Ein sichtlich geschwächter Papst Johannes Paul II. hat mit dem Kreuzzeichen und weitgehend stumm den Ostersegen “Urbi et orbi” vor zahlreichen Gläubigen auf dem Petersplatz vom Fenster seiner Wohnung aus erteilt.

Zwar bemühte sich der schwerkranke 84-Jährige angestrengt, zu sprechen, nachdem er rund 15 Minuten lang die österlichen Zeremonien beobachtet hatte, zu hören waren jedoch nur einige unverständliche Laute. Nach einem Luftröhrenschnitt muss sich der Papst einer Atem- und Sprechtherapie unterziehen. In der Menge, die sein Erscheinen zunächst freudig begrüßt hatte, brachen viele angesichts des unübersehbaren Leidens des Kirchenoberhaupts in Tränen aus. Der weltweit vom Fernsehen übertragene Auftritt war der erste öffentliche seit einer Woche. Bei den Osterfeierlichkeiten ließ sich Johannes Paul II. von Kardinälen vertreten. In seiner von Kurienkardinal Angelo Sodano – er gilt auch als potentieller Nachfolgekandidat – verlesenen Osterbotschaft fordert der römische Papst Frieden in den Krisengebieten der Welt und hob insbesondere den Nahen Osten hervor.

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