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January 2, 2010

Mit Auschwitz-Diebstahl sollten möglicherweise Waffenkäufe finanziert werden

Mit Auschwitz-Diebstahl sollten möglicherweise Waffenkäufe finanziert werden

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Veröffentlicht: 18:02, 2. Jan. 2010 (CET)
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Oświęcim (Polen) / Stockholm (Schweden), 02.01.2010 – Der Diebstahl des Schriftzugs „Arbeit macht frei“ von der Auschwitz-Gedenkstätte gibt weitere Fragen auf. Spekuliert wird über einen rechtsextremistischen Hintergrund des Diebstahls. Wie die schwedische Boulevardzeitung Aftonbladet unter Berufung auf einen Informanten berichtet, wollten Neonazis angeblich mit dem Verkauf des Schildes Waffenkäufe finanzieren. Andere Medien halten jedoch den Informanten der Zeitung für unglaubwürdig und die Behauptungen für spekulativ.

Ein europäischer Auftraggeber soll nach polnischen Quellen die Gedenkstätte ausgekundschaftet haben. Der polnische Fernsehsender TVP1 macht schwedische Neonazis verantwortlich für den Diebstahl. Ein Sprecher des schwedischen Geheimdiensts Säkerhetspolisen bestätigte lediglich, dass Untersuchungen über mögliche Anschläge auf das Parlamentsgebäude in Stockholm, das Außenministerium und das Haus des Ministerpräsidenten Frederik Reinfeldt stattfänden. Ob es einen Zusammenhang zu dem Diebstahl in Auschwitz gebe, wurde weder bestätigt noch dementiert.

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December 21, 2009

Gedenkstätte Auschwitz: Gestohlener Schriftzug „Arbeit macht frei“ wiedergefunden

Gedenkstätte Auschwitz: Gestohlener Schriftzug „Arbeit macht frei“ wiedergefunden

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Veröffentlicht: 21:39, 21. Dez. 2009 (CET)
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„Arbeit macht frei“ in Auschwitz I

Oświęcim (Polen), 21.12.2009 – Nachdem vor wenigen Tagen der Schriftzug „Arbeit macht frei“ vom ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz entwendet worden war, hat die Polizei diesen wiedergefunden. Fünf Verdächtige wurden festgenommen.

Bei den Tätern handelt es sich nach Polizeiangaben nicht um Rechtsradikale, jedoch sei es nicht auszuschließen, dass ein rechtsgerichteter Sammler den Auftrag zu dem Diebstahl erteilt habe.

Der Schriftzug war von den Tätern in drei Teile zerlegt und vergraben worden. Die Verdächtigen halfen der Polizei beim Auffinden des Verstecks, so dass der Schriftzug vor dem 65. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers durch die Rote Armee am 27. Januar 1945 wieder angebracht werden kann. Die Tat sorgte weltweit für Empörung.

Zwischen 1939 und 1945 wurden in Auschwitz ungefähr 1,1 Millionen Menschen ermordet, davon eine Million Juden.

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May 29, 2006

Papst Benedikt XVI. in Auschwitz-Birkenau

Papst Benedikt XVI. in Auschwitz-Birkenau

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Artikelstatus: Fertig 15:40, 29. Mai 2006 (CEST)
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Eingangstor des Konzentrationslagers Auschwitz

Oświęcim (Polen), 29.05.2006 – Papst Benedikt XVI. besuchte am Sonntag das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau. Er traf dort gegen 17:30 Uhr ein und verbrachte einige Stunden in dem ehemaligen KZ.

Während seines Besuches schritt der Papst alleine durch das Tor mit der Aufschrift „Arbeit macht frei“. Anschließend legte er Blumen vor der Wand der Verurteilten nieder. Danach besuchte er die Zelle von Pater Maximilian Maria Kolbe sowie ein Zentrum des Dialogs und Gebets.

Der Papst nahm am ökumenischen Gottesdienst für die Opfer des Lagers teil, wo er mit Roma und Juden betete.

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May 26, 2006

Papst Benedikt XVI. beginnt Polen-Reise

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Papst Benedikt XVI. beginnt Polen-Reise

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Artikelstatus: Fertig 16:37, 26. Mai 2006 (CEST)
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Warschau (Polen), 26.05.2006 – Papst Benedikt XVI. hat gestern seine viertägige Reise nach Polen begonnen. Der Papst traf gestern in Warschau ein, wo er von Staatspräsident Lech Kaczynski mit militärischen Ehren empfangen wurde. Tausende Menschen hießen den Papst willkommen.

Als eine bedeutsame Geste wurde der Besuch des Papstes am Denkmal für den Aufstand im Warschauer Ghetto im Jahre 1943 gewertet.

Im folgenden wird der Papst Stationen besuchen, die für das Leben von Johannes Paul II. von Bedeutung waren: dessen Geburtsort Wadowice, die Bischofsstadt Krakau und eine Reihe von religiösen Stätten wie etwa den Wallfahrtsort Tschenstochau.

Der Höhepunkt der Reise dürfte am Sonntag der Besuch im ehemaligen nationalsozialistischen Konzentrationslager Auschwitz sein. Dass der Papst Deutscher ist, fügt der ohnehin schmerzhaften Konfrontation eine besondere Dimension hinzu.

„Der Besuch eines deutschen Papstes in Auschwitz-Birkenau ist ein großes Ereignis“, sagte der israelische Botschafter in Warschau, David Peleg. „Wir sind alle auf seine Rede dort gespannt.“ Salomon Korn, Vorsitzender der jüdischen Gemeinde von Frankfurt am Main, betonte: „Das ist eine Ernst zu nehmende und vielversprechende Geste.“

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August 28, 2005

Verteidiger des Neonazis Ittner steht in Kürze selbst vor Gericht

Verteidiger des Neonazis Ittner steht in Kürze selbst vor Gericht

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Nürnberg (Deutschland), 28.08.2005 – Anfang April 2005 wurde der Neonazi Gerhard Ittner vom Landgericht Nürnberg in Abwesenheit zu einer Freiheitsstrafe wegen Volksverhetzung verurteilt. In Kürze erwartet seinen Anwalt Stefan Böhmer aus dem fränkischen Uttenreuth ebenfalls ein Prozess wegen Volksverhetzung.

Die Staatsanwaltschaft beruft sich bei der Anklage auf das Vorgehen des Anwalts vor dem Landgericht während des Ittner-Verfahrens. Darin stellte der Verteidiger mehrmals Anträge, die die Staatsanwaltschaft als volksverhetzend einstuft. So stellte er in seinen Beweisanträgen unter anderem die Tötung von Juden in Auschwitz in Frage. Während des Prozesses wurde er mehrmals aufgefordert, diese Äußerungen zu unterlassen, da sie strafbar sein könnten. Der Anwalt reagierte jedoch auf diese Belehrungen nicht, sondern wiederholte diese Aussagen auch in seinem Schlussplädoyer. Er brüskierte anschließend die Richter des Verfahrens gegen Ittner, indem er während der Urteilsverkündung demonstrativ den Sitzungssaal verließ.

Daraufhin leitete die Staatsanwaltschaft im Mai 2005 ein Ermittlungsverfahren gegen den Anwalt ein. Anschließend beantragte sie beim Amtsgericht Nürnberg, ihn per Strafbefehl zu einer Geldstrafe zu verurteilen. Als Begründung für den Strafbefehlsantrag legte die Staatsanwaltschaft dem Gericht einen Schriftsatz vor, in dem der Anwalt volksverhetzendes Gedankengut vorgelesen und dem Gericht übergeben hatte. Das Amtsgericht erließ den Strafbefehl. Er wurde jedoch nicht rechtskräftig, da der Anwalt Einspruch einlegte. Daraufhin hat das Amtsgericht Nürnberg die Hauptverhandlung anberaumt. Der genaue Termin ist noch nicht bekannt.

Der Mandant des Anwalts, Gerhard Ittner, befindet sich nach wie vor auf der Flucht und wird per Haftbefehl gesucht.

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May 9, 2005

Neue Dokumente zu Albert Speer aufgetaucht

Neue Dokumente zu Albert Speer aufgetaucht

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Albert Speer

Berlin (Deutschland), 09.05.2005 – Im Zuge der Recherchen für die ARD-Produktion „Speer und Er“ sind neue Dokumente über den Rüstungsminister des Dritten Reiches, Albert Speer, aufgetaucht.

Laut der Dokumente, die auf der Seite des Films abzurufen sind, bewilligte Speer am 15. September 1942 die „Vergrößerung des Barackenlagers Auschwitz“. Auch gab es einen Ortstermin mit Delegierten Speers in Auschwitz, um sich von dem Fortschritt des „Sonderprogramm Prof. Speer“ zu überzeugen.

Mit diesen Dokumenten sind die Beteuerungen Speers, nichts von der Judenvernichtung im Dritten Reich gewusst zu haben, als Lügen enttarnt.

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  • Rechtsradikale wollen am Holocaust-Gedenktag marschieren (13.01.2005)

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April 28, 2005

Europaweites Neonazitreffen am 11. Juni in Jena

Europaweites Neonazitreffen am 11. Juni in Jena

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Thüringen

Jena (Deutschland), 28.04.2005 – Am 11. Juni 2005 wollen Neonazis aus ganz Europa auf dem Jenaer Marktplatz ein „Fest der Völker“ zelebrieren. Erwartet werden mehrere tausend Teilnehmer. Ein Blick auf die geplanten Redner und Bands lässt kaum Zweifel daran aufkommen, dass es sich um ein Konzert zur Unterstützung des internationalen Neonazi-Musiknetzwerkes „Blood and Honour“ handelt, dessen neun Sektionen der „Division Deutschland“ zwar im Jahr 2000 behördlich verboten wurden, aber weiterhin aktiv sind. Für das Wochenende sind zahlreiche Gegenveranstaltungen eines breiten politischen Spektrums von der CDU bis zu linksradikalen Teilen der Antifa geplant.

Das Motto der Veranstaltung, das einem Propagandastreifen von Hitlers Lieblingsregisseurin Leni Riefenstahl über die Olympischen Spiele 1936 in Berlin entlehnt zu sein scheint, kann nur schlecht über die wahren Ziele hinwegtäuschen. Klarer zeigt diese schon der Untertitel „Für ein Europa der Vaterländer“. Zwar behaupten die Veranstalter in ihrem Aufruf „Wir Nationalisten sind keine Ausländerfeinde (…), wir achten jede Kultur und jeden Menschen“, aber schränken zugleich selbst ein: „Jedoch sind wir der Meinung, dass jeder Mensch und jede Kultur ihren angestammten Platz in dieser Welt hat, dieser muss auch von jedem respektiert werden.“

Noch deutlicher wird der Charakter des völkischen Festes bei einem Blick auf Veranstalter und Teilnehmer. Organisiert wird die Kundgebung vom so genannten „Nationalen Widerstand Jena“ (NWJ), einer Freien Kameradschaft innerhalb des militanten Neonazi-Netzwerkes „Thüringer Heimatschutz“ (THS), und dem Jenaer NPD-Kreisvorsitzenden Ralf Wohlleben.

Geplant ist der Auftritt von acht Rednern, darunter der mehrfach wegen Volksverhetzung, Gewaltverherrlichung sowie Herstellung und Verbreitung von NS-Propagandamaterial verurteilte Bundesgeschäftsführer der NPD und Landesvorsitzende der NPD Thüringen Frank Schwerdt, des Weiteren der wegen Anstiftung zur Herbeiführung einer Sprengstoffexplosion auf ein türkisches Restaurant in Eisenach ebenfalls vorbestrafte junge Neonazikader Patrick Wieschke sowie „freie Nationalisten“ aus Großbritannien, den Niederlanden (Tim Mudde), Schweden, Italien, Ungarn und Rumänien, die nahezu alle in dem in Deutschland verbotenen rechtsextremen Musik-Netzwerk „Blood and Honour“ aktiv sind.

Für das Rahmenprogramm sollen neun Rechtsrock-Bands aus Deutschland und mehreren europäischen Ländern sorgen, die sich insbesondere durch nationalistische, rassistische, antisemitische und den Nationalsozialismus verherrlichende Texte auszeichnen. Die italienische Gruppe „Block 11“ beispielsweise benannte sich nach dem „Todesblock“ im Konzentrationslager Auschwitz. Einige Mitglieder der anderen Bands sind einschlägig vorbestraft, wie der damalige Sänger der niederländischen Band „Brigade M“, der wegen der Schändung eines jüdischen Friedhofs in Den Haag im November 1999 verurteilt wurde. Sehr bezeichnend für den Charakter der Veranstaltung sind auch die angekündigten Organisationen, die mit Infoständen vertreten sein sollen, und die Sponsoren und Partner, allesamt bekannte Rechtsrock-Labels und Neonazi-Versände.

Erwartet werden mehrere tausend Neonazis aus ganz Europa. Dass dies nicht zu hoch gegriffen ist, zeigt der Verweis auf ein ähnliches Fest im vorigen Jahr in Ungarn mit 9.000 oder die jüngsten Konzerte und Demonstrationen in Dresden und Mücka (Ostsachsen) mit zirka 5.000 Teilnehmern. Ein Konzert von Michael „Lunikoff“ Regener und weiteren Bands im „Schützenhaus“ der nur 35 Kilometer südlich von Jena gelegenen Kleinstadt Pößneck, das dem bekannten Rechtsextremisten Jürgen Rieger gehört, besuchten am 02.04. zwischen 1.000 und 2.000 Neonazis. Letzteres wurde jedoch kaum beworben, wohingegen für das Jenaer „Fest der Völker“ auf zahlreichen rechtsextremen Internetseiten wie vielen „Blood and Honour“-Websites, den Seiten der angekündigten Bands und bei sehr vielen Versänden und Foren in ganz Europa seit teilweise einem Jahr massiv Werbung geschaltet wird.

Aufgrund des Konzepts und der hohen Teilnehmerzahl unterscheidet sich das Treffen in Jena deutlich von den zahlreichen rechtsextremistischen Demonstrationen der letzten Jahre und Monate in Deutschland, die zumeist nur wenige hundert bis in sehr seltenen Fällen einige tausend Sympathisanten anziehen konnten. Zusätzlich zu den erwarteten deutschen Neonazis, für die eine festivalähnliche „Politveranstaltung“ in der Innenstadt wesentlich attraktiver sein dürfte als eine Demonstration, ist mit Teilnehmern aus ganz Europa zu rechnen, die oft im Gefolge der Bands anreisen. Unbestätigten Angaben zufolge sollen sich allein die italienischen „Veneto Fronte Skinheads“, der dortige „Blood and Honour“-Arm, mit 1.000 Leuten angekündigt haben. Selbst bei Fußballspielen in Italien wurden schon Banner gesichtet, die für den 11.06. nach Jena mobilisierten. Aus Tschechien werden 150 bis 300 Nazis aus dem Umfeld der „Blood and Honour-Division Bohemia“ und der neonazistischen Organisation „Národní odpor“ erwartet. Nach Informationen der tschechischen Gruppe „Monitoring“ bei der Nicht-Regierungsorganisation „Toleranz und Zivilgesellschaft“ wurde bereits ein Reisebus aus Prag gechartert.

Die geplante Aktion in Jena ist jedoch nur der Höhepunkt einer ganzen Reihe von ähnlichen Kundgebungen und Konzerten wie dem „4. Thüringentag der nationalen Jugend“ am 28. Mai in Weimar und dem 3. NPD-Openair „Rock gegen Krieg“ am 9. Juli 2005 in Gera. Neonazis versuchen damit auf aggressive Weise, in den Zentren größerer Städte „National befreite Zonen“ auf Zeit zu errichten, in denen sie sich ungehindert bewegen, ihre Ansichten propagieren und rechten Lifestyle vorleben können.

Zahlreiche demokratische Parteien und Organisationen sowie antifaschistische Gruppierungen haben mittlerweile zum Protest gegen das „Fest der Völker“ aufgerufen. Thüringens Ministerpräsident Dieter Althaus unterstützt ausdrücklich ein Verbot neonazistischer Aufmärsche und rief alle Bürgerinnen und Bürger auf, Gesicht zu zeigen. In einem Gespräch mit der Thüringischen Landeszeitung äußerte er: „Die Kommunen sollten grundsätzlich versuchen, rechtsextreme Veranstaltungen zu verhindern, wo immer es geht. Wo das aus rechtlichen Gründen nicht möglich ist, sollten Bürger couragiert deutlich machen, dass braunes Gedankengut in ihrer Stadt unerwünscht ist.“

Auch Jenas Oberbürgermeister Dr. Peter Röhlinger versucht eigenen Angaben zufolge alles, um diese „Demonstration der Neonazis“ in Jenas „guter Stube“ zu verhindern. Da er trotz des eindeutig rechtsextremen Hintergrundes der Veranstaltung ein kurzfristiges Kippen eines angestrebten städtischen Verbotes durch die zuständigen Gerichte für möglich hält, rief er zu bürgerlichem Engagement und Zivilcourage auf: „Wir müssen gemeinsam mit allen Gleichgesinnten über die Parteigrenzen hinweg Gegenveranstaltungen vorbereiten und die Leute mobilisieren. Alle müssen sich etwas einfallen lassen. Denn Jena gehört den Bürgern, das müssen wir deutlich machen.“ und „Wir müssen zeigen: … Rechtsradikale sind unerwünscht.“ Der Oberbürgermeister wird unterstützt durch seinen Finanz- und Ordnungsamtsleiter Frank Jauch: „Die Stadt Jena hat ein klares politisches Ziel: Sie will sich gegen eine rechtsradikale Vereinnahmung wehren.“ Auch die Jenaer CDU und die Junge Union wollen sich den Protesten anschließen.

Derzeit werden in Thüringen verschiedene Aktionen vorbereitet, um das Neonazi-Fest am 11. Juni auf dem Jenaer Marktplatz oder an einem Ausweichort zu verhindern. Laut Presseberichten prüft die Stadt derzeit, ob es juristische Möglichkeiten gibt, die NPD-Veranstaltung zu verbieten. Das Jenaer „Aktionsbündnis gegen Rechts“ hat bereits eine Reihe von Gegenkundgebungen angemeldet. Im Zeitraum vom 10. bis 12. Juni werden darüber hinaus mehrere Veranstaltungen und unterschiedlichste Aktionen stattfinden. Die bislang geäußerten Ideen sind vielfältig: Von Friedensgebeten die ganze Woche vor dem 11. Juni über eine Menschenkette rund um die Innenstadt bis hin zu vielen kleineren und größeren Festen ist bislang die Rede. Auch ein Konzert für Jugendliche mit populären Bands in der Johannisstraße und ein Kinder- und Familienfest auf dem Theatervorplatz sind in Planung.

Mit Blick auf die Zusammenstöße zwischen Neonazis und einem breiten Spektrum von Gegendemonstranten Mitte April auf dem Erfurter Anger und dem einhellig als überzogen verurteilten Polizeimaßnahmen wird zuweilen eine Eskalation befürchtet. Hinzu kommt, dass zahlreiche Antifa-Gruppen aus ganz Deutschland und den Nachbarländern mittlerweile nach Jena mobilisieren, um den „antifaschistischen Selbstschutz“ zu übernehmen. Neonazis aus dem In- und Ausland haben in Gästebüchern und per E-Mail bereits mehrfach offene Morddrohungen gegenüber linken und alternativen Jugendclubs, Wohn- und Freizeitprojekten wie der „Jungen Gemeinde Stadtmitte“ ausgesprochen und ein Niederbrennen und Zerstören dieser Objekte angekündigt.

Ebenfalls am 11. Juni wird unweit des Marktplatzes in der Aula und im Innenhof der Friedrich-Schiller-Universität Jena ein Festakt der Studentenverbindung Corps Saxonia Jena stattfinden. Als Festredner auf dem 200. Stiftungsfest soll der ehemalige thüringische Ministerpräsident Dr. Bernhard Vogel auftreten. Somit sind unter Umständen auch Zusammenstöße zwischen den Verbindungsstudenten des farbentragenden, pflichtschlagenden Corps und linksradikalen Gegendemonstranten zu befürchten.

Die Stadt setzt jedoch nach Angaben von Finanz- und Ordnungsamtsleiter Frank Jauch auf eine räumliche Trennung der verschiedenen Veranstaltungen. Die Bürger sollten nicht davor zurückschrecken, sich an den Gegenaktionen zu beteiligen. Auch Herbert Bartsch von der Polizeidirektion Jena versucht die Befürchtungen zu zerstreuen, dass es am 11. Juni ähnliche Ausschreitungen geben könnte wie in Erfurt. Er bekräftigte: „Die Strategie der Polizei ist vom Grunde her auf Deeskalation und Konfliktvermeidung ausgerichtet. Unbeschadet dessen ist es gesetzlicher Auftrag gegen Störungen der Sicherheit und Ordnung konsequent vorzugehen, auch unter Anwendung gesetzlicher Hilfsmittel.“

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Hintergrundinformationen

Ausführliche Informationen zu den Veranstaltern, Rednern, Bands, sonstigen Aktiven, Unterstützern, zu rechtsextremistischen Aktivitäten in der Region insgesamt sowie den antifaschistischen Gegenaktionen finden Sie auf folgenden Websites verschiedener antifaschistischer Gruppierungen:

Quellen

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January 13, 2005

Rechtsradikale wollen am Holocaust-Gedenktag marschieren

Rechtsradikale wollen am Holocaust-Gedenktag marschieren

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Hamm (Deutschland), 13.01.2005 – Am 27. Januar 2005, dem Tag des 60. Jahrestages zur Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz (Internationaler Holocaust-Gedenktag), plant die militante neonazistische Vereinigung „Kameradschaft Hamm“ eine Demonstration. Dafür wird im Internet geworben.

Als offiziellen Grund dafür gab die „Kameradschaft Hamm“ an, es solle damit gegen die Wanderausstellung „Die braune Falle – Eine rechtsextremistische `Karriere´“ des Verfassungsschutzes sowie gegen den Verfassungsschutz an sich demonstriert werden. Diese Ausstellung findet im Januar in Hamm in den Räumen des Friedrich-List-Berufskollegs statt.

Die antifaschistische Gegenwehrgruppe „Antifa Hamm“ gab daraufhin bekannt, sie würde diese Demonstration als „… eine eine unerhörte Provokation“ empfinden und hat demonstrative Gegenaktionen angekündigt. Diese sollen sich vor allem gegen eine Verhöhnung der Opfer des Holocaust richten.

Die Kameradschaft Hamm ist, nach Angaben der Antifa Hamm, fester Bestandteil der organisierten Neonaziszene in Nordrhein-Westfalen (NRW). Bereits am 9. November 2004, dem Jahrestag der Reichspogromnacht organisierte die „Kameradschaft Hamm“ in Leverkusen eine Demonstration und sie ist verantwortlich für zwei Demonstrationen im Juni 2003 und Januar 2004. Auch eine Anzahl an gewalttätigen Übergriffen und Sachbeschädigungen ging auf deren Konto.

Die Antifa Hamm schreibt weiterhin: „Sie [die „Kameradschaft Hamm“] zählt zu den Gründungsmitgliedern des so genannten „Aktionsbüro West“, einem Neonazi-Netzwerk, das auch diese Demonstration unterstützt. Mitglieder der Gruppe sprechen regelmäßig auf Aufmärschen in NRW, zuletzt im Dezember in Recklinghausen.“

Gestern versuchten zudem fünf Mitglieder der Gruppe auf die Pressekonferenz und Eröffnung der Ausstellung zu gelangen. Die Polizei nahm ihre Personalien auf und sprach einen Platzverweis aus.

Wie viele Menschen an den angekündigten Protesten gegen den Aufmarsch teilnehmen werden, ist indes fraglich. Stadtverwaltung und Oberbürgermeister Hunsteger-Petermann sprachen sich in der Vergangenheit immer gegen Proteste aus. Sie forderten die Bevölkerung auf, die Neonazis zu „ignorieren“ und die „Rollläden zu schließen“.

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