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April 24, 2007

Wahlergebnis in Nigeria: Präsident jubelt, Opposition tobt

Wahlergebnis in Nigeria: Präsident jubelt, Opposition tobt

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Artikelstatus: Fertig 17:11, 24. Apr. 2007 (CEST)
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Lagos (Nigeria), 24.04.2007 – Der offizielle Sieger der Präsidentschaftswahlen vergangenen Samstag, dem 21. April, in Nigeria heißt Umaru Yar’Adua, der Favorit des amtierenden Präsidenten Olusegun Obasanjo und Kandidat der People’s Democratic Party (PDP). Es könnte der erste Machtwechsel sein, der durch Wahlen entschieden wird, seitdem das Land 1960 von Großbritannien unabhängig wurde. Aber Nigerias Weg zur Demokratie führt offenbar über steinige Pfade: Gewalt, Korruption und Betrug lauten die Vorwürfe. Unabhängige einheimische Beobachter stellen das Ergebnis in Frage wie auch ihre Kollegen aus dem Ausland.

„Ich bin sehr besorgt“, sagte Max van den Berg. Er beobachtete mit seinem Team die Wahl im Auftrag der EU. Auch die Opposition fühlt sich betrogen: In ihren Hochburgen hätten Wahlzettel gefehlt, andere sollen bereits ausgefüllt gewesen sein; Wahllokale seien gar nicht, zu spät oder nur kurz geöffnet worden; kriminelle Banden sollen Wahlurnen gestohlen haben; die Polizei vereitelte einen Anschlag auf den Sitz der Wahlkommission in der nigerianischen Hauptstadt; Soldaten töteten drei Jugendliche, die wegen verschwundener Wahlzettel randalierten und Autos zerstörten.

Der nigerianische Vizepräsident Atiku Abubakar sprach von „Einschüchterung, Betrug und geringer Wahlbeteiligung“. Seine Kandidatur für den Action Congress (AC) war noch kurz vor der Wahl strittig: Die Regierung warf ihm Bestechung und die Veruntreuung von 125 Millionen US-Dollar aus der Staatskasse vor. Daraufhin wurde er als Kandidat ausgeschlossen. Ein Gericht hob den Beschluss rechtzeitig vor der Wahl auf. Abubakar hatte sich mit dem amtierenden Präsidenten Obasanjo zerstritten, nachdem dessen Antrag, für weitere vier Jahre gewählt zu werden, im Parlament gescheitert war. Wie der Präsident der Vereinigten Staaten darf auch der Präsident Nigerias nur acht Jahre im Amt bleiben.

Opposition und unabhängige Wahlbeobachter fordern inzwischen neue Wahlen: „Man kann einen neuen Präsidenten nicht auf der Grundlage von Ergebnissen aus dem halben Land ausrufen“, sagte Innocent Chukwuma, Leiter der TMG, der größten Gruppe der einheimischen Wahlbeobachter.

Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land Afrikas, Mitglied der OPEC und Afrikas größter Erdölproduzent. Mehr als 90 Prozent der Einnahmen aus dem Erdölgeschäft fließen in die Staatskasse. Korruption und Vetternwirtschaft sorgen dafür, dass von Nigerias Ölreichtum nur wenige profitieren. Die Antikorruptionsbehörde schätzt, dass seit 1960 mehr als 380 Milliarden Euro verschwunden sind – aus der Staatskasse in den privaten Geldbeutel von Politik und Wirtschaft.

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Quellen

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March 6, 2007

Ghana feiert 50 Jahre Unabhängigkeit

Ghana feiert 50 Jahre Unabhängigkeit – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Ghana feiert 50 Jahre Unabhängigkeit

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Artikelstatus: Fertig 18:13, 6. Mär. 2007 (CET)
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Accra (Ghana), 06.03.2007 – Heute vor 50 Jahren wurde Ghana von der britischen Kolonialmacht unabhängig. An diesem historischen Datum erreichen die Feierlichkeiten im Unabhängigkeitsjahr ihren Höhepunkt. In der gestrigen Nacht versammelten sich Tausende auf dem Unabhängigkeitsplatz im Zentrum der Hauptstadt Accra, wo die Ausrufung der Unabhängigkeit feierlich wiederholt wurde und zum genauen Zeitpunkt des goldenen Jubiläums ein Feuerwerk entzündet wurde. Das ganze Jahr hindurch werden in allen Teilen des Landes Veranstaltungen zur Erinnerung an das geschichtliche Ereignis stattfinden.

Die Flagge Ghanas

An den Festlichkeiten in Ghana nehmen mehr als 20 Staats- und Regierungschefs teil, unter ihnen Thabo Mbeki, der Staatspräsident Südafrikas, Robert Mugabe, der Präsident Simbawes, und der nigerianische Präsident Olusegun Obasanjo. Als Vertreter der ehemaligen Kolonialmacht reiste der Herzog von Kent zu den Feiern. Der ehemalige ghanaische Präsident Jerry Rawlings boykottiert den Festakt „BBC News“ zufolge. Auch bekannte Persönlichkeiten wie der ehemalige brasilianische Fußballspieler Pelé und der Sänger Stevie Wonder sind bei den Jubiläumsfeiern anwesend. Stevie Wonder wird seinen ursprünglich Martin Luther King gewidmeten Song „Happy Birthday“ in einer speziellen Version für Ghana vortragen. Außerdem wird es Lesungen und eine Parade geben. Am heutigen Nachmittag wird in den Straßen des Landes weiter gefeiert werden. Laut „allAfrica.com“ wird an einem Veranstaltungsort ein 380-Meter langer Tisch aufgebaut, auf dem mehr als 450 Speisen aus allen zehn Regionen des Landes Platz finden sollen. Im ganzen Land wurde die rot-gelb-grüne Landesfahne gehisst.

Die Feiern wurden in Ghana wegen ihrer Kosten kritisiert. Die Regierung verwendet für das zwölfmonatige Festprogramm mit dem Motto „Afrikas Vorzüglichkeit verfechten“ über 12,5 Millionen Euro. Vorwürfen, man hätte das Geld besser investieren können, begegnet die Regierung mit dem Argument, es werde keine ganzjährige protzerische Party geben. Stattdessen würden Einrichtungen und Projekte finanziert, die auch in Zukunft wichtig für die Würde und den Fortschritt des Landes seien. Die größte Oppositionspartei, der „National Democratic Congress (NDC)“, und die „Convention People’s Party“ haben sich im Vorfeld darüber beschwert, nicht in die Planungen für die Feiern einbezogen worden zu sein. Oboshie Sai Cofie, die Informationsministerin Ghanas, entgegnete dem in einem Interview mit „Voice of America“, sie glaube, ein derartiges Programm müsse von der Regierung geplant werden.

Denkmal für Kwame Nkrumah in Accra

Großbritannien übergab am 5. März 1957 nach 80 Jahren Kolonialherrschaft die Macht formell an den Führer der friedlichen ghanaischen Unabhängigkeitsbewegung, Kwame Nkrumah. Um Mitternacht wurde der Union Jack auf dem alten Poloplatz eingeholt, bevor die ghanaische Flagge begleitet vom Schlagen der Kirchenglocken feierlich gehisst wurde. Am 6. März hielt Kwame Nkrumah in seiner Funktion als erster Ministerpräsident des unabhängigen Ghanas eine Rede, in der er sagte: „Der Kampf ist nun endlich zu Ende. Und Ghana, eure geliebte Heimat, ist frei für immer.“ Im Zuge der Dekolonialisierung legte das westafrikanische Land den Namen „Goldküste“ ab und benannte sich nach dem alten Reich von Ghana. Großbritannien hatte das Land 1874 nach acht Kriegen gegen die Ashanti zur Kronkolonie erklärt. Die Briten gewährten der Bevölkerung des Landes ab der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg begrenzte politische Rechte. Zeitungen und unabhängige Schulen konnten gegründet werden. Auch die Gründung der „Convention People’s Party“ durch Kwame Nkrumah, der 1952 Premierminister des Landes wurde, war zugelassen worden. Das Amt des Premierministers war zu dieser Zeit aber lediglich auf repräsentative Aufgaben beschränkt.

Kwame Nkrumah, der das Land nach dem Vorbild sozialistischer Staaten umstrukturierte, wurde 1966 durch einen Militärputsch, der von der CIA unterstützt wurde, aus dem Amt gedrängt. In den nächsten 20 Jahren folgten weitere Putsche. In den 1980-er Jahren regierte Jerry Rawlings das Land, der durch einen Militärputsch an die Macht kam und wirtschaftsliberale Veränderungen nach den Forderungen des Internationalen Währungsfonds (IWF) durchführte. In der Medienberichterstattung wird von Ghana heute häufig das Bild eines Musterlandes hinsichtlich Demokratie und Marktwirtschaft gezeichnet, während es weiterhin Korruption, Analphabetismus und Armut gibt; etwa die Hälfte der Ghanaer leben in Armut. Weitere Probleme sind die Abhängigkeit der Wirtschaft von wenigen Primärgütern wie Kakao und Gold und die Abwanderung von Fachkräften.

Die Unabhängigkeit Ghanas hatte einen hohen symbolischen Wert, weil es das erste Land in Subsahara-Afrika war, das sich von seiner europäischen Kolonialmacht löste. Ein Sonderfall ist der Sudan, der 1956, also noch vor Ghana unabhängig wurde. Diesem Ereignis wird im Vergleich zur Unabhängigkeit Ghanas ein geringer Symbolwert zugesprochen. So erklärte Südafrikas Präsident Thabo Mbeki am 3. März dieses Jahres in einer Internetkolumne, dass die Unabhängigkeit Ghanas eine Aufmunterung für die afrikanischen Unabhängigkeitsbewegungen gewesen sei, die sich Kwame Nkrumahs Parole „immer vorwärts, niemals zurück“ zu eigen gemacht hätten.

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Quellen

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March 29, 2006

Ex-Präsident von Liberia in Nigeria festgenommen

Ex-Präsident von Liberia in Nigeria festgenommen

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Artikelstatus: Fertig 15:06, 29. Mrz. 2006 (CEST)
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Monrovia (Liberia) / Abuja (Nigeria), 29.03.2006 – Nach Polizeiangaben wurde der frühere liberianische Präsident Charles Taylor heute im Bundesstaat Borno, im Norden Nigerias, an der Grenze zu Kamerun festgenommen. Nigerias Präsident Olusegun Obasanjo will Charles Taylor nun an Liberia ausliefern lassen. Der Ort, an dem Charles Tayler festgenommen wurde, ist mehr als 1.500 km von Calabar entfernt, wo sich der liberianische Ex-Präsident seit 2003 aufhielt.

Nach Angaben von lokalen Regierungsbeamten war Charles Tayler mit einem Jeep unterwegs. Charles Tayler soll viele US-Dollars in einem großen Koffer bei sich getragen haben. Die amtierende liberianische Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf hatte unter dem Druck der US-Regierung im März dieses Jahres von Nigeria die Auslieferung des Ex-Präsidenten gefordert. In der letzten Woche hatte die liberianische Präsidentin ihre Forderung erneuert. Sie will, dass sich Taylor in Sierra Leone einem Gericht stellt. In Sierra Leone ist Charles Tayler wegen der Unterstützung von Rebellen angeklagt.

Am Montagabend war der Staatschef Liberias, Charles Taylor, verschwunden. Vor zwei Jahren, im Jahr 2003, wurde er vom Amt enthoben. Er ging damals ins Exil nach Nigeria. Inzwischen wurde er als Kriegsverbrecher angeklagt. Wie und warum Taylor untergetaucht ist, war mysteriös, denn für ihn waren fünf Sicherheitsleute zu seiner persönlichen Bewachung abgestellt. Nigerias Präsident Olusegun Obasanjo hatte angeordnet, das Verschwinden Taylors aufzuklären, da auch eine Entführung in Frage kommen könne.

Am heutigen Mittwoch weilte Präsident Olusegun Obasanjo in Washington. Ob ihn George W. Bush empfangen würde, wie es geplant war, ist nicht bekannt.

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October 24, 2005

Hochrangige Politiker und Diplomaten unter den Opfern des Flugzeugabsturzes in Nigeria

Hochrangige Politiker und Diplomaten unter den Opfern des Flugzeugabsturzes in Nigeria

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Artikelstatus: Fertig 21:51, 30. Okt. 2005 (CET)
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Abuja (Nigeria), 24.10.2005 – Unter den 117 Opfern des Flugzeugabsturzes in Nigeria befinden sich auch einige hochrangige nigerianische Politiker und Diplomaten. Berichte aus Südafrika besagen, dass sich US-Diplomaten und Politiker anderer afrikanischer Nationen an Bord befänden hätten. Darunter seien auch Vertreter der westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft ECOWAS.

Auch die südafrikanische TV-Produzentin Adele Lorenzo war an Bord. Die Johannesburger Zeitung „The Star“ berichtete heute, die 31-Jährige aus Kapstadt sei in Nigeria gewesen, um einen Film zu drehen.

Beim nigerianischen Staatspräsidenten Olusegun Obasanjo schlug das Schicksal gestern gleich zweimal zu. Im südspanischen Badeort Marbella starb seine Ehefrau, die 59-jährige Stella Obasanjo, während einer Schönheitsoperation.

Eine Maschine des Typs Boeing 737 der nigerianischen Fluggesellschaft „Bellview Airlines“ war gestern Abend gegen 19:00 Uhr (Ortszeit) in Nigeria abgestürzt. Die Maschine befand sich auf dem Weg von Lagos nach Abuja, als sie etwa drei Minuten nach dem Start in Lagos von den Radarschirmen der Fluglotsen verschwand.

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