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June 19, 2012

Augsburg: Katholische Kirche verliert Rechtsstreit wegen Kündigung einer lesbischen Erzieherin

Augsburg: Katholische Kirche verliert Rechtsstreit wegen Kündigung einer lesbischen Erzieherin

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Veröffentlicht: 20:58, 19. Jun. 2012 (CEST)
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Datei:Kindergartenfrankfurt.jpg
Bild einer Kindergartengruppe in Frankfurt am Main

Augsburg (Deutschland), 19.06.2012 – Heute fand die mündliche Verhandlung vor dem Verwaltungsgericht in Augsburg statt: Verhandelt wurde der Fall einer lesbischen Erzieherin, deren Arbeitsverhältnis von der katholischen Kirche wegen ihrer sexuellen Orientierung während der Elternzeit gekündigt worden war. Das Gericht entschied: Während der Elternzeit steht die Mitarbeiterin unter besonderem Schutz, so dass die Kündigung unwirksam war.

Die 39-jährige Frau war Leiterin eines Kindergartens im Landkreis Neu-Ulm. Als sie wegen der Geburt ihres Kindes ihre Elternzeit beantragte, teilte sie der Pfarrkirchenstiftung als Betreiberin des Kindergartens mit, dass sie in einer Lebenspartnerschaft mit einer anderen Frau lebe. Die Pfarrkirchenstiftung sah hierin einen Verstoß gegen die katholische Glaubens- und Sittenlehre und möchte die Kündigung des Arbeitsverhältnisses aussprechen. Wegen des besonderen Kündigungsschutzes während der Elternzeit, benötigt sie hierzu die Zustimmung des Gewerbeaufsichtsamts, die aber nicht erteilt worden war. Deshalb kam es zum Rechtsstreit vor dem Verwaltungsgericht: Die Pfarrkirchenstiftung klagte gegen den die Regierung von Oberbayern auf Erteilung der Zustimmung zu der Kündigung.

Das Verwaltungsgericht Augsburg hat die Klage abgewiesen (Az.: Au 3 K 12.266 vom 19.06.2012). Der Präsident und Pressesprecher des VG Augsburg Ivo Moll führte aus: Auch wenn die Kirche das Verhalten der Frau als schwerwiegenden Loyalitätsverstoß einstufe, so rechtfertige dies nicht die Aufhebung der besonderen Schutzbestimmungen für Mütter in der Elternzeit: „Staatliches Recht kann mit kirchlichem kollidieren“. Die Mitarbeiterin sei seit 13 Jahren als Leiterin des Kindergartens tätig gewesen. Ihr Interesse „an einem kontinuierlichen Erwerbsleben und an der Einhaltung der Kündigungsfrist nach Ablauf der Elternzeit sei höher zu bewerten als das Interesse der Kirche, das Arbeitsverhältnis bereits während der Elternzeit zu beenden.“ Das staatliche Recht sehe Lebenspartnerschaften ausdrücklich vor. Außerdem habe nicht die Mitarbeiterin, sondern die Kirche die Lebenspartnerschaft öffentlich gemacht. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Bistumssprecher Markus Kremser erklärte hierzu: „Aus Sicht der Diözese handelt es sich um einen so schwerwiegenden Verstoß gegen die Loyalitätspflicht eines Mitarbeiters, dass eine Kündigung keinen Aufschub duldet.“ Bekannt wurde der Kirche die gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaft, da die Frau eine Bescheinigung über ihre „Heirat“ abgegeben hatte. Sie war sich dabei bewusst, dass die Kirche, als ihr Arbeitgeber, dies vermutlich nicht dulden würde.

Die kirchenkritische Laienbewegung „Wir sind Kirche“ äußerte sich kritisch zur Kündigung: „Die Moral wird durchgefochten – koste es, was es wolle“.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Römisch-katholische Kirche
Wikipedia-logo-v2.svg In Wikipedia gibt es den weiterführenden Artikel „Arbeitsrecht der Kirchen“.

Quellen[Bearbeiten]

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December 29, 2011

Polizistenmord von Augsburg: Zwei Tatverdächtige festgenommen

Polizistenmord von Augsburg: Zwei Tatverdächtige festgenommen

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Veröffentlicht: 19:53, 29. Dez. 2011 (CET)
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Mit diesem Fahndungsplakat bat die SOKO die Bevölkerung um Mithilfe bei der Aufklärung

Augsburg (Deutschland) / Friedberg (Deutschland), 29.12.2011 – Am Donnerstagvormittag schlug die Sonderkommission „Spickel“ zu. Acht Wochen nach dem Mord an dem Polizeibeamten Mathias Vieth wurden zeitgleich in Augsburg und Friedberg je ein Tatverdächtiger durch das Sondereinsatzkommando festgenommen.

Ein Polizeisprecher erklärte: „Die mutmaßlichen Täter waren von der polizeilichen Maßnahme vollkommen überrascht und leisteten keinen Widerstand“. Die beiden Tatverdächtigen sollen sich im Polizeipräsidium Schwaben Nord befinden. Die Vernehmungen laufen. Am Freitag sollen die Verdächtigen dem Haftrichter vorgeführt werden. Zur Identität der Personen machten Polizei und Staatsanwaltschaft noch keine Angaben. Nach Informationen der Münchner Abendzeitung sollten die Tatverdächtigen schon länger im Blickpunkt der Ermittler gestanden haben. Beide Personen stammen aus dem kriminellen Milieu von Augsburg und sollen schon einiges auf dem Kerbholz haben. Nach Auskunft der Ermittler wird derzeit kein Zusammenhang mit der Mordserie des Nationalsozialistischen Untergrunds oder der Russenmafia gesehen. Solche Hintergründe waren vermutet worden.

Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) sagte gegenüber dem Bayrischen Rundfunk zu den Festnahmen: „Das freut mich ganz besonders. Die hohe Leistungsbereitschaft, die Geduld und die Hartnäckigkeit der Ermittler zahlen sich aus“.

Mathias Vieth und seine Kollegin waren am 28. Oktober 2011 gegen 3 Uhr morgens beim Versuch einer Personenkontrolle und einer anschließenden Verfolgung an der Lechstaustufe im Siebentischwald bei Augsburg beschossen worden. Die 30-jährige Beamtin wurde dabei verletzt, Mathias Vieth verstarb noch am Tatort an den Folgen der Schussverletzung.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

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November 11, 2011

Nach Polizistenmord in Augsburg: 45 neue Hinweise nach ZDF-Sendung

Nach Polizistenmord in Augsburg: 45 neue Hinweise nach ZDF-Sendung

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Veröffentlicht: 06:04, 11. Nov. 2011 (CET)
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Aktenzeichen XY Log.svg

Augsburg (Deutschland), 11.11.2011 – Nach der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY … ungelöst“ gibt es 45 neue Hinweise zum Mord an dem Polizeibeamten Matthias Vieth bei Augsburg. Es soll ein Vorname eines Täters genannt worden sein. Hintergrund der Tat ist möglicherweise ein Drogengeschäft. Der Tipp sei von einem Zuschauer der Sendung gekommen, so Alfred Hettmer vom Landeskriminalamt Bayern.

Die weiteren Hinweise bezogen sich zumeist auf das von den Tätern zurückgelassene Motorrad und deren Tasche. Zwischenzeitlich hat die Sonderkommission (SOKO) „Spickel“ ein Fahndungsplakat herausgegeben und hofft auf weitere Mithilfe der Bevölkerung.

Die auf 50 Mann aufgestockte SOKO ermittelt in dem Mordfall vom Freitag, den 28. Oktober 2011. Gegen drei Uhr morgens versuchte eine Streifenbesatzung der Augsburger Polizei im Stadtteil Augsburg-Hochzoll, ein Motorrad, das mit zwei Personen besetzt war, zu kontrollieren. Die beiden dunkel gekleideten Personen flüchteten mit dem Motorrad, und es wurden Schüsse auf die verfolgenden Polizisten, eine 30-jährige Beamtin und einen 41-jährigen Beamten, abgegeben. Die Täter setzten die weitere Flucht zu Fuß fort und ließen das Motorrad zurück. Der Beamte verstarb noch am Tatort.

Eine Belohnung von 55.000 Euro ist ausgesetzt. Ein Zusammenhang mit den Ermittlungen in dem Jahre zurückliegenden Polizistenmordfall in Heilbronn wird zwischenzeitlich nicht mehr angenommen.

Vor dem Polizeipräsidium Schwaben Nord wurden von der Bevölkerung in Anteilnahme Blumen abgelegt. Stiftungen griffen den Hinterbliebenen finanziell unter die Arme.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Augsburg: Polizeibeamter von flüchtendem Motorradfahrer erschossen (28.10.2011)
  • Augsburger Polizistenmord: Tatwaffe wurde aufgefunden (29.10.2011)

Fahndungsplakat der SOKO

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March 5, 2011

Polizeiaktion: Vier mutmaßliche Menschenhändler festgenommen

Polizeiaktion: Vier mutmaßliche Menschenhändler festgenommen

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Veröffentlicht: 17:03, 5. Mär. 2011 (CET)
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Bordell in Muenchen.jpg

Augsburg (Deutschland), 05.03.2011 – Seit Anfang des Jahres ermittelt die Augsburger Kriminalpolizei gegen einen 53-jährigen Deutschen rumänischer Herkunft mit Wohnsitz im Raum Landsberg, eine 42-jährige Deutsche aus Mannheim, einen 39-jährigen Deutschen mit rumänischen Wurzeln und eine 27-jährige rumänische Staatsangehörige in Memmingen. Der Vorwurf lautet auf Menschenhandel zum Zwecke der sexuellen Ausbeutung (Paragraph 232 des deutschen Strafgesetzbuchs) und Zuhälterei (Paragraph 181a Strafgesetzbuch). Sie sollen zehn junge Frauen aus Rumänien verschleppt haben, um sie in Deutschland unter Zwang als Prostituierte arbeiten zu lassen. Dazu betrieben sie in Bayern, Baden-Württemberg und Thüringen Bordelle, die als Wellness- und Massagestudios getarnt waren.

Neben den Wohnungen der Tatverdächtigen wurden in Memmingen, Gotha, Erfurt und Weimar Örtlichkeiten durchsucht, bei denen die Polizei davon ausging, dass die jungen rumänischen Frauen dort der Prostitution nachgehen. Zehn Frauen zwischen 18 und 22 Jahren konnten angetroffen werden. Die Frauen wurden nach ersten Ermittlungen der Hilfsorganisation Solidarity with Women in Distress (SOLWODI), die sich um Opfer von Menschenhandel kümmert, übergeben.

Bei der am Mittwoch durchgeführten Durchsuchungs- und Festnahmeaktion wurde ein fünfstelliger Bargeldbetrag und Unterlagen sichergestellt. 70 Kriminalbeamte waren eingesetzt.

Themenverwandte Artikel[Bearbeiten]

  • Portal:Straftaten und Ermittlungsverfahren
  • Portal:Polizeieinsätze

Quellen[Bearbeiten]

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May 8, 2010

Papst entlässt umstrittenen Augsburger Bischof Mixa

Papst entlässt umstrittenen Augsburger Bischof Mixa

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Veröffentlicht: 21:44, 8. Mai 2010 (CEST)
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Walter Mixa

Augsburg (Deutschland) / Vatikanstadt, 08.05.2010 – Wie der Vatikan am Samstagmittag bekannt gab, hat Papst Benedikt XVI. den Augsburger Weihbischof Walter Mixa aus seinem Amt entlassen. Er entsprach damit einem Rücktrittsgesuch des Bischofs vom 21. April des Jahres.

Mixa war wegen Vorwürfen, als Stadtpfarrer von Schrobenhausen (zwischen 1975 und 1996) Heimkinder geschlagen und Gelder einer Waisenhausstiftung veruntreut zu haben, unter Druck geraten. Diese Beschuldigungen hatte Mixa teilweise zugegeben. Inzwischen geht die Staatsanwaltschaft auch Verdachtsmomenten nach, Mixa habe sich des sexuellen Missbrauchs an Schutzbefohlenen schuldig gemacht. Bisher wurden jedoch lediglich Vorermittlungen aufgenommen. Ein Anwalt des Bischofs hat die Vorwürfe in der Augsburger Allgemeinen zurückgewiesen. Diese beziehen sich auf die Zeit, als Mixa Bischof in Eichstätt war (1996 bis 2005).

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, begrüßte die Entscheidung des Papstes: „Die zügige Entscheidung des Papstes schafft die notwendige Klarheit. Sie gibt allen Beteiligten die Chance zum Neuanfang. Ich danke Papst Benedikt für seine Unterstützung der Kirche in Deutschland.“

Themenverwandte Artikel

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March 5, 2010

Bundesverfassungsgericht: „Ausländer raus“-Parolen verstoßen nicht per se gegen Menschenwürde

Bundesverfassungsgericht: „Ausländer raus“-Parolen verstoßen nicht per se gegen Menschenwürde

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Veröffentlicht: 17:57, 5. Mär. 2010 (CET)
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Bundesverfassungsgericht: „Ausländer raus“-Parolen verstoßen nicht per se gegen Menschenwürde
Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer 1. Schriften […], die zum Hass gegen Teile der Bevölkerung oder gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihr Volkstum bestimmte Gruppe aufstacheln, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen gegen sie auffordern oder die Menschenwürde anderer dadurch angreifen, dass Teile der Bevölkerung oder eine vorbezeichnete Gruppe beschimpft, böswillig verächtlich gemacht oder verleumdet werden […] öffentlich ausstellt, anschlägt, vorführt oder sonst zugänglich macht, …
Bundesverfassungsgericht: „Ausländer raus“-Parolen verstoßen nicht per se gegen Menschenwürde

– § 130 StGB „Volksverhetzung“ (Auszug) laut juris.de

Karlsruhe (Deutschland), 05.03.2010 – Die Forderung nach „Rückführung von Ausländern“ oder auch Parolen wie „Ausländer raus“ sind durch die Meinungsfreiheit gedeckt. Sie stellten für sich genommen noch keine Verletzung der Menschenwürde dar. Das geht aus einem Urteil hervor, das die 1. Kammer des Ersten Senats des Bundesverfassungsgerichts fällte. In einem verbundenen Verfahren in drei Verfassungsbeschwerden wegen Verurteilungen wegen Volksverhetzung hatte das deutsche Bundesverfassungsgericht bereits am 4. Februar 2010 entschieden, dass entsprechende Urteile des Amtsgerichts und im Revisionsverfahren auch des Landgerichts Augsburg aufgehoben werden. Eine entsprechende Pressemitteilung des höchsten deutschen Gerichts erging heute.

Die Beschwerdeführer waren von den genannten Gerichten in Augsburg wegen Volksverhetzung (gemäß Paragraph 130 Strafgesetzbuch) verurteilt worden, weil sie Plakate aufgehängt hatten, auf denen der Schriftzug zu lesen war: „Ausländerrückführung – Für ein lebenswertes deutsches Augsburg“. Verantwortlich für die Plakataktion war eine rechtsgerichtete Gruppierung namens „Augsburger Bündnis · Nationale Opposition“, die sich selbst als „Deutsche Wählergruppe für Augsburg“ bezeichnet. Diese Organisation führte vom 3. Juni bis 17. Juni 2002 „Aktionswochen“ durch. Im Mai des Jahres hatte die Wählergruppe in der Zeitschrift „Neues Schwaben“ zehn Gründe gegen Zuwanderung und für die Rückführung von Ausländern abgedruckt. Das Amtsgericht Augsburg hatte die Beschwerdeführer wegen dieser Aktion zu Geldstrafen von 70 Tagessätzen verurteilt. Im Urteil hieß es dazu, die Angeklagten hätten die Menschenwürde anderer dadurch angriffen, „dass Teile der Bevölkerung, nämlich die hier lebenden Ausländer, beschimpft und böswillig verächtlich gemacht würden“ (zitiert laut BVerfG).

Das Bundesverfassungsgericht bemängelte die Urteilsbegründung des Augsburger Landgerichts als nicht ausreichend für eine Verurteilung wegen Volksverhetzung. Wenn von einer Verletzung der Menschenwürde ausgegangen werde, sei eine besonders sorgfältige Begründung notwendig. Die Verletzung der Menschenwürde sei gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung abzuwägen. Dem entspreche es, so das Bundesverfassungsgericht, „dass die Strafgerichte bei der Parole ‚Ausländer raus‘ nur unter Hinzutreten weiterer Begleitumstände von einem Angriff auf die Menschenwürde ausgehen.“ In dem genannten Plakat sei nicht die „Minderwertigkeit von Ausländern ausgesprochen“ worden, zum Beispiel durch die „Zuschreibung sozial unerträglicher Verhaltensweisen oder Eigenschaften“ und „aus der Pauschalität einer verbalen Attacke“ dürfe nicht „ohne weiteres auf ein Verächtlichmachen geschlossen werden“.

Auch eine Entscheidung des Bayerischen Obersten Landesgerichts in der gleichen Frage genüge den gestellten Anforderungen nicht. Die Verfahren wurden an das zuständige Amtsgericht zurückverwiesen.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Bundesverfassungsgericht

Quellen

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September 10, 2009

Katrin Wendland ins Präsidium der Deutschen Mathematikervereinigung gewählt

Katrin Wendland ins Präsidium der Deutschen Mathematikervereinigung gewählt

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Veröffentlicht: 14:29, 10. Sep. 2009 (CEST)
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Augsburg (Deutschland), 10.09.2009 – Prof. Dr. Katrin Wendland, die einen Lehrstuhl für Geometrie und Analysis an der Universität Augsburg innehat, ist nun Mitglied im Präsidium der Deutschen Mathematikervereinigung (DMV). Den Schwerpunkt ihrer Arbeit im DMV-Präsidium möchte sie auf die Vertretung der Interessen der mathematischen Wissenschaft legen, insbesondere aber auch auf die Vernetzung der Mathematik mit ihren Nachbarwissenschaften.

Ihr Studium begann Katrin Wendland in den Fächern Mathematik und Astronomie/Physik an der Universität Bonn. Ihre Diplomarbeit mit dem Thema „Regularisierte Determinanten von Laplace-Operatoren“ schrieb sie 1996 bei Prof. Dr. Werner Müller. Promoviert hat Wendland 2000 in theoretischer Physik bei Prof. Dr. Werner Nahm. Nach ihrer Postdoc-Zeit und ihrer Arbeit als Lecturer und Senior Lecturer in Warwick sowie mehreren Gastaufenthalten in den Vereinigten Staaten wurde sie im Jahre 2006 an die Universität Augsburg berufen. Seit 2007 ist sie dort die Geschäftsführende Direktorin des Institutes für Mathematik.

Themenverwandte Artikel

  • Portal:Mathematik

Quellen

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November 29, 2008

Airbuswerke in Varel, Nordenham und Augsburg werden von EADS-Tochter Premium Aerotec weitergeführt

Airbuswerke in Varel, Nordenham und Augsburg werden von EADS-Tochter Premium Aerotec weitergeführt

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Veröffentlicht: 18:45, 29. Nov. 2008 (CET)
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Airbuswerk in Nordenham

Varel / Nordenham / Augsburg (Deutschland), 29.11.2008 – Die Standorte in Norddeutschland (Nordenham und Varel) sowie im bayerischen Augsburg werden von einer hundertprozentigen Airbustochter, Premium Aerotec, weitergeführt. Ursprünglich sollten die Werksstandorte, an denen Flugzeugteile für Airbus gefertigt werden, im Rahmen des Sparprogramms „Power8“ an Fremdfirmen verkauft werden.

Das Sparprogramm war notwendig geworden, nachdem Airbus seine Lieferverpflichtungen gegenüber Kunden, die das neue Großraum-Passagierflugzeug Airbus A380 bestellt hatte, nicht einhalten konnte. Die damit verbundenen Einnahmeausfälle sollten durch das Sparprogramm Power8 aufgefangen werden. Von Gewerkschaftsseite war in diesem Zusammenhang der Abbau von bis zu 10.000 Arbeitsplätzen bei Airbus befürchtet worden. Die IG Metall wertet die Einigung der Belegschaft mit der Konzernführung als Erfolg. Betriebsrat und Geschäftsführung einigten sich bereits am Freitag vergangener Woche auf einen sozialverträglichen Übergang der genannten Airbuswerke in den Besitz der Airbustochter Premium Aerotec GmbH zum 1. Januar 2009. Inzwischen hat auch der Airbus-Aufsichtsrat dem Überleitungsvertrag zugestimmt. Die aus Belegschaftssicht wichtigsten Punkte sind dabei die Garantie der Sicherheit der Arbeitsplätze: Bis zum 31. Dezember 2013 sollen keine betriebsbedingten Kündigungen stattfinden. Außerdem konnten die Arbeitnehmervertreter auch Arbeitszeitverlängerungen und Gehaltskürzungen abwehren. Einspareffekte für das Unternehmen sollen „durch mehr Effizienz und eine höhere Produktivität“ erreicht werden, so heißt es in einer gemeinsamen Erklärung des Airbus-Gesamtbetriebsrates und der IG Metall Küste. Den von der Belegschaft zu erzielenden Einspareffekt, unter anderem durch kürzere Verteilzeiten, bezifferte Airbus-Vorstandsvorsitzender Thomas Enders mit 22,5 Millionen Euro. Außerdem stellt Airbus für die Modernisierung der Standorte 500 Millionen Euro zur Verfügung. Die bestehenden Tarifverträge bleiben von der Vereinbarung unberührt.

Mit dem Unternehmen, das die Airbusstandorte in Varel, Nordenham und Augsburg mit insgesamt etwa 6.000 Arbeitsplätzen weiterführt, entsteht der zweitgrößte Luftfahrtzulieferer der Welt nach „Spirit Aerosystems“, einer US-Firma, die 2005 aus ehemaligen Standorten des Airbuskonkurrenten Boeing hervorgegangen war. Die Führung des neuen Luftfahrt-Zulieferers soll der ehemalige Chef des Augsburger EADS-Werks, Hans Lonsinger, übernehmen. Langfristig strebt das neue Unternehmen die Loslösung vom Airbus-Mutterkonzern an. Eine der Optionen sei ein Börsengang nach 2011. Premium Aerotec rechnet für das Jahr 2009 mit einem Umsatz in einer Größenordnung von zirka einer Milliarde Euro.

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September 9, 2008

Beleidigung in Anklageschrift beim Ausgburger Landgericht

Beleidigung in Anklageschrift beim Ausgburger Landgericht

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Veröffentlicht: 21:57, 9. Sep. 2008 (CEST)
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Augsburg (Deutschland), 09.09.2008 – Das Landgericht Augsburg verschickte offenbar eine beleidigende Anklageschrift an einen Angeklagten, in dem dieser als „Arschloch“ bezeichnet wurde. Das Dokument sei nur für den internen Gebrauch vorgesehen gewesen und aus Versehen verschickt worden. Der verantwortliche Staatsanwalt wird sich vermutlich nicht rechtfertigen müssen, da, so der Leiter der Staatsanwaltschaft, es sich bei dem „Arschloch“ in dem Schreiben nicht um eine Beleidigung im juristischen Sinne handle, da der Vorsatz fehle, dies öffentlich zu machen. Das Schreiben sei allerdings nur intern gewesen und nur durch ein Versehen an die Öffentlichkeit gekommen.

Der Staatsanwalt wurde bereits von dem Fall abgezogen und bedauert den Vorfall zutiefst. Er werde sich schriftlich bei dem Mann entschuldigen. Der Vorfall sei erst aufgefallen, als sich der Angeklagte meldete. Dem Angeklagten wird vorgeworfen, 181 geschützte griechische Landschildkröten illegal eingeführt zu haben.

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July 9, 2008

Am 2. September ist Oliver Kahns Abschiedsspiel in der Münchner Allianz-Arena

Am 2. September ist Oliver Kahns Abschiedsspiel in der Münchner Allianz-Arena

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Veröffentlicht: 10:14, 9. Jul. 2008 (CEST)
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Augsburg (Deutschland), 09.07.2008 – Am 2. September wird Oliver Kahn voraussichtlich sein Abschiedsspiel in der Münchner Allianz-Arena spielen. Zu diesem Anlass hat Oliver Kahn nun am 2. Juli in Augsburg den „Millionenkick“ von „easy living“ vorgestellt. Der ehemalige Nationaltorhüter der deutschen Fußballnationalmannschaft will gegen zehn Kandidaten im 16-Meter-Schießen antreten. Geht ein Schuss ins Tor, erhält der Schütze 100.000 Euro. Hält Kahn einen Ball oder verfehlt der Schuss das Tor, erhält Kahn jeweils 100.000 Euro für von ihm ausgewählte soziale Projekte.

„Ich freue mich sehr auf diese Aktion“, sagte der 39-Jährige bei der Präsentation. „Dass ich mit jeder Parade Kindern und Jugendlichen etwas Gutes tun kann, ist eine wunderbare Sache. Ich werde sicher genauso motiviert sein wie in einem wichtigen Elfmeterschießen. Ich war privilegiert, dass ich es mit Motivation und Ausdauer nach oben schaffen konnte. Viele Kinder in unserer Gesellschaft haben diese Chance nicht in diesem Maße. Ich möchte etwas dazu beitragen, genau das zu ändern.“

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