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May 8, 2010

Osnabrück: Imker protestieren gegen Gentechnik

Veröffentlicht: 19:56, 8. Mai 2010 (CEST)
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Osnabrück (Deutschland), 08.05.2010 – Mit einer Demonstration durch die Innenstadt Osnabrücks demonstrierten am Samstagmittag Imker mit rund 30 Traktoren und anderen Fahrzeugen gegen den Einsatz gentechnisch veränderter Organismen (GVO) in der Landwirtschaft. Iniatoren der Demonstration waren Initiativen für gentechnikfreie Landwirtschaft und Lebensmittel aus Osnabrück, Bielefeld und Münster.

Die Imker befürchten, dass über Tierfutter-Importe gentechnisch veränderte Pflanzen in den Nahrungskreislauf gelangen. Durch Freilandversuche mit genmanipulierten Pflanzen werde der Honig verunreinigt. Horst Heemann vom Imkerverband betonte in einem Redebeitrag auf der Kundgebung die Rolle der Bienen als drittwichtigstem Faktor in der landwirtschaftlichen Wertschöpfung. Laut Osnabrücker Zeitung erklärte Heemann weiter: „Die Gen-Industrie führt zur Aufgabe der Bienenhaltung, weil die Imker die hohen Untersuchungskosten nicht bezahlen könnten, die für den Nachweis unbelasteten Honigs wichtig sind.“

[Bearbeiten] Themenverwandte Artikel

[Bearbeiten] Quellen

  • www.neue-oz.de: „Mit dem Trecker gegen “Grüne Gentechnik” demonstriert“ (08.05.2010)
  • www.wdr.de: „Imker protestieren gegen den Einsatz von Gentechnik“ (08.05.2010)
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March 4, 2010

BASF hofft auf weitere Genehmigungen für gentechnisch veränderte Kartoffeln

BASF hofft auf weitere Genehmigungen für gentechnisch veränderte Kartoffeln

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Veröffentlicht: 23:09, 4. Mär. 2010 (CET)
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Ludwigshafen am Rhein (Deutschland), 04.03.2010 – Nach der Zulassung für den Freilandanbau der gentechnisch veränderten Kartoffelsorte „Amflora“ durch die Europäische Kommission will der Chemiekonzern BASF offenbar nachlegen. Wie eine Sprecherin des Ludwigshafener Konzerns gegenüber der Financial Times Deutschland bestätigte, plant der Chemieriese, weitere Anträge für die Zulassung gentechnisch veränderter Kartoffelsorten bei der EU-Kommission zu beantragen. Auch der Agrarchemiekonzern Syngenta hofft auf eine Trendwende in der Genehmigungspraxis für gentechnisch veränderte Gemüsesorten. Der Konzern betreibt nun die Genehmigung für seinen gentechnisch veränderten Süßmais Bt11.

Auf der anderen Seite geht der politische Streit um die Zulassung gentechnisch veränderter Produkte in die nächste Runde. Während der CDU-Agrarexperte im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, Henning von Storch, die Genehmigung für die BASF-Kartoffel Amflora begrüßte, hagelte es auf Seiten der Opposition im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern Kritik an der Entscheidung aus Brüssel. Fritz Tack, Agrarexperte der Linksfraktion im Schweriner Landtag, kritisierte, die EU-Kommission habe sich den Interessen von BASF untergeordnet und die Fraktion der Grünen im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern forderte vom sozialdemokratischen Landwirtschaftsminister Till Backhaus die Durchsetzung eines Anbaustopps für „Amflora“. Die Region Bütow in Mecklenburg-Vorpommern ist bislang das einzige Anbaugebiet, in dem bereits Versuchsfelder mit der Sorte Amflora bebaut werden. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte im April des letzten Jahres einen entsprechenden Antrag genehmigt.

Wie die Neue Osnabrücker Zeitung berichtet, ist auch die einschlägige Industrie in Norddeutschland wenig geneigt, die neue Gentech-Kartoffel in den Produktionsprozess einzubinden. Henk Jaap Meijer, Laborleiter der Emsland Stärke GmbH, erklärte: „Wir sehen zurzeit keine Möglichkeit, Amflora anzupflanzen. Die Konsequenzen wären zu groß.“ Es gebe Kunden, die für die „grüne Gentechnik“ nicht offen sind. Die Firma, die jährlich etwa 350.000 Tonnen Kartoffelstärke produziert, gehört zu den Marktführern der Stärkegewinnung aus Kartoffeln in Deutschland. Die Firma verarbeitet seit dem Herbst 2009 eine konventionell gezüchtete Kartoffel mit einem hohen Amylopektin-Gehalt.

Die gentechnisch veränderte Kartoffelsorte „Amflora“ von BASF Plant Science war entwickelt worden, um den Bedarf der Industrie nach einem möglichst hohen Anteil von Amylopektin-Stärke zu decken. Amflora ist nicht für den Verzehr bestimmt, sondern dient ausschließlich als Stärkelieferant für die Papierherstellung und andere Industrieprodukte. Herkömmliche Kartoffeln enthalten neben Amylopektin noch eine andere Stärkevariante: Amylose. Angesichts solcher Alternativen nannte Reinhard Jung, Geschäftsführer des Bauernbundes Brandenburg, die Gentech-Kartoffel Amflora „überflüssig wie ein[en] Kropf“.

Greenpeace kritisierte erneut die politische Weichenstellung für genetisch veränderte Nutzpflanzen. Der Gentechnik-Experte von Greenpeace, Martin Hoffstetter, wandte sich gegen die Behauptung, die gentechnisch veränderte Kartoffelsorte werde nicht in die menschliche Nahrung gelangen: „Wo Genpflanzen angebaut werden, tauchen sie über kurz oder lang auch in Lebensmitteln auf.“

Die neue transgene Kartoffelsorte, für die BASF eine Genehmigung erwirken möchte, trägt den Sortennamen „Fortuna“ und ist eine Speisekartoffel, die gegen Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) resistent sein soll. Sie soll besonders für die Herstellung von Pommes frites geeignet sein. BASF argumentiert, diese Sorte erspare den Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln in erheblichem Umfang.

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March 2, 2010

Europäische Kommission genehmigt Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffelsorte „Amflora“

Europäische Kommission genehmigt Anbau der gentechnisch veränderten Kartoffelsorte „Amflora“

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Veröffentlicht: 22:52, 2. Mär. 2010 (CET)
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Brüssel (Belgien), 02.03.2010 – Der Europäische Kommissar für Gesundheit und Verbraucherschutz, John Dalli, genehmigte heute den europaweiten Anbau der umstrittenen gentechnisch veränderten Kartoffelsorte „Amflora“ der BASF-Tochter BASF Plant Science. Die transgene Kartoffel produziert Amylopektin-Stärke, das in der Papier-, Garn- und Klebstoffindustrie zum Einsatz kommt. Die von der EU-Kommission erteilte Genehmigung erstreckt sich auch auf die als Reststoffe entstehende so genannte Pulpe als Tierfuttermittel. Der Ludwigshafener Chemie-Konzern erwartet durch die Anbaugenehmigung Lizenzerlöse von 20 bis 30 Millionen Euro.

Umweltverbände und Verbraucherschutzorganisationen protestierten scharf gegen den Beschluss des EU-Kommissars. Die Kritiker gentechnisch veränderter Kartoffeln befürchten unkalkulierbare Risiken für die Gesundheit und für das Ökosystem, weil eine Vermischung des veränderten Erbguts der Genkartoffeln mit herkömmlichen Kartoffeln nicht ausgeschlossen werden könne.

Das Zulassungsverfahren für „Amflora“ läuft seit 1996. Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) hatte im April eine Genehmigung für den Versuchsanbau im Bundesland Mecklenburg-Vorpommern genehmigt. Zu Forschungszwecken waren in Deutschland in den vergangenen Jahren bereits 100 Hektar mit der gentechnisch veränderten Kartoffelsorte für Freilandversuche bepflanzt worden.

In Deutschland geht etwa ein Drittel der angebauten Kartoffeln in die Stärkeindustrie. Die Kartoffelstärke ist ein wichtiger Grundstoff für die weitere Verarbeitung im Food- und Non-Food-Bereich. In der Lebensmittelproduktion wird die Stärke als Verdickungs- und Bindemittel eingesetzt. Im Non-Food-Bereich steht die Verwendung als Kleb- und Schmierstoff im Vordergrund, zum Beispiel bei der Herstellung von Wellpappe. Außerdem lässt sich die Kartoffelstärke zu Ethanol und Methan umwandeln. Diese Stoffe können zur Energiegewinnung genutzt werden.

Kartoffeln bilden Stärke normalerweise in zwei Formen: Amylose und Amylopektin. Für viele industrielle Anwendungen ist jedoch vor allem die Amylopektin-Stärke interessant. Durch langwierige Verarbeitung der Kartoffelstärke müssen daher die beiden Stärkevarianten zunächst getrennt werden. Die gentechnische Veränderung von Kartoffeln zielt nun darauf ab, die Kartoffeln so zu verändern, dass in der Erdknolle nur die jeweils bevorzugte Stärkevariante entsteht. Die transgene Kartoffelsorte Amflora soll vor allem den Bedarf an Amylopektinstärke decken. Umweltverbände halten dem entgegen, dass es bereits herkömmlich gezüchtete Kartoffelsorten gäbe, die diese Eigenschaften besäßen.

Die gentechnische Manipulation von Kartoffeln zielt jedoch auch darauf ab, die Kartoffeln widerstandsfähiger gegen Schädlinge zu machen. Amflora enthält außerdem ein so genanntes Antibiotikaresistenzgen, das Kritiker auf den Plan gerufen hat. Diese befürchten nun, dieses Gen könne auch in den Magen-Darm-Trakt des Menschen übertragen werden, so zum Beispiel der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND). Dieses Gen könne möglicherweise dazu führen, dass Krankheitserreger gegen für Menschen lebenswichtige Antibiotika immun werden. Ein Greenpeace-Sprecher erklärte: „Es ist schockierend, dass die neue Kommission mit dieser Entscheidung die erheblichen ökologischen und gesundheitlichen Risiken der umstrittenen Gen-Kartoffel ignoriert.“ Der BUND-Vorsitzende Hubert Weiger nannte die Genehmigung für Amflora „einen schweren Fehler“. Und: „Der Weg der Gentech-Kartoffel vom Feld auf die Teller der europäischen Verbraucher ist viel zu kurz und die Risiken sind viel zu groß. Ein EU-Kommissar, der den Gesundheit- und Verbraucherschutz ernst nimmt, hätte gegen die Zulassung der Amflora stimmen müssen.“ Demgegenüber erklärte der für Gesundheit zuständige EU-Kommissar Dalli heute, „dass es keine weiteren wissenschaftlichen Fragen mehr gibt, die untersucht werden müssten. Alle wissenschaftlichen Aspekte und besonders die Sicherheitsbedenken sind bereits ausgiebig berücksichtigt worden. Eine weitere Verzögerung bei der Zulassung wäre nicht zu rechtfertigen gewesen.“

Die EU-Staaten sind nicht verpflichtet, den Anbau der Kartoffelsorte in ihrem Hoheitsgebiet zuzulassen. Die schwarz-gelbe Bundesregierung hat jedoch bereits in ihrem Koalitionsvertrag erklärt, dass sie die Gentechnik in Deutschland stärken wolle.

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  • Portal:Gentechnik

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September 5, 2008

Gericht verurteilt französischen Bauernführer José Bové zu einer Geldstrafe

Gericht verurteilt französischen Bauernführer José Bové zu einer Geldstrafe

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Veröffentlicht: 12:29, 5. Sep. 2008 (CEST)
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José Bové (2007)

Toulouse (Frankreich), 05.09.2008 – Das Strafgericht von Toulouse hat den französischen Bauernführer und Globalisierungskritiker José Bové gestern wegen der Zerstörung von Genmaisfeldern zu einer Geldstrafe von 18.000 Euro (180 Tagessätzen zu 100 Euro) verurteilt. 40 Mitangeklagte befand das Gericht ebenfalls für schuldig, im Jahr 2006 eine Parzelle zerstört zu haben, auf der die gentechnisch veränderte Maissorte MON810 angebaut worden war. Die Aktion der Gentechnikgegner fand am 30. Juli 2006 bei Saint-Hilaire im Département Haute-Garonne statt. Bei einer weiteren Aktion „mähte“ die Gruppe um Bové ein Versuchsfeld mit gentechnisch verändertem Saatgut in der Nähe des nördlich von Toulouse gelegenen Daux.

Im Falle Bovés entsprach das Gericht den Forderungen der Anklage. Laut Nachrichtenagentur AFP erhielten andere Beschuldigte zum Teil Bewährungsstrafen von bis zu zwei Monaten. Marie-Christine Etelin, eine der Anwältinnen der militanten Gentechnikgegner, sagte, die Strafe sei „überaus hart“. François Roux, ein anderer Anwalt der Aktivisten schloss sich der Kritik an der Strafe an und machte darauf aufmerksam, dass der Anbau der einzigen zugelassenen Genmaissorte MON810 im Januar wegen ungeklärter Risiken bis auf Weiteres verboten hatte. „Man kann nicht einerseits laut an der Staatsspitze behaupten, dass der Anbau von Genpflanzen gefährlich für die Umwelt ist und andererseits so harte Strafen verhängen, die sich diesem Anbau zu Recht widersetzen“, zitiert AFP Roux weiter. Die Gegenseite spricht dagegen von einer angemessenen Strafe. Ob die Angeklagten Berufung gegen das Urteil einlegen werden, steht noch nicht fest.

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  • Portal:Gentechnik
  • Portal:Landwirtschaft

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January 13, 2008

Percy Schmeiser auf Tour: Träger des Alternativen Nobelpreises gegen den Gentechnik-Riesen Monsanto

Percy Schmeiser auf Tour: Träger des Alternativen Nobelpreises gegen den Gentechnik-Riesen Monsanto

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Veröffentlicht: 20:42, 13. Jan. 2008 (CET)
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Percy Schmeiser, Träger des Alternativen Nobelpreises. Bild: Wettach.

Stuttgart (Deutschland), 13.01.2008 – Percy Schmeiser, Träger des Alternativen Nobelpreises 2007, ist derzeit unterwegs in Deutschland auf einer Vortragsreise, um von seinem Kampf gegen den Gentechnik-Konzern Monsanto und den Prozessen, die er für den Erhalt seiner Farm führen muss, zu berichten. Am Freitag, den 11. Januar, war er in Stuttgart im Forum3, wo Wikinews die Gelegenheit zum Interview hatte.

Percy Schmeiser erhielt bereits im Jahr 2000 den Mahatma-Ghandi-Preis, war 25 Jahre Bürgermeister seiner Gemeinde und saß im kanadischen Landesparlament. Noch heute ist der 77-Jährige als Farmer in der Provinz Saskatschewan tätig. Als Farmer geriet er auch mit dem Chemieriesen Monsanto aneinander.

Schmeiser war Rapsfarmer und Rapszüchter im biologischen Landbau, kreuzte neue und alte Sorten und war – wie viele traditionelle Farmer weltweit – Saatbewahrer, verwendete also Samen aus der Ernte eines Jahres zur Aussaat im nächsten Jahr. Nachdem 1996 die nordamerikanischen Regierungen Freilandanbau für vier gentechnisch manipulierte Organismen (GMOs) genehmigt hatten – Raps, Mais, Soja und Baumwolle –, fand sich bald darauf durch den Anbau auf Nachbarfeldern auch ein geringer Anteil Genraps auf seinem Feld, und Monsanto machte, was sie laut Schmeiser seit Jahren mit Tausenden von Bauern in Kanada machen: Sie verklagten ihn wegen des unlizensierten Anbaus ihrer patentierten Organismen auf über 100.000 Dollar Schadenersatz, forderten seine ganze Ernte ein und verlangten ein Verbot, dass er sein eigenes jetzt „verunreinigtes“ Saatgut nicht mehr verwenden dürfe, weil es jetzt ihr patentiertes Gen enthalte. Als Monsanto 1998 in erster Instanz Recht bekam und Schmeisers Existenz gefährdet war, er aber nicht aufgeben wollte, wurde sein Fall weltweit bekannt, und sein Kampf zum Vorbild für viele kleine Bauern weltweit, die sich in ihrer Existenz bedroht sahen.

Bis der Fall beim Obersten Bundesgericht Kanadas, dem Supreme Court, angekommen war, hatte Monsanto seine Forderung bereits auf eine Million kanadische Dollar erhöht, Schmeiser zufolge seinen Nachbarn, für den Fall, dass sie ihm helfen würden, ebenfalls Prozesse angedroht, bei denen sie ihre Farm verlieren würden, ihn und seine Frau am Feld und in seiner Hauseinfahrt belagert und körperlich bedroht. Beim Supreme Court aber gewann Schmeiser, denn das Gericht entschied, dass er keinen Cent an Monsanto zahlen müsse und das Parlament die Gesetze diesbezüglich überprüfen und anpassen müsse. Zugleich aber entschied das Gericht, dass Monsantos Patente prinzipiell legal seien, und höhere Lebensformen, in denen sich dieses Gen befinde, Monsanto gehören würden. Wo aber, fragt Schmeiser, endet diese Regelung? Bei Bienen, Schweinen, Menschen?

Für Percy Schmeiser geht der Kampf weiter, auch vor Gericht: Am 23. Januar wird seine Gegenklage verhandelt, bei der er seinerseits nun Monsanto auf Schadensersatz verklagt, das es durch die unkontrollierte Verbreitung – Schmeiser nennt es „Verseuchung“ – durch seine GMOs Farmern wie ihm unmöglich macht, ihre Produkte als „gentechnikfrei“ weiter auf den Markt für organische Lebensmittel zu bringen.

Auch in Deutschland geht der Kampf gegen Monsanto weiter, wie Jürgen Binder, Imker und Aktivist des am 8. Januar gegründeten Vereins Gentechnikfreies Europa e.V., erzählte: Der Bauer Schultheiss aus Nürtingen hatte zur Selbsthilfe gegriffen und in einer angekündigten Protestaktion ganze drei Halme Genmais herausgerissen. Der angebliche Schaden für drei Maishalme: 240.000 Euro. Auch sein Fall soll in Kürze verhandelt werden.

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Originäre Berichterstattung
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June 25, 2006

Indische Bauern nehmen sich aus Verzweiflung das Leben

Indische Bauern nehmen sich aus Verzweiflung das Leben

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Artikelstatus: Fertig 15:45, 25. Jun. 2006 (CEST)
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Mumbai (Indien), 25.06.2006 – Der anstehende Besuch des indischen Premierministers Dr. Manmohan Singh in der wegen einer hohen Selbstmordrate von Bauern in die Schlagzeilen geratenen Region Vidharbha im Bundesstaat Maharashtra versetzt regionale Regierungsbeamte in Aufregung.

Allein seit vergangenem Donnerstag nahmen sich in Vidharbha während des Besuches von Gouverneur S.M. Krishna fünf Bauern das Leben, wie die indische Tageszeitung The Times of India letzten Freitag in ihrer Onlineausgabe berichtete.

In etwa einer Woche wird der Premierminister die Bedingungen vor Ort persönlich prüfen und setzt damit ein Signal, dass Neu Delhi das Schicksal der Landbevölkerung nicht gleichgültig ist. Am kommenden Montag werden die Mitglieder der Planungskommission in das Gebiet reisen und den Besuch vorbereiten. Erst kürzlich hatten Angehörige einer anderen Kommission, zuständig für Angelegenheiten der Bauern, Vidharbha besucht. Das alles setzt die Regierung von Maharashtra zusehends unter Druck. Eilig wurden Treffen einberufen, und mehrere sind in Planung. Kritiker sagen, die Beamten reagierten ein bisschen zu spät.

Kishore Tiwari, Präsident der NGO Vidarbha Jan Andolan Samiti (VJAS), zählte hunderte Selbstmorde innerhalb eines Jahres und beschuldigte die örtliche Regierung, die Empfehlungen der Farmerkommission nicht umgesetzt zu haben. „Das ist eine Niederlage für die Regierenden. Sie haben versagt.“ Auch der Minister für urbane Entwicklung kritisierte den obersten Regierungsvertreter von Maharashtra, Vilasrao Deshmukh, heftigst.

Hauptursache der Selbstmorde sind Überschuldung und Ernteeinbußen, vor allem ausgelöst durch falsche Versprechungen von Saatgutfirmen, wie beispielsweise von dem Hauptproduzenten genmanipulierter Pflanzen, dem amerikanischen Unternehmen Monsanto, das erst im letzten Jahr wegen Bestechung indonesischer Beamter eine Strafe in Millionenhöhe zahlen musste, oder dessen indischem Partner Mahyco. Die von ihnen angepriesene genmanipulierte BT-Baumwollsorte benötigt angeblich keinen Einsatz von Pestiziden. Trotzdem kommt es vor allem bei Bauern, die diese Sorte anbauen, verstärkt zu Selbstmorden.

Jedes Jahr nehmen sich hauptsächlich in 32 ausgemachten Problembezirken, verteilt über die Bundesstaaten Maharashtra, Kerala, Karnataka und Andhra Pradesh, über 16.000 Bauern das Leben, darunter auch viele Frauen.

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November 18, 2005

Genmanipulierte Erbsen führen zu Lungenentzündung bei Mäusen – Australisches Forschungsinstitut bricht Versuch ab

Genmanipulierte Erbsen führen zu Lungenentzündung bei Mäusen – Australisches Forschungsinstitut bricht Versuch ab

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Sydney (Australien), 18.11.2005 – Das staatliche australische Forschungsinstitut Commonwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) hat Versuche mit gentechnisch veränderten Erbsen abgebrochen, nachdem bei Feldmäusen Lungenerkrankungen auftraten. Wie der stellvertretende Leiter des Forschungsinstitutes, Thomas Higgins, mitteilte, seien bei Feldmäusen heftige Reaktionen auf die Ernährung mit den Erbsen aufgetreten.

Wie aus einem Artikel des Journal of Agricultural and Food Chemistry hervorgeht, an dem Higgins auch als Autor beteiligt ist, sind diese Immunreaktionen anscheinend auf ein Inhibitor-Protein (α-Amylase) zurückzuführen, das die manipulierten Erbsen (Pisum sativum L.) als Reaktion auf die transgenetische Einfügung von Erbgut der gewöhnlichen Bohne (Phaseolus vulgaris L. cv. Tendergreen) in zur der Bohne unterschiedlicher Molekularstruktur herstellen.

Laut Higgins könne die Reaktion der Mäuse auf dieses Protein einen Vorgang widerspiegeln, der eine vergleichbare Reaktion beim Menschen möglich mache. Ob es sich bei dem Versuch um einen Freilandversuch handelt, ist zur Zeit nicht bekannt (die Mäuse wurden als Versuchsmäuse bezeichnet), allerdings ist dies sehr wahrscheinlich, denn australische Farmer zeigten sich enttäuscht über den Abbruch des zehnjährigen Forschungsprogrammes. Dies wäre insbesondere unter dem Aspekt der denkbaren Gefahr einer Auskreuzung interessant, so brachte beispielsweise gentechnisch veränderter Raps einen unerwünschten Wildsenf hervor.

Trotz des Versuchabbruches habe man wichtige Erkenntnisse über das Verfahren gewonnen, die sich durchaus bei anderen Versuchen nützen ließen, sagte Higgins gegenüber dem Sender ABC. Dies entbehrt nicht einer gewissen Pikanterie, geht doch aus einem Dokument im Archiv von SOS – save our seeds – hervor, dass Mitarbeiter von CSIRO auch an der Entwicklung eines Virus zur Kontrolle der Mäusepopulation in Australien mitarbeiten.

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January 13, 2005

Gentechnikkonzern Monsanto bestach hochrangigen indonesischen Beamten

Gentechnikkonzern Monsanto bestach hochrangigen indonesischen Beamten

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Washington D.C. (Vereinigte Staaten), 13.01.2005 – Der US-Gentechnikkonzern Monsanto muss wegen Bestechung eines indonesischen Beamten insgesamt 1,5 Millionen Dollar Strafe zahlen.

2002 hat ein Manager des Konzerns versucht, den ehemaligen Staatssekretär im Umweltministerium Indonesiens, Nabiel Makarim, mit 50.000 US-Dollar zu bestechen. Im Gegenzug sollte sich der Beamte für günstige Rahmenbedingungen für Gentechnikkonzerne einsetzen, beispielsweise durch den Abbau von entsprechenden Umweltrichtlinien. Nabiel Makarim gab am Mittwoch zu, dass es den Bestechungsversuch gegeben hat.

Aufgrund dieses Vorfalls, der einen Verstoß gegen das US-Gesetz „gegen Bestechung im Ausland“ darstellt, muss der Weltmarktführer für genetisch verändertes Saatgut eine Million US-Dollar Strafe an das Justizministerium der USA, sowie zusätzlich 500.000 US-Dollar an die „U.S. Securities and Exchange Commission“ (SEC) bezahlen.

Seit 1997 flossen bis zu 700.000 US-Dollar aus den Kassen Monsatos an 140 indonesische Beamte, wobei die Gelder als Beraterhonorare verbucht wurden. Wie die BBC berichtete, wurde hierfür eine Beraterfirma gegründet, in welcher Monsanto Manager arbeiteten. Die Beraterfirma betrieb massive Lobbyarbeit für die Etablierung von gentechnisch verändertem Saatgut auf dem indonesischen Markt.

Die Ermittlungen der indonesischen Anti-Korruptionskommission dauern noch an. Außer den Strafzahlungen hat der Vorfall weitere Konsequenzen für Monsanto. Das Unternehmen hat sich selbst zu intensiveren interne Kontrollen verpflichtet, und muss in den nächsten drei Jahren zudem mit verschärften Kontrollen durch US-Behörden rechnen.

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December 24, 2004

Forscher möchten den perfekten Weihnachtsbaum in unser Wohnzimmer stellen

Forscher möchten den perfekten Weihnachtsbaum in unser Wohnzimmer stellen

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Weihnachtsbaum

Kopenhagen (Dänemark), 24.12.2004 – Es hört sich an wie ein Witz, ist aber aktueller denn je. Dänische Forscher aus dem Kopenhagener Botanik-Institut suchen seit den 90-er Jahren nach einer Möglichkeit, mit Hilfe der Gentechnologie den perfekten Weihnachtsbaum zu entwickeln.

Die Dänen stehen europaweit an der Spitze im Verkauf von Weihnachtsbäumen. Jährlich verkaufen sie rund zehn Millionen Bäume und 35.000 Tonnen Tannenzweige überwiegend nach Deutschland. Etwa 95 Prozent der Bäume sind Nordmanntannen.

Durch die Herstellung genmanipulierter Weihnachtsbäume versprechen sich die Forscher eine ertragreiche Massenproduktion ohne Ausschussware durch verkümmerte Spitzen, krumme Stämme und dünne Zweige. Momentan muss fast die Hälfte der angepflanzten Bäume vernichtet werden, weil sie verformt und zu dünn sind und damit nicht den Vorstellungen des Verbrauchers entsprechen.

In circa zehn bis fünfzehn Jahren, so schätzen die Forscher, soll die Forschung abgeschlossen sein und der Verbraucher Weihnachtsbäume kaufen können, die nicht nadeln und gleichförmig sind. Die Zweige sind so stabil, dass sie problemlos das Gewicht des Christbaumschmuckes halten können.

Bei der Herstellung der „Genbäume“ werden die Triebe der Tannen geteilt und die Hälfte davon bei 196 Grad unter Null eingefroren. Die andere Hälfte wird auf Nährstoffboden in einem Brutkasten herangezogen. Etwa vier Monate später kommen die jungen Triebe in ein Gewächshaus und verbleiben dort etwa zwölf Monate unter künstlichen Klimabedingungen. Erst danach werden die Bäume zum Auswachsen in die freie Natur umgesetzt. Wie lange es dann noch dauert, bis die Bäume tatsächlich in unsere Wohnzimmer kommen, steht aber noch in den Sternen.

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