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April 20, 2008

Prochinesische Demonstrationen in mehreren Ländern

Prochinesische Demonstrationen in mehreren Ländern

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Veröffentlicht: 22:27, 20. Apr. 2008 (CEST)
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Los Angeles (Vereinigte Staaten) / Wien (Österreich) / Paris (Frankreich) / Berlin (Deutschland), 20.04.2008 – Am Samstag demonstrierten weltweit tausende Chinesen in mehreren Großstädten gegen die in ihren Augen einseitige Berichterstattung westlicher Medien über den Tibet-Konflikt. Die größte Demonstration mit bis zu 5.000 Teilnehmern (nach Polizeiangaben, CNN spricht von 1.500 Teilnehmern) fand in Los Angeles statt, wo sich der Protest der Demonstranten insbesondere gegen den US-Fernsehsender Cable News Network (CNN) richtete, vor dessen Büro die Demonstration stattfand. Die Demonstranten forderten die Entlassung von Jack Cafferty, einem bekannten Kommentator des Senders, der in einem Gespräch am 9. April mit Wolf Blitzer über die Veränderung der US-amerikanisch-chinesischen Beziehungen in den letzten 50 Jahren gesagt hatte: „I think they’re basically the same bunch of goons and thugs they’ve been for the last 50 years“ (übersetzt etwa: „Ich denke, sie sind grundsätzlich der gleiche Haufen von Verbrechern und Schlägern wie sie es in den letzten 50 Jahren gewesen sind“). Außerdem hatte Cafferty sich in dem gleichen Interview abfällig über die chinesisch-US-amerikanischen Wirtschaftsbeziehungen geäußert, die USA importierten (in Anspielung auf bleibelastetes chinesisches Spielzeug1) „Müll mit Bleifarbe darauf und das vergiftete Tierfutter und exportieren… Arbeitsplätze an Orte, wo man Arbeitern einen Dollar im Monat zahlen kann, damit sie das Zeug herstellen, das wir bei Wal-Mart kaufen“. Der Leiter der Presseabteilung beim chinesischen Außenministerium Liu Jianchao hatte daraufhin den Chef des CNN-Büros in Peking einbestellt und eine Entschuldigung für diese Äußerungen gefordert. Dem Sender CNN wurde unmoralisches Verhalten und eine Verletzung der journalistischen Pflichten vorgeworfen. In einer daraufhin veröffentlichten Entschuldigung des Senders hatte es geheißen, Cafferty habe nicht die Bevölkerung Chinas beleidigen wollen, sondern die chinesische politische Führung gemeint. Das Außenministerium Chinas nahm diese Entschuldigung jedoch nicht an. Eine Sprecherin sagte: „Ihre Erklärung bedeutet keine ernsthafte Entschuldigung für seine Bemerkung.“

In der französischen Hauptstadt demonstrierten etwa 4000 Menschen vorwiegend chinesischer Abstammung, hauptsächlich Studenten. In Wien demonstrierten 500 Chinesen unter dem Motto „Pro-Olympia“ gegen die Tibet-Berichterstattung westlicher Medien. Die Demonstration in Wien war vom „Überseechinesen-Komitee der Österreichisch-Chinesischen Gesellschaft“ (ÖGCF) veranstaltet worden. Ihre Kritik richtete sich vor allem gegen die Bild-Berichterstattung von ARD, BBC, CNN, n-tv, RTL und ZDF. In Manchester (Großbritannien) demonstrierten über 1000 Teilnehmer vor den Büros der BBC in der Stadt. In London versammelten sich etwa 300 Demonstrationsteilnehmer vor dem britischen Parlament. Nach Polizeiangaben protestierten auf dem Potsdamer Platz in Berlin etwa 3.000 Menschen für die gleichen Ziele wie in den anderen genannten Städten. Alle Kundgebungen und Demonstrationen verliefen friedlich.

Am Sonntag war es in Berlin auch zu einer anti-chinesischen Demonstration von etwa 500 Exiltibetern gekommen, die unter dem Motto „Dialog statt Gewalt“ gegen die Verletzung von Menschenrechten in Tibet demonstrierten.

Auch in China selbst kam es in der alten Kaiserstadt Xi’an sowie in Jinan (Ostchina) und in Harbin (Nordostchina) zu Demonstrationen, die dort eine betont antifranzösische Stoßrichtung hatten und sich gegen die Störungen des olympischen Fackellaufs in Paris richteten. Außerdem versammelten sich Demonstranten vor den Geschäften einer französischen Supermarktkette (Carrefour), der vorgehalten wird, sie unterstütze die Exiltibeter.

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April 6, 2006

Angeblicher Flugzeugabsturz in Nairobi war eine Übung

Angeblicher Flugzeugabsturz in Nairobi war eine Übung

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Artikelstatus: Fertig 15:19, 6. Apr. 2006 (CEST)
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Nairobi (Kenia), 06.04.2006 – „In Nairobi ist ein Flugzeug mit 80 Passagieren an Bord abgestürzt. Es kam aus der Demokratischen Republik Kongo“, so vermeldete gegen 09:30 Uhr der Nachrichtensender N24. Doch es handelte sich um einen Fehlalarm, da es lediglich eine Übung war.

Auch Spiegel Online gibt in einer Meldung zu, die Nachricht verbreitet zu haben, die er von der Agentur Reuters bekommen habe. Die Agentur beruft sich auf mehrere Behördenmitarbieter. Diese hätten berichtet, ein Flugzeug sei in Flammen aufgegangen, und Rettungskräfte seien auf dem Weg zum Unfallort.

Die Recherchen haben ergeben, dass die Regierung in Nairobi tatsächlich den Absturz bekannt gegeben und erst eine Zeitlang später den Absturz dementiert und die Übung bestätigt hatte. Den oben genannten Nachrichtensendern ist somit kein Fehler unterlaufen. Die dpa zitiert Dominic Kabiru von der Flugaufsichtsbehörde mit den Worten „Wir wollen es so realistisch wie möglich machen“. Das Szenario ging von einem Absturz eines Flugzeugs einer „Hilfsorganisation der Europäischen Gemeinschaft ECHO“ aus, das aus Kisangani kommend beim Landeanflug auf den Flughafen von Nairobi abgestürzt sei.

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June 27, 2005

Muttermilch bleibt die beste Ernährung für Säuglinge – ohne Wenn und Aber

Muttermilch bleibt die beste Ernährung für Säuglinge – ohne Wenn und Aber

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Hannover (Deutschland), 27.06.2005 – Medien und Manipulation. Wie die Medien junge Eltern verunsichern. Für viele Menschen sind Medien die erste Anlaufstelle bei ihrer Meinungsbildung. Dabei wird oft vergessen, dass – im Gegensatz zu einem Lexikon oder einem wissenschaftlichen Nachschlagewerk – Medien nicht den Anspruch haben, umfassend zu informieren. Es gelangt nur das ins öffentliche Bewusstsein, was in den Medien berichtet wird. Der Philosoph Arthur Schopenhauer hat treffend gesagt: „Die Macht der Zeitung besteht im Weglassen.“ Die Öffentlichkeit wird durch das Setzen von Schwerpunktthemen manipuliert. Informationen werden ausgewählt, andere verschwiegen oder nur einseitig wiedergegeben. Ein aktuelles Beispiel dieser Manipulation ist der Umgang mit der Studie vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e. V. (BUND).

Anliegen des BUND war es, mit der Veröffentlichung ihrer Studie am 14. Juni 2005 auf eine verfehlte Chemikalienpolitik hinzuweisen: „In vielen alltäglichen Dingen stecken giftige Chemikalien. In der Tagescreme ebenso wie im Babyfläschchen oder im neuen T-Shirt. Über die Jahre sammeln wir einen ganzen Giftcocktail in unserem Körper an – und nehmen unbewusst ein erhöhtes Krebsrisiko, Allergien oder Unfruchtbarkeit in Kauf. Das Unglaubliche daran: Wir wissen so gut wie nichts über die Schadstoffe, mit denen wir es zu tun haben. Für 95 Prozent der vermarkteten Chemikalien fehlen selbst die grundlegendsten Informationen.“

Dass es so nicht weitergehen kann, haben mittlerweile auch die Politiker begriffen. Mit dem für 2006 geplanten Chemikaliengesetz REACH (Registrierung, Evaluierung und Autorisierung von Chemikalien) sollen europaweit Bürger und Umwelt besser vor schädlichen Chemikalien geschützt werden. Der Grundgedanke: „Die chemische Industrie soll die Unbedenklichkeit ihrer Stoffe nachweisen – erst dann darf weiter vermarktet werden. Die Kosten dafür sind überschaubar, der Nutzen für unsere Gesundheit gar nicht hoch genug einzuschätzen.“ – so der BUND. Medien geben zur Zeit jedoch nur wieder, dass die Muttermilch belastet ist. Dass dies der Babynahrungsindustrie sehr entgegenkommt, ist naheliegend. Durch niedrige Geburtenraten und vermehrtes Stillen ist der Verkauf von Anfangsnahrung für Säuglinge zurückgegangen. Leider ist es so, dass unsere gesamte Umwelt belastet ist. Über die Muttermilch erreichen die Fremdstoffe, die die Mutter in ihrem Leben gespeichert hat, auch das Kind. Inzwischen wurden 350 verschiedene Fremdstoffe in der Muttermilch nachgewiesen, wieviel davon jedoch von den gestillten Kindern tatsächlich vom Organismus aufgenommen wird, ist weitgehend unbekannt. Dabei beginnen die Belastungen nicht erst mit dem Stillen, sondern bereits im Mutterleib, da die Fremdstoffe der Mutter das Kind über die Plazentaschranke erreichen. Niemand würde deshalb einer Mutter raten, nicht schwanger zu werden oder eine Schwangerschaft vorzeitig zu beenden. Unabhängig vom Stillen erfolgt die Belastung durch den Verzehr pestizidbelasteter Lebensmittel, über die Haut und die Atemluft durch Innenraum- und Außenluftbelastungen sowie durch die Aufnahme von Chemikalien, die in Gegenständen des alltäglichen Lebens stecken. Muttermilch ist ein idealer Bioindikator für die Belastung der Umwelt. Das gilt besonders für Stoffe, die sich bevorzugt in fetthaltigen Medien anreichern. Deshalb – und weil Muttermilch im Gegensatz zu Fettgewebsproben aus dem Körper von Erwachsenen leicht zu gewinnen ist – wird diese Bioindikatorfunktion gern genutzt. Die Muttermilchanalysen, die seit Mitte der achtziger Jahre durchgeführt werden, zeigen, dass die Trends für viele Chemikalien seit mehr als 15 Jahren rückläufig sind. Deshalb empfiehlt die Nationale Stillkommission Deutschlands das uneingeschränkte Stillen, „ohne wenn und aber“. „Für Säuglinge gibt es keine gesündere Nahrung als Muttermilch – die Industrie bringt bis heute kein Produkt zustande, das Kinder in den ersten Lebensmonaten auch nur annähernd so gut ernährt und vor Krankheiten schützt“, so das Niedersächsische Sozialministerium im Januar 2005. Muttermilch schützt den Säugling nicht nur im ersten Lebensjahr vor Infektionen, gestillte Säuglinge neigen im späteren Leben auch weniger zu Übergewicht. Übergewicht ist in Deutschland bei immer mehr Kindern zu sehen und bringt nachfolgende Erkrankungen und Kosten für die Gesellschaft mit sich. Gerade deshalb sollte das Stillen weiter gefördert werden.

Wenn in der Tageszeitung vom 20.06.2005 zu lesen ist‚ „Säuglinge sollten nach Ansicht des Berufsverbands der Umweltmediziner nur drei Monate gestillt werden“ – so der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Kurt Müller, am 19.06.2005 in der Fernsehsendung „ZDF-Umwelt“ -, dann sind die Mitglieder des Berufsverbandes der Umweltmediziner über das Stillen und Muttermilchernährung nicht richtig informiert und können sich gern an unseren Berufsverband wenden. Trotz der einseitigen und somit manipulierenden Meinung der Medien bleibt es bei der globalen Strategie für die Säuglings- und Kleinkinderernährung: „Stillen ist unübertroffen darin, ideale Nahrung für gesundes Wachstum und Entwicklung von Säuglingen zu liefern. Es ist außerdem wesentlicher Bestandteil des Fortpflanzungsprozesses mit wichtigen Auswirkungen auf die Gesundheit der Mütter.“

Als weltweite Gesundheitsempfehlung sollten Säuglinge während der ersten sechs Lebensmonate ausschließlich gestillt werden, um optimales Wachstum, Entwicklung und Gesundheit zu erlangen. Anschließend sollten Säuglinge angemessene und sichere Beikost erhalten, um ihre wachsenden Nahrungsbedürfnisse zu befriedigen, wobei gleichzeitig das Stillen bis zum Alter von zwei Jahren oder darüber hinaus fortgeführt wird. Allerdings sollten wir alles dafür tun, unsere Umwelt vor schädlichen Chemikalien zu schützen, unter anderem auch deshalb, damit die Muttermilch in Zukunft weniger Fremdstoffe enthält.

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April 7, 2005

Konkurs bei britischem Autohersteller

Konkurs bei britischem Autohersteller – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Konkurs bei britischem Autohersteller

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Artikelstatus: Fertig 7. Apr. 2005 (CEST)
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London / Birmingham (Vereinigtes Königreich), 07.04.2005 – Die britische Industrieministerin Patricia Hewitt gab heute den Konkurs des englischen Autoherstellers MG Rover bekannt.

Hewitt betonte, die Regierung hätte alles getan was möglich gewesen wäre, um das Traditionsunternehmen zu retten. Es hätten Übernahmegespräche mit dem chinesischen Staatsbetrieb Shanghai Automotive Industrial Corporation (SAIC) stattgefunden. Diese seien jedoch ergebnislos geblieben. Die Regierung hatte zugesagt, bei einem positiven Ausgang der Übernahmeverhandlungen dem Unternehmen einen Überbrückungskredit von etwa 100 Millionen Pfund zur Verfügung zu stellen.

Nachdem diese letzte Chance nicht genutzt werden konnte, stellte Rover am Donnerstag die Produktion ein. Die Zulieferer hatten keine Waren mehr zugestellt. Betroffen ist davon das Werk in Birmingham mit rund 6.000 Beschäftigten. Ob und wann die Produktion wieder aufgenommen werden kann, ist derzeit noch unklar.

Die Unternehmensleitung von Rover machte die britische Presse mit ihrer negativen Berichterstattung über die finanzielle Situation für die entstandenen Probleme verantwortlich. Erst dadurch hätten sich die Zulieferbetriebe wegen der sehr unsicheren Zukunft zu dem dem Anlieferstopp entschlossen.

Themenverwandter Artikel

  • Rover dementiert Konkurs (08.04.2005)

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January 28, 2005

CNN Gründer Ted Turner kritisiert Fox TV als Propagandamaschine von US-Präsident Bush

CNN Gründer Ted Turner kritisiert Fox TV als Propagandamaschine von US-Präsident Bush

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CNN

Las Vegas (Vereinigte Staaten), 28.01.2005 – Ted Turner, der Gründer von CNN, beschuldigte am Dienstag die Nachrichtensendung Fox News des rivalisierenden US-Fernsehsenders Fox TV, Sprachrohr der Bush-Regierung zu sein. Er verglich den gegenwärtigen Erfolg des Senders bei den Zuschauern mit der Zunahme von Adolf Hitlers Popularität in Deutschland vor dem Zweiten Weltkrieg und kritisierte das niedrige Niveau der gesendeten Nachrichten, die der Öffentlichkeit entscheidende Themen vorenthielten.

Fox News reagierte mit der Vermutung, Turner hingen offenbar die Trauben zu hoch. Nachdem CNN an Popularität verloren habe, habe Turner jetzt auch den Verstand verloren.

Während CNN mit seiner Berichterstattung vom ersten Krieg gegen den Irak 1991 journalistisch und kommerziell erfolgreich war, konnte der Sender dies beim zweiten Irak-Krieg 2003 nicht wiederholen und verlor den ersten Platz in der Gunst der Zuschauer an Fox TV, dessen Berichterstattung als „patriotischer“ bezeichnet wird.

1996 hatte Turner sich öffentlich entschuldigen müssen, weil er Rupert Murdoch, den Eigentümer von Fox TV, mit Hitler verglichen hatte. Damals meinte er, sein Vergleich habe sich darauf bezogen, wie Nationalsozialisten Nachrichten manipuliert hätten.

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December 3, 2004

BBC erklärt eigenen Beitrag über Entschädigungszahlungen für Bhopal-Opfer zur Falschmeldung

BBC erklärt eigenen Beitrag über Entschädigungszahlungen für Bhopal-Opfer zur Falschmeldung

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Artikelstatus: Fertig 3. Dez. 2004 (CET)
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London (Vereinigtes Königreich), 03.12.2004 – Stunden nach einem BBC-World-Interview mit einem angeblichen Sprecher von Dow Chemical erklärte der Sender nun, getäuscht worden zu sein. Ein Firmensprecher gab an, dass der Interviewpartner, der sich selbst als Jude Finisterra ausgab, zu keinem Zeitpunkt Angestellter von Dow Chemical gewesen sei.

In dem Interview hatte Finisterra zum 20. Jahrestag des Giftgas-Unglücks von Bhopal im Namen der Firma die Verantwortung übernommen und zwölf Milliarden US-Dollar Entschädigungen angekündigt. Die Meldung wurde von deutschsprachigen Nachrichten übernommen.

Nach einer Meldung der Nachrichtenagentur Reuters konnte eine Gruppe namens „The Yes Men“ als Urheber der Täuschung identifiziert werden. Gegenüber dem britischen Sender „Channel 4“ gab ein Mitglied der Gruppe, Andy Bichlbaum, eine Erklärung ab.

„The Yes Men“ sind bereits bei vergangenen Anlässen als Gruppe aufgetreten, die im Namen anderer Organisationen und Firmen globalisierungskritische Statements abgaben. Sie gestalten unter anderem Internetseiten so, dass sie sich erst auf den zweiten Blick als Täuschung entpuppen. Darauf war die BBC hereingefallen.

Nach Ausstrahlung des BBC-Berichts brach der Aktienkurs von Dow Chemical um 3,2 Prozent ein. Die Falschmeldung hatten die Yes Men (Kommunikationsguerilla) lanciert um an die Katastrophe in Bhopal vor 20 Jahren zu erinnern. Offiziellen Angaben zufolge starben 1.600 Menschen sofort und rund 6.000 weitere an den unmittelbaren Nachwirkungen. Bis heute summiert sich die Zahl der Opfer auf mindestens 20.000 Personen. Rund ein Fünftel der 500.000 Menschen die dem Gas ausgesetzt waren, leiden heute unter chronischen und unheilbaren Krankheiten, die sich offensichtlich zum Teil weitervererben können. Tausende erblindeten.

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