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January 20, 2009

Das Unwort des Jahres 2008 heißt „Notleidende Banken“

Das Unwort des Jahres 2008 heißt „Notleidende Banken“

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Veröffentlicht: 23:48, 20. Jan. 2009 (CET)
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Frankfurt am Main (Deutschland), 20.01.2009 – Das Unwort des Jahres 2008 heißt „Notleidende Banken“. Mit der Bekanntgabe heute wurde es zum 18. Mal seit 1991 gekürt. Es sollen Wörter sein, die als besonderer sprachlicher Fehlgriff gelten und gegebenenfalls irreführend sind. 2.117 Menschen hatten Vorschläge eingesendet, 1.129 Begriffe wurden genannt.

Verkündet wird das Unwort des Jahres traditionell von dem Sprachwissenschaftler Horst Dieter Schlosser. Er lieferte auch die Begründung der vierköpfigen Jury mit den Worten: „Während die Volkswirtschaften in ärgste Bedrängnis geraten und die Steuerzahler Milliardenkredite mittragen müssen, werden die Banken mit ihrer Finanzpolitik, durch die die Krise verursacht wurde, zu Opfern stilisiert.“

An zweiter Stelle landete das Wort „Rentnerdemokratie“. Geprägt wurde es von Roman Herzog, der damit die diffuse Angst junger Menschen heraufbeschwor, dass sie von den älteren Menschen „ausgeplündert“ würden. Auf Platz drei landete das Wort „Karlsruhe-Touristen“. Damit wurden vom Vorsitzenden der Polizeigewerkschaft Rainer Wendt Menschen bezeichnet, die vor dem Verfassungsgericht öfter als Kläger auftraten. Die Unwort-Jury sieht hier ein bedenkliches Verständnis der Grundrechte.

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February 15, 2008

Alaska: Letzte Eyak-Sprecherin tot

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Alaska: Letzte Eyak-Sprecherin tot

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Veröffentlicht: 11:59, 15. Feb. 2008 (CET)
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Anchorage (Vereinigte Staaten), 15.02.2008 – Sie war die letzte muttersprachliche Eyak-Sprecherin und die letzte reine Eyak-Indianerin. Am 23. Januar 2008 ist Marie Smith Jones im Alter von 89 Jahren im Schlaf gestorben. Ein Freund fand am selben Tag die Leiche.

Marie Smith Jones war 15 Jahre lang der letzte Mensch eines aussterbenden Volkes. Ihr Lebenswerk war die Rettung ihrer Sprache, um zukünftigen Generationen zu ermöglichen, diese weiterhin zu sprechen. Zusammen mit Michael Krauss vom Alaska Native Language Center an der University of Alaska Fairbanks bearbeitete sie ein Wörter- und Sprachlehrbuch, um die Sprache zu retten.

Erst nachdem im Jahre 1990 alle ihre Geschwister gestorben waren, übernahm sie, die jüngste von allen, die Aufgabe. Sie engagierte sich auch politisch, um die Rettung der Sprache und der Umwelt der Eyak zu erreichen. Jones sprach zweimal vor den Vereinten Nationen über Frieden und die Wichtigkeit der indigenen Sprachen.

Obwohl Jones neun Kinder hatte, lernte keines davon Eyak. In der Zeit, in der die Kinder geboren wurden, geziemte es sich, nur Englisch zu sprechen. Krauss sprach Jones nach ihrem Tod seine Bewunderung aus. Als Letzte ihres Volkes habe sie Geist, Würde und Anmut bewiesen.

Zwanzig weitere ursprüngliche Sprachen Alaskas sind ebenfalls bedroht, so Krauss.

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August 2, 2007

Neue Rechtschreibung seit dem 1. August 2007 verbindlich

Neue Rechtschreibung seit dem 1. August 2007 verbindlich

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Veröffentlicht: 13:57, 2. Aug. 2007 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 02.08.2007 – Seit gestern ist die so genannte neue Rechtschreibung verbindlich. Das bedeutet: Behörden und Schulen benutzen beziehungsweise lehren nun nach den vom Rat für deutsche Rechtschreibung beschlossenen Vorgaben. Deutschlehrer werden dann Wörter, die noch in der alten Rechtschreibung geschrieben wurden, als Fehler anstreichen. Damit endet auch die einjährige Übergangsfrist. Im Jahr 1997 wurde die Regelung ursprünglich beschlossen; danach brach ein langjähriger Streit über die Reform aus. Mehrmals wurden in dieser Zeit die Regeln abgeändert.

Auch die Nachrichtenagenturen wollen sich nun an eine einheitliche Schreibweise halten. Dabei orientieren sie sich an den Empfehlungen des Duden (24. Auflage, 2006) und Wahrig, 2006. In 500 Fällen weichen die beiden Werke voneinander ab. In diesen Fällen orientieren sich die Nachrichtenagenturen an einer Wörterliste.

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December 19, 2006

Wettbewerb sucht „schönstes bedrohtes Wort“

Wettbewerb sucht „schönstes bedrohtes Wort“

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Artikelstatus: Fertig 19. Dez. 2006 (CET)
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Berlin (Deutschland), 19.12.2006 – Ein Wettbewerb sucht nach dem schönsten vom Aussterben bedrohten Wort. Während täglich mehr als zwei neue Wörter entstünden, verschwänden viele alte Begriffe aus dem Sprachgebrauch. Dieser Wörterschwund sei jedoch kaum erforscht, erklärte der Initiator der „Aktion Artenschutz“ Bodo Mrozek in Berlin. Der Autor und Journalist hat ein zweibändiges „Lexikon der bedrohten Wörter“ veröffentlicht und auf einer Internetseite nach eigenen Angaben mehr als 25.000 Hinweise auf veraltende Wörter aus der Bevölkerung gesammelt. Ziel des Wettbewerbes sei es, auf den Sprachwandel aufmerksam zu machen und möglichst viele „bedrohte Wörter“ zu sammeln. Die Auswertung solle ergeben, „welches Wort am meisten vermisst wird“, also am häufigsten genannt wird. Bis zum 28. Februar nimmt die Aktion Vorschläge aus der Bevölkerung entgegen. Eine Jury mit Sprachexperten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, darunter die Schriftsteller Jakob Hein und Eva Menasse, vergebe als Hauptpreis den Käseigel. Diese nach einem bedrohten Wort benannte Trophäe werde von der Künstlerin Laura Kikauka als Unikat gestaltet.

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December 15, 2006

Wort des Jahres 2006 ist „Fanmeile“

Wort des Jahres 2006 ist „Fanmeile“ – Wikinews, die freie Nachrichtenquelle

Wort des Jahres 2006 ist „Fanmeile“

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Artikelstatus: Fertig 23:58, 15. Dez. 2006 (CET)
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Wiesbaden (Deutschland), 15.12.2006 – Die „Gesellschaft für deutsche Sprache“ (GfdS) gab heute auf einer Pressekonferenz die „Wörter des Jahres 2006“ bekannt. Platz eins belegte das Wort „Fanmeile“. Ihr Urteil begründete die Jury mit dem Satz: „Damit wurden Orte bezeichnet, die während der WM in Deutschland Fußballbegeisterte aus aller Welt zu Hunderttausenden aufsuchten, um dort ihrem ganz besonderen Lebensgefühl Ausdruck zu verleihen.“

Das „Wort des Jahres“ wird seit 1971 gewählt. Dabei stehen weniger wissenschaftliche Überlegungen im Hintergrund, sondern eher so etwas wie „Zeitgeistforschung“.

Auf den nächsten Plätzen folgten „Generation Praktikum“ und „Karikaturenstreit“. Braunbär „Bruno“ schaffte es als „Problembär“ nur auf Platz sieben, obwohl er wochenlang die Presse beschäftigte. GfdS-Vorsitzender Rudolf Hoberg sagte, das Ganze sei nur ein Spiel. Trotzdem sei das Medienecho jedes Mal enorm: „Das interessiert wirklich jeden.“

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August 11, 2006

Aktion „Lebendiges Deutsch“ angelaufen

Aktion „Lebendiges Deutsch“ angelaufen

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Artikelstatus: Fertig 07:05, 11. Aug. 2006 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 11.08.2006 – Der Begriff „no-go-area“ soll eingedeutscht werden. Dafür setzte sich in dieser Woche die Aktion „Lebendiges Deutsch“ ein. Jeder Internet-Benutzer kann bis zum 14. August 2006 auf der Website www.aktionlebendigesdeutsch.de unter der Rubrik „Wörter des Monats“ Vorschläge einreichen.

Die bisherigen Aufrufe der Aktion „Lebendiges Deutsch“ haben eine gute Resonanz erhalten. Auch im Juli 2006 wurde schon ein anderes deutsches Wort gesucht. Der Begriff „Event“ sollte übersetzt werden. Insgesamt wurden bei der Aktion 1.268 Vorschläge eingereicht. Einige der Vorschläge lauteten: „Hingeher“, Ereignis, Feier, Party oder Sause.

Mitglieder der Aktion „Lebendiges Deutsch“ sind Lehrer, Autoren und Journalisten sowie Teilnehmer des Vereins „Verein deutsche Sprache“.

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August 3, 2006

Rechtschreibreform endgültig in Kraft getreten

Rechtschreibreform endgültig in Kraft getreten

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Artikelstatus: Fertig 13:15, 3. Aug. 2006 (CEST)
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Berlin (Deutschland), 03.08.2006 – Seit dem 1. August ist eine einheitliche Regelung für die deutsche Rechtschreibung in Kraft getreten. Diese Regelung stellt einen Kompromiss dar, um einen jahrelangen öffentlichen Streit zu beenden. Sie wurde im März 2006 von den Kultusministern der Bundesländer beschlossen. In der erneuten Änderung, die vom Rat für deutsche Rechtschreibung erarbeitet wurde, werden entgegen der ersten Reform 1996 wieder mehr Worte zusammengeschrieben, feststehende Begriffe wie „Runder Tisch“ oder „Große Koalition“ werden außerdem wieder einheitlich groß geschrieben. Das „Du“ als Anredepronomen in Briefen darf auch wieder groß geschrieben werden.

Bei den „1. Wiener Gesprächen“ im Jahr 1986 wurde grundsätzliches Einvernehmen darüber erzielt, dass eine im Jahr 1901 in Berlin erreichte einheitliche Regelung der deutschen Rechtschreibung den aktuellen Erfordernissen anzupassen sei. Zu kompliziert gewordene Regeln sollten vereinfacht werden. Am 1. Juli 1996 wurde schließlich eine Erklärung zur Rechtschreibreform unterzeichnet. Deutschland, Österreich, die Schweiz, Liechtenstein und die Länder mit deutschsprachiger Minderheit unterzeichneten den Vertrag, der auf einem Vorschlag einer Expertenkommission beruhte. Am 17. Dezember 2004 konstituierte sich in Mannheim der Rat für deutsche Rechtschreibung. Dieser sprach sich am 8. April 2005 dafür aus, die Rechtschreibreform teilweise rückgängig zu machen. Während die unstrittigen Teile der Rechtschreibregeln bereits am 1. August 2005 in Kraft traten, stimmten die deutschen Ministerpräsidenten und das österreichische Bildungsministerium am 30. März 2006 den Änderungsvorschlägen des Rates vom 27. Februar 2006 zu. Damit konnten die Neuregelungen zum 1. August 2006 in Kraft treten.

Die Widerstände gegen die Rechtschreibreform waren erheblich. So gab es unter anderem eine Verfassungsbeschwerde, die erfolglos blieb, in Schleswig-Holstein wurde sogar ein Volksentscheid durchgeführt. Alles begann aber mit einer Erklärung von 100 Schriftstellern und Wissenschaftlern. Diese sprachen sich am 6. Oktober 1996 für einen Stopp der Reform aus. Am 14. Juli 1998 teilte das Bundesverfasssungsgericht mit, dass die Verfassungsbeschwerde abgelehnt sei. Unter anderem begründete es die Entscheidung damit, dass die Grundrechte von Eltern und Schülern durch diese Neuregelung nicht verletzt würden.

Der Volksentscheid in Schleswig-Holstein wurde am 27. September 1998 durchgeführt. Darin wurden die neuen Rechtschreibregeln mit folgendem Wortlaut abgelehnt: „In den Schulen wird die allgemein übliche Rechtschreibung unterrichtet. Als allgemein üblich gilt die Rechtschreibung, wie sie in der Bevölkerung seit langem anerkannt ist und in der Mehrzahl der lieferbaren Bücher verwendet wird.“ Von 1.570.720 gültigen Stimmen stimmten 885.511 für die Formulierung. Dessen ungeachtet beschloss der Kieler Landtag am 17. September 1999 die Einführung der Rechtschreibreform für Schleswig-Holstein.

Einige Printmedien entschlossen sich nach Einführung der Rechtschreibreform am 1. August 1995 in Schulen und Behörden zu einem Boykott. Den Anfang machte die Frankfurter Allgemeine Zeitung am 1. August 2000. Auch die im Axel-Springer-Verlag erscheinenden Printmedien gehörten seit der wieder aufgeflammten Diskussion über die deutsche Rechtschreibung zu denjenigen, die konsequent an der alten Schreibung festhielten beziehungsweise zu ihr zurückkehrten.

Die meisten Zeitschriften- und Zeitungsverlage haben die Neuregelungen zum 1. August 2006 umgesetzt. Nach dem nun gefassten Beschluss der Kultusministerkonferenz, die veränderten Regeln der Rechtschreibung zum 1. August 2006 umzusetzen, hat nun auch das Verlagshaus Springer seine Medien auf die neue Schreibung umgestellt. Dabei will man den Empfehlungen des Duden aus seiner aktuellen 24. Auflage folgen und auf diese Weise zu einer einheitlichen Schreibung in Deutschland beitragen. Diese Entscheidung bildet auch den Hintergrund für eine qualitativ neue Stufe der Zusammenarbeit mit dem Duden-Verlag, die die Form einer so genannten Technologie-Partnerschaft annehmen soll. Dabei geht es um die Entwicklung von Softwarehilfen des Dudenverlages zur Rechtschreibprüfung und ihre Einbindung in die Software des Springer-Verlages.

Nachdem die Leitung des Magazins Der Spiegel die Rückkehr zur gemäßigten Reformschreibung des Duden bekannt gegeben hat, ist nun nur noch einer der letzten großen Zeitungsverlage übrig, der sich auch durch die jetzt vereinbarten Neuerungen der neuen-alten Rechtschreibreform nicht beeindrucken lässt, die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“. Die Herausgeber des Blattes zeigten sich enttäuscht über den neuen Beschluss der Kultusministerkonferenz. Seit dem Jahr 2000 schrieb die „FAZ“ wieder in alter Schreibung. Ein Sprecher des Blattes kündigte an, man werde zunächst die vorliegenden Wörterbücher vergleichen, bevor man zu einer Entscheidung über die künftige Schreibung komme. Herausgeber Günther Nonnenmacher beschrieb sein Dilemma mit den Worten: Entweder „resignierend den Verfall kultureller Werte hinnehmen“ oder „einen letzten heroischen Widerstandsakt leisten“.

Wie „Die Zeit“ in ihrer Internetausgabe vom 1. August 2006 mitteilte, sind die neuen Regelungen nur für Schulen und Behörden verbindlich. Das Bundesverfassungsgericht hatte in seinem Urteil vom 14. Juli 1998 festgelegt, dass sich einzelne Bürger (außerhalb von Schulen) nicht an die Regeln halten müssen: „Sie sind vielmehr frei, wie bisher zu schreiben.“ Für die Schulen in Deutschland gilt eine Übergangsfrist von einem Jahr, in der Fehler von den Lehrern zwar angestrichen, aber nicht gewertet werden. In Österreich ist eine zweijährige Übergangsfrist an Schulen vorgesehen.

Aus Protest gegen die Rechtschreibreform wurde von der Zeitschrift „Deutsche Sprachwelt“ ein Internetdenkmal für die Urheber der deutschen Rechtschreibreform errichtet. Auf der Internetseite werden kritische Fragen, aber auch charakteristische Zitate der Hauptverantwortlichen der Reform präsentiert. Der Chefredakteur der Zeitschrift, Thomas Paulwitz, erklärte: „Wir möchten mit diesem Denkmal die historischen Leistungen der Reformer würdigen. Möge ihr Werk nie vergessen werden und kommenden Generationen zur Mahnung gereichen.“ Paulwitz will mit dem „Mahnmal“ nicht die deutsche Rechtschreibung zu Grabe tragen, sondern er geht davon aus, dass „schrittweise“ „zu den bewährten Schreibweisen“ zurückgekehrt werde.

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July 22, 2006

Der neue „Duden“: „Im Zweifelsfall selbst entscheiden“

Der neue „Duden“: „Im Zweifelsfall selbst entscheiden“

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Artikelstatus: Fertig 23:21, 22. Jul. 2006 (CEST)
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Mannheim (Deutschland), 22.07.2006 – Mit der 24. Auflage des „Duden“, die heute erschienen ist, muss sich der Leser nun wohl endgültig daran gewöhnen, im Zweifelsfalle selbst zu entscheiden. Der Zusatz „Maßgebend in allen Zweifelsfällen“ wurde bereits in den Auflagen nach 1991 nicht mehr verwendet. Von den 130.000 Stichwörtern der 1216-seitigen Neuauflage sind bei 3.000 Wörtern mehrere Schreibweisen zulässig. Der „Duden“ gibt in diesen Fällen gelb unterlegte „Empfehlungen“ ab. In roter Farbe sind weiterhin die durch die Rechtschreibreform geregelten Neuschreibungen gekennzeichnet.

Die Neuauflage war notwendig geworden, um die Ergebnisse der Rechtschreibreform in gedruckter Form für Schulen zugänglich zu machen, für die die neuen Rechtschreibregeln und Schreibungen ab 1. August verbindlich sind – für die Schüler an deutschen Schulen gilt aber noch eine einjährige Übergangsfrist.

Im Vergleich zur 23. Auflage wurden 3.000 Wörter neu aufgenommen, darunter „Gammelfleisch“, „Eventgastronomie“, „Publikumsjoker“, „Selbstmordanschlag“, „USB-Stick“ und „Weblog“.

In einer Frage, die die Gemüter beim Streit um die Reform der deutschen Rechtschreibung besonders erregte, ist die Dudenredaktion bei der Arbeit an der neuesten Auflage jedoch hinter den erreichten Diskussionsstand zurück gegangen (oder „zurückgegangen“?): die Getrennt- und Zusammenschreibung von Verben. Während der Rat für deutsche Rechtschreibung in seiner Reform der Reform die differenzierende Zusammen- bzw. Getrenntschreibung von Verben wieder einführte, also zum Beispiel eine Unterscheidung zwischen „sitzenbleiben“ (Wiederholung einer Klasse in der Schule) und „sitzen bleiben“ (auf einem Stuhl) ausdrücklich wieder zulassen wollte, empfiehlt der Duden weiterhin die reformierte Regel: „Die Grundregel, nach der zwei Verben getrennt geschrieben werden, ist so eindeutig und einfach, dass wir ihre Anwendung auch bei übertragenem Gebrauch empfehlen.“

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March 7, 2006

Der Axel-Springer-Verlag schließt sich neuer Rechtschreibung an

Der Axel-Springer-Verlag schließt sich neuer Rechtschreibung an

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Artikelstatus: Fertig 22:35, 7. Mär. 2006 (CET)
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Hamburg (Deutschland), 07.03.2006 – Nachdem der Verlag Axel Springer im August 2004 die Rechtschreibung in seinen Zeitungen und Zeitschriften aus Protest gegen die Rechtschreibreform zur alten Schreibweise zurückgekehrt war, machte er jetzt eine erneute Kehrtwendung.

Ab dem 1. August 2006 schließt sich die gesamte Axel-Springer-Verlagsgruppe der neuen Rechtschreibung an. Ebenso wie die Axel Springer AG hatte die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) die Anwendung der neuen Rechtschreibung vorerst verweigert, allerdings schon im Jahr 2000.

Die FAZ prüfe die Angelegenheit noch, heißt es vom Ressortleiter Hubert Spiegel. Für die Zeitung würde durch die Entscheidung des Springer-Verlages keine neue Lage entstehen.

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March 2, 2006

Ab dem Schuljahr 2006/07 gelten einheitliche Rechtschreibregeln

Ab dem Schuljahr 2006/07 gelten einheitliche Rechtschreibregeln

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Artikelstatus: Fertig 22:39, 2. Mär. 2006 (CET)
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Berlin (Deutschland), 02.03.2006 – Das Thema „Rechtschreibreform“ wurde heute zu Ende gebracht. Nach jahrelangen Auseinandersetzungen um die deutsche Orthografie stimmten die Kultusminister der deutschen Bundesländer (KMK) heute den abschließenden Vorschlägen der zwischenstaatlichen Rechtschreibkommission zu, die sich aus 40 Mitgliedern aus fünf zum Teil deutschsprachigen Ländern zusammensetzt (neben Deutschland sind Österreich, die Schweiz, Liechtenstein sowie Südtirol vertreten). Eine entsprechende Empfehlung wird die KMK daher der Bundesregierung zuleiten. Die Zustimmung der deutschen Bundesregierung gilt aber als sicher, so dass mit dem neuen Schuljahr an den deutschen Schulen nach den neuen Regeln gearbeitet werden kann.

Geändert haben sich Teile der Rechtschreibreform von 1996, die besonders umstritten waren. Dazu gehörte die Zeichensetzung und Silbentrennung, die Groß- und Kleinschreibung und die Getrennt- und Zusammenschreibung. Bei der Getrennt- und Zusammenschreibung zielen die Änderungen darauf ab, unterschiedliche Betonungen und inhaltliche Nuancen durch unterschiedliche Schreibung wieder zur Geltung zu bringen (Beispiele: freisprechen / frei sprechen ; gutschreiben / gut schreiben und ähnliche Kombinationen). In Briefen soll das Anredepronomen «du» wieder groß geschrieben werden.

Die Rechtschreibreform von 1996 hatte jahrelange Debatten ausgelöst. Einige große überregionale Zeitungen waren daraufhin zur alten Rechtschreibung zurückgekehrt, darunter die Zeitungen des Axel-Springer-Verlags sowie die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Die Schulbücher, die nach der Reform von 1996 in neuer Rechtschreibung herausgegeben wurden, dürfen bis zum nächsten turnusmäßigen Wechsel des Schulbuchs weiter benutzt werden.

Bisher gelten in zwei Bundesländern andere Rechtschreibregeln: Bayern und Nordrhein-Westfalen hatten den Beschluss der Kultusministerkonferenz vom Juni 2005 zur Umsetzung der Rechtschreibreform an den deutschen Schulen nicht mitgetragen. Wenn im Sommer/Herbst 2006 das nächste Schuljahr beginnt, sind die Regeln wieder für alle Schüler Deutschlands einheitlich. Österreich hat bereits angekündigt, die Regeln, die heute in Deutschland verabschiedet wurden, 1:1 zu übernehmen. Die Schweiz will die neuerlichen Änderungen der Reform zunächst nicht übernehmen. Sie bleibt bei der ursprünglichen Reform.

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Quellen

  • Netzeitung: „Chronologie: Der Streit um die Reform“ (02.03.2006)
  • ORF.at: „Deutsche Kultusminister ändern Rechtschreibreform“ (02.03.2006) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar
  • Handelsblatt.com: „Korrigierte Schreibreform gilt ab August“ (02.03.2006)
  • de.today.reuters.com: „Weg frei für Nachbesserungen an der Rechtschreibreform“ (02.03.2006) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar
  • sr-online.de: „Berlin: Rechtschreibreform in mehreren Punkten rückgängig gemacht“ (02.03.2006) B stop.svg Quelle nicht mehr online verfügbar

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