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October 19, 2010

Studie: Steinzeitmenschen aßen nicht nur Fleisch

Studie: Steinzeitmenschen aßen nicht nur Fleisch

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Veröffentlicht: 13:26, 19. Okt. 2010 (CEST)
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Florenz (Italien), 19.10.2010 – Der Mensch der Steinzeit nutzte offenbar vor 30.000 Jahren schon häufiger als bisher angenommen stärkehaltige Pflanzen zur Nahrungsergänzung. Das ist das Ergebnis einer neuen Studie eines internationalen Forscherteams unter Leitung der italienischen Anthropologin Anna Revedin vom Italienischen Institut für Ur- und Frühgeschichte in Florenz.

Das Forscherteam analysierte Mahlsteine aus verschiedenen Regionen Europas, darunter Tschechien, Russland und Italien. Die Menschen dieser Zeit nutzten diese Steine offenbar als eine Art Mörser, um damit Samen und Wurzeln zu zerkleinern. Mit Hilfe der Licht- und Elektronenmikroskopie gelang es den Forschern sogar, mikroskopisch kleine Überreste der Arbeitsvorgänge zu finden: sowohl Kratzspuren von der Bearbeitung als auch winzige Reste von stärkehaltigen Pflanzenteilen (von Farnen und Schilfrohr).

Die Vermutungen der Forscher gehen dahin, dass das Zermahlen der Pflanzenteile Teil eines umfassenderen Arbeitsprozesses waren, die zur Herstellung einer Art Mehl diente. Aus Mangel an archäologischen Befunden waren die Wissenschaftler bisher davon ausgegangen, dass die Menschen vor 30.000 Jahren sich hauptsächlich von Fleisch ernährten. Da die neu analysierten Funde aus verschiedenen Teilen Europas stammen, formulierten die Forscher die Hypothese, dass pflanzliche Nahrung und eventuell auch aus Mehl hergestellte Nahrungsmittel in Europa kulturell eine bedeutendere Rolle spielten als bisher angenommen.

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May 19, 2005

Früheste komplette Europäer sind 31.000 Jahre alt

Früheste komplette Europäer sind 31.000 Jahre alt

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Wien (Österreich) / Litovel (Tschechien), 19.05.2005 – Die bereits 1881 und 1882 in einer der Tropfsteinhöhlen beim südmährischen Dorf Mladec (deutsch: Lautsch) bei Litovel (Littau) in Tschechien entdeckten menschlichen Schädel, Zähne und Knochen sind etwa 31.000 Jahre alt. Damit gelten diese Fossilien als älteste Komplettreste der Art Homo sapiens (vernunftbegabter Mensch) in Europa. Dies berichtet die Direktorin der anthropologischen Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien (NHM), Maria Teschler-Nicola, in der renommierten Wissenschaftszeitschrift “Nature”.

Noch älter als die Schädel und Skelettreste von Mladec sind – nach Angaben von Maria Teschler-Nicola – nur noch sehr dürftige Funde aus Rumänien, wo man vor allem Kieferfragmente barg. Teile von Gliedmaßen und archäologische Begleitfunde fehlen dort.

Die Funde von Mladec wurden im 19. Jahrhundert von Forschern der Akademie der Wissenschaften und des damaligen Naturhistorischen Hofmuseums (heute NHM) in der Höhle „Bockova dira“ (früher: “Fürst-Johanns-Höhle”) entdeckt. Dabei kamen Reste mehrerer Menschen zusammen mit archäologischen Artefakten zum Vorschein.

Nach Ansicht von Maria Teschler-Nicola haben sich in der Höhle von Mladec, in der die menschlichen Reste lagen, vielleicht Jäger aufgehalten. Es sei aber nicht auszuschließen, dass wilde Tiere die Menschenknochen dorthin verschleppt hätten.

Die Funde von Mladec gelten als typische Hinterlassenschaften aus der Kulturstufe des Aurignacien (vor etwa 35.000 bis 29.000 Jahren), die nach einem französischen Fundort benannt ist. Das Aurignacien war die erste Kulturstufe des modernen Menschen oder Jetztmenschen (Homo sapiens sapiens) in Europa im Gegensatz zur Kulturstufe des Moustérien (vor etwa 125.000 bis 40.000 Jahren) der Neandertaler (Homo sapiens neanderthalensis), die ebenfalls nach einem französischen Fundort bezeichnet wurde.

In Mladec nahm im Juni 1881 und im Juni 1882 der Wiener Archäologe Josef Szombathy (1853-1943), der 1882 die urgeschichtliche Abteilung des Naturhistorischen Museums Wien gründete, Ausgrabungen vor. Später grub dort der mährische Lehrer und Archäologe Jan Knies (1860-1937). Von 1954 bis 1960 erfolgten Ausgrabungen des Mährischen Museums. Zum Fundgut gehören menschliche Gebeine und fragmentarische Schädel, Tierknochen, knöcherne Werkzeuge (Pfrieme) und Waffen (Lanzenspitzen) sowie eine Halskette aus Tierzähnen.

In den Höhlen von Mladec stieß man sogar auf Bemalungen der Wände, deren exaktes Alter allerdings in der Fachwelt umstritten ist. Unter den zahlreichen typischen Artefakten jener Zeit lagen die so genannten knöchernen „Lautscher Spitzen“, bei denen es sich um Speerspitzen handelt.

Die Jäger und Sammlerinnen aus dem Aurignacien trugen Kleidung aus Tierfellen und -leder etwa nach der Art der nordamerikanischen Indianer des 19. Jahrhunderts. Sie lebten zumeist im Freiland, wo sie Zelte oder Hütten errichteten, lagerten aber auch in Höhlen und Halbhöhlen. Sie jagten Wildpferde, Rentiere, Mammute, Fellnashörner und Höhlenbären und schufen mit Höhlenmalereien und Schnitzereien die ersten Kunstwerke in der Geschichte der Menschheit.

Einige der menschlichen Knochen von Mladec zeigen archaischere Merkmale als andere: beispielsweise eine für heutige Menschen ungewöhnliche Form des Hinterhaupts, große Zähne und breite Gelenke. Laut Maria Teschler-Nicola könnten sie von Neandertalern stammen, die abwechselnd mit modernen Menschen (Jetztmenschen) in Mladec lebten.

Die Menschenreste von Mladec beleben den endlosen Streit der Wissenschaftler über die Herkunft der Jetztmenschen in Europa. Nach der so genannten „Out of Africa 2“-Theorie soll Homo sapiens sapiens vor etwa 40.000 bis 30.000 Jahren aus dem Nahen Osten nach Europa eingewandert sein und den dort seit langem lebenden Neandertaler (Homo sapiens neanderthalensis) mehr oder weniger brutal verdrängt haben. Nach der „multiregionalen Theorie“ dagegen soll sich der moderne Mensch in mehreren Regionen parallel entwickelt haben.

Die Wiener Anthropologin Maria Teschler-Nicola vermutet eher eine größere Variabilität der Merkmale des Homo sapiens. Sexuelle Vermischung von Jetztmenschen mit Neandertalern könnte zwar stattgefunden haben, meint sie, jedoch ohne fruchtbare Nachkommen.

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April 24, 2005

Urmenschen litten unter vielen Krankheiten

Urmenschen litten unter vielen Krankheiten

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Wiesbaden (Deutschland), 24.04.2005 – Um die Gesundheit der Jäger und Sammlerinnen sowie der frühen Bauern in der Steinzeit war es trotz merklich besserer Umweltbedingungen als heute und viel Bewegung unter freiem Himmel erstaunlich schlecht bestellt. Diese Menschen litten unter gut- und bösartigen Tumoren (Krebs), Akromegalie, Hypervitaminose, Hüftgelenksausrenkungen, Muskelentzündungen, Gicht, Bluterkrankungen, Arthritis, Wachstumsstörungen, Fettgewebsgeschwülsten, Knochenmarkeiterungen, Hyperostosen, Gelenkverformungen, Vitaminmangel-Erkrankungen, Schleimhautentzündungen sowie Zahnbetterkrankungen (Paradontitis), Wurzelhautentzündungen, Karies, Zahnstein, Fehlbiss und stark abgekauten Zähnen.

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April 23, 2005

Wissenschaftsautor Ernst Probst im ZEIT-Lexikon

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Wiesbaden (Deutschland), 23.04.2005 – Ein Traum ging für den im Wiesbadener Stadtteil Mainz-Kostheim lebenden Wissenschaftsautor Ernst Probst in Erfüllung: Seine Bücher „Deutschland in der Steinzeit“ (1991) und „Deutschland in der Bronzezeit“ (1996) werden im renommierten „ZEIT-Lexikon“ in mehreren Bänden erwähnt.

Die jeweils etwa drei Kilogramm schweren Bücher über die Steinzeit und Bronzezeit gelten in Fachkreisen als Standardwerke. Insgesamt hat Probst bis heute mehr als 25 Bücher geschrieben. Sein vorläufig letzter Titel heißt „Der Schwarze Peter” (2005) und handelt von dem Räuber Johann Peter Petri aus dem Hunsrück und Odenwald, der im Zuchthaus ein Kartenspiel erfand.

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December 9, 2004

Warum wir Signale der Außerirdischen nicht entziffern könnten

Warum wir Signale der Außerirdischen nicht entziffern könnten

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Leipzig (Deutschland), 09.12.2004 – Michael Linachmann vom Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie in Leipzig, Physiker Mark Newman von der Universität Michigan und Cristopher Moore von der Universität New Mexico in Albuquerque haben einen Artikel in der American Journal of Physics veröffentlicht. Der Artikel „Die physikalischen Grenzen der Kommunikation oder Warum man eine ausreichend fortgeschrittene (Kommunikations-) Technologie nicht von Lärm unterscheiden kann.“

Seit zirka 1960 suchen die Astronomen nach einem Signal außerirdischen Lebens. Dieses Projekt, welches mit Hilfe von Radioteleskopen betrieben wird, nennt sich schlicht und ergreifend SETI (Search for Extraterrestrial Intelligence).

60 Jahre ist es her, als der Amerikaner Claude Shannon uns zeigte, dass eine Nachricht mit optimalem Informationsgehalt sich kaum von einer zufälligen Zeichenfolge unterscheiden ließe. Vorausgesetzt der Empfänger würde die Sprache der Nachricht beherrschen.

Nehmen wir also an, eine Zeichenfolge aus lauter As enthält minimalste Informationen. Das nächste Zeichen, folglich wieder ein A, würde leicht zu ermitteln sein. Eine Zeichenfolge aber wie z. B. „Fatnews.de“, enthält sehr viele Informationen, da man das nächste Zeichen unmöglich ermitteln könnte. Dem Empfänger, der nicht die Bedeutung der einzelnen Zeichen kennt, erscheint diese Buchstabenkette nun also als zufällige Anordnung von Buchstaben.

Vor kurzem zeigte das deutsch-amerikanische Forscherteam, dass die lange Suche nach Leben im Weltraum wahrscheinlich für immer erfolglos bleiben würde. Schließlich könnten wir nicht das thermische Rauschen eines Sternes von dem Signal der Außerirdischen unterscheiden. Diese Argumentation wurde mit Hilfe elektromagnetischer Strahlung angewandt.

Weiterhin äußerte das Forscherteam, dass natürlich jede fortschrittliche Zivilisation in der Lage wäre, ihre Botschaften mit optimaler Informationsdichte zu kodieren.

Zitat Newman (PhysOrg): „Auch wenn Leute daran glauben, sie verschwenden möglicherweise ihre Zeit. Selbst wenn sie tatsächlich ein Signal von einem kleinen, grünen Männchen auffangen würden – es würde wahrscheinlich wie ein Stern für sie aussehen, man würde es einfach übergehen und sich dem nächsten Objekt widmen.“

Demzufolge sei die Strategie der SETI-Forschung von vorne herein zum Scheitern verurteilt – zumindest, wenn sich die Aliens nicht finden lassen wollen.

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